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        <article-title>Mobile Sensing von Umweltdaten zur Unterstützung der Indoor-Navigation am Beispiel U-Bahn</article-title>
      </title-group>
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          <string-name>Frank Fuchs-Kittowski</string-name>
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          <string-name>HTW Berlin</string-name>
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          <string-name>FH FOKUS</string-name>
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          <string-name>frank.fuchs-kittowski@htw-berlin.de Daniel Faust</string-name>
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          <string-name>Fraunhofer FOKUS</string-name>
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          <string-name>daniel.faust@fokus.fraunhofer.de Christian Gruner</string-name>
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          <string-name>HTW Berlin</string-name>
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          <string-name>@htw-berlin.de Robert Kärner</string-name>
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          <string-name>HTW Berlin</string-name>
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          <string-name>@htw-berlin.de Sascha Tash</string-name>
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          <string-name>HTW Berlin</string-name>
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          <string-name>@htw-berlin.de</string-name>
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      <pub-date>
        <year>2007</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>This paper presents an underground navigation app “mUvi”. For the indoor navigation of underground users, it only exploits the information from the environment of the user, collected by the internal sensors of the user's smartphone. Based on an experimental study on the use of smartphone sensors for underground navigation the mobile app uses a combination of microphone and two additional sensors for a robust positioning and navigation of underground users. Dieser Beitrag präsentiert die U-Bahn-Navigations-App „mUvi“, die für die Indoor-Navigationsunterstützung eines U-Bahn-Nutzers ausschließlich die von den Smartphoneinternen Sensoren gesammelten Informationen verwendet. Basierend auf einer Untersuchung zu den Einsatzmöglichkeiten von Smartphone-Sensoren für die U-Bahn-Navigation verwendet die App eine Kombination aus Mikrofon und zwei weiteren Sensoren für die Positionsbestimmung.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>1 Einleitung</title>
      <p>In den letzten Jahren hat die enorme Verbreitung von leistungsstarken mobilen
Endgeräten (Smartphones, Tablets etc.), die mit einer Vielzahl an eingebauten
Sensoren ausgestattet sind - wie Bewegungs- und Ortssensoren
(Beschleunigungssensor, Gyroskop, Magnetsensor, Drucksensor), optische Sensoren (Lichtsensor,
Näherungssensor, Bildsensor) und akustische Sensoren (Mikrophone) - einen neuen
Trend für die Sammlung von Daten aus der umgebenden Umwelt ermöglicht: Mobile
Sensing (MS) [Ganti et al., 2011]. Inzwischen existiert bereits eine große Anzahl
neuartiger MS-Anwendungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche, wie Smart
Cities, öffentliche Sicherheit, Verkehrsplanung und Umwelt-Monitoring [McGrath &amp;
Scanaill 2013, S. 55].</p>
      <p>Dieser Beitrag präsentiert eine MS-Anwendung für den Bereich Indoor-Navigation
[Namiot, 2015] am Beispiel der U-Bahn. Diese MS-Anwendung nutzt für die
Positionierung und die Navigation von Nutzern in der U-Bahn nur die internen
Sensoren des mobilen Geräts. D.h. auf der Basis der durch die Sensoren
gesammelten Daten über die Umwelt des Nutzers kann dessen Position im
U-BahnNetz bestimmt und die Navigation realisiert werden.</p>
      <p>Der Beitrag ist wie folgt strukturiert: Im folgenden Kapitel 2 wird das
Anwendungsszenario “Mobile U-Bahn-Navigation” beschrieben und verwandte
Ansätze diskutiert. Basierend auf einer Untersuchung zu den theoretischen und
praktischen Einsatzmöglichkeiten von Smartphone-Sensoren für die
U-BahnNavigation (Kapitel 3) wird in Kapitel 4 das Konzept der U-Bahn-Navigations-App
“mUvi” präsentiert, die vorwiegend das Mikrofon des Smartphones in Kombination mit
zwei weiteren Sensoren für die Positionsbestimmung und Navigation verwendet.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2 Anwendungsszenario und verwandte Arbeiten</title>
      <p>In diesem Kapitel werden das Anwendungsszenario “Mobile U-Bahn-Navigation”
definiert und verwandte Ansätze für mobile Anwendungen zur U-Bahn-Navigation
diskutiert.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>2.1 Anwendungsszenario „Mobile U-Bahn-Navigation“</title>
      <p>Navigationssysteme haben primär die Aufgabe, mit Hilfe von Positionsbestimmung
einen Nutzer von einem bestimmten Startort zu einem bestimmten Zielort zu führen
[Wendel, 2007]. Die Wahl des Weges kann dabei meist über Parameter durch den
Nutzer bestimmt werden, z.B. kürzester Weg, schnellster Weg, Vermeidung von
Mautgebühren, Minimierung der Anzahl der Umstiege o.ä. Während der Bewegung
des Nutzers vom Start- zum Zielort kann der Nutzer ggf. mit Zusatzinformationen
unterstützt werden, z.B. zurückgelegte/verbleibende Strecke/Zeit, interessante Orte
auf der Strecke, Möglichkeiten zum Umsteigen/Abkürzen etc.</p>
      <p>U-Bahn(en) werden weltweit täglich von vielen Millionen Menschen genutzt. Viele
UBahn-Nutzer sind Touristen, die eine ständige Orientierungs- und
NavigationsUnterstützung benötigen, wobei eine solche Unterstützung auch zwischen den
Stationen erforderlich ist. Aber auch Nutzer, die häufig mit der U-Bahn fahren, könnten
Interesse an einer Unterstützung haben, z.B. Wecker-Funktion die rechtzeitig über das
Umsteigen oder das Erreichen der Zielstation informiert. Nur wenige U-Bahn-Betreiber
bieten derzeit eine (offene) Schnittstelle an, mit der unterstützende Informationen zur
Orientierung und Navigation während der U-Bahn-Fahrt abgerufen werden könnten.
