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      <title-group>
        <article-title>Übung macht den Meister? Lernaufgabentypen im Hochschulfach Software Engineering</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Paula Figas</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Alexander Bartel</string-name>
        </contrib>
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          <string-name>Georg Hagel</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hochschule Kempten</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2015</year>
      </pub-date>
      <fpage>21</fpage>
      <lpage>27</lpage>
      <abstract>
        <p>Lernaufgaben spielen in der Hochschuldidaktik, insbesondere im Kontext vorlesungsbegleitender Übungen, eine große Rolle. Umso erstaunlicher ist es, dass es bis dato kaum Untersuchungen in diesem Bereich gibt. Dabei stellen sich zahlreiche Fragen: Wie sind Lernaufgaben in dem tertiären Bildungssektor aktuell konzipiert? Welche Lernaufgabentypen können unterschieden werden? Im Rahmen des Verbundprojekts EVELIN (Abke et al., 2012) wurde eine Dokumentenanalyse von insgesamt 350 Teilaufgaben von fünf deutschen Hochschulen und Universitäten im Fach Software Engineering durchgeführt. Dabei erwiesen sich die vier Aufgabentypen a) Erarbeitungsaufgaben, b) Wiederholungs- und Übungsaufgaben, c) Anwendungsaufgaben und d) freie Gestaltungsaufgaben als besonders wichtig.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Lernaufgaben</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Was sind Lernaufgaben?</title>
        <p>
          Was ist eine Lernaufgabe? Klammert man den
Lernaspekt zunächst aus und betrachtet lediglich
das Substantiv Aufgabe, so wird deutlich, dass
dieses verschiedene Bedeutungen vereint: Laut dem
          <xref ref-type="bibr" rid="ref8">Duden (2013)</xref>
          wird es einerseits definiert als „etwas,
was jemandem zu tun aufgegeben ist“ und
gleichzeitig in Verbindung gesetzt mit dem Aufgeben, im
Sinne von Nichtfortsetzen. Im pädagogischen
Kontext existiert eine Pluralität an unterschiedlichen
Begriffsdefinitionen.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref9">Ellis (2003</xref>
          , S.2) weist darauf
hin, „…that in neither research nor language
pedagogy is there complete agreement as to what
constitutes a task”. Während
          <xref ref-type="bibr" rid="ref27">Seel (1981)</xref>
          und
          <xref ref-type="bibr" rid="ref24">Prabhu
(1987)</xref>
          Lernaufgaben als ein Instrument der
Instruktionspsychologie betrachten und sich
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">Astleitner &amp;
Herber (2007)</xref>
          auf kognitivistische Lerntheorien
stützen, greifen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">Krogoll (1998)</xref>
          und
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16">Keller &amp; Bender
(2012)</xref>
          zentrale Aspekte der Ermöglichungsdidaktik
auf, um Lernaufgaben zu beschreiben. Allen
Ansätzen gemein ist, dass das Lernen im
Vordergrund steht: Durch die Aufgabenbearbeitung
sollen Lernprozesse angestoßen und eine
Kompetenzentwicklung angeregt werden. Nach
Keller &amp; Bender (2012, S. 8) können dies schriftliche
„...Problemstellungen und Arbeitsanleitungen [sein],
welche (...) zur Auseinandersetzung mit einem
speziellen Unterrichtsinhalt anregen“. Dabei geht es
darum, Wissen aufzubauen und zu vertiefen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Maier,
Kleinknecht &amp; Metz, 2010)</xref>
          und darum,
„gestaltungsund kompetenzorientierte Lernsituationen“
bereitzustellen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16 ref7">(Bloemen &amp; Schlömer, 2012, S. 128)</xref>
          .
Dies kann beispielsweise in Form von
Aufforderungen geschehen, bestimmte Handlungen
auszuführen, Fragen zu beantworten oder Probleme
zu lösen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref23">(Pahl, 1998)</xref>
          . Lernaufgaben können auch
spielerisch – beispielsweise durch einen
Gamification-basierten Ansatz – Eingang in die
Lehre finden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref5 ref6">(Bartel, Figas &amp; Hagel, 2014a)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Lernaufgaben sind zu separieren von
lerndiagnostischen Aufgaben, wie Test- und
Leistungsaufgaben: Testaufgaben zielen auf das
Überprüfen und Diagnostizieren von Wissen und
Kompetenzen ab
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Maier, Kleinknecht &amp; Metz, 2010)</xref>
          .
