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        <article-title>Kraftmessung bei Einführung der Elektrode eines Cochlea- Implantates in die Hörschnecke</article-title>
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          <string-name>O. Majdani</string-name>
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          <string-name>Th. S. Rau</string-name>
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          <string-name>Kontakt: Majdani.Omid@MH-Hannover.de</string-name>
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          <institution>Leibniz Universität Hannover, Institut für Mechatronische Systeme</institution>
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          <addr-line>Hannover</addr-line>
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          <label>1</label>
          <institution>Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde</institution>
          ,
          <addr-line>Hannover</addr-line>
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          <label>2</label>
          <institution>Schlüsselworte: Cochlea-Implantat-Insertion</institution>
          ,
          <addr-line>Kraftmessung, resthörerhaltende Cochlea-Implantat-Chirurgie</addr-line>
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      <pub-date>
        <year>2011</year>
      </pub-date>
      <fpage>35</fpage>
      <lpage>36</lpage>
      <abstract>
        <p>In den vergangenen 5 Jahren wurden zunehmend mehr Patienten mit hochgradiger Schwerhörigkeit oder frequenzselektiver, partieller Taubheit mit einem Cochlea-Implantat (CI) versorgt. Dabei soll das Resthörvermögen erhalten bleiben. Dies kann erzielt werden, wenn während der Einführung der Elektrode in die Hörschnecke die Feingewebsstrukturen der Hörschnecke (Cochlea) nicht verletzt werden. Ein Maß für die Verletzung ist die Messung der Insertionskräfte während des Insertionsprozesses. Hierzu hatten wir bereits ein Insertionssetup für hochgenaue Messungen aufgebaut [1]. Ein vollautomatisches Insertionstool soll künftig programmiert auf Basis der patientenspezifischen Bildgebung die Insertion der CI Elektrode in die Hörschnecke ermöglichen. Auf dem Weg dahin haben wirt den zweiten, modifizierten Prototyp des Insertionstools und Kraftmesssensorik aufgebaut, dessen Aufbau in diesem Beitrag vorgestellt werden soll.</p>
      </abstract>
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    <sec id="sec-1">
      <title>Problem</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Methoden</title>
      <p>Zur Durchführung der Versuche wurde ein durchsichtiges Cochleamodell aus Kunststoff eingesetzt. Die Gestalt des
unteren Tunnels der Cochlea (Scala tympani) war als Hohlraum in dem Kunststoffblock im Maßstab 1:1 abgebildet
(MedEL, Innsruck, Österreich). Zur Befestigung des Cochleaphantoms auf der Messzelle wurde ein spezieller Halter aus
Aluminium hergestellt. Die Konfiguration wurde so gewählt, dass die Orientierung der Hörschnecke den reallen
Bedingungen bei einer Insertion durch die posteriore Tympanotomie entspricht.</p>
      <p>Nucleus Contour Advance Übungs-Elektroden (Cochlear, Sydney, Australien) wurden für diese Studie verwendet. Diese
Elektroden weisen dieselben mechanischen Eigenschaften auf, wie die tatsächlich in den aktuellen CI512-Reihe
verwendeten Elektroden desselben Herstellers, sind jedoch wegen elektrischer Kontaktprobleme bei der Produktion aussortiert
worden. Die Elektroden haben 24 Kontakte und bestehen aus Silikon. Die Elektrode ist derart vorgeformt, dass sie sich
innerhalb der Hörschnecke um die zentrale Achse, die das Zielorgan - den Hörnerven enthält - krümmt. Damit die
Elektrode aber zunächst in die Hörschnecke eingeführt werden kann, wird sie durch einen Platin-Draht (Stilett) der in der
Längsachse der Elektrode eingebracht ist, gerade gehalten. Während der Insertion der Elektrode wird dieser Draht nach
und nach aus dem Silikon-Träger herausgezogen, während die Elektrode in die Tiefe der Hörschnecke hineingeschoben
wird. Dieses Verfahren wird „Advanced Off Stylet“ Technik genannt.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Das in [1] dargestellte Setup für die Messung der Insertionskräfte bei Cochlea Implantat Operationen wurde in unserem
zweiten Aufbau im Bereich der Kraftmesssensorik verändert, um trotz der Auflösung im µN-Bereich höhere
Gesamtkräfte auswerten zu können. Dies sind insbesondere bei der Anpassung des Cochlea Models an anatomischen und
physiologischen Randbedingungen (Orientierung der Cochlea relativ zu der Richtung der Insertion, Anpassung der
Temperatur im Messbereich) notwendig. Dadurch sollen die zuvor gemessenen Artefakte (Kontakt der Elektroden an
Cochleostomie) aufgehoben und künftig realitätsnahe Messungen am Phantom ermöglicht werden. Zudem werden die
Messreihen nun mit dem Programm Labview aufgenommen, um bei Veränderungen der Versuchprotokelle schneller
interagieren zu können und den Messstand flexibler gestalten zu können, beispielsweise um künftig unterschiedliche
Elektroden inserieren und dabei die entstandenen Kräfte messen zu können. Die Messergebnisse werden bei dem
Vortrag präsentiert werden.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Zur Erfassung der Potenz einer Elektrode sowie der Insertionstechnik zum minimal-traumatischen Einführen der
Elektrode in die Cochlea kann die Kraftmessung während des Insertionsprozesses wertvolle Hinweise liefern. Während
verschiedene Publikationen wie Todd et al [3] oder Roland et al [4] bei vergleichbarer Vorgehensweise eine andere
Messtechnologie eingesetzten (Instron 5543-Kraftmessmaschine), haben wir uns eine Eigenentwicklung eines
Insertionsprüfplatzes entschieden. Der Grund hierfür ist, dass die bei [3] und [4] eingesetzte Kraftmesstechnik für Kräfte unter 0,1N
nicht kalibriert ist. Unsere bisherigen Ergebnisse lagen erheblich tiefer als diese Zahl.</p>
      <p>Die Kraftmessung bei der Insertion von CI-Elektroden kann auf die mögliche intracochleäre Schädigung bei der
Insertion durch die Wahl der Elektrode oder Insertionstechnik hindeuten. Weitere Messungen an Felsenbeinpräparaten von
Körperspendern werden folgen, um realitätsnahe Messwerte zu erheben.
5</p>
    </sec>
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          <article-title>Force measurement of insertion of cochlear implant electrode arrays in vitro: comparison of surgeon to automated insertion tool</article-title>
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          <issue>1</issue>
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          <article-title>Mechanical properties of human round window, basilar and Reissner's membranes</article-title>
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