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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Juliane Siegeris</string-name>
          <email>siegeris@htw-berlin.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>HTW Berlin</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Überblick: LearnTeamCoaching</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2017</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>In diesem Artikel wird eine pragmatische Abwandlung der didaktischen Methode des LearnTeamCoaching von Fleischmann et. al., vgl. (Fleischmann u. a., 2003), vorgestellt. Diese Methode aus dem Repertoire des Inverted Classroom ermöglicht den Studierenden ein individuelles Lernen. In drei aufeinanderfolgenden Phasen erarbeiten sich die Studierenden ein Thema selbständig (Lernen), diskutieren und beantworten Fragen in der Lerngruppe (Team) und klären verbleibende Fragen der Gruppe mit der Dozentin (Coaching). Die Autorin beschreibt die Adaption und Anwendung der Methode im Studiengang Informatik und Wirtschaft der HTW Berlin in der Lehrveranstaltung Usability. Die wichtigste Veränderung betrifft die Durchführung der letzten Phase im Plenum, statt mit jedem einzelnen Team. Das Ergebnis ist eine ICMethode, die ohne große Vorbereitung (keine Videos) und mit vertretbarem Zeitaufwand für alle Beteiligten in einer normalen Lehrveranstaltung (2 SWS Vorlesung + 2x2 SWS Übung) eingesetzt werden kann.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>
        Das LearnTeamCoaching (LTC) ist eine Methode aus
dem Repertoire des Inverted Classroom (IC), vgl.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref1 ref3 ref4 ref4">(Gannod u. a., 2008; Handke u. Sperl, 2012; Fischer
u. Spannagel, 2012)</xref>
        . Die Idee des IC ist es, die
Präsenzzeit der Studierenden besser zu nutzen. In einer
klassischen Veranstaltung (Vorlesung + Übung)
kommen alle Beteiligten in der Vorlesung zusammen, um
dem Lehrvortrag des Dozenten zuzuhören. Ziel ist,
dass die Studierenden ausgewählte Sachverhalte
kennenlernen und verstehen. Anschließend bekommen
die Studierenden Aufgaben, in denen sie das Gelernte
verinnerlichen und beispielhaft anwenden sollen. Die
Aufgaben werden meist als Hausaufgabe gegeben, d.h.
die Anwendung erfolgt meist allein im Selbststudium.
Der Übungstermin dient dann dazu, die Lösungen zu
besprechen. Dieses Format ist oft erneut frontal
organisiert: Eine Person rechnet die Aufgabe an der Tafel
vor, alle anderen vergleichen mit der eigenen Lösung.
Problem an dieser Aufteilung ist: Wurde der Inhalt in
der Vorlesung und der eigenen Nachbereitung nicht
verstanden, wird die Lösung der Aufgaben häufig nur
abgeschrieben. Da die Inhalte der Vorlesungen
aufeinander aufbauen, wird der eigentliche
Verständnisprozess immer weiter verschoben und (im besten Fall)
erst in der Vorbereitung für die Klausur aufgeholt. Die
Idee des Inverted Classroom ist es, die gemeinsame
Zeit in der Hochschule bereits für die Klärung der
Probleme zu nutzen. Man trifft sich nicht mehr nur, um
„gemeinsam zuzuhören“ , sondern nutzt die Gruppe,
um sich über Probleme und Verständnislücken
auszutauschen und weitere Aufgaben gemeinsam zu lösen.
Abbildung 1: Ablauf einer Lehrveranstaltung mit
klassischer Vorlesung
Bei einer invertierten Veranstaltung werden die
Studierenden zuerst aufgefordert, sich im Selbststudium
mit dem Inhalt der Vorlesung auseinanderzusetzen.
Typischerweise werden hierfür Videoaufzeichnungen
bereitgestellt, in denen die Lehrinhalte erklärt werden.
Begleitend sollen Aufgabenblätter bearbeitet werden.
Die Aufgaben sind meist so formuliert, dass bei der
Lösung eine Art Mitschrift der Vorlesung erzeugt wird.