Leistungsaufgaben dienen der Überprüfung des
erreichten Kompetenzniveaus und werden daher
häufig benotet. Hierbei stehen Leistungsziele und
Erfolge im Vordergrund (Abraham &amp; Müller, 2009).
        </p>
        <p>
          Eine Lernaufgabe bewegt sich stets im
Spannungsfeld der didaktischen Fragen: Wer
(Zielgruppe) soll was (Inhalt) von wem (Lehrende) wann
(Zeitpunkte) mit wem (Sozialform) wo (Lernorte) wie
(Methoden) womit (Medien) wozu (Zielsetzung)
lernen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref13">(Frank &amp; Iller, 2013)</xref>
          ? Dementsprechend viele
fachdidaktische Ansätze gibt es, Lernaufgaben
näher zu kategorisieren und zu differenzieren.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">Arnold &amp; Thillosen (2002)</xref>
          ziehen als
Unterscheidungsmerkmale unter anderem die Position im
Lernmaterial, die Sozialform der
Aufgabenbearbeitung, den Komplexitätsgrad oder die angestrebten
Kompetenzen heran.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Die Funktion von Lernaufgaben</title>
        <p>
          Nachdem Lernaufgaben in der Forschung lange Zeit
verhältnismäßig wenig beachtet blieben, wurden sie
im Zuge der kompetenzorientierten Schulpädagogik
wieder neu entdeckt und rückten stärker in den
Fokus von Publikationen und wissenschaftlichen
Diskursen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Matthes &amp; Schütze, 2011)</xref>
          . Immer mehr
Ansätze beschäftigen sich mit der Konstruktion von
kompetenzorientierten Lernaufgaben und betonen
dabei die zentrale didaktische Funktion der
Aufgaben: Mittels Lernaufgaben können Lehrende
und Lernende miteinander in Kommunikation
treten, wodurch sie „...zu Mittlern zwischen beiden
‚Welten‘ werden“
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Matthes &amp; Schütze 2011, S. 10)</xref>
          .
Oelkers &amp; Reusser (2008, S. 408) bezeichnen
Lernaufgaben sogar als „Rückgrat des Unterrichts“:
„Gute fachliche Lernaufgaben
materialisieren jene Wissens- und
Könnenskomponenten, lösen jene
Denk- und Arbeitsprozesse aus
und aktivieren jene analytischen
und synthetischen Figuren des
Problemlösens, Argumentierens,
Betrachtens und Deutens, um die
es in einem bestimmten Fach im
Kern geht und die dessen
intellek
        </p>
        <p>tuelle Kultur ausmachen“
(Oelkers &amp; Reusser, 2008, S.</p>
        <p>408).</p>
        <p>
          Eine Besonderheit von Lernaufgaben besteht darin,
dass sie auf verschiedene Arten gestellt werden
können, wodurch eine gewisse Steuerung seitens
der Lehrenden möglich ist. Die Bearbeitung kann
hingegen unabhängig und selbstständig erfolgen.
Lernmöglichkeiten ergeben sich im umfassenden
Lernaufgabenprozess nicht nur während und in der
Bearbeitungsphase, sondern ebenso in der
thematischen Einführung der Aufgabenstellung
durch die Lehrperson, der (gemeinsamen)
Besprechung oder dem abschließenden Feedback zu
den individuellen Lösungen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref5 ref6">(Figas et al., 2014)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Dementsprechend viele didaktische Funktionen
können den Lernaufgaben zugeschrieben werden:
Sie unterstützen bei der Beantwortung der
pädagogischen Grundfragen, wie und was gelehrt werden
soll und dienen der Repräsentation und
Veranschaulichung von Wissensinhalten. Darüber hinaus
geben sie die Möglichkeit das Gelernte zu
wiederholen, zu üben und anzuwenden. Es können
Reflektions- und Denkprozesse angestoßen und die
Lernenden dazu ermutigt werden, eigene
Lösungsmodelle zu entwickeln
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref29">(z.B. Steindorf, 2000;
Heitzmann &amp; Niggli, 2010)</xref>
          .
