<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
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      <title-group>
        <article-title>Big Data und der Fluch der Dimensionalität</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Andreas Heuer Lehrstuhl für Datenbankund Informationssysteme Universität Rostock Albert-Einstein-Straße 22 ah(at)informatik.uni-rostock.de</institution>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>Universität Rostock Albert-Einstein-Straße 22 hg(at)informatik.uni-rostock.de</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2014</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>In smarten Umgebungen werden hau g gro e Datenmengen durch eine Vielzahl von Sensoren erzeugt. In vielen Fallen werden dabei mehr Informationen generiert und verarbeitet als in Wirklichkeit vom Assistenzsystem benotigt wird. Dadurch lasst sich mehr uber den Nutzer erfahren und sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist verletzt. Bestehende Methoden zur Sicherstellung der Privatheitsanspruche von Nutzern basieren auf dem Konzept sogenannter Quasi-Identi katoren. Wie solche Quasi-Identi katoren erkannt werden konnen, wurde in der bisherigen Forschung weitestgehend vernachlassigt. In diesem Artikel stellen wir einen Algorithmus vor, der identi zierende Attributmengen schnell und vollstandig erkennt. Die Evaluierung des Algorithmus erfolgt am Beispiel einer Datenbank mit personenbezogenen Informationen.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Datenbanken</kwd>
        <kwd>Datenschutz</kwd>
        <kwd>Big Data</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Kurzfassung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Stichworte</title>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>EINLEITUNG</title>
      <p>Mittels einer datensparsamen Weitergabe der Sensor- und
Kontext-Informationen an die Analysewerkzeuge des
Assistenzsystems wird nicht nur die Datenschutzfreundlichkeit
des Systems verbessert. Bei der Vorverdichtung der Daten
durch Selektion, Aggregation und Komprimierung am
Sensor selbst lasst sich die E zienz des Systems steigern. Die
Privatheitsanspruche und der Informationsbedarf der
Analysewerkzeuge konnen als Integritatsbedingungen im
Datenbanksystem umgesetzt werden. Durch die
Integritatsbedingungen lassen sich die notwendigen Algorithmen zur
Anonymisierung und Vorverarbeitung direkt auf dem
Datenbestand ausfuhren. Eine U bertragung in externe Programme
bzw. Module, die sich evtl. auf anderen Recheneinheiten
benden, entfallt somit.</p>
      <p>Fur die Umsetzung von Datenschutzbestimmungen
in smarten Umgebungen wird derzeit das
PArADISE1Framework entwickelt, welches insbesondere die Aspekte
der Datensparsamkeit und Datenvermeidung in
heterogenen Systemumgebungen realisieren soll.</p>
      <p>
        In [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] stellen wir ein einfaches XML-Schema vor, mit der
sich Privatheitsanspruche durch den Nutzer von smarten
Systemen formulieren lassen. Dabei wird eine Anwendung
1Privacy-aware assistive distributed information system
environment
innerhalb eines abgeschlossenen Systems in ihre
Funktionalitaten aufgeteilt. Fur jede Funktionalitat lasst sich festlegen,
welche Informationen in welchem Detailgrad an das System
weitergegeben werden durfen. Dazu lassen sich einzelne
Attribute zu Attributkombinationen zusammenfassen, die
angefragt werden konnen.
      </p>
      <p>
        Fur einen unerfahrenen Nutzer ist das Festlegen von
sinnvollen Einstellungen nur schwer moglich. Die Frage, die sich
ihm stellt, ist nicht die, ob er seine personlichen Daten
schutzen soll, sondern vielmehr, welche Daten es wert sind,
geschutzt zu werden. Zur Kennzeichnung schutzenswerter
Daten werden u.a. sogenannte Quasi-Identi katoren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ]
verwendet. In diesem Artikel stellen wir einen neuen Ansatz vor,
mit dem Quasi-Identi katoren schnell und vollstandig
erkannt werden konnen.
