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        <article-title>Erfahrungen mit einem hochfrequenten Lokalisationssystem für die La- geregelung in der roboterassistierten Chirurgie</article-title>
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          <string-name>S. Tauscher</string-name>
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          <string-name>A. Fuchs</string-name>
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          <string-name>L. A. Kahrs</string-name>
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          <string-name>T. Ortmaier</string-name>
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          <string-name>Kontakt: Sebastian.Tauscher@imes.uni-hannover.de</string-name>
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          <string-name>Schlüsselworte: Visual-Servoing, Regelung, Tracking, Leichtbauroboter</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Institut für Mechatronische Systeme, Leibniz Universität Hannover</institution>
          ,
          <addr-line>Hannover</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Deutschland</country>
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      <fpage>188</fpage>
      <lpage>192</lpage>
      <abstract>
        <p>In dieser Arbeit wird ein Versuchsstand mit einem Leichtbauroboter und einem hochfrequenten Lokalisationssystem vorgestellt, der zur Untersuchung des Regelverhaltens für potentielle Anwendungen im Bereich der roboterassistierten Chirurgie verwendet werden kann. Roboter mit einem hohen Regeltakt sollten für eine geeignete und schnelle Lageregelung ein Lokalisationssystem mit ebenfalls hoher Aktualisierungsfrequenz verwenden. Dies gilt besonders für ein automatisches Nachführen von chirurgischen Werkzeugen (Visual-Servoing), wenn der Patient sich während der Operation bewegt oder bewegt wird. Unsere Untersuchungen zeigen eine vielversprechende Reduzierung der Totzeit des Robotersystems gegenüber voran gegangener Experimente sowie die Möglichkeit zur Beeinflussung und Reduzierung der Zeit, bis das System die Soll-Position erreicht hat (Einschwingzeit).</p>
      </abstract>
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    <sec id="sec-1">
      <title>Problemstellung</title>
      <p>Zunächst erfolgt eine punktbasierte Registrierung der Komponenten zueinander durch Antasten künstlicher Landmarken
am Patienten mit dem Pointer-Tool. Hierbei wird die Möglichkeit zur manuellen Führung des LBR ausgenutzt. Die
Steuerung des LBR bietet über das Fast Research Interface (FRI) die Möglichkeit zur Kommandierung von
Gelenkwinkel-Sollwerten bzw. zur Messwertaufnahme mit bis zu 1 kHz über eine UDP-Ethernet-Schnittstelle. Als Prozess-PC
wird ein Standardrechner mit Linux-Betriebssystem eingesetzt. Dieser ist mittels RealTime Application Interface
(RTAI, www.rtai.org) erweitert und erlaubt somit den Ablauf der Regelung in Echtzeit. Zur Entwicklung der
Reglerstruktur wird zusätzlich das OpenSource Softwarepaket EtherLab (IgH, Essen) installiert, wodurch die
Erstellung echtzeitfähiger Anwendungen aus Simulink-Modellen ermöglicht wird. Diese laufen auf Kernel-Ebene, erfüllen
harte Echtzeitanforderungen und werden von einem weiteren Steuer-PC auf den Prozess-PC übertragen. Separate
Netzwerkkarten des Prozess-PCs empfangen die Lokalisations- sowie die Roboterdaten und führen diese dem Kernelmodul
der Regelung zu. Die generierten Sollwerte werden ebenso zurück an den Roboter übermittelt. Es wird ein Regeltakt
von 2 ms (500 Hz) gewählt. In Abb.1 ist der aktuelle Versuchsstand dargestellt.</p>
