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      <title-group>
        <article-title>Bestimmung und Visualisierung von Abstandsmaßen für die interaktive Chirurgiesimulation</article-title>
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      <lpage>74</lpage>
      <abstract>
        <p>Die Etablierung neuer Operationsmethoden hängt unter anderem davon ab, welche chirurgischen Eingriffe mit dieser Methode erfolgen können und Vorteile für den Patienten bieten. Eine zentrale Fragestellung bei minimalinvasiven Verfahren ist, ob das Operationsgebiet von einem geplanten Zugang aus erreicht werden kann und ob die dann dort verbleibenden Freiheitsgrade die notwendigen Prozeduren ermöglichen. Dieser Beitrag beschreibt eine Methode, mit der kritische Abstände zwischen Instrumenten und anatomischen Strukturen in Echtzeit bestimmt und quantitativ visualisiert werden können. Das Verfahren bildet einen Teil einer virtuellen Testumgebung, mit der Chirurgen zukünftig bei der Erprobung neuer Operationsmethoden und -instrumenten unterstützt werden sollen.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Problem</title>
      <p>
        eines Kontaktes ermittelt werden muss. Im Bereich medizinischer Anwendungen sind nur wenige Arbeiten bekannt, die
die Berechnung von Abständen zwischen triangulierten Modellen fokussieren. Preim et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] verwenden eine
Approximation mit hierarchischen Kugelvolumina, wobei das Verfahren nicht dynamische und in der Position unveränderliche
Modelle fokussiert. Rössling et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ] nutzen Quader als hierarchische Hüllkörper, die im Masseschwerpunkt
(Baryzentrum) der beinhalteten Primitive unterteilt werden, als Suchbäume. Solche Verfahren erfordern jedoch
Vorberechnungen der hierarchischen Strukturen, die bei dynamischen Modellen (affine Transformation und Deformation)
aktualisiert werden müssen, wodurch die Echtzeitfähigkeit nicht mehr garantiert werden kann.
2
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Methoden</title>
      <p>Die vorgestellte Methode adressiert interaktive Simulationen mit statischen und dynamischen virtuellen Modellen.
Statische Modelle können interaktiv durch affine Transformationen manipuliert werden. Dynamische Modelle (Organe,
Gefäße) können zusätzlich einer Gewebesimulation unterliegen, so dass auftretende Kräfte während Interaktionen zu
Formveränderungen führen können. Die Methodik wurde für die beschriebene Testumgebung entwickelt und eignet sich
auch für den Einsatz in Trainingssimulationen.</p>
      <p>Für jedes Instrument  der Simulation wird ein Mindestabstand  definiert, den es zu anatomischen Strukturen
einhalten sollte. Außerhalb dieses Abstandes gilt die Annäherung des Instrumentes als unkritisch. Für die
Oberflächenmodelle der Organe und Gefäße wird in Echtzeit ermittelt, ob ein Instrument diesen Mindestabstand unterschritten hat.
Diese Berechnung erfolgt auf Basis der Eckpunkte der Organ- und Gefäßmodelle. Um eine interaktive Simulation auch
bei mehreren komplexen Modellen zu gewährleisten, wird in Abschnitt 2.1 ein Verfahren zur Verteilung der Berechnung
auf mehrere Simulationsschritte beschrieben. Organ- und Gefäßmodelle haben unterschiedliche Modelleigenschaften,
die in den Abschnitten 2.2 und 2.3 zur effizienten Berechnung der Abstandsmaße differenziert betrachtet werden.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>2.1 Verteilung der Abstandsdetektion</title>
        <p>
          Um Abstandsberechnungen für Modelle mehrerer anatomischer Strukturen (z.B. Abdomen) in Echtzeit zu ermöglichen,
wird die Berechnung auf mehrere Zeitschritte aufgeteilt. Dennoch muss eine möglichst geringe Latenz zur Detektion
eines unterschrittenen Mindestabstandes gewährleistet werden. Hierfür wird der maximale Mindestabstand  =
max ( ) aller Instrumente ermittelt, ab dem eine Distanz für alle Instrumente unkritisch ist. Für jedes anatomische
Modell werden die Eckpunkte mittels Mersenne-Twister [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ] in Objekt-Listen  randomisiert. Befindet sich die
Oberfläche eines Instrumentes  zum Eckpunkt  eines Organs  in einer kritischen Distanz  ( ) ≤  erfolgt die
Risikoeinstufung  =  ( )/ , anhand derer der Eckpunkt in die gemeinsame Risiko-Liste L als kritischer
Eckpunkt einsortiert wird.