      </p>
      <p>Der Rest des Artikels ist wie folgt strukturiert: Kapitel 2
gibt einen aktuellen U berblick uber den Stand der Forschung
im Bereich der Erkennung von Quasi-Identi katoren. Im
folgenden Kapitel gehen wir detailliert darauf ein, wie
schutzenswerte Daten de niert sind und wie diese e zient erkannt
werden konnen. Kapitel 4 evaluiert den Ansatz anhand eines
Datensatzes. Das letzte Kapitel fasst den Beitrag zusammen
und gibt einen Ausblick auf zukunftige Arbeiten.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>2. STAND DER TECHNIK</title>
      <p>In diesem Kapitel stellen wir bestehende Konzepte zur
Ermittlung von Quasi-Identi katoren (QI) vor. Au erdem
werden Techniken vorgestellt, die in unseren Algorithmus
einge o en sind.
2.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Quasi-Identifikatoren</title>
      <p>
        Zum Schutz personenbezogener Daten existieren
Konzepte wie k-anonymity [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">16</xref>
        ], l-diversity [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ] und t-closeness [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ].
Diese Konzepte unterteilen die Attribute einer Relation in
Schlussel, Quasi-Identi katoren, sensitive Daten und
sonstige Daten. Ziel ist es, dass die sensitiven Daten sich nicht
eindeutig zu einer bestimmten Person zuordnen lassen. Da
durch Schlusselattribute Tupel eindeutig bestimmt werden
konnen, durfen diese unter keinen Umstanden zusammen
mit den sensitiven Attributen vero entlicht werden.
      </p>
      <p>
        Wahrend Schlussel im Laufe des Datenbankentwurfes
festgelegt werden, lassen sich Quasi-Identi katoren erst beim
Vorliegen der Daten feststellen, da sie von den konkreten
Attributwerten der Relation abhangen. Der Begri
QuasiIdenti kator wurde von Dalenius [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ] gepragt und bezeichnet
"a subset of attributes that can uniquely identify most tuples
in a table\.
      </p>
      <p>
        Fur "most tuples\ wird hau g ein Grenzwert p
festgelegt, der bestimmt, ob eine Attributkombination ein
QuasiIdenti kator ist oder nicht. Dieser Grenzwert lasst sich
beispielsweise in relationalen Datenbanken durch zwei
SQLAnfragen wie folgt bestimmen:
p = COUNT DISTINCT * FROM (SELECT &lt;attr-list&gt; FROM table)
COUNT FROM table
(1)
Wird fur p der Wert 1 gewahlt, so sind die gefundenen QI
mit diesem Grenzwert auch Schlussel der Relation. Um eine
Vergleichbarkeit unseres Algorithmus mit dem von Motwani
und Xu zu gewahrleisten, verwenden wir ebenfalls die in (1)
de nierte "distinct ratio\ (nach [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ]).
      </p>
      <p>Da es fur den Ausdruck "die meisten\ keinen
standardisierpten Quantor gibt, formulieren wir ihn mit dem Zeichen: 8 ,
wobei p den Prozentsatz der eindeutig identi zierbaren
Tupel (ti) angibt. Ein Quasi-Identi kator QI := fA1; :::; Ang
ist fur eine Relation R entsprechend de niert:</p>
      <p>p
Quasi-Identi kator. 8 t1, t2 2 R [t1 6= t2 ) 9 A 2 QI:
t1(A) 6= t2(A)]</p>
      <p>Wie beim Datenbankentwurf reicht es auch fur die
Angabe von Quasi-Identi katoren aus, wenn die minimale
Menge von Attributen angegeben wird, welche die Eigenschaft
eines QI hat. Eine solche Menge wird als minimaler
QuasiIdenti kator bezeichnet.
