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        <article-title>Der LiverSurgeryTrainer - Ein chirurgisches Trainingssystem für die Planung von Eingriffen an der Leber</article-title>
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          <string-name>Jeanette Mönch</string-name>
          <email>jeanette.moench@ovgu.de</email>
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          <string-name>Konrad Mühler</string-name>
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          <string-name>Karl-Jürgen Oldhafer</string-name>
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          <string-name>Gregor Stavrou</string-name>
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          <string-name>Christian Hillert</string-name>
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          <string-name>Christoph Logge</string-name>
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          <string-name>Bernhard Preim</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Asklepios Klinik Barmbek</institution>
          ,
          <addr-line>Hamburg</addr-line>
          ,
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          <label>1</label>
          <institution>Krankenhaus Reinbek</institution>
          ,
          <addr-line>St. Adolf-Stift, Hamburg</addr-line>
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          <label>2</label>
          <institution>Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Simulation und Graphik</institution>
          ,
          <addr-line>Magdeburg</addr-line>
          ,
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          <label>3</label>
          <institution>Schlüsselworte: Lernsystem</institution>
          ,
          <addr-line>chirurgisches Trainingssystem, Leberchirurgie, Evaluierung</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff4">
          <label>4</label>
          <institution>Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf</institution>
          ,
          <addr-line>Hamburg</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
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      <pub-date>
        <year>2011</year>
      </pub-date>
      <fpage>99</fpage>
      <lpage>103</lpage>
      <abstract>
        <p>Wir präsentieren den LiverSurgeryTrainer, ein fallbasiertes Trainingssystem zur Vermittlung des klinischen Vorgehens bei der computergestützten Planung von Eingriffen an der Leber. Der Schwerpunkt liegt auf dem Training der Interaktion mit 3D-Modellen der Patientenanatomie und den Interaktionstechniken zur Planung eines operativen Eingriffs. Es können die Definition von Resektionsflächen zur Tumorresektion bzw. Spenderevaluierung bei Leberlebendspenden auf Schichtbilddaten trainiert werden. Die Entwicklung erfolgte auf Basis des szenariobasierten Designs, um die Mediziner möglichst eng in die Entwicklung einzubeziehen. Für die effektive Wissensvermittlung ist die Verwendung eines didaktischen Konzeptes bzw. Instruktionsdesignmodells essentiell. Die didaktische Gestaltung des LiverSurgeryTrainers orientiert sich deshalb am Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell. Das System wurde mehreren Evaluierungen unterzogen. Es ist im Rahmen einer Verbundförderung entstanden, die kürzlich abgeschlossen wurde.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Problem</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Methoden</title>
      <p>und die Operationstechnik der Leberlebendspenden einer breiteren Masse der Chirurgen vermittelt werden. Zur
realitätsnahen Gestaltung des Trainings werden Trainingsszenarien verwendet, die auf realen Fällen basieren. Das
problemorientierte Lernen findet auch in der klassischen Medizinerausbildung Anwendung. Auf diese Weise werden
ganzheitliche Arbeitsabläufe trainiert, was den Lernenden die Übertragung der benötigten Fertigkeiten in den klinischen
Alltagsprozess erleichtert. Die aktuelle Version des LiverSurgeryTrainers enthält dreizehn Trainingsfälle, davon sind elf Fälle
onkologische Leberresektionen und zwei Leberlebendspenden. Der Stand der Fallbasis enthält alle wichtigen
onkologischen Operationsstrategien. Die Anzahl spiegelt grob die Häufigkeit im klinischen Alltag wieder.</p>
      <p>Nutzer des Systems: Die Anwender des Lernsystems sind angehende Fachärzte bzw. Assistenzärzte der Chirurgie mit
der Subspezialisierung Abdominalchirurgie. Sie verfügen über umfangreiches Anatomiewissen und sie besitzen
unterschiedliche Erfahrung im Umgang mit dem Computer bzw. bei der Arbeit mit Planungssystemen. Chirurgen sind eher
mit der realen räumlichen Darstellung der Anatomie vertraut als mit den 2D-Schichten der Bildgebung oder mit
3DVisualisierungen. Im Lernsystem sollte auf diese, teilweise unterschiedlichen, Wissensstände eingegangen werden.
