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      <title-group>
        <article-title>Vereinheitlichung internationaler Bibliothekskataloge</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Christian Scheel</string-name>
          <email>scheel@gei.de</email>
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        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Claudia Schmitz</string-name>
          <email>schmitz@gei.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ernesto William De Luca</string-name>
          <email>deluca@gei.de</email>
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        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Georg-Eckert-Institut</institution>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>Leibniz-Institut fur internationale Schulbuchforschung</institution>
          ,
          <addr-line>Celler Stra e 3, 38114 Braunschweig</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Deutschland</country>
        </aff>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Zusammenfassung Aus dem Bereich der Schulbuchforschung beschreiben wir exemplarisch, welche Herausforderungen, Chancen und Stolpersteine es gab, ein Rechercheinstrument einer deutschen Schulbuchsammlung zu einem internationalem Rechercheinstrument auszubauen. Hierbei standen vor allem das Erstellen und Erweitern einer gemeinsamen Reprasentationsbasis, sowie das Wiederverwenden existierender Losungen im Mittelpunkt. Diese Ausarbeitung hilft bei der zielorientierten Planung ahnlich ausgerichteter Vorhaben.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Cross-Lingual IR</kwd>
        <kwd>Cross-Cultural IR</kwd>
        <kwd>Digital Humanities</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>1 http://www.gei.de/das-institut.html</title>
      <p>Erweitert man ein monolinguales Rechercheinstrument mit Katalogen aus
internationalen Bestanden, hat man es zuallererst mit zwei Problemen zu tun.
Zum einen mochte der internationale Wissenschaftler das Rechercheinstrument
in seiner Sprache benutzen, zum anderen nutzen die Bibliothekare naturlich
ihre Muttersprache und gegebenenfalls eigene Codes um die Eigenschaften der
Bucher zu beschreiben. Man muss also nicht nur jedes Attribut und jede
Auspragung dieser Attribute in jeder Sprache beschreiben konnen, sondern auch
die Beschreibungen in den Katalogen auf eben diese Attribute und deren
Auspragungen abbilden (mappen) konnen.</p>
      <p>Die Uberfuhrung vom institutionellem Rechercheinstrument TextbookCat2
zum internationalen Rechercheinstrument International TextbookCat dient
neben dem Aufbau einer erweiterbaren Architektur unter anderem dazu,
Erfahrungen mit Work ows und Arbeitsschritten zu sammeln sowie etwaige
Herausforderungen und notwendige Ressourcen besser einschatzen zu konnen. Um die
Chancen und Fallstricke eines solchen Vorhabens o en zu legen, konzentrierte
sich der International TextbookCat auf die Zusammenfuhrung
verschiedensprachiger Schulbuchdatenbanken aus drei Institutionen: dem Georg-Eckert-Institut,
der Universita degli Studi di Torino und der Universidad Nacional de Educacion
a Distancia. Die Zusammenarbeit verfolgte die Festlegung einheitlicher
Standards zur Erfassung von Schulbuchdaten und die Anfertigung von Mappings auf
ein einheitliches Datenformat.</p>
      <p>Das entstandene Rechercheinstrument kann stellvertretend fur jedes
spezialisierte Rechercheinstrument stehen, bei dem geplant ist, die Datenbasis durch
internationale Kataloge zu einem Metakatalog zu erweitern.
2</p>
      <sec id="sec-1-1">
        <title>Die Ausgangslage</title>
        <p>Um die Ausgangslage vor der Internationalisierung erfassen zu konnen, werden
im Folgenden die institutionelle Schulbuchsammlung und internationale
Schulbuchsammlungen beschrieben. Es folgt eine Beschreibung des
Rechercheinstruments und eine Betrachtung der Vorteile eines internationalen
Rechercheinstruments.
