<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
<article xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <front>
    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Automatisierte Zeitreihenanalyse von Fernerkundungsdaten für das Monitoring von Oberflächengewässern</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Thomas Bahr</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Nicolai Holzer</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Harris Corporation</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Talhofstraße</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Gilching</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Germany</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Thomas.Bahr@harris.com</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Nicolai.Holzer@harris.com</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2016</year>
      </pub-date>
      <fpage>74</fpage>
      <lpage>81</lpage>
      <abstract>
        <p>Since 2012, the state of California faces an extreme drought, which impacts water supply in many ways. Advanced remote sensing is an important technology to better assess water resources, monitor drought conditions and water supplies, plan for drought response and mitigation, and measure drought impacts. In the present case study latest time series analysis capabilities are used to examine surface water in reservoirs located along the western flank of the Sierra Nevada region of California. [Bahr, Holzer, 2016] Zusammenfassung Seit 2012 herrscht im U.S.-Bundesstaat Kalifornien eine extreme Dürre, welche sich insbesondere auf die Trink- und Brauchwasservorräte auswirkt - u. a. mit fatalen Folgen für die Landwirtschaft. Die heutige, satellitengestützte Fernerkundung verfügt über vielfältige Technologien, die es erlauben, Oberflächengewässer und ihre Veränderungen präzise zu erfassen, Trockenperioden zu beobachten, Planungen für die Folgen einer Dürre sowie die Schadensminderung zu unterstützen, und Auswirkungen von Dürreperioden abzuschätzen. In dieser Fallstudie wurden modernste Auswertungsmöglichkeiten für Fernerkundungs-Zeitreihen genutzt, um</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Oberflächenveränderungen von Wasserreservoirs entlang der westlichen Flanke der
Region Sierra Nevada zu untersuchen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>1 Fallstudie</title>
      <p>Diese Fallstudie wurde mit dem kommerziellen Fernerkundungs-Softwarepaket ENVI
5.3 [ENVI, 2015] durchgeführt. Die Integration speziell angepasster Prozesse sowie
die Automatisierung werden mittels der wissenschaftlichen Programmiersprache IDL
(Interactive Data Language [IDL8.5, 2015]) realisiert. Auf diese Weise werden die
Analysefunktionalitäten von ENVI über die objektorientierte und IDL-basierte
ENVITaskSchnittstelle für einen operationellen Einsatz eingebunden.</p>
      <p>Eine Zeitreihe von Landsat-Satellitenbilddaten (L-5 TM, L-7 ETM+, L-8 OLI) wurde für
das Untersuchungsgebiet für den Zeitraum von 1999 bis 2015 beschafft. Die Bilder
wurden jeweils im Oktober aufgenommen, entsprechend den Pegeltiefständen des
Wasserreservoirs am Ende der Bewässerungsperiode. Die Zeitreihe wurde über die
Webseite des USGS EarthExplorer bezogen und ist bereits auf ein gemeinsames
Koordinatensystem (UTM Zone 10N, WGS-84) referenziert (s. Abbildung F-1).</p>
      <p>Abbildung F-1: Zeitreihe von Landsat Satellitenbilddaten (L-5 TM, L-7 ETM+, L-8
OLI) von 1999-2015 (Oktober-Aufnahmen). Der Ausschnitt zeigt das Don Pedro
Reservoir in Kalifornien.
Die nachfolgenden ENVITasks wurden für die Vorverarbeitung der 17 Landsat-Szenen
genutzt:
 Lückenfüllung mittels Triangulation für die Landsat-7 ETM+ Bilddaten mit
defektem Scanline-Korrektor (SLC-off).
 Zuschnitt auf die gleiche geographische Ausdehnung.
 Radiometrische Korrektur: Berechnung der Top-Of-Atmosphere (TOA)
Reflektanz.
 Atmosphärenkorrektur mittels QUAC®, welches die Parameter zur
Atmosphärenkorrektur direkt anhand der spektralen Diversität der Pixelwerte in der
Bildszene ableitet und keiner weiteren Eingangsparameter bedarf. Damit eignet
sich QUAC® besonders für den automatisierten, operationellen Einsatz.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Klassifizierung</title>
        <p>
          Die Bildklassifizierung wurde mit den folgenden ENVITasks durchgeführt (s. Abbildung
F-2):
 Anwendung des modifizierten normalisierten differentiellen Wasserindex
MNDWI
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(Modified Normalized Difference Water Index [XU, 2006])</xref>
          zur
Verstärkung offener Wasserflächen und zur Reduzierung des Bildrauschens,
das auf Bebauung, Vegetation und Erdboden zurückzuführen ist.
 Klassifizierung der MNDWI-Indexbilder durch Schwellwertbildung, um
offene Wasserflächen zu extrahieren.
        </p>
        <p>Bereinigung der Klassifikationsergebnisse mittels Aggregation.</p>
        <p>
          Abbildung F-2: Rechts: Modifizierter normalisierter differentieller Wasserindex
MNDWI
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(MNDWI, Xu 2006)</xref>
          zur Verstärkung offener Wasserflächen (Ausschnitt).
Links: Klassifizierte Wasserflächen auf einem Landsat-Falschfarbenkomposit von
2015 (RGB=543).
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Analyse &amp; Weiterverarbeitung</title>
        <p>Die Analyse und Weiterverarbeitung bestand aus den nachfolgenden Schritten
(s. Abbildung F-3):
 Grafische Darstellung des Ausmaßes der zeitlichen Veränderung der
Oberflächengewässer und Zuordnung zu den täglichen Pegelständen des Don Pedro
Wasserreservoirs (Station DNP, betrieben durch die CDEC [CDEC, 2016]).
 Animation der klassifizierten Zeitreihe und Export in ein
Standard-Videodatenformat.
