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        <article-title>Der LiverAnatomyExplorer: Ein web- und fallbasiertes Trainings- system für die Anatomieausbildung</article-title>
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          <string-name>Steven Birr</string-name>
          <email>steven.birr@ovgu.de</email>
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          <string-name>Jeanette Mönch</string-name>
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          <string-name>Karl-Jürgen Oldhafer</string-name>
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          <string-name>Uta Preim</string-name>
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          <string-name>Bernhard Preim</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Asklepios Klinik Barmbek, Institut für Allgemeinund Viszeralchirurgie</institution>
          ,
          <addr-line>Hamburg</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
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          <label>1</label>
          <institution>Klinikum Magdeburg, Institut für Radiologie</institution>
          ,
          <addr-line>Magdeburg</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
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          <label>2</label>
          <institution>Otto-von-Guericke-Universität, Institut für Simulation und Graphik</institution>
          ,
          <addr-line>Magdeburg</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
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          <label>3</label>
          <institution>Schlüsselworte: Ausbildung</institution>
          ,
          <addr-line>Weiterbildung, Web3D, E-Learning, HTML 5</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Wir präsentieren in diesem Beitrag den LiverAnatomyExplorer - ein plattformunabhängiges, web- und fallbasiertes Trainingssystem für die medizinische Anatomieausbildung. Mehrere onkologische Abdomen-CT-Datensätze wurden in enger Zusammenarbeit mit klinischen Experten 3D-rekonstruiert und zusammen mit Fallhintergrundinformationen, OPLehrvideos und Selbstlerntests in ein nutzergeführtes, didaktisches Konzept integriert und online verfügbar gemacht. Aktuelle Webbrowser unterstützen, basierend auf HTML 5/WebGL, die Darstellung interaktiver 3D-Modelle ohne Verwendung zusätzlicher kostenpflichtiger Plugins. Eine erste informelle Evaluierung zeigt, dass die Kombination aus realen patientenindividuellen Falldaten mit interaktiven 3D-Szenen und einem didaktisch aufbereitetem Konzept eine wesentliche Bereicherung in der chirurgischen Aus- und Weiterbildung gegenüber bisherigen E-Learning-Angeboten darstellen kann.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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    <sec id="sec-1">
      <title>Problem</title>
      <p>schnittsalter: 23, 7.-10. Semester) und 13 Ärzten (2 Assistenz- und 11 Fachärzte, 5 w / 8 m, Durchschnittsalter: 39), z. T.
mit der Subspezialisierung Abdominalchirurgie. Die Antworten der Umfrage ermöglichen es uns, das Trainingssystem
auf die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppen bzgl. einer optimierten Aus- und Weiterbildung zu fokussieren. 49 %
(86/176) der Studenten würden gern fallbasierte e-Learning-Materialien und interaktive 3D-Modelle zur
Prüfungsvorbereitung nutzen. 84 % (11/13) der befragten Kliniker sind in die Lehre involviert und 76 % (10/13) würden gern mehr
reale, klinische Fälle zu Aus- und Weiterbildungszwecken und für die Diskussion mit Kollegen nutzen. Die Umfrage
zeigt, dass die bisher von den Ärzten verwendeten „elektronischen Zeitschriftenbibliotheken“ und „Online-Atlanten“ oft
nur „begrenzte Multimedialität und Interaktivität“ bieten oder „Kostenpflichtigkeit und Nutzungsschwierigkeiten“ von
der Verwendung der Tools abhalten. Des Weiteren haben 97 % (171/176) der Studenten und 54 % (7/13) der Ärzte
kaum oder gar keine Erfahrungen im Umgang mit interaktiven 3D-Visualisierungen. Daraus folgt, dass den Anwendern
einfach zu bedienende User Interfaces und Interaktionstechniken für die freie Exploration (Rotation, Zoom, Translation)
der 3D-Szenen zur Verfügung gestellt werden müssen.</p>
