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        <journal-title>Potsdam, Germany, September</journal-title>
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        <article-title>Die Nutzbarmachung traditioneller Arbeitsumgebungen zur Unterstützung neuartiger Wissensmanagementwerkzeuge</article-title>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christoph Greven</string-name>
          <email>greven@cs.rwth-aachen.de</email>
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          <string-name>und Ulrik Schroeder</string-name>
          <email>schroeder@cs.rwth-aachen.de</email>
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          <label>0</label>
          <institution>Wissensmanagement in Unternehmen</institution>
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      <pub-date>
        <year>2016</year>
      </pub-date>
      <volume>11</volume>
      <issue>2016</issue>
      <fpage>202</fpage>
      <lpage>208</lpage>
      <abstract>
        <p>Unternehmen schreiben Wissensmanagement bei der Wahrung Ihres Wettbewerbsvorteils eine zentrale Rolle zu. Trotz des Potentials neuartiger Wissensmanagementwerkzeuge sind die Arbeitsumgebungen in Firmen größtenteils sehr traditionell. Das zeigt sich sowohl in den Prozessen und Softwarewerkzeugen als auch den gängigen Datenformaten. Am Beispiel des Professional Reflective Mobile Personal Learning Environments (PRiME) Projektes zeigt dieses Paper, wie ein harter Wechsel bei der Einführung eines neuen Wissensmanagementsystems vermieden und somit die Akzeptanz und Erfolgsaussichten deutlich erhöht werden können. Es nutzt die Potentiale bisheriger, traditioneller Arbeitsumgebungen konstruktiv für sich und ermöglicht damit Autoren mit gewohnten Werkzeugen am Lern- und Wissensmanagementprozess teilzunehmen. Dazu werden hier die Unterstützung von Autoren bei der formatgerechten Erstellung von Lerninhalten, der automatisierte Transfer von traditionellen Dateiformaten in das Wissensmanagementsystem, sowie die Rückführung von Inhalten aus dem Wissensspeicher in traditionelle Formate thematisiert. Wissensmanagement generell aber vor allem im Unternehmenskontext gewinnt in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung. Wissen wurde als eine wichtige strategische Ressource erkannt [Ha13], die entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen kann - in der Praxis wird Wissen oft aber nicht so behandelt. So wie andere Ressourcen, die Knappheit unterliegen, muss Wissen mit entsprechenden Strategien verwaltet werden. Dies ist z.B. in der neuen Revision der Norm DIN ISO 9001 als Minimalanforderung an ein Qualitätsmanagementsystem entsprechend festgehalten worden. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels schwindet das organisationale Wissen mit allen Mitarbeitenden, die ein Unternehmen verlassen. Entsprechend groß ist der Weiterbildungsbedarf zu Wissensmanagement in Unternehmen [St15]. Wissensmanagement an sich ist kein neues Thema und schon seit vielen Jahren Gegenstand der Forschung. Der Transfer in den beruflichen Kontext ist allerdings sehr</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Wissensmanagement</kwd>
        <kwd>traditionelle Arbeitsumgebung</kwd>
        <kwd>traditionelle Dateiformate</kwd>
        <kwd>Transfer</kwd>
      </kwd-group>
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    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Die Nutzbarmachung traditioneller Arbeitsumgebungen zur Unterstützung neuartiger
Wissensmanagementwerkzeuge 203
langsam. Mitarbeitende bauen für den Wissensaustausch nach wie vor auf persönliche
Kommunikation, Telefon oder E-Mails und finden es wichtig, sich für relevante
Informationen direkt an Ihr Kollegium zu wenden [St15]. Während unternehmensweit
dabei hauptsächlich traditionellere Maßnahmen wie Meetings genutzt werden, werden
neuere Techniken des Web 2.0 wie Wikis, Mitarbeiterportale, SharePoint, etc. nur
teilweise genutzt [St15]. An das Potential neuer Systeme tasten sich viele Firmen nur
nach und nach heran. Bspw. mit einer mobilen Verteilung von digitalen Dokumenten
[DB13] oder durch Frage &amp; Antwort-Systeme [FKT12] zur Unterstützung von situativen