        </p>
        <p>In jedem Simulationsschritt wird das Zeitintervall zur Abstandsberechnung vorgegeben. Die Berechnung erfolgt in zwei
Phasen (Abb. 1). Die erste Phase nutzt maximal die Hälfte der vorgegebenen Zeit zur Aktualisierung kritischer
Abstände in  . Ausgehend vom kritischsten Eckpunkt werden die Abstände und die Risikoeinstufungen aktualisiert. Gilt der
Abstand nicht mehr als kritisch, wird der Punkt aus  entfernt und an die zugehörige Liste  angefügt.
Abb. 1: In Phase 1 werden Punkte kritischer Abstände aktualisiert. In Phase 2 werden neue kritische Abstände gesucht.
In der verbleibenden Zeit des Zeitintervalls werden neue kritische Abstände in der zweiten Phase ermittelt. In jeder
Berechnung wird ein Eckpunkt einer Objekt-Liste  untersucht. Die Liste wird über eine Zufallsfunktion (Gewichtung
abhängig von der Eckpunktanzahl) ausgewählt. Liegt ein neuer kritischer Abstand vor, wird der Endpunkt in 
verschoben. Ansonsten wird der Punkt wieder in  angefügt.
Durch die Verteilung der Berechnung auf mehrere Simulationsschritte und den randomisierten Test der Eckpunkte wird
eine geringe Latenz erreicht. Da in den Simulationsschritten ein festes Zeitintervall zur Ermittlung kritischer Bereiche
verwendet wird, ist auch eine Integration in komplexe Simulationsumgebungen möglich.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>2.2 Abstandsdetektion für Organe</title>
        <p>Modelle der Organe werden durch triangulierte Oberflächennetze repräsentiert, bei denen je Eckpunkt 
eine
Oberflächennormale  ⃗</p>
        <p>definiert ist. Beim Suchen nach kritischen Eckpunkten (Abb. 1, Phase 2) erfolgt ein Schnitttest
zwischen einem Strahl in Richtung der Normalen mit  = 
+ 
 ⃗
und den Instrumentenoberflächen (Abb. 2, A).</p>
        <p>Durch die Verwendung hierarchischer Hüllkörper sowie die Begrenzung der Strahlenlänge auf 
kann ein
Schnittpunkt frühzeitig ausgeschlossen werden (early reject).</p>
        <p>Für jeden Schnittpunkt auf einem Instrument wird der Abstand zum Eckpunkt (
) ermittelt. Ist dieser Abstand
geringer als der mit dem Instrument assoziierte Sicherheitsabstand 
gilt der Eckpunkt als potentiell kritisch und wird
den potentiell kritischen Eckpunkt 
ein Kugelvolumen mit dem Radius 
gebildet. Für jedes Instrument werden</p>
        <p>mit dem Kugelvolumen bestimmt (Abb. 2, B).</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>2.3 Abstandsdetektion für Gefäße</title>
        <p>
          durch ihre Mittellinie repräsentiert, bei der mit jedem Linienpunkt 
eine Radiusangabe 
assoziiert ist. Im Gegensatz
zu einer Repräsentation als Oberfläche kann hierdurch das Gefäßvolumen mit weniger als 10% der Punkte implizit
beschrieben werden [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
          ].


Für die Linienpunkte einer Mittellinie ist allerdings keine Oberflächennormale definiert. Zur Suche kritischer
Linienpunkte (Phase 2, Abb. 1) wird daher, ähnlich der Aktualisierung bei Organmodellen, ein Kugelvolumen mit dem Radius
+ 
um den Linienpunkt
        </p>
        <p>gebildet (Abb. 3, A). Liegen Schnittpunkte zwischen einem Instrument und dem
Kugelvolumen vor, wird dieser nun kritische Linienpunkt zur Aktualisierung vorgesehen. Bei der Aktualisierung wird
eine Kontaktebene (und –normale) durch die drei Schnittpunkte mit dem geringsten euklidischen Abstand zum
Linienpunkt gebildet. Der Instrumentenabstand entspricht nun dem Abstand der Kontaktebene zum Linienpunkt (Abb. 3, B).
