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        <article-title>Transformation und Mapping von Prozessmodellen in verteilten Umgebungen mit der ereignisgesteuerten Prozesskette</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Timo Kahl</string-name>
          <email>Kahl@iwi.uni-sb.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Florian Kupsch</string-name>
          <email>Kupsch@iwi.uni-sb.de</email>
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        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi) im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Stuhlsatzenhausweg 3</institution>
          ,
          <addr-line>Geb. D3 2 D-66123 Saarbrücken</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zwingend notwendig für einen hohen Grad an Interoperabilität zwischen Unternehmen, bei denen Unternehmensmodelle die Grundlage des täglichen Geschäfts darstellen, ist das gegenseitige Verständnis dieser Modelle. Aus diesem Grunde ist zur Optimierung einer Kollaboration ein Modellaustausch zwischen zwei oder mehreren Partnern eine notwendige Voraussetzung. Da in einem kollaborativen Umfeld zumeist mehrere Sprachen und Notationen Anwendung finden, bedingt der Austausch von Modellen zumeist eine Umwandlung von einer Notation oder Sprache in eine andere. Dies geschieht bis dato zumeist manuell. In dieser Ausarbeitung werden deshalb zwei Konzepte diskutiert, das Mapping und die Transformation, die eine teil- und vollautomatisierte Modellumwandlung von einem Format in ein anderes ermöglichen. Beim Mapping geht es um den zuvor beschriebenen Modellaustausch wohingegen die Transformation auf eine Formalisierung der Modelle bis hin zu einer möglichen Ausführung abzielt. Die praktische Umsetzung beider Konzepte wird anhand von zwei Prototypen aufgezeigt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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    <sec id="sec-1">
      <title>1. Einleitung</title>
      <p>erfolgreiche C-Business-Strrategie und deren Umsetzung ist die Interoperabilität einer
Organisationsform. Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens mit
anderen Unternehmen oder Kunden unter der Prämisse eines optimalen
Nutzen-AufwandVerhältnis zusammenzuarbeiten [INT05]. Zwingend notwendig für einen hohen Grad an
Interoperabilität zwischen Unternehmen, bei denen Unternehmensmodelle Kernstücke des
täglichen Geschäfts sind, ist das gegenseitige syntaktische und semantische Verständnis
dieser Modelle. Dies zu erreichen erscheint sehr schwierig, da kaum ein Unternehmen eine
Modellierungsplattform einsetzt, die verschiedene Modellierungssprachen unterstützt.
Folgerichtig ist in den letzten Jahren die Bedeutung der sich über den Lebenszyklus eines
Unternehmens erstreckenden Modellierung in vergleichbarem Maße gewachsen wie die
Ansprüche an die Interoperabilität dieser Modelle. Die Heterogenität der
Modellierungssprachen ist hauptsächlich dadurch bedingt, dass verschiedene Sprachen auf
unterschiedliche Modellierungsdimensionen fokussieren und unterschiedlichste
Möglichkeiten bieten, die verschiedenen Aspekte eines Unternehmens darzustellen und
auszudrücken. Im Zuge dieses Ansatzes wird insbesondere die Prozessdimension
fokussiert. Dabei hat sich die Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) zur semi-formalen
Modellierung von Geschäftsprozessen als eine an den Bedürfnissen des
Geschäftsprozessmanagements ausgerichtete Adaption eines Petrinetzes etabliert [He02].
Der Grundgedanke des hier beschriebenen Konzeptes ist es, ein Format vorzustellen, das es
ermöglicht, Abbildungen von unterschiedlichsten Modellierungssprachen in eben dieses
gemeinsame Format zu überführen und somit die EPK interoperabel zu gestalten. Neben
diesem Austausch von Prozessmodellen soll darauf aufbauend eine Methode vorgestellt
werden, die es erlaubt, die EPK über ein Intermediatorformat in die Workflowsprache
XPDL zu überführen. Mit Hilfe dieses Konzeptes wird die vollautomatische Abwicklung
kollaborativer Geschäftsprozesse (wie bspw. die Bearbeitung eines Bestellauftrages)
möglich, was wiederum eine Effizienzsteigerung der Kollaboration und eine Verbesserung
der Interoperabilität zur Folge hat.
2. Transformation und Mapping als zentrale Konzepte zur Gestaltung
und Ausführung von Unternehmensmodellen in verteilten Umgebungen
In der wissenschaftlichen Diskussion und praktischen Umsetzung gibt es eine Vielzahl von
Ansätzen zur Umwandlung von Unternehmensmodellen (eine Klassifikation findet sich
bspw. in [CzHe03]). Im Zuge dieser Ausarbeitung sollen zwei Arten von Umwandlungen
näher betrachtet werden. Zum einen wird ein Mechanismus vorgestellt, der es erlaubt,
semiformale Modelle zu formalisieren, um so deren Ausführung zu ermöglichen. Hier wurde in
der wissenschaftlichen Literatur eine Vielzahl von Ansätzen diskutiert. Diese lassen sich
unterteilen in Konzepte, die eine direkte Transformation einer semi-formalen
Beschreibungssprache in eine formale postulieren (bspw. [Zi05]) und solche Ansätze, die
eine Transformation über ein Intermediatorformat realisieren. Beide Konzepte finden auch
im Zuge der Model Driven Architecture Anwendung, bei der zur Softwareentwicklung
zwischen den Ebenen Computation Independent Models (CIM), Platform Independent
Models (PIM) und Platform specific Model (PSM) unterschieden wird [MDA]. Im Zuge
dieses Konzepts werden die MDA-Ebenen uminterpretiert und an die Bedürfnisse der