Zum Abschluss der Vorbereitung werden die
Studierenden aufgefordert, verbleibende Fragen zu
formulieren. Als Nächstes treffen sich die Studierenden in
der Übung. Hier werden Aufgaben gestellt, die das
Verständnis vertiefen sollen. Die Übung bietet die
Möglichkeit sich mit den Kommilitonen über den Lernstoff
auszutauschen und gemeinsam an der Lösung und
der Klärung der Fragen zu arbeiten. Die
Übungsleiter unterstützen diesen Prozess. Erst jetzt kommt die
Vorlesung, d.h. der Teil der Lehrveranstaltung, in dem
sich der ganze Zug und die Dozentin in einem Hörsaal
versammeln. Die Zeit wird aber nicht zur frontalen
Wiederholung des Lernstoffs verwendet, sondern für
die Klärung verbliebener Fragen, diesmal im Beisein
des Dozenten, genutzt.
      </p>
      <p>
        Abbildung 1 und 2 zeigen Reihenfolge und Nutzung
der verschiedenen Formate: Vorlesung, Übung und
Selbststudium bei der klassischen und der invertierten
Veranstaltung. Die Kunst des IC spiegelt sich in der
Gestaltung der gemeinsamen Präsenzzeit wieder. Diese
unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen
Vorlesung mit Frontalvortrag. Um den Unterschied
zu verdeutlichen, wurde hierfür der Begriff des
Plenums eingeführt, vgl.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref4">(Fischer u. Spannagel, 2012)</xref>
        .
Im Plenum muss unbedingt vermieden werden, dass
Inhalte aus der eigenverantwortlichen Vorbereitung
frontal wiederholt werden. Das würde sonst
unweigerlich dazu führen, dass sich die Studierenden darauf
verlassen, dass der Stoff wiederholt wird und sich
für die folgenden Veranstaltungen nicht mehr
vorbereiten, vgl.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref4">(Fischer u. Spannagel, 2012)</xref>
        . Natürlich
stellt sich damit die Frage, was man stattdessen in
der Präsenzzeit macht und wie man die Studierenden
motiviert die gemeinsame Zeit möglichst effektiv für
den eigenen Verständnisprozess zu nutzen.
      </p>
      <p>Will man als Dozent eine IC-Methode einsetzen,
sollte man daher vorher folgende Fragen klären:
1. In welcher Form stellt man den zu lernenden Stoff
bereit?
2. Wie schafft man es, dass die Studierenden sich
vorher mit dem Stoff beschäftigen?
3. Wie erreicht man, dass die Studierenden ins
Plenum (gemeinsame Präsenzzeit) kommen?</p>
      <sec id="sec-1-1">
        <title>4. Wie läuft die Präsenzzeit ab?</title>
        <p>
          Im Folgenden wird erläutert, wie die von
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Fleischmann u. a., 2003)</xref>
          vorgestellte Methode des LTC diese
Fragen beantwortet. Das LTC durchläuft drei Phasen,
die hier 1. Lernen, 2. Team und 3. Coaching, genannt
werden.
        </p>
        <p>
          Phase 1: Lernen In der ersten Phase sollen sich
die Studierenden eigenständig Wissen erarbeiten. Der
Lernstoff wird dabei anhand eines vorbereiteten
Lerntextes bereitgestellt (Frage1). Die Studierenden
sollen sich im Selbststudium mit den Materialien
beschäftigen, sich die Inhalte erschließen und direkt in
kleineren Übungsaufgaben anwenden. Während des
Lernprozesses sollen sich die Studierenden über den
Abbildung 3: Die Methode des LearnTeamCoaching
nach
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Fleischmann u. a., 2003)</xref>
          Lernerfolg und Wissenslücken klar werden.
Auftretende Unklarheiten sollen explizit als Fragen formuliert
werden.
        </p>
        <p>Phase 2: Team In der zweiten Phase treffen sich die
Studierenden mit ihrem Team, stellen sich gegenseitig
die Lösungen vor und besprechen die offenen Fragen.
