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      <title-group>
        <article-title>Dominanzproblem bei der Nutzung von Multi-Feature-Ansätzen</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Thomas Böttcher</string-name>
          <email>tboettcher@tu-cottbus.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ingo Schmitt</string-name>
          <email>schmitt@tu-cottbus.de</email>
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        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Technical University Cottbus-Senftenberg</institution>
          ,
          <addr-line>Walther-Pauer-Str. 2, 03046 Cottbus</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2014</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>Ein Vergleich von Objekten anhand unterschiedlicher Eigenschaften liefert auch unterschiedliche Ergebnisse. Zahlreiche Arbeiten haben gezeigt, dass die Verwendung von mehreren Eigenschaften signi kante Verbesserungen im Bereich des Retrievals erzielen kann. Ein gro es Problem bei der Verwendung mehrerer Eigenschaften ist jedoch die Vergleichbarkeit der Einzeleigenschaften in Bezug auf die Aggregation. Haug wird eine Eigenschaft von einer anderen dominiert. Viele Normalisierungsansatze versuchen dieses Problem zu losen, nutzen aber nur eingeschrankte Informationen. In dieser Arbeit werden wir einen Ansatz vorstellen, der die Messung des Grades der Dominanz erlaubt und somit auch eine Evaluierung verschiedener Normalisierungsansatze. Im Bereich des Information-Retrievals (IR), MultimediaRetrievals (MMR), Data-Mining (DM) und vielen anderen Gebieten ist ein Vergleich von Objekten essentiell, z.B. zur Erkennung ahnlicher Objekte bzw. Duplikate oder zur Klassi zierung der untersuchten Objekte. Der Vergleich von Objekten einer Objektmenge O basiert dabei in der Regel auf deren Eigenschaftswerten. Im Bereich des MMR sind Eigenschaften (Features) wie Farben, Kanten oder Texturen haug genutzte Merkmale. In vielen Fallen genugt es fur einen erschopfenden Vergleich von Objekten nicht, nur eine Eigenschaft zu verwenden. Abbildung 1 zeigt anhand des Beispiels eines Farbhistogramms die Schwachen einer einzelnen Eigenschaft. Obwohl beide Objekte sich deutlich unterscheiden so weisen sie ein sehr ahnliches Farbhistogramm auf. Statt einer Eigenschaft sollte vielmehr eine geeignete Kombination verschiedener Merkmale genutzt werden, um mittels einer verbesserten Ausdruckskraft [16] genauere Ergebnissen zu erzielen. Der (paarweise) Vergleich von Objekten anhand</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Figure 1</kwd>
        <kwd>Unterschiedliche Objekte mit sehr hoher Farbahnlichkeit</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>EINLEITUNG</title>
      <p>von Eigenschaften erfolgt mittels eines Distanz- bzw. A
hnlichkeitsma es1. Bei der Verwendung mehrerer
Eigenschaften lassen sich Distanzen mittels einer Aggregationsfunktion
verknupfen und zu einer Gesamtdistanz zusammenfassen.
Der Einsatz von unterschiedlichen Distanzma en und
Aggregationsfunktionen bringt jedoch verschiedene Probleme
mit sich:
Verschiedene Distanzma e erfullen unterschiedliche
algebraische Eigenschaften und nicht alle Distanzma e sind fur
spezielle Probleme gleich geeignet. So erfordern Ansatze
zu metrischen Indexverfahren oder Algorithmen im
DataMining die Erfullung der Dreiecksungleichung. Weitere
Probleme konnen durch die Eigenschaften der
Aggregationsfunktion auftreten. So kann diese z.B. die Monotonie oder
andere algebraische Eigenschaften der Einzeldistanzma e
zerstoren. Diese Probleme sollen jedoch nicht im Fokus
dieser Arbeit stehen.</p>
      <p>Fur einen A hnlichkeitsvergleich von Objekten anhand
mehrerer Merkmale wird erwartet, dass die Einzelmerkmale
gleicherma en das Aggregationsergebnis beein ussen. Hau g
gibt es jedoch ein Ungleichgewicht, welches die Ergebnisse
so stark beein usst, dass einzelne Merkmale keinen oder nur
einen geringen Ein uss besitzen. Fehlen algebraische
Eigenschaften oder gibt es eine zu starke Dominanz, so konnen die
Merkmale und dazugehorigen Distanzma e nicht mehr
sinnvoll innerhalb einer geeigneten Merkmalskombination
eingesetzt werden. Im Bereich der Bildanalyse werden zudem
immer komplexere Eigenschaften aus den Bilddaten extrahiert.