Unternehmensmodellierung angepasst. In Anlehnung an das Forschungsprojekt ATHENA
werden die folgenden drei Ebenen unterschieden [At05a]:
x
x</p>
      <p>Business-Ebene: Diese Ebene fokussiert auf die Modellgestaltung unter
Planungsund Steuerungsgesichtspunkten. Die Modelle dienen hauptsächlich zu
Dokumentationszwecken und sind in der Regel wenig formalisiert. Auf dieser
Ebene ist es wichtig, dass der Modellierer nicht durch Formalisierungsvorschriften
eingeschränkt wird und eine grafische Repräsentation der Modelle möglich ist. Als
Modellierungssprache wird im Zuge des hier vorgestellten Konzepts die erweiterte
ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK) verwendet.</p>
      <p>Technische Ebene: Die technische Ebene dient als Intermediator zwischen der
Business- und Ausführungsebene. In der Regel ist eine direkte Ausführung der
Modelle der Business-Ebene nur mit einem verhältnismäßig hohen Aufwand
möglich. Aus diesem Grunde werden auf der Technischen Ebene die Sprache der
Business-Ebene formalisiert und für die Ausführung notwendige Informationen
ergänzt. Als Intermediatorsprache wird hier eine formalisierte Version der eEPK
verwendet, die in Kapitel 4 näher vorgestellt wird.</p>
      <p>Ausführungsebene: Auf der Ausführungsebene sind die Modelle soweit zu
formalisieren, dass sie von Workflow-Engines interpretierbar sind. Im Zuge des
hier vorgestellten Ansatzes ist das anvisierte Ausführungsformat die
WorkflowSprache XPDL.</p>
      <p>Eine Transformation der Modelle von der Business-Ebene zur Technischen Ebene ist in der
Regel nur teilautomatisiert möglich, wohingegen die Überführung von Modellen der
Technischen Ebene auf die Ausführungsebene vollautomatisch abläuft [At05a]. In dieser
Ausarbeitung ist eine Transformation von Modellen per Definition ebenenübergreifend,
muss aber nicht unbedingt sprachübergreifend sein. So kann eine Sprache, die auf der
Business-Ebene nicht formalisiert ist mit Hilfe von Modellierungskonventionen in ein
formalisiertes Format der Technischen Ebene überführt werden.</p>
      <p>Neben der Transformation von Modellen wird insbesondere in der Praxis angestrebt,
sprachlich diversifizierte Modelle mit identischem Formalisierungsgrad ineinander zu
überführen. Dies wird aufgrund der Tatsache notwendig, dass es insbesondere bei
semiformalen Modellen eine Vielzahl von toolunterstützten Modellierungsmethoden gibt, die
auf unterschiedliche Modellierungsdimensionen fokussieren. Beispielhaft werden in dieser
Ausarbeitung die Dimensionen Prozess, Produkt, Organisation, Entscheidung und
Infrastruktur näher betrachtet. Diese Umwandlung, die innerhalb einer
Formalisierungsebene stattfindet, wird im Folgenden als Mapping bezeichnet. Die
Differenzierung zwischen Transformation und Mapping ist deshalb notwendig, da im Zuge
des Mapping angestrebt wird möglichst alle Dimensionen und Modellinformationen in ein
anderes Format zu übertragen. Der Grundgedanke beim Mapping ist es deshalb, ein
möglichst generisches Format zur Verfügung zu stellen, das es, kombiniert mit einem
methodischen Leitfaden, ermöglicht, Abbildungen von unterschiedlichsten
Modellierungssprachen in eben dieses gemeinsame Format zu überführen. Demzufolge
zielt das Mappingformat in seiner Funktion als ein Modellaustausch- oder
Abbildungsinstrument darauf, die Interoperabilität zwischen kooperierenden Unternehmen,
die zugleich unterschiedliche Modellierungssprachen einsetzen, zu verbessern. Bei der
Transformation geht es hingegen nicht um einen umfassenden Austausch von
Modellinformation, sondern darum semi-formale Modelle in ein formales und ausführbares
Modell zu überführen. Dazu ist oftmals eine Anreicherung der Modelle mit
Ausführungsinformationen notwendig. Abbildung 1 visualisiert die zuvor beschriebenen
Zusammenhänge.</p>
      <sec id="sec-1-1">
        <title>Methode X</title>
      </sec>
      <sec id="sec-1-2">
        <title>Methode Y</title>
      </sec>
      <sec id="sec-1-3">
        <title>Methode Z</title>
        <p>Business Ebene
Technische Ebene
Ausführungsebene</p>
        <p>Infrastruktur</p>
        <p>Organisation
Entscheidung</p>
        <p>Mapping
Mapping</p>
        <p>Mapping
semi-formale
Beschreibungssprache</p>
        <p>(eEPK)
n
o
it
amIntermediator-EPK
fro (IeEPK)
s
n
a
r
T Workflowsprache
(XPDL)
Transformation semiautomatisiert
mit maunueller Unterstützung
Transformation automatisiert
Modellierungsfunktionalität weniger stark ausgeprägt
Modellierungsfunktionalität stark ausgeprägt
Transformation</p>
        <sec id="sec-1-3-1">
          <title>Abbildung 1: Transformation und Mapping</title>
          <p>Ziel des hier vorgestellten Ansatzes ist es, basierend auf den Ergebnissen des vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten nationalen
Forschungsprojektes „P2E2 – Peer-to-Peer Enterprise Environment“ sowie dem
europäischen Forschungsvorhaben „ATHENA – Advanced Technologies for
Interoperability of Heterogeneous Enterprise Networks and their Applications“, ein
Konzept zu entwickeln, das es ermöglicht die verschiedenen Dimensionen semi-formaler
Unternehmensmodelle unterschiedlicher Formate ineinander zu überführen und die
Prozessdimension mit Hilfe eines Transformationskonzeptes zur Ausführung zu bringen.
Wie Abbildung 1 zeigt, wird nur die Prozessdimension zur Ausführung gebracht, da sie die
dynamische Abbildung der anderen Dimensionen ist.
