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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Entscheidungsunterstützung in logistischen Netzwerken - Ansätze für eine Umsetzung</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Universität Leipzig</institution>
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      <pub-date>
        <year>2012</year>
      </pub-date>
      <fpage>28</fpage>
      <lpage>36</lpage>
      <abstract>
        <p>Die Logistik stellt als Bindeglied zwischen den Teilnehmern einer zunehmend globalisierten Wertschöpfungskette einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette dar. Aufgrund einer Spezialisierung auf die unternehmensinternen Kernkompetenzen, durch immer stärke Schmälerung der Gewinnmargen und globalen Wettbewerb, ergibt sich die Notwendigkeit logistische Funktionen vermehrt an spezialisierte Dienstleister abzugeben. In diesem Umfeld ist in den letzten Jahren das Konzept des Kontraktlogistikers erwachsen, welcher die Aufgabe der Planung, Kontrolle und Steuerung des zumeist hochdynamischen Dienstleisternetzwerks übernimmt. Insbesondere die Kontrolle und Steuerung stellt das Konzept des Kontraktlogistikers vor eine Herausforderung. Hierzu wird in diesem Beitrag die Anwendung von aktuellen Konzepten der Business Intelligence diskutiert, sowie ein möglicher Ansatz für eine Umsetzung zur Entscheidungsunterstützung, sowie deren Voraussetzungen vorgestellt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>
        zesslandschaft des Auftraggebers. Als Besonderheit des Geschäftsmodells des 4PL/LLP
wurde in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Bretzke, 2008)</xref>
        herausgestellt, dass dieser wiederum auf die Ressourcen von
weiteren Logistikdienstleistern zurückgreift, um die letztliche Dienstleistung eines
Logistikers zu erbringen, ohne eigene Logistik-bezogene Ressourcen zu besitzen. Der
Schwerpunkt der Dienstleistung ist damit nach
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Bretzke, 2008)</xref>
        die Kontrolle und Steuerung
verschiedener, operativ tätiger Dienstleister. Das Ressourcen-freie Geschäftsmodell soll
dabei die Flexibilität und die Unabhängigkeit des Dienstleisters sicherstellen, welcher
damit als fokale Schnittstelle zwischen einer Vielzahl an verketteten Dienstleistern und
dem Auftraggeber fungiert.
      </p>
      <p>Im Zuge der Umsetzung der Dienstleistung eines Logistikers, insbesondere hinsichtlich
einer verteilten Entscheidungsfindung durch die eingebundenen Dienstleister, werden im
Folgenden das Konzept des 4PL/LLP näher erläutert, sowie die Herausforderung bzgl.
einer Entscheidungsunterstützung formuliert, Ansätze für eine
Entscheidungsunterstützung diskutiert, sowie eine Ausblick auf eine mögliche Umsetzung eines Systems zur
verteilten Entscheidungsunterstützung gegeben.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Kontraktdienstleister und Anforderungen an</title>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Monitoring/Steuerung</title>
      <p>
        Zunächst soll eine Einordnung des LLP in die Organisationstypologie vorgenommen
werden, welches die besonderen Charakteristika des Geschäftsmodells betont.
Anschließend sollen die Möglichkeiten einer Steuerung und Kontrolle aufgezeigt werden.
Das Geschäftsmodell des LLP konzentriert sich auf die Einbindung von logistischen
Dienstleistern, welche per Vertrag bzw. Service Level Agreement (SLA) in ein Netzwerk,
zur Erbringung einer Gesamtdienstleistung gegenüber einem Auftraggeber gebunden
werden. In diesen SLA werden bestimmte Eigenschaften bzgl. der Erbringung der
Dienstleistung, als Service Level Objective (SLO) bezeichnet, definiert und durch den
Dienstleister garantiert. Organisationstypologisch kann das entstehende, vertragliche Netzwerk
nach (Hess, 2002), welcher zwischen den extremen Ausprägungen „Markt“ und
„Hierarchie“ eine Vielzahl an Unternehmenstopologien benennt und unter dem Oberbegriff
Unternehmensnetzwerk subsummiert, eingeordnet werden. Je nach Organisationstyp variiert
in diesen Netzwerken die Möglichkeit der Einflussnahme und Stabilität, sodass nach (Alt,
Legner, Österle, 2005) bzw.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref24">(Sydow, 2006)</xref>
        der LLP als ein strategisches Netzwerk
aufgefasst werden kann. Dieses ist gekennzeichnet durch eine fokale Steuerung, in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref24">(Sydow,
2006)</xref>
        als „bounded autonomy“ bezeichnet, mehr als zwei, enger als marktüblich,
verbundenen Unternehmen und einer stabilen Aufgabenzuordnung.