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Lernaufgaben im Hochschulfach Software</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Engineering (SE)</title>
        <p>
          Neuere Ansätze der Lernaufgabenkonstruktion
beziehen sich häufig auf den schulpädagogischen
Bereich. Doch auch im Hochschulkontext spielen sie
in vielen Studiengängen eine zentrale Rolle. Dies ist
beispielsweise bei zahlreichen Veranstaltungen zum
Thema Software Engineering (SE) der Fall
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref5 ref6">(Figas &amp;
Hagel 2014)</xref>
          . Software Engineering – auch
Softwaretechnik genannt – ist eine technische
Disziplin, welche „…sich mit allen Aspekten der
Softwareherstellung beschäftigt, von den frühen
Phasen der Systemspezifikation bis hin zur Wartung
des Systems“
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16 ref28">(Sommerville, 2012, S. 33)</xref>
          .
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">Ludewig &amp;
Lichter (2007)</xref>
          verstehen darunter alle Aktivitäten,
welche die Erstellung oder Veränderung von
Software beinhalten.
        </p>
        <p>
          In nahezu allen informatiknahen Studiengängen
gehört das Fach Software Engineering zum festen
Bestandteil der hochschulischen Ausbildung
          <xref ref-type="bibr" rid="ref22 ref30">(z.B.
Otto-Friedrich Universität Bamberg, 2013;
Technische Universität Darmstadt, 2007)</xref>
          . In einigen
Universitäten und Hochschulen gibt es
Softwaretechnik sogar als eigenen Studiengang
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11 ref32 ref7">(z.B.
Universität Stuttgart, 2012; Fachhochschule
Dortmund, 2014)</xref>
          . Viele Hochschulveranstaltungen in
dieser Disziplin sind zweigeteilt: Eine Vorlesung
wird beispielsweise von regelmäßig stattfindenden
Übungen, Tutorien oder Praktika begleitet, in
welchen die Inhalte der Vorlesung gemeinsam mit
Übungsleitern vertieft betrachtet werden. Dies
geschieht primär über Aufgaben, welche die
Studierenden bearbeiten und mit Übungsleitern
besprechen. Insofern rücken Lernaufgaben hier in
ein besonderes Licht, da sie in vielen Fällen zum
regulären Bestandteil der Veranstaltungen gehören.
Doch wie sehen Lernaufgaben in diesem Fach aus?
Welche Lernaufgabentypen gibt es hier und in
welcher Häufigkeit tauchen sie auf? Um Antworten
auf diese Fragen zu finden, wurde eine
systematische Dokumentenanalyse durchgeführt.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Eine Dokumentenanalyse von Lern</title>
      <p>aufgaben im Hochschulfach Software</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Engineering</title>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Methodik und Vorgehen</title>
        <p>
          Zentrales Ziel der Untersuchung ist es
herauszufinden, welche Lernaufgabentypen im Hochschulfach
Software Engineering unterschieden werden
können, wie diese konkret aussehen und welche
Rückschlüsse dies für die Lehre von Software
Engineering zulässt. Dafür wurde eine systematische
Dokumentenanalyse durchgeführt. Nach Ballstaedt
(1987, S. 203) geht es in einer Dokumentenanalyse
um die Interpretation und Analyse von
„...Hervorbringungen oder Zeugnisse[n]
menschlichen Handelns, Denkens und Erlebens, die in
natürlichen Situationen entstanden sind und erst
nachträglich zur Beantwortung einer
Forschungsfrage herangezogen werden“. Fokussiert werden
demnach vorhandene Materialien, welche nicht
mehr erhoben werden müssen. Dies können sowohl
Filme, Tonbänder, Gegenstände, Texte als auch –
wie in vorliegender Studie – didaktisches Material,
wie Lernaufgaben, sei
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">(Ballstaedt, 1987)</xref>
          .
        </p>
        <p>In der Dokumentenanalyse wurden Aufgaben
von Lehrveranstaltungen mit dem Namen
„Softwaretechnik“ bzw. „Software Engineering“ aus fünf
zufällig ausgewählten deutschen Hochschulen
untersucht. Insgesamt beträgt die Stichprobe,
inklusive aller Teilaufgaben, N = 350 Aufgaben.