3. POP* als Methode zum Mapping von Unternehmensmodellen
Wie zuvor beschrieben bedingt die Forderung nach einer verbesserten Interoperabilität
oftmals den Austausch oder die gemeinsame Nutzung von Modellen. Das Mappingkonzept
hat deshalb zum Ziel, ein Instrument zum Austausch von Modellen anzubieten, welches ein
generisches Format benutzt, in dem die elementaren Modellierungskonstrukte enthalten
sind. Durch ein Mapping von individuellen Modellierungssprachen in dieses Format wird
den Untenehmen der Austausch von Modellen eben dieser Modellierungssprache
ermöglicht. Das erwähnte Instrument zum Austausch von Modellen ist die POP*-Methode,
(nachstehend POP*, was für „Process, Organisation, Product and others“ steht) die im Zuge
des Forschungsprojektes ATHENA entwickelt wird [At05b]. Das hier dargestellte
Austauschformat befindet sich aktuell in der Entwicklung und kann sich zukünftig noch
ändern.</p>
          <p>Das POP*-Metamodell ist, in ,,Paketen” organisiert, die fünf Dimensionen abbilden und
steht unter dem Einfluss verschiedener existierender Ansätze wie BPDM und UEML 1.0.
Es existiert je Dimension ein Paket, zuzüglich eines Paketes, das die allgemeinen
Konstrukte enthält, die nicht zu einer spezifischen Dimension gehören. Die Dimensionen
lassen sich folgendermaßen beschreiben:
1.
2.
3.
4.
5.
6.</p>
          <p>Das Paket Allgemeine Konzepte beinhaltet Konzepte und Beziehungen, die in jeder
Dimension angewandt werden können.</p>
          <p>Die Organisationsdimension fokussiert Organisationsstrukturen, menschliche
Wesen und deren Interaktion.</p>
          <p>Die Prozessdimension wiederum enthält Konstrukte mit Bezug auf die Aktivitäten,
Aufgaben und Prozesse im oder zwischen Unternehmen.</p>
          <p>Die Produktdimension findet
Produktstrukturen zu modellieren.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-2">
          <title>Anwendung, um</title>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-3">
          <title>Produktarchitekturen oder</title>
          <p>Entscheidungsstrukturen bezüglich Entscheidungszentren und
Entscheidungsaktivitäten werden mithilfe der Entscheidungsdimension dargestellt.
Mit den Konstrukten der Infrastrukturdimension wird die Modellierung von
Infrastrukturen und den von ihnen erbrachten Leistungen ermöglicht.</p>
          <p>POP* zielt in seiner Funktion als ein Modellaustausch- oder Abbildungsinstrument darauf,
die Interoperabilität zwischen kooperierenden Unternehmen, die zugleich unterschiedliche
Modellierungssprachen einsetzen, zu erleichtern. Im aktuellen Stadium ist POP* so
ausgelegt, dass es die Interoperabilität der von den ATHENA-Partnern bereitgestellten
Modellierungssprachen ermöglicht. Da von ATHENA ein beträchtlicher Teil des
Einsatzgebietes von Modellierungssprachen abgedeckt wird, bleibt zu hoffen, dass der
Aufwand, weitere Sprachen zu unterstützen nicht all zu hoch ausfällt. Aktuell wird das
POP*-Metamodell von einem UML-Klassendiagramm repräsentiert, das in Abbildung 2
abgebildet ist und im Wesentlichen die generische Struktur des POP*-Metamodells
beinhaltet. Dies bedeutet im Einzelnen:</p>
          <p>Alle Konzepte im POP*-Metamodell sind Spezialisierungen der Klasse
Object.
x
x
x</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-4">
          <title>Alle Beziehungen im</title>
          <p>Relationship.</p>
          <p>Alle Eigenschaften eines Objekts
Spezialisierungen von Property.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-5">
          <title>POP*-Metamodell sind</title>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-6">
          <title>Spezialisierungen von oder einer</title>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-7">
          <title>Beziehung sind</title>
          <p>target
0..*
0..*
Object
+describes
0..*
0..*
0..*
Relationship
Property
+has property
0..*
has value
0..1
0..1
PrimitiveValue</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-8">
          <title>Abbildung 2: Das POP* Kernmodell</title>
          <p>Obwohl der Rest des POP*-Metamodells zur Repräsentation auf denselben Formalismus
wie das Kernmodell fußt, werden die restlichen Elemente des Metamodells nicht direkt als
Spezialisierungen der Kernkonzepte aus Abbildung 2 veranschaulicht. Zu Zwecken der
Klarheit und Lesbarkeit werden die folgenden Konventionen in der Notation angewendet:
x
x
x
x</p>
          <p>Unterklassen von Objects (Konzepte des POP* Metamodells) werden als
Klassen dargestellt;
Unterklassen von Relationship (Beziehungen des POP* Metamodells)
werden als Verbindungen dargestellt, mit Ausnahme von Beziehungen, die
Beziehungen zu anderen Objekten haben (dies bezieht sich augenblicklich
nur auf das Konstrukt Flow). Im beschreibenden Teil sind alle Beziehungen
als “einfache” Klassen mit origin (Ausgangspunkt) und target (Ziel) als
Eigenschaften aufgeführt;
Unterklassen von Property werden in den Darstellungen nicht abgebildet.
