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      <title-group>
        <article-title>Die Essenz des Software Engineering - spielerisch und integriert</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Jöran Pieper</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Institute for Applied Computer Science</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>FH Stralsund</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2015</year>
      </pub-date>
      <fpage>131</fpage>
      <lpage>139</lpage>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Softwareprozesse und Software Engineering
Methoden gehören zu den Wissensgebieten des
Software Engineering (SE), deren anschauliche
Vermittlung besonders herausfordernd ist.</p>
      <p>
        Mit der Spezifikation „Essence – Kernel and
Language for Software Engineering Methods“
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object
Management Group, 2014)</xref>
        der SEMAT Initiative
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21 ref4">(SEMAT, 2014)</xref>
        existiert nun ein Ansatz, der u.a.
verspricht, alle essentiellen Dimensionen von
SEAufgaben in einem kompakten universellen und
ausführbaren Kernel zusammenzufassen.
      </p>
      <p>Dieser Beitrag beschreibt die Eigenschaften der
Essence-Spezifikation im Hinblick auf Ihre Eignung,
Studierende in die Welt der SE-Methoden
einzuführen.</p>
      <p>Um ein tiefes Verständnis der Essence-Konzepte
zu ermöglichen, bedarf es eines geeigneten
Ansatzes. Der hier vorgestellte integrierte Ansatz führt
Studierende schrittweise in Essence-Konzepte ein,
lässt sie diese in einer virtuellen Spielumgebung
erproben und schließlich erfolgreich praktisch in
SE-Aufgaben einsetzen. Dabei unterstützt eine
effiziente und vielseitige Lernumgebung bei der
aktiven Konstruktion von Wissen. Sie regt die
Eigenaktivitäten der Lernenden an, ermöglicht die
Betrachtung des Lerngegenstands aus verschiedenen
Perspektiven und fördert früh Artikulation und
Reflexion im sozialen Austausch. Ziel dieses Ansatzes ist
es, Studierende des SE für die Vielfalt der zu
berücksichtigenden Dimensionen einer SE-Aufgabe
zu sensibilisieren und ihnen darüber hinaus eine
wertvolle Orientierungshilfe für die Verwendung
von SE-Methoden innerhalb und außerhalb des
Curriculums zu erschließen. Dabei wird großer
Wert auf die Übertragbarkeit der erlangten
Erkenntnisse auf andere Kontexte gelegt.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Einleitung</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Probleme / Herausforderungen</title>
        <p>
          Ein idealtypischer Grundsatz konstruktivistischer
Didaktik lautet: „Jeder Sinn, den ich selbst für mich
einsehe, jede Regel, die ich aus Einsicht selbst
aufgestellt habe, treibt mich mehr an, überzeugt mich
stärker und motiviert mich höher, als von außen
gesetzter Sinn, den ich nicht oder kaum
durchschaue…“
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Reich, 2008: S. 95)</xref>
          .
        </p>
        <p>Die Notwendigkeit von definierten Prozessen
und Methoden in der Softwareentwicklung
erschließt sich Studierenden erfahrungsgemäß nicht
zwingend intuitiv. Häufig besteht hier die
Auffassung, dass (überschaubar komplexe) eigene
Projekte in der Vergangenheit mehr oder weniger gut
auch ohne "einschränkende Vorschriften" zu
bewältigen waren. In Vorlesungen wird eine
tiefergehende Diskussion, Analyse bzw. der Vergleich von
SEMethoden durch einen meist (noch) relativ engen
Erfahrungshorizont erschwert und begrenzt. In
Kursprojekten, welche Lehrveranstaltungen
begleiten oder abschließen, können häufig folgende
Beobachtungen angestellt werden:</p>
        <sec id="sec-2-1-1">
          <title>Es fällt Studierenden nicht leicht, sich in ei</title>
          <p>ner gegebenen SE-Methode zu orientieren.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-2">
          <title>Es fällt Studierenden schwer, die Frage(n) WER, WIE, WANN und insbesondere WARUM bestimmten Aktivitäten nachgehen sollte, zu beantworten.</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-3">
          <title>Eine an sich sinnvolle und gewollte Arbeitsteilung innerhalb der Projektteams lenkt den Fokus der Beteiligten auf die Er</title>
          <p>


stellung von geforderten Artefakten und
führt schnell zur Spezialisierung Einzelner
im Team. Es entsteht eine Fixierung auf
fachliche und/oder technologische Details.
Dabei geht mehrheitlich der Blick für "das
große Ganze" der SE-Aufgabe verloren.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-4">
          <title>Die gewonnen Erkenntnisse lassen sich häufig nur schwer auf andere Kontexte und kommende Herausforderungen übertragen.</title>
          <p>
            Die Gesellschaft für Informatik e.V. empfiehlt, „…
nicht nur gegenwartsnahe Inhalte zu vermitteln
sondern auch theoretisch untermauerte Konzepte
und Methoden, die über aktuelle Trends hinweg
Bestand haben. … Dabei wird … ‚strukturelles’ …
Denken verlangt. … ‚Strukturelles’ Denken … ist
mehr-dimensional, es erfordert die gleichzeitige
Erfassung mehrerer Entitäten mit ihren
strukturellen und Verhaltens-Beziehungen.” (Gesellschaft
für,
            <xref ref-type="bibr" rid="ref6">Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), 2005</xref>
            : S. 8)
          </p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Fragestellungen</title>
        <p>
          Mit Essence liegt nun ein Standard
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object
Management Group, 2014)</xref>
          vor, welcher verspricht, die
essentiellen Dimensionen einer jeden SE-Aufgabe
(endeavour), die notwendigen Aktivitäten und
Kompetenzen in einem kompakten, universellen,
erweiterbaren und ausführbaren Kernel
zusammenzufassen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object Management Group, 2014)</xref>
          .
Daraus erwachsen folgende Fragestellungen:
Fragestellung 1: Sind Essence und der
Essence Kernel geeignet, Studierende
theoretisch und praktisch in SE-Methoden
einzuführen?
        </p>
        <sec id="sec-2-2-1">
          <title>Fragestellung 2: Wie unterstützen Essence und der Essence Kernel aufgrund ihrer Charakteristik Lehrende in didaktischer und organisatorischer Hinsicht?</title>
          <p></p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-2">
          <title>Fragestellung 3: Wie kann eine Lernumge</title>
          <p>bung gestaltet werden, welche den Einstieg
in Essence erleichtert, auf den praktischen
Einsatz vorbereitet und ein möglichst tiefes
Verständnis fördert?</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Gliederung</title>
        <p>Im Folgenden untersucht dieser Beitrag die o.g.