Trainingsschritte: Der LiverSurgeryTrainer orientiert sich an den klinischen Abläufen der Therapieplanung für die
Leber (siehe Abb. 1). Der Lernende wählt aus dem Spektrum der onkologischen Eingriffe oder Leberlebendspenden einen
Fall für sein Training aus. In den ersten Schritten, der Diagnose, bekommt er Informationen zur Anamnese des Patienten,
durchgeführten Untersuchungen und der Bildgebung präsentiert. Für die Therapieplanung steht das Einzeichnen
virtueller Resektionsflächen zur Verfügung. Im Schritt der Analyse muss der Lernende eine seiner geplanten Therapievarianten
auswählen und trifft damit seine Therapieentscheidung. Feedback zur Planung wird dem Lernenden in Form einer
visuellen und textuellen Gegenüberstellung zu Expertenempfehlungen gegeben. Abschließend werden Informationen zum
Verlauf des realen Eingriffs und zum postoperativen Verlauf präsentiert.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Abbildung 1: Der Ablauf der Trainingsschritte orientiert sich am klinischen Workflow.</title>
        <p>Erstellung der Planung: Die Planung des Eingriffs ist grob in zwei Teile untergliedert: die Beurteilung der
Gefäßanatomie und die Definition der Resektionsebene. Die Beurteilung der Anatomie der Gefäße spielt für die
Therapieentscheidung eine wichtige Rolle. Die Gefäße weisen häufig anatomische Variationen auf, die vor allem bei der Planung
einer Resektion eine große Rolle spielen. Für die Einschätzung der Gefäße stehen biphasische Schichtbilddaten zur
Verfügung. Der Lernende wird durch drei Bewertungsschritte geleitet, in denen er die in diesem Fall vorliegende Anatomie
charakterisieren soll. Für ungeübte Nutzer können als Unterstützung farbige Überlagerungen der Strukturen
eingeblendet werden. In diesem Schritt können die Lernenden auf das 3D-Modell zugreifen. Standardmäßig erfolgt die
Anatomiebewertung auf Basis der Schichtbilddaten, da dies momentan die etablierte Vorgehensweise darstellt.
Ebenso erfolgt die Planung des Eingriffs zunächst konventionell anhand der Schichtbilddaten. Die Ärzte sind diese
Herangehensweise aus ihrer täglichen Praxis gewohnt. Das Vertrauen in die neue Art der Planung soll damit gestärkt
werden. Die Nutzer werden erst nach der Durchführung der Planung anhand der 2D-Daten an die 3D-Planung
herangeführt und können jederzeit zur 2D-Ansicht wechseln. Virtuelle Resektionsflächen können auf den einzelnen Schichten
eingezeichnet werden (siehe Abb. 2, Bild links). Anschließend wird aus den Linien automatisch eine dreidimensionale
Fläche generiert [9] und die Volumina für das Resektat und das verbleibende Leberparenchym berechnet. Ist der
Benutzer mit diesem Ergebnis nicht zufrieden (z.B.: das im Patienten verbleibende Volumen ist zu gering, wichtige Gefäße
wurden verletzt oder der Sicherheitsrand nicht eingehalten), kann er die definierte Resektionsfläche durch direkte
Manipulation korrigieren. Im darauf folgenden Schritt wird das Planungsergebnis im 3D-Modell präsentiert.
Analyse der Planung: Es erfolgt eine quantitative Gegenüberstellung der Resektionen des Lernenden und des Experten
in Form eines selbstregulierenden Feedbacks. Die Lernenden bekommen so die Möglichkeit, ihr Ergebnis mit denen der
Experten zu vergleichen, zu bewerten und mögliche Verbesserungen einzuarbeiten. Der Vergleich erfolgt auf Basis einer
synchronisierten Darstellung der 3D-Modelle (siehe Abb. 2, Bild rechts), der Schichtbilddaten sowie einer textuellen
Gegenüberstellung. Die Bandbreite von anatomischen, pathologischen und klinischen Parametern ist so groß, dass es
nicht trivial ist, die Resektionsfläche automatisch zu bewerten. Da im Einzelfall nur ein erfahrener Chirurg die Wichtung
dieser Parameter bestimmen kann, werden dem Lernenden Expertenvorschläge präsentiert, statt die Korrektheit seiner
Planung direkt zu bewerten. Um die Vielfalt der Therapievarianten und ihre Kompromisse zu verdeutlichen, erscheint
ferner die Präsentation mehrerer Expertenvorschläge sinnvoll. Die Experten kommentieren idealerweise ihre
Therapieentscheidung und begründen ihr Vorgehen. Die Fallinhalte und Expertenempfehlungen wurden durch einen an der
Fallerstellung nicht beteiligten Chirurgen validiert.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Abbildung 2 : Bild links: Einzeichnen der Resektionslinien auf den CT-Daten. Als Unterstützung können optional</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Leberstrukturen (hier die Territorien der Arterien) als farbige Überlagerungen eingeblendet werden. Bild rechts:</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Synchronisierte visuelle Gegenüberstellung der Planung eines Experten (links) und der des Lernenden (rechts).</title>
        <p>Entwicklung &amp; didaktische Konzeption: Die Entwicklung des Trainingssystems erfolgt auf Basis von Szenarien [10].