Damit wird auch die Berechnung der Distanzen basierend
auf diesen Eigenschaften immer spezieller und es kann nicht
sichergestellt werden welche algebraische Eigenschaften
erfullt werden. Durch die vermehrte Verwendung von vielen
Einzelmerkmalen steigt auch das Risiko der Dominanz eines
oder weniger Merkmale.</p>
      <p>Kernfokus dieser Arbeit ist dabei die Analyse von
MultiFeature-Aggregationen in Bezug auf die Dominanz einzelner
Merkmale. Wir werden zunachst die Dominanz einer
Eigen1Beide lassen sich ineinander uberfuhren [Sch06], im
Folgenden gehen wir daher von Distanzma en aus.
schaft de nieren und zeigen wann sich eine solche Dominanz
manifestiert. Anschlie end fuhren wir ein Ma zur Messung
des Dominanzgrades ein. Wir werden daruber hinaus
zeigen, dass die Ansatze bestehender
Normalisierungsverfahren nicht immer ausreichen um das Problem der Dominanz
zu losen. Zusatzlich ermoglicht dieses Ma die Evaluation
verschiedener Normalisierungsansatze.</p>
      <p>Die Arbeit ist dabei wie folgt aufgebaut. In Kapitel 2 werden
noch einmal einige Grundlagen zur Distanzfunktion und zur
Aggregation dargelegt. Kapitel 3 beschaftigt sich mit der
De nition der Dominanz und zeigt anhand eines Beispiels
die Auswirkungen. Weiterhin wird ein neues Ma zur
Messung des Dominanzgrades vorgestellt. Kapitel 4 liefert einen
U berblick uber bestehende Ansatze. Kapitel 5 gibt eine
Zusammenfassung und einen Ausblick fur zukunftige Arbeiten.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>GRUNDLAGEN</title>
      <p>Das folgende Kapitel de niert die grundlegenden Begri e
und die Notationen, die in dieser Arbeit verwendet werden.
Distanzberechnungen auf unterschiedlichen Merkmalen
erfordern in der Regel auch den Einsatz unterschiedlicher
Distanzma e. Diese sind in vielen Fallen speziell auf die
Eigenschaft selbst optimiert bzw. angepasst. Fur eine
Distanzberechnung auf mehreren Merkmalen werden dementsprechend
auch unterschiedliche Distanzma e benotigt.</p>
      <p>Ein Distanzma zwischen zwei Objekten basierend auf einer
Eigenschaft p sei als eine Funktion d : O O 7! R 0 de
niert. Ein Distanzwert basierend auf einem Objektvergleich
zwischen or und os uber einer einzelnen Eigenschaft pj wird
mit dj(or; os) 2 R 0 beschrieben. Unterschiedliche
Distanzma e besitzen damit auch unterschiedliche Eigenschaften.
Zur Klassi kation der unterschiedlichen Distanzma e
werden folgende vier Eigenschaften genutzt:
Selbstidentitat: 8o 2 O : d(o; o) = 0, Positivitat: 8or 6=
os 2 O : d(or; os) &gt; 0, Symmetrie: 8or; os 2 O :
d(or; os) = d(os; or) und Dreiecksungleichung: 8or; os; ot 2
O : d(or; ot) d(or; os) + d(os; ot).</p>
      <p>
        Erfullt eine Distanzfunktion alle vier Eigenschaften so wird
sie als Metrik bezeichnet [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">11</xref>
        ].