Fragen, die im Team nicht geklärt werden können,
werden in einen gemeinsamen Fragenspeicher
überführt.</p>
        <p>Phase 3: Coaching In der dritten Phase trifft sich
jeweils ein Team mit dem Dozenten. Die
CoachingSession folgt einer festen Agenda und umfasst die
Klärung der offenen Fragen, eine Lernkontrolle seitens
des Dozenten und eine Reflexion zur Anwendung der
Methode.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-1-2">
        <title>Abbildung 4: Agenda der Coaching-Session</title>
        <p>Das Coaching - findet bei dieser Methode nicht mit
dem ganzen Zug (Jahrgang) statt, sondern in kleinen
Runden mit Team und Dozentin. Der Ablauf ist
dabei durch eine vorgegebene Agenda strukturiert und
untergliedert sich in drei Teile. Der Ablauf wird in
Abbildung 4 zusammengefasst.</p>
        <p>
          Wichtig ist, dass die Moderation nicht beim
Dozenten, sondern bei den Studierenden liegt. Diese
übernehmen reihum verschiedene Aufgaben und sind
verantwortlich für das Zeitmanagement, das Führen
des Problemspeichers oder haben darauf zu achten,
dass die Beiträge nicht zu weit vom Thema abweichen,
vgl.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Fleischmann u. a., 2003)</xref>
          . Die Verantwortung für
die Durchführung der Präsenzphase liegt also nicht
allein bei der Dozentin, sondern wird von allen
Beteiligten gemeinsam getragen.
        </p>
        <p>Die kleine Runde und die wechselnde
Aufgabenverteilung führt dazu, dass die Sichtbarkeit der einzelnen
Studierenden sehr hoch ist und damit auch der soziale
Druck sich einzubringen. Das erzeugt eine große
Motivation, sich vorher mit dem Stoff auseinanderzusetzen
(Frage 2) und zur Veranstaltung zu kommen (Frage
3). Der Ablauf der Präsenzzeit (Frage 4) ist durch die
vorgegebene Agenda für alle Beteiligten transparent.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Einsatz und Kritik</title>
      <p>Die Methode wurde an der FH München in einem
Studienreformprojekt eingeführt und in dem
beschriebenen Zeitraum von zwei Jahren von bis zu 20 Dozenten
eingesetzt. Die Lehr-/Lernmethode wird als sehr
flexibel beschrieben und kann sich vielen Gegebenheiten
anpassen. An der FH München wurde sie in
verschiedenen Lehrveranstaltungen (Umfang zwischen 2-6
Semesterwochenstunden (SWS)) eingesetzt.</p>
      <p>In [Fle00] wird die Methode innerhalb einer
Veranstaltung mit 6 SWS für das Thema
„Festigkeitsrechnung “ verwendet. Die Stunden wurden wie folgt
aufgeteilt: Phase 1 - „Lernen“ wurde als Hausaufgabe
vergeben, für die Phase 2 - „Team“ wurden 2 x 90
Minuten mit Zeit und (teilweise individuellem) Raum zur
Verfügung gestellt. Für die Phase 3 - „Coaching“ wurde
wieder eine 90-Minuten-Einheit verwendet. Das heißt,
der gesamte Stoff wurde ausschließlich über diese
Methode vermittelt. Es gab keine weiteren begleitenden
Veranstaltungen, wie Vorlesungen oder Übungen. Die
Bewertung erfolgte mittels einer normalen Klausur in
der der Stoff aus allen Sitzungen relevant war.</p>
      <p>Laut den Autoren „kann das LearnTeamCoaching,
als sehr erfolgreiche Methode bezeichnet werden. Die
Studierenden waren bei diesem gecoachten Lernen in
der Lage, die meisten inhaltlichen Punkte entweder
selbst oder in ihrer Lerngruppe zu lösen. [...] Sie
gaben an, nachhaltiger gelernt zu haben und in kürzerer
Zeit den gleichen Lernerfolg erzielen zu können als
mit der konventionellen Methode.“ Abbildung 5 fasst
die Erfolge des LearnTeamCoaching mit Blick auf die
