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        <article-title>Multimodale Bildregistrierung von fpVCT- und OCT-Daten zur Rea- lisierung hochgenauer medizinischer Navigation</article-title>
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          <string-name>J. Díaz Díaz</string-name>
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          <string-name>T. Ortmaier</string-name>
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        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>165</fpage>
      <lpage>168</lpage>
      <abstract>
        <p>Medizinische Navigationssysteme stellen ein routinemäßig eingesetztes, intraoperatives Assistenzsystem dar. Moderne und insbesondere minimal invasive Operationstechniken stellen jedoch Anforderungen an die Genauigkeit der Lokalisation von Patient und Instrument, die von stereo-optischen oder elektro-magnetischen Navigationssystemen nicht mehr gewährleistet werden können. Durch die Integration eines hochauflösenden OCT-Sensors in den Lokalisationsprozess soll die Navigationsgenauigkeit für chirurgische Eingriffe an der seitlichen Schädelbasis erhöht werden. Der Kern dieses Navigationsprinzips ist die Registrierung von intraoperativ akquirierten OCT-Daten mit präoperativen CT-Daten. Dieser Beitrag stellt die Machbarkeit der multimodalen Registrierung vor. Es werden rigide Transformationen mit der „Nearest Neighbour“ Interpolation untersucht. Als Ähnlichkeitsmaß wird die in der multimodalen Bildregistrierung übliche „Mutual Information“ verwendet. Als stochastischer Optimierungsalgorithmus wird eine Partikel Schwarm Optimierung eingesetzt. Die qualitativen Ergebnisse zeigen eine hohe Güte der Registrierung.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Problemstellung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Methoden</title>
      <p>
        in einer Probe an Inhomogenitäten und damit insbesondere an Materialübergängen statt. Die Qualität und Eindringtiefe
hängt damit stark von dem verwendeten Material ab; bei biologischen Proben beträgt die maximale Eindringtiefe ca. 2
mm [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ]. Aufgrund der hohen Auflösung und dem beschränkten Arbeitsbereich eignet sich OCT insbesondere für die
Bildgebung oberflächennaher Mikrostrukturen. Da die aktuelle Forschung die Systeme zunehmend auflösungsstärker
und hochfrequenter in der Abtastung machen, ist zu erwarten, dass ein größeres Volumen einer biologischen Probe
invivo und in Echtzeit mit OCT zu visualisieren ist.
2.1
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Daten</title>
      <p>
        Die diesem Beitrag zugrunde liegenden OCT-Daten wurden von einem Time Domain (TD) OCT [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ] aufgenommen. Der
abgebildete Arbeitsbereich wurde auf einen Bereich von 4 mm x 3 mm x 6 mm beschränkt, wobei 3 mm die maximale
Scantiefe (in dem Medium Luft) beschreibt. Die räumliche Auflösung beträgt 8,3 µm x 6,3 µm x 25,0 µm. Die
CTBildgebung wurde mit einem „flat panel volume computerised tomography“ (fpVCT, General Electric, Schenectady,
NY, USA) realisiert, da hiermit eine höhere örtliche Auflösung gegenüber konventionellen CTs realisierbar ist. Nach
einer isotropen Rekonstruktion erhält man so eine räumliche Auflösung von 0,148 mm x 0,148 mm x 0,148 mm. Der
Arbeitsbereich beinhaltet den Arbeitsbereich des OCT.
      </p>
      <p>(a)</p>
      <p>(b)</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Mastoidzellen</title>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Mastoidzellen</title>
        <sec id="sec-3-2-1">
          <title>Abb. 1: Ausschnitte eines (a) fpVCT- (17,96 mm x 14,99 mm) und (b) OCT</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-2-2">
          <title>Datensatzes (4 mm x 3 mm, letztere Angabe im Medium Luft) eines humanen Felsenbeinpräparats</title>
          <p>Der abgebildete Bereich ist ein Teil des Felsenbeins eines Leichenpräparats. Um die im Felsenbein vorhandenen und in
Abb. 1 dargestellten Strukturen im Knochen für die OCT-Bildgebung sichtbar zu machen, wurde die Oberfläche des
Felsenbeins geringfügig angefräst. Im Vergleich zu einer kompletten Mastoidektomie handelt es sich hierbei nur um
einen Bruchteil an Knochengewebe, das entfernt wurde. Dies ist aufgrund der hohen Dichte des Schädelknochens bzw.
der geringen Eindringtiefe des OCT Laserstrahls in Knochen notwendig. Zu sehen ist in Abb. 1 das sog. Mastoid des
Felsenbeins mit den charakteristischen Kavitäten im Knochen, den sog. Mastoidzellen.</p>
          <p>Die Registrierungsgüte hängt im Besonderen von der Güte und der Vergleichbarkeit der Daten ab. Je größer der
Informationsgehalt in den einzelnen Bildern, desto wahrscheinlicher lassen sich die Bilder korrekt registrieren. Notwendig
ist aber auch, dass die gleichen Informationen in den Bildgebungen dargestellt werden. Dies ist nicht unmittelbar
gegeben, da in einem CT-Bild die Grauwerte den Absorptionsgrad des Gewebes repräsentieren während sie in einem
OCTBild für das Reflektionsverhalten des Gewebes stehen. Bei den Übergängen von Luft zu Knochen bzw. von Knochen zu
Gewebe treten jedoch sowohl Materialinhomogenitäten als auch hohe Absorptionsgradienten auf. Folglich korrelieren
die Positionen der Kanten in den beiden Bildgebungen miteinander.