Fragestellungen. Da die Essence-Spezifikation
vergleichsweise jung ist, werden vorab zentrale
Konzepte und Elemente der Spezifikation und des
SEMAT Essence Kernel in Kürze vorgestellt. Der
Beitrag schließt mit einem Fazit, gibt einen kurzen
Ausblick und beschreibt die nächsten geplanten
Schritte des Sim4SEEd-Projekts.</p>
        <p>
          SEMAT Essence
Die Spezifikation „Kernel and Language for Software
Engineering Methods (Essence)“
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object Management
Group, 2014)</xref>
          ist ein Ergebnis der SEMAT Initiative
          <xref ref-type="bibr" rid="ref21 ref4">(SEMAT, 2014)</xref>
          . Sie liegt aktuell in der Version 1.0
beta 2 vor und definiert einen Kernel sowie eine
Sprache für die Erzeugung, Nutzung und
Verbesserung vorliegender und zukünftiger
SEMethoden. Die Trennung zwischen Sprache und
Die Förderung eines tiefen Verständnisses von
Inhalten und deren Aufnahme in den eigenen
Wertekanon sollte Ziel der SE-Ausbildung sein
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14">(Ludewig, 2009)</xref>
          . Um sich den tiefen Sinn eines
Themas zu erschließen, bedarf es einer aktiven
kognitiven Auseinandersetzung mit diesem.
Daraus folgt:
        </p>
        <sec id="sec-2-3-1">
          <title>Abb. 1: SEMAT Essence: struktureller Aufbau</title>
          <p>
            Kernel unterscheidet Essence von vorangehenden
Ansätzen wie SPEM
            <xref ref-type="bibr" rid="ref16">(Object Management Group,
2008)</xref>
            und ISO 24744 (International Organization
for Standardisation (ISO), 2007). Essence zielt nicht
vorrangig auf Prozessingenieure sondern auf
SEPraktiker
            <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object Management Group, 2014)</xref>
            .
          </p>
          <p>Abbildung 1 stellt den strukturellen Aufbau
des Standards dar. Die Sprache (Language) liefert
mit einem Metamodell die syntaktische
Infrastruktur, mit welcher die grundlegenden Konzepte in
einem Kernel abgebildet werden (1). Auf Basis
dieser Konzepte werden Praktiken (Practices) definiert
(2), welche schließlich zu Methoden (Methods)
zusammengesetzt werden können (3). Der Essence
Kernel verfolgt nicht das Ziel, jedes denkbare Detail
einer jeden verfügbaren SE-Methode abzubilden.</p>
          <p>Sein Ziel ist es, so klein und universell wie möglich
die Essenz dessen abzubilden, was jeder
SEAufgabe innewohnt. Dazu verwendet der Essence
Kernel die Konzepte von Alphas, Activity Spaces und
Competencies.</p>
          <p>Alphas (Abkürzung für Abstract-Level Progress
Health Attribute) repräsentieren die essentiellen
Elemente, deren Fortschritt (Progress) und
Gesundheit (Health) ein jedes Team andauernd im Blick
und Endeavour) ersichtlich, welche für eine
Strukturierung sorgen. Jedes Alpha verfügt über eine
Menge definierter Zustände, sog. Alpha States. Ziel einer
jeden SE-Aufgabe ist es, für jedes Alpha von einem
Anfangszustand über dessen Folgezustände hin zu
einem gewünschten Endzustand zu gelangen.
Dabei müssen die Alphas balanciert weiterentwickelt
werden. Eine Checkliste mit Checkpoints für jeden
Alpha State dient als Basis für die Feststellung des
aktuellen Zustands eines Alpha. Ausgehend vom
aktuellen Zustand der Alphas ergeben sich deren
angestrebten Folgezustände. Die Alphas des Essence
Kernel sind sehr universell gehalten und werden
häufig nicht für die detaillierte Beschreibung einer
SE-Methode ausreichen. Daher kann der Essence
Kernel durch Kernelerweiterungen flexibel nach
Bedarf ergänzt werden. Die in der Spezifikation
enthaltene Development Extension bspw. fügt die
Sub-Alphas Requirement Item, Software System
Elebehalten sollte. Sie beschreiben die Dinge, mit
welchen immer gearbeitet wird, sobald Software
entwickelt, gewartet oder unterstützt wird. Abbildung
2 stellt die 7 Alphas des Kernel sowie deren
Beziehungen untereinander dar. Die Alphas des Essence
Kernel sind: Stakeholder, Opportunity, Requirements,
Software System, Team, Work und Way of Working.</p>
          <p>Aus der Abbildung ist auch die Organisation des
Kernel in 3 sog. Areas of Concern (Customer, Solution
ment und Bug ein, welche die Kernel Alphas
Requirements und Software System weiter strukturieren
und genauer beschreiben. Mit ihrer Verwendung
kann zur Laufzeit eines Softwareprojekts nicht
mehr nur der Fortschritt aller Anforderungen
(Requirements) in ihrer Gesamtheit, sondern jeder
einzelnen Instanz eines Anforderungselements
analysiert und gesteuert werden.</p>
          <p>Tabelle 1 stellt in Spalte 3 die Activity Spaces des
Essence Kernel dar. Diese dienen als abstrahierte
Platzhalter für konkrete Aktivitäten. Jeder Activity
Space zielt auf die Erreichung eines oder mehrerer
eines bestimmten Alpha State. Diese Beziehungen
sind in Abbildung 3 zusammengefasst.</p>
          <p>Die freie Komposition von Practices erfolgt in
Methoden (Methods). Essence fordert dazu auf, auch
Area of</p>
          <p>Concern
Customer
Solution
Endeavour</p>
          <p>Alphas
 Opportunity
 Stakeholders
 Requirements
 Software System
 Work
 Team
 Way of Working</p>
          <p>Activity Spaces
 Explore Possibilities
 Understand Stakeholders Needs
 Ensure Stakeholder Satisfaction
 Use the System
 Understand the Requirements
 Shape the System
 Implement the System
 Test the System
 Deploy the System
 Operate the System
 Prepare to do the Work
 Coordinate Activity
 Support the Team
 Track Progress
 Stop the Work</p>
          <p>Competencies
 Stakeholder
Represen</p>
          <p>tation
 Analysis
 Development
 Testing
 Leadership
 Management
Tabelle 1: Essence Kernel: Die Areas of Concern und ihre zugeordneten</p>
          <p>Alphas, Activity Spaces und Competencies
Alpha States. Aktivitäten erfordern spezifische
Kompetenzen (Competencies) auf einem definierten
Kompetenzniveau (Competency Level). Der Essence
Kernel definiert 6 Kompetenzen mit verschiedenen
Niveaus. Diese sind ebenfalls in Tabelle 1
dargestellt.</p>
          <p>Da der Kernel unabhängig von jeder
SEMethode definiert ist, fehlen hier designbedingt
methodenspezifische konkrete Aktivitäten
(Activities) und Arbeitsergebnisse (Work Products). Diese
werden erst in Praktiken (Practices) auf Basis des
Kernels definiert. Practices stellen wiederholbare
Ansätze dar, begrenzte Aspekte innerhalb einer
SEAufgabe systematisch und verifizierbar mit einem
spezifischen Ziel anzugehen. Eine Practice könnte
bspw. die Verwendung von User Stories sein, um
Benutzeranforderungen festzuhalten. Die in
Practices definierten konkreten Aktivitäten sind jeweils
einem Activity Space des Kernels zugeordnet.