Studierenden zusammen.</p>
      <p>
        Die Methode berücksichtigt die verschiedenen
Lernstände und Lerntypen der Studierenden und fördert
die Wissensaneignung auf verschiedenen
Kompetenzlevel. Statt den Stoff nur zu hören, müssen sich die
Studierenden die Inhalte selbst erarbeiten und sich
dann gegenseitig vorstellen bzw. erklären. Selbst die
Aufgabe, Verständnislücken mittels passender Fragen
zu formulieren, erfordert eine Auseinandersetzung mit
dem Stoff, die sonst oft erst während der
Prüfungsvorbereitung erfolgt. Eine weitere Aktivität der
Lernenden ist die Gestaltung der Coaching-Session. Hier
Abbildung 5: Erfolge beim LearnTeamCoaching, vgl.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Fleischmann u. a., 2003)</xref>
        übernehmen sie die Visualisierung und Präsentation
der Lerninhalte als auch die Moderation des
Lerngesprächs und der Reflektion. Die verschiedenen Rollen,
die dabei auftreten (Vortrag, Moderation,
Überwachung Zeitmanagement, Protokoll), werden in jeder
Session anders besetzt und somit durch alle
Studierenden ausprobiert. Hier können Kompetenzen erlernt
werden, die in normalen frontalen Formaten nicht
gefördert werden.
      </p>
      <p>Ein kritisches Feedback der Studierenden betraf den
eingesetzten Aufwand. Um den Aufwand neutral,
also nicht größer als üblich, zu halten, empfehlen die
Autoren ggf. die Kürzung der Lehrinhalte.</p>
      <p>Für die Lehrenden bedeutet diese Umsetzung
eine erhöhte Präsenz. Statt der drei Veranstaltungen
pro Woche, müssen sie jetzt eine Coaching-Sitzung
je Team durchführen. Auch der organisatorische
Aufwand, der die Koordination der Termine und Räume
umfasst, ist erheblich. Weiterer Aufwand, der bei der
Umstellung auf diese Lehrform hinzukommt, entsteht
bei der Bereitstellung von Lerntexten und -aufgaben.
In dem beschriebenen Beispiel wurden die Lerntexte
und die zugehörigen Übungsaufgaben mit Hilfe eines
existierenden Skripts explizit erzeugt. Die Lerntexte
enthalten exakt die Aspekte, die von den
Studierenden in der entsprechenden Einheit gelernt werden
sollen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Adaption der Methode</title>
      <p>Gegenüber den „normalen“ IC-Methoden hat das
LTC den Vorteil, dass keine Videoaufzeichnungen des
Stoffs nötig sind, man also keine Vorlaufzeit von
mindestens einem Semester benötigt. Da die Methode
(bzw. die Umstellung darauf) für einen einzelnen
Lehrenden trotzdem sehr zeitaufwendig ist und das
übliche Lehrdeputat sprengen würde, hat die Autorin
die Methode recht pragmatisch adaptiert und für den
Einsatz in einer normalen Veranstaltung mit 2 SWS
Vorlesung (40 Studierende) + 2 SWS Übung (jeweils
maximal 20 Studierende) angepasst. Alle drei Phasen
kommen zum Einsatz, allerdings wird die Präsenzzeit
(Phase 3) an einem Termin mit dem gesamten Zug
durchgeführt. Die Phasen verändern sich wie folgt:
1. Phase (Lernen): Statt eines vorbereiteten
Lerntextes mit Aufgaben, bekommen die Studierenden die
Aufgabe ein bestimmtes Thema zu recherchieren.
Gegebenenfalls wird dafür ausgewählte Literatur, z. B.
Kapitel aus Büchern, Links auf bestimmte Webseiten,
zur Verfügung gestellt. Dazu werden Fragen und/oder
Aufgaben formuliert, die durch die Studierenden nach
dem Literaturstudium beantwortet bzw. gelöst werden
sollen.
2. Phase (Team): Die Studierenden treffen sich im
Rahmen einer Übung mit ihrem Team (5-6 Personen)
und diskutieren Ihre Antworten, besprechen Ihre
Lösungen und nehmen offen gebliebene Fragen auf.