2.2</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Registrierung</title>
      <p>Registrierung beschäftigt sich mit der Suche nach der Transformation T , die den räumlichen Zusammenhang zwischen
zwei Datensätzen herstellt. Die Einschränkung der Transformation T auf eine bestimmte Klasse von Abbildung ist Teil
der guten Konditionierung der Problemstellung. In diesem Beitrag beschränken wir uns auf rigide Transformationen
T , die durch einen sechs-dimensionalen Vektor x parametrisiert sind, für den gilt:</p>
      <p>x = (t x , t y , t z ,ϕ z ,ϕ y' ,ϕ z'' ) =: ( xt , xϕ ).</p>
      <p>Die Parameter xt stellen dabei die Komponenten einer Translation dar, während xϕ die rotatorischen Komponenten in
Euler-Winkel repräsentieren. Es wird nach einer der üblichen Konventionen um die Achsen z , y' , und z' ' rotiert.
Die Einschränkung auf rigide Transformationen ist bei den gegebenen Datensätzen zulässig, da elastische
Verformungen im Kadaverpräparat nicht zu erwarten sind und statische Effekte in einer Vorverarbeitung der Daten kompensiert
werden können. Wendet man eine rigide Transformation auf einen Datensatz an, so besteht die Notwendigkeit der
Interpolation, d.h. der Ausrichtung der transformierten Voxel an den Voxeln des Referenzdatensatzes. Die für diesen
Beitrag implementierte Methode ist die „Nearest Neighbour“-Methode. Die damit erzielbaren Registrierungsgenauigkeiten
sind im Vergleich zu anderen Interpolationsmethoden gering, jedoch für unsere Zwecke ausreichend.</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Abb. 2: Schematische Darstellung eines Registrierungsprozesses</title>
        <p>
          In Abb. 2 ist eine schematische Darstellung des gesamten Registrierungsprozesses zweier Datensätze Di –
Referenzdatensatz und transformierter beweglicher Datensatz – dargestellt. Ziel einer Registrierung ist die Wahl der
Transformation, die das Ähnlichkeitsmaß maximiert. Da es sich in diesem Beitrag um Datensätze zweier unterschiedlicher
Bildgebungen handelt – man spricht deshalb von multimodaler Bildregistrierung –, wurde die „Mutual Information“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ]
im Algorithmus implementiert, die sich wie folgt berechnet:
        </p>
        <p>MI (D1, D2 ) = H (D1) + H (D2 ) − H (D1, D2 ).
„Mutual Information“ ist ein in der multimodalen Bildregistrierung übliches Ähnlichkeitsmaß, welches im
Wesentlichen auf der Minimierung der (Shannon) Entropie H des gemeinsamen Histogramms H (D1, D ) basiert. Diese wird
2
genau dann minimiert, wenn mittels Wahrscheinlichkeiten Korrespondenzen zwischen den Grauwerten der beteiligten
Daten aufgestellt werden können. „Mutual Information“ ist ein intensitätsbasiertes Ähnlichkeitsmaß, dessen Vorteil die
direkte Evaluation der Daten beinhaltet, wodurch eine Merkmalsdetektion umgangen wird. Die Anforderungen an die
dem Ähnlichkeitsmaß übergebenen Daten sind damit sehr gering.</p>
        <p>
          Ebenso wichtig wie das Ähnlichkeitsmaß ist die richtige Wahl des Optimierungsalgorithmus. In der multimodalen
Bildregistrierung ist a priori die zu optimierende Funktion, die sog. Gütefunktion, hochgradig nicht konvex. Dadurch
eignen sich deterministische Optimierungsalgorithmen nur bedingt, um das globale Maximum zu bestimmen. Es wurde
daher auf eine stochastische und dadurch rechenintensive Partikel-Schwarm Optimierung (PSO) zurückgegriffen, die
erstmalig von Kennedy und Eberhardt [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ] benutzt wurde.