minimaler Quasi-Identi kator. X ist ein minimaler
Quasi-Identi kator (mQI), wenn X ein Quasi-Identi kator
ist und jede nicht-leere Teilmenge Y von X kein
QuasiIdenti kator ist.</p>
      <p>X ist mQI: X ist QI ^ (@ Y X: (Y 6= ) ^ (Y ist QI))
Insbesondere ist X kein minimaler Quasi-Identi kator,
wenn eine Teilmenge X-fAg von X mit A 2 X existiert,
die ein Quasi-Identi kator ist. Das Finden von allen
QuasiIdenti katoren stellt ein NP-vollstandiges Problem dar, weil
die Menge der zu untersuchenden Teilmengen exponentiell
zur Anzahl der Attribute einer Relation steigt. Besteht eine
Relation aus n Attributen, so existieren insgesamt 2n
Attributkombinationen, fur die ermittelt werden muss, ob sie ein
QI sind.</p>
      <p>
        In [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ] stellen Motwani und Xu einen Algorithmus zum
efzienten Erkennen von minimalen Quasi-Identi katoren vor.
Dieser baut auf die von Mannila et. al [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] vorgeschlagene,
ebenenweise Erzeugung von Attributmengen auf. Dabei wird
die Minimalitatseigenschaft von Quasi-Identi katoren sofort
erkannt und der Suchraum beim Durchlauf auf der nachsten
Ebene eingeschrankt.
      </p>
      <p>Der Algorithmus ist e zienter als alle 2n Teilmengen zu
testen, allerdings stellt die von Big-Data-Anwendungen
erzeugte Datenmenge eine neue Herausforderung dar.
Insbesondere die hohe Dimensionalitat und die Vielfalt der Daten
sind ernst zu nehmende Probleme. Aus diesem Grund
schlagen wir im folgenden Kapitel einen neuen Algorithmus vor,
der auf den Algorithmus von Motwani und Xu aufsetzt.
2.2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Sideways Information Passing</title>
      <p>
        Der von uns entwickelte Algorithmus verwendet
Techniken, die bereits beim Sideways Information Passing (SIP,
[
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]) eingesetzt werden. Der grundlegende Ansatz von SIP
besteht darin, dass wahrend der Ausfuhrung von
Anfrageplanen Tupel nicht weiter betrachtet werden, sofern mit
Sicherheit feststeht, dass sie keinen Bezug zu Tupeln aus
anderen Relationen besitzen.
      </p>
      <p>
        Durch das fruhzeitige Erkennen solcher Tupel wird der
zu betrachtende Suchraum eingeschrankt und die
Ausfuhrungszeit von Anfragen reduziert. Besonders e ektiv ist
dieses Vorgehen, wenn das Wissen uber diese "magic sets\ [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">14</xref>
        ]
zwischen den Teilen eines Anfrageplans ausgetauscht und
in hoheren Ebenen des Anfrageplans mit eingebunden wird.
Beim SIP werden zudem weitere Techniken wie Bloomjoins
[
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ] und Semi-Joins eingesetzt um den Anfrageplan weiter zu
optimieren.
2.3
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Effiziente Erfragung von identifizierenden Attributmengen</title>
      <p>
        In [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] wird ein Algorithmus zur Ermittlung von
identizierenden Attributmengen (IA) in einer relationalen
Datenbank beschrieben. Wird fur eine Attributmenge erkannt,
dass diese eine IA fur eine Relation R ist, so sind auch alle
Obermengen dieser Attributmenge IA fur R. Ist fur eine
Relation bestehend aus den Attributen A, B und C bekannt,
dass B eine identi zierende Attributmenge ist, dann sind
auch AB, BC und ABC eine IA der Relation.
      </p>
      <p>Ist eine Attributmenge hingegen keine IA fur R, so sind
auch alle Teilmengen dieser Attributmenge keine IA. Wenn
beispielsweise AC keine IA fur R ist, dann sind auch weder A
noch C identi zierende Attributmengen fur R.