Activity Spaces dienen somit der Organisation von
Activities. Arbeitsergebnisse (Work Products) können auf
verschiedenen Detaillierungsstufen (Levels of Detail)
definiert werden. Sie beschreiben praktikspezifisch
Alphas und dienen als Nachweis für die Erreichung
während einer laufenden SE-Aufgabe agil auf neue
Entwicklungen und Erkenntnisse zu reagieren, und
Practices bei Bedarf in die verwendete SE-Methode
einzuführen oder auszutauschen.</p>
          <p>
            Die Essence-Spezifikation in ihrer Breite und
Tiefe vorzustellen, würde den Rahmen dieses Beitrags
sprengen. Hier sei auf weitere Literatur verwiesen
            <xref ref-type="bibr" rid="ref11 ref15 ref22">(Jacobson u. a., 2013; Object Management Group,
2014; Striewe, Goedicke, 2013)</xref>
            .
          </p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Kritik</title>
        <p>
          Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die
SEMATIdeen nicht ohne Kritiker waren
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref4 ref8">(Alistair Cockburn,
2007; Fowler, 2010; Ivar Jacobson u. a., 2010)</xref>
          . Ein
Großteil der Kritik beruht auf frühen
Missverständnissen über die Ausrichtung der SEMAT
Initiative. Ein relativ häufiges Missverständnis beruht
darauf, Essence mit einer bestimmten SE-Methode,
z.B. Scrum oder RUP, zu vergleichen. "But the
comparisons […] should not be Scrum versus
Essence, or CMMI versus Essence, or RUP versus
Essence. But rather they should be Scrum versus
(Scrum + Essence), or CMMI versus (CMMI +
Essence), or RUP versus (RUP + Essence). Essence is
not in competition with any existing practice or
method. It is agnostic to your chosen approach and
can be implemented by your team today without
changing what you are currently doing. It is more
about helping you do what you are already doing
so you can keep doing it even better in the future."
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">(Paul E. McMahon, 2013)</xref>
          Sind Essence und der Essence
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Kernel geeignet, Studierende theoretisch und praktisch in SE-Methoden einzuführen?</title>
      <p>Bei der Beantwortung dieser Frage sollen zwei
Aspekte besondere Berücksichtigung finden:

</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Wie erleichtert Essence den Zugang zu SEMethoden?</title>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Welche zusätzlichen Kompetenzen können mit Essence vermittelt werden? Der folgende Abschnitt widmet sich der Beantwortung dieser beiden Fragen.</title>
        <sec id="sec-3-2-1">
          <title>Wie erleichtert Essence den Zugang zu SE</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-2-2">
          <title>Methoden?</title>
          <p>
            Die Verbreitung von SE-Methoden in
unterschiedlichsten Formaten verwehrt Einsteigern
einen einheitlichen Zugang. "This can get very
confusing [...] as the lack of any common ground
between the sources can lead to people saying the
same thing in different ways and different things in
the same way."
            <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Jacobson u. a., 2013: S. 55)</xref>
            Essence
bietet ein gemeinsames Vokabular und mit dem
Kernel einen einheitlichen Bezugspunkt.
          </p>
          <p>Die Beschreibung von Praktiken auf Basis des
Kernels, erleichtert deren Einordnung. Ist der
Kernel bekannt, so bezieht sich jede Essence-Praktik
auf etwas bereits Bekanntes, was das Erlernen einer
Praktik nachhaltig erleichtert.</p>
          <p>
            "[Essence promotes] learning and training
focused on the essentials..."
            <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Jacobson u. a., 2013:
S. 48)</xref>
            - mit Essence und dem Essence Kernel liegt der
Fokus zuerst auf dem Universellen und
Essentiellen. Auch ohne alle Details der Essence Language
oder einer speziellen SE-Methode zu kennen,
lassen sich die Konzepte des kompakten Essence Kernel
sehr gut in jeder SE-Aufgabe verwenden. Die
Einstiegshürde – auch zur teilweisen Verwendung –
liegt damit sehr viel tiefer. Essence priorisiert die
tägliche Anwendbarkeit vor einer allumfänglichen
detaillierten Prozessbeschreibung und wendet sich
damit an eine viel breitere Zielgruppe als
vorangegangene Ansätze (International Organization for
Standardisation (ISO), 2007; Object Management
Group, 2008).
          </p>
          <p>Der Kernel ist auch im physischen Sinne
„greifbar“ (tangible). Über eine Kartenmetapher lassen
sich die wichtigsten Aspekte der Alphas und deren
Alpha States als Karten – ganz wie in einem
Kartenspiel – betrachten und tatsächlich anfassen. Essence
definiert hierzu die Anatomie verschiedener
Kartentypen. Druckt man sich die Karten des Kernel
oder einer SE-Methode aus, lässt sich bei
Diskussionen sehr agil damit arbeiten. So werden bspw.