Die wesentlichen Kernfunktionen, die eine U-Bahn-Navigations-App zur Unterstützung
der o.g. Anwendergruppen aufweisen sollte, sind damit zum einen die Möglichkeit, das
der Nutzer seinen Zielbahnhof (und ggf. auch seinen Startbahnhof) eingeben kann, an
dem er Aussteigen möchte. Zum anderen sollte die App den Nutzer darüber
benachrichtigen, wenn er Aussteigen (Zielbahnhof erreicht) oder Umsteigen (Wechsel
der U-Bahn-Linie) muss. Während der Fahrt kann die App dem Nutzer ggf. mit
Zusatzinformationen versorgen, z.B. Anzahl der noch zum Ziel zurückzulegenden
Stationen, Name der aktuellen/nächsten Station usw. Zudem könnte die App den
Nutzer auch darüber informieren, wenn er ggf. in die falsche Richtung oder gar mit der
falschen U-Bahn-Linie unterwegs ist.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>2.2 Verwandte Arbeiten</title>
      <p>
        Global Positioning System (GPS), das aber aufgrund der Abschirmung durch Gebäude
und Hindernisse auf dem Weg der Signalausbreitung nicht in Innenräumen genutzt
werden kann [Namiot, 2015], insbesondere nicht in U-Bahn-Tunneln. Daher sind für
die Positionsbestimmung in der U-Bahn andere Systeme oder Sensoren erforderlich.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Technologien und Verfahren zur
Realisierung einer automatischen Lokalisierung von Personen oder Objekten
innerhalb von Gebäuden oder überbauten Bereichen (indoor-Positionierungssysteme)
entwickelt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">Brachmann, 2012</xref>
        ], [Namiot, 2015]. Aufgrund der komplexen
Umgebungsbedingungen in Indoor-Szenarien ist jedoch derzeit noch keine
Positionierungstechnologie allgemein verfügbar [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">Blankenbach, 2014</xref>
        ], insbesondere
nicht für große Gebäude [Kessel, 2013]. Zudem wäre im Falle der U-Bahn-Navigation
die Installation von erforderlicher Hardware, z.B. Beacons [Sheinker et al., 2016], im
gesamten U-Bahn-Netz zu aufwendig.
      </p>
      <p>
        Sinnvoller wäre es (mobile) Geräte für die Indoor-Positionsbestimmung zu nutzen, die
die Mehrzahl der Nutzer der U-Bahn bereits mit sich führen, z.B. Smartphones. Durch
die rasante Weiterentwicklung verfügen heutige Smartphones über zahlreiche
Sensoren [Guo et al., 2014], [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">Guo et al., 2015</xref>
        ] und „Mobile Sensing-Anwendungen“,
die die von diesen eingebauten Sensoren erfassten Daten nutzen, wurden bereits für
viele Anwendungsbereiche entwickelt, z.B. Gesundheit, Transport,
Umweltüberwachung, Smart Home und soziale Netzwerke [Lane et al., 2010]. Die
standardmäßig in den Smartphones eingebauten Sensoren, wie Bewegungs- und
Ortssensoren (Beschleunigungssensor, Gyroskop, Magnetsensor, Drucksensor),
optische Sensoren (Lichtsensor, Näherungssensor, Bildsensor), akustische Sensoren
(Mikrophone) sowie Umweltsensoren [McGrath &amp; Scanaill, 2013], könnten - anstelle
des GPS oder aufwendiger Indoor-Systeme - auch für die Positionsbestimmung und
die Navigation während einer U-Bahn-Fahrt eingesetzt werden.