      <p>In Zusammenarbeit mit klinischen Experten wurden 13 abdominale DICOM CT-Datensätze für das Trainingssystem
ausgewählt. Relevante Strukturen, wie die Leberoberfläche und -segmente sowie Gefäßbäume und Tumore wurden mit
MeVisLab [6] segmentiert und in ein webfähiges Format konvertiert. DICOM-Volumendaten sind für die Nutzung im
Web meist zu groß, nicht anonymisiert und erfordern spezielle Plugins. Daher werden die Bilddaten im
Vorverarbeitungsschritt mit MeVisLab schichtweise in JPG-Bilder umgewandelt und die Segmentierungen als SVG-Dateien
(Scalable Vector Graphics) exportiert. Da mit dem Web-Tool keine Diagnosen durchgeführt werden sollen, stellt die
Verwendung komprimierter JPG-Bilder kein Problem dar. Um dennoch verschiedene Fensterungseinstellungen zu ermöglichen,
werden mehrere vordefinierte Fensterungen bereitgestellt, zwischen denen der Nutzer bei Bedarf wechseln kann. Die
segmentierten Strukturen wurden mit MeVisLab in 3D-Oberflächen umgewandelt, die Detailgenauigkeit der Szenen für
eine effiziente Webnutzung dezimiert und in X3D-Dateien exportiert. X3D [7] ist ein ISO Web3D-Standard, mit dem
3D-Objekte in einem hierarchischen Szenengraph in XML-Codierung repräsentiert werden. JavaScript-APIs und
Frameworks, wie WebGL [8] und X3DOM [9] ermöglichen ein echtzeitfähiges Rendering von X3D-Inhalten im
Webbrowser, ohne Verwendung zusätzlicher Plugins. Der Vorteil ist, dass die X3D-Visualisierung der Leber mit den
2D-Daten synchronisierbar ist (Abb. 1). Die interaktive Bewegung einer virtuellen Schicht durch das 3D-Modell und die
synchrone Darstellung der betreffenden Strukturen im 2D-Viewer ermöglichen dem Lernenden die Herstellung des
direkten Bezugs zwischen 2D- und 3D-Information. Die farbigen Overlays und die Teilstrukturen des 3D-Modells können
vom Nutzer interaktiv ein/aus geblendet werden; bei Mouseover werden Labels zur Kennzeichnung der anatomischen
Strukturen angezeigt. Die 3D-Szene kann frei im Raum rotiert, translatiert und skaliert werden. Zur Unterstützung des
Nutzers bei der Interaktion wird ein 3D-Widget bereitgestellt, mit dem das Modell in 30°-Schritten um eine feste Achse
rotiert werden kann. Es ist jederzeit mit einem Klick möglich, zum Ausgangssichtpunkt zurückzukehren. Ein abstraktes
Modell eines menschlichen Körpers verdeutlicht zudem den Sichtpunkt auf die Szene (Abb. 1, unten rechts).</p>
      <p>60
Abb. 1: Webbasierte, synchrone 2D/3D-Darstellung eines Lernfalls. Farbige Overlays kennzeichnen die zuvor
segmentierten Strukturen der Leber, z. B ein großes hepatozelluläres Karzinom (gelb). Interaktive Labels heben
den korrekten medizinischen Term des Objektes hervor. Pfeil: Akzessorische rechte Arterie aus der
A. mesenterica superior
Der LiverAnatomyExplorer basiert auf einem tutoriellen Konzept, in dem der Lernende Schritt-für-Schritt durch die
Bearbeitung der 13 aufbereiteten und nach Komplexität gestaffelten Fälle geführt wird. Jeder der Fälle besteht aus fünf
linearen Schritten: Lernziele &amp; -aufgaben, (Anonymisierte) Patienteninformationen, 2D/3D Viewer, Quiz &amp; Feedback,
OP-Videos &amp; weiterführende Links. Für die Wissensgenerierung und die Kontrolle der individuellen Lernkurve sind
direkte Feedbackmechanismen, das Training von Teilaufgaben und unterstützende Informationen unerlässlich [10]. Im
Quizmodus werden dem Nutzer mehrere Fragen in verschiedenen Formen präsentiert (Multiple Choice, Selektion von
Strukturen im 3D-Modell, Sortieraufgaben). Das Trainingssystem richtet sich gleichermaßen an Medizinstudenten und
Ärzte in der Weiterbildung. Der ersten Zielgruppe werden anatomische Grundlagen der Leber sowie Lage- und
Größenverhältnisse von Lebergefäßen und -tumoren anhand von realen Fallbeispielen vermittelt. Multiple-Choice-Fragen und
3D-Selektionsfragen (z. B. „Klicken Sie auf das Gefäß, das Segment 7 versorgt!“) dienen der Abfrage und Reflektion
des anatomischen Wissens. Die deutlich gekennzeichneten, komplexeren Fallbeispiele richten sich an Ärzte in der
klinischen Ausbildung. Multiple-Choice-Fragen dienen hier z. B. der Abfrage von anatomischen Gefäßvarianten und
anomalien (z. B. „Welche anatomische Variante der Leberarterie ist zu sehen?“, Abb.1 rechts, schwarzer Pfeil).