Problemlösungen. Diese Unternehmen sind aber in der Minderheit. Und obwohl ¾ der
Mitarbeitenden das Wissensmanagement ihres Unternehmens für nicht mindestens gut
ausgeprägt befinden, sind bei ca. ⅓ der Unternehmen überhaupt keine Aktivitäten zur
Verbesserung des Wissensmanagements geplant [Ha13].</p>
      <p>Moderne und neuartige Wissensmanagementsysteme binden vor allem die Nutzer in den
Prozess des Wissensmanagements mit ein (Sektion 3) und zielen auf die Stärken des
taziten Wissens ab. Diese Herangehensweise steht oft im starken Gegensatz zu den
etablierten und traditionellen Arbeitsumgebungen und Werkzeugen (Sektion 2). Im
Sinne nachhaltiger und langfristiger Akzeptanz von Wissensmanagement ist ein
radikaler Wechsel nicht praxistauglich.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Traditionelle Arbeitsumgebungen</title>
      <p>Trotz der rasanten Entwicklung im Bereich Wissensmanagement und den
entsprechenden Softwarewerkzeugen sind die Arbeitsumgebungen in den meisten
Firmen noch sehr traditionell. Ein typischer Büromitarbeiter verbringt im Schnitt über
70% seiner Zeit mit Office-Anwendungen. Microsoft kann sich hier gegen Konkurrenten
wie OpenOffice mit einem Marktanteil von über 90% durchsetzen und ist somit ein
Defacto-Standard in Unternehmen. Umso erstaunlicher ist bei so hoher Präsenz von
Softwareprodukten, dass ein Großteil der Nutzenden in Unternehmen über ungenügend
Trainings klagt. Entsprechend gering ist der effektive Anteil im Umgang mit
OfficeAnwendungen, bei dem sich die Mitarbeitenden auf den eigentlichen Arbeitsinhalt
konzentrieren können. Die zeitaufwendigsten Aufgaben konzentrieren sich auf die (Um-)
Formatierung von Dokumenten und das Überführen in neue Designs. Trotzdem
entsprechen letztendlich kaum Dokumente dem korrekten Corporate Design. Die
positiven Aspekte, wie einfache Handhabung und Kompatibilität, scheinen diese
Nebeneffekte aber zu überdecken. [Gf14]
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Wissensmanagement in PRiME</title>
      <p>Professional Reflective Mobile Personal Learning Environments (PRiME) ist ein
gemeinsames Forschungsprojekt von DB Training und dem Lehr- und
Forschungsgebiets Informatik 9 der RWTH Aachen, gefördert vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung. Es thematisiert die Unterstützung mobiler Mitarbeiter im
Arbeitsprozess durch ein neuartiges Lern- und Wissensmanagementsystem. An dessen
Beispiel soll gezeigt werden, wie Wissensmanagementsysteme durch die traditionelle
Arbeitsumgebung bereichert werden können.</p>
      <p>Das in PRiME entwickelte System lässt sich architektonisch in einen zentralen
Wissensspeicher und diverse Betrachter oder Manipulatoren aufteilen, wobei letztere
über Serviceschnittstellen daran angeschlossen sind. Mit entsprechenden Werkzeugen
können Autoren so neue Lerninhalte erstellen oder vorhandene verbessern. Einen
zentralen Punkt stellt in PRiME dabei die Möglichkeit dar, dass mobile Endanwender
ihre persönliche Erfahrung jederzeit mit dem System festhalten und an Kollegen oder
Autoren zurück spiegeln können. Dieser Rückfluss erlaubt einen stetigen
Qualitätsverbesserungsprozess des Wissens und ermöglicht die Adaption an evolutionäre
Veränderungen und neue Erkenntnisse. Persönliches Wissen der einzelnen Mitarbeiter,
z.B. in Form von erstellten Arbeitshilfen, tragen so zu einem kontinuierlichen,
unternehmensweiten Lernprozess bei.</p>
      <p>PRiME folgt dem separation of concerns Prinzip, d.h. es werden Inhalte gespeichert,
während rein visuelle Komponenten in der Regel verworfen werden. Dabei wird
zwischen multimedialen, atomaren Wissenseinheiten auf der einen Seite, und logischen
Strukturierungen auf der anderen Seite unterschieden [Gr14]. Lerninhalte können so sehr
leicht gepflegt werden während gleichzeitig komplexe Ordnungen oder Zusammenhänge
abgebildet werden können. Das erhöht bspw. die Wiederverwertbarkeit und beugt
Redundanzen vor. Illustration 1 stellt beispielhaft den Aufbau einer Schulungsunterlage
dar. Die thematische Einordnung ICE4 ist in weitere Abstraktionen aufgeteilt, die
schlussendlich aus einzelnen, multimedialen Elementen bestehen, wie Texten, Tabellen,
Bildern, etc.</p>
      <p>Abb. 1: Ausschnitt eines einfachen Strukturierungsbeispiels von Lerninhalten in PRiME.