Property-Unterklassen werden im Beschreibungsteil als Eigenschaften
der Konzepte die sie beschreiben aufgeführt;
Wie in den vorangegangenen Aufzählungspunkten dargestellt, findet ein
spezifischer typographischer Stil Anwendung, wann immer
Konstrukte des POP*-Metamodells im Text oder in Bezeichnungen
Verwendung finden. Jedoch wird dieses Schriftbild nicht angewendet, wenn
die Rede von Objekten der „realen Welt“ die Rede ist, die von den
Konstrukten bezogen werden. Beispielhaft sei hier das Beispiel des
Konstrukts Process angeführt, das einen Prozess im Unternehmen
referenziert.</p>
          <p>Das POP*-Metamodell ist, wie in Abbildung 3 zu sehen, in ,,Paketen” organisiert. Es
existiert je Dimension ein Paket, zuzüglich eines Paketes, das die allgemeinen Konstrukte
enthält, die nicht zu einer spezifischen Dimension gehören.</p>
          <p>0 Allgemeine</p>
          <p>Konzepte
verwendet
verwendet verwendet verwendet
verwendet
1
Prozessdimension
2
Organisationsdimension
3
Produktdimension
4
Entscheidungsdimension
5
IT-Infrastrukturdimension</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-9">
          <title>Abbildung 3: Überblick POP* Metamodell</title>
          <p>Bislang lag der Schwerpunkt von POP* auf der Prozessdimension, aus diesem Grunde wird
in diesem Kapitel exemplarisch für alle anderen Dimensionen das Metamodell der
Prozessdimension erläutert.</p>
          <p>Die Prozessdimension beinhaltet Konstrukte, die sich auf Aktivitäten, Aufgaben und
Prozesse im oder zwischen Unternehmen beziehen. Teilhabe von Objekten des
Unternehmens an Prozessen unterschiedlichen Typs wird durch Rollen ausgedrückt. Die
Prozesslogik drückt sich in Flüssen und Entscheidungsknoten aus. Eine Übersicht der
Modellierungskonstrukte der Prozessdimension ist in Abbildung 4 dargestellt.</p>
          <p>Role
(f rom 0 General concepts)</p>
          <p>Process Role
0..*</p>
          <p>carries
0..*</p>
          <p>0..*
1
1</p>
          <p>1
Process
0..*
1</p>
          <p>1
0..*
is part of
0..*</p>
          <p>flow
0..*</p>
          <p>0..*
target
Process wird dabei verwendet um Prozesse, Aufgaben und Aktivitäten jeglicher Art
darzustellen. Ein Prozess kann eine Prozessstruktur beinhalten und Teil einer solchen sein
(z.B. Projektplan) und zwar durch eine is part of-Beziehung. Darüber hinaus können
Prozesse zu Sequenzen mit Hilfe von Flüssen und Entscheidungsknoten kombiniert werden.
Decision Point ist ein generisches Konzept, das – wenn es durch Flows verbunden
wird – die allgemeine Prozesssequenz bestimmt. Sowohl Decision Point als auch
Process Role sind abstrakte Konzepte, so dass in einem realen Prozessmodell jeder
Ausgangspunkt und jedes Ziel eines Flusses entweder ein Event, ein Control-Element,
ein Input-Element, ein Output-Element, ein Resource-Element oder ein
GatewayElement sein muss. Das Verhalten der Entscheidungsknoten wird im Wesentlichen durch
die Eigenschaften in-flow logic und conditional continuation bestimmt,
welche wiederum beschreiben, wie multiple Flüsse zu oder von einem
Entscheidungsknoten zu behandeln sind. In-flow logic spezifiziert wie die
eingehenden Flüsse zu kombinieren sind und kann folgende drei Werte annehmen:
1. ‘and’: Alle eingehenden Flüsse</p>
          <p>Entscheidungsknoten aktiviert wird.</p>
          <p>müssen
aktiviert
sein,
damit
der
2. ‘xor’: Sobald genau einer der eingehenden Flüsse aktiviert wird, wird der</p>
          <p>Entscheidungsknoten aktiviert
3. ‘or’: Wenigstens einer der eingehenden Flüsse muss aktiviert werden, damit der</p>
          <p>Entscheidungsknoten aktiviert wird.</p>
          <p>Gateway ist einer von zwei Untertypen von Decision Point, der andere trägt die
Bezeichnung Process Role. Obwohl beide Typen Bedingungen für die Fortsetzung
eines Prozesses ausdrücken, gibt es einen charakteristischen Unterschied. Gateways sind
reine Entscheidungsknoten, wohingegen Process Roles zusätzlich zu ihrem Charakter
als Entscheidungsknoten auch mit Unternehmensobjekten in Verbindung stehen können via
plays role-Beziehungen.</p>
          <p>Process Role ist sowohl ein Untertyp von Role als auch von Decision Point,
eine Tatsache, die die dualistische Natur des Konzepts veranschaulicht. Wie Roles
können alle Process Role Unternehmensobjekte durch die plays role-Beziehung
anbinden. Als Decision Point können sie die Bedingungen für Fortsetzung eines
Prozesses repräsentieren in welchem die Process Role enthalten ist. Eine Process
Role wird spezialisiert in einem von vier Untertypen: Input, Output, Control, oder
Resource.</p>
          <p>Ein Input gehört zu einem spezifischen Prozess und kann, als Untertyp von Role,
repräsentieren, was in den Prozess eingebracht wird. Als ein Untertyp von Decision
Point repräsentiert ein Input eine Bedingung, die seinen ,,Elternprozess” startet. Ein
Output gehört ebenfalls zu einem spezifischen Prozess und kann, wiederum als Untertyp
von Role, darstellen, was aus einem Prozess hervorgeht (z.B. das Ergebnis). Als ein
Untertyp von Decision Point, repräsentiert ein Output eine Bedingung für die weitere
Ausführung seines ,,Elternprozesses”.</p>
          <p>Auch Resource ist ein Untertyp von Process Role. Eine Ressource gehört zu einem
spezifischen Prozess und, in den meisten Fällen, dienen Ressourcen dazu, Rollen und nicht
Entscheidungsknoten darzustellen (wobei auch letzteres möglich ist). Als ein Untertyp von
Role, werden Ressourcen als Platzhalter für unterschiedlichste Objekte benutzt oder im
Prozess erzeugt.</p>
          <p>Ein weiteres zentrales Konzept dieses generischen Austauschformats ist das Flow-Konzept.
Ein flow ist eine Beziehung zwischen zwei Entscheidungsknoten, Process Roles
oder Schnittstellen in einem Prozess. Zusätzlich drückt ein Fluss implizit eine Beziehung
zwischen den Prozessen aus, die über Entscheidungsknoten verbunden sind. Im
Standardfall ist ein Fluss als Kontrollfluss zu interpretieren. Ein solcher Kontrollfluss wird
auf zwei Arten verwendet:
x
x
um zeitliche Abfolgen zwischen Prozessen darzustellen
um die Auslösung des betroffenen Prozesses kenntlich zu machen
Mit Hilfe dieser generischen Beschreibungselemente ist es möglich mit Pop* eine Vielzahl
von Konstrukten aus verschiedenen Sprachen abzudecken. Nur so können die sehr
heterogenen Beschreibungsmechanismen unterschiedlicher Sprachen abgedeckt werden.