Szenarien sind eine semi-informelle Methode zur Spezifikation. Sie erleichtert durch die natürlichsprachliche
Beschreibung von Ist- und Soll-Zuständen die Kommunikation zwischen den Entwicklern, beteiligten Ärzten und zukünftigen
Nutzern. Soll-Szenarien beinhalten in der Anfangsphase erste Ideen für das Design, die Inhalte und das Layout des
Systems. Sie beschreiben die Lerninhalte und Lernziele des Trainingssystems sowie den Trainings- bzw. Planungsablauf.
Die Soll-Szenarien werden in einer schrittweisen Verfeinerung und Konkretisierung im Verlauf der Entwicklung
bearbeitet. Auf diese Weise erfolgte aus Entwicklersicht eine intensive Auseinandersetzung mit der klinischen Vorgehensweise
bei der Planung von Eingriffen an der Leber. Durch die Diskussionen der Szenarien mit den Medizinern wurden
Sachverhalte und Schwierigkeiten vor der Umsetzung des Systems bewusst und konnten so berücksichtigt werden. Durch die
Verwendung realer Patientendaten (Trainingsszenarien) werden ganzheitliche Arbeitsabläufe trainiert. Das erleichtert
den Lernenden die Einordnung der benötigten Fertigkeiten in den Gesamtkontext und ihr Vorwissen.
Für die didaktische Konzeption des LiverSurgeryTrainers wurde auf das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell
(4C/ID-Modell) [11] zurückgegriffen. Dieses Modell wurde speziell für die Vermittlung komplexer Fertigkeiten
entwickelt. Es sieht ein Training von Teilaufgaben vor, die bei der Ausführung einer Gesamtaufgabe sicherheitskritisch sein
können. Es wird zwischen unterstützender und einsatzsynchroner Information unterschieden, die an unterschiedlichen
Stellen während des Trainings präsentiert werden. Im Folgenden wird das Konzept der Umsetzung des 4C/ID-Modells
im Trainingssystem beschrieben.</p>
        <p>Die Einteilung der Lernaufgaben im LiverSurgeryTrainer erfolgt in Aufgabenklassen von einfach zu komplex. Die
Komplexität der Aufgaben wird von der Anzahl der benötigten Teilfertigkeiten bestimmt (z.B. Lage und Form der
Schnittfläche für die Resektion, Anzahl und Art der gefährdeten Strukturen). Zu Beginn werden die auszuführenden
Arbeitsschritte beschrieben und es werden detaillierte Ausführungsanweisungen für die Interaktion geliefert (z.B. für das
Einzeichnen oder Editieren der Resektionslinien). Bei fortgeschrittener Bearbeitung der Aufgaben einer Klasse
bekommen die Lernenden nur noch komplexe Tipps. Die Aufgabe der computergestützten Planung von Eingriffen an der Leber
enthält unter anderem die Teilaufgaben der Definition von Schnittflächen und die Interaktion mit den 3D-Modellen (z.B.
Rotation, Zoomen, Vermessungen). Da die Ausführung dieser Teilaufgaben kritisch für eine Planung sind, sollten sie im
Lernsystem im Rahmen einer Teilaufgabenübung separat trainiert werden. So soll eine bestmöglichste Genauigkeit und
eine Erhöhung der Geschwindigkeit bei der Ausführung dieser Aufgaben erreicht werden. Die Teilaufgaben werden zu
Beginn der Aufgabenklasse, in der sie das erste Mal benötigt werden, angeboten. Sie folgen nach der Erläuterung eines
einfachen Beispielfalls (z.B. Resektion eines peripheren kleinen Tumors), um den Zusammenhang zur Gesamtaufgabe
herzustellen. Der Beispielfall kann durch ein kommentiertes Expertenvideo einer vollständigen Operationsplanung
präsentiert werden. Es verdeutlicht dem Lernenden die zu trainierenden Teilaufgaben und wozu er sie später benötigt.
Unterstützende Informationen werden den Lernenden in Form relevanter Informationen zum Trainingsfall präsentiert.
So werden beispielsweise Hinweise gegeben, worauf bei diesem speziellen Fall geachtet werden muss (z.B.