Alpha State-Karten einfach verschoben, um
gegenwärtige und angestrebte Situationen zu
visualisieren. Dies verdeutlicht, dass es sich nicht „nur“ um
abstrakte Konzepte, sondern um handfeste
praktische Unterstützung bei der Bewältigung einer
SEAufgabe handelt.</p>
          <p>
            „[Essence] focuses on the needs of the software
professional and values the ‘use of methods’ over
‘the description of method definitions’ (the normal
priority in the past).“
            <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(Jacobson u. a., 2012: S. 10)</xref>
            Der Essence Kernel ist ausführbar (actionable). Er
beschreibt nicht nur, was getan werden sollte,
sondern dokumentiert über die erreichten Alpha States
auch was tatsächlich bereits getan wurde. Die
erlernten Konzepte lassen sich praktisch, bspw. in
einem Kursprojekt, erleben. Dabei lässt sich die
Frage „Wo stehen wir gerade?“ über die aktuellen
Alpha States jederzeit schnell beantworten. Das
unterstützt Studierende, welche sich i.d.R. nicht
exklusiv um ein Kursprojekt kümmern, sondern
parallel andere Lehrveranstaltungen besuchen.
          </p>
          <p>Das Konzept der Alphas und ihrer Zustände
(Alpha States) fordert die andauernde
Auseinandersetzung mit den essentiellen Dimensionen der
SEAufgabe. Fortschritt und Gesundheit aller
relevanten Dimensionen werden strukturiert und
regelmäßig bewertet. In Kursprojekten bietet dies einen
hervorragenden Anlass, im Team über den
aktuellen Stand zu diskutieren und neue Ziele zu
vereinbaren – ohne sich dabei ausschließlich in fachlichen
oder technischen Details des Projekts zu verlieren.</p>
          <p>Der Essence Kernel hilft dabei, Diskussionen im
Team zu steuern. Die verfügbaren Checklisten
halten dazu an, über Bereiche nachzudenken, welche
zu Problemen heranwachsen könnten – auch dann,
wenn das Team dies aus eigener Erfahrung noch
nicht vorhersehen würde. Die Checklisten helfen,
in der Diskussion die richtigen Fragen zu stellen,
um zu besseren Entscheidungen zu gelangen.</p>
          <p>Die Beziehungen zwischen Alphas, Alpha States,
Activity Spaces, Activities, Work Products und
Competencies ergänzt um das Konzept der Patterns
(sichtbar in Abbildung 3) sorgen dafür, dass sich
ausgehend von den aktuellen Zuständen der Alphas
die notwendigen Aktivitäten zur Erreichung der als
nächstes angestrebten Zustände ableiten lassen.</p>
          <p>Es ist die Aufgabe von SE-Methoden, zu
beschreiben, WER WAS WANN in einer SE-Aufgabe
tun sollte. Im Hinblick auf ein angestrebtes tiefes
Verständnis, ist insbesondere die Frage nach dem
WARUM von Bedeutung. Essence bietet hier mit
dem Bezug der Activities und Work Products auf
Alpha States ein methodenübergreifendes
einheitlitenzen für jede Aktivität verdeutlichen, dass es
auch außerhalb der Solution Area of Concern
wichtige Betätigungsfelder gibt.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-3-2-3">
          <title>Welche zusätzlichen Kompetenzen können mit Essence vermittelt werden?</title>
          <p>Im Berufsleben werden Studierende auf eine
Vielzahl von SE-Methoden und Praktiken treffen. Die
Kompetenz, diese neuen Praktiken und Methoden
auf einer gemeinsamen Basis einzuordnen,
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen, um
daraus eigene Schlüsse zu ziehen, wird im
Berufsleben von großem Wert sein. Sie erleichtert die
Kommunikation zwischen verschiedenen
Projektteams und Organisationen, welche unterschiedliche</p>
          <p>
            Abb. 3: Essence Language: konzeptioneller Überblick
            <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Object Management Group, 2014)</xref>
            ches Konzept.
          </p>
          <p>Damit liefert Essence neben einem einheitlichen
Vokabular in vielfacher Hinsicht Orientierung und
strukturiertes direkt einsetzbares Expertenwissen
in Form von Checklisten. Die Greifbarkeit über die
Kartenmetapher nimmt dem Lerngegenstand etwas
von seiner Abstraktheit. Der Kernel dient als
Wegweiser, regt fortlaufend zur Reflexion an, WARUM
etwas getan wird und fordert die Betrachtung aller
essentiellen Dimensionen. Die definierten
Kompe</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>SE-Praktiken und SE-Methoden verwenden.</title>
        <p>Die fortwährende Berücksichtigung aller
relevanten Dimensionen in Form von Alphas und ihren
Alpha States schärft die Kompetenz, über die aktuell
wichtige Detailaufgabe hinauszuschauen und „das
große Ganze“ im Blick zu behalten. Checklisten,
welche helfen, die richtigen Fragen zu stellen,
unterstützen beim Aufbau einer kritischen
Denkweise. Es wird zu zielgerichteter, strukturierter und
verifizierbarer Arbeitsweise angehalten – mit einem
starken Fokus auf dem Zweck jeder Aktivität.</p>
        <p>Die freie Kombination von Best Practices zu
Methods schafft mehr Flexibilität und Freiheit als eher
monolithisch anmutende vorangehende Ansätze.
Die Einbindung neuer Ideen und Praktiken in
bestehende SE-Methoden und in laufenden
Softwareprojekten wird dadurch erleichtert. Vermittelt wird
hier die Kompetenz, die erlernten Konzepte auf
andere Kontexte zu übertragen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Wie unterstützen Essence und der</title>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Essence Kernel aufgrund ihrer Charakteristik Lehrende in didaktischer und organisatorischer Hinsicht?</title>
      <p>Verschiedene SE-Methoden und Softwareprozesse
sind unterschiedlich gut für bestimmte
Anwendungskontexte geeignet. Ohne sich früh auf
einzelne Anwendungskontexte festzulegen, können auf
Basis des Essence Kernel verschiedene Ansätze
vorgestellt werden. Essence gestattet es dabei sehr gut,
den Detaillierungsgrad einer SE-Methode zu
gestalten. So können Anzahl, Breite und Tiefe der
vorgestellten SE-Methoden flexibel an den Bedarf von
Lehrveranstaltungen angepasst werden.</p>
      <p>Veranstaltungsübergreifend bietet Essence mit
dem Kernel eine gemeinsame Basis und
Anknüpfungspunkte. Sind die Grundkonzepte erlernt, so
lassen sich verschiedene Praktiken und Methoden
didaktisch daraus entwickeln.</p>
      <p>Die Arbeit mit Essence wird bereits durch
digitale Werkzeuge unterstützt, ist jedoch nicht an
diese gebunden. So wird eine Vielzahl von
Lernarrangements ermöglicht, welche den Lerngegenstand
weniger abstrakt erscheinen lassen.</p>
      <p>Neu auftauchende SE-Praktiken werden sich
auf Basis des Kernels leichter in SE-Methoden
integrieren und vermitteln lassen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Wie kann eine Lernumgebung gestaltet werden, welche den Einstieg in Essence erleichtert und auf den praktischen Einsatz vorbereitet?</title>
      <p>
        In der Antwort auf eine Kritik bemerkte einer
der SEMAT Initiatoren, „… be prepared to read
carefully since it unfortunately takes time to get
under the skin of the ideas. “
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Alistair Cockburn,
2007)</xref>
        Wie lässt sich im Rahmen der SE-Ausbildung
der Zugang und Einstieg in Essence und den Essence
Kernel erleichtern? Der folgende Abschnitt stellt
einen integrierten Ansatz vor, welcher auf die
Bereitstellung einer geeigneten Lernumgebung
abzielt, um die Eigenaktivitäten der Lernenden
anzuregen und die aktive Konstruktion von Wissen zu
unterstützen. Die Betrachtung des Lerngegenstands
aus verschiedenen Perspektiven, Artikulation und
Reflexion im sozialen Austausch tragen
grundlegend zum erfolgreichen Lernen bei
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">(Kritzenberger,
2005)</xref>
        . Daher stellen diese Aspekte zentrale Ziele
des entworfenen Ansatzes dar.