Attributmengen, die keine identi zierende Attributmenge sind, werden
als negierte Schlussel bezeichnet.</p>
      <p>
        Der in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] vorgestellte Algorithmus nutzt diese
Eigenschaften um anhand eines Dialoges mit dem Nutzer die
Schlusseleigenschaften einer bereits existierenden Relation
festzulegen. Dabei wird dem Nutzer ein Ausschnitt der
Relationstabelle prasentiert anhand derer entschieden werden soll, ob
eine Attributkombination Schlussel ist oder nicht. Wird in
einer Teilrelation festgestellt, dass die Attributmenge
Tupel mit gleichen Attributwerten besitzt, so kann die
Attributkombination fur die Teilmenge, als auch fur die gesamte
Relation kein Schlussel sein.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>ALGORITHMUS</title>
      <p>
        In diesem Kapitel stellen wir einen neuen Algorithmus
zum Finden von minimalen Quasi-Identi katoren vor. Der
Algorithmus beschrankt sich dabei auf die Einschrankung
der zu untersuchenden Attributkombinationen. Der
entwickelte Ansatz fuhrt dabei den von [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ] vorgestellten
BottomUp-Ansatz mit einen gegenlau gen Top-Down-Verfahren
zusammen.
3.1
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>Bottom-Up</title>
      <p>
        Der von Motwani und Xu in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ] vorgestellte Ansatz zum
Erkennen aller Quasi-Identi katoren innerhalb einer
Relation nutzt einen in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] prasentierten Algorithmus. Dabei
wird fur eine Relation mit n Attributen ebenenweise von
den einelementigen zu n-elementigen
Attributkombinationen Tests durchgefuhrt. Wird fur eine i-elementige (1 i&lt;n)
Attributkombination AK festgestellt, dass diese ein
QuasiIdenti kator ist, so werden alle Attributkombinationen in
den hoheren Ebenen, die AK als Teilmenge enthalten, nicht
mehr berucksichtigt.
      </p>
      <p>Die Methodik ist in Algorithmus 1 kurz skizziert.
Zunachst erfolgt eine Initialisierung der Datenbank. Dabei wird
zudem die zu untersuchende Relation einmalig uberpruft,
um festzustellen, wie viele Tupel vorhanden sind.
Anschlieend werden alle einelementigen Attributmengen gebildet.
Fur jede Attributmenge wird uberpruft, wie viele
einzigartige Tupel in der Relation vorhanden sind und das Verhaltnis
zur Gesamtzahl an Tupeln gebildet. Liegt der Anteil uber
einen vorher bestimmten Grenzwert (threshold ), so ist diese
Attributmenge ein Quasi-Identi kator und wird in die
Menge aller minimalen QIs qiLowerSet aufgenommen.</p>
      <p>Sind alle Attributkombinationen uberpruft, werden
mittels Algorithmus 2 die nachstgro eren
Attributkombinationen unter Rucksichtnahme der bekannten QI gebildet. Die
U berprufung wird solange fortgesetzt, bis alle potentiellen
Attributkombinationen uberpruft worden sind.</p>
      <p>Der Algorithmus arbeitet sehr e zient, da durch das
Bottom-Up-Vorgehen die Minimalitat der gefundenen QI
sofort festgelegt ist. Besonders gut eignet sich der Algorithmus,
wenn die Relation viele, aus wenigen Attributen
zusammenend</p>
      <sec id="sec-9-1">
        <title>Algorithm 1: bottomUp</title>
        <p>Data: database table tbl, list of attributes elements
Result: a set with all minimal QI qiLowerSet
initialization();
for element in elements do</p>
        <p>set := set [ felementg
end
while set is not empty do
for Set testSet: set do
double p := getPercentage(testSet, tbl);
if p threshold then</p>
        <p>qiLowerSet := qiLowerSet [ ftestSetg;
end
set := buildNewLowerSet(set, elements);
end
return qiLowerSet;</p>
        <sec id="sec-9-1-1">
          <title>Algorithm 2: buildNewLowerSet</title>
          <p>Data: current lower set lSet, list of attributes</p>
          <p>elements
Result: the new lower set lSetNew
Set lSetNew := new Set();
for Set set: lSet do
for Attribut A: elements do
if @q 2 qiLowerSet : q set then</p>
          <p>lSetNew := lSetNew [ fset [ fAgg;
end
end
end
return lSetNew;
gesetzte QIs besitzt, da so der Suchraum gleich zu Beginn
stark eingeschrankt wird.</p>
          <p>Der Nachteil des Algorithmus zeigt sich, wenn die
Relation QIs besitzt, die aus vielen Attributen zusammengesetzt
sind. In diesem Fall wird der Suchraum erst zum Ende
eingeschrankt, wodurch die Anzahl der zu betrachtenden
Attributmengen nur unmerklich geringer ist. Falls die Relation
sogar keine QIs besitzt, so erkennt der Algorithmus dies erst
nach U berprufung aller Kombinationen.