Zusätzlich zur ursprünglichen Fassung werden die
Studierenden aufgefordert, alle Antworten und Lösungen
auf einem Poster (FlipChart-Papier) zu visualisieren.
3. Phase (Plenum): Statt mit jedem Team einzeln,
treffen sich am Vorlesungstermin alle
Teilnehmerinnen. Dieses Zusammentreffen wird jeweils durch ein
Team moderiert. Die Veranstaltung beginnt mit einer
Poster-Session (15 Minuten), bei der sich alle
Teilnehmerinnen die verschiedenen Poster (alle zum gleichen
Thema) anschauen.</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Abbildung 6: Ablauf der Plenums</title>
        <p>Während der Poster-Session ist jede Teilnehmerin
aufgefordert, offene Fragen (mindestens eine) auf
Moderationskarten zu notieren. Die Fragen ergeben sich
dabei entweder aus der Betrachtung der anderen Poster
oder stammen aus dem im Team angelegten
Fragenspeicher.</p>
        <p>Die Karten werden anschließend vom
moderierenden Team eingesammelt und an der Tafel nach
sinnvollen Kategorien geclustert und dann im Einvernehmen
mit der ganzen Gruppe priorisiert (15 Minuten). Jetzt
beginnt die Beantwortung der Fragen durch die
Gruppe. Die Dozentin sollte sich dabei bis zuletzt
zurückhalten, da ja alle Beteiligten kundig auf dem Gebiet
sein sollten (50 Minuten). Um den nicht-frontalen
Charakter und die veränderte Verantwortlichkeit zu
unterstützen, wird die Sitzordnung zu Beginn jeweils
so umgestaltet, dass ein nach vorn offener Stuhlkreis
entsteht, indem die Dozentin als eine von vielen Platz
nimmt. Das Plenum endet mit einer Review-Runde,
die von der Dozentin moderiert wird. Hier wird
jede Gruppe aufgefordert, kurz den gemeinsamen
Arbeitsprozess zu reflektieren, Ideen für den nächsten
Durchlauf und Feedback zur Aufgabenstellung
einzubringen. Zum Schluss wird die Arbeit des
Moderationsteams betrachtet. Die Gruppe gibt eine
Selbsteinschätzung und bekommt von den Anderen Feedback.
Die Aufgabe des Moderationsteams ist abgeschlossen,
wenn Fotos der Poster sowie die protokollierten
Fragen und Antworten in die Moodle-Umgebung
hochgeladen wurden (10 Minuten). Abbildung 6 fasst den
Ablauf des Plenums zusammen.</p>
        <p>Mit Bezug auf die eingangs formulierten Fragen
lässt sich die adaptierte Methode, das
LearnTeamPlenum (LTP), wie folgt zusammenfassen:</p>
        <sec id="sec-3-1-1">
          <title>1. In welcher Form stellt man den zu lernenden Stoff bereit?</title>
          <p>Es werden Aufgaben formuliert, deren Beantwortung
eine umfangreiche Recherche von Literatur oder
Webseiten erfordert. Es wird dabei darauf geachtet, die
Fragen so zu formulieren, dass die Antworten sich
möglichst nicht als einfache Aufzählung bzw. ohne
Begründung beantworten lassen. Ergänzend ist es
sinnvoll, die selbst erarbeiteten Methoden direkt
anwenden zu lassen. Das Ergebnis der Anwendung
sollte auch auf dem Poster visualisiert werden. Quellen
werden zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig ist es
gewünscht, dass die Studierenden passende Literatur
oder interessante Links in der Literaturliste in
Moodle ergänzen. Abbildung 7 zeigt eine der im letzten
Durchlauf verwendeten Aufgabenstellungen.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-2">
          <title>2. Wie schafft man es, dass die</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-3">
          <title>Studierenden sich vorher mit dem Stoff beschäftigen?</title>
          <p>Die Studierenden sind aufgefordert zum
Präsenztermin ein Poster mitzubringen. Das Poster soll
gemeinsam in der Gruppe erarbeitet werden. Dafür
bekommen die Studierenden eine komplette Übungseinheit
(90 Minuten) und das benötigte Material
(Flipchartbogen, Stifte, Kleber, etc.) zur Verfügung gestellt. Da
das Poster nur einen begrenzten Platz bietet, erfordert
es eine intensive Kommunikation darüber, welche
Inhalte ausgewählt und wie sie dargestellt werden. Die
Studierenden müssen zu diesem Termin schon
vorbereitet kommen, da die Zeit sonst nicht ausreicht.