Neben Anwendungen für die hpts. mobilen Endanwender, bietet PRiME
Autorenwerkzeuge, welche die Verwaltung von Lerninhalten erlauben. Dabei können
von Grund auf neue Inhalte erstellt, aber auch vorhandenes Wissen erweitert oder in
neue Kontexte gestellt werden. Da neue, ungewohnte Arbeitsprozesse immer eine Hürde
darstellt, bietet sich ein fließender Übergang der bisherigen Lernumgebung in das neue
System an. So können Nutzende trotzdem noch auf ihre gewohnten Werkzeuge
Die Nutzbarmachung traditioneller Arbeitsumgebungen zur Unterstützung neuartiger
Wissensmanagementwerkzeuge 205
zurückgreifen. Wie dieser konkret aussehen kann wird in den folgenden Abschnitten
anhand von drei Maßnahmen gezeigt.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Anknüpfung an traditionelle Arbeitsumgebung</title>
      <p>Die Fachautoren, Trainingsentwickler, Trainer, und ähnlichen Berufsbildern, welche in
PRiME adressiert werden, arbeiten bei der Erstellung und Pflege von Lerninhalten mit
traditionellen Lernumgebungen, wie sie in Sektion 2 beschrieben wurden. Zur
Gestaltung von z.B. Richtlinien, Schulungsunterlagen oder Workshop-Präsentationen
nutzen sie dabei überwiegend die Microsoft Office Produkte wie Word und PowerPoint.
Daher ist es sinnvoll, das vorhandene Potential der Werkzeuge zu nutzen und das
Wissensmanagementsystem nahtlos an die Umgebung anzubinden. Nachfolgend werden
dafür drei Maßnahmen beschrieben: Die Erzeugung von Inhalten in PRiME aus
Lernmaterialien in traditionellen Dateiformaten, die Unterstützung der Autoren bei der
konformen Erstellung von Lerninhalten um einen bestmöglichen Transfer zu PRiME zu
gewährleisten, und der Export von PRiME-Inhalten zurück in traditionelle Dateiformate.
4.1</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Inhaltserzeugung</title>
        <p>Um traditionelle Dateiformate (wie docx, pptx, oder pdf) automatisiert in die spezielle
Struktur des PRiME-Systems überführen zu können, versuchen entsprechende
ImportModule kleinste, semantische Einheiten in den Inhalten der Dokumente zu erkennen.
Das können bspw. Textabschnitte, Illustrationen, Tabellen, Aufzählungen, Videos, oder
ähnliches sein. Generelle Style-Informationen werden beim Import nicht übernommen.
Lediglich Formatierungen mit semantischer Bedeutung werden transferiert. Eine
Whitelist beinhaltet u.a. Fettdruck, oder Unterstreichen, bei denen davon ausgegangen
wird, dass Erstellende damit eine inhaltliche Aussage machen wollten. Zusätzlich zu den
Inhalten, nutzen die Module vorhandene Strukturen der Dokumente. Kapitel oder
Überschriften können auf eine logische Einheit von Inhalten hinweisen, sodass auch
diese mit in die PRiME-Struktur übernommen werden können. Weiterhin werden
diverse Meta-Informationen verwertet, darunter der Dokumententitel, Beschriftungen,
etc. Bei der resultierenden Aufteilung handelt es sich lediglich um einen Vorschlag des
Systems. Autoren haben anschließend in der PRiME-Umgebung die Möglichkeit,
vermeintliche Fehler zu beheben, wobei es sich oft um situative Interpretationen handelt
und deswegen der Begriff Fehler hier relativ zu betrachten ist. Die lineare Reihenfolge
des Inhalts eines importierten Dokuments bleibt bei diesen Anpassungen zunächst
erhalten, das heißt es können zum Beispiel Abschnitte zusammengefasst oder aufgeteilt
werden. Eine Änderung der Inhalte, und dazu zählt auch Löschen oder Ergänzen, ist in
diesem ersten Schritt nicht möglich. So bleibt gewährleistet, dass das Dokument als
solches initial einmal in das System übernommen wurde. Anschließend kann es in einer
späteren Version natürlich wieder verändert werden. Während die automatische
Erkennung bei Word-Dokumenten auf Grund der Linearität und bspw. der diversen
Formatvorlagen sehr gut funktioniert, ist die Transformation bei anderen
Dokumenttypen schwieriger. Während bei PowerPoint-Präsentationen noch weitere
Aspekte wie Animationsreihenfolgen und Arrangement auf den Folien hinzukommt,
startet die Erkennung bei PDFs unter Umständen auf einer wesentlich niedrigeren Ebene.