3.2</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-10">
      <title>Top-Down</title>
      <p>
        Fur die Erklarung des Algorithmus 5 wird noch das
zum Bottom-Up-Vorgehen entgegengesetzte
Top-DownVorgehen benotigt. Dieses Verfahren setzt auf die in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ]
vorgeschlagenen negierten Schlussel auf. Analog zu
negierten Schlusseln gilt, dass eine Teilmenge T kein
QuasiIdenti kator ist, wenn eine Attributkombination existiert,
die kein QI ist und T als Teilmenge enthalt.
      </p>
      <p>Die U berprufung der Attributkombinationen erfolgt wie
beim Bottom-Up-Verfahren ebenenweise, jedoch in
umgekehrter Reihenfolge. Fur eine Relation mit n Attributen wird
zunachst die n-elementige Teilmenge gebildet und gepruft.
Anschlie end werden alle (n-1)-elementigen Teilmengen
gebildet. Dies wird solange fortgesetzt, bis alle
einelementigen Teilmengen uberpruft wurden. Die gefundenen
QuasiIdenti katoren werden in qiUpperSet gespeichert.</p>
      <p>Durch das Top-Down-Vorgehen ist die Minimalitat der
Quasi-Identi katoren nicht gewahrleistet. Dieser Nachteil</p>
      <sec id="sec-10-1">
        <title>Algorithm 3: buildNewUpperSet</title>
        <p>Data: current upper set uSet
Result: the new upper set uSetNew
Set uSetNew := new Set();
for Set set: uSet do
for Attribut A: set do
if @o 2 optOutSet: set - fAg o then</p>
        <p>uSetNew := uSetNew [ fset - fAgg;
end
end
end
return uSetNew;
lasst sich dadurch beheben, dass wenn auf Ebene k ein QI
gefunden wird, die entsprechenden Obermengen in den
Ebenen mit mehr als k Attributen gestrichen werden. In den
Algorithmen 3 und 4 ist das Top-Down-Vorgehen skizziert.</p>
        <sec id="sec-10-1-1">
          <title>Algorithm 4: topDown</title>
          <p>Data: database table tbl, list of attributes elements
Result: a set with all minimal quasi-identi er qiSet
initialization();
set := elements;
Set optOutSet := new Set();
Set qiUpperSet := new Set();
while set is not empty do
for Set&lt;String&gt; testSet: set do
double p := getPercentage(testSet, tbl);
if p &lt; threshold then</p>
          <p>optOutSet := optOutSet [ fsubsetg;
else
qiUpperSet := qiUpperSet [ ftestSetg;
for Set o: qiSet do
if testSet o then</p>
          <p>qiUpperSet := qiUpperSet - fog;
end
end
end
end
set := buildNewUpper(set);
end
return qiUpperSet;</p>
          <p>Der Top-Down-Ansatz hebt die Nachteile des
Bottom-UpVorgehens auf: der Algorithmus arbeitet e zient, wenn QIs
aus vielen Attributen zusammengesetzt sind und fur den
Fall, dass die gesamte Relation kein QI ist, wird dies bei der
ersten U berprufung erkannt und der Algorithmus terminiert
dann umgehend.</p>
          <p>Besteht die Relation hingegen aus vielen kleinen QIs, dann
wird der Suchraum erst zum Ende des Algorithmus stark
eingeschrankt. Ein weiterer Nachteil liegt in der erhohten
Rechenzeit, auf die in der Evaluation naher eingegangen
wird.