Abbildung 8 zeigt beispielhaft zwei Poster, die zum
Thema Barrierefreiheit erarbeitet wurden.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Abbildung 7: exemplarische Aufgabe</title>
        <sec id="sec-3-2-1">
          <title>3. Wie erreicht man, dass die Studierenden ins Plenum kommen?</title>
          <p>Das Plenum beginnt mit einer Poster-Session. Das
Poster wird von der Gruppe mitgebracht und aufgehängt.
Der Name der Gruppe steht mit auf dem Poster. Jede
Gruppe ist aufgefordert, die im Anschluss zu ihrem
Poster gestellten Fragen zu beantworten. Die Gruppen
waren im Plenum meist vollständig vertreten. Das lag
sicherlich an den für alle interessanten und sehr
wertschätzenden Diskussionen. Ein weiterer Punkt ist, dass
eine mögliche Arbeitsteilung der Gruppe (jede bringt
einen Aspekt der Lösung ein) dazu führt, dass alle
Gruppenmitglieder sowohl in der Poster-Erstellung als
auch für die Beantwortung der Fragen zugegen sein
müssen.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-3-2-2">
          <title>4. Wie läuft die Präsenzzeit ab?</title>
          <p>Der Ablauf der Präsenzzeit ist in Abbildung 6
wiedergegeben. Sichergestellt wird er durch die jeweils mit
der Moderation der Sitzung betrauten Gruppe. Die
Aufgabe der Dozentin besteht nur darin, wenn nötig,
einzugreifen oder einen Sachverhalt zu korrigieren.
Folgende Instrumente werden von der Autorin
genutzt, um dennoch unauffällig den Ablauf zu steuern
bzw. eine Lernkontrolle zu gewährleisten.</p>
          <p>Qualität der Poster: Falls in einer der ersten
PosterSession ein eher nachlässig erstelltes Poster dabei ist,
Abbildung 8: Posterbeispiele, hier zum Thema:
Barrierefreiheit
sollte das spätestens in der Review-Runde thematisiert
und nach den Ursachen gefragt werden.</p>
          <p>Diskussion der wesentlichen Themen: Um zu
gewährleisten, dass wichtige Lehrinhalte auch
verstanden wurden, sollten Fragen dazu durch die Dozentin
formuliert werden. Diese zusätzlichen
Moderationskarten werden dem Fragen-Pool hinzugefügt.
Einhaltung der Agenda: Falls die Diskussion zu
weit vom Thema abschweift, einzelne Personen zu
oft oder gar nicht zu Wort kommen oder die Zeit
überschritten wird, sollte man dem Moderationsteam
diesbezügliche Hinweise geben, ohne selbst die
Moderation zu übernehmen.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Erfahrungen und Feedback</title>
      <p>
        Die Methode des LTP wurde jetzt zum 4. Mal im
Rahmen der Veranstaltung Usability im 6. Semester im
Studiengang „Informatik und Wirtschaft“ angewendet,
vgl. auch
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">(Siegeris u. Krefting, 2014)</xref>
        .
