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        <journal-title>Potsdam, Germany, September</journal-title>
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        <article-title>APPsist Statusbericht: Realisierung einer Plattform f u¨r Assistenz- und Wissensdienste f u¨r die Industrie 4.0</article-title>
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          <string-name>Carsten Ullrich</string-name>
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          <string-name>Matthias Aust</string-name>
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          <string-name>Michael Dietrich</string-name>
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          <string-name>Nico Herbig</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christoph Igel</string-name>
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          <string-name>Niklas Kreggenfeld</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christopher Prinz</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Frederic Raber</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Simon Schwantzer</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>und Frank Sulzmann</string-name>
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        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>DFKI GmbH, Center for Learning Technology, Alt-Moabit 91c</institution>
          ,
          <addr-line>10559 Berlin</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>DFKI GmbH, Innovative Retail Laboratory</institution>
          ,
          <addr-line>66123 Saarbru ̈cken</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff2">
          <label>2</label>
          <institution>Fraunhofer IAO</institution>
          ,
          <addr-line>Virtual Environments, Nobelstr. 12, 70569 Stuttgart</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff3">
          <label>3</label>
          <institution>IMC AG, Innovation Labs, Scheer Tower Uni-Campus Nord</institution>
          ,
          <addr-line>66123 Saarbru ̈cken</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff4">
          <label>4</label>
          <institution>Ruhr-Universita ̈t Bochum</institution>
          ,
          <addr-line>Lehrstuhl fu ̈r Produktionssysteme, 44801 Bochum</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2016</year>
      </pub-date>
      <volume>11</volume>
      <issue>2016</issue>
      <fpage>47</fpage>
      <lpage>55</lpage>
      <abstract>
        <p>Im Projekt APPsist wird eine Architektur fu¨r Assistenz- und Wissensdienste zur Unterstu¨tzung der Bescha¨ftigten in der Industrie 4.0 entwickelt, bestehend aus Basisdiensten und intelligent-adaptiven Diensten, die angepasst an den Kontext und den Benutzer die Unterstu¨tzung realisieren. Das Projekt befindet sich nahe dem Ende der Laufzeit, und dieser Beitrag beschreibt das finale System und gibt eine kritische Betrachtung der zu Projektbeginn getroffenen technischen Entscheidungen.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Arbeitsplatzintegriertes Lernen</kwd>
        <kwd>Assistenzdienste</kwd>
        <kwd>Wissensdienste</kwd>
        <kwd>Adaptivita¨t</kwd>
      </kwd-group>
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    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>drei eingebundene Unternehmen und eine Lernfabrik. Die unterstu¨tzten Arbeitsprozesse
umfassen Inbetriebnahme von Anlagen, Fehlerbehebung sowie Wartung und
Instandhaltung [Ul16]. Dieser Artikel aktualisiert den ersten Bericht zum Projektstand [Ul15] und
dient zur Beschreibung neuer Funktionalita¨ten, gesammelter Erfahrungen sowie der
kritischen Betrachtung getroffener Entscheidungen.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Vergleich mit thematisch a¨ hnlichen Projekten</title>
      <p>Das Potential von Diensten, Bildungsprozesse am Arbeitsplatz zu unterstu¨tzen, wird
aktuell aus einer Vielzahl von Perspektiven erforscht. So wurden bisher prima¨r Web 2.0
Technologien fu¨r das Themenfeld Wissensvermittlung verwendet, z.B. Erstellung und
Austausch von Inhalten in der Instandhaltung (BMBF Projekt DiLi) und Unterstu¨tzung von
Mechanikern bei Wartung und Reparatur (BMBF Projekt MOLEM). Ebenfalls gibt es
Untersuchungen zur Verknu¨pfung von automatischer Kontexterfassung und sozialen
Netzwerken fu¨r das betriebliche Wissensmanagement (BMBF Projekt AmbiWise) und fu¨r den
Transfer von Erfahrungswissen (BMBF Projekt PLUTO, [BR15]). Eine Reihe von EU
Projekten widmen sich der Frage, wie Daten aus fabrikweiten Sensornetzwerke
verwendet werden ko¨nnen um die Informationsflu¨sse so zu steuern, dass kognitive U¨berlastung
der Mitarbeiter vermieden wird (EU FP7 Projekt Sense&amp; React), oder wie diese auf
modernen Endgera¨ten dargestellt werden ko¨nnen, um Arbeitszufriedenheit zu erho¨hen (EU
H2020 Projekt SatisFactory). Der Anspruch, eine allgemein einsetzbare Architektur fu¨r
Assistenz- und Wissensdienste zu entwickeln, ist nach wie vor ein
Alleinstellungsmerkmal von APPsist. Zu nennen ist im Bereich intelligent-adaptiver Systeme noch
DigiLernPro [Fr15], in dem Bescha¨ftigte unterstu¨tzt durch KI Arbeitsprozesse aufnehmen.