3.3</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-11">
      <title>Bottom-Up+Top-Down</title>
      <p>Der in diesem Artikel vorgeschlagene Algorithmus
kombiniert die oben vorgestellten Verfahren. Dabei werden die
Verfahren im Wechsel angewandt und das Wissen uber
(negierte) Quasi-Identi katoren wie beim Sideways Information
(a) Schritt 1: Top-Down</p>
      <p>(b) Schritt 2: Bottom-Up
(c) Schritt 3+4: Top-Down (d) Schritt 5+6: Bottom-Up</p>
      <sec id="sec-11-1">
        <title>Abbildung 1: Veranschaulichung</title>
      </sec>
      <sec id="sec-11-2">
        <title>Up+Top-Down-Algorithmus des</title>
      </sec>
      <sec id="sec-11-3">
        <title>Bottom</title>
        <p>
          Passing [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ] untereinander ausgetauscht. Es wird pro
Berechnungsschritt entweder die Top-Down- oder die
Bottom-UpMethode angewandt und das Ergebnis an die jeweils
andere Methode ubergeben. Der Algorithmus terminiert, sobald
alle Attributebenen durch einen der beiden Methoden
abgearbeitet wurden oder das Bottom-Up-Vorgehen keine
Attributkombinationen mehr zu uberprufen hat. In Abbildung 1
ist die Arbeitsweise des Algorithmus anhand einer
Beispielrelation mit sechs Attributen dargestellt. Die rot markierten
Kombinationen stehen dabei fur negierte QI, grun markierte
fur minimale QI und gelb markierte fur potentiell minimale
QI.
        </p>
        <p>Um zu entscheiden, welcher Algorithmus im nachsten
Zyklus angewandt wird, wird eine Wichtungsfunktion
eingefuhrt. Die U berprufung einer einzelnen
Attributkombination auf Duplikate hat eine Laufzeit von O(n*log(n)), wobei
n die Anzahl der Tupel in der Relation ist. Die U
berprufung der Tupel hangt aber auch von der Gro e der
Attributkombination ab. Besteht ein zu uberprufendes Tupel aus
mehreren Attributen, so mussen im Datenbanksystem auch
mehr Daten in den Arbeitsspeicher fur die
Duplikaterkennung geladen werden. Durch gro e Datenmengen werden
Seiten schnell aus dem Arbeitsspeicher verdrangt, obwohl
sie spater wieder benotigt werden. Dadurch steigt die
Rechenzeit weiter an.</p>
        <p>Fur eine vereinfachte Wichtungsfunktion nehmen wir an,
dass alle Attribute den gleichen Speicherplatz belegen. Die
Anzahl der Attribute in einer Attributkombination
bezeichnen wir mit m. Fur die Duplikaterkennung ergibt sich dann
eine Laufzeit von O((n*m)*log(n*m)).</p>
        <p>Da die Anzahl der Tupel fur jede Duplikaterkennung
konstant bleibt, kann n aus der Kostenabschatzung entfernt
werden. Die Kosten fur die U berprufung einer einzelnen</p>
        <sec id="sec-11-3-1">
          <title>Algorithm 5: bottomUpTopDown</title>
          <p>Data: database table tbl, list of attributes attrList
Result: a set with all minimal quasi-identi er qiSet