Sortieraufgaben sollen den Lernenden darin trainieren, z. B. die notwendigen Arbeitsabläufe während einer Leberresektion
richtig zu ordnen. Außerdem hat der Lernende der erfahreneren Zielgruppe die Aufgabe, sich in die Rolle des Chirurgen
hineinzuversetzen und aus mehreren Resektionsmöglichkeiten die richtige Option (z. B. eine Erweiterte
Hemihepatektomie rechts) auszuwählen. Ein Resektionsvorschlag besteht aus einer 3D-rekonstruierten Darstellung von Remnant,
Resektionsvolumen, Resektionsfläche sowie der Tumore, Gefäße und Segmente (Abb. 2, rechts). Der Lernende hat bei der
Beantwortung der Resektionsfrage jederzeit die Möglichkeit, die Daten aus der Patientenanamnese oder die
farbkodierten 2D-Visualisierungen abzurufen. Unmittelbar auf die Antwort des Nutzers wird die richtige Lösung als Textantwort
mit weiterführenden Links und im 3D-Modell präsentiert. Wurden mehr als 75 % der Quiz-Fragen richtig beantwortet,
wird der nächste Fall freigeschaltet; andernfalls können die Lernaufgaben selbstständig beliebig oft wiederholt werden.
Im letzten Schritt der Bearbeitung eines Falls werden dem Lernenden kommentierte OP-Videos präsentiert, um die
klinische Relevanz des Falls hervorzuheben, den realen Eingriff an der Leber zu dokumentieren und dem angehenden
Facharzt potentielle Komplikationen oder spezielle Resektionstechniken zu vermitteln.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Für das webbasierte Trainingssystem wurden 13 patientenindividuelle CT-Abdomen-Datensätze von klinischen
Experten segmentiert und anschließend mit MeVisLab aufbereitet. Die Schichtdaten und die rekonstruierten 3D-Modelle
wurden in ein webfähiges Format umgewandelt und in dem Online-Lernmodul integriert. Der Exportvorgang dauert dabei
nur wenige Minuten. Ein X3D-Modell ist ca. 5-10 MB groß (enthält ca. 63.000 Polygone) und kann bei flüssiger
Bildfrequenz (ca. 20-25fps, getestet auf Intel Core i5, 2.3 GHz, 4GB RAM, Nvidia GeForce GT 540M) mit jedem aktuellen
Webbrowser geöffnet werden. Ein prototypisch umgesetztes webbasiertes Autorentool bietet Mentoren außerdem die
Möglichkeit, die hochgeladenen Fälle online zu verwalten und eigene fallabhängige Testaufgaben und -Lösungen zu
integrieren. Der LiverAnatomyExplorer wurde bisher mit einer erfahrenen Radiologin und einem Chefarzt für
Allgemeinund Viszeralchirurgie informell evaluiert. Die beiden Experten schätzen v. a. die freie Exploration von detaillierten
ana61
tomischen und pathologischen 3D-Modellen als nützlich für die Ausbildung junger Ärzte ein. Die Fallauswahl, die
Entscheidung über die Komplexität eines Falls sowie die Reihenfolge der Testaufgaben und -lösungen wurden in enger
Zusammenarbeit mit den beiden Fachärzten diskutiert. Die Radiologin empfiehlt außerdem, eine
Kollaborationsmöglichkeit für Lernende zu integrieren. Auffällige oder unklare Regionen sollten von den Lernenden annotiert werden können,
um sich mit anderen Kollegen oder Experten auszutauschen, z. B. um angemessene Therapiekonzepte zu diskutieren. Es
ist geplant, diese Idee in der nächsten Entwicklungsstufe des LiverAnatomyExplorers zu implementieren. Weitere
Evaluierungen mit klinischen Experten, Assistenzärzten und Medizinstudenten bzgl. der Usability und Akzeptanz sowie des
Lernerfolgs werden derzeit vorbereitet.</p>
      <p>Abb. 2: Links: Detailliertes 3D-Modell eines onkologischen Leberfalls mit mehreren Metastasen. Rechts:
3DResektionsvorschlag einer Hemihepatektomie (Grün: Remnant, Rot: Resektionsvolumen, Orange:
Resektionsfläche), dargestellt in dem entwickelten 3D-Viewer im Webbrowser Google Chrome 20.
