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      <title-group>
        <article-title>Assistenz von Arbeitsprozessen auf der Baustelle</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Mareike Schmidt</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Jan Spilski</string-name>
          <email>jan.spilskig@sowi.uni-kl.de</email>
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          <string-name>Uta Schwertel</string-name>
          <email>uta.schwertelg@im-c.de</email>
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          <string-name>Michael Heil</string-name>
          <email>heil@ikpb.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Thomas Lachmann</string-name>
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      <pub-date>
        <year>2016</year>
      </pub-date>
      <volume>19</volume>
      <fpage>3716</fpage>
      <lpage>3719</lpage>
      <abstract>
        <p>Die zunehmende Digitalisierung im Handwerk fordert den vermehrten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Vermittlung der damit verbundenen neuen Anforderungen und die Unterstu¨tzung der Mitarbeiter sollte mo¨glichst kontextbezogen und ortsunabha¨ngig zur Verfu¨gung stehen. Das Verbundprojekt SMARTWERK entwickelt dafu¨r prototypisch fu¨r drei Szenarien (Baustellenbegehung und Dokumentation, Bedienung innovativer Maschinen auf der Baustelle, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) ein Assistenzsystem - die SMARTWERK Assistance Suite (SWAS). Dabei wird ein partizipativer Prozess der Technikentwicklung verfolgt, der technische und inhaltliche Anforderungen sowie subjektive Akzeptanzaspekte fortlaufend evaluiert. Die so gewonnenen Ergebnisse werden in die Entwicklung der SWAS integriert und mo¨gliche Kommunikationsstrategien zur Akzeptanzsteigerung abgeleitet. Die Digitalisierung vera¨ndert in einem disruptiven Prozess Industrien und Dienstleistungen. In den Branchen Bau und Energie werden jedoch digitale Technologien bisher als wenig bedeutsam fu¨ r das eigene Gescha¨ftsmodell angesehen [Di16], obwohl die Anforderungen an die digitale Dokumentation und Planung zunehmen. Vor dem Hintergrund der komplexeren Vernetzung von Maschinen (Internet of Things) sowie Digitalisierungsprozessen wie z.B. BIM (Building Information Modeling im Bauwesen), sind Vera¨nderungen im Bauhandwerk notwendig. Digitale Technologien, die Bescha¨ftigte bei der Ausfu¨ hrung ihrer Arbeit unterstu¨ tzen, sogenannte Assistenzsysteme, werden bisher sta¨rker in anderen Fachgebieten, wie z.B. der Gesundheitsu¨ berwachung [Ly03, Pi16] oder in der Industrie [We16, MP14] eingesetzt. Im Gegensatz zu diesen Bereichen sind Prozessschritte im Handwerk sta¨ndigen Vera¨nderungen unterworfen und weniger fixiert und pra¨zise vorhersagbar. Im Bauhandwerk handelt es sich in der Regel um sehr kleine Unternehmen mit handwerklicher Struktur. So waren im Jahr 2013 bei den rund 545.000 Mitgliedsunternehmen der BG BAU rund 2,7 Millionen Bescha¨ftigte ta¨tig. 95% dieser Betriebe haben weniger als 20</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Digitalisierung</kwd>
        <kwd>Bauhandwerk</kwd>
        <kwd>Assistenzsystem</kwd>
        <kwd>kontextbezogenes</kwd>
        <kwd>prozessorientiertes</kwd>
        <kwd>mobiles Lernen</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Assistenz zur Unterstu¨tzung von Arbeitsprozessen auf der Baustelle 217
Bescha¨ftigte [Be13]. Fu¨r diese Unternehmen ist es oft schwierig, digitale Mo¨glichkeiten
und Anforderungen zu erkennen und umzusetzen. Herko¨mmliche Lernsysteme, wie z.B.
MOOC-Plattformen oder Lern-Apps, zum Aufbau notwendiger Kompetenzen sind
aufgrund geringer Akzeptanz und zeitlicher Ressourcen fu¨r einen Großteil der
Bauhandwerksbetriebe ungeeignet. So zeigt sich aktuell, dass trotz digitaler Angebote (z.B. in
Ausbildungsgruppen des Elektronik-Ausbaugewerbes [EE12]) kaum eine Nutzung stattfindet.