attrList.removeConstantAttributes();
Set upperSet := new Set(fattrListg);
Set lowerSet := new Set(attrList);
// Sets to check for each algorithm
int bottom := 0;
int top := attrList.size();
while (bottom&lt;=top) or (lowerSet is empty) do
calculateWeights();
if isLowerSetNext then
bottomUp();
buildNewLowerSet();
bottom++;
// Remove new QI from upper set
modifyUpperSet();
else
topDown();
buildNewUpperSet();
top--;
// Remove new negated QI from lower set
modifyLowerSet();
end
end
qiSet := qiLowerSet [ qiUpperSet;
return qiSet;
Attributkombination mit m Attributen betragt demnach
O((m*log(m)).</p>
          <p>Die Gesamtkosten fur das U berprufen der moglichen
Quasi-Identi katoren werden mit WAV G bezeichnet. WAV G
ergibt sich aus dem Produkt fur das U berprufen einer
einzelnen Attributkombination und der Anzahl der
Attributkombinationen (AttrKn) mit n Attributen.</p>
          <p>WAV G := AttrKn log(m) m</p>
          <p>Soll die Wichtungsfunktion praziser sein, so lasst sich der
Aufwand abschatzen, indem fur jede Attributkombination
X die Summe s uber die Attributgro en von X gebildet und
anschlie end gewichtet wird. Die Einzelgewichte werden
anschlie end zum Gesamtgewicht aufsummiert.</p>
          <p>WAV G :=</p>
          <p>P
X2AttrKn
log(s) s; s =</p>
          <p>P size(A)
A2X</p>
          <p>Diese Wichtung eignet sich allerdings nur, wenn Zugang
zu den Metadaten der Datenbankrelation besteht.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-12">
      <title>EVALUATION</title>
      <p>
        Fur die Evaluation des Algorithmus wurde die
Adult\"
Relation aus dem UCI Machine Learning Repository [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref6">6</xref>
        ]
verwendet. Die Relation besteht aus anonymisierten,
personenbezogenen Daten, bei denen Schlussel sowie Vor- und
Nachname von Personen entfernt wurden. Die ubrigen 15
Attribute enthalten Angaben zu Alter, Ehestand,
Staatsangehorigkeit und Schulabschluss. Die Relation besteht insgesamt
aus 32561 Tupeln, die zunachst im CSV-Format vorlagen
und in eine Datenbank geparst wurden.
(2)
(3)
      </p>
      <p>Die Evaluation erfolgte in einer Client-Server-Umgebung.
Als Server dient eine virtuelle Maschine, die mit einer
64-BitCPU (vier Kerne @ 2 GHz und jeweils 4 MB Cache) und 4
GB Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Auf dieser wurde eine
MySQL-Datenbank mit InnoDB als Speichersystem
verwendet. Der Client wurde mit einem i7-3630QM als CPU
betrieben. Dieser bestand ebenfalls aus vier Kernen, die jeweils
uber 2,3 GHz und 6 MB Cache verfugten. Als
Arbeitsspeicher standen 8 GB zur Verfugung. Als Laufzeitumgebung
wurde Java SE 8u5 eingesetzt.</p>
      <p>Der Datensatz wurde mit jedem Algorithmus getestet.