Gefäßvariationen, Tumor nahe großer Gefäße). Beispiele von Experten und ihren Kommentaren bieten zusätzliche Informationen
zum medizinischen Hintergrund und Besonderheiten bei der computergestützten Planung und Interaktion (z.B.
Resektion mit mehreren Ebenen). Weiterhin erhalten die Lernenden Rückmeldung über das Ergebnis ihrer Planung durch einen
Vergleich ihres Ergebnisses und den Ergebnissen der Expertenempfehlungen. Im Rahmen der einsatzsynchronen
Informationen bekommen die Lernenden in verschiedenen Hilfemodi Hinweise zur Ausführung mit unterschiedlichem Grad
an Unterstützung. Es werden Regeln und das notwendige Wissen zur Ausführung der Regeln vermittelt.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Der LiverSurgeryTrainer wurde während des Entwicklungsprozesses mehreren Evaluierungen unterzogen. Eine
formative Evaluierung im Jahr 2007 diente zur Identifikation von Schwachstellen im Ablauf und der Durchführung des
Trainings. Es sollten außerdem Prioritäten für die weitere Entwicklung festgelegt werden. Die Testpersonen sollten im
Anschluss an die Bearbeitung eines Trainingsfalls das Programm bewerten. Die Bewertung des Gesamtsystems wurde in
die folgenden Bereiche untergliedert:
•
•
•
•
•
•</p>
      <p>Nutzung und Nutzen computergestützter Operationsplanung sowie des Trainings
Allgemeine Bewertung des LiverSurgeryTrainers (Eignung, Bedienung)
Verwendete Terminologie
Rückmeldung, Wartezeiten und aufgetretene Fehler
Erlernbarkeit</p>
      <p>Ideen für die weitere Entwicklung (freie Wünsche, simulierter intraoperativer Ultraschall, Annotationen)
Der Fragebogen wurde nicht durch Standardisierung, Eichung und Tests mit einer großen Stichprobe professionell
konzipiert. Damit ist die Objektivität, Reliabilität und Validität der Ergebnisse nicht sichergestellt. Das Ziel der Evaluierung
war aber auch keine statistische Auswertung, sondern die Ermittlung eines Trends, ob das Trainingssystem auf Interesse
und Akzeptanz stößt und für Chirurgen einfach zu bedienen ist. Um die Ergebnisse dennoch so aussagekräftig wie
möglich zu gestalten, wurde die Fragebogenentwicklung auf Basis des ISONorm 9241/10 Fragebogens durchgeführt.
Außerdem orientierte sich die Gestaltung an einschlägigen Richtlinien. Bei den Testpersonen handelte es sich um dreizehn
Viszeralchirurgen (elf männlich, zwei weiblich). Zehn Testpersonen besitzen mehr als fünf Jahre Erfahrung auf dem
Gebiet der Chirurgie. Die Erfahrungen in der Leberchirurgie sind dagegen sehr heterogen.</p>
      <p>Der LiverSurgeryTrainer wurde auf einer Skala (1 (sehr gut) - 7 (sehr schlecht)) allgemein mit gut bis befriedigend (2,6)
bewertet und seine Eignung für das Training der Planung onkologischer Eingriffe sowie von Leberlebendspenden mit
gut bestätigt (1,9). Damit stellte der aktuelle Stand des Systems eine gute Basis für die weitere Entwicklung dar. Die
Bedienbarkeit wurde als befriedigend eingeschätzt (3,2). Hier liegt großes Potential für die Weiterentwicklung. Die
Testpersonen haben eine stärkere Führung durch das Training und eine Benutzeroberfläche gefordert, bei der viele
Informationen und Funktionen erst auf Anforderung eingeblendet werden [12]. Basierend auf den Ergebnissen der formativen
Evaluierung wurde der LiverSurgeryTrainer einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen.</p>
      <p>Vor der abschließenden Evaluierung sollte eine Zwischenevaluierung der überarbeiteten Version vermeidbare Probleme
bei der Bedienung identifizieren. Probleme sind aus Entwicklersicht unter Umständen nicht offensichtlich, beeinflussen
oder behindern den Trainingsprozess aber stark. Die informelle Evaluierung wurde nicht unter kontrollierten
Bedingungen durchgeführt. Eine unmittelbare Diskussion von Problemen oder Unklarheiten zwischen der Testperson und den
Entwicklern war ausdrücklich erwünscht. Alle identifizierten Schwachstellen wurden in den Diskussionen als plausibel