5
In diesem Beitrag wurde der LiverAnatomyExplorer, ein web- und fallbasiertes Trainingssystem, speziell ausgerichtet
auf die Leberanatomie vorgestellt. Im Gegensatz zu bisherigen webbasierten Lösungen bietet das Lernsystem mehrere
individuelle klinische Fälle mit unterschiedlichen anatomischen und pathologischen Gegebenheiten, z. B.
Gefäßanomalien oder komplexen Metastasierungen. Prinzipiell ist das System nicht auf das Organ Leber beschränkt – X3D ist ein
freies 3D-Austauschformat und eignet sich ebenso für andere Organsysteme. Die größte Herausforderung liegt derzeit in
der Vorverarbeitung der Daten und der Performance im Webbrowser. Die Aufbereitung der Daten (Import,
Segmentierung, Datenreduzierung, Export) ist sehr zeitaufwändig und nur mit Hilfe klinischen Fachpersonals und
Softwareunterstützung möglich. Um die 3D-Modelle im Web schnell abrufbar zu machen, müssen sie zum Teil stark komprimiert
werden. Die Vorteile webbasierter Systeme sind jedoch die standort- und zeitunabhängige Nutzung von Lernmaterialien und
die Möglichkeit der plattformunabhängigen Anwendung auf mobilen Geräten, z. B. Smartphones oder Tablets. Neben
der Anatomieausbildung können WebGL-basierte 3D-Visualisierungen beispielsweise auf einem Tablet zur
Unterstützung eines Patientengesprächs eingesetzt werden. Weiterhin eignen sich webbasierte 3D-Modelle für den Einsatz im OP,
da keine zusätzlichen Plugins oder Softwarepakete installiert werden müssen. Hauptkritikpunkte bei
e-LearningAnwendungen sind die Gefahr der sozialen Isolation des Lernenden und die meist fehlende curriculare Einbindung der
Tools [10]. Um dem vorzubeugen, wird der LiverAnatomyExplorer derzeit im Rahmen eines Forschungsprojektes in
eine Web 2.0 Kooperations- und Lernplattform integriert. Lernende können sich auf der Plattform über ein soziales
Netzwerk mit anderen Usern über interessante Lernfälle austauschen und z. B. Testergebnisse vergleichen. Außerdem ist die
Integration in die Lernplattform moodle geplant, die von vielen medizinischen Fakultäten bereits erfolgreich genutzt
wird.
M. Fischer et al.: Modellversuch CASUS: Ein computergestütztes Autorensystem für die problemorientierte
Lehre in der Medizin. Zeitschrift für ärztliche Fortbildung 90, S. 385-389, 1996</p>
      <p>62
[2] M. Haag: Plattformunabhängige, adaptive Lehr-/Lernsysteme für die medizinische Aus- und
Weiterbildung, Universität Heidelberg, Dissertation, 1998
K. Höhne et al.: Voxel-Man 3D-Navigator: Inner Organs, Springer Electronic Media, 2003
[4] J. L. Crossingham et al.: Interpreting three-dimensional structures from two-dimensional images: a
web-based interactive 3D teaching model of surgical liver anatomy, HPB 11(6), S. 523-528, 2009
S. Birr et al.: A novel Real-Time Web3D Surgical Teaching Tool based on WebGL, Bildverarbeitung für die
Medizin, S. 404-409, 2012
F. Ritter et al.: Medical Image Analysis: A Visual Approach, IEEE Pulse 6(2), S. 60-70, 2011
Web3D Consortium, X3D - Open Standards for Real-Time 3D Communication, http://www.web3d.org/x3d
Khronos Group, WebGL - OpenGL ES 2.0 for the Web, http://www.khronos.org/webgl
J. Behr et al.: A scalable architecture for the HTML5/X3D integration model X3DOM, Web3D Proceedings, S.
185-194, 2010
[10] R. Ellaway &amp; K. Masters, AMEE Guide 32: e-Learning in medical education Part 1: Learning, teaching
and as- sessment, Med Teach. 30(5), S. 455-73, 2008</p>
    </sec>
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