Eines der Hauptprobleme dieser sehr offenen und generischen Beschreibung bleibt der
Interpretationsspielraum, der zu Missinterpretationen der unterschiedlichen Konstrukte
führen kann. Nachdem in diesem Abschnitt ein generisches Austauschformat zum Mapping
von Unternehmensmodellen im Allgemeinen und Prozessmodellen im Speziellen
vorgestellt wurde, soll im nächsten Kapitel auf die Transformation von Prozessmodellen
eingegangen werden. (das hier vorgestellte Pop*-Austauschformat wurde im Teilprojekt A1
von ATHENA entwickelt und findet sich in der folgenden Spezifikation wider: [At05b])
4. Konzepte zur Transformation von Prozessmodellen mit Hilfe einer
formalisierten eEPK
Nach der Erläuterung des Mapping der Prozessdimension, soll hier aufgezeigt werden, wie
eine ebenenübergreifende Transformation zu ermöglichen ist. In Anlehnung an das
ARISKonzept ist die Prozessdimension die zentrale Dimension, die die weitgehend statischen
Dimensionen Organisation, Produkt, IT-Infrastruktur und Entscheidung integriert. Somit
wird nur die Prozessdimension als dynamische Abbildung der anderen Dimensionen auf die
Technische Ebene übertragen und letztendlich zur Ausführung gebracht.</p>
          <p>Wie bereits erläutert hat sich zur semi-formalen Modellierung von Geschäftsprozessen die
Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) als eine an den Bedürfnissen des
Geschäftsprozessmanagements ausgerichtete Adaption eines Petrinetzes etabliert [He02].
Zentrales Merkmal der EPK bildet die Veranschaulichung der zu einem Prozess
gehörenden Funktionen in deren zeitlichlogischer Abfolge. Damit die Regeln und
Bedingungen zur Beschreibung der Kontrollflusssteuerung berücksichtigt werden können,
kommen Verknüpfungsoperatoren zur Anwendung. Wesentliche Objekttypen der EPK sind
damit folgende Elemente:
x
x
x</p>
          <p>Funktionen. Eine Funktion transformiert ein Objekt von einem Startzustand in
einen Endzustand. Die Transformation dient der Erzielung einer definierten
Leistung, die einen wertschöpfenden Bestandteil innerhalb des Geschäftsprozesses
darstellt.</p>
          <p>Ereignisse. Ein Ereignis ist eine passive Komponente, die Systemzustände bzw.
betriebswirtschaftliche Bedingungen repräsentiert, die Einfluss auf den weiteren
Verlauf des Geschäftsprozesses ausüben können.</p>
          <p>Verknüpfungsoperatoren. Zur Modellierung des Kontrollflusses werden neben
gerichteten Kanten konjunktive (AND), disjunktive (XOR) und adjunktive (OR)
Konnektoren zugelassen. Diese begünstigen eine im Vergleich zu Petrinetzen
erhöhte Anschaulichkeit der Modelle [Sc98].</p>
          <p>Da das Transformationsformat die statischen Sichten integriert, ist es notwendig die EPK
um Konstrukte anderer Sichten zu erweitern, so dass die erweiterte ereignisgesteuerte
Prozesskette (eEPK) die Basis des hier beschriebenen Intermediatorformats ist. Um diese
semi-formale Beschreibungssprache in eine Sprache zu überführen, die als Intermediator
zwischen formalisierten Workflow-Modellen und semi-formalen Modellen dient und somit
eine Tranformation ermöglicht, sind Modellierungskonventionen notwendig. Im Folgenden
werden einige allgemeine Konventionen vorgestellt, um im Anschluss daran die
Konventionen zur Formalisierung von Modellen zu erläutern.</p>
          <p>Die Verwendung von Modellierungskonventionen reduziert die Varietät der Modelle und
dient der Vermeidung von Inkonsistenzen sowie einer Verminderung der Anzahl
nachträglicher Modellanpassungen [RS02]. Es existieren allgemeine Formalvorschriften für
die Ausgestaltung des Kontrollflusses [Ke97] sowie generelle Bestrebungen zur
Formalisierung von Syntax und Semantik der EPK [Ru99]. Ebenso wurde die EPK bereits
als Spezifikationssprache für Workflows diskutiert [De02] und durch Formulierung von
Übersetzungsregeln eine „tragfähige mathematische Basis“ [LSW97] für formale
Geschäftsprozessmodelle geschaffen. Um eine Transformation von EPK-Modellen in
ausführbare Workflows zu ermöglichen, sind im Falle einer automatischen Übersetzung
besondere Anforderungen an Formalisierungsgrad und Spezifikation des Prozessmodells zu
stellen [De02]. Diese Anforderungen sowie Verfahren zu Verifikation von EPK werden seit
Jahren in der Forschung thematisiert [Aa99] [Ki04]. In der gängigen Praxis haben sich bei
der Modellierung mit EPK neben den ursprünglich von KELLER/NÜTTGENS/SCHEER
definierten Konventionen einige weitere Regeln durchgesetzt, die bei einer
Modellerstellung zur Anwendung kommen [Ru99]:
x
x
x
x
x
x</p>
          <p>Eine EPK beginnt und endet mit genau einem Ereignis. Das Startereignis triggert
den Beginn des Prozesses, das Endereignis definiert einen Zustand, nach dessen
Erreichen der Prozess abgeschlossen ist.</p>
          <p>Ereignisse und Funktionen wechseln sich im Ablauf ab. Das Ergebnis der
Ausführung einer Funktion wird durch eine Zustandsänderung definiert, welche
dem auf die Funktion folgenden Ereignis entspricht.</p>
          <p>Funktionen besitzen genau eine eingehende und eine ausgehende Kante zur
Abbildung des Kontrollflusses. Damit ist die Ausführung einer Funktion über eine
eindeutige Input-Output Beziehung gekennzeichnet.</p>
          <p>Nach einem Ereignis steht kein OR- oder XOR-Konnektor, da Ereignisse als
passive Komponenten keine Entscheidungskompetenz besitzen und damit den
weiteren Kontrollfluss der EPK nicht beeinflussen können [KNS92]. Allerdings
wird diese Auffassung nicht von allen Autoren vorbehaltlos geteilt [He02].