      </p>
      <p>Warum „spielerisch“ und „integriert“?
„Integriert“ meint im Sinne der Duden-Definition
„so beschaffen, dass Unterschiedliches,
Verschiedenartiges miteinander verbunden, vereinigt ist“.
Im Ansatz, welcher in diesem Beitrag vorgestellt
wird, werden aktivierende spielbasierte Konzepte
und Simulation dort eingebunden, wo sie aufgrund
ihrer Charakteristik einen Beitrag zur Erreichung
der Lernziele leisten. Der Begriff „integriert“ passt
an dieser Stelle nur bedingt, denn wie der folgende
Abschnitt zeigt, sind Spielen und Lernen
grundsätzlich nichts Verschiedenartiges. Simulation und
spielbasierte Ansätze unterstützen in den Phasen,
wo es ohne sie traditionell an Interaktivität
mangelt, wo die aktive Konstruktion von Wissen sonst
nicht optimal unterstützt wird. Sie tragen zur
Erreichung der Lernziele bei, indem Sie eine
motivierende, fesselnde Lernumgebung schaffen, die zur
aktiven Auseinandersetzung mit einem traditionell
eher abstrakten Lerngegenstand einlädt.</p>
      <p>In einem Kursprojekt, in welchem die
Lernenden aktiv sind, bedarf es aus dieser Sicht keiner
weiteren Aktivierung. Hier liefert der vorgestellte
Ansatz jedoch Orientierungshilfe und Anlässe zur
Artikulation, Diskussion und Reflexion, welche
erneut der aktiven Wissenskonstruktion dienen.</p>
      <p>Die Phase der theoretischen Einführung und
die Phase des praktischen Einsatzes von
SEMethoden werden in diesem Ansatz durch eine
Phase verbunden, in welcher die kennengelernten
Konzepte in einem Simulationsspiel virtuell
erprobt und vertieft werden. Werkzeuge aus dieser
Phase des virtuellen Einsatzes finden auch im
praktischen Einsatz Verwendung, so dass hier ein
weiteres verbindendes Element besteht.</p>
      <p>Damit integriert dieser Ansatz Theorie- und
Praxisphasen und bindet unterstützende Elemente
aus spielbasierten Konzepten ein. Er gibt den
Studierenden die Möglichkeit, schrittweise auf
Bekanntes aufzubauen, das erlangte Verständnis zu
erweitern, es zu vertiefen und auf andere Kontexte
zu transferieren.</p>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>Simulation und digitale Spiele in der Software Engineering Ausbildung</title>
        <p>
          In einem Beitrag der SEUH 2013 (Jöran
Pieper, 2013) wurden Vorzüge und Beispiele für den
Einsatz von Simulation und Digital Game-Based
Learning (DGBL) für den Bereich der
Softwareprozesse in der SE-Ausbildung beschrieben.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Spiel und
Nachahmung als natürliche Lernstrategien
lebenslang wichtige Akkommodations- und
Assimilationsstrategien bleiben
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Rieber, 1996)</xref>
          . Der fesselnde
und motivierende Charakter von Spielen fördert
die intrinsische Motivation der Lernenden, indem
er sie dazu motiviert, die Verantwortung für den
eigenen Lernfortschritt zu übernehmen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(Akilli,
2007)</xref>
          . Jede Verbindung von Ausbildungsinhalt
(educational content) und digitalen Spielen wird
dabei als Digital Game-Based Learning (DGBL)
bezeichnet
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">(Prensky, 2007)</xref>
          . DGBL fördert den
Lernprozess, indem durch die Integration attraktiver
Spielelemente – wie Interaktivität,
Herausforderungen, kontinuierlichem Feedback,
Multimedialität, dem Gefühl der Selbstwirksamkeit,
Wettbewerb und Belohnungen – eine motivierende und
fesselnde Lernumgebung bereitgestellt wird.
„Digitale Spiele können demnach […] ein selbstgeleitetes
Lernen durch Exploration ermöglichen und
befördern.“ (Breuer, 2010: S. 12)
        </p>
        <p>
          Bisherige Forschungsergebnisse zeigten, dass
die sorgfältige Planung und Einbettung von
Spielaktivitäten in das Curriculum, ausreichende
Anleitung, detailliertes Feedback, Diskussion sowie
die gründliche Auswertung und Erklärung von
Spielresultaten eine essentiell wichtige Rolle für
einen Lernerfolg spielen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref23">(Wangenheim, Shull,
2009)</xref>
          .
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Integrierter Ansatz</title>
      <p>Der hier vorgestellte integrierte Ansatz gliedert sich
in 3 + X Phasen. Die einzelnen Phasen bauen
aufeinander auf. Die Phasen 1 bis 3 dienen dabei der
Einführung in Essence und den Essence Kernel sowie
der praktischen Erprobung in virtuellen und realen
Projektumgebungen. Die Phasen 4 bis X dienen der
weiteren Vertiefung und lassen die Lernenden über
die Rolle von Essence Method-Konsumenten
hinauswachsen.</p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>Phase 1: Den Essence Kernel kennenlernen</title>
        <p>
          In dieser Phase machen sich Studierende mit
Essence und dem Essence Kernel vertraut. Ziele, Vorteile
und die grundsätzliche Struktur des Kernels
werden kennengelernt. Als passende Lernmethoden
dienen hierbei Literaturstudium, Fallstudien sowie
Lehrvorträge in der klassischen Vorlesung. In
dieser Phase soll das Interesse geweckt und zur
aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt
werden. Zum Literaturstudium sind zahlreiche
Quellen, einschließlich der gut lesbaren
Spezifikation, verfügbar. Auch Fallstudien zur Verwendung
des Essence Kernel in verschiedenen Projektphasen
sind zu finden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Jacobson u. a., 2013)</xref>
          .