      </p>
      <p>Ist der Vergleich zweier Objekte anhand einer einzelnen
Eigenschaft nicht mehr ausreichend, um die gewunschte (Un-)
A hnlichkeit fur zwei Objekte or;os 2 O zu bestimmen , so
ist die Verwendung mehrerer Eigenschaften notig. Fur
eine Distanzberechnung mit m Eigenschaften p = (p1 : : : pm)
werden zunachst die partiellen Distanzen rjs = dj(or; os)
bestimmt. Anschlie end werden die partiellen Distanzwerte
rjs mittels einer Aggregationsfunktion agg : Rm0 7! R 0
zu einer Gesamtdistanz aggregiert. Die Menge aller
aggregierten Distanzen (Dreiecksmatrix) fur Objektpaar aus O,
sei durch j = ( 1j; 2j : : : ; lj) mit l = n22 n bestimmt.
Dieser Ansatz erlaubt eine Bestimmung der Aggregation auf
den jeweiligen Einzeldistanzwerten. Die
Einzeldistanzfunktionen dj sind in sich geschlossen und damit optimiert auf
die Eigenschaft selbst.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>DOMINANZPROBLEM</title>
      <p>Bisher haben wir das Problem der Dominanz nur kurz
eingefuhrt. Eine detaillierte Motivation und Heranfuhrung an
das Problem soll in diesem Kapitel erfolgen. Hierzu werden
wir zunachst die Begri e Uberbewertung und
Dominanzproblem einfuhren. Die Auswirkungen des Dominanzproblem
auf das Aggregationsergebnis sollen anschlie end durch ein
Beispiel erlautert werden. Abschlie end werden wir ein Ma
de nieren, um den Grad der Dominanz messen zu konnen.
3.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Problemdefinition</title>
      <p>Wie bereits erwahnt ist der Einsatz vieler, unterschiedlicher
Eigenschaften (Features) und ihrer teilweise speziellen
Distanzma e nicht trivial und bringt einige Herausforderungen
mit sich. Das Problem der Dominanz soll in diesem
Unterabschnitt noch einmal genauer de niert werden.</p>
      <p>Zunachst de nieren wir das Kernproblem bei der
Aggregation mehrerer Distanzwerte.</p>
      <p>Problem: Fur einen Ahnlichkeitsvergleich von Objekten
anhand mehrerer Merkmale sollen die Einzelmerkmale
gleicherma en das Aggregationsergebnis beein ussen.
Dominieren die partiellen Distanzen rjs eines Distanzma es dj das
Aggregationsergebnis, so soll diese Dominanz reduziert bzw.
beseitigt werden.</p>
      <p>O en ist an dieser Stelle die Frage, wann eine Dominanz
einer Eigenschaft auftritt, wie sich diese auf das
Aggregationsergebnis auswirkt und wie der Grad der Dominanz gemessen
werden kann.</p>
      <p>
        Das Ergebnis einer Aggregation von Einzeldistanzwerten ist
erneut ein Distanzwert. Dieser soll jedoch von allen
Einzeldistanzwerten gleicherma en abhangen. Ist der Wertebereich,
der zur Aggregation verwendeten Distanzfunktionen nicht
identisch, so kann eine Verfalschung des
Aggregationsergebnisses auftreten. Als einfaches Beispiel seien hier zwei
Distanzfunktionen d1 und d2 genannt, wobei d1 alle Distanzen
auf das Intervall [0; 1] und d2 alle Distanzen auf [0; 128]
abbildet. Betrachtet man nun eine Aggregationsfunktion dagg,
die Einzeldistanzen aufsummiert, so zeigt sich, dass d2 das
Aggregationsergebnis erheblich mehr beein usst als d1.
Allgemein werden dann die aggregierten Distanzwerte
starker oder schwacher durch Einzeldistanzwerte einer (zur
Aggregation verwendeten) Distanzfunktion beein usst als
gewunscht. Wir bezeichnen diesen E ekt als eine U
berwertung. Der Grad der U berbewertung lasst sich mittels
Korrelationsanalyse (z.B. nach Pearson [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] oder Spearman [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ])
bestimmen.
      </p>
      <p>Definition 1 (Uberbewertung einer Distanzfunktion).