Durch Konnektoren verzweigte Pfade werden nur durch gleichartige Konnektoren
wieder zusammengeführt. Beispielsweise dürfen die beiden Kontrollflüsse einer
XOR-Verzweigung nicht zu einem späteren Zeitpunkt über einen AND-Konnektor
vereinigt werden, da diese Bedingung durch die disjunkte Aufspaltung im
XORKonnektor nicht erfüllt werden kann.</p>
          <p>Werden mehrere Pfade mit einem Konnektor wieder verbunden, darf der
Konnektor nur eine auslaufende Kante besitzen, da andernfalls der Kontrollfluss
nicht eindeutig beschrieben wäre.</p>
          <p>Direktverbindungen von mehreren Konnektoren (in Form einer
Hintereinanderschaltung) sind zulässig, um mehrfache, komplexe Verzweigungen
oder Zusammenführungen zu formulieren.</p>
          <p>Da semi-formale Modellierungstechniken keine semantische Korrektheit der
Prozessmodelle sicherstellen können [EKO96], ist eine Erweiterung der obigen
Konventionen erforderlich, um eine formalere Modellerstellung für eine zumindest
teilautomatisierte Überführung in ausführbare Workflow-Modelle zu ermöglichen. Da
diesem Ansatz die Prämisse zugrunde liegt, die Modelle nicht zu reinen
Dokumentationszwecken, sondern als Grundlage zur Ausführung von Prozessinstanzen zu
verwenden, zielen die folgenden Konventionen auf die Vereinfachung der Übersetzung in
ausführbare Strukturen.</p>
          <p>x</p>
          <p>Innerhalb von Sequenzen darf auf die Formulierung von Ereignissen verzichtet
werden. Bei einem linearen Ablauf einer Kette von Funktionen und Ereignissen
haben die Ereignisse (sie werden gelegentlich auch als Trivialereignisse
bezeichnet) keinen Einfluss auf das Ergebnis der Sequenz. SCHÜTTE unterscheidet
in diesem Zusammenhang zwischen Bereitstellungs- und Auslösecharakter von
Ereignissen. In einer Sequenz haben Ereignisse damit Auslösecharakter für die
folgende Funktion [Sc98]. Sie dürfen daher entfallen, da sie keine zusätzlichen, für
die Ausführung relevanten Informationen bereitstellen.</p>
          <p>Bei der Modellierung von Funktionen muss eindeutig zu erkennen sein, ob es sich
um manuelle, automatisch-interaktive oder um vollautomatische Funktionen
handelt. SINZ konstatiert bei verteilten Anwendungssystemen eine „Spezifikation
der Verteilung betrieblicher Anwendungssysteme korrespondierend mit der
Zuordnung betrieblicher Aufgaben.“ [FSA96]. Daher sind manuelle und
interaktive Funktionen über eine ungerichtete Kante mit genau einer
Organisationseinheit zu verbinden, um eine Zuordnung zu einer personellen
Ressource herzustellen. Automatische Funktionen müssen über eine ungerichtete
Kante mit einem Anwendungssystem oder einem Anwendungssystemtyp
verbunden sein, um den unterstützenden maschinellen Aufgabenträger zu
identifizieren.</p>
          <p>Eine Verwendung des OR-Konnektors (inklusives ODER) ist nicht zulässig. Dies stellt
zwar eine wesentliche Restriktion bzgl. des Freiheitsgrades bei der Modellierung dar, die
jedoch aufgrund der Eigenschaften der gängigen Workflow-Sprachen für sinnvoll erachtet
wird. Beim Setzen eines Konnektors wird implizit festgelegt, ob es sich um eine
Zusammenführung oder eine Aufspaltung des Kontrollflusses handelt. Die
korrespondierenden Konstrukte der Workflow-Sprachen bestehen in den Operationen
SPLIT und JOIN. Analog werden gelegentlich die deutschsprachigen Synonyme
„Verzweigung“ und „Synchronisierung“ verwendet [Kr99]. Wie bereits zuvor beschrieben,
leistet die EPK in der Modellierung der ARIS Steuerungssicht auf Business-Ebene eine
Integration der statischen Sichten [Sc01]. Im Rahmen der Ausführung werden konkrete
Workflows gestartet, die aus den Dimensionen Prozess, Organisation und IT-Infrastruktur
bestehen. Während eine direkte Übernahme und Anpassung von Prozess- und
Organisationsdefinition aus der Organisationssicht möglich ist, ist die IT-Infrastruktur in
Form der unterstützenden Anwendungssysteme kein unmittelbarer Bestandteil von ARIS.
Zur Beschreibung der IT-Infrastruktur müssen Anwendungssysteme jedoch bereits auf
Business-Ebene modelliert in die Prozessdimension integriert werden. Neben Ereignissen
und Funktionen werden für die Spezifikation der Aufgabenträger Organisationseinheiten
zur Modellierung von Personalressourcen sowie Anwendungssysteme benötigt. Zum
Zweck der Aggregation einzelner Prozessteile, beispielsweise um die Detailmodelle nur für
interne Organisationseinheiten zugänglich zu halten und nach außen eine höhere
Granularitätsstufe zu veröffentlichen, wird der Objekttyp Prozessmodul bereitgestellt. Zur
Darstellung des Kontrollflusses finden die Konnektoren „AND“ und „XOR“ sowie
gerichtete Kanten Anwendung. In Abbildung 5 ist eine nach obigen Regeln erstellte EPK
anhand eines simplifizierten Beispiels der Stornierung einer Bestellung abgebildet. Der
Prozess beginnt mit dem Eintreffen einer Auftragsstornierung. Nachdem die Stornierung
eingegangen ist, wird die Funktion Stornierung erfassen von einem Mitarbeiter der
Organisationseinheit Vertrieb Inland ausgeführt. Der Mitarbeiter benötigt für die
Bearbeitung der Funktion das Anwendungssystem KRE-TA.</p>
          <p>Abbildung 5: Beispiel einer regelkonformen EPK (IeEPK)
Damit handelt es sich um eine automatisch-interaktive Funktion, die durch das
Zusammenwirken eines personellen Aufgabenträgers und einer IT-Ressource ausgeführt
wird. Nach Erfassung der Stornierung werden die Funktionen Stornierung buchen sowie
Benachrichtigung verschicken ausgeführt. Die Buchung geschieht ausschließlich unter
Inanspruchnahme des Anwendungssystems »KRE-TA« (vollautomatische Funktion),
während das Verschicken der Benachrichtigung ausschließlich von einer
Organisationseinheit (und damit manuell) durchgeführt wird. Mit dem Abschluss beider
Funktionen ist der Prozess beendet. Mit Hilfe dieser Intermediator-EPK ist es möglich
semi-formale Modelle der Business-Ebene über die Technische Ebene auf die
Ausführungsebene zu transformieren. Im Folgenden wird diese formalisierte EPK als
Intermediator-eEPK (IeEPK) bezeichnet.