        </p>
        <p>Für ein interaktives Kennenlernen des Essence
Kernel, insbesondere der Alphas und ihrer
Beziehungen untereinander, wurde im
Sim4SEEdProjekt ein Lernspiel entwickelt, welches sich ohne
weitere Installationen im Browser ausführen lässt.
Spieler sollen mit Hilfe des Spiels in die Lage
versetzt werden, die Elemente des Essence Kernel zu
benennen, Definitionen korrekt zuzuordnen und
Beziehungen zwischen den Elementen herzustellen.</p>
        <p>
          Um die Vorlesung in dieser Phase interaktiv,
motivierend und fesselnd zu gestalten, eignet sich
das kostenfrei online verfügbare Kahoot!
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Kahoot!
AS, 2014)</xref>
          hervorragend. Kahoot! ist ein “game-based
blended-learning and classroom response system” und
integriert dabei spielbasierte und soziale Ansätze.
Mit Kahoot! lassen sich Quiz, Umfragen und
Diskussionen vorbereiten und live in die
Präsenzveranstaltung integrieren. Es bedarf dafür keiner
besonderen Infrastruktur. Der bei einem Quiz
entstehende Wettbewerbscharakter weckt Emotionen
und wirkt nach Erfahrungen des Autors überaus
motivierend. Studierende erhalten unmittelbar
Feedback über ihren individuellen Lernstand.
Lehrende erhalten unmittelbar einen Eindruck, wie gut
einzelne Sachverhalte in der Kursgruppe bereits
verstanden wurden. Falsch beantwortete Fragen
bieten Anlässe zur Diskussion und können dazu
beitragen, Missverständnisse oder Wissenslücken
aufzudecken und zu beseitigen. Um den Einstieg
zu erleichtern, stellt das Sim4SEEd-Projekt bereits
ein vorbereitetes frei verfügbares Kahoot!-Quiz zum
Essence Kernel bereit.
        </p>
        <p>Zum Ende dieser Phase sollten allen
Teilnehmenden die grundlegenden Konzepte und
Elemente des Essence Kernel bekannt sein. Je nach Fokus
wurden evtl. schon einzelne Konzepte vertieft.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-7-2">
        <title>Phase 2: Essence virtuell praktizieren</title>
        <p>In dieser nächsten Phase werden die erlernten
Konzepte angewendet, um deren Zusammenspiel
zu verdeutlichen und die bereits erlangten
Erkenntnisse zu vertiefen. Als Lernmethode wird hier
ein interaktives kollaboratives Simulationsspiel
genutzt, welches im Rahmen des
Sim4SEEdProjekts entwickelt wird.</p>
        <p>Lernziel dieses Simulationsspiels ist es, sich in
einem simulierten Softwareprojekt mit Hilfe des
Essence Kernel und einer zuvor gewählten
SEMethode, welche auf Basis des Kernels definiert
wurde, zurechtzufinden. Dabei stoßen die Spieler
auf Kernel-Erweiterungen und Praktiken
(Practices), welche den Essence Kernel
methodenspezifisch ergänzen. Spieler sollen dabei die
vorgegebene SE-Methode – wie in einem Adventure-Spiel –
erkunden und die entdeckten Methodenelemente
einsetzen. Dabei ist es wichtig, die richtigen Dinge
(Activities) in der richtigen Reihenfolge zu tun und
über alle relevanten Dimensionen (Alphas, Alpha
States) der Aufgabe nachzudenken. Die Spieler
erkennen dabei, dass unterschiedliche Aktivitäten
(Activities) verschiedene Kompetenzen erfordern.</p>
        <p>Die Einschätzung der Alpha States wird durch
die Rückmeldung der virtuellen Spielfiguren
ermöglicht. Dabei orientieren sich deren
Rückmeldungen an den Checkpoints der Alpha
StateChecklisten aus der gewählten SE-Praktik.</p>
        <p>Durch die Zuordnung von Aufgaben an das
virtuelle Projektteam, die aktive Verfolgung der
Rückmeldungen sowie Analyse der Alpha
StateChecklisten kann ein Spieler den Verlauf des
virtuellen Projekts steuern. Spielfiguren stellen im Spiel
wiederkehrend Fragen zu zugeteilten Aktivitäten,
Alphas etc. Die richtige Beantwortung der Multiple
Choice Fragen wirkt sich dabei positiv auf das
Spielergebnis aus.</p>
        <p>Um sich in der SE-Methode zu orientieren
nutzen die Spieler den Essence Method &amp; Alpha State
Navigator, welcher im Sim4SEEd-Projekt entwickelt
wird. Über diesen ist es möglich, durch die
SEMethode zu browsen und die Dokumentation der
einzelnen Methodenelemente abzurufen.
Gleichzeitig bietet er die Möglichkeit, die Alphas im Verlauf
der SE-Aufgabe auf die jeweils eingeschätzten
Alpha States zu setzen. Dabei unterstützen die
hinterlegten Checklisten eines jeden Alpha State.</p>
        <p>Der Essence Method &amp; Alpha State Navigator wird
mit dem Ziel entwickelt, sowohl in der simulierten
Spielwelt, als auch in einem echten Projekt
eingesetzt werden zu können. Er dient damit als weiteres
verbindendes Element zwischen dieser und der
nächsten Phase 3.</p>
        <p>
          Die Konstruktion des dem Spiel zugrunde
liegenden Simulationsmodells erfolgt transparent in
mehreren Stufen. In der ersten Stufe wird eine
verfügbare Essence Method ausgewählt. Alternativ wird
auf Basis des Essence Kernel mit
Kernelerweiterungen, verfügbaren oder selbst kreierten Practices
werkzeugunterstützt selbst eine Essence Method
definiert. Im Projekt wird dafür gegenwärtig die
EssWork Practice Workbench
          <xref ref-type="bibr" rid="ref8 ref9">(Ivar Jacobson
International, 2014)</xref>
          verwendet. Die Verwendung eines
Standards und eines Standardwerkzeugs wird im
Projekt gegenüber anderen Ansätzen klar
favorisiert, denn ein Lernaufwand an dieser Stelle nützt
weit über diese Simulations- und Spielumgebung
hinaus.