Die klassischen Aufgaben eines Logistikers können mit Lagerung, Umschlag und
Transport von Gütern umrissen werden. Durch Mehrwertlogistiker werden diese Basisaufgaben
durch weitere Dienstleistungen ergänzt, die bspw. die Verpackung, Aufbau und
Konfiguration von Transportgut umfassen können. Diese Aufgaben können mit zunehmender
Spezifität nicht mehr durch den einzelnen Dienstleister erbracht werden, welches zur
Notwendigkeit der zentralen Planung, Kontrolle und Steuerung einer Vielzahl von
Dienstleistern führt. In diesem Aufgabenfeld, mit Fokus auf die logistische
Dienstleistung, findet sich das Geschäftsfeld des LLP. Der Auftraggeber für den Betrieb einer
logistischen Wertschöpfungskette beauftragt zu diesem Zweck den LLP mit der Planung sowie
den Betrieb der Kette und vereinbart die entsprechenden Parameter, wie Qualität,
Flexibilität und Zuverlässigkeit der Ausführung in einem SLA mit entsprechendem Reporting.
Der LLP übernimmt die Analyse der logistischen Kette und vereinbart, als
„manufacturer[s] without factories“
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(Braham, 1985)</xref>
        , mit Dienstleistern aus seinem Pool
entsprechende Verträge/SLA. Durch Simulation werden die Rahmenbedingungen für die
Erbringung der Dienstleistung eines jeden Teilnehmers in Form von SLO ermittelt und
ausgehandelt, sodass im Zuge der Implementierung die IT-Systeme der Dienstleister integriert
werden können. In der operativen Phase ist es Aufgabe des LLP die Aufträge des fokalen
Unternehmens in einen Warenstrom in dem konfigurierten, logistischen Netzwerk im
Rahmen des ausgehandelte SLA zu überführen und die Dienstleistungen zu koordinieren
und zu steuern.
      </p>
      <p>
        Die Steuerung und Koordination erfolgt zunächst nur über die ausgehandelten SLA
anhand der ursprünglichen Grobplanung und stellt damit eine Koordination auf Basis von
Verträgen dar. Diese Verträge sind allerdings aufgrund der langfristigen Ausrichtung,
insbesondere unter der Berücksichtigung der Principal-Agent-Theory, nicht ausreichend,
eine vollständige Koordination im operativen Umfeld zu gewährleisten. In
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">(Placzek,
Kohler, 2003)</xref>
        wird die Erfahrung von Miebach Logistik (Miebach, 2003) aufgezeigt, welche
den Einbezug von operativer Kennzahlen zur verbesserten Beurteilung der
Kundenbeziehung, Verbesserung der operativen Umsetzung der Strategie und zur präziseren Messung
der Zielerreichung vorschlägt. Dieser Vorschlag wird durch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">(Haasis, 2008)</xref>
        bestätigt. In
diesem Licht ist die Erkenntnis von
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">(Seufert, Lehmann, 2006)</xref>
        , dass nur 50% der
Logistikunternehmen ein Werkzeug zur Verfolgung der entsprechenden Kennzahlen einsetzen,
entsprechend zu werten. Für den LLP, als zentralen Integrator und Koordinator ist es
entsprechend schwer, die für eine Steuerung notwendigen Kennzahlen aus den Systemen
der extern eingebundenen Dienstleister zu extrahieren. Hinzu kommt die in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref17">(Scholz,
Schieder, Kurze, et al, 2010)</xref>
        und
        <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Schulze, Dittmar, 2010)</xref>
        als problematisch
beschriebene, fehlende Standardisierung von Kennzahlen auf fachlicher Ebene im Unternehmen,
damit auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Als Alternative zur direkten Extraktion
von Kennzahlen aus den Systemen der Netzwerkpartner über Extract-Transfer-Load
(ETL) bietet der Ansatz einer ereignis- bzw. prozessgeführten Ermittlung dieser, anhand
von Ereignissen die während eines Prozessdurchlaufs auftreten, eine mögliche
Alternative. Der in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">(Roth, 2011)</xref>
        skizzierte Ansatz einer Event-getriebenen Aggregation von
Ereignissen durch Complex Event Processing (CEP), siehe auch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">(Chandy, Schulte, 2010)</xref>
        ,
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">(Luckham, 2010)</xref>
        und Ermittlung von Performance-Kennzahlen, sowie deren Prüfung auf
Einhaltung von SLO, kann hierbei als Basis für eine Extraktion der entsprechenden
Kennzahlen für einen Dienstleister genutzt und in ein Informationssystem zur
Entscheidungsunterstützung (Kap. 3) integriert werden. Mit diesem technischen Ansatz und der
fachlichen Integration über ein unternehmensübergreifendes Kennzahlensystem kann der
LLP seiner Rolle als Integrator in einem Unternehmensnetzwerk gerecht werden und die
Forderungen auf der Prozessebene (Alt, Legner, Österle, 2005) erfüllen. Diese umfassen
zum einen Transparenz, zum Beispiel durch den Einsatz von Dashboards und Portale,
sowie Steuerung, manuell oder semi-automatisch mittels eines Regelsystems, und
Optimierung, durch abgestimmte Heuristiken und Prognosemethoden.