3
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Der vorgestellte Algorithmus wurde implementiert und auf die vorliegenden Rohdatensätze angewendet. Die
Grobregistrierung erfolgte anhand von künstlichen Landmarken an der Oberfläche des Felsenbeins und lieferte die
Startparameter des Registrierungsprozesses. Die Genauigkeitsschätzung der Grobregistrierung lieferte die Schranken für die
Optimierung und wurde mit ± 2 mm in jeder translatorischen und ± 2 ° in jeder rotatorischen Komponente bestimmt.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Abb. 3: Gegenüberstellung von 3 ausgewählten Schichten eines fpVCT-Datensatzes (jeweils links) mit den korrespondierenden transformierten Original OCT-Datensätzen (jeweils rechts)</title>
        <p>Da mit Originaldaten gearbeitet wurde, fehlt der sog. Goldstandard. Damit ist eine Evaluation der optimierten
Transformation und die Bestimmung des Transformationsfehlers nicht ohne weiteres möglich. Die Überprüfung der
Transformationsgüte erfolgt somit zunächst rein qualitativ anhand der Gegenüberstellung der Datensätze. Wie in Abb. 3
anhand der Oberfläche und Mastoidzellen zu sehen ist, stimmt die Lage der Oberfläche in beiden Datensätzen gut
überein. Sowohl die Lage als auch Größe und Form lassen den Schluss zu, dass eine zufrieden stellende Transformation
erzielt wird. Die geringe Qualität des OCT-Datensatzes, insbesondere die begrenzte Eindringtiefe, verhindert jedoch
eine bessere Gegenüberstellung.</p>
        <p>
          Um die Ergebnisse weiter zu evaluieren soll ein Vergleich zu (leicht geänderten) in [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ] erzielten Ergebnissen erfolgen.
In der dortigen Veröffentlichung basierte die Registrierung auf originalen VCT-Daten und unter anderem mittels eines
Kaskadenfilters, bestehend aus Median- und Mittelwertsfilter, vorverarbeiteten und anschließend segmentierten
OCTDaten. Der Vergleich soll zum einen anhand der Differenz der translatorischen Komponenten
erfolgen, wobei i = 1 für die Benutzung der segmentierten OCT-Daten, während i = 2 für die Benutzung der
unsegmentierten Daten steht. Zum anderen soll die rotatorische Differenz eϕ durch den Winkel in der
AchseWinkeldarstellung der Rotationsmatrix R1R2 −1 bestimmt werden, wobei Ri die Rotationsmatrix von Ti ist. Somit gilt
⎛ Spur (R1R2−1 ) − 1 ⎞
eϕ = arccos⎝⎜⎜ 2 ⎠⎟⎟.
        </p>
        <p>
          Diese Ausdrücke vermitteln einen guten Eindruck über den Unterschied der Ergebnisse der beiden
Registrierungsverfahren. Es gilt ex = 0,182 mm bzw. eϕ = 2,298 ° . Somit ist der Unterschied (zumindest in der translatorischen
Komponente) ca. das 1,25 fache der fpVCT-Auflösung und damit relativ hoch. Er lässt sich jedoch durch eine kleine
Änderung der OCT-Daten bzw. des Ähnlichkeitsmaßes stark mindern, nämlich unter der Annahme, dass ab einer festen Tiefe
zur detektierten Oberfläche die Voxel aufgrund der geringen Eindringtiefe des OCT in der Registrierung nicht
berücksichtigt werden. Der (translatorische) Unterschied lässt sich dann auf das 0,56 fache der fpVCT-Auflösung reduzieren
und liegt dann bei ex = 0,083 mm bzw. eϕ = 0,633 ° . Die in [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ] noch als notwendig aufgefasste rechenzeitaufwendige
Segmentierung der Daten ist somit a priori für die Registrierung der Daten überflüssig.
4
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Diskussion</title>
      <p>
        Die Idee einer hohen Navigationsgenauigkeit basierend auf der Integration eines OCT in ein bestehendes
Navigationssystem zur Verfügung zu stellen, macht die Registrierung von hochauflösenden OCT-Daten mit präoperativen
CTDaten notwendig. Der Beitrag setzt sich mit dieser grundsätzlichen multimodalen Registrierungsproblematik
auseinander und zeigt die Machbarkeit der Registrierung von originalen Daten. Auch wenn ein – nachzuholender – Vergleich
zum Goldstandard fehlt, wird qualitativ eine Genauigkeitsaussage getroffen und quantitativ die Ergebnisse mit denen
aus [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] verglichen. Es wird qualitativ eine zufrieden stellende Registrierung erzielt, die es in folgenden Beiträgen
quantitativ zu bewerten gilt. Des Weiteren wird in folgenden Veröffentlichungen eine Aussage hinsichtlich der Robustheit
dieses Verfahrens getroffen werden müssen. Die Autoren danken der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die
Förderung im Rahmen des Projektes „Einsatz der OCT-Bildgebung zur medizinischen Nahfeldnavigation“ und allen weiteren
Institutionen und Personen, die das Projekt unterstützen.
5
      </p>
    </sec>
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