5. Prototypische Realisierung der Mapping- und
Transformationskonzepte
Nachdem im vorigen Kapitel die konzeptionellen Grundlagen beschrieben wurden, soll hier
aufgezeigt werden, wie diese Konzepte im Zuge der Forschungsprojekte P2E2 und
ATHENA in Prototypen umgesetzt wurden.
5.1. Prototypische Realisierung des Pop*-Mapping-Konzeptes
Im Zuge des europäischen Forschungsprojektes ATHENA wurde das zuvor beschriebene
Pop*-Konzept zum Mapping von Unternehmensmodellen prototypisch realisiert. Um
Unternehmensmodelle zwischen Unternehmen zu mappen ist vorgesehen, die Modelle von
unterschiedlichen Modellierungsstandards in einen gemeinsamen Standard zu überführen,
das POP*-Format. Hierfür wurde eine Transformationsmethode von EPK-Modellen, die
mit dem ARIS-Toolset modelliert wurden, in das POP*-Format prototypisch umgesetzt. In
dieser Ausarbeitung sollen die Grundlagen dieses Mapping-Mechanismus kurz beschrieben
werden. Sie bilden die Basis einer Java-Applikation, in der diese Konzepte unter der
Verwendung des DOM für XML-Transformationen als Basis dienten. Das Programm
importiert und exportiert AML (ARIS Markup Language)-Dateien – ein Format, das zur
Speicherung von ARIS-Modellen dient.</p>
          <p>Hier soll nun lediglich das Mapping grundlegender Elemente der EPK betrachtet werden.
Diese Elemente und ihre Beziehungen untereinander werden in der folgenden Abbildung
dargestellt.</p>
          <p>Prozess</p>
          <p>ist ein Unterprozess
hat
hat
hat
hat
Kontrollfluss</p>
          <p>Funktion
ist verantwortlich für</p>
          <p>Ereignis
ist ein</p>
          <p>Konnektor
ist ein
ist beteiligt an
ist ein
Organisationsrolle</p>
          <p>Ressource</p>
          <p>UND</p>
          <p>ODER</p>
          <p>XOR</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-10">
          <title>Abbildung 6 Mapping grundlegender eEPK-Elemente</title>
          <p>Es können zwei Mapping-Richtungen unterschieden werden. Zum einen sollen mit Hilfe
des Pop*-Standards eEPK-Modelle in Modelle anderer Sprachen exportiert werden. Die
wesentlich wichtigere Transformationsrichtung für diesen Ansatz ist jedoch der
Modellimport. Durch den Import von Modellen, die in anderen Sprachen erstellt wurden,
wird es überhaupt erst möglich diese Modelle mit Hilfe der hier vorgestellten Methode auf
die Ausführungsebene zu transformieren.</p>
          <p>Für den Export ist es notwendig die zuvor beschriebenen Elemente aus der vom
ARISToolset generierten AML-Datei zu extrahieren. Die folgende Tabelle bildet die
EPKQuellelemente und die aus der Transformation resultierenden korrespondierenden
POP*Elemente ab.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-11">
          <title>Tabelle 1: Export von EPK-Modellen</title>
          <p>EPK
Process
Function
AND-Split
OR-Split
XOR-Split
AND-Join
OR-Join
XOR-Join
Event
Control Flow (Edge/Link)
Organizational Role of a function
POP *
Process
Um AML-Dateien aus POP*-Daten zu erzeugen, also eine andere Sprache in eine EPK
umzuwandeln, werden die folgenden Mappings vorgenommen:</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-12">
          <title>Tabelle 2: Import von EPK-Modellen</title>
          <p>Prototypisch umgesetzt wurden die zuvor beschriebenen Implementierungsvorgaben in
einem Java-Programm, das es ermöglicht die Modellierungssprache IEM in eine eEPK zu
überführen und vice versa. Die Benutzeroberfläche dieses Tools ist in Abbildung 7 zu
sehen.</p>
          <p>PrivateProcess.AML – ATHENAtransformer
File Edit Window ?</p>
          <p>Validate</p>
          <p>ARIS-Export.DTD
?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?&gt;
&lt;!DOCTYPE AML SYSTEM "ARIS-Export.dtd" [
&lt;!ENTITY LocaleId.USen "1033"&gt;
&lt;!ENTITY Codepage.USen "1252"&gt;
]&gt;
&lt;AML&gt;
&lt;Header-Info</p>
          <p>CreateTime="13:23:59.120"
CreateDate="09-16-2005"
DatabaseName="Demo62"
UserName="system"</p>
          <p>ArisExeVersion="62"
/&gt;
&lt;Language LocaleId="&amp;LocaleId.USen;"
Codepage="&amp;Codepage.USen;"&gt;
&lt;LanguageName&gt;English&lt;/LanguageName&gt;
&lt;LogFont</p>
          <p>FaceName="Arial"
Height="-13"
Width="0"
Escapement="0"
Orientation="0"
Weight="400"
Italic="NO"
Underline="NO"
StrikeOut="NO"
CharSet="0"</p>
          <p>OutPrecision="0"
Validate</p>
          <p>eka.XSD
Die noch nicht vollständig gelöste Aufgabe ist der Abgleich unterschiedlicher POP*- und
eEPK-Elemente. Bislang werden nur die grundlegenden prozessbasierten Elemente beider
Sprachen transformiert. In den kommenden Entwicklungsphasen
müssen weitere
Dimensionen (weitere Organisations- und IT-Applikationskonstrukte, etc.) transformiert
werden (der hier vorgestellte Prototyp wurde im Projekt ATHENA entwickelt und die
Beschreibung und Spezifikation ist in [At05c] zu finden).</p>
          <p>5.2. Prototypische Realisierung der Transformation der EPK zu XPDL
Nachdem zuvor ein Prototyp zum Mapping von Unternehmensodellen vorgestellt wurde,
soll hier erläutert werden, wie eine ebenübergreifende Transformation prototypisch zu