4
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Entscheidungsunterstützung im Unternehmensnetzwerk</title>
      <p>
        Entscheidungen müssen in dem in Kap. 2 beschriebenen Unternehmensnetzwerk über alle
Ebenen des Geschäftsbetriebs, strategisch bis operativ, getroffen werden. Hierbei ist
festzustellen, dass operative Entscheidungen zumeist dezentral durch die Dienstleister,
strategische Entscheidungen maßgeblich durch den LLP getroffen werden. Zur Unterstützung
von Entscheidungsträgern haben sich entsprechende IT- und Kommunikationssysteme
unter der generellen Bezeichnung Management Support Systeme (MSS) entwickelt. Die
zu treffenden Entscheidungen variieren hierbei massgeblich bzgl. ihrer Dringlichkeit und
Höhe der Auswirkung. Speziell der Bereich der Führungsinformationssysteme mit den
Systemen, welche sich unter der Dachbezeichnung Business Intelligence (BI), sammeln,
fand in den letzten Jahren intensive Anwendung im wirtschaftlichen Kontext,
insbesondere zur Unterstützung der Analysephase in Vorbereitung einer Entscheidung. Diese als
„klassische BI“
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Gluchowski, 2009)</xref>
        bezeichneten Systeme die gekennzeichnet sind durch
Prozesse der Datenextraktion (ETL), Datenkonsolidierung in einem Data Warehouse
(DW), dem explorativem bzw. informativen Zugriff über Dashboards bzw.
OnlineAnalytical-Processing (OLAP) sind dabei in Bezug auf die Entscheidungsunterstützung
stark auf das einsetzende Unternehmen ausgerichtet, beziehen kein
unternehmensübergreifende Vermittlung ein und sind reaktiv ausgerichtet. Dazu werden die Reporte und
Extraktionen im ETL-Prozess in groben Intervallen (Stunden bis Tage) generiert bzw.
durchgeführt, was einen Einsatz auf operativer und taktischer Ebene aufgrund der damit
verbundenen Latenzen verhindert. Der durch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Gluchowski, 2009)</xref>
        beschriebene Ansatz
einer operational BI (opBI) verspricht dahingegen einen zeitnahen und
prozessintegrierten Zugriff auf Informationen zur Entscheidungsunterstützung bis in den operativen
Bereich.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">(Gluchowski, Gabriel, Dittmar, 2008)</xref>
        zeigen dazu den
unternehmensübergreifenden Aspekt auf und skizzieren eine mögliche Architektur für ein solches System. Diese
Architektur empfiehlt sich für eine Integration des in Kap. 2 benannten CEP-Ansatzes,
um die Prozessinformationen aus dem Netzwerk für eine Entscheidungsunterstützung bei
den Netzwerkteilnehmern einzusetzen bzw. Daten aus den Systemen der
Netzwerkteilnehmer durch einen Vergleich mit den aus ETL-Prozessen extrahierten Daten zu
validieren. Hierbei ist insbesondere der temporale Aspekt eines Events zu beachten und dessen
Integration in ein BI-Umfeld entsprechend zu konzipieren, sodass aggregierte
Kennzahlen aus dem CEP-Prozess und aus dem ETL-Prozess konsistent in dem DW gehalten
werden. Weiterhin ist ein einfacher, situationsgerechter und verteilter Zugriff auf die
Daten sicherzustellen, welches die Integration des Konzeptes der mobile BI empfiehlt.