3
3.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Stand der Umsetzung</title>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Vorgehensmodell zur Prozessaufnahme</title>
        <p>Zur Umsetzung von Assistenzprozessen in den Unternehmensbereichen mu¨ssen diese
systematisch aufgenommen und aufbereitet werden. Folgendes Vorgehensmodell hat sich in
APPsist bewa¨hrt: Zuerst werden in einem Experten-Workshop alle fu¨r die Durchfu¨hrung
eines Prozesses notwendigen Schritte aufgenommen. Die aufgenommene Struktur
entspricht in der Regel zuna¨chst der bisherigen Vorgehensweise, ist aber nicht zwangsla¨ufig
optimal hinsichtlich Effizienz und Prozesslogik. Daher muss der Prozess in einem zweiten
Schritt in der Expertenrunde optimiert werden, um somit einen Best-Practice-Ansatz zu
generieren. Dabei muss vor allem die angestrebte Zielgruppe betrachtet werden, da sich
die Prozessmodellierung in der Struktur und Granularita¨t dementsprechend signifikant
unterscheiden kann. Mit der Optimierung wird fu¨r den Assistenzprozess eine definierte
und reproduzierbare Arbeitsmethode festgelegt. Um diese fu¨r APPsist nutzbar zu machen,
mu¨ssen im Folgenden Prozessschritte annotiert werden mit relevanten Daten aus der
Maschinensteuerung und aus ME- und ERP-Systemen, die den Prozess entweder auslo¨sen,
oder die fu¨r die Interaktion des Systems mit der Maschine oder Anlage relevant sind.
Weiterhin mu¨ssen die Inhalte (Texte, Fotos, Modelle, Videos und Augmented Reality Inhalte)
aufgenommen werden, die der Nutzer im Rahmen der Assistenz angezeigt bekommen soll.
Bevor der Prozess im realen Umfeld eingesetzt werden kann, ist es weiterhin unabdingbar,
diesen in einer Evaluationsrunde mit Experten und auch Shopfloormitarbeitern zu testen,
um letzte Optimierungen an den gezeigten Inhalten vorzunehmen.
3.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Architektur/Framework</title>
        <p>Die APPsist-Plattform vereint viele unterschiedliche Anforderungen in einem koha¨renten
System. Daher wurden fu¨r die Entwicklung den Prinzipien einer Microservice-Architektur
verfolgt und die Funktionen in einzelnen Diensten gekapselt, welche dann in der Plattform
orchestriert werden. APPsist umfasst derzeit 18 Dienste aus den Bereichen Assistenz,
Weiterbildung, Adaption, Benutzer- und Maschinenschnittstellen. Als Integrationstechnologie
wird das Vert.x-Framework [Ve] in Version 2.1 verwendet. Profiliert hat sich das
Framework bei der Realisierung der APPsist-Plattform insbesondere bei der Orchestrierung der
Dienste u¨ber das integrierte Modulsystem und der den Diensten zur Verfu¨gung gestellten
API fu¨r Server- und Clientimplementierungen. Als Laufzeitumgebung la¨uft Vert.x stabil
und konnte problemlos in die IT-Landschaft der Pilotbereiche integriert werden. Das
Framework bietet daru¨ber hinaus eine Sock.js-Bridge zur plattformu¨bergreifenden,
bidirektionalen Kommunikation an, welche bei der Realisierung der Client-Applikation verwendet
wurde. Hierbei musste jedoch zusa¨tzlicher Aufwand fu¨r die Stabilisierung der Anbindung
investiert werden, da per se keine Mechanismen zur automatischen Wiederaufnahme einer
Verbindung bereitgestellt werden.</p>
        <p>Wa¨hrend die Dienste von den Entwicklungspartnern eigenverantwortlich entwickelt