realisieren ist. Der hier beschriebene Ptototyp wurde in dem Forschungsprojekt P2E2
entwickelt. Dabei wäre sowohl die Implementierung eines vollständigen Exportformats wie
auch die notwendigen Erweiterungen der Workflow-Engines für das Einlesen noch
lückenhaft spezifizierter XPDL-Dateien mit einem erheblichen Entwicklungsaufwand
verbunden gewesen, der den Rahmen des Projektes überschritten hätte. Aus diesem Grund
wurde ein alternativer Lösungsweg zur Überführung der Modelle auf der Businessebene in
eine Spezifikation gewählt. Dieser sieht vor, die mit dem ARIS Toolset erstellte EPK als
Grundgerüst für eine zusätzliche Anreicherung mit den für die WFMS essentiellen
Informationen zu verwenden. Über ein Annotationswerkzeug werden die rudimentären
Modelle in einem Zwischenschritt um zusätzliche, implementierungsspezifische Attribute
erweitert und erst anschließend in die Workflow-Engines eingelesen. Das
Annotationswerkzeug fungiert damit als Intermediator zwischen dem
betriebswirtschaftlichen und dem informationstechnologischen Prozessverständnis und ist
somit als Prototyp der technischen Ebene zuzuordnen. Die Felder der Eingabemasken des
Annotationswerkzeugs entsprechen den von der XPDL-Spezifikation geforderten
XMLAttributen. Bereits in der Businessspezifikation enthaltene Attribute werden übernommen,
können jedoch fallweise vom Benutzer modifiziert werden. Die Implementierung des Tools
erfolgte in der Programmiersprache Java. In Abbildung 8 ist die Annotation der Modelle
anhand eines Screenshots des Prototypen illustriert.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-13">
          <title>Abbildung 8: Verfeinerung des Workflow-Modells</title>
          <p>Das über das Annotationswerkzeug angereicherte Modell kann direkt über die
Configuration-API in die Workflow-Engines importiert werden. Zur Konfiguration der
Workflow-Engines wurden die Softwareprodukte der Partner um eine Schnittstelle für den
XPDL-Import erweitert. Damit können die übersetzten EPK Modelle eingelesen und um
interne Konfigurationsparameter erweitert werden. Hier werden die bislang fehlenden, für
eine Ausführung jedoch zwingend erforderlichen Detailinformationen wie interne
Bezeichnungen, Datenformate, Anmeldeinformationen etc. sowie eventuell erforderliche
topologische Änderungen ergänzt. Zur besseren Nachvollziehbarkeit der vorgenommenen
Annotationen besitzen sowohl die Produkte von abaXX als auch die von Carnot eine
grafische Modellierungsoberfläche. Am Beispiel der Carnot Process Engine wird in
Abbildung 9 gezeigt, wie das durch Unterstützung des ARIS Toolset sowie des
Annotationswerkzeugs zum XPDL-Standard konforme Prozessmodell in einer proprietären
Notation dargestellt und editiert wird.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-1-3-14">
          <title>Abbildung 9: Konfiguration der Carnot Process Engine</title>
          <p>Der Schwerpunkt des Definitionswerkzeuges der Process Engine liegt jedoch nicht in der
grafischen Repräsentation, sondern vor allem in der exakten und vollständigen
Konfiguration der Laufzeitumgebung. Einer Aktivität werden zahlreiche Attribute
zugeordnet, die deren Ausführungsbedingungen, Parametrisierungen sowie für die
Ausführung relevante interne oder externe Ereignisse und Ausnahmen definieren. Das
vervollständigte Modell der Konfigurationsdaten wird als sog. Audit Trail in einer
beliebigen relationalen Datenbank abgelegt, die über eine JDBC-Schnittstelle verfügt und
steht der Process Engine ab diesem Zeitpunkt zur Verfügung.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>6. Ausblick</title>
      <p>In dieser Ausarbeitung wurden mit dem Mappiug und der Transformation zwei zentrale
Integrationskonzepte vorgestellt. Es konnte aufgezeigt werden, wie diese Konzepte
konzeptionell zu realisieren und prototypisch umzusetzen sind. Des Weiteren wurde
erläutert wie das Zusammenspiel beider Konzepte zur Erhöhung der Intreroperabilität von
Organisationen beitragen kann. Als zukünftige Herausforderung für das Mapping von
Unternehmensmodellen ist insbesondere die Ausweitung des Ansatzes auf weitere
Sprachen zu sehen. Erst mit der Evaluation des Formats mithilfe mehrerer Sprachen kann
dessen Praxistauglichkeit untermauert und evaluiert werden. Im Zuge der Transformation
ist insbesondere die Transformation von der Business-Ebene auf die Technische Ebene
weiter zu verfeinern und die Möglichkeiten einer vollautomatischen Transformation zu
prüfen. Sowohl für das Mapping als auch für die Transformation verspricht die semantische
Annotation von Petrinetzen ein erhebliches bislang kaum ausgeschöpftes Potenzial. Selbst
unter der Prämisse eines funktionierenden Austauschs von Unternehmensmodellen über
mehrere Sprachen, bleibt immer noch das Problem der Missinterpretation von Modell- bzw.
Konstruktbezeichnungen. Und auch bei der Transformation würde eine semantische
Annotation automatisierbarer Funktionen eine erhebliche Vereinfachung bedeuten.
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