      </p>
      <p>
        Die Entwicklung von Indoor-Navigations-Anwendungen, die nur auf den Fähigkeiten
moderner Smartphones basieren, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung. Erste
Forschungsprototypen nutzen allerdings nicht nur die in Smartphones eingebauten
Sensoren, sondern sind auf die Verfügbarkeit einer Internet-Verbindung angewiesen
und/oder basieren auf digitalen Karten des Indoor-Bereichs, z.B. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">Carboni et al., 2015</xref>
        ]
und [Ehrlich, 2014]. Die hier beschriebene Anwendung verzichtet auf eine
InternetVerbindung und benötigt kein Kartenmaterial, sondern ist nur auf die internen
Sensoren des Smartphones angewiesen.
2.2.2 Mobile Apps zur U-Bahn-Navigation
In der Literatur finden sich - neben Arbeiten zur Nutzung von Smartphone-Sensoren
zur Indoor-Navigation für Fußgänger (z.B. [Ehrlich, 2014]) – auch bereits mobile Apps
zur U-Bahn-Navigation. Diese Ansätze verwenden den Beschleunigungssensor
[Domhan, 2013; Li, et al. 2015] oder das Barometer (Drucksensor) [Wagner, 2012] für
die Positionsbestimmung und Navigation in der U-Bahn.
      </p>
      <p>Die mobile App „MetroNap“ ist für New York verfügbar und nutzt den
Beschleunigungssensor von Smartphones [Domhan, 2013]. Die App erlaubt es dem
Nutzer Start- und Zielstation anzugeben, informiert über die Position auf der Strecke
über eine Kartenansicht und benachrichtigt den Nutzer beim Erreichen des
Zielbahnhofs. Über den Beschleunigungssensor erkennt die App das Erreichen der
nächsten Station (Stopp) und zählt die zurückgelegten Stationen. Diese Android-App
hat zahlrieche positive Bewertungen im Google-Play-Store. Ein zentrales Problem ist
jedoch, dass die App nicht zwischen ungewünschten Zwischenstopps und
gewünschten Halts in einem Bahnhof unterscheiden kann, so dass bei einem
Zwischenstopp auf der Strecke zwischen 2 Bahnhöfen die App nicht mehr korrekt die
Stationen zählt und den Nutzer zu früh benachrichtigt und auffordert, den Zug zu
verlassen.</p>
      <p>Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit an der Beuth-Hochschule für Technik (BHT) Berlin
wurde am Beispiel der Berliner U-Bahn-Linie 5 der Einsatz des Luftdrucksensors
(Barometer) im Smartphone in Hinblick auf dessen Eignung für eine
U-BahnNavigationsanwendung untersucht [Karpakova, 2012]. Dabei konnten signifikante
Druckunterschiede gemessen und Höhenunterschiede zwischen zwei
aufeinanderfolgenden U-Bahn-Stationen berechnet werden. Dies ermöglicht die
Identifizierung einer U-Bahnstation auf einer bestimmten Strecke [Wagner, 2012]. Das
zentrale Problem dieser Anwendung ist darin zu sehen, dass bisher nur wenige
Smartphones über einen Luftdrucksensor verfügen und vor allem, dass die meisten
UBahn-Strecken kaum Höhenunterschiede zwischen den Stationen aufweisen, die mit
einem Luftdrucksensor gemessen werden könnten.
Die dargestellten existierenden Ansätze verwendeten den Beschleunigungssensor
[Domhan, 2013], [Li et al., 2015] oder das Barometer (Drucksensor) [Wagner, 2012]
für die Positionsbestimmung und Navigation in der U-Bahn. Diese Arbeit untersucht
aber auch den Nutzen weiterer Sensoren, wie z.B. den Beschleunigungssensor, das
Gyroskop, den Magnetsensor, das Mikrofon, das Barometer oder den Lichtsensor und
präsentiert eine neue Lösung, die das Mikrophone verwendet und dieses mit weiteren
Sensoren kombiniert.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>3 Ergebnisse - Einsatzmöglichkeiten und Eignung der Sensoren</title>
      <p>In diesem Kapitel werden die Ergebnisse einer Literaturstudie zum Identifizieren von
(theoretischen) Einsatzmöglichkeiten für den Anwendungsfall „Mobile
U-BahnNavigation“ sowie der empirischen Studie zur Bewertung der praktischen
Einsatzmöglichkeiten während Fahrten mit der U-Bahn der in Smartphones
standardmäßig eingebauten Sensoren vorgestellt.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>3.1 Luftdrucksensor (Barometer)</title>
      <p>Der Luftdrucksensor (Barometer) bestimmt den Luftdruck des Aufenthaltsortes. Der
Luftdruck ist dabei von der Höhe der Messung abhängig.</p>
      <p>Für den Anwendungsfall „Mobile U-Bahn-Navigation“ könnten Druck- und damit
Höhenunterschiede während der Fahrt zwischen zwei Stationen gemessen und für die
Positionierung genutzt werden. Beispielsweise ermöglichen die Unterschiede in der
Höhe eine Positionierung basierend auf dem Höhenprofil der gefahrenen Strecke (vgl.