2.1</p>
        <sec id="sec-1-1-1">
          <title>Die institutionelle Schulbuchsammlung</title>
          <p>Die Schulbuchsammlung der Forschungsbibliothek3 umfasst rund 175.000
Schulbucher, welche auch vor Ort hinterlegt sind. Um diese Schulbucher
besser beschreiben zu konnen erarbeiteten die Bibliothekare ein Klassi
kationssystem mit welchem jedes Buch der Sammlung detailliert beschrieben werden
konnte (siehe Tabelle 1). Eine Besonderheit beim Geltungsland ist der teilweise</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2 http://vu nd.gei.de/vu nd2/</title>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3 http://www.gei.de/bibliothek</title>
      <p>Gebrauch von Jahreszahlen zur genauen Spezi kation 4. Die Klasse
"Bundesland\ beinhaltet dabei nur Codes fur die deutschen Bundeslander. Aufgrund der
schulwissenschaftlichen Ausrichtung des Georg-Eckert-Instituts nden sich im
Bereich "Unterrichtsfach\ nur die Facher Geschichte, Sozialkunde, Geographie
und Religion, sowie muttersprachlicher Unterricht. Mathematikschulbucher sind
zum Beispiel nicht Teil der Sammlung, da man mit ihnen die Fragestellungen
der Schulbuchwissenschaft nicht beleuchten kann. Die Klasse "Bildungsgang\
entspricht fast ausschlie lich der Klassi kation der International Standard
Classi cation of Education (ISCED) der UNESCO. Die "Schulform\ orientiert sich
am deutschen Schulsystem, auch wenn bei circa 100.000 Schulbuchern des
Bersetadnudnedsandtaszu"mGePltuubnlgisklaatniodn\sjnaihcrhterDmeougtslicchhltanjeddoiscth. DeiineeKgleansaseue"ZKeliatsrsaiu mka\tioisnt
zu bestimmten historisch relevanten Epochen. Die schulbuchspezi sche Klasse
"Publikationsform\ unterscheidet zum Beispiel zwischen Schulbuch, Lehrplan,
Lehrmittel, Lehrerhandbuch, Aufgabensammlung, etc. Abbildung 1 zeigt die
Abdeckung der annotierten Attribute des Klassi kationssystems in der
institutionellen Schulbuchsammlung. Da ein gro er Teil der Sammlung aus
internationalen Schulbuchern besteht, haben die international gultigen Attribute
erwartungsgema eine hohere Abdeckung.</p>
      <p>Tabelle 1. Lokale Notation, wobei den Platzhalter fur Zi ern oder Buchstaben
darstellt.</p>
      <p>Code(s)</p>
      <p>Klasse
Auspragungen
l
b
u
k
s
z
d
/ b bz
(Geltungs-) Land
Bundesland / Besatzungszone Deutschland
Unterrichtsfach/Lernbereich
Klassenstufe/Bildungsgang
Schulform Deutschland
Zeitraum
Publikationsform { Inhaltsform (Dokumenttyp)</p>
      <p>Unterrichtsfach</p>
      <p>Geltungsland</p>
      <p>Zeitraum</p>
      <p>Klassenstufe</p>
      <p>Schulform</p>
      <p>
        Bundesland
Abbildung 1. Abdeckung der annotierten Attribute des Klassi kationssystems in der
institutionellen Schulbuchsammlung.
in Klosterbibliotheken hinterlegt sind schlicht unbekannt. Zusatzlich ist die
Qualitat der Informationen gerade bei schulbuchspezi schen Eigenschaften als hoch
einzuschatzen und ahnlich genug, dass sie sich in ein einheitliches Klassi
kationssystem abbilden lassen. Beispielhaft werden im Folgendem drei prominente
Sammlungen beschrieben. Weitere Sammlungen konnen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] entnommen werden.
EDISCO Das Research Center for digitization and creation of digital
libraries for the humanities der Universitat Turin hostet die Datenbank EDISCO,
die mit etwa 30.000 Datensatzen italienische Schulbucher aus dem 19. und 20.
Jahrhundert nachweist.
      </p>
      <p>
        MANES Das Department of History of Education and Comparative
Education hostet die Datenbank MANES, die mit etwa 35.000 Datensatzen spanische,
portugiesische und lateinamerikanische Schulbucher aus dem 19. und 20.
Jahrhundert nachweist. Die Metadaten in MANES werden nach abgestimmten und
festgeschriebenen Katalogisierungsrichtlinien erfasst [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ].
      </p>
      <p>
        Emmanuelle Textbook Project Alain Choppin war ein Pionier der
Schulbuchforschung. Unter dem Titel "Emmanuelle Textbook Project\ erschuf er 1979
eine Sammlung franzosischer Schulbucher ab dem Jahr 1789 [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref3">2,3</xref>
        ].