Das interdisziplina¨re Verbundprojekt SMARTWERK4 entwickelt ein Assistenzsystem fu¨r
das Bauhandwerk, welches die genannten Herausforderungen bei der Digitalisierung
methodisch und technisch gezielt beru¨cksichtigt. In einem partizipativen
Technikentwicklungsprozess werden – ausgehend von konkreten Problemen – Lo¨sungen im engen Dialog
zwischen den Stakeholdern konzipiert, prototypisch implementiert und bei
Anwendungspartnern fortlaufend evaluiert. Wa¨hrend bei etablierten Vorgehensmodellen der
Softwareentwicklung die Anforderungen oftmals durch einzelne Auftraggeber spezifiziert werden,
die die Systeme eher selten benutzen, werden in SMARTWERK unmittelbare Nutzer des
angestrebten Produkts soweit mo¨glich in die Prozesse miteinbezogen. Um eine
Akzeptanzsteigerung bei der Einfu¨hrungvon Assistenzsystemen zu erreichen, ist es notwendig zu
pru¨fen, welche Faktoren einen Einfluss auf die Technikakzeptanz der Mitarbeiter haben.
Daraus ko¨nnen dann Gestaltungsempfehlungen und Kommunikationsstrategien abgeleitet
werden.</p>
      <p>Daher wurde aus Theorien der Akzeptanzforschung, dem TAM 3 [VB08] und der TPB
[Aj91], ein Akzeptanz-Rahmenmodell abgeleitet und um differenzierte Einstellungs- und
Perso¨nlichkeitsdeterminanten (z.B. Involvement, regulatorischer Fokus) [PC86, Hi97]
erweitert. Die Erhebung der Akzeptanzfaktoren erfolgt in sechs Erhebungs-Wellen (sog.
Akzeptanzpanel), um deren Vera¨nderungen wa¨hrend der Projektlaufzeit miteinzubeziehen.
Fu¨r die technische Realisierung der SMARTWERK Assistance Suite (SWAS) werden aus
identifizierten Problemen im Bauhandwerk Anforderungen fu¨r drei exemplarische
Szenarien extrahiert. Die SWAS bietet digitale, kontextbezogene und ortsunabha¨ngige
Informationen, um (a) Mitarbeiter im Baugewerbe bei prozessorientierten Arbeiten zu
unterstu¨tzen, (b) ihnen die Bedienung moderner Baugera¨te zu erleichtern und (c) sie im
Thema Sicherheit auf der Baustelle zu schulen.</p>
      <p>In diesem Beitrag erla¨utern wir unsere Vorgehensweise am Beispiel eines
Erstbegehungsszenarios (Bereich prozessorientierte Unterstu¨tzung auf der Baustelle). Im na¨chsten
Abschnitt werden Konzeption und Realisierung des SWAS Systems vorgestellt, wa¨hrend
Abschnitt 3 die verwendeten Evaluationsmethoden pra¨sentiert und u¨ber erste Ergebnisse
berichtet. Schließlich fasst Abschnitt 4 die Resultate zusammen und gibt einen Ausblick.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Realisierung des Assistenzsystems</title>
      <p>Dieser Abschnitt verdeutlicht mit dem Nutzungsszenario der Erstbegehung die
Anforderungen an das Assistenzsystem und beschreibt die technische Umsetzung der SWAS .