[Karpakova, 2012]). Alternativ könnten auch Druck- bzw. Höhenunterschiede zwischen
Bahnhöfen (Differenz) für die Positionsbestimmung genutzt werden. Eine potenzielle
Begrenzung für diesen Ansatz ist darin zu sehen, dass nicht alle Linien ein markantes
Höhenprofil aufweisen bzw. eine Vielzahl an U-Bahn-Linien flach verlaufen und somit
keine oder nur kaum Druckunterschiede und damit Höhenunterschiede messbar sind.</p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>Abbildung A-1: Ergebnisse – Luftdrucksensor (Barometer)</title>
        <p>Bei den vorgenommenen Messungen mit dem Luftdrucksensor (Barometer) waren
Druckunterschiede zwischen Stationen – Phase „Fahren“ - nicht immer messbar bzw.
vorhanden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es auf den meisten Strecken der
Berliner U-Bahn (mit Ausnahme der Linie U5) kaum Höhenunterschiede gibt. Dennoch
sind bei der Auswertung der Messdaten deutliche Muster erkennbar. Über den
Luftdrucksensor konnten starke Schwankungen (Peaks) beim Einfahren in – Phase
„Verzögern/Bremsen“ - und dem Ausfahren aus – Phase „Beschleunigung“ - dem
Bahnhof gemessen werden (siehe Abbildung A-1).</p>
        <p>Da der Luftdruck - während des „Fahren“ - über die Haltestellen (Bahnhöfe) hinweg
ziemlich konstant bzw. Druckunterschiede zwischen Stationen nicht immer vorhanden
oder wahrnehmbar sind, scheint die ursprüngliche Verwendung dieses Sensors zur
Stationserkennung kaum sinnvoll zu sein. Auffällig sind jedoch die starken
Schwankungen (Peaks) beim Anfahren (Beschleunigen) und Anhalten (Bremsen) im
Bahnhof. Daher wird eine sinnvolle praktische Einsatzmöglichkeit für den
Luftdrucksensor in der Erkennung der Phasen „Anfahren“ und „Bremsen“ gesehen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>3.2 Beschleunigungssensor</title>
      <p>Der Beschleunigungssensor (Accelerometer) berechnet die Beschleunigung für jede
der drei Achsen des Smartphones in der SI-Einheit m/s². Dabei wird im Sensor die auf
eine bewegliche Masse wirkende Trägheitskraft gemessen [Liu, 2013].</p>
      <sec id="sec-8-1">
        <title>Abbildung A-2: Ergebnisse - Beschleunigungssensor (accelerometer)</title>
        <p>Für den Anwendungsfall „Mobile U-Bahn-Navigation“ könnte dieser Sensor das
Fahren und das Halten des Zuges erkennen. Damit ließen sich die Haltestellen
(Stopps) bestimmen, da das Halten der Bahn als Stopp in den einzelnen Stationen auf
der Strecke interpretiert werden kann. Darüber hinaus könnte der Sensor messen, ob
und wie schnell sich das Fahrzeug in eine bestimmte Richtung bewegt. Somit könnten
die Bewegung in eine bestimmte Richtung sowie Besonderheiten wie Verzögerungen
oder Kurvenfahrten erkannt werden. Ein Problem und damit eine Einschränkung für
das Erkennen der Haltestellen („nächste Station“) stellt das unplanmäßige Halten auf
der Strecke zwischen zwei Stationen dar. Zudem können die Messungen nicht in den
exakt gleichen Zeitabständen durchgeführt werden, was zu Ungenauigkeiten führt.
Die erhobenen Messreihen während der U-Bahnfahrt zeigen – erwartungsgemäß –
signifikante Ausschläge (Peaks) beim Anfahren des Zuges („Beschleunigen“) und
beim Bremsen („Verzögerung“), d.h. Ausschläge in die positive Richtung beim
„Beschleunigen“ und in die negative Richtung beim „Bremsen“ (siehe Abbildung A-2).