Unter Teilaufgaben werden dabei Unterpunkte einer
Aufgabe verstanden, welche in sich abgeschlossene
Arbeitsanweisungen darstellen. Häufig werden
diese durch Aufzählungszeichen oder
Nummerierungen voneinander getrennt und signalisieren
damit einen thematischen Zusammenhang zwischen
den Aufgaben einerseits und eine eigenständige
Aufgabenlogik andererseits. Sie sind jeweils
eingebettet in Aufgabenblätter, welche die Studierenden
begleitend zur Vorlesung wöchentlich bearbeiten
und im Anschluss in Übungen oder Tutorien
besprechen.</p>
        <p>Im Schnitt befinden sich 6,03 Aufgaben auf
einem Aufgabenblatt. Die Dokumente selbst sind in
sich vollständig und liegen in digitaler textueller
Form vor. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei
auf folgenden Bereichen:
• Softwareentwurf: Hierbei liegt der Fokus
besonders auf dem Einsatz der UML (Unified
Modeling Language) als Modellierungssprache mit
ihren gängigen Diagrammtypen
(Anwendungsfall-, Aktivitäts-, Zustands-, Komponenten-,
Objekt- und Klassendiagramm).
• Programmierung: Zahlreiche Aufgaben
adressieren die Umsetzung objektorientierter Konzepte
oder Entwurfsmuster mit den
Programmiersprachen Java, C# oder C++. Vereinzelt sollen
Aufgaben auch mit Pseudocode bearbeitet
werden.
• Entwicklungswerkzeuge und -methoden: Für die
Bearbeitung von Aufgaben werden
UML-Modellierungswerkzeuge, wie der Sparx Enterprise
Architect oder integrierte
Entwicklungsumgebungen, wie Eclipse oder Visual Studio,
eingesetzt.
• Projektmanagement: Wesentliche Inhalte von
Aufgaben sind hier vor allem die Anwendung
von einschlägigen Methoden und Techniken des
Projektmanagements, wie die Anfertigung einer
Software-Risikoanalyse.
• Softwaretest: Hierbei geht es insbesondere um
Testprozesse und dazugehörige Testarten.</p>
        <p>Insgesamt ist eine große Heterogenität bezogen auf
die Inhalte der einzelnen Aufgaben an
unterschiedlichen Hochschulen zu verzeichnen. In jeder
Lehrveranstaltung sind thematische Schwerpunkte zu
erkennen, trotz der Vielfalt an Software Engineering
Themen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Ergebnisse – Lernaufgabentypen</title>
        <p>
          Die Stichprobe wurde auf Merkmale
unterschiedlicher Aufgabentypen untersucht. Entscheidend dabei
war die Aufgabenintention: Wozu werden die
Studierenden angehalten? Sollen sie die Lösung
selbst erarbeiten oder etwas bewerten? Sollen sie
etwas selbst entwerfen? Dabei wurde sich an
bestehenden Ansätzen der didaktischen
Aufgabendifferenzierung orientiert
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15 ref20">(z.B. Hinney et al., 2008;
Matthes &amp; Schütze, 2011)</xref>
          .
        </p>
        <p>Die Ergebnisse der Analyse zeigen ein buntes
Bild: Viele verschiedene Formate finden in
Veranstaltungen zum Thema Software Engineering
Eingang. Sowohl vom Inhalt, der Instruktion, der
grafischen Gestaltung als auch den vorgegebenen
Rahmenbedingungen unterscheiden sich die
Aufgaben zwischen den Hochschulen und sogar innerhalb
einer Veranstaltung.</p>
        <p>6 Prozent der untersuchten Aufgaben enthalten
eine Aufforderung, sich selbst Wissensinhalte zu
erarbeiten. Ein verhältnismäßig häufiges Format
hierfür ist das Thematisieren eines bis dato
unbekannten Inhaltes und die daran geknüpfte
Aufforderung, Begriffe oder den Sachverhalt selbst in der
Literatur nachzuschlagen. Diese Aufgaben können
unter dem Terminus Erarbeitungsaufgaben
subsummiert werden (vgl. Abb. 1). Sie dienen im
Lernprozess der Erarbeitung eines Themas bzw.