2.3
      </p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Der TextbookCat</title>
        <p>Der TextbookCat ist das Rechercheinstrument des Georg-Eckert-Institut |
Leibniz-Institut fur internationale Schulbuchforschung. Neben der Recherche
nach Schulbuchern, die bestimmte Attribute aufweisen, wird der TextbookCat
von Schulbuchforschern genutzt, um Forschungsfragen zu nden, zu beantworten
und zu beleuchten.</p>
        <p>
          Im TextbookCat spiegelt sich das Klassi kationssystem der
Forschungsbibliothek als Facetten wider. Durch die Auswahl von Auspragungen gewunschter
Attribute uber die Facetten konnen Benutzer bei der Recherche die
Ergebnismenge manipulieren, sodass sie ihrer Forschung dienlich ist [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
          ].
        </p>
        <p>Eine Analyse der Log-Dateien des Rechercheinstruments zeigte, dass der
Gro teil der Benutzer die Facetten fur Recherchen nutzte. Drei Viertel aller
Rechercheanfragen basierten ausschlie lich auf der Nutzung der Facetten.
Dementsprechend wurde bei einem Viertel mit der Hinzunahme von Suchbegri en, also
der klassischen Textsuche, recherchiert.</p>
        <p>Bei der Migration des TextbookCat sollten nicht nur die Datenbestande
internationalisiert werden, sondern auch die Qualitatseigenschaften des
Rechercheinstruments, wie die Abdeckung der schulbuchspezi schen Attribute (vgl.
Abbildung 1), bestehen bleiben. So sollte verhindert werden, dass die
Schulbuchsammlung des Georg-Eckert-Instituts in den Ergebnismengen uberreprasentiert
wird.
2.4</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Chancen des International TextbookCat</title>
        <p>
          Die Erweiterung des institutionellen Rechercheinstruments TextbookCat zum
internationalen Rechercheinstrument International TextbookCat erfolgt vor allem
im Backend der Architektur. Bevor Sammlungen in sprachunabhangige
Suchindexe aufgenommen werden konnen, mussen sie in eine einheitliche Datenstruktur
uberfuhrt werden (vgl. [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
          ]).
        </p>
        <p>Die bekannten Schulbuchsammlungen nach und nach in einem
Rechercheinstrument zu vereinen, bringt mehrere Vorteile.
1. Man nahert sich immer mehr einer generellen Reprasentationsstruktur von
Schulbuchern und somit einem Standard. Wenn die Materie am Anfang zu
gro erscheint, benotigt es einen iterativen Ansatz, um sich mit jedem
weiteren Datensatz einem Standard zu nahern.
2. An einem Ort in verschiedenen Sammlungen zu recherchieren erspart den
Aufwand fur das Finden der individuellen Rechercheober achen der
Sammlungen5.
3. Ein einheitliches Klassi kationssystem, welches Eigenschaften und
Auspragungen mit Codes beschreibt, unterstutzt Multilingualitat ideal, da die
Codes in die jeweiligen Sprachen abgebildet werden konnen.
4. Auch wenn man nie wei , wie viele Schulbucher man nicht im System hat,
liefert ein vereinigtes Rechercheinstrument mit der Internationalitat eine neue
Dimension in der Schulbuchforschung.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>5 Beispielhaft kann der Leser versuchen das Rechercheinstrument vom Emmanuelle</title>
      <p>Textbook Project zu nden.</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Beobachtungen</title>
        <p>Im Idealfall hatten die Sammlungen der internationalen Partner eins zu eins auf
die Datenstruktur des Georg-Eckert-Instituts gemappt werden konnen. Dass dies
nicht der Fall sein konnte, war schon vor dem Vorhaben klar, da andere Lander
andere Schulsysteme haben, die im erarbeiteten Klassi kationssystem keine
Abbildung nden. Weitere Grunde wurden bei der Betrachtung der internationalen
Sammlungen o enbart.
3.1</p>
        <sec id="sec-4-1-1">
          <title>Individuelle Felder in den Sammlungen</title>
          <p>Da die Erzeuger der Sammlungen keine Bibliothekare waren, wurden zum Teil
nur Eigenschaften erfasst, die fur Schulbucher im Speziellen, aber nicht Bucher
im Allgemeinen wichtig sind. Beispielhaft trennt ein Bibliothekar Titel,
Untertitel und Titelzusatz, wobei ein "Laie\ diese Informationen als ein Ganzes
aufnehmen wurde, weil die Trennung im Schulbuchkontext unwichtig erscheint.