4 Das Projekt SMARTWERK wird durch das Bundesministerium fu¨r Bildung und Forschung unter FKZ
16SV6272 gefo¨rdert., http://ikpb-de.jimdo.com/forschung/esmartwerk/</p>
      <p>Beim Ablauf einer prototypischen Erstbegehung ohne den Einsatz neuer Technologien
erscheint der Baustellenleiter bei Kunden eines neuen Projekts. Im Kundengespra¨ch notiert
er sich mit einem Stift notwendige Informationen (z.B. Maße) auf einem Notizblock, fu¨llt
evtl. einen Fragebogen aus und macht mit seiner Kamera Fotos von relevanten Details
der zuku¨nftigen Baustelle. Spa¨ter mu¨ssen die Daten im Bu¨ro nachbearbeitet werden:
Aufzeichnungen werden erga¨nzt, die Notizen und Fotos digitalisiert und idealerweise unter
dem passenden Projekt im richtigen Kontext abgelegt. Die Prozessschritte, die sich durch
die Mehrfachanlage der Daten ergeben, sind aufwendig und kosten die beteiligten
Mitarbeiter Zeit.</p>
      <p>Mit Hilfe der SWAS wird dieser Prozess wie folgt optimiert: Der Bauleiter erscheint mit
einem Tablet bei seinem Kunden zu einer Erstbegehung und bekommt von der SWAS alle
relevanten Arbeitsschritte angezeigt (siehe Abb. 1). Durch Auswahl der aktuellen
Aufgabe stehen ihm die passenden Dokumente und unterstu¨tzenden Lerninhalte zur Verfu¨gung.
Erstere ko¨nnen z.B. Fragebo¨gen sein, die fu¨r manche Prozessschritte vonno¨ten sind,
letztere Anleitungen, wie man bestimmte Arbeitsschritte durchfu¨hren kann. Die Lerninhalte
eignen sich zur Vor- und Nachbereitung angehender Bauleiter, aber auch als Unterstu¨tzung
beim Kunden bei vera¨ndertem Vorgehen innerhalb eines Arbeitsschritts.</p>
      <p>Abb. 1: Arbeitsschritte und Hilfsinhalt fu¨r den Prozess Erstbegehung
Wa¨hrend des Kundengespra¨chs kann der Baustellenleiter zu jedem Arbeitsschritt alle
relevanten Informationen via (a) Tastatureingabe, (b) Handschrifteingabe mit Eingabestift
oder (c) diktierte Sprachnachricht hinzufu¨gen. Weiterhin stehen zu bestimmten
Schritten Fragebo¨gen mit unterschiedlichen Frage-Antwortformaten zur Verfu¨gung, die er vor
Ort ausfu¨llen kann. Durch die strukturierte Anzeige und eine Suchfunktion findet er sich
schnell in den Dokumenten zurecht. Auch ko¨nnen zu jedem Arbeitsschritt Bilder gemacht
oder Videos gedreht werden, die direkt im passenden Kontext abgespeichert werden. Diese
Funktion soll spa¨ter noch erweitert werden, so dass die Medien auch per Sprachsteuerung
mit einer Smartglass aufgenommen und abgespeichert werden ko¨nnen. Im Bu¨ro ko¨nnen
alle Daten der Erstbegehung u¨ber den Desktop PC abgerufen, finalisiert und
weiterverwendet werden, indem sie zur Angebotserstellung fu¨r den Kunden oder fu¨r die
Projektdokumentationen genutzt werden. Der Aufwand durch die direkte digitale Datenerfassung,
die kontextsensitive Speicherung und das Abrufen der Daten mit unterschiedlichen
Zielgera¨ten (Bu¨ro PC oder Tablet auf der Baustelle) reduziert sich erheblich.
