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        <article-title>Mechanische Modelle zur Qualitätssicherung der 3D-Navigation in der HNO-Chirurgie</article-title>
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          <string-name>Schlüsselworte: 3D-Navigation, Oberflächenregistrierung, Registrierungsfehler</string-name>
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          <institution>4D-Visualisierungslabor Universitätsklinik für Hals-, Nasenund Ohrenheilkunde Medizinische Universität Innsbruck Österreich</institution>
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      <fpage>121</fpage>
      <lpage>124</lpage>
      <abstract>
        <p>Die neue Oberflächenregistrierungsmethode mittels Gauß-Feldern (GF) wurde zur Automatisierung des Patientenregistrierungsverfahrens in der navigierten HNO Chirurgie entwickelt und validiert. Die Methode formuliert eine Gaußsche Energiefunktion (GEF) als die Summe der euklidischen Punktabstände, die durch Gewichtungsfaktoren multipliziert werden, um die Reliefbesonderheiten der zu registrierenden anatomischen Struktur in den Datensätzen zu berücksichtigen. Die GEF wurde mit der Gradienten-basierten Quasi-Newton-Optimierungsmethode minimiert. Die GF Methode wurde als dynamische Bibliothek in ParaView integriert. Ein weiteres mechanisches Modell formuliert den Registrierungsfehler als die Arbeit elastischer Kräfte und wertet die erreichte Genauigkeit aus. Synthetisch generierte asymmetrische rauschfreie Oberflächen, sowie ein Ultraschallprofil eines Schädel-Phantoms und die CT Daten des Schädels wurden mit der GF Methode registriert. Form-Attribute wurden an ausgeprägten Stellen in den Datensätzen definiert. Die Konvergenzbecken des Algorithmus wurden bestimmt, wobei im Bereich [-35°, 35°] um die registrierte Position 89% der Fälle mit sub-millimetrischer Genauigkeit konvergierten. Der quantitativ gemessene Registrierungsfehler wurde intuitiv dargestellt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Problemstellung</title>
      <p>PTFE-Schalle mit Ultraschallgel gekoppelt und folgt einer halbkugelförmigen Abtasttrajektorie. Der ständige Kontakt
mit der PTFE-Oberfläche wird durch die elastischen Kräfte einer metallischen Feder gewährleistet.
Der Ultraschallsensor wird mit Modulen für Rotation und Translation positioniert und von einem Panametrics
SenderEmpfänger 5800 gesteuert. Ein polares Koordinatensystem wird mit dem Ursprung im Zentrum der halbkugelförmigen
Schale definiert. Der Drehwinkel des Rotationsmoduls wird direkt als die Φ-Polarkoordinate genommen, anderseits
wird die Translation des zweiten Moduls in die Q-Polarkoordinate umgewandelt. Der Radius wird aus den Laufzeiten
der Ultraschallwellen bis zur Reflektion von der Knochenoberfläche berechnet. Die davon gewonnene
Knochenoberfläche wird mit dem diagnostischen CT-Datensatz des Patienten registriert.</p>
      <p>In einer Oberflächenregistrierungsapplikation ist der quadratische Mittelwert der kleinsten Abstände die generische
Metrik für die Güte der Registrierung [4]. Zur Oberflächen-Registrierung mit der Gauß-Felder Methode [7] wurde eine
Gauß-Energie-Funktion (GEF) als die Summe von „mollifizierten“ kleinsten Abständen formuliert. Die „Mollification“
ist eine Faltung mit einem Gauß-Kern und stellt die Differenzierbarkeit der GEF in der Nachbarschaft der registrierten
Position sicher. Die Formulierung der GEF ähnelt der Integration eines Potentialfeldes. Durch Multiplikation mit
Gewichtungsfaktoren wurde die GEF im Mahalanobis-Raum [3] als das Produkt zweier Exponenten definiert. Die
Gaußsche Blende wurde manuell getunt und die Parameter wurden skaliert zur passenden Reaktion der GEF auf
Abweichungen von der registrierten Position. Die Gaußsche Energiefunktion (GEF) wurde mit dem Gradienten-basierten
Optimierungsverfahren "quasi-Newton" [3] minimiert. Die partiellen Ableitungen der GEF wurden mit der
FiniteDifferenzen-Methode [4] berechnet.</p>
      <p>Ein zweites mechanisches Modell [9] quantifiziert den Registrierungsfehler, indem die Knochenoberfläche als auf
elastischen linearen und Torsions-Feder aufgehängter Festkörper betrachtet wird. Die davon entstehenden elastischen Kräfte
neigen dazu, das System ins Gleichgewicht zu bringen und unterliegen dem Hooke'schen Gesetz. Die Verschiebung der
Punkte aus der Gleichgewichtsposition besteht aus einer Translation und einer Rotationskomponente und wird als
Schraubenbewegung formuliert. Die Federkonstante wird durch eine Trägheitsmatrize ersetzt, deren Eigenwerte die
Hauptträgheitsmomente des Festkörpers darstellen [10].