Gegen</p>
        <sec id="sec-4-2-1">
          <title>Abb. 1: Beispiel für eine Erarbeitungsaufgabe</title>
          <p>
            standbereichs. Hierbei soll die „Aneignung und
Ausdifferenzierung subjektiver Regelhypothesen
und metasprachlicher Prüfoperationen bei den
Lernenden“ erfolgen
            <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Hinney et al., 2008)</xref>
            .
          </p>
          <p>38 Prozent der Aufgaben zielen darauf ab,
bereits gelernte Inhalte noch einmal abzufragen, zu
festigen oder zu wiederholen. Dabei sollen
Fachbegriffe definiert und Beispiele dazu gegeben
werden. Es geht darum, bereits bekannte
Sachverhalte in eigenen Worten zu umschreiben,
individuelle Beispiele zu finden oder
Zusammenhänge zwischen Themenbereichen
herzustellen. An manchen Hochschulen gehört eine
fünfminütige Präsentation zum festen Bestanteil
jeder Übung, in welcher je fünf subjektiv als wichtig
empfundene Punkte der letzten Vorlesung von den
Studierenden zusammengefasst, erläutert und mit
den Kommilitonen diskutiert werden. Diese Art der</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-2-2">
          <title>Abb. 2: Beispiel für eine Wiederholungsund Übungsaufgabe</title>
          <p>
            Aufgaben wurde zu Wiederholungs- und
Übungsaufgaben zusammengefasst (vgl. Abb. 2). Sie
fungieren als Instrument, Gelerntes zu wiederholen
und zu vertiefen
            <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Hinney et al., 2008)</xref>
            .
          </p>
          <p>Rund die Hälfte der Aufgaben, 51 Prozent,
fokussiert die praktische Anwendung von bereits
gelernten Inhalten. In den meisten Fällen handelt es
sich dabei um das Modellieren von
UML-Diagrammen. In verschiedenen Konstellationen werden die
Studierenden dazu aufgefordert, zu fiktiven oder
realistischen Beispielen und Szenarien eigene</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-2-3">
          <title>Abb. 3: Beispiel für eine Anwendungsaufgabe Diagramme nach den vorgegebenen Richtlinien der UML zu erstellen und somit das theoretische Gerüst aus der Vorlesung selbst praktisch zu erproben (vgl.</title>
          <p>
            Abb. 3). An manchen Universitäten werden die
Aufgaben dazu in ein Beispielprojekt eingebettet,
welches die Studierenden ein ganzes Semester
begleitet und anhand dessen verschiedene
UMLDiagramme geübt werden können
            <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref5 ref6">(Bartel, Figas &amp;
Hagel, 2014b)</xref>
            . Auch einfache Programmieraufgaben
werden dazu gezählt. Diese Merkmale entsprechen
dem Lernaufgabentyp Anwendungsaufgabe. Diese
intendieren, das Gelernte auf neue Situationen zu
übertragen. Dazu werden unter anderem Analyse-,
Transfer-, Problemlösungs- und Strategieaufgaben
gezählt
            <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Matthes &amp; Schütze, 2011, S. 10)</xref>
            .
          </p>
          <p>Nur wenige Aufgaben (5 Prozent) enthalten eine
Aufforderung, etwas Eigenes, Neues zu entwickeln.
Hierbei geht es darum, eigene Ideen zu generieren.
Meist bezieht sich dies auf Modellierungsaufgaben</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-2-4">
          <title>Abb. 4: Beispiel für eine freie</title>
          <p>
            Gestaltungsaufgabe
oder komplexe Programmieraufgaben (vgl. Abb. 4).
Dieser Lernaufgabentypus zählt zu den freien
Gestaltungsaufgaben. Dabei geht es darum, „…eine
Situation zu planen und zu realisieren, ein
Verfahren zu entwerfen oder ein Produkt zu konzipieren“
            <xref ref-type="bibr" rid="ref31">(Tulodziecki, Herzig &amp; Blömeke, 2004, S.94)</xref>
            . Im
Gegensatz zu den anderen Lernaufgabentypen sind
hierbei sowohl Kreativität als auch fundierte
fachliche Kenntnisse Voraussetzung zur Bewältigung der
Aufgaben.