        </p>
        <p>In der nächsten Stufe wird aus der gewählten
SE-Methode ein Simulationsmodell generiert. Das
Simulationsmodell folgt dabei der Philosophie des
Essence Kernel. Es ist ebenso konkret und detailliert,
wie die gewählte Methode. Enthält die gewählte
Methode bspw. detaillierte Activities zur
Erreichung der Alpha States, so werden diese auch im
Simulationsmodell abgebildet. Enthält die gewählte
Methode keine Activities für einen Activity Space, so
wird stattdessen der generischere Activity Space
verwendet. Je nach Fokus und Lernziel kann so
gezielt die Komplexität des Modells und damit die
Komplexität des Spiels gesteuert werden.
Anschließend erfolgen notwendige Quantifizierungen
innerhalb des Simulationsmodells. Hier wird bspw.
festgelegt, wieviel Aufwand in Personenstunden
mit einem bestimmten Competency Level in eine
Aktivität investiert werden muss, um einen
bestimmten Alpha State oder ein bestimmtes Level of
Detail eines Work Product zu erreichen. Um aus dem
Simulationsmodell ein Spiel zu generieren, bedarf
es noch eines Spielszenarios, welches bspw.
festlegt, in welchem Umfeld das virtuelle Projekt
stattfindet und welches virtuelle Personal dafür zur
Verfügung steht.</p>
        <p>
          Bisherige Spielansätze im Bereich der Software
Engineering Ausbildung setzten auf reine
Einzelspielerumgebungen, welche kaum Unterstützung
für spielübergreifende Auswertungen und
Diskussion bieten. Das Hinzufügen eines Team-Konzepts
zum individuellen Spiel jedes Einzelnen schafft
hier Mehrwert. Dabei erkunden und bearbeiten alle
Spieler individuell eine ganze SE-Methode.
Gleichzeitig jedoch agiert jeder Spieler auch in einem
Team und sammelt für dieses Punkte. Indem die
Performance des Teams – die Kumulation der
Einzelspielerergebnisse – als primärer Erfolgsfaktor
herangezogen wird, werden Zusammenarbeit und
Diskussion innerhalb der Teams gefördert.
Dashboards, Einzel- und Teamrankings bieten dabei
zusätzliche Orientierung. Sie zeigen an, wie gut
bisher getroffene Entscheidungen in Relation zu
anderen Spielern waren. Diese zusätzliche
Orientierung dient als Ausgangspunkt für Interaktionen
innerhalb der Teams und als Anlass für den
ständigen Versuch, Entscheidungen zu optimieren. Das
Simulationsspiel bietet an dieser Stelle eine
Qualität, welche in Kursprojekten in dieser
komprimierten Form nicht geboten werden kann: Lernende
erhalten kontinuierlich Feedback zu einem viel
früheren Zeitpunkt, als dies in einem realen
(Kurs)Projekt der Fall wäre. Durch die vorgeschlagene
Kombination aus Einzelspiel und Zusammenarbeit
im Team, kann parallel auch aus Erfahrungen
anderer Spieler gelernt und profitiert werden. Das
Spiel bietet damit die Basis für einen „probe,
hypothesize, reprobe, rethink cycle“
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">(Gee, 2007: S. 87 ff.)</xref>
          , der
zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der
simulierten SE-Methode führt.
        </p>
        <p>Zum Ende dieser Phase haben die
Teilnehmenden die erlernten Konzepte bereits einmal selbst in
einem definierten simulierten Kontext angewendet.
Dafür haben sie sich notwendigerweise in einer
SEMethode orientiert. Die Spielenden haben alle
essentiellen Dimensionen (Alphas) der SE-Aufgabe
betrachtet und andauernd deren Fortschritt und
Gesundheit beurteilt. Die Alphas und deren Alpha
States halfen bei der Orientierung und gaben
Empfehlungen für die jeweils nächsten Schritte. Das
Spielumfeld, welches Zusammenarbeit und
Wettbewerb förderte, hat dazu beigetragen, dass
Spielansätze und -züge im Team artikuliert und
idealerweise reflektiert wurden. Spielergebnisse wurden
kursweit ausgewertet und diskutiert. Damit
wurden ideale Bedingungen für die nächste Phase
geschaffen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-7-3">
        <title>Phase 3: Essence in einem echtem Projekt praktizieren</title>
        <p>Inhalt der nächsten Phase ist es, Essence in einem
realen Projekt einzusetzen. Studierende erfahren in
einem Kursprojekt einen bemerkenswerten
kognitiven Load. Obwohl es sich i.d.R. „nur“ um dem
Kursumfang angepasste Aufgabenstellungen
handelt, kommen in einem solchen Projekt viele Dinge
zusammen. Dieser kognitive Load kann in Teilen
überwältigend wirken. Es besteht die Gefahr, dass
in einen Deadline-getriebenen Arbeitsmodus
verfallen wird, der allein darauf fixiert ist, die
geforderten Artefakte zum jeweiligen Termin zu liefern,
ohne über die Arbeitsweise, die ausgeführten
Aktivitäten und deren Motivation zu reflektieren.</p>
        <p>Mit dem Essence Kernel, welcher in den zwei
vorangegangenen Phasen kennengelernt wurde,
steht dem Projektteam nun ein Werkzeug zur
Verfügung, welches Orientierung bietet, was dabei
unterstützt, im Entwicklungsprozess allen
wichtigen Dimensionen die notwendige Aufmerksamkeit
zukommen zu lassen und die richtigen Fragen zu
stellen. Wird die gleiche SE-Methode wie in der
Phase 2 verwendet, können gleiche Aktivitäten
wiedererkannt und noch einmal aus einer anderen
Perspektive erlebt werden. Dabei kann der bereits
in der vorangegangenen Phase kennengelernte
Essence Method &amp; Alpha State Navigator eine
bekannte Umgebung und Orientierung bieten.</p>
        <p>Assessment Poker fördert eine reflektierte
Arbeitsweise aller Teammitglieder. Dabei wird von
allen Teammitgliedern unabhängig voneinander
eine Einschätzung des gegenwärtigen
Projektzustands vorgenommen. Jedes Teammitglied denkt
dabei über alle relevanten Dimensionen (Alphas)
nach und schätzt deren aktuellen Zustand (Alpha
State) ein. Der Vergleich der individuellen
Einschätzungen offenbart schnell unterschiedliche