3.2</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-1-2">
          <title>Interpretation individueller Felder</title>
          <p>Eine weitere Herausforderung stellten Felder dar, deren Bezeichnung nicht
eindeutig waren, sodass sie von verschiedenen Personen unterschiedlich interpretiert
wurden. Beispielhaft wurde das Feld "Verwendung\ bei MANES als
"Verwendung fur\ und als "Verwendung als\ interpretiert, was dazu fuhrte, dass dort
zum einem Personen und Gruppen, sowie Dokumenttypen vorzu nden waren.
3.3</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-1-3">
          <title>Unterschiede im Detaillierungsgrad</title>
          <p>Bei der Betrachtung der Sammlungen zeigte sich der Nachteil von Feldern, die
mit nicht vorde nierten Eintragen beschrieben werden konnten. Das au erte sich
zum Beispiel in 155 Schulfachern bei EDISCO und 85 Schulfachern bei MANES
die den 15 Schulfachern des Klassi kationssystems gegenuber standen. Auch
wenn ein gro er Teil der Varianten Schreibfehlern geschuldet war, blieben nach
der Bereinigung 86 neue Kategorien ubrig, die berucksichtigt werden mussten.
Dies fuhrte zu grundsatzlichen Entscheidungen, ob man Eigenschaften
generalisieren (weniger Optionen), spezialisieren (alle Optionen) oder nicht abbildbare
Eigenschaften einfach ignorieren sollte. Das Generalisieren oder Ignorieren wurde
zum Verlust an Informationen fuhren, wahrend das Spezialisieren den Nachteil
birgt, dass man jede Auspragung (auch zukunftige) in jede unterstutzte Sprache
(eindeutig) ubersetzen muss.
3.4</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-1-4">
          <title>Eintrage lassen sich kaum mappen</title>
          <p>Aufgrund unterschiedlicher Bildungssysteme sind Felder wie die "Schulform\
nicht aufeinander abbildbar. Im Rechercheinstrument wurde ein Filtern auf ein
solches Feld meist nur zu Ergebnissen aus der speziellen Sammlung fuhren, was
nicht gewollt war. Zudem wurden internationale Schulbucher in der Sammlung
des Georg-Eckert-Instituts nicht hinsichtlich der "Schulform\ katalogisiert.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-1-5">
          <title>Unterschiedliches Verstandnis der Materie</title>
          <p>Der eigentliche Vorteil, dass man reine Schulbuchsammlungen zusammenfuhrt,
o enbarte die Frage, ab wann ein Buch ein Schulbuch ist. Dass
Mathematikbucher Schulbucher sind, auch wenn sie kein Bestandteil traditioneller
Schulbuchforschung sind, ist klar ersichtlich. Anders verhalt es sich bei Curricula oder
wissenschaftlichen Abhandlungen zur Schulbuchforschung, bei denen die Nutzer
des Rechercheinstruments entscheiden mussten, ob diese Bucher recherchierbar
sein sollten. Sind Kochbucher, die in EDISCO zu nden sind, Schulbucher?
3.6</p>
        </sec>
        <sec id="sec-4-1-6">
          <title>Generalisierung</title>
          <p>Zusammenfassend lassen sich die Beobachtungen wie folgt generalisieren:
1. Datensatzfelder tragen oft Informationen fur mehrere Felder.
2. Freitextfelder begunstigen Schreibfehler und mehrere Schreibvarianten fur
eine Auspragung.
3. Datensatzfelder sind oft in der Muttersprache formuliert.
4. Ein bestehendes Klassi kationssystem kann zu speziell, aber auch zu generell
sein.</p>
          <p>Der Idealfall sahe wie folgt aus:
1. Datensatzfelder nden ihre genauen Entsprechungen in bibliographischen</p>
          <p>Datenformaten wie PICA6 oder MARC217.
2. Belegungen der Datensatzfelder werden uber ein festes Vokabular bestimmt.
3. Belegungen der Datensatzfelder werden durch Codes beschrieben, die sich
nach internationalen Standards richten.
4. Existierende Klassi kationssysteme lassen sich auf Codes internationaler</p>
          <p>Standards abbilden.
4</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Vereinheitlichtes Klassi kationssystem</title>
        <p>
          Das Klassi kationssystem beschreibt Klassen und deren Auspragungen als
Codes. Es soll garantieren, dass die beschriebenen Auspragungen der relevanten
Eigenschaften der Sammlungen im vereinigten Rechercheinstrument nutzbar sind.