Fur zwei Distanzfunktionen dj und dk, bei der die
Distanzwerte j in Abhangigkeit einer Aggregationsfunktion agg
das Aggregationsergebnis starker beein ussen als k, also
die Di erenz der Korrelationswerte
( j; agg) ( k; agg) &gt; ist, bezeichnen wir dj als
uberbewertet gegenuber dk.</p>
      <p>Eine empirische Untersuchung hat gezeigt, dass sich ab
einem Wert 0:2 eine Beeintrachtigung des
Aggregationsergebnisses zu Gunsten einer Distanzfunktion zeigt.
Ausgehend von einer U berbewertung de nieren wir das
Problem der Dominanz.</p>
      <p>Definition 2 (Dominanzproblem). Ein
Dominanzproblem liegt vor, wenn es eine Uberbewertung einer
Distanzfunktion dj gegenuber dk gibt.</p>
      <p>
        Das Problem einer U berbewertung bei unterschiedlichen
Wertebereichen in denen die Distanzen abgebildet werden ist
jedoch bereits weitreichend bekannt. In vielen Fallen
kommen Normalisierungsverfahren (z.B. im Data-Mining [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ]
oder in der Biometrie [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ]) zum Einsatz. Diese bereiten
Distanzen aus verschiedenen Quellen fur eine Aggregation vor.
Zur Vermeidung einer U berbewertung werden Distanzen
hau g auf ein festes Intervall normalisiert (i.d.R. auf [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">0,1</xref>
        ]).
Damit ist zumindest das Problem in unserem vorherigen
Beispiel gelost.
      </p>
      <p>Das Problem der Dominanz tritt jedoch nicht nur bei
unterschiedlichen Wertebereichen auf. Auch bei
Distanzfunktionen, die alle auf den gleichen Wertebereich normalisiert
sind, kann das Dominanzproblem auftreten. Im folgenden
Abschnitt soll anhand eines Beispiels dieses
Dominanzproblem demonstriert werden.
3.2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Beispiel eines Dominanzproblems</title>
      <p>
        In Abbildung 2 sind drei Distanzverteilungen 1, 2 und 3
aus einer Stichprobe zu den zugehorigen Distanzfunktionen
d1, d2 sowie d3 dargestellt. Der Wertebereich der
Funktionen sei auf das Intervall [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">0,1</xref>
        ] de niert. Die Werte aus der
Stichprobe treten ungeachtet der Normalisierung auf [0; 1]
jedoch in unterschiedlichen Intervallen auf. Die
Distanzwerte der Stichprobe von 1 liegen im Intervall [0.2, 0.9], von 2
im Intervall [0.3, 0.5] und in 3 im Intervall [0.8, 0.9]. Auch
wenn es sich hierbei um simulierte Daten handelt so sind
solche Verteilungen im Bereich des MMR hau g
anzutreffen.
      </p>
      <p>0.12
0.1
it0.08
e
k
g
i0.06
f
u
ä
H0.04
0.02
0.12
0.1
it0.08
e
k
g
i0.06
f
u
ä
H0.04
0.02
0.12
0.1
it0.08
e
k
g
i0.06
f
u
ä
H0.04
0.02
(a) 1
(b) 2
2Das Problem der Dominanz tritt auch bei anderen
AggreaggQd1;d2 (or; os) = d1(or; os) d2(or; os) kann nun gezeigt
werden, dass d1 starker den aggregierten Distanzwert
beeinusst als d2.</p>
      <p>In Abbildung 3 sind zwei verschiedene Rangfolgen aller 10
Distanzwerte zwischen funf zufalligen Objekten der
Verteilungen 1 und 2 dargestellt, sowie die Aggregation mittels
aggQ. Die Distanz-ID de niert hierbei einen Identi kator
fur ein Objektpaar. Betrachtet man die ersten funf
Range der aggregierten Distanzen, so sieht man, dass die
top5-Objekte von Distanzfunktion d1 komplett mit denen der
Aggregation ubereinstimmen, wahrend bei Distanzfunktion
d2 lediglich zwei Werte in der Rangfolge der aggregierten
Distanzen auftreten. Gleiches gilt fur die Range 6{10.