Um zu ermitteln, wie die Algorithmen sich bei
verschiedenen Grenzwerten fur Quasi-Identi katoren verhalten,
wurden die Tests mit 10 Grenzwerten zwischen 50% und 99%
wiederholt.</p>
      <p>Die Tests mit den Top-Down- und
Bottom-UpAlgorithmen benotigten im Schnitt gleich viele Tablescans
(siehe Abbildung 2). Die Top-Down-Methode lieferte
bessere Ergebnisse bei hohen QI-Grenzwerten, Bottom-Up
ist besser bei niedrigeren Grenzwerten. Bei der Laufzeit
(siehe Abbildung 3) liegt die Bottom-Up-Methode deutlich
vor dem Top-Down-Ansatz. Grund hierfur sind die gro en
Attributkombinationen, die der Top-Down-Algorithmus zu
Beginn uberprufen muss.</p>
      <p>Der Bottom-Up+Top-Down-Ansatz liegt hinsichtlich
Laufzeit als auch bei der Anzahl der Attributvergleiche
deutlich vorne. Die Anzahl der Tablescans konnte im
Vergleich zum Bottom-Up-Verfahren zwischen 67,4% (4076
statt 12501 Scans; Grenzwert: 0.5) und 96,8% (543 statt
16818 Scans; Grenzwert 0.9) reduziert werden. Gleiches gilt
fur die Laufzeit (58,1% bis 97,5%; siehe Abbildung 3).</p>
      <p>6000
s
n
a
c
s
e 4000
l
b
a
T
l
a 2000
h
z
n
A
0</p>
      <p>Wie in Abbildung 3 zu erkennen ist, nimmt die
Laufzeit beim Bottom-Up+Top-Down-Verfahren im
Grenzwertbereich von 70%-90% stark ab. Interessant ist dies
aus zwei Grunden. Erstens nimmt die Anzahl der
QuasiIdenti katoren bis 90% ebenfalls ab (179 bei 50%, 56 bei
90%). Dies legt nahe, dass die Skalierung des Verfahrens
neben der Dimension der Relation (Anzahl von Tupel und
Attributen) auch von der Anzahl der vorhandenen QIs
abhangt. Um den Zusammenhang zu bestatigen, sind aber
weitere Untersuchungen erforderlich.</p>
      <p>
        Zweitens wird dieser Grenzwertbereich in der Literatur
[
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ] hau g benutzt, um besonders schutzenswerte Daten
hervorzuheben. Durch die gute Skalierung des Algorithmus in
diesem Bereich lassen sich diese QIs schnell feststellen.
      </p>
      <p>8000
0
50
60
70</p>
      <p>80
Grenzwert in %</p>
      <sec id="sec-12-1">
        <title>Abbildung 3: Vergleich der Laufzeit der verschiedenen Algorithmen (Adult-DB)</title>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-13">
      <title>AUSBLICK</title>
      <p>In dieser Arbeit stellten wir einen e zienten Algorithmus
zur Erkennung von QI in hochdimensionalen Daten vor.
Anhand eines Beispiels mit Sensordaten zeigten wir die Eignung
in Assistenzsystemen. Daruber hinaus ermitteln wir derzeit,
inwiefern sich QIs in temporalen Datenbanken feststellen
lassen. Das so gewonnene Wissen uber schutzenswerte Daten
wird in unser Gesamtprojekt zur datenschutzfreundlichen
Anfrageverarbeitung in Assistenzsystemen eingebunden.</p>
      <p>
        In spateren Untersuchungen werden wir testen, welche
weiteren Quasi-Identi katoren sich aus der Kombination
von Daten verschiedener Relationen ableiten lassen. Der
dafur verwendete Datensatz besteht aus Sensordaten, die
im Smart Appliance Lab des Graduiertenkollegs
MuSAMA durch ein Tool [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">11</xref>
        ] aufgezeichnet wurden. Die Daten
umfassen dabei Bewegungspro le, die mittels RFID-Tags
und einen Sens oor [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">15</xref>
        ] erfasst wurden, aber auch
Informationen zu Licht und Temperatur. Eine Verknupfung der
Basis-Relationen erfolgt dabei uber die ermittelten
QuasiIdenti katoren.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-14">
      <title>DANKSAGUNG</title>
      <p>Hannes Grunert wird durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Graduiertenkollegs 1424
(Multimodal Smart Appliance Ensembles for Mobile
Applications - MuSAMA) gefordert. Wir danken den anonymen
Gutachtern fur ihre Anregungen und Kommentare.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-15">
      <title>7. LITERATUR</title>
      <p>[1] Bundesrepublik Deutschland.</p>
      <p>Bundesdatenschutzgesetz in der Fassung der</p>
    </sec>
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