          </p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Rückschlüsse für Lernaufgaben in der kompetenzorientierten SE-Lehre</title>
      <p>
        Insgesamt konnten vier Lernaufgabentypen in den
untersuchten Dokumenten identifiziert werden.
Andere, in der Literatur ebenso als bedeutsam
beschriebene Lernaufgabentypen, wie
Beurteilungsaufgaben
        <xref ref-type="bibr" rid="ref31">(Tulodziecki, Herzig &amp; Blömeke, 2004)</xref>
        ,
konnten in den analysierten Aufgaben nicht
wiedergefunden werden. Dies zeigt bereits deutlich,
worauf der Fokus der Aufgaben im Bereich der
hochschulischen Software Engineering Ausbildung
insgesamt liegt: Bereits in der Vorlesung gehörte
Inhalte sollen in einer tieferen Ebene durchdrungen,
ergänzt, vertieft und praktisch angewendet werden.
      </p>
      <p>
        Betrachtet man die Ergebnisse der Studie unter
der Lupe einer durch Bologna geforderten
kompetenzorientierten Didaktik, so lässt dies Rückschlüsse
auf die Lehre von Software Engineering zu.
Kompetenzen sind weit mehr als reines Fachwissen. Sie
umfassen die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das
Wissen einer Person, bestimmte Probleme zu lösen
sowie die damit verbundene Bereitschaft die
Problemlösungen kreativ und selbstorganisiert in neuen
Situationen nutzen zu können
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10 ref33">(Erpenbeck &amp;
Rosenstiel, 2007; Weinert, 2001)</xref>
        . Insbesondere in der
Softwareentwicklung erfordern viele Aktivitäten ein
hohes Maß an Selbstorganisation und Kreativität,
wie beispielsweise das Modellieren von
Fachkonzepten, das Entwerfen von
Systemarchitekturen oder das Suchen von neuen
Algorithmen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Balzert, 2008)</xref>
        .
      </p>
      <p>Wie in Tab. 1 zusammengefasst, ergeben sich
hierbei Unterschiede bei den jeweiligen
Aufgabentypen: Bei Erarbeitungs- sowie Übungs- und
Wiederholungsaufgaben soll die Bearbeitung unter
Bezugnahme von Lösungsrichtlinien zu einem
definierten Ergebnis führen und bei den
Studierenden in erster Linie zu einem
Wissenserwerb beitragen. Dabei ist der
Gestaltungsspielraum einer Lösung bei der Bearbeitung dieses
Aufgabentyps durch den fachlichen Inhalt
eingegrenzt. Die Gruppe der Anwendungsaufgaben
stellt den weitverbreitetsten Lernaufgabentyp im
Bereich Software Engineering dar. Auch hierbei geht
damit nur selten über die reine Wissensanwendung
hinausgegangen wird.</p>
      <p>
        In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen,
dass die Lernaufgabentypen aufeinander aufbauen
und in einem gestaffelten Lehrkonzept Eingang in
die Hochschuldidaktik finden. So müssen
Studierende beispielsweise in der Lage sein, ein
UML-Klassendiagramm in einem abgegrenzten
Kontext selbstständig zu erstellen. Das hierfür
benötigte Wissen, z.B. die entsprechenden
Notationselemente, kann durch Erarbeitungs- sowie
Übungs- und Wiederholungsaufgaben erlangt und
gefestigt und in einem späteren Schritt in
Anwendungs- und Gestaltungsaufgaben vertieft
werden. Denn wie bereits
        <xref ref-type="bibr" rid="ref26">Romeike (2007</xref>
        , S. 61)
feststellte, ist„…ein solides Grundwissen im
Betätigungsgebiet Voraussetzung für jeden kreativen
Prozess“. Dies deutet darauf hin, dass vermittelte
Kenntnisse, Arbeitspraktiken oder -routinen als
Fundament für die Kompetenzentwicklung
fungieren können, jedoch darauf aufbauend neue
Situationen in der Lehre geschaffen werden müssen, die es
erfordern, selbstorganisiert und kreativ zu arbeiten.