Insbesondere die aktuellen Anforderungen an den Zugriff auf Anwendungssysteme über
mobile Endgeräte, gerade im Logistikumfeld, wie diese in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref25">(Hompel, 2012)</xref>
        beschrieben
werden, und im Mittelstand allgemein, welche die Studie von
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Seidler, Mack, Bange,
2012)</xref>
        aufzeigen, stützen diesen Anspruch. Durch die kurze Reaktionszeit bei operativen
Entscheidungen ist dabei zu prüfen, inwiefern Entscheidungen bereits automatisch bzw.
semiautomatisch erfolgen können. Hierzu ist eine Einbindung von Regeln bzw.
Regelsystemen, wie bspw. durch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref27">(Halle, Goldberg, 2010)</xref>
        beschrieben in die Gesamtarchitektur zu
berücksichtigen, um bspw. das Eskalationsmanagement zu automatisieren bzw. Dienste
im Sinne einer Serviceorientierten Architektur (SOA) auszuführen. Um die Dringlichkeit
und Notwendigkeit einer Reaktion zu ermitteln, ist der Kontext einer Entscheidung im
System abzubilden, um valide Entscheidungen zu ermöglichen.
5
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Ansätze für eine Umsetzung für Kontraktdienstleister</title>
      <p>
        Um eine in Kap. 3 skizzierte Architektur zu ermöglichen ist es notwendig ein
Kennzahlensystem einzusetzen, welches von allen potentiellen Netzwerkteilnehmern getragen und
verstanden wird. In diesem Zuge wurden Referenzmodelle zum Aufbau logistischer
Dienstleistungen wie bspw. das Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR) des
Supply Chain Councils (SCC) analysiert, um ein entsprechendes Kennzahlensysteme,
welches operative bis strategische Kennzahlen und deren Aggregationsregeln beinhaltet,
aufzubauen. Die Analyse zeigt, dass eine integrierte Sicht auf ein strategisches
Unternehmensnetzwerk eines LLP derzeit fehlt. Insbesondere die Aggregation und
Transformation in eine Sicht für das fokale Unternehmen, mit entsprechend definierten
Reportingintervallen und -inhalten bedarf der Entwicklung eines geeigneten Modells. Im Zuge der
durch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">(Stein, 2010)</xref>
        erfolgten Analyse bzgl. einer konfigurierbaren Erweiterung von
Referenzmodellen, bspw. des SCOR-Modells, soll eine entsprechendes Modell im Weiteren
aufgebaut werden. Dazu wird in Anlehnung an
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Otto, 2003)</xref>
        ,
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Nguyen, Schiefer, Tjoa,
2005)</xref>
        ,
        <xref ref-type="bibr" rid="ref31">(Wu, Barash, Bartolini, 2007)</xref>
        eine Architektur für ein Event-getriebenes
Informationssystem entworfen, welches die Ansätze einer operational BI und einer zunehmenden
Entscheidungsunterstützung auf Basis von Geschäftsregeln integriert (Abbildung 1).
Durch den Einsatz des CEP-Ansatzes wird eine zeitnahe Information des Entscheiders
und durch die entsprechenden Geschäftsregeln eine einfache Auswahl von
Entscheidungen, unter Beachtung der strategischen Ausrichtung des Gesamtnetzwerks, ermöglicht.