      </p>
      <p>Damit die LTP-Methode nicht zu viel
Arbeitsaufwand für die Studierenden bedeutet, finden die
LTPEinheiten im 14-tägigen Wechsel mit normalen
Vorlesungen und normalen Übungen statt. Die Bewertung
der Lehrveranstaltung setzt sich aus zwei
bewerteten Übungen und einer Klausur zusammen. Die
LTPThemen gehen dabei gleichbedeutend mit den
anderen Vorlesungsinhalten in die Klausur ein. Die sechs
Poster und die Moderation waren
Zulassungsvoraussetzung für die Klausur, gingen jedoch selbst nicht in
die Note ein. Der Wechsel aus normaler Vorlesung,
praktischer Übung und LTP erfordert eine sehr genaue
Planung und viel Kommunikation für Vorstellung und
Koordination der Veranstaltung. Die Abbildung 9 zeigt
ein Mindmap, das die Autorin in der
Kommunikation mit den Studierenden verwendet hat. Grün sind
normale Vorlesungen, gelb die LTP-Anteile und blau
die Übungen. Die Inhalte der zweiten Übungsgruppe
wurden nicht dargestellt, da sie identisch zur ersten
Gruppe aufgebaut sind. Die Lehrveranstaltung wird
von den Studierenden als abwechslungsreich, aber
auch sehr aufwendig empfunden. Erst bei der
Klausurvorbereitung wurde der Aufwand „wieder reingeholt“,
da die selbsterarbeiteten Themen (fast) nicht mehr
gelernt werden mussten. Das konkrete Feedback der
Studierenden zur Lehrveranstaltung aus der
Evaluation des Sommersemesters 2016 ist in den folgenden
beiden Blöcken wiedergegeben.</p>
      <p>Mir gefällt an dieser Lehrveranstaltung besonders
gut:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
die Umsetzung/Verwendung von LTP, Fachvortrag
aus der Praxis, bekannte Praxisbeispiele,
Zusammensetzung der Note aus mehreren Teilen
die abwechslungsreiche Lehrweise
Inhalte besonders interessant
die Atmosphäre in der Gruppenrunde (LTP) ist
angenehm und lädt zum Mitdiskutieren ein
die LTP-Termine
das aktuelle Themen behandelt werden
Interaktion, rege Veranstaltung
dass der Unterricht sehr kurzweilig ist. Die
Dozentin hat einen sehr frischen und angenehmen
Unterrichtsstil, bindet die Studierenden aktiv in
den Unterricht ein und antwortet konkret auf
Fragen zum Thema.</p>
      <p>Gruppenarbeit, der Austausch in der Gruppe,
Mockup entwickeln, die kompetente
Unterstützung bei Problemen und Fragen seitens der
Dozentin
Praktische Arbeit, Anwenden von Gelerntem,
Diskussionsrunden
Die Interaktivität: Man wird zum mitmachen und
mitdenken angeregt
der Praxisbezug, der Spaßfaktor und die
Kreativität
Abwechslung in der Didaktik, Selbständigkeit fürs
Leben, das Thema an sich
Mischung von Theorie und Praxis sehr gut
aktive Mitarbeit (LTP)
die Gruppenarbeit
praktische Herangehensweise
dass es abwechslungsreich gestaltet und teilweise
auch Zukunftsthemen berücksichtig worden sind
Ich habe folgende Verbesserungsvorschläge für
diese Lehrveranstaltung:
• Etwas zu viel Aufwand für LTP (Plakaterstellung,
Themeneinarbeitung), dafür dass dies nicht in die
Benotung einfließt
• Ich habe keine Kritik, gelungene Veranstaltung
• etwas weniger umfangreiche Übungen (Plakate,</p>
      <p>LTP, Prototypen etc.) wären wünschenswert
• Das Fach sollte mehr Credit Points erhalten, da
der Aufwand sehr hoch ist.
Abbildung 9: Mindmap zur Planung der
Lehrveranstaltung
• Die Lernziele/Struktur für die Klausur ist nicht
ganz klar geworden und der praktische Teil könnte
zugunsten des theoretischen gekürzt werden oder
umgekehrt, da beides Spaß macht, aber etwas zu
viel ist.
• zu viel Gruppenarbeit: keine Chance
Einzelleistung zu erbringen, außer Klausur, Schade
• etwas schwierig z.T. 3 verschiedene Dinge
Themen (Übung/Plakat/Vorlesung) zu bearbeiten
• Zeit ist nicht ausreichend für die Bearbeitung der</p>
      <p>Plakate
• Ich fand die neue Unterrichtsform des LTP
interessant und praktisch. Jedoch bin ich ständig mit
den Terminen durcheinander gekommen
(gerade/ungerade Woche, Plakate machen, Prototyp
erstellen). Ich fand es super, dass wir 3
unterschiedliche Unterrichtsinhalte erarbeitet haben,
fand es aber auch verwirrend.