werden, gibt es dennoch eine Reihe von Fragen, welche dienstu¨bergreifend gekla¨rt werden
mussten: a) Welche Funktionen erfu¨llt welcher Dienst? b) Wer ist fu¨r die Entwicklung
des Dienstes zusta¨ndig? c) Welche Kommunikationswege gibt es zwischen den Diensten?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Fragen nicht nur initial adressiert werden mu¨ssen,
sondern auch entwicklungsbegleitend, insbesondere im Kontext eines Forschungsprojekts:
Viele Funktionen konkretisieren sich erst im Rahmen der Entwicklung und es ergeben sich
daru¨ber hinaus regelma¨ßig neue Anforderungen an die Plattform.</p>
        <p>Typisch fu¨r eine Microservice-Architektur sind die besonderen Anforderungen an
Analysierbarkeit des Systemverhaltens, da die Entwicklung der Dienste weitestgehend getrennt
stattfindet. Die Laufzeit- und Fehleranalyse des Gesamtsystems ist fu¨r die Entwickler
erschwert, da die Plattform i.d.R. nicht vollsta¨ndig lokal ausgefu¨hrt und Fehlverhalten erst
durch die Kombination mehrerer Dienste ersichtlich wird. Daher erfolgt das
Protokollieren von Systemereignissen strukturiert in einer (dienstu¨bergreifenden) Datenbank, der
Ausfu¨hrungstatus der einzelnen Dienste wird erfasst und eine Weboberfla¨che
bereitgestellt, die Entwicklern Zugang zu den Laufzeitinformationen der Plattform ermo¨glicht.
Eine besondere Herausforderung stellt das Prinzip der Isolation auch in anderer Hinsicht
dar: Jeder Dienst soll unabha¨ngig von den anderen Diensten laufen, so dass Fehler
einzelAPPsist Statusbericht 177
ner Dienste nicht das ganze System in einen Fehlerzustand bringen. Technisch wird
diese Trennung seitens des Frameworks dahingehend unterstu¨tzt, dass die einzelnen
Dienste als Module in separaten Classloadern ausgefu¨hrt werden und separat initiert und
verwaltet werden. Technische Sicherungsmechanismen schu¨tzen jedoch nicht vor logischen
Abha¨ngigkeiten zwischen den Diensten. So ist z.B. der Assistenzdienst abha¨ngig von dem
Dienst, welcher fu¨r das fu¨r die Adaption der anzuzeigenden Inhalte zusta¨ndig sind. Die
Betrachtung mo¨glicher Sto¨rungen ist daher essentieller Bestandteil der Modellierung der
Kommunikation: Es muss gekla¨rt werden wie darauf reagiert werden soll wenn ein Dienst
a) nicht reagiert (Kompensation), b) u¨ber einen Fehler benachrichtigt (Fehlerbehandlung),
oder c) unerwartete Daten zuru¨ckliefert (Validierung).</p>
        <p>Eine Eigenschaft der APPsist-Architektur, welche in vielen Beispielen einer
MicroserviceArchitektur so nicht zu finden ist, liegt in der Natur eines ereignisbasierten Systems: Es
reagiert nicht nur auf Benutzereingaben und -anfragen, sondern auch auf Ereignisse des
Benutzerkontexts, z.B. der bedienten Maschine. Dies sollte bei der Planung der
Kommunikation besondere Beachtung finden, da die Gefahr besteht, dass ein Ereignis mehrere
Aktionen anstoßen kann. Dies ist dann problematisch wenn mehrere Aktionen die
gleichen Parameter des Systemzustands beeinflussen. Mo¨gliche Lo¨sungen sind die explizite,
dienstu¨bergreifende Spezifikation der durchzufu¨hrenden Aktionen und deren
Auswirkungen, sowie die Priorisierung mo¨glicher Zustandsa¨nderungen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>3.3 Intelligent-adaptive Dienste</title>