      <p>Abbildung 1: Komponenten und Kommunikation des aktuellen Versuchsstandes.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2.2 Reglerstruktur</title>
      <p>Die aus der Registrierung ermittelten Transformationsmatrizen RobTCAD und KamTCAD erlauben die Darstellung der
Roboter-Lage xCAD =(x, y, z, , , )T im Koordinatensystem des CAD-Modells des Testkörpers (KS)CAD. Dies geschieht in
Anlehnung an eine medizinische Anwendung, bei der medizinische Bilddaten als Planungsgrundlage zu Verfügung
stehen. Die Bestimmung der Positionsabweichung xCAD = (x, y, z)T erfolgt im (KS)CAD, während die
Rotationsabweichung Rob = (, , )T im (KS)Rob erfasst wird. Zur Vermeidung von Problemen wie dem Gimbal Lock bei der
Orientierungsberechnung werden die Vorteile der Quaternionendarstellung genutzt. Über die Verkettung der bekannten
Koordinatentransformationen berechnet sich
Zur Regelung werden zwei getrennte integrierende Glieder mit den Vorfaktoren Ki,trans und Ki,rot verwendet. Die
Umrechnung der kartesischen Reglerausgaben xRob und Rob in eine Vorgabe der Gelenkwinkeländerung
q = (q1,q2,q3,q4,q5,q6,q7)T erfolgt mittels pseudoinverser Jacobi-Matrix nach J+ Moore-Penrose
1</p>
      <p>1
,
,
woraus minimale Änderungen der Gelenkstellungen
resultieren. Diese werden zum aktuellen Sollwert addiert und anschließend an den Roboter kommandiert. Abb. 2 stellt
den Regleraufbau vereinfacht schematisch dar. Die Umsetzung der Gelenkwinkel in Sollströme der Motoren erfolgt
über eine interne Regelung der Robotersteuerung, welche nicht manipuliert werden kann. Dies geschieht analog zur
Mehrzahl der robotischen Systeme.
Abbildung 2: Schematischer Aufbau der Regelung</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2.3 Experimente zur Sprungantwort</title>
      <p>Zur Untersuchung des Regelverhaltens wird ein Sollwertsprung CADxsoll auf die Sollposition des Roboters CADxsoll im
CAD-Koordinatensystem (KS)CAD aufgeschaltet und die Systemantwort CADxist für verschiedene Vorfaktoren Ki,trans und
Ki,rot aufgenommen. Da die beiden Vorfaktoren für Rotation und Translation bei allen Messungen jeweils gleich gewählt
wurden, wird im Folgenden der Vorfaktor Ki= Ki,trans=Ki,rot={5, 8, 10, 12, 15} verwendet. Anhand dieser Messdaten
können charakteristische Kenngrößen des dynamischen Regelverhaltens für das System bestimmt werden, wie die Totzeit
Ttot, die Einschwingzeit T95, die Ausschwingzeit T5 und die bleibende Regelabweichung e∞.</p>
      <p>Es wurden je n = 10 Sprünge in einem Zeitintervall t=60s um {CADxSprung, CADySprung, CADzSprung} = 5 mm  bzw. 
{CADSprung,CADSprung,CADSprung}=3 durchgeführt. Bei der Bestimmung der Totzeit Ttot wurde als Schwellwert für
eine signifikante Reaktion auf die Sprunganregung ein Verlassen des Toleranzbandes b=6σ(CADxRuhe) festgelegt, welches
bei einer angenommenen Normalverteilung einem Vertrauensintervall von 99,9997% entspricht. Hierbei ist CADxRuhe die
von dem Kamerasystem gemessene Lage des Roboters im CAD- Koordinatensystems in Ruhe.</p>
      <p>Zur Bewertung der Vorteile der erhöhten Taktrate des Oqus-Systems wird die Wiederholrate der Kameras in einer
zusätzlichen Versuchsreihe auf 50 Hz herabgesetzt. Anschließend werden die gleichen Vorfaktoren und Sollwertsprünge
analysiert und verglichen.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Wir haben einen Visual-Servoing-Aufbau mittels hochfrequenter Lokalisationskameras und einem Leichtbauroboter
realisiert. Bei allen Messungen war das Systemverhalten stabil. Aus den resultierenden hochfrequenten Messungen wurde
die mittlere Totzeit Ttot=18,42±4,07 ms des vorgestellten Versuchstandes bestimmt. Die Standardabweichung σT,tot liegt