Um diese Ergebnisse zu erzielen, war aber eine gleichbleibende Position des Geräts
sicherzustellen. Daher wurde während der Messung das Smartphone senkrecht zur
Beschleunigungsrichtung des Fahrzeugs gehalten, um so direkt die
Beschleunigungswerte ablesen zu können. Die Werte wurden somit unter stark
optimierten Testbedingungen gewonnen. Für die praktische Anwendung ist dieser
Sensor alleine daher ungeeignet, da er im praktischen Einsatz - aufgrund der
unbekannten Lage des Geräts - kaum verlässliche Daten liefert.</p>
        <p>Eine Lösung dieses Problems wäre die Kombination des Beschleunigungssensors mit
dem Lagesensor bzw. Gyroskop. Mit den Daten des Gyroskops können die
Lageänderungen erkannt und darüber die Werte des Beschleunigungssensors
zurückgerechnet und die Beschleunigung gemessen werden. Auf dieser Basis könnten
Unterschiede zwischen „Halt“ und den anderen Phasen genau identifiziert werden.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>3.3 Magnetsensor</title>
      <p>Der Magnetsensor bzw. digitale Kompass (Fluxgate-Magnetometer) ist ein Sensor, der
zur vektoriellen Bestimmung des Magnetfeldes der Erde dient und die
Himmelsrichtung bestimmen kann. Er richtet sich nach dem magnetischen Nordpol [Liu, 2013].
Vor allem könnte bei der „U-Bahn-Navigation“ die Bestimmung der Himmelsrichtung
ein sinnvolles Hilfsmittel darstellen, um festzustellen, ob sich der Zug in die richtige
Richtung fortbewegt. Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht in der Verfolgung der
Fahrtrichtungsänderungen über den Verlauf einer Fahrt zwischen zwei Stationen.
Diese Kurve könnte mit einem Streckenprofil zur Bestimmung des gefahrenen
Streckenabschnittes abgeglichen werden. Somit können die angefahrenen Stationen
(und Streckenabschnitte) genau bestimmt werden. Ein Problem bei der Benutzung des
Kompasses in der U-Bahn sind aber störende Einflüsse auf das Magnetfeld, z.B.
zahlreiche Metallkonstruktionen im U-Bahntunnel, insb. während der Fahrt.</p>
      <sec id="sec-9-1">
        <title>Abbildung A-3: Ergebnisse - Magnetsensor (magnetometer)</title>
        <p>Beim Messen mit dem Magnetsensor während der U-Bahnfahrt war das Magnetfeld
der Erde und damit die Fahrtrichtung kaum wahrnehmbar. Zudem kam es zu häufigen
Störungen, insbesondere durch Metallkonstruktionen im U-Bahntunnel, der Elektronik
im Fahrgastraum und insbesondere durch die E-Motoren der U-Bahn. Die erhobenen
Messergebnisse zeigen aber starke Magnetfelder (Peaks) beim Ausfahren aus dem
Bahnhofe – Phase „Beschleunigen“ und teilweise auch beim Einfahren in den Bahnhof
– Phase „Bremsen/Verzögern“, die durch die Aktivität der E-Motoren der U-Bahn
erzeugt wurden (siehe Abbildung A-3).</p>
        <p>Die ursprüngliche Einsatzmöglichkeit dieses Sensors zur Fahrtrichtungserkennung
erscheint aufgrund der Störeinflüsse wenig sinnvoll. Allerdings können die noch auf
die Fahrtrichtungserkennung störend ausgewirkten starken Magnetfelder der
EMotoren in der Beschleunigungsphase sinnvoll für das Erkennen des Abfahrens aus
einem Bahnhof („Beschleunigen“) genutzt werden, da der Antrieb für kurze Zeit ein
starkes Magnetfeld erzeugt, welches durch den Sensor wahrgenommen wird.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-10">
      <title>3.4 Mikrofon</title>
      <p>Das Mikrofon ist ein Schallwandler, der Luftschall als sogenannte
Schallwechseldruckschwingungen in entsprechende elektrische
Spannungsänderungen als Mikrofonsignal umwandelt.</p>
      <p>Für den Anwendungsfall „U-Bahn-Navigation“ könnte das Mikrofon verschiedene
typische Geräusche erkennen. Zum einen könnten für bestimmte Stationen typische
Sprach-Ansagen etc. (z.B. „Alexanderplatz“) erkannt werden und somit helfen,
Rückschlüsse auf die aktuelle Position des Fahrzeuges zu ziehen. Weitere markante,
erkennbare Geräusche sind bspw. Warnsignale, das einheitliche Schließen der Türen