SWAS wurde als Client-Server Architektur realisiert und stellt Schnittstellen bereit, um die
Anforderungen des gegebenen Szenarios abzudecken. Zur Integration existierender
Ar</p>
      <p>Assistenz zur Unterstu¨tzung von Arbeitsprozessen auf der Baustelle 219
beitsabla¨ufe (Workflows) soll eine Schnittstelle zu der im Bauhandwerk stark verbreiteten
ERP-Lo¨sung WinWorker5 geliefert werden. Die Kernfunktion der SWAS ist die Assistenz
vor Ort, die durch den Einsatz von Mobilgera¨ten ermo¨glicht wird. Arbeitsabla¨ufe
werden als BPMN6 Prozesse dargestellt. Der Vorteil einer formalen Prozessdefinition ist, dass
alle no¨tigen Arbeitsschritte erfasst und festgelegt werden und durch technisches System
bearbeitet werden ko¨nnen. Dadurch kann die Assistenz direkt auf den echten
Arbeitsablauf abgebildet und im richtigen Prozessschritt zugeliefert werden. Letztendlich sind damit
nicht nur lineare Workflows, sondern auch komplexere Abla¨ufe (z.B. Bedingungen oder
Ereignisse) modellierbar.</p>
      <p>Abb. 2: Datenfluss in der SmartWerk Assistance Suite
Wenn der Baustellenleiter den Besuch der Baustelle beginnt, wird der Prozess durch die
SWAS instanziert und der Kontext (z.B. aktueller Prozesszustand, Ausfu¨hrungshistorie
und aktiver Nutzer) fu¨r die Prozessausfu¨hrung erstellt. Auf das Mobilgera¨t des
Baustellenleiters werden die notwendigen Prozessschritte mit den dazugeho¨rigen Dokumenten
geliefert. Die Assistenz, die dem Nutzer zur Verfu¨gung gestellt wird, ist zu den
jeweiligen Aufgaben der Prozessdefinition annotiert. Die Gera¨te werden durch einen Dienst
koordiniert, der auch die Informationsstro¨me in zwei Richtungen (siehe Abb. 2) leitet:
Assistenzinformationen und Anfragen vom Server zu den Ausgabegera¨ten und
Nutzerantworten, Notizen und Bilder von der Baustelle zuru¨ck zum System. Die erfassten Daten
werden mit dem Kontext der Prozessausfu¨hrung verlinkt, um bei einem spa¨teren Zugriff
darauf die Nachverfolgbarkeit zu garantieren.</p>
      <p>Die Nutzung sogenannter Device-Klassen dient, unabha¨ngig von konkreten
Gera¨temodellen, der Entscheidung, welche Informationen auf welchem Endgera¨t angezeigt werden. So
unterscheiden wir in unserem Szenario drei unterschiedliche Darstellungen: Das Tablet
zeigt alle wichtigen Informationen u¨ber den Prozessstatus und dazu passende Assistenz,
die Smartglass nur Prozessvera¨nderungen und offene Fragen an. Am Bu¨ro PC greift man
auf die Daten u¨ber eine Dokumentenverwaltung zu; diese Darstellung wa¨re auf der
Baustelle mit den Mobilgera¨ten weder u¨bersichtlich noch sinnvoll.
5 http://www.winworker.de/, letzter Zugriff am 10.06.2015
6 http://www.bpmn.org/,letzter Zugriff am 10.06.2015
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Evaluation</title>
      <p>Die Evaluation im Projekt SMARTWERK la¨sst sich in zwei Evaluationspakete unterteilen:
(a) Die fortlaufende Evaluation von Akzeptanz- und Kommunikationsaspekten
(EvaluationAkzeptanzpanel) durch Fragebo¨gen mit u¨berwiegend festem Antwortformat und (b)
Softwaretests, die praktisches Testen der SWAS auf Mobilgera¨ten sowie gleichzeitige
Befragungen und Think-Aloud-Protokolle beinhaltet. Im Folgenden werden das methodische
Vorgehen und erste Ergebnisse beider Evaluationspakete beschrieben.</p>
      <p>Um bedeutsame Faktoren der Akzeptanz von Assistenzsystemen und Dynamiken im
Akzeptanzprozess zu identifizieren und daraus verallgemeinerbare
Kommunikationsstrategien fu¨r Fu¨hrungskra¨fte im Bauhandwerk abzuleiten, wird ein 6-Wellen Akzeptanzpanel