Damit zeigt die Distanzfunktion d1 eine Dominanz gegenuber
der Distanzfunktion d2. Schaut man sich noch einmal die
Intervalle der Verteilung 1 und 2 an, so zeigt sich, dass die
Dominanz dem gro en Unterschied der Verteilungsintervalle
(0.7 vs. 0.2) obliegt. Eine Dominanz manifestiert sich also
vor allem wenn eine gro e Di erenz zwischen den jeweiligen
Intervallen der Distanzverteilungen liegt.
3.3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Messung der Dominanz</title>
      <p>
        Um die U berwertung aus unserem Beispiel und somit die
Dominanz zu quanti zieren, wird die Korrelation zwischen
den Distanzen von d1 (d2) und der aggregierten Distanzen
aus dagg bestimmt. Zur Berechnung der Korrelation
konnen mehrere Verfahren genutzt werden. Verwendet man wie
im obigen Beispiel nur die Range, so bietet sich Spearmans
Rangkorrelationskoe zient an [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ].
      </p>
      <p>(A; B) =</p>
      <p>Rang(A)
Cov(X; Y ) = E [(X</p>
      <p>Rang(B)
x) (Y
Cov(Rang(A); Rang(B))
mit
y)]
(1)
Hierbei sei Cov(X; Y ) die uber den Erwartungswert von X
und Y de nierte Kovarianz. Bezogen auf das vorherige
Beispiel erhalten wir eine Korrelation nach Spearman fur d1 von
1 = 0:94 und fur d2 2 = 0:45. Die Di erenz der
Korrelationswerte liegt dabei bei 1 2 = 0:49. Ab = 0:2 lasst
sich eine U berbewertung einer Distanzfunktion feststellen.
Somit haben wir mit 1 2 = 0:49 &gt; 0:2 eine starke U
berbewertung von d1 gegenuber d2 in Bezug auf das
Aggregationsergebnis gezeigt.</p>
      <p>
        Durch die Verwendung der Rangwerte gibt es allerdings
einen Informationsverlust. Eine alternative Berechnung ohne
Informationsverlust ware durch Pearsons Korrelationskoe
zienten moglich [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ]. Genugen die Ranginformationen, dann
bietet Spearmans Rangkorrelationskoe zient durch eine
geringere Anfalligkeit gegenuber Ausrei ern an [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">14</xref>
        ].
Bisher haben wir die Korrelation zwischen den
aggregierten Werten und denen aus je einer Distanzverteilung
verglichen. Um direkt eine Beziehung zwischen zwei
verschiedenen Distanzverteilungen bzgl. einer aggregierten Verteilung
zu bestimmen, werden zunachst die zwei Korrelationswerte
1 und 2 der Distanzfunktionen d1 und d2 bzgl. ihres
Einusses auf das Aggregationsergebnis graphisch dargestellt
[
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ]. Hierzu werden die jeweiligen Werte der Korrelation als
Punkte in [ 1; 1]2 de niert. Fur eine gleichma ige
Beeinussung des Aggregationsergebnisses sollten sich die
Punkte auf der Diagonalen durch den Koordinatenursprung mit
gationsfunktionen wie Summe, Mittelwert etc. auf und kann
zusatzlich eine Dominanz hervorrufen, z.B. bei der
Minimum/Maximumfunktion.
dem Anstieg m = 1 be nden. Wir bezeichnen diese Gerade
als Kalibrierungslinie. Fur unser Beispiel genugt es, nur
positive Korrelationswerte zu betrachten. Damit kennzeichnen
alle Punkte unterhalb dieser Linie einen gro eren Ein uss
durch d1. Analog gilt bei allen Punkten oberhalb dieser
Linie (grau schra erter Bereich) eine gro ere Beein ussung
durch d2. Abbildung 4 zeigt graphisch die Korrelation fur
unser Beispiel von 1 und 2 auf das Aggregationsergebnis.