befunden und ließen sich kurzfristig beheben.</p>
      <p>Die summative Evaluierung wurde, um eine Vergleichbarkeit sicherzustellen, in Anlehnung an die formative Evaluierung
geplant. Sie ist noch nicht abgeschlossen. Es soll untersucht werden, ob die Neugestaltung des Trainingssystems auf
Basis der Ergebnisse der formativen Evaluierung zu einer besseren Bewertung und Akzeptanz führt. Es haben bisher neun
Testpersonen teilgenommen. Unter ihnen befanden sich fünf Chirurgen mit mehrjähriger Chirurgieerfahrung und ein
Radiologe. Unter Berücksichtigung der bisher sehr geringen Anzahl an Testpersonen, lässt sich eine positive Entwicklung
erkennen. Für genauere und vor allem statistisch aussagekräftige Ergebnisse sind die Evaluierungen von weiteren
Testpersonen notwendig. Die neue Version des LiverSurgeryTrainers (V 2.0) wurde auf einer Skala von 1 (sehr gut) - 7 (sehr
schlecht) mit 1,8 (Mediziner 1,7) bewertet. Das stellt im Vergleich zur Vorgängerversion (V 1.0) eine deutliche
Verbesserung dar. Verbesserungen gibt es ebenfalls im Bereich der Bedienung des Systems (V 1.0: 3,2; V 2.0: 2,6), der
Rückmeldungen (V 1.0: 3,4; V 2.0: 2,2) und der Wartezeiten (V 1.0: 3,7; V 2.0: 3,3). Die alte sowie die neue Version wurden
beim Aspekt der Erlernbarkeit nahezu gleich eingeschätzt (V 1.0: 2,5; V 2.0: 2,7). Die Bewertung des zeitlichen
Lernaufwands zeigt ebenfalls keine großen Abweichungen (V 1.0: 3,3; V 2.0: 3,4). Zwei Testpersonen haben bereits an der
formativen Evaluierung der ersten Version des Trainingssystems teilgenommen und bestätigen ohne Einschränkung, dass
die zweite Version deutlich verbessert wurde. Sie bewerteten die Verbesserung der zweiten Version in allen zu
vergleichenden Punkten (Wartezeiten, Bedienung und Erlernbarkeit) jeweils mit der höchsten Note.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Die langjährige Entwicklung des LiverSurgeryTrainers im Rahmen des SOMIT-FUSION-Projektes ist mittlerweile
abgeschlossen. Dieser Beitrag dient dazu, die Erfahrungen und Ergebnisse zusammenzufassen. Das System steht für den
praktischen Einsatz zur Verfügung. Eine Evaluierung des Lernerfolgs steht jedoch noch aus. Im Konzept war außerdem
noch die Integration interaktiver Module vorgesehen. Auf Basis vereinfachter 3D-Modelle könnte der Lernende z.B. die
Versorgungsgebiete der Leber oder den Einfluss unterschiedlicher Sicherheitsränder auf das zu resezierende
Leberparenchym interaktiv erkunden. Die Vermittlung neuartiger Techniken, beispielsweise der Einsatz eines
Navigationssystems zur Unterstützung des Eingriffs, sollte ebenfalls Gegenstand zukünftiger Arbeiten sein. Für einen Einsatz des
LiverSurgeryTrainers im Rahmen chirurgischer Kurse ist es notwendig, Strategien zur Eingliederung des Systems in die
konventionellen Lehrpläne zu entwickeln. Eine qualitative Bewertung bzw. die Definition der Kompetenz, die der
Lernende durch das Training erreichen soll, sind bisher nicht berücksichtigt. Dafür müssten für den Lernerfolg relevante
Parameter bestimmt, Lernkurven ermittelt und ausgewertet werden. Eine Protokollierung der Lerneraktionen im
Bearbeitungsprozess und der Vergleich mit definierten Richtlinien zur Bearbeitung der notwendigen Schritte können
möglicherweise dabei helfen, Ursachen für fehlerhafte Planungsergebnisse zu identifizieren. Zukünftige Arbeiten sollen sich
außerdem mit den Möglichkeiten des webbasierten chirurgischen Trainings, unter der Nutzung von Web 2.0 Techniken,
befassen (surgerytube.liversurgerytrainer.de).</p>
      <p>Danksagung
5
6
Diese Arbeit wurde vom BMBF im Rahmen des SOMIT-FUSION Projektes gefördert (FK 01|BE 03B, Laufzeit 05/05
bis 01/11). Die weiteren Entwicklungen werden im Rahmen des SurgeryTube-Projektes durchgeführt (FK
01PF08003E). Wir bedanken uns bei MeVis Research für die Bereitstellung von MeVisLab.</p>
    </sec>
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