Auch wenn die Belegungen der Datensatzfelder nicht als Codes vorliegen, so
lassen sie sich dennoch in solche uberfuhren [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>6 https://www.gbv.de/de/katricht/inhalt.shtml</title>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>7 https://www.loc.gov/marc/</title>
      <p>4.1</p>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>Erstellen des Klassi kationssystems</title>
        <p>Der erste Schritt im Erstellen des Klassi kationssystems kann nur, wie in
Abschnitt 3 beschrieben, das Untersuchen der Sammlungen sein. Idealerweise kann
man den zu betrachtenden Datensatz in eine csv-Datei exportieren und ein
Tabellenkalkulationsprogramm oder OpenRe ne8 nutzen, um sich einen Uberblick
zu verscha en. Erfahrungsgema folgt als zweiter Schritt das Aufraumen der
Daten, das zwar der Sammlung dient, aber fur das Abbilden ins Klassi
kationssystem keine Rolle spielt, da auch Schreibfehler und Schreibvarianten auf Codes
abgebildet werden konnen.</p>
        <p>Nachdem jede relevante Klasse bestimmt, beziehungsweise im Datensatz
identi ziert wurde, mussen alle Auspragungen notiert werden. Jede Auspragung,
die nicht schon Teil der Klasse ist, wird mit einem neuen Code ins Klassi
kationssystem aufgenommen. Dieser Schritt ist nicht trivial, da entsprechende
Sprachund Fachkenntnisse vorausgesetzt werden, um zu erkennen, ob zwei
Auspragungen in zwei Sammlungen die gleiche Eigenschaft darstellen.</p>
        <p>In der Praxis sollte man diesen Schritt aufgrund des Aufwands infrage stellen
und schauen, ob es nicht ratsamer ist, eine Klasse durch existierende Standards
zu beschreiben (siehe Abschnitt 4.2).</p>
        <p>Ein intensives Beschaftigen mit einer Klasse fuhrt in einigen Fallen zur
Notwendigkeit, Klassen mit Unterklassen erweitern zu mussen, sodass das
Klassikationssystem im Prinzip baumartig reprasentiert werden musste. Stattdessen
sollten Ober- und Unterklassen durch die Codestruktur reprasentiert werden
(siehe Abbildung 2), bei der Teile des Codes auf die Klasse und Unterklasse(n) einer
Auspragung schlie en lassen.</p>
        <p>Ein einmal festgelegtes Klassi kationssystem sollte moglichst nicht um neue
Klassen erweitert werden, da die bestehenden Sammlungen
hochstwahrscheinlich nicht in diese Klasse abgebildet werden konnen. Anders verhalt es sich bei
den Auspragungen bestehender Klassen, denn vorher unbekannte
Eigenschaftsauspragungen sollten mit neuen Codes in das Klassi kationssystem
aufgenommen werden. Ein Neustrukturieren mit Unterklassen ist moglich, wenn sich die
bisher vergebenen Codes diesen Unterklassen zuweisen lassen, aber man muss
aufpassen, da sich die Codes aufgrund der Unterklasse gegebenenfalls andern.</p>
        <p>S F N W 0 0 0 0 0 1
Klasse Unter- Unter- Ausprägung
klasse
unter</p>
        <p>klasse
Abbildung 2. Klassen, Unterklassen und potentielle weitere Unterklassen lassen sich
direkt im Code abbilden, was eine lineare Reprasentation im Klassi kationssystem
ermoglicht. Beispielhaft konnte der Code SFNW000001 fur "Schulfach &gt;
Naturwissenschaften &gt; Mathematik\ stehen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>8 http://openre ne.org</title>
      <p>Es wird dringend dazu geraten Standards zu nutzen oder nach existierenden
Klassi kationen Ausschau zu halten, da in deren Erstellung Expertisen und vor
allem Zeit ge ossen sind. Standards ermoglichen es, die Erstellung des eigenen
Klassi kationssystems entscheidend zu beschleunigen.</p>