Zur Visualisierung des Gefäßes ist weiterhin ein Dreiecksnetz der Oberfläche erforderlich. Jeder Eckpunkt des
Oberflächenmodells 
wird mit mindestens einem Linienpunkt assoziiert. Die Menge der mit 
verbundenen Linienpunkte
wird im Folgenden als  ( ) bezeichnet. Zur Visualisierung des Abstandes in einem Oberflächenpunkt werden die
berechneten Abstände der Punkte in  () auf den Oberflächenpunkt übertragen. Hierbei wird der zusätzliche Abstand
des Oberflächenpunktes zu seinen Linienpunkten durch ( ) = ( ( ) − ( −  ) ⃗ ) mit einbezogen, wobei  ⃗
der Kontaktnormalen entspricht (Abb. 3, C). Die aufwendige Abstandsberechnung (Suche und Aktualisierung) erfolgt
damit stets auf den Linienpunkten, während Risikobewertung und -visualisierung bei der Visualisierung des
Oberflächenmodells erfolgen. Durch die Berücksichtigung des zusätzlichen Abstandes der Oberflächenpunkte zu den
Linienpunkten erfolgt die Risikobewertung richtungsabhängig, wodurch für die dem Instrument zugewandten Bereiche der
Oberfläche von den abgewandten Bereichen in der Visualisierung unterscheidbar ist.</p>
        <p>Abb. 3: Abstandsberechnung für Gefäße anhand der Mittellinie (A). Der Abstand eines Linienpunktes  entspricht dem
Abstand der Kontaktebene, die aus drei Schnittpunkten einer umgebenden Kugel mit der Oberfläche eines
Instrumentes gebildet wird (B). Zur Visualisierung wird der Abstand zwischen Oberflächenpunkten  zu
Linienpunkten entlang der Kontaktnormale einbezogen (C).
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Zur Auswertung wurde eine generisch definierte Mittellinie verwendet (Abb. 4, oben) sowie ein auf Basis der
diagnostischen Bildgebung generierter Datensatz der Milz (Abb. 4, unten).</p>
      <p>
        Genauigkeit: Für den Vergleich der Genauigkeiten wurden die Abstände zwischen dem Modell eines Instrumentes und
dem generischen Gefäßmodell mit dem Tumor Therapy Manager (TTM) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ] bestimmt. Der TTM, ein kommerzielles
Planungssystem, ermöglicht unter anderem die Bestimmung von Abständen zwischen Tumoren und anatomischen
Strukturen zur Unterstützung des Tumorstaging. Das dort verwendete Verfahren garantiert für Oberflächennetze
geometrisch exakte Ergebnisse [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]. Aufgrund der aufwendigen Berechnungen ist es jedoch nicht für Echtzeitumgebungen
mit dynamischen Modellen geeignet.
      </p>
      <p>Für die Vergleichbarkeit wurde mit dem TTM die kürzeste Distanz jedes einzelnen Eckpunktes der Oberfläche des
generischen Gefäßmodells zur Oberfläche des Instrumentes bestimmt. Für das Instrument wurde ein Sicherheitsabstand
von  = 2 verwendet. Im Vergleich zu den Messungen des TTM wurde im Mittel eine Abweichung von  =
1.2 (Standardabweichung  = 0.8 ) erreicht.</p>
      <p>Performance1: Die Berechnungen erfolgten mit einem Intel-I7 System mit mehreren Prozessoren, wobei sich die
folgenden Angaben auf die Nutzung eines Prozessors ohne Parallelisierung beziehen. Eine Übersicht über die Modelle und
der erforderlichen Berechnungszeiten ist in Tabelle 1 aufgeführt. Das Testgefäß mit einer Oberfläche aus 219 Punkten
ist in Abb. 4 (oben) und das Modell der Milz ist in Abb. 4 (unten) dargestellt.</p>
      <p>Für die Kontaktberechnung wurden in jedem Simulationsschritt 2ms vorgegeben. Für das Instrument wurde ein
Sicherheitsbereich  = 2 definiert und besteht aus 170 Eckpunkten (326 Dreiecke).
