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        <article-title>Der chirurgische Workflow bei Hirntumoren - statistisch aufwendig und klinisch relevant?</article-title>
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          <string-name>Dr. Dirk Lindner</string-name>
          <email>dirk.lindner@medizin.uni-leipzig.de</email>
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          <string-name>Sebastian Blecha</string-name>
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          <string-name>Dr. Thomas Neumuth</string-name>
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          <string-name>Jürgen Meixensberger</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>ICCAS Innovation Center Computer Assisted Surgery Leipzig</institution>
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          <label>1</label>
          <institution>Klinik für Neurochirurgie, Universität Leipzig</institution>
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      <fpage>191</fpage>
      <lpage>193</lpage>
      <abstract>
        <p>Neurochirurgische Operationen sind vielfach technisch komplex und aufwändig. Der Neurochirurg kann möglicherweise die Vielzahl an Informationen nicht optimal ausnutzen, Frustration und suboptimale Nutzung der Assistenzsysteme sind die Folge. Anhand der Resektion von Hirntumoren wurde die Aussagekraft von Workflowanalysen klinisch geprüft. Ein Editor wurde programmiert und 60 Patienten intraoperativ mit Hirntumoren begleitet. In allen Fällen war die Aufnahme stabil. Interessant war beispielsweise der geringe zeitliche Aufwand zum Einrichten der Navigation, die Nutzung des Ultraschalls, die genaue zeitliche Beschreibung der OP Folge wie auch die Aktivität des Assistenten in weniger als der Hälfte der OP. Weitere Workflowstudien sollten das Zusammenspiel der Assistenzsysteme und mögliche technische Konflikte genauer untersuchen.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Schlüsselworte</kwd>
        <kwd>chirurgischer Workflow</kwd>
        <kwd>Hirntumoren</kwd>
        <kwd>intraoperativ</kwd>
      </kwd-group>
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    <sec id="sec-1">
      <title>Problem</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Methoden</title>
      <p>Datenerfassung wurde ein Laptop Sony Vaio mit einem Intel Pentium III Prozessor mit 1,73 GHz und 512 MByte RAM
Arbeitsspeicher eingesetzt. Ein Medizinstudent wurde jeweils mit dem Laptop vertraut gemacht. Jeder Student nahm 3
Operationen zum Erlernen der Funktionen des Editors ohne Auswertung auf. Insgesamt 3 Medizinstudenten im letzten
Ausbildungsjahr begleiteten die Studie, so dass 9 Operationen nicht ausgewertet wurden. In die Auswertung gingen
zwischen 2007 und 2008 insgesamt 60 Patienten ein. Die Aufnahme begann mit dem Hereinfahren des Patienten und
Anästhesisten in den OP-Saal und endete mit dem Herausfahren des Patienten.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Die OP wurde in 5 Phasen unterteilt:</title>
        <p>1.
2.
3.
4.
5.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Anästhesiologische Vorbereitung im OP-Saal</title>
        <p>Neurochirurgische Vorbereitung
Kraniotomie (nochmals in drei Unterphasen unterteilt)
Tumorpräparation und –Entfernung</p>
        <p>Blutstillung und Wundverschluss einschließlich Knochendeckelfixierung, Auslagerung
Folgende Parameter worden besonders bei der Workflowanalyse untersucht:</p>
        <p>Operationserfolg (im Bezug auf die in- bzw. komplette Tumorresektion)
Technische Unterstützung der Operation (mit oder ohne Neuronavigation)
Referenzierungszeit der Neuronavigation (präoperativ)
Operateur
Operationsdauer (Schnitt-Naht-Zeit)
Gesamteinsatzzeit und Anwendung des Ultraschalls, CUSA
Gesamteinsatzzeit und Positionsänderungshäufigkeit des Operationsmikroskops
Tumorresektionszeit
Dauer der einzelnen Phasen und die Gesamtzeit der Blutstillung bis zum Abschluss der Hautnaht
Dauer der Assistententätigkeit
Bild 1: Einteilung nach der Händigkeit und der Person intraoperativ
Die Workflowaufnahme erfolgte in allen 60 Operationen suffizient, die Kontrolle einzelner Abfolgen entsprach exakt
dem normalen OP Protokoll. Bei 26 Patienten (43%) wurde eine Neuronavigation eingesetzt, der Zeitaufwand zur
Registrierung und Anzeichnung des optimalen Zugangs lag bei lediglich 10 Minuten. Die mittlere OP Zeit aller
Operationen lag bei 3h 8 Minuten. Histologisch wurden 22 Gliome, 10 Metastasen, 15 Meningeome aber auch Lymphome, ein
Glomustumor und Akustikusneurinome operiert.</p>
        <p>Exemplarisch einige klinische Ergebnisse:
1. Die Zeit vom Schnellschnitt bis zur Information des Pathologen via Telefon lag bei 48 Minuten.
2. Ein OP-Assistent war nur während 48,6% der Operationszeit wirklich aktiv.
3. Die durchschnittliche Zeit für die Tumorentfernung nach Auffinden des Tumors lag bei 1h 3min.
4. Blutstillung und Wundverschluss beanspruchten durchschnittlich 1h 2min.
5. Die Position des OP-Mikroskops wurde durchschnittlich 25 Mal während der Operation gewechselt, die
Einsatzzeit lag bei 1h 35 min (mittel).
6. Der Einsatz des 2D-Ultraschall (B-Mode) betrug nur 5 Minuten. Bei 7 von den 22 Patienten mit einem Gliom
wurde auf Grund des Ultraschalls die Resektion des Tumors fortgesetzt.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>4 Diskussion</title>
      <p>Der Workfloweditor ist ein hoch interessantes Instrument für die Analyse verschiedener Schritte während einer
Operation. Die gemeinsame Entwicklung durch Informatiker, Neurochirurgen, Medizintechniker und OP-Schwestern in
Leipzig hat zu einem suffizienten Tool für die Aufnahme und Wiedergabe aller Details einer Hirntumoroperation geführt.
Alle Prozeduren können nach einzelnen OP Abschnitten, Operateuren und Instrumenten getrennt betrachtet und
analysiert werden. Die zentrale Rolle des Mikroskops hat sich bestätigt, der Aufwand für Navigation und intraoperativen
Ultraschall sind gering. Die kalkulierbaren Zeiten für die Kraniotomie, die Tumorentfernung und den Wundverschluss
fließen bereits in die Kommunikation zwischen Neurochirurg und Anästhesisten ein. Die Rolle einer Kamera zur
Workflowaufnahme und die Synchronisation verschiedener Datenquellen sind die Herausforderung der zukünftigen
Workflowanalysen. Das Zusammenspiel einzelner Instrumente (CUSA, Mikroskop, Navigation, Bipolator) wird weiter
untersucht, die physikalischen Parameter des Ultraschalls und anderer intraoperativer Bildgebung sollen automatisch
ausgelesen werden. Durch den Einsatz aller Beteiligten ist der Workfloweditor endgültig in der Klinik angekommen.</p>
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