        <p>Als eindeutiges und festgelegtes Vokabular fu¨r die Kommunikation der Dienste und als
Grundlage der intelligenten Entscheidungsprozesse der adaptiven Dienste dient in
APPsist ein Modell der Doma¨ne ”Produktion“ (repra¨sentiert in OWL). Es wurde eine
allgemeine Ontologie erstellt, die dann fu¨r die jeweiligen Anwendungspartner spezialisiert
wurde. Die Adaptionsregeln, die die Informationen der Ontologie verwenden (gespeichert
in einem Tripple-Store), um die Unterstu¨tzung der Bescha¨ftigten zu realisieren,
basieren auf der allgemeine Ontologie und sind somit auf alle Anwendungspartner
anwendbar. Es lassen sich im aktuellen APPsist-System folgende vier Unterstu¨tzungsarten die
durch Regeln realisiert werden unterscheiden: Hauptta¨tigkeit-Assistenz: Wenn
Mitarbeiter in ”Hauptta¨tigkeit“ und fordert Assistenz an, dann bestimme Maßnahmen, die relevant
sind fu¨r aktuelle Station und Maschinenzustand. Nebenta¨tigkeit-Assistenz: Wenn
Mitarbeiter in ”Nebenta¨tigkeit Lernzeit“ und fordert Assistenz an, dann bestimme Maßnahmen,
die relevant sind fu¨r langfristige Entwicklungsperspektive. Hauptta¨tigkeit-Inhalte: Wenn
Mitarbeiter in ”Hauptta¨tigkeit“ und Anforderung von Inhalten, dann bestimme Inhalte, die
relevant sind fu¨r aktuelle Station und Maschinenzustand. Nebenta¨tigkeit-Inhalte: Wenn
Mitarbeiter in ”Nebenta¨tigkeit Lernzeit“ und Anforderung von Inhalten, dann bestimme
Inhalte, die relevant sind fu¨r langfristige Entwicklungsperspektive. Die Regeln legen fest,
welche Maßnahmen und Inhalte in der konkreten Situation relevant sind. Diese ziehen
beispielsweise die Arbeitsplatzgruppe des Bescha¨ftigten in Betracht, Aufgaben von Stellen
und damit verbundene Maßnahmen und weiteres. Implementiert sind sie in einer
Kombination aus Java-Code und SPAQRL Anfragen an den Tripple-Store.
3.4</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-4">
        <title>Einbindung von Augmented Reality</title>
        <p>Der Großteil der APPsist-Oberfla¨che wurde mit Webtechnologien umgesetzt. Dadurch
funktioniert sie im Browser und damit auf sehr vielen Endgera¨ten. Eine Ausnahme dazu
stellen die Augmented Reality (AR)-Funktionalita¨ten dar, fu¨r die spezielle Komponenten
notwendig sind. Diese sind im APPsist-System Vuforia als AR-Plattform und Unity als
Grafik- und App-Entwicklungs-Engine. Im Gegensatz zum urspru¨nglichen und in ersten
Prototypen getesteten Konzept, das gesamte APPsist-Frontend in einer Unity-App
laufen zu lassen, sind AR-Funktionalita¨ten und Inhalte, die im Browser dargestellt werden
ko¨nnen, ab der aktuellen APPsist-Version konsequent getrennt. D.h. der Nutzer schaltet
zwischen AR-App (Unity) und beispielsweise Assistenzinhalten (Browser) hin und her –
allerdings nicht explizit sondern per Button in der GUI, sodass diese Trennung im
Nutzungserlebnis nicht auffa¨llt. Die Trennung verbessert die Performanz und vereinfacht das
Deployment fu¨r verschiedene Plattformen und Endgera¨te – je nachdem ob AR mit dem
Endgera¨t mo¨glich ist, oder nicht. Bis jetzt wird AR v.a. eingesetzt, um dem Nutzer die
Orientierung an komplexen Maschinen und Anlagen zu erleichtern, indem bestimmte
Maschinenteile im Kamerabild hervorgehoben werden; weitere AR-Szenarien sind geplant.