oder auch die Motorengeräusche. Es wird aber vermutet, dass das Mikrofon aufgrund
störender Geräusche in der Umgebung (insb. laut sprechende Passagiere etc.) für den
praktischen Einsatz - zur Erkennung von Umgebungsgeräuschen - eher nicht geeignet
ist. Zudem wird der Sensor ohne aktive Nutzung des Smartphones bzw. bei
NichtBenutzung in der Hosentasche oder Handtasche vermutlich kaum praktisch einsetzbar
sein, da die Schallwellen zu stark gedämpft würden.</p>
      <sec id="sec-10-1">
        <title>Abbildung A-4: Ergebnisse – Mikrofon (microphone)</title>
        <p>Die Messung und Analyse von Aufnahmen mit dem Mikrofon zeigte zum einen, dass
eine Spracherkennung aufgrund der vielen Störungen in der lauten Umgebung kaum
möglich ist. Zum anderen zeigen aber die Messdaten auch, dass die Erkennung
spezieller Geräusche möglich ist sowie anhand der Umgebungslautstärke markante
Unterschiede zwischen „Halt“ und „Fahren“ erkennbar sind.</p>
        <p>In Abbildung A-4 ist ein Ausschnitt einer typischen Fahrt mit Halt an sechs Stationen
abgebildet. Es bestehen klare Unterschiede in der Lautstärke zwischen der Zugfahrt
bzw. „Fahren“ (erstes Rechteck) und den Stationen bzw. „Halt“ (zweites Rechteck).
Kurz vor Fahrtbeginn ist außerdem ein kurzer Ausschlag (Peak) zu sehen, der das
spezielle Geräusch „Warnsignal“ während des Türschließvorgangs zeigt. Daraus lässt
sich ableiten, dass das Mikrofon in der Praxis eingesetzt werden kann, um anhand der
Umgebungslautstärke die Phasen „Fahrt“ und „Halt“ zu erkennen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-10-2">
        <title>Abbildung A-5: Ergebnisse – Mikrofon (microphone) - Frequenzspektren</title>
        <p>Werden die erfassten Audiodaten einer zeitlichen Frequenzanalyse mittels Temporal
Fast Fourier Transform (TFFT) - einem Algorithmus zur Berechnung der
Frequenzwerte aus PCM-Audiodaten – unterzogen, ergeben sich weitere
Erkenntnisse. Abbildung A-5 zeigt das Frequenzspektrum: während einer Zugfahrt
(links), bei Halt im Bahnhof (mittig) sowie des rhythmischen Warntons bei
Türschließvorgang (rechts). In den Frequenzspektren „während einer Zugfahrt“ (links)
und „bei Halt im Bahnhof“ (mittig) lässt sich erkennen, dass hauptsächlich tiefe
Frequenzen zwischen 60 Hz und 250 Hz (unten angeordnet) für den großen
Lautstärkeunterschied verantwortlich sind. In dem Frequenzspektrum „rhythmischer
Warnton“ (rechts) sind mehrere übereinander gelegte Frequenzen zu erkennen, die
etwa denselben Abstand zueinander haben. Die Frequenzen weichen zwischen den
U-Bahn-Baureihen leicht voneinander ab. Jedoch sind die Frequenzen 322 Hz, 667
Hz sowie 2347 Hz durchgehend vertreten. Mit einer Mustererkennung für rhythmische
Töne auf diesen Frequenzen kann von der App somit das Verlassen des Bahnhofs
bestimmt werden.</p>
        <p>Im Ergebnis der Untersuchung des Mikrofonsensors wird als eine sinnvolle praktische
Einsatzmöglichkeit das Erkennen (mittels Audioanalyse) von „Fahrt“ und „Halt“ (im
tiefen Frequenzbereich zwischen 60 Hz und 250 Hz) sowie das Erkennen des
speziellen Geräuschs „rhythmischer Warnton bei Türschließvorgang“ (in den
Frequenzen 322 Hz, 667 Hz sowie 2347 Hz) festgestellt.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-11">
      <title>3.5 Lichtsensor</title>
      <p>Der Lichtsensor (Photodetektor oder optischer Detektor) kann einen Lichtimpuls in ein
messbares elektrisches Signal umwandeln. Er misst die Lichtstärke (in Lux) und kann
somit optische Signale verarbeiten.</p>
      <p>Der Einsatz des Lichtsensors könnte sinnvoll sein, wenn sich Lichtverhältnisse
markant ändern. Während einer U-Bahnfahrt ist dies im Bereich der Fenster der Fall,
wenn die U-Bahn in eine Station einfährt oder wenn sie von der unterirdischen Fahrt
auf die oberirdische wechselt. Somit könnte über den Lichtsensor festgestellt werden,