Die durch die Kontraktion der mechanischen Feder geleistete Arbeit wird durch die Veränderung der kinetischen
Energie ausgedrückt und zur Schätzung des Registrierungsfehlers (TRE) verwendet. Anderseits wird TRE durch die Varianz
bei der Bestimmung der Korrespondenzpunkte ausgedrückt. Ein Unsicherheitsfaktor wird jedem Punkt zugewiesen, um
den „Point Localization Error“ (PLE) zu berücksichtigen. Der PLE wird der geleisteten Arbeit angeglichen und davon
wird der Registrierungsfehler durch die Abstände zu den Hauptachsen und die Trägheitsmomente der 3D-Oberfläche
ausgedrückt, ähnlich wie die Formel für „Target Registration Error“ (TRE) bei einer „Paired-Point“ Registrierung [6].
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Die Gauß-Felder Methode wurde durch Registrierungen an MatLab generierten synthetischen Oberflächen validiert.
Dafür wurden Spitzenpunkte auf den Oberflächen manuell als Reliefbesonderheiten in der ParaView [11] Umgebung
definiert. Formattribute wurden als skalare Werte den Punkten zugewiesen. Den restlichen Punkten wurde der Wert Null
zugewiesen. Bei den Registrierungen mit humanen Schädel und Kadavern werden die Lambda-Fissur und die
Protuberantia occipitalis externa als Reliefbesonderheiten genommen.</p>
      <p>Die Oberflächen wurden aus Ausgangspositionen registriert, die durch 5° stufenweise Drehungen um die drei
Hauptachsen erhalten wurden. Durch Translation des beweglichen Datensatzes wurden die Oberflächen zur Überlappung ihrer
Massenzentren gebracht. Konvergenz wird erreicht, wenn entweder der Gradient oder die Änderung der
Funktionsparameter durch die Minimierungsroutine auf Null gesetzt werden. Die Konvergenzbecken des GF-Algorithmus (Abb. 2)
wurden durch Messung des Restfehlers bestimmt. Bei Null-Restfehler (mit einer Annäherung von 0,01 mm) wurden die
Registrierungen als erfolgreich genommen. Für Ausgangspositionen im Bereich von [-20 °, 20 °] um die registrierte
Position waren alle Registrierungen erfolgreich. Im Bereich von [-35 °, 35 °] war die Mehrheit der Registrierungen
erfolgreich, wobei 89% zum globalen und 11% - zu einem lokalen Minimum konvergierten. Damit konnten lokale Minima
noch nicht vollständig vermieden werden.</p>
      <p>Abbildung 2: Links: Konvergenzbecken des GF-Registrierungsalgorithmus. Die Ausgangspositionen zur Registrierung
wurden durch schrittweisen 5° Drehungen des beweglichen Datensatzes um jede Hauptachse erhalten. Die drei
Graphiken entsprechen jedem der Euler-Winkel: Φ, Θ und Ψ. Die Koordinatenachsen zeigen die Verdrehung in der
Ausgangsposition (x-Achse) und den Restfehler in [mm] nach der Konvergenz (y-Achse).</p>
      <p>Rechts: Die Änderungen der GEF während der Optimierung mit dem Quasi-Newton Verfahren und die
Transformationsparameter in wichtigen Punkten sind gezeigt. In der Ausgangsposition wurde der bewegliche Datensatz mit 15 Grad
um jede Hauptachse rotiert und die Massenzentren der Datensätze wurden in überlappender Position gebracht. Das