Daher rückt die Frage in den Vordergrund, wie freie
Gestaltungsaufgaben verstärkt in die
Hochschullehre implementiert werden können ohne dass der
Arbeitsaufwand für die Dozierenden zu sehr
ansteigt. Möglichkeiten hierfür ergeben sich
es darum, unter Einbezug von bestehendem Wissen
Inhalte angeleitet und selbstständig anwenden zu
können. Bei den freien Gestaltungsaufgaben
hingegen sollen Lernende mittels Fachwissen
selbstständig etwas Eigenes entwickeln und zuvor
unbekannte Probleme lösen. Daran wird ersichtlich,
dass für eine nachhaltige Kompetenzentwicklung
insbesondere die freien Gestaltungsaufgaben von
Bedeutung sind. Gleichzeitig legen die Ergebnisse
der Analyse nahe, dass dieser Aufgabentyp nur sehr
sporadisch in der Lehre eingesetzt wird und dass
beispielsweise in der Einbettung neuer Medien und
der damit verbundenen Lernformen
(E-/MLearning) in den Vorlesungsbetrieb. So können in
einer Lehrveranstaltung Wiederholungsfragen zu
bereits erlerntem Stoff onlinebasiert zur Verfügung
gestellt werden, um nicht nur das Faktenwissen von
Studierenden repetitiv zu erweitern, sondern zudem
Abwechslung einzubringen und Selbstbestimmung
im Lernprozess zu fördern
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref5 ref6">(Bartel, Figas &amp; Hagel,
2014b)</xref>
        . Damit können die Aneignung und
Wiederholung von Wissen zuzüglich zur Vorlesung
systematisch unterstützt und Kapazitäten dafür
geschaffen werden, Anwendungsaufgaben zu freien
Gestaltungsaufgaben weiter zu entwickeln.
Für die Studierenden gilt es, einen geeigneten
zeitlichen Rahmen für die Aufgabenbearbeitung als
Orientierung zu setzen. Für Dozierende hingegen
lässt sich dem Problem des höheren Korrektur- und
Besprechungsaufwands von freien
Gestaltungsaufgaben nur durch mehr zeitliche oder personelle
Ressourcen beikommen. Denn selbst
vielversprechende Verfahren, wie die automatische
Konsistenzprüfung von UML-Diagrammen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref25">(z.B. Rasch
&amp; Wehrheim, 2003)</xref>
        , lassen nur eingeschränkt eine
Aussage über die Qualität einer Lösung zu einer
freien Gestaltungsaufgabe – in diesem Fall einer
Modellierungsaufgabe – zu.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Es gilt festzuhalten, dass Lernaufgaben im Fach
Software Engineering in den Übungen eine
bedeutende Rolle einnehmen. Das typische Format besteht
dabei aus Aufgabenblättern, welche eine
Zusammenstellung von unterschiedlichen
Lernaufgaben beinhalten.</p>
      <p>Insgesamt lassen sich vier Typen von
Lernaufgaben unterscheiden, welche je eine
unterschiedliche Bedeutung zu haben scheinen: Der Fokus der
Lernaufgabentypen liegt auf Anwendungsaufgaben.
Diese ermöglichen es, den theoretischen Input der
Vorlesungen durch praktische Anwendung
anzureichern. In allen fünf untersuchten
Bildungseinrichtungen wurde dies bestätigt.
Wiederholungs- und Übungsaufgaben nehmen
ebenfalls eine sehr bedeutsame Rolle ein,
Erarbeitungsaufgaben werden hingegen fast gar nicht
eingesetzt. Möglicherweise ist die Ursache dafür,
dass die Aufgaben als Ergänzung zur Vorlesung
konzipiert werden. Auch freie Gestaltungsaufgaben
wurden insgesamt nur sehr sporadisch festgestellt,
wenngleich in ihnen das größte Potenzial liegt, dem
Anspruch einer kompetenzorientierten Lehre
gerecht zu werden.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Danksagungen</title>
      <p>Die vorliegende Arbeit wird unter dem
Förderkennzeichen 01PL12022C durch das vom
BMBF finanzierte Verbundprojekt „Experimentelle
Verbesserung des Lernens von Software
Engineering“ (EVELIN) gefördert.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Literatur</title>
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