ob sich die Bahn in einem Bahnhof bzw. Station („heller“) und auf der Fahrtstrecke
(„dunkler“) befindet. Der Einsatz des Lichtsensors in der Praxis bereitet wahrscheinlich
größere Probleme, da eine Benutzung direkt am Fenster nicht garantiert werden kann
und auch nicht erzwungen werden soll.</p>
      <sec id="sec-11-1">
        <title>Abbildung A-6: Ergebnisse - Lichtsensor (light sensor)</title>
        <p>Die Mess-Ergebnisse des Lichtsensors zeigen nur schwankende, ungenaue Werte,
wobei keine signifikanten Eigenschaften oder Muster erkennbar sind. In dem in
Abbildung A-6 dargestellten Ausschnitt bleiben in den ersten beiden Abschnitten, in
denen die Fahrt unterirdisch verlief, die Werte relativ konstant (unabhängig von
Fahrtphasen oder Position des Zuges), da aufgrund der Beleuchtung im Fahrgastraum
sich die Lichtverhältnisse kaum ändern. Bei der folgenden oberirdischen Zugfahrt
schwanken die Werte stark, wobei auch hier keine Korrelation zu Fahrtphasen oder
Position des Zuges erkennbar ist.</p>
        <p>Da durch den Lichtsensor in der Praxis kaum Helligkeits-Unterschiede
wahrgenommen wurden, kann für diesen Sensor keine sinnvolle praktische
Einsatzmöglichkeit aufgezeigt werden. Zudem würde eine Messung signifikanter
Helligkeitsunterschiede zumindest während einer unterirdischen Tunnelfahrt
erfordern, dass das mobile Endgerät dauerhaft, während der gesamten Fahrt in einer
bestimmten Position (Kamera zum Fenster) gehalten wird. Somit ist dieser Sensor für
den praktischen Einsatz nicht geeignet.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-12">
      <title>4 Konzeption und Entwicklung der U-Bahn-Navigations-App</title>
      <p>Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde die mobile U-Bahn-Navigations-App „mUvi“
entwickelt, die primär das Mikrofon des Smartphones in Kombination mit dem
Magnetsensor und der Uhr für die Positionsbestimmung und Navigation nutzt. Im
Folgenden werden zunächst die Funktionsweise der App aus Nutzersicht (Abbildung
A-7) und anschließend die Positionsbestimmung anhand der Sensoren beschrieben.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-13">
      <title>4.1 Fuktionsweise der App aus Nutzersicht</title>
      <p>Im Hauptmenü der App geben die Nutzenden die Start- und Ziel-U-Bahn-Station der
Fahrt an. In der Navigationsoberfläche erhält die Nutzenden dann Informationen über
ihre aktuelle Position auf der Strecke (Name der aktuellen oder nächsten Station) und
die Anzahl der Stationen bis zum Ziel. Man erhält eine Benachrichtigung (Warnung),
sobald der Zug die Station vor der Zielstation verlassen hat (d.h. in den Modus „Fahrt“
nach dem „Halt“ in der Station vor der Zielstation gewechselt ist).</p>
      <p>Abbildung A-7: Screenshots: Hauptmenü (links) &amp; Navigation-Interface (mittig &amp;
rechts)</p>
    </sec>
    <sec id="sec-14">
      <title>4.2 Sensor-basierte Positionsbestimmung</title>
      <p>Zur Positionsbestimmung werden die internen Sensoren Mikrofon, Magnetsensor und
Uhr genutzt und miteinander kombiniert.</p>
      <p>
        Die „mUvi“-App unterzieht die mit dem Mikrofon aufgenommenen
Umgebungsgeräusche einer Frequenzanalyse zur Erkennung der Phasen „Beschleunigen“,
„Fahrt“, „Bremsen“ und „Halt“ in drei Schritten: Zuerst werden die Roh-Audio-Daten
aufgenommen. Danach werden durch eine Fourier-Transformation diese PCM-Daten
in ihre Bestandteile (Frequenzspektrum) zerlegt, so dass der Pegel der Frequenz
berechnet werden kann. Schließlich werden die gewonnenen Pegeldaten gespeichert
und ausgewertet. Aufgrund der Zunahme oder Abnahme von gemessenen
Lautstärken im Vergleich zu der zuvor gemessenen Referenzlautstärke wird auf die
Phasen „Halt“ (leiser als zuvor) oder „Fahrt“ (lauter als zuvor) geschlossen. Dieser
Vorgang wird so oft wiederholt, bis der Zug an der Ziel-Station angekommen ist.