Um die Abweichung vom gewunschten Zustand zu
bestimmen, ermitteln wir den Winkel zwischen dem Ortsvektor
~u = ( 1; 2)T durch den Punkt ( 1; 2) und der
horizontalen Koordinatenachse [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ]. Der Winkel ergibt sich dann
durch = arctan 21 Dieser Winkel liegt zwischen [0; 2 ],
wahrend die Kalibrierungslinie mit der horizontalen
Achse einen Winkel von 4 einschlie t. Fur eine
vorzeichenbehaftete Kennzeichnung der U berbewertung sollen nun alle
Korrelationspunkte unterhalb der Kalibrierungslinie einen
positiven Wert und alle Korrelationspunkte oberhalb einen
negativen Wert erhalten. Fur ein Ma der Dominanz de
nieren wir nun folgende Berechnung [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ]:
      </p>
      <p>Calerr( i; j; agg) = 1
4
arctan</p>
      <p>Corr( j; agg)
Corr( i; agg)
(2)
Hierbei de niert Corr(X; Y ) ein geeignetes
Korrelationsma , in unserem Fall der Rangkorrelationskoe zient von
Spearman. Wir bezeichnen dieses Ma als
Kalibrierungsfehler, wobei ein Fehler von 0 bedeutet, dass es keine Dominanz
gibt und somit beide Distanzfunktionen gleicherma en in
das Aggregationsergebnis ein ie en. Der Wertebereich des
Kalibrierungsfehlers Calerr liegt in [ 1; 1]. Fur unser
Beispiel erhalten wir unter Verwendung von Spearmans
Rangkorrelationskoe zienten Calerr(d1; d2; dagg) = 0:43, womit
erkennbar ist, dass d1 das Aggregationsergebnis starker
beein usst als d2.</p>
      <p>Definition 3 (Kalibrierungsfehler ). Ein
Kalibrierungsfehler liegt vor, wenn es eine Dominanz einer
Distanzfunktion d1 gegenuber d2 gibt, d.h. die
Korrelationswerte nicht auf der Kalibrierungslinie liegen. Entsprechend
sind zwei Verteilungen von Distanzwerten kalibriert, wenn
kein Kalibrierungsfehler auftritt.</p>
      <p>Analog zur De nition eines -Wertes zeigte eine
empirische Untersuchung fur einen Wert 0:1 eine
ungleichmaige Auswirkung auf das Aggregationsergebnis.
3.4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Wir haben in diesem Kapitel gezeigt wann ein
Dominanzproblem auftritt und wie gro der Ein uss auf das
Aggregationsergebnis sein kann. Mit der Verwendung von Gleichung
(2) ist es nun moglich den Grad des Dominanzproblems bzw.
den Kalibrierungsfehler messen zu konnen. Ein Hauptgrund
fur das Auftreten des Dominanzproblem liegt in der
Verteilung der Distanzen. Sind die Intervalle, in denen die
Distanzen liegen unterschiedlich gro , so ist die Dominanz einer
Eigenschaft unvermeidbar. Konnen diese Intervalle der
Distanzverteilungen aneinander angeglichen werden ohne
dabei die Rangfolge zu verletzen, so konnte dies das
Dominanzproblem losen. Weiterhin ermoglicht das Ma des
Kalibrierungsfehlers die Evaluation von Normalisierungsansatzen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>4. STAND DER TECHNIK</title>
      <p>
        Die Aggregation auf Basis mehrerer Eigenschaften ist ein
weit verbreitetes Feld. Es gibt bereits eine Vielzahl von
Arbeiten die sich mit dem Thema der Score-Normalization
beschaftigten. Die Evaluierung solcher Ansatze erfolgt in vielen
Fallen, vor allem im Bereich des IR, direkt uber die
Auswertung der Qualitat der Suchergebnisse anhand verschiedener
Dokumentenkollektionen, z.B. TREC-Kollektionen3. Dieses
Vorgehen liefert aber kaum Anhaltspunkte, warum sich
einige Normalisierungsansatze besser fur bestimmte
Anwendungen eignen als andere [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ].