Sichtweisen und ist wertvoller Anlass zum
Gedankenaustausch. Wird der Projektfortschritt auch von
den Lehrenden zu verschiedenen Zeitpunkten
(bspw. Meilensteinen) bewertet, so erfolgt hier ein
zusätzlicher Abgleich und Feedback. Die
Homogenität der individuellen Einschätzungen kann ein
Indiz für die mehr oder weniger erfolgreiche
Zusammenarbeit im Team sein und erneut als Anlass
für reflektierende Diskussionen dienen.</p>
        <p>Der Essence Kernel wurde international bereits
in Lehrveranstaltungen eingesetzt. Es wurde
eingeschätzt, dass sich sein Einsatz positiv auf den
Lernerfolg ausgewirkt hat: „By matching the
project results against the kernel alphas, the students
could easily identify the good and bad sides of their
development methods. [...] By following all the
kernel alphas, the students could learn the total
scope of the software-engineering endeavor and
thereby see what would be required of them in
their future as professionals.“ (Jacobson u. a., 2012)</p>
        <p>Zum Ende dieser dritten Phase haben die
Studierenden Essence in einem realen Projektumfeld
eingesetzt. Anders als im virtuellen Umfeld der
Phase 2 wurden hier die in der SE-Methode
enthaltenen Praktiken tatsächlich angewendet und
ausgeführt. Dabei galt es, auch soziale und
teamdynamische Aspekte zu bewältigen. Die beschriebenen
Maßnahmen sorgten dafür, dass alle
Teammitglieder regelmäßig über den aktuellen Projektstatus
nachgedacht haben und regelmäßig im Team über
den Fortschritt und die Gesundheit der relevanten
Dimensionen reflektiert wurde. Somit kann davon
ausgegangen werden, dass an dieser Stelle alle
Teilnehmenden grundsätzlich in der Lage sind,
eine SE-Methode auf Basis des Essence Kernel
praktisch anzuwenden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-7-4">
        <title>Phase 4 bis X: Essence weiter vertiefen</title>
        <p>Je nach Ausrichtung des Curriculums bieten sich
weitere Aktivitäten im Essence-Umfeld an. Eine
naheliegende Vertiefung wäre, Essence erneut mit
einer anderen SE-Methode virtuell zu praktizieren.
Im Anschluss können die Ergebnisse und
Erlebnisse der Teilnehmer mit denen aus der Phase 2 und
Phase 3 verglichen werden.</p>
        <p>Studierende werkzeugunterstützt eine eigene
SE-Methode kreieren zu lassen, kann sie aus ihrer
Konsumenten- und Anwenderrolle in eine
Produzenten-Rolle schlüpfen lassen. Die Erzeugung
eigener Practices und/oder die Komposition von
verfügbaren Practices zu einer Method sind geeignet,
das Verständnis von Essence über die reine
Anwendung vorgefertigter SE-Methoden und
Praktiken hinaus zu vertiefen. Die in der Simulation und
im Kursprojekt gewonnenen Erkenntnisse lassen
sich dabei verwenden. In der anschließenden
Diskussion der erzeugten Methoden können
verschiedene Standpunkte und Denkweisen thematisiert
werden.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Fazit und Ausblick</title>
      <p>Der SEMAT Essence Kernel erscheint aufgrund
der beschriebenen Charakteristik bestens geeignet,
Studierende in die Welt der SE-Methoden
einzuführen. Besser als vorhergehende Standards
ermöglicht Essence einen Einstieg, der sich flexibel an den
Anforderungen des jeweiligen Curriculums
anpassen lässt. Der Fokus auf die essentiellen
Dimensionen von SE-Aufgaben und die Priorisierung der
täglichen Anwendbarkeit für SE-Praktiker als
Entwurfsziel der Spezifikation machen Essence zu
einem wertvollen Werkzeug und Denk-Framework
für alle SE-Studierenden. Der universelle Charakter
des Essence-Standards und des Essence Kernel
sorgen für eine hohe Übertragbarkeit der erworbenen
Kenntnisse auf andere Kontexte innerhalb und
außerhalb des SE-Curriculums.</p>
      <p>Der hier vorgestellte integrierte Ansatz führt
schrittweise in die Konzepte und die Verwendung
von Essence ein. Er versetzt Studierende in die
Lage, schrittweise die enthaltenen Konzepte
kennenzulernen, dabei auf Bekanntes aufzubauen und
SEMethoden erfolgreich praktisch in SE-Aufgaben
einzusetzen. Um die aktive Konstruktion von
Wissen zu unterstützen, wird dabei eine effiziente und
vielseitige Lernumgebung bereitgestellt, welche die
Eigenaktivitäten der Lernenden anregt, die
Betrachtung des Lerngegenstands aus verschiedenen
Perspektiven ermöglicht und Artikulation und
Reflexion im sozialen Austausch fördert. Simulation und
Digital Game-Based Learning (DGBL) sind dabei
wichtige Bausteine.</p>
      <p>Mit Essence und dem Essence Kernel kann über
die Grenzen einzelner Lehrveranstaltungen hinaus
eine gemeinsame Basis verwendet werden.
Interessant wäre es zu untersuchen, ob sich auch ein
ganzes Informatik-Curriculum mit Hilfe des Essence
Kernel strukturieren ließe. Auch
Nicht-SEKernfächer zur Stärkung von Soft Skills,
wirtschaftlichen und organisatorischen Kompetenzen etc.
sollten sich bspw. über die Areas of Concern
Customer sowie Endeavour abbilden lassen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>Nächste Schritte</title>
      <p>Sim4SEEd (www.sim4seed.org) ist ein laufendes
Forschungsprojekt. Der derzeitige Fokus der
Projektaktivitäten liegt neben der Implementierung
eines Essence-Simulationsmodells und der
Komplettierung eines Simulationsspiels auf dem Einsatz
und der Evaluierung des hier vorgestellten
Ansatzes. Dazu ist der Einsatz dieses Konzepts mit
anschließender empirischer Auswertung im
Sommersemester 2015 geplant. Lehrende, die ebenfalls an
einem Einsatz interessiert sind, sind eingeladen,
mit Unterstützung des Autors den Einsatz in
eigenen Lehrveranstaltungen anzugehen.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
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