3.5</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-5">
        <title>Maschinenanbindung</title>
        <p>Die Anbindung an die Produktionsanlagen wurde durch eine REST API realisiert: Der
Server ist als Dienst in APPsist implementiert und beno¨tigt erst zur Laufzeit
Informationen u¨ber die Daten der angeschlossenen Maschinen. Dadurch ist keine serverseitige
Anpassung no¨tig, falls neue Maschinentypen unterstu¨tzt oder bestehende angepasst werden
mu¨ssen. Um eine neue Maschine an das APPsist-System anzuschließen muss ein
RESTKlient entwickelt werden, der die Daten der Maschinensteuerung ausliest und aufbereitet
an den Server weitergibt. Zu Beginn sendet der Klient an den Server eine Schemanachricht
die die verfu¨gbaren Daten sowie eine Kurzbeschreibung der Daten entha¨lt. Im Anschluss
sendet der Klient periodisch Datennachrichten, welche die tatsa¨chlichen Maschinendaten
entsprechend dem vorangegangenen Schema enthalten. Durch diese Trennung kann der
Server bereits im Vorfeld die Visualisierung der Maschinendaten aufbauen. Innerhalb des
Projektes wurde bereits eine Anbindung an SPS-Steuerungen, OPC-Server sowie Anlagen
von Mitsubishi und Siemens realisiert. Die Kommunikation kann dabei u¨ber die Formate
JSON, XML, EXI oder Plaintext erfolgen. Die oben beschriebene Schnittstelle wurde um
eine Funktion erweitert, die es ermo¨glicht Verbindungsabbru¨che zu Maschinen fru¨hzeitig
zu erkennen und dies in der Oberfla¨che entsprechend wiederzugeben.
4</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Usability Evaluation</title>
      <p>Das APPsist-Projekt verfolgt den Ansatz eines benutzerzentrierten Entwurfsprozesses und
so wurden potentielle Nutzer als wichtigste Evaluationsinstanz fu¨r die
Gebrauchstauglichkeit der Benutzungsoberfla¨chen bereits mehrere Male im Laufe den Projekts befragt bzw.
APPsist Statusbericht 179
die GUI mit ihrer Hilfe getestet. Ein gro¨ßer angelegter Usability-Test wird im Folgenden
beschrieben. Weitere derartige Tests werden bis zum Ende des Projekts folgen.
Am aktuellen Usability-Test nahmen von jedem der drei Anwendungspartner je sechs
Testpersonen teil. Als Endgera¨te wurden verschiedene Tablets (Microsoft Surface 4 Pro,
LG Nexus 5, Fujitsu V535 Industrial) verwendet sowie ein 22”-Touchscreen an einem
Windows-7-Desktop-Rechner. Der Ablauf des Tests war jeweils wie folgt:
1.
2.</p>
      <p>Briefing fu¨r die Testpersonen mit Datenschutzvereinbarung
Vorabfragebogen: Ein demografischer Fragebogen mit Zusatzfragen zu Ta¨tigkeit,
Deutschkenntnissen und Sehfa¨higkeit der Testperson.</p>
      <p>Aufgabenstellung mit der APPsist-App (ThinkAloud-Analyse): Die Bearbeitung der
Aufgaben, die nahezu den gesamten Funktionsumfang abdeckten, dauerte zwischen
20 und 45 Minuten. Dabei wurden die Testpersonen gebeten, laut zu denken und
auch zu ihrer Meinung zu einigen Teilen des Systems bzw. der
Benutzungsoberfla¨che gefragt. Dabei wurde zur Auswertung ein Bildschirm-Video inklusive
Aufzeichnung des Gesprochenen gespeichert. Der Ablauf der Aufgabenstellung war
standardisiert und die Fragen gro¨ßtenteils vorformuliert. So ko¨nnen die Antworten
zu geschlossenen Fragen auch quantitativ ausgewertet werden.</p>
      <p>Fragebo¨gen: System Usability Scale (SUS) [Br96], AttrakDiff [At]: Zwei schnell
auszufu¨llende Fragebo¨gen zur Bewertung von Gebrauchstauglichkeit (Usability)
und Nutzungserlebnis (User Experience).</p>
      <p>Abschlussinterview: Standardisierte Fragen zu Gesamteindruck, Vorerfahrung und
Bewertung anhand der Dialogkriterien aus ISO-EN-9241-110. Vom Gespra¨ch wurde
zur Dokumentation und Auswertung jeweils eine Audioaufzeichnung gespeichert.