      <p>Der Standard fur Lander ist die ISO-3166-1, fur subnationale Einheiten (wie
Bundeslander) die ISO-3166-2, fur Sprachen die ISO-639-2. Fur
anwendungsspezi sche Klassen sollte man eine handvoll Auspragungen als Suchbegri e
verwenden, um mithilfe einer Suchmaschine festzustellen, ob jemand bereits eine
Klassi kation erstellt hat.</p>
      <p>Ob im endgultigen System dann alle durch einen Standard de nierten
Auspragungen genutzt werden ist zweitrangig, da das Rechercheinstrument nur
genutzte Auspragungen in Facetten anzeigen wird. Zeitgleich sollten keine nicht
vergebenen Auspragungen weggelassen werden, weil unklar ist, welche
Datensatze mit welchen Eigenschaften zu einem spateren Zeitpunkt reprasentiert
werden mussen.</p>
      <p>Es ist ratsam, einen gefundenen Standard nicht mit dessen existierenden
Codes zu beschreiben, sondern eigene Codes zu vergeben, die auf diesen Standard
abbilden (vgl. Abbildung 2). Der Grund hierfur ist die Erweiterbarkeit, falls ein
Standard nicht ganz genau auf die gewunschte Materie abbildet.</p>
      <p>Klassifikationssystem
&lt;Klasse A&gt;
• &lt;Ausprägung A1&gt;  &lt;Code A1&gt;
•• &lt;&lt;AAuusspprräägguunngg AA23&gt;&gt;  &lt;&lt;CCooddee AA23&gt;&gt;
… …
• &lt;Ausprägung An&gt;  &lt;Code An&gt;
&lt;Klasse B&gt;
&lt;Unterklasse BA&gt;  &lt;Code BA&gt;
• &lt;Ausprägung B1&gt;  &lt;Code B1&gt;
•• &lt;&lt;AAuusspprräägguunngg BB23&gt;&gt;  &lt;&lt;CCooddee BB32&gt;&gt;
… …
&lt;Unterklasse BZ&gt;  &lt;Code BZ&gt;
• &lt;Ausprägung Bm&gt; &lt;Code Bm&gt;
Übersetzungen</p>
      <p>Sprache X
&lt;Übersetzung XA&gt;
• &lt;Übersetzung XA1&gt;
• &lt;Übersetzung XA2&gt;
• &lt;Übersetzung XA3&gt;
…
• &lt;Übersetzung XAn&gt;</p>
      <p>Sprache Y
&lt;Übersetzung YA&gt;
• &lt;Übersetzung YA1&gt;
• &lt;Übersetzung YA2&gt;
• &lt;Übersetzung YA3&gt;
…
• &lt;Übersetzung YAn&gt;</p>
      <p>Sprache Z
…
• …
• …
• …
…
• …
&lt;Übersetzung XB&gt; &lt;Übersetzung YB&gt; …
&lt;Übersetzung XBA&gt; &lt;Übersetzung YBA&gt; …
• &lt;Übersetzung XB1&gt; • &lt;Übersetzung YB1&gt; • …
• &lt;Übersetzung XB2&gt; • &lt;Übersetzung YB2&gt; • …
• &lt;Übersetzung XB3&gt; • &lt;Übersetzung YB3&gt; • …
… … …
&lt;Übersetzung XBZ&gt; &lt;Übersetzung YBZ&gt; • …
• &lt;Übersetzung XBm&gt; • &lt;Übersetzung YBm&gt; …
&lt;Klasse C&gt;
• &lt;Ausprägung C1&gt;  &lt;Code C1&gt;
… …
&lt;Übersetzung XC&gt;
• &lt;Übersetzung XC1&gt;
…
&lt;Übersetzung YC&gt;
• &lt;Übersetzung YC1&gt;
…
• …
…
Das fertige Klassi kationssystem besteht aus Klassen und Codes. Diese mussen
fur jede Sprache in entsprechende Begri e abbildbar sein, was eindeutige
Ubersetzungen benotigt. Hat man fur die Klassi kation auf ISO-Normen zuruck
gegri en, sollten entsprechende U bersetzungen verfugbar sein.</p>
      <p>Fur die Sprachen der Sammlungen, fur die die Codes vergeben wurden
stehen diese Begri e ebenfalls zur Verfugung. Fur andere Sprachen mussen die
Ubersetzungen mit hohem Aufwand zusammengetragen werden.</p>
      <p>Da das Rechercheinstrument intern nur mit den Codes arbeitet und
Ubersetzungen nur in der Webober ache dargestellt werden, ist eine (vorlau ge)
Ubersetzung durch automatisierte Systeme9 besser als keine Ubersetzung. Jede
Ubersetzung kann jederzeit uberarbeitet und so Mehrdeutigkeit eliminiert werden.
5</p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>Mapping</title>
        <p>Nach dem Festlegen des Klassi kationssystems mussen alle relevanten
Auspragungen der Sammlungen auf deren Entsprechungen im Klassi
kationssystem abgebildet werden, bevor sie in einem Suchindex zusammengefasst werden
konnen.