• Termine (wer wann Übung hat) besser und
übersichtlicher kommunizieren
• klarere Koordination der Termine (welche Gruppe
hat wann die Übung, wenn sich mal was
terminlich verschiebt)
• Termine und Moodle waren etwas chaotisch.
Insgesamt ist die Veranstaltungsform sehr gut
angekommen ist. Hauptkritikpunkt war der hohe Aufwand,
der sich in der Benotung oder Gewichtung des Fachs
widerspiegeln sollte. Außerdem wünschen sich die
Studierenden eine bessere Übersicht über die
verschiedenen Termine. Der häufige Wechsel hat bei etlichen
für Verwirrung gesorgt. Bei der erneuten Verwendung
der LTP-Methode, ist daher noch mehr auf die
Vermittlung der Methode selbst und die sorgfältige
Koordination der verschiedenen Formate und Termine zu
achten.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Zusammenfassung und Fazit</title>
      <p>Angewandt wurde das LTP bisher in Veranstaltungen
mit maximal 40 Studierenden. Eine Teilnehmeranzahl
von 30-35 war dabei ideal. Über das Semester haben
die Studierenden alle zwei Wochen ein Poster erstellt
und jedes Team hat einmal die Moderation eines
Plenums übernommen.</p>
      <p>Bei einer größeren Teilnehmeranzahl müssten mehr
Übungseinheiten für die Poster-Erstellung eingeräumt
werden und ein 14-tägiger Wechsel von LTP-Modus
und Vorlesung mit normaler Übung wäre nicht mehr
möglich. Auch das Plenum müsste angepasst werden,
da eine Diskussionsrunde im Stuhlkreis ab einer
bestimmten Teilnehmeranzahl nicht mehr sinnvoll ist.</p>
      <p>Mit dem 14-tägigen Wechsel der
Veranstaltungsform gewinnt der Dozent außerdem die Möglichkeit
abzuwägen, welche Inhalte selbst erarbeitet und
welche Themen eher frontal erklärt werden. Durch diese
Flexibilität eignet sich die Methode sicherlich auch für
den Einsatz in etablierten Vorlesungsreihen wie z. B.
Software-Engineering oder Datenbanken.</p>
      <p>Die Umstellung auf LTP ist für die Dozenten
weniger aufwendig als andere IC-Methoden. Im Gegensatz
zum LTC, ist die eingesetzte Präsenzzeit ähnlich der
einer klassischen Vorlesung. Es ist außerdem kein
Vorlauf, wie bei einer IC-Methode mit Video nötig. Die
bisherige Erfahrung zeigt, dass ein ähnlicher
Stoffumfang wie bei der klassischen Vorlesung realisiert
werden kann.</p>
      <p>Generell lässt sich sagen, dass das Format sehr
erfrischend ist. Die Studierenden bringen neue Aspekte
und aktuelle Inhalte ein, was die Veranstaltung auch
bei Wiederholung nicht langweilig werden lässt. Ein
Pluspunkt des LTP ist die größere Wertschätzung der
Studierenden. Sie können sich mit genau den
Inhalten auseinandersetzen, die Ihnen bisher fehlen und
müssen keine Zeit auf bereits Bekanntes verwenden.
In der Diskussion wiederum können Sie mit ihrem
Expertenwissen sichtbar werden. Das ist für alle sehr
bereichernd, insbesondere wenn Erfahrungen aus
erlebter Praxis eingebracht werden.</p>
      <p>Hauptumstellung für die Autorin, war der Wechsel
der Rolle als Dozentin von vortragender Expertin zu
Diskussionsteilnehmerin. Es war sehr ungewohnt, sich
bei der Gestaltung der Lehreinheit zurückzunehmen
und auf die Diskussion zu vertrauen. Es ist jedoch ein
Gewinn für alle.</p>
    </sec>
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      <title>Literatur</title>
    </sec>
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