globale Minimum wird vom Optimierer mit der "Backtracking"-Vorgehensweise gesucht. Im Abschnitt zwischen Iteration
20 und 70 hat die GEF ein Minimum im Punkt A. Weitere Minima werden durch Annäherung der Hesseschen Matrix
gesucht [3], bis der Punkt B erreicht wird, in dem der Gradient berechnet wird. Die Richtung und Absolutbetrag des
Gradienten ergeben den nächsten Newtonschen Schritt. Die Minimierung in die Newtonsche (Gradienten-) Richtung
garantiert das Erreichen eines niedrigeren Werts von GEF. Dennoch wird zuerst der volle Newtonsche Schritt
vorgenommen, was zu einem neuen Maximum im Punkt C führt. Minima werden durch „Backtracking“ in der negativen
Gradienten-Richtung gesucht, bis ein neues Minimum im Punkt D erreicht wird. Das globale Minimum wird im Punkt
(-10, -18, -18) erreicht, der die Parameter für die Transformation der Registrierung ergibt.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Diskussion und Zusammenfassung</title>
      <p>Zusätzliche Punktinformationen sind noch nicht gründlich genutzt um die Qualität einer Oberflächenregistrierung
sicherzustellen. In [2] wurde das Rauschen bei der Punktlokalisation als zusätzliches Punkt-Attribut durch eine Kovarianz
Matrix in die Fehler-Funktion eingebaut. Damit wurde der Registrierungsfehler (TRE) um 70% minimiert. Hier wurde
eine neue Methode zur Oberflächenregistrierung aus klinischer Ansicht ausgewertet. Erste Experimente mit
synthetischen Oberflächen wurden durchgeführt. Momentan ist die Konvergenz zu lokalen Minima noch nicht vollständig
eliminiert, wobei die Registrierung von der Ausgangsposition abhängt.</p>
      <p>Die erreichte Genauigkeit wird im nächsten Schritt des Projekts durch ein weiteres mechanisches Model [9]
vorhergesagt. Damit wird der Registrierungsfehler (TRE) durch die Abstände zu den Hauptachsen und die Trägheitsmomente
des Datensatzes geschätzt, eine Auswertung der klinischen Genauigkeit, die bislang für „Paired-Point“ Registrierungen
existiert [6]. Durch Messungen am Zielpunkten auf dem vorderen Schädel wird der TRE ausgewertet und graphisch
intuitiv dargestellt.</p>
      <p>Die Registrierungsmethode wird auf humanen anatomischen Präparaten validiert. Registrierungen mit intraoperativen
Datensätzen von verschiedenen Ultraschall-Sensoren und diagnostischen CT-Bildern werden durchgeführt. Die
Vermeidung der Konvergenz zu lokalen Minima wird in der Auswahl und der Konfiguration der anatomischen Besonderheiten
gesucht. Alternativ könnte man die Konvergenz zum globalen Minimum mit einer Monte-Carlo Initialisierung des GF
Algorithmus sicherstellen.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Danksagungen</title>
      <p>Unterstützt durch Fördergelder des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (Projektnummer: 14751) und der
Medizinischen Universität Innsbruck unter MFI-Projekt 2007-404.
6</p>
    </sec>
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