 Export der klassifizierten Wasserflächen in Vektorebenen für eine weitere
Auswertung in einem GIS-System.
Abbildung F-3: Rechts: Zeitreihe der Ausdehnung der Oberflächengewässer im
Untersuchungsgebiet pro Jahr: Links: Trend der Zeitreihe 2012 bis 2015 mit den
täglichen Pegelständen des Don Pedro Reservoirs (Station DNP, betrieben durch die</p>
        <p>CDEC).</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2 Automatisierung und operative Umsetzung</title>
      <p>Die hier vorgestellten, automatisierten, räumlich-zeitlichen Analysen können in fast
jeden, bereits existierenden, georäumlichen Arbeitsablauf für operative Anwendungen
eingebettet werden.</p>
      <p>In diesem Fallbeispiel wurden drei Integrationsmöglichkeiten implementiert:
 Einsatz in einem Dienste-basierten Informationssystem, hier auf Grundlage
von ArcGIS®:
Auf diese Weise können Unternehmen über deren Portal for ArcGIS® Webseite
auf die Anwendung zugreifen. Zur Ausführung wird ein angepasstes ArcGIS®
Skriptwerkzeug genutzt. Eine Python-Skriptdatei übernimmt die Parameter von
der Nutzerschnittstelle und führt das vorkompilierte IDL-Programm aus. Dieses
IDL-Programm dient wiederum als Schnittstelle zwischen der Python-Skriptdatei
und den relevanten ENVITasks (s. Abbildung F-4).
Abbildung F-4: IDL-basierte Implementierung einer automatisierten,
räumlichzeitlichen Analyse mittels Fernerkundungsdaten im ArcGIS® ModelBuilder.
 Veröffentlichung der räumlich-zeitlichen Analyse-Tasks als REST-basierter</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Webservice unter Verwendung der ENVI Services Engine (ESE):</title>
        <p>Die ESE als Cloud-basierte Geodaten-Lösung ermöglicht den Online-Zugriff auf
die Bild- und Datenanalysefunktionen von ENVI und kann in beliebigen
ITInfrastrukturen von Unternehmen eingesetzt werden. Zu diesem Zweck wurde der
gesamte IDL-Code in einer einzigen, benutzerdefinierten ENVITask gekapselt.
 Allgemeine Integration in bereits vorhandene Geodaten-Arbeitsabläufe
unter Verwendung der bi-direktionalen Programmierschnittstelle zwischen IDL
und Python:
Dieser Ansatz erlaubt den Aufruf von IDL-Code in Python auf einer vom Benutzer
festgelegten Plattform.</p>
        <p>Weitere Informationen zur Umsetzung sowie Beispielcode sind in [Bahr, Holzer, 2016]
beschrieben.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>3 Schlussfolgerungen</title>
      <p>Die Ergebnisse dieser Fallstudie bestätigen den dramatischen Rückgang hinsichtlich
der Ausdehnung von Oberflächengewässern im Untersuchungsgebiet als Folge der
außergewöhnlichen Dürre, die besonders in den Jahren 2012 bis 2015 einen Großteil
des kalifornischen Staatsgebietes betroffen hat. Dementsprechend zeigt die auf
Landsat-Daten gestützte Zeitreihenanalyse einen einheitlichen Trend mit den
täglichen Pegelständen des Don Pedro Reservoirs (Station DNP, betrieben durch die
CDEC [CDEC, 2016]).</p>
      <p>Die einfache Implementierung in Online-Dienste mit den Technologien von Harris und
ESRI ermöglicht den Einsatz maßgeschneiderter, individueller Analysen für
nutzerdefinierte Gebiete on-the-fly.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>4 Literaturverzeichnis</title>
      <p>[Bahr, Holzer, 2016]
Thomas Bahr, Nicolai Holzer; 2016: AUTOMATISIERTE ZEITREIHENANALYSE VON
FERNERKUNDUNGSDATEN FÜR DAS MONITORING VON
OBERFLÄCHENGEWÄSSERN auf dem 23. Workshop des AK UIS, 2.-3. Juni 2016, Leipzig
[ENVI, 2015]
ENVI -5.3 Release Notes; 2015
http://www.harrisgeospatial.com/Support/HelpArticlesDetail/TabId/219/ArtMID/900/Art
icleID/14544/ENVI-53-Release-Notes.aspx (Letzter Zugriff: 03.08.2016)
[IDL8.5, 2015]
Interactive Data Language 8.5 Release Notes, 2015
http://www.exelisvis.com/Support/HelpArticlesDetail/TabId/219/ArtMID/900/ArticleID/
14541/IDL-85-Release-Notes.aspx (Letzter Zugriff: 03.08.2016)
[Landsat, 2016]
NASA: Landsat Science: About - Landsat Then and Now
[CDEC, 2016]
California Data Exchange Center, Website: http://cdec.water.ca.gov/index.html
(Letzter Zugriff: 03.08.2016)
https://www.researchgate.net/publication/232724072_Modification_of_Normalized_Di
fference_Water_Index_NDWI_to_Enhance_Open_Water_Features_in_Remotely_Se
nsed_Imagery (Letzter Zugriff: 03.08.2016)</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <given-names>Hanqiu</given-names>
            <surname>Xu</surname>
          </string-name>
          ,
          <year>2006</year>
          :
          <article-title>Modification of Normalized Difference Water Index (NDWI) to Enhance Open Water Features in Remotely Sensed</article-title>
          Imagery in
          <source>International Journal of Remote Sensing</source>
          <volume>27</volume>
          (
          <issue>14</issue>
          ):
          <fpage>3025</fpage>
          -
          <lpage>3033</lpage>
          ·
          <year>July 2006</year>
          ;
        </mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
  </back>
</article>