5.1</p>
        <sec id="sec-7-1-1">
          <title>Dialoggestutztes Mapping</title>
          <p>Da die Mapping-Regeln fur jede neue Sammlung individuell erstellt und fur
den Indexierer in digitaler Form vorliegen mussen, haben wir ein System
entwickelt, das den Prozess des Integrierens, uber das Mapping, Indexieren und
Testen unterstutzt. Das Erzeugen der Mapping-Regeln wird dabei durch eine
Webober ache unterstutzt und kann jederzeit uberarbeitet werden.</p>
          <p>Um diesen Prozess zu unterstutzen verlangen wir, dass jede
Partnerdatenbank ihre Daten uber eine standardisierte Schnittstelle (Z39.50, OAI-PMH)
anbieten muss. Dies wird ublicherweise durch die Verwendung eines aktuellen
Bibliothekssystems gewahrleistet. Wahrend der Indexierer uber diese
Schnittstelle die aktuellen Dokumentinformationen gewinnt und auf ihnen die
MappingRegeln anwendet, werden fur das Erstellen der Mapping-Regeln erst einmal nur
alle Attribute und deren Auspragungen gesammelt und nach Hau gkeit sortiert.</p>
          <p>Der Dialog fuhrt durch die domain-spezi schen Klassen (die im
Rechercheinstrument als Facetten reprasentiert werden) und fragt, welches Feld einer
bestimmten Klasse entspricht. Wie in Abbildung 4 zu sehen ist, werden die
ermittelten Auspragungen dieses Feldes nach der Hau gkeit sortiert prasentiert,
um das Mapping festlegen zu konnen. Ziel ist, dass jedes Attribut eine
Entsprechung im Klassi kationssystem ndet. Mehrere Auspragungen durfen dabei auf
das selbe Feld abgebildet werden. Eine Auspragung kann aber auch auf mehrere
Felder im Klassi kationssystem abgebildet werden.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>9 wie Google Translate https://translate.google.com</title>
      <p>Abbildung 4. Dialoggestutztes Erstellen der Mapping-Regeln von einer Sammlung in
das Klassi kationssystem.
5.2</p>
      <sec id="sec-8-1">
        <title>Vom Mapping zum Suchindex</title>
        <p>Mit den gegebenen Mapping-Regeln kann ein Indexierer ohne Umwege uber eine
weitere Reprasentation der Sammlungen einen homogenen und in Teilen
sprachunabhangigen Suchindex aufbauen.
6</p>
        <sec id="sec-8-1-1">
          <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
          <p>Bei der U berfuhrung vom institutionellen Rechercheinstrument TextbookCat
zum internationalen Rechercheinstrument International TextbookCat musste
eine allgemeingultige Reprasentationsstruktur gefunden werden, die
internationale Schulbuchsammlungen nahezu vollstandig abbilden kann. Der
Schulbuchforschung wurde so ein Instrument zur Hand gegeben, welches die internationale
Dimension in Schulbuchern besser beleuchten kann.</p>
          <p>Wir haben gezeigt, wie ein Klassi kationssystem aussehen und welche
Schritte man bei der Erstellung dieser Reprasentationsstruktur befolgen sollte.
Langerfristig kann ein solches Klassi kationssystem als Standard verwendet werden,
wenn es sich bewahren sollte.</p>
          <p>Des Weiteren haben wir gezeigt, wie ein Dialogsystem eingesetzt werden
kann, um komplette Sammlungen im erstellten Klassi kationssystem
abzubilden.</p>
          <p>Durch die Nutzung von Klassi zierungs-Codes als Beschreibung der
Eigenschaften der Bucher ist das Rechercheinstrument sprachunabhangig, da diese
Codes erst im Web-Browser in Begri e der jeweiligen Sprache umgewandelt werden.
Zur kompletten Multilingualitat fehlt jedoch eine entsprechende Behandlung der
textuellen Suchanfragen und der Volltexte.</p>
          <p>Sobald Daten ganzlich durch Codes beschrieben werden konnen, ist das
Verknupfen mit Ontologien trivial. In diesem Zustand konnen dann semantische
Verfahren aufsetzen, um einen noch gro eren Mehrwert fur die
Schulbuchforschung zu generieren.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-8-1-2">
          <title>Literatur</title>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
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