      </p>
      <p>
        Betrachten wir zunachst verschiedene lineare
Normalisierungen der Form normalize( ) = ymin + xmaxxmximnin (ymax
ymin) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">15</xref>
        ], wobei die Bezeichnungen xmin, xmax, ymin und
ymax verschiedene Normalisierungsparameter darstellen.
Tabelle 1 stellt einige solcher linearer Ansatze dar [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15 ref5 ref6 ref9">15, 5, 9, 6</xref>
        ].
      </p>
      <p>
        Name
Min-Max
Fitting
ZUMV
ZUMV2
MAD
ymin
3Text Retrieval Conference (http://trec.nist.gov/)
Beide sind den linearen Verfahren jedoch sehr ahnlich.
Avampatzis und Kamps stellen in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ] drei verschieden
Normalisierungsverfahren vor, die alle auf der Annahme
basieren, dass sich ein Score-Wert eine Summe aus einer Signal
und einer Noise-Komponente zusammensetzen, wobei das
Verhaltnis der Summanden nur von dem Gesamt-Score
abhangt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref6">6, 1</xref>
        ].
      </p>
      <p>
        Fur das Problem der Dominanz lasst sich einfach zeigen,
dass diese Ansatze keinen direkten Ein uss auf die
Distanzverteilung haben. Es werden maximal zwei statistische
Merkmale (Minimum, Maximum, Median etc.) genutzt, um
eine Normalisierung durchzufuhren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref9">9, 7</xref>
        ]. Auch wenn
diese Ansatze auf einigen Testkollektionen Verbesserungen in
der Retrieval-Qualitat erreichten, so kann nicht sichergestellt
werden, dass diese Ansatze allgemein zu einer Verbesserung
des Dominanzproblems beitragen. Besonders problematisch
sind Ausrei er in den Verteilungen, die das
Dominanzproblem bei einer Aggregation sogar noch verstarken konnen.
Ebenfalls problematisch sind Aggregationen auf
unterschiedlichen Distanzverteilungen, z.B. Normal- und
Gleichverteilungen.
      </p>
      <p>
        Es gibt allerdings auch Ansatze, die die Distanzverteilung
als Grundlage zur Normalisierung heranziehen. Hierbei wird
versucht die Distanzen aus unterschiedlichen Quellen so
abzubilden, dass sie moglichst exakt gleiche Verteilungen
besitzen. Die Ansatze von Manmatha [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ] und Fernandez [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ]
analysieren dabei das probabilistische Verhalten von
Suchmaschinen unter der Annahme, dass relevante Dokumente
eine Normalverteilung und irrelevante eine exponentielle
Verteilung besitzen. Diese Ansatze bieten zwar eine optimierte
Normierung, erfordern aber gleichzeitig Zusatzinformation
(z.B. uber die Relevanz von Textdokumenten), die in vielen
Anwendungsfallen gar nicht vorhanden sind.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK</title>
      <p>In dieser Arbeit wurde ein Verfahren vorgestellt um die
Dominanz unterschiedlicher Eigenschaften messen zu
konnen. Hierzu wurde zunachst der Begri der Dominanz und
dessen Auswirkung untersucht. Anschlie end wurde auf
Basis eines von Distanzverteilungen ein Ma vorgestellt, mit
dessen Hilfe der Grad der Dominanz bestimmt werden kann.
Dies ermoglicht uns eine U berbewertung zu erkennen und
die Qualitat eines Normalisierungsverfahrens zu evaluieren.
Die in dieser Arbeit vorgestellten Normalisierungsverfahren
wiesen jedoch einige Schwachen auf. Hinzu kommt, dass
die algebraischen Eigenschaften der zugrunde liegenden
Distanzfunktionen ganzlich ungeachtet blieben (Problem
fehlender Metrikeigenschaften). In zukunftigen Arbeiten soll
daher ein Ansatz entwickelt werden, der beide Probleme
gleicherma en zu losen versucht. Hierzu soll ein Verfahren
der multivariaten Statistik, die multidimensionale
Skalierung, verwendet werden. Zusatzlich sollen die Auswirkungen
unterschiedlicher Normalisierungsansatze auf Dominanz und
(Retrieval-) Qualitat untersucht werden.</p>
    </sec>
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