Dieser Ablauf hatte einen summativen Test der Gebrauchstauglichkeit zum Ziel, der
sowohl qualitative als auch quantitative Test- und Auswertungsteile beinhaltet. Bis jetzt
ausgewertet sind SUS und AttrakDiff. Mit einem SUS-Score von 86,9 und einer
AttrakDiffBewertung, die sowohl was die hedonische Qualita¨t (HQ: 1,16 Konfidenz: 0,45), als auch
was die pragmatische Qualita¨t (PQ: 1,63 Konfidenz 0,27) angeht, im Bereich ”begehrt“
liegt (Die Skala reicht von ”u¨berflu¨ssig“ u¨ber ”neutral“ bis ”begehrt“), offenbarte das
APPsist-System keinen akuten Handlungsbedarf. Auch eine erste Kurzauswertung der
ThinkAloud-Analyse zeigte kein Gestaltungs-, Interaktions- oder Funktionskonzept, das
von vielen Probanden einheitlich kritisch beurteilt worden wa¨re.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Fazit</title>
      <p>Dieser Artikel gab einen U¨berblick u¨ber den aktuellen Stand des Projekt APPsist. Im
Projektverlauf hat sich herausgestellt, dass die gewa¨hlten Methoden und Technologien sich
zum großen Teil bewa¨hrt haben. So ist die Microservice-Architektur gut geeignet, um
die einzelnen Dienste zu entwickeln und sie zu integrieren, allerdings um den Preis
ei[At]
[Br96]
[BR15]
[Fr15]
[Ul15]
[Ul16]
ner schwierigen Fehlerbehebung und nicht zufriedenstellend stabiler Client-Server
Kommunikation. Die Ontologie erlaubte wie erhofft die pra¨zise Beschreibung der jeweiligen
Situationen der Anwendungspartner bei gleichzeitig allgemein formulierten
Adaptionsregeln, auch wenn eine komplett deklarative Formalisierung nicht mo¨ glich war, sondern eine
Kombination von Java und SPARQL notwendig gewesen ist. In den bisherigen
Evaluationen wurde die Usability sehr positiv bewertet. Kommende Evaluationen werden noch die
Gu¨ te der Adaptionsregeln untersuchen mu¨ ssen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Danksagung</title>
      <p>Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Projekts APPsist Intelligente Wissensdienste fu¨ r
”
die Smart Production“, das vom Bundesministerium fu¨ r Wirtschaft und Energie unter dem
Kennzeichen 01MA13004C gefo¨ rdert und vom DLR-Projekttra¨ger betreut wird.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
      <p>AttrakDiff Publikationen. http://www.attrakdiff.de/sience.html. Last
accessed: 2016-06-02.</p>
      <p>Brooke, J.: SUS: A quick and dirty usability scale. In (Jordan, P. W.; Weerdmeester, B.;
Thomas, A.; Mclelland, I. L., Hrsg.): Usability evaluation in industry. Taylor and Francis,
London, 1996.</p>
      <p>Blu¨mling, Sabrina; Reithinger, Norbert: Aufbereitung und Speicherung von
Erfahrungswissen im PLuTO-Projekt. In: 8. AAL-Kongress. VDE Verlag, 2015.</p>
      <p>Freith, Sebastian; Schu¨tze, Glenn; Ullrich, Carsten; Welling, Stefan; Kreimeier, Dieter;
Kuhlenko¨tter, Bernd: Digitale Lernszenarien zur ganzheitlichen Unterstu¨tzung von
Mitarbeitern im Arbeitsalltag. In: Proceedings of DeLFI Workshops 2015. Jgg. 1443 in
CEUR Workshop Proceedings. CEUR-WS.org, S. 79–87, 2015.
Ullrich, Carsten; Hauser-Ditz, Axel; Kreggenfeld, Niklas; Prinz, Christopher; Igel,
Christoph: Assistenz und Wissensvermittlung am Beispiel von Montage- und
Instandhaltungsta¨tigkeiten. In (Wischmann, Stefan, Hrsg.): Zukunft der Arbeit – eine praxisnahe
Betrachtung. Springer Verlag, 2016. In press.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Vert.</surname>
          </string-name>
          <article-title>x Project:</article-title>
          . http://vertx.io/.
          <source>Last accessed 8.6</source>
          .
          <year>2015</year>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
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</article>