      </p>
      <p>
        Abbildung 1: Skizze der avisierten Architektur, in Anlehnung an
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Otto, 2003)</xref>
        6
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Einordnung in die bestehende Literatur</title>
      <p>
        Neben der in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">(Roth, 2011)</xref>
        diskutierten Möglichkeit zur Nutzung von CEP-basierten
Aggregation von Daten in logistischen Netzwerken aus dem Netzwerk, existiert noch kein
entsprechender Ansatz für eine verteilte Entscheidungsunterstützung auf operativer bis
strategischer Ebene im logistischen Bereich, wobei
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Nguyen, Schiefer, Tjoa, 2005)</xref>
        zumindest eine Architektur entwerfen, welche Events in eine service-orientiertes
BIKonzept integrieren. Allerdings gehen die Autoren nicht auf die verteilte
Entscheidungsfindung und das Problem der Vereinheitlichung der Kennzahlen ein. Einen Ansatz zur
Service-Orientierung der BI-Architektur liefern
        <xref ref-type="bibr" rid="ref31">(Wu, Barash, Bartolini, 2007)</xref>
        , wobei
kein Bezug auf eine operative Entscheidungsfindung und ein einheitliches
Kennzahlensystem genommen wird.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref26">(Taylor, Raden, 2007)</xref>
        beschreiben auf operativer Ebene die
Notwendigkeit Entscheidungen zu automatisieren und weisen in diesem Zusammenhang
insbesondere auf die Hebung von versteckten Entscheidungen hin. Diese
Automatisierung ist aufgrund der Menge an notwendigen Entscheidung durch den LLP, als auch
durch die Dienstleister, welche wiederum im gesamten Netzwerk abgestimmt sein
müssen, relevant. In die Modellierung eines Regelsystems führen dabei
        <xref ref-type="bibr" rid="ref27">(Halle, Goldberg,
2010)</xref>
        ein und
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Rosen, 2010)</xref>
        berücksichtigt in seinem Modell die Integration in eine
Service-orientierte Infrastruktur, allerdings ohne Bezug auf eine verteilte
Entscheidungsfindung, respektive der Integration in eine BI-Lösung.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref29">(Werner, et al, 2010)</xref>
        zeigen Ansätze
auf, wie eine Wertschöpfungskette, im Speziellen an der Schnittstelle zwischen Supply
Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management (CRM),
unternehmensübergreifend mittels eines Cockpit-Konzepts visualisiert werden und wie das
Konzept der collaborative BI in die Anwendungslandschaft integriert werden kann.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Otto,
2003)</xref>
        ermittelt aus der Perspektive des SCM drei Sichten auf den Einsatz eines Supply
Chain Event Managements (SCEM), wobei dieser Events als Status/Meilensteine im
Ablauf von Geschäftsprozessen definiert werden und schlägt eine Architektur für die
Umsetzung eines solchen Systems vor. Hierbei wird allerdings nicht auf die Möglichkeiten
eines CEP eingegangen.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref22">(Stefanovic, 2011)</xref>
        weist insbesondere auf die Integration von
Prozesskennzahlen aus einem Business Activity Monitoring (BAM) hin und stellt eine
entsprechende Architektur für eine integrierte Betrachtung im Rahmen eines Performance
Management Portals vor. Bei der Betrachtung fehlt allerdings der direkte Bezug zur
Logistik und der Anspruch auf die Ubiquität der Anwendung wird nicht berücksichtigt.
Bzgl. der Notwendigkeit eines generellen Event- Managements, im Sinne von Hinweisen
auf Problemen im logistischen Netzwerk, sei auf
        <xref ref-type="bibr" rid="ref30">(Werner, 2008)</xref>
        verwiesen, wobei sich
der beschriebene Ansatz ausschließlich auf die Hilfsmittel „Alert-Management“,
„Workflow-Management“ und „Tracking and Tracing“ beschränkt, dabei also keine Lösung für
eine verteilte Entscheidungsunterstützung geboten wird.
      </p>
      <p>
        Auf Seiten der Referenzmodellierung für logistische Systeme kann auf das SCOR gebaut
werden, sowie auf die abgeleitete Arbeit zum Industrial Services Reference Model in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(Milano, 2009)</xref>
        , dem Ansatz von
        <xref ref-type="bibr" rid="ref18">(Schuh, Schmidt, Rinis, et al., 2008)</xref>
        und den im
Rahmen des InCoCo-S Projekts
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">(Kleinert, 2011)</xref>
        erstellten Modell, welches Mehrwertdienste
berücksichtigt. Die Konfigurierbarkeit von Referenzmodellen wird in
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">(Stein, 2010)</xref>
        untersucht und ein konfigurierbarer Ansatz für das SCOR-Modell vorgeschlagen, welcher für
die weitere Anpassung mit unternehmensübergreifenden Kennzahlen, speziell in der
Logistik, herangezogen werden kann und diese um Logistik-spezifische Kennzahlen
erweitert.
7
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Quellen</title>
      <p>Alt, R., Legner, C., Österle, H. (2005). Virtuelle Organisation – Konzept, Realität und
Umsetzung. Virtuelle Organisation – Konzept, Realität und Umsetzung</p>
    </sec>
  </body>
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