1 Hardware: Intel i7 960, 3.2 GHz, 12 GB Ram, NVIDIA GeForce GTX 295
Abb. 4: Oben: Instrument wird an ein Gefäß angenähert. (Sicherheitsabstand 2cm, Positionsänderung von 4mm je</p>
      <p>Schritt). Unten: Beispielvisualisierung einer Sonde nahe dem Milzhilus mit Milzgefäßen.</p>
      <p>Bei den Gefäßmodellen ist in Tabelle 1 zusätzlich die erforderliche Zeit angegeben, um anhand der Distanzmaße der
Oberfläche die Risikobewertung auf dem assoziierten Oberflächenmodell durchzuführen und damit das
Oberflächenmodell hinsichtlich der Mittellinie zu synchronisieren. Dieser Aufwand skaliert mit der Anzahl der Oberflächenpunkte
linear, aber kann in hohem Maße parallelisiert werden, da die Punkte voneinander unabhängig bewertet werden können.</p>
      <p>Linienpunkte
Oberflächenpunkte
Suchen (Ø ms)
Aktualisieren (Ø ms)
Synchronisieren (Ø ms)
1,3
4,2
51,1</p>
      <p>391,1
7
0,0104
0,182</p>
      <p>349
0,0107
0,078
Testgefäß</p>
      <p>Portalvene</p>
      <p>Milz</p>
      <p>Magen
219
1039
8793
66743
1100
0,0096
0,056
3391
0,011
0,056
Tabelle 1: Ergebnisse der Performancemessungen. Für Gefäße wurden jeweils zwei Oberflächennetze verwendet, für
die zusätzlich die Zeit zur Synchronisation mit der Mittellinie angegeben wurde.</p>
      <p>Die Suche nach neuen kritischen Abständen erfordert weniger Zeit als die Aktualisierung und Bestimmung der
Abstände. Bei der Zeitvorgabe von 2ms für die Kontaktberechnung, von der mindestens 1ms zur Suche nach neuen kritischen
Abständen verwendet wird, können etwa 100 Eckpunkte Simulationsschritt überprüft werden, wobei durch das
randomisierte Prüfen der Eckpunkte eine große Flächenabdeckung erreicht wird. Werden die zur Visualisierung
erforderlichen 50Hz Aktualisierungsrate zu Grunde gelegt, können somit 5000 Eckpunkte je Sekunde auf ein potentielles
Sicherheitsrisiko geprüft werden.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Die vorgestellte Methode ermöglicht die Berechnung und Visualisierung kritischer Abstände in Echtzeit und kann
insbesondere für Simulationen mit dynamischen Modellen eingesetzt werden. Da der Schwerpunkt der Berechnungen in
interaktiven Simulationen mit dynamischen Modellen häufig bei der Gewebesimulation liegt (FEM, Feder-Masse
Modelle, Kollisionserkennung, Haptik), werden die erforderlichen Abstandsberechnungen über mehrere
Simulationsschritte verteilt. Durch die Verwendung einer Zufallsfunktion bei der Suche nach potentiell kritischen Abständen kann
dennoch gewährleistet werden, dass in wenigen Simulationsschritten eine große Flächenabdeckung erreicht wird. Wurde
ein kritischer Abstand gefunden, wird in diesem lokalen Umfeld priorisiert gesucht, indem benachbarte Punkte ebenfalls
bei Aktualisierungen einbezogen werden. Kritische Abstände werden in jedem Zeitschritt entsprechend ihrer
Risikoeinstufung aktualisiert, so dass Bereiche mit potentiell hohem Risiko eine geringe Latenz aufweisen.
Die erreichte Genauigkeit ist für eine quantitative Darstellung potentieller Risiken für Simulationen des Abdomen
geeignet. Die hohe Performance bei der Berechnung wird vor allem dadurch ermöglicht, dass alle Instrumente ab einem
maximalen Abstand ( ) kein Risiko mehr darstellen, wodurch die Strahlen- und Schnitttests mit den Kugelvolumina
räumlich beschränkt werden können.</p>
      <p>Für Gefäße, bei denen Oberflächendreiecksnetze eine hohe Komplexität aufweisen, wurde ein Verfahren entwickelt, das
ihre besonderen geometrischen Eigenschaften berücksichtigt. Durch die Verwendung der auch in Planungssystemen
üblichen Mittellinie können Sicherheitsabstände effizient bestimmt werden. Bei der Visualisierung des assoziierten
Oberflächenmodells ist eine Synchronisierung mit der Gefäßmittellinie erforderlich. Diese Synchronisierung kann für sehr
komplexe Oberflächenmodelle ein Performanceproblem darstellen und sollte parallelisiert werden.
Die Risikobewertung wird bisher als Farbgradient abgebildet. Für die bessere visuelle Abgrenzung der Risikobewertung
vom eigentlichen Gewebe, sind alternative Darstellungen empfehlenswert. Die Risikobewertung sowie deren
Visualisierung erfolgt anhand der Modelleckpunkte. Für Dreiecksnetze (Organe) wird die Visualisierung über die Dreiecksfläche
trilinear interpoliert, so dass eine möglichst homogene Modelltopologie erforderlich ist.</p>
      <p>Die Evaluierung der vorgestellten Methode durch Chirurgen ist mit der Evaluierung der Testumgebung geplant, die sich
aktuell noch in der Entwicklung befindet.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Danksagung</title>
      <p>Die vorgestellten Arbeiten wurden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des
Projektes ViERforES II gefördert (Förderkennzeichen 011M100002A, http://www.vierfores.de).</p>
    </sec>
  </body>
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