Zudem wird der Magnetsensor genutzt, um über eine Feldstärkenanalyse der
E-Motoren des Fahrzeuges die Fahrterkennung zu verbessern. Dabei wird anhand von
Differenzen im gemessenen Magnetfeld die Beschleunigung erkannt. Darüber hinaus
wird die Uhr des Smartphones als „Timer“ genutzt. Hierfür wurden im Vorfeld die
typischen Fahr- und Stoppzeiten zwischen den Stationen bestimmt, indem das
Streckennetzes mit einer ausreichend großen Menge an Fahrten zeitlich vermessen
wurde. Da die Fahr- und Stoppzeiten zwischen den Stationen meist relativ
gleichbleiben, kann über vergangene Fahrzeit bei einer Fahrt zwischen zwei Stationen
eine Wahrscheinlichkeit für die Ankunft im nächsten Bahnhof prognostiziert werden.
Zur Kombination der Sensoren wurde ein Algorithmus entwickelt, der das Prinzip des
gewichteten arithmetischen Mittels verwendet [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">Heuser, 1990</xref>
        ]: Dabei wurden die drei
Sensoren für die drei Fahrtphasen (Zustände) – Beschleunigen, Fahren, Bremsen
jeweils unterschiedlich gewichtet, womit jeweils zuverlässigere Sensoren einen
größeren Einfluss auf das Ergebnis haben [Gabler &amp; Ganninger, 2010]. Dabei erhält
das Mikrofon für alle drei Fahrtphasen eine hohe Gewichtung. Der Fahrzeitsensor
(Timer) erhält eine hohe Gewichtung nur in der Phase des „Fahrens“ und auch nur für
die Zeit, die markant unterhalb der erforderlichen Fahrzeit liegt. Der Magnetsensor
erhält eine hohe Gewichtung in der Beschleunigungsphase, da er diese zuverlässig
erkennt.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-15">
      <title>5 Zusammenfassung</title>
      <p>In diesem Beitrag wurde das Anwendungsszenario “Mobile U-Bahn-Navigation”
motiviert und der Bedarf an dessen Unterstützung durch eine mobile
U-BahnNavigations-App, die ausschließlich geräteinterne Sensoren zur Erfassung von Daten
aus der Umwelt verwendet, diskutiert. Zudem wurden verwandte Ansätze für mobile
Anwendungen zur mobilen U-Bahn-Navigation diskutiert und aus den analysierten
Schwachstellen Anforderungen an eine neuartige mobile Anwendung abgeleitet.
Die Ergebnisse einer Literaturstudie zu den Einsatzmöglichkeiten sowie einer
empirischen Studie zur praktischen Eignung von in Smartphone standardmäßig
eingebauten Sensoren zeigten, dass für den Anwendungsfall „Mobile
U-BahnNavigation“ geräteinterne Sensoren für Navigations-App nutzbar sind und das
Szenario in der Praxis realisierbar ist. Allerdings zeigte die empirische Analyse, dass
in der Praxis andere Sensoren sinnvoll einsetzbar sind, als in der theoretischen
Analyse ursprünglich konzipiert. Dies hat seine Ursache darin, dass die aus der
Literaturanalyse herausgearbeiteten und abgeleiteten Messgrößen durch die
Sensoren in der Praxis (während einer U-Bahnfahrt) meist gar nicht erfasst wurden.
Stattdessen wurden in der Praxis andere Phänomene gemessen. Z.B. wurde durch
den Magnetsensor die Aktivität des Motors anstelle des Magnetfeldes der Erde
(Fahrtrichtung des Zuges) erfasst.</p>
      <p>Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass der Sensor „Mikrofon“ am besten
geeignet ist, um die Position des Nutzers zu erkennen. Magnetsensor und Barometer
hingegen sind nur bedingt sowie Beschleunigungssensor und Lichtsensor nicht
sinnvoll für die Positionserkennung einsetzbar. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde
eine mobile U-Bahn-Navigations-App „mUvi“ konzipiert und entwickelt, die das
Mikrofon des Smartphones für die Positionsbestimmung und Navigation nutzt. Durch
die Kombination des Mikrophone-basierten Ansatzes mit weiteren Sensoren (Uhr,
Magnetsensor etc.) kann eine noch höhere Genauigkeit und Verlässlichkeit erzielt
werden.</p>
      <p>Um das entwickelte Verfahren zukünftig weiter zu verbessern, werden derzeit
verschiedene Klassifizierungsverfahren untersucht, um einzelne Streckenabschnitte
(Strecke zwischen zwei Stationen) der U-Bahn erkennen zu können [Gruner, 2016].</p>
    </sec>
    <sec id="sec-16">
      <title>6 Literaturverzeichnis</title>
      <p>
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