bei σT,tot=4,07 ms, welches einem Taktzyklus der Kameras entspricht. Des Weiteren wurde über alle Messungen die
Einschwingzeit T95 für die unterschiedlichen Vorfaktoren Ki berechnet, bei der die Istlage CADxist 95% der Sprunghöhe h
erreicht hat. Bei den durchgeführten hochfrequenten Messungen trat Überschwingen lediglich bei Ki=15 auf, so dass die
Ausschwingzeit T5 ansonsten der Einschwingzeit T95 entspricht. Bei erhöhter Taktzeit von 20 ms der Kameras ergibt
sich schon bei geringerem Ki= 8 ein deutliches Überschwingen und bei einem Ki= 10 zeigt sich erst nach etwa einer
Sekunde ein eingeschwungenes Verhalten. Nur bei einem Ki= 5 tritt kein Überschwingen auf (siehe Tabelle1).</p>
      <p>Ki =5</p>
      <p>Ki =8</p>
      <p>Ki =10</p>
      <p>Ki =12
Abbildung 3: Sprungantwort (Sollwerte - grau, Istwerte - schwarz) bei einem Regelfaktor ࡷ ࢏ ൌ ૚૙
meratakt von 50 Hz (links) und 250 Hz (rechts)
bei einem
Ka4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Ein Vergleich der hier dargestellten Ergebnisse einer Regelung mittels hochfrequenter optischer Navigation mit
vorhandenen Systemen wird durch die fehlende Datengrundlage erschwert. Bei bisher in der Literatur beschriebenen
Anwendungen ist ein Großteil der auftretenden Verzögerungen komplexen Bildverarbeitungsalgorithmen zur
Positionsbestimmung geschuldet (bspw. [7,8]). Die Einschwingzeit der vorliegenden Regelstrecke liegt mit T95 = 138,58 ± 9,48 ms
deutlich unter den Werten von Vergleichssystemen, die in einem Bereich von bis zu 2 s liegen. Auch die Versuche mit
reduzierter Taktrate bestätigen diese Erkenntnisse. Aufgrund des Überschwingens bei höheren Regelfaktoren Ki konnte
hier lediglich eine Einschwingzeit von T95 = 420,36 ± 18,28 ms erreicht werden.</p>
      <p>Die in der vorliegenden Arbeit ermittelte Totzeit Ttot = 18,42 ms liegt deutlich unter der Totzeit von 40 ms eines
Vorgängerprojektes [2]. Sie ist im Wesentlichen der Kommunikationsstruktur geschuldet und könnte durch eine direkte
Anbindung des Lokalisationssystems an den Roboter weiter verringert werden.</p>
      <p>Abschließend ist zu sagen, dass bereits mit einer einfachen PI-Regelung und dem hochfrequenten Kamerasystem ein
robustes Systemverhalten erreicht wird. Die durchgeführten Untersuchungen analysieren die funktionalen
Abhängigkeiten der Frequenz der Lokalisationskamera, noch nicht die absolute Positioniergenauigkeit des Gesamtsystems. Zur
weiteren Optimierung des Regelverhaltens bieten sich aus der Robotik bekannte Verfahren wie eine
Geschwindigkeitsvorsteuerung oder die Datenfusionierung mit zusätzlichen Sensorsystemen wie einem Beschleunigungssensor an. Eine
weitere Verbesserung des Regelverhaltens wird durch die Kalibrierung des Leichtbauroboters erwartet.
Eine Bewertung der Gesamtgenauigkeit des roboterassistierten Eingriffs steht noch aus. Geplant sind Versuche zur
Positioniergenauigkeit beim Setzen von Bohrkanälen. Die hierbei zu gewinnenden Erkenntnisse liefern weitere
Hinweise für die Durchführbarkeit beispielsweise einer Chochlear-Operation.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde eine optisch rückgeführte Regelung eines redundanten Roboters aufgebaut
und analysiert. Insbesondere die aus der vergleichsweise hohen Kamerataktrate resultierenden Latenzen wurden
untersucht. Im Gegensatz zu vielen etablierten medizinischen Lokalisationssystemen, die mit weniger als 60 Hz arbeiten,
wurden deutlich schnellere Reaktionszeiten erreicht. Es wurde gezeigt, dass mit geringem Implementierungsaufwand
durch die Verwendung eines hochfrequenten Lokalisationssystems ein gutes Regelverhalten zu erzielen ist.
6</p>
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