umgesetzt. Neben den beiden bereits mit digitalen Technologien vertrauten
Demonstrationsunternehmen (DU) nehmen zusa¨tzlich Kontrollunternehmen (KU) teil, die sich
abwechselnd bei jeder zweiten Welle beteiligen. Außerdem gibt es in jeder Welle noch
alternierende Kontrollunternehmen (ALT-KU), die nur einmalig befragt werden. Es werden
Fragebo¨gen genutzt, deren Fragen u¨berwiegend mit einer 7-stufigen Ratingskala (stimme
u¨berhaupt nicht zu bis stimme voll und ganz zu) beantwortet werden. Die verwendeten
Fragen werden aus einem Basissatz und einem flexiblen Erweiterungssatz mit Bezug zu
digitalen Assistenzsystemen ausgewa¨hlt. Zusa¨tzlich werden relativ zeitstabile
Drittvariablen (z.B. Soziodemografie, Perso¨nlichkeit) und organisationsbezogene Kontextvariablen
(z.B. Fu¨hrungskultur, Normen) aufgenommen. Diese werden in unterschiedlichen
Erhebungswellen implementiert, um eine zeito¨konomische und motivierende Befragung zu
ermo¨glichen.</p>
      <p>Die Befragungen dauerten zwischen 12 bis 35 Minuten. Alle bisher erhobenen
Faktoren (bisher 23) wurden aus dem Akzeptanz-Rahmenmodell abgeleitet und jeweils durch
mehrere Indikatoren (bisher 203 Fragen) operationalisiert. Die psychometrische Gu¨te der
Faktoren kann als akzeptabel bis sehr gut bezeichnet werden (Cronbachs Alpha &gt; :70
bis .94). In den ersten beiden Wellen erfolgten die Befragungen von insgesamt N = 144
Mitarbeitern in sechs Unternehmen. Bei der Auswertung erfolgte zuerst eine Analyse der
Zusammenha¨nge zwischen den Faktoren (z.B. individuelle Nu¨tzlichkeit,
Technikselbstwirksamkeit und Nutzungsabsicht) und anschließend eine stratifizierte Auswertung der
Gruppenunterschiede zwischen Demonstrations- und Kontrollunternehmen.
Die folgenden Ergebnisse beziehen sich nur auf einen Teilausschnitt der erhobenen
Faktoren. Es konnten u¨berwiegend signifikante, bivariate Korrelationen zwischen den
Akzeptanz beeinflussenden Faktoren, wie z.B. Leichtigkeit der Bedienung, allgemeine
Nu¨tzlichkeit, individuelle Nu¨tzlichkeit, Technikselbstwirksamkeit, externale Kontrolle und der
Nutzungsabsicht statistisch abgesichert werden. Keine statistisch bedeutsamen
Zusammenha¨nge traten dagegen mit den Faktoren Misstrauen in die Datenspeicherung, Image und
Einfluss von Meinungsfu¨hrern auf.</p>
      <p>Vertiefende statistische Modellierungen (regressionsanalytische Mediationsmodelle)
zeigten, dass eine Betrachtung von direkten Effekten auf die Nutzungsabsicht vermutlich zu
Fehlschlu¨ssen und unno¨tigen Maßnahmen fu¨hren wu¨rde. Eine Steigerung der
Nutzungsabsicht fu¨r Assistenzsysteme wu¨rde sich beispielsweise nicht u¨ber die Verbesserung und/</p>
      <p>Assistenz zur Unterstu¨tzung von Arbeitsprozessen auf der Baustelle 221
oder Kommunikation der Leichtigkeit der Bedienung erzielen lassen (b = 0:04; p &gt; :05
nicht signifikant), obwohl isoliert betrachtet, statistisch signifikante Zusammenha¨nge
vorliegen (r = :65; p &lt; :001). Eine wirksame Erho¨hung der Nutzungsabsicht la¨sst sich
vermutlich im Bauhandwerk u¨ber die Steigerung der allgemeinen Nu¨tzlichkeit (von
Technologien) vermittelt u¨ber eine spezifische, mit der eigenen konkreten Ta¨tigkeit verbundene
Nu¨tzlichkeit (individuelle Nu¨tzlichkeit) erreichen (95% BcaCi: .05, .50, signifikante
Mediation). Einschra¨nkend muss aber erwa¨hnt werden, dass es sich nur um ein
Teilergebnis handelt, das im Projektverlauf noch mit gro¨ßeren Stichproben validiert werden sollte.