Da Software-Programme in der Praxis oft nicht auf Standards zurückgreifen, müssen
hier ggf. aus Buchstaben erst Wörter, aus Wörtern Sätze, usw. erkannt werden. Dabei
kann oft nur auf Abstandsmaße zwischen Zeichen gebaut werden, was entsprechend
mehr Fehler generiert. Insgesamt können die beschriebenen Module natürlich nur einen
Teil der möglichen Eingaben gut verarbeiten, da es hier potentiell unendlich viele
Möglichkeiten gibt. Ein Importmodul zielt daher auf die gängigsten und oft verwendeten
Inhalte ab. Wie der Prozess trotzdem weiter optimiert werden kann, um manuelle
Nachbereitung gering zu halten, wird nachfolgend beschrieben.
4.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Prozessunterstützung</title>
        <p>Der automatische Importvorgang stützt sich zu einem großen Teil auf die sinnvolle
Verwendung von Formatvorlagen und die Einhaltung allgemeiner Konventionen bei der
Erstellung von Dokumenten. In Unternehmen werden diese in der Praxis aber oft nicht
eingehalten. Das führt nach einem Import zu unnötigem, verhältnismäßig großem
Nachbereitungsaufwand. Diese Fehlerprojektion, die eigentlich nicht dem System
zugeschrieben werden kann, mindert trotzdem die positive Nutzererfahrung und
letztendlich die Gesamtakzeptanz. Um den Erstellungsprozess in z.B. Word dahingehend
zu optimieren, bietet PRiME weitere Hilfen an. Mit einem Plug-In kann schon beim
Erstellen auf entsprechende Problemstellen hingewiesen werden, um diese noch vor dem
Import zu beheben. Angelehnt an bekannte Werkzeuge wie der
Rechtschreibprüfung/korrektur, werden nach einer Analyse Fehlerquellen erkannt und Lösungsmöglichkeiten
angeboten. Dabei sind Fehler in verschiedene Klassen zu unterteilen, darunter Fehler,
welche einen sinnvollen Import gänzlich verhindern oder solche Probleme, die nur eine
optimale Transformation behindern und somit in Nachbereitungsaufwand resultieren.
Das in Illustration 2 gezeigte Word-Plug-In zeigt alle Fehler übersichtlich in einer
Sidebar an, erlaubt Navigation zu den relevanten Stellen, zeigt die Art der Fehler an und
schlägt mögliche Lösungen für die Probleme vor. Besonders nützlich ist dabei die
Möglichkeit, eine Gruppe gleichartiger Fehler im Dokument an einer Stelle zu beheben
und diese Änderung für alle weiteren automatisch zu übernehmen. In mehreren
Iterationen können Nutzende dann allen Fehlern im Dokument vorbeugen. Zu den
erkannten Fehlern gehört konkret die Verwendung von Überschriften in Tabellen, die
Verwendung von unzulässigen Sonderzeichen, usw. Abbildung 3 zeigt auszugsweise,
wie die relevanten Stellen auch direkt im Dokument erkenntlich sind.</p>
        <p>Die Nutzbarmachung traditioneller Arbeitsumgebungen zur Unterstützung neuartiger
Wissensmanagementwerkzeuge 207</p>
        <p>Abb. 2: Assistenzsystem zur Vermeidung von Fehlern bei der Erstellung von Lernmaterialien.