Stratifizierte Auswertungen auf Gruppenunterschiede (t-Tests) zeigten signifikante
Unterschiede zwischen den Demonstrationsunternehmen (DU) und den Kontrollunternehmen
(KU). Dem Einsatz von Assistenzsystemen wird in den DU (M = 4:89; Fu¨nf = stimme
eher zu) im Vergleich zu den KU (M = 4:23; Vier = teils/teils) signifikant sta¨rker
zugestimmt (p &lt; :05), wa¨hrend sich bei allgemeinen Innovationen das Befundmuster genau
entgegengesetzt verha¨lt.</p>
      <p>Die Funktionalita¨t der SWAS wird in beiden Demonstrationsunternehmen durch
Softwaretests evaluiert, indem zuerst die Funktionalita¨t der Software erkla¨rt wird und die Probanden
danach die Prototypen auf dem Mobilgera¨t testen ko¨nnen. Anschließend wird ein
Fragebogen zur Usability ausgefu¨llt und Ru¨ckmeldungen (Think-Aloud-Protokolle und offene
Interviews) dokumentiert. Die erste Evaluation fu¨r das Erstbegehungsszenario fand noch
wa¨hrend der Implementierungsphase statt und war hinsichtlich der Funktionen
(Spracherkennung, Kontextsensitivita¨t und Prozessfu¨hrung) sehr positiv. Demgegenu¨ber zeigten
sich Schwachstellen bei der Client-Server Verbindung. Nach einer Verbesserung des
ersten Prototyps wurde die zweite Evaluation durchgefu¨hrt, die ebenfalls positiv ausfiel. Vor
allem die flu¨ssige Spracheingabe und die Mo¨glichkeit zur nachtra¨glichen Bildbearbeitung
wurden als besonders nu¨tzlich beurteilt. Als Potential fu¨r die Weiterentwicklung wurden
der Ausbau von Schnittstellen zu diversen Systemen (bspw. WinWorker, Smartglass) und
Maßnahmen zur Datenspeicherung bei schlechter Internetverbindung genannt.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>In diesem Paper wurden Teilergebnisse des interdisziplina¨ren Projekts SMARTWERK
vorgestellt. Anhand des konkreten Szenarios der Baustellenerstbegehung wurde die SWAS
eingefu¨hrt, die kontextsensitive, prozessorientierte digitale Unterstu¨tzung von
Arbeitsprozessen auf der Baustelle bietet und den Arbeitsablauf deutlich optimieren konnte.
Existierenden Akzeptanzproblemen von innovativen digitalen Systemen im Bauhandwerk wird
aktiv durch eine partizipative Technikentwicklung und eine umfassende Evaluation
begegnet. Die funktionale Erprobung bei den Anwendungspartnern zeigte, dass der Prototyp der
SWAS den Mitarbeitern sinnvolle Prozessunterstu¨tzung bietet und ein weiterer Ausbau der
Schnittstellen gewu¨nscht wird, um eine Insello¨sung zu vermeiden. Einige Ru¨ckmeldungen
der Mitarbeiter nach dem ersten Test konnten bereits dazu beitragen, Lo¨sungen (z.B. um
die schwache Client-Server Verbindung zu umgehen) in eine neue Version des Prototypen
zu integrieren und damit die Software zu verbessern.</p>
      <p>Mareike Schmidt et al.</p>
      <p>Unseres Wissens nach werden erstmals etablierte Akzeptanztheorien auf das
Bauhandwerk u¨bertragen, durch das Akzeptanzpanel validiert, und daraus m o¨glichst
wirkungsvolle und umsetzbare Kommunikations- und Gestaltungsempfehlungen abgeleitet. Erste
Evaluationsergebnisse geben Hinweise darauf, dass auf Aspekte der kontextbezogenen,
individuellen N u¨tzlichkeit der SWAS fokussiert werden sollte, um die
Implementierungsund Nutzungschancen von Assistenzsystemen im Bauhandwerk zu erho¨ hen.
Im Laufe des Projekts werden wir unsere Konzepte und die SWAS erweitern und erga¨nzen
sowie Erkenntnisse der Evaluationen beru¨ cksichtigen, um die Anforderungen der beiden
anderen Szenarios (Kontextsensitive Unterstu¨ tzung fu¨ r komplexe, moderne Baugera¨te und
Unterstu¨ tzung zum Thema Baustellensicherheit “) optimal realisieren zu ko¨ nnen.</p>
      <p>”
Literaturverzeichnis</p>
    </sec>
  </body>
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          <article-title>Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:</article-title>
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          <article-title>Mobile Learning - prozessbezogenes Informieren und Lernen in wechselnden Arbeitsumgebungen</article-title>
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