4.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>Rücktransfer</title>
        <p>Eine zeitnahe Ablösung traditioneller Dateiformate ist nicht zu erwarten, denn sie
ermöglichen neben dem reibungslosen internen Gebrauch auch die Kommunikation nach
außen mit anderen Unternehmen. Diverse weitere Vorteile sprechen für die parallele
Beibehaltung dieser Formate. Entsprechend ermöglicht PRiME auch den Rücktransfer in
gängige Dateiformate wie docx, pptx, etc. Die hierarchischen und teils graphischen
Strukturen werden dafür auf die nativen Möglichkeiten der Formate abgebildet.
Während in Word die Dokumentlinearität durch abgewandelte Tiefensuchen aus der
PRiME-Struktur erzeugt werden kann, bedarf es bei PowerPoint wesentlich komplexerer
Vorgänge. Hier müssen Inhalte auf Folien mit visuell begrenztem Platz verteilt werden,
die hierarchische Struktur muss durch verschiedene Layouts wie Titelfolien simuliert
werden. Atomare Inhalte werden möglichst auf einer Folie platziert, ggf. unter
Anpassung von Schriftgröße, aber u.U. auch intelligent aufgeteilt. Für die verschiedenen
Arten von Inhalten wie Texte, Bilder, Videos, etc. werden die Platzhalter der Layouts
benutzt, sodass eine ansprechende und gesamtheitlich stimmige Darstellung erzielt wird.
Weitere Metainformationen wie Bildunterschriften werden ebenfalls platziert. Ein
wesentlich nützlicher Aspekt ist auch die Integration von Kommentaren aus der
PRiMEStruktur in die Office Formate. Dabei können sogar ganze multimediale Diskussionen in
den nativen Kommentarfunktionen von Office dargestellt werden. Autoren können also
auch fremde oder eigene Anmerkungen zu Inhalten direkt mit exportieren. Auf weitere
Funktionalitäten wie Querverweise wird ebenfalls zurückgegriffen.</p>
        <p>Wie erwähnt, ist die Überführung in oder die Anpassung an neue Templates ein sehr
ressourcenintensives Problem. Unter Berücksichtigung von Templates, z.B.
Präsentationsvorlagen im Corporate Design, beim Exportprozess wird eine manuelle
Überführung überflüssig.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Fazit und Ausblick</title>
      <p>In diesem Paper haben wir am Beispiel des PRiME Projektes gezeigt, wie traditionelle
Lernumgebungen an neuartige Wissensmanagementsysteme angebunden werden
können, um so die Vorteile beider Ansätze zu nutzen. Durch die drei Maßnahmen des
automatisierten Imports von traditionellen Dateiformaten, wie docx, pptx, pdf, etc., der
Unterstützung bei der Erstellung von Lernmaterialien in ihren etablierten Softwaretools,
und des Rücktransfers von Lerninhalten in traditionelle Dateiformate können die
Potentiale beider Ansätze synergetisch genutzt werden. Von einer generellen Akzeptanz
des Wissensmanagementsystems ist nach bisherigen Evaluationen auszugehen, eine
Evaluation zur Integration in die traditionelle Arbeitsumgebung steht noch aus.
Den hier genannten Maßnahmen sind allerdings auch Grenzen gesetzt. Weder bei der
Unterstützung im Erstellungsprozess, noch bei der späteren Umwandlung ist es möglich,
alle beliebigen Fehler-/Problemfälle abzudecken. Dieser Anspruch soll hier aber auch
nicht erfüllt werden. Unter gewissen Vorgaben soll der Nachbereitungsaufwand gering
gehalten werden. Darüber hinaus ist die ‚richtige‘ Interpretation von Ein- und Ausgaben
oft eine nicht eindeutige Stilfrage. Trotzdem kann die Unterstützung noch intensiviert
werden. Neben Verbesserung der Einzelsysteme ist auch eine direkte Anbindung der
Office-Tools an den Wissensspeicher denkbar. Hilfreich wäre auch eine lernende
Fehlererkennung, durch neuronalen Netzen, Assoziationsanalyse, o.ä., welche mit den
Reaktionen und Fehlerbehandlungen der Nutzenden trainiert wird. Langfristig muss ein
Wissensmanagementsystem natürlich mit seinem eigenen Mehrwert überzeugen.
Literaturverzeichnis
[DB13]
[FKT12]
[Gr14]
[Gf14]
[Ha13]
[St15]</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
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          <source>"DB Regio und DB Training gewinnen Deutschen Bildungspreis</source>
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