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        <article-title>Die historische Entwicklung der Grundwasserstände im Berliner Zentrum</article-title>
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          <string-name>Matthias Schroeder</string-name>
          <email>matthias.schroeder@senuvk.berlin.de</email>
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          <string-name>Elisa Bautz</string-name>
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          <string-name>Ulrike Hörmann</string-name>
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          <string-name>Annette Kolberg und Alexander Limberg</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Berlin, Abteilung Integrativer Umweltschutz</institution>
        </aff>
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      <pub-date>
        <year>2017</year>
      </pub-date>
      <fpage>229</fpage>
      <lpage>240</lpage>
      <abstract>
        <p>The location of the Berlin's inner city area in the glacial valley named Warschau-Berliner Urstromtal caused a natural groundwater level of only a few meters below the ground surface. The knowledge about the current and highest expected groundwater level is therefore important for Berlin's water management and also for the construction sector. As a result, a network of groundwater monitoring stations was started in the center of Berlin. Thus, time series with a long history were archived for several monitoring wells from Berlin's inner city area. These time series allow a historical review of the groundwater fluctuations and also the economic development of the city of Berlin for the last 150 years. Using a newly developed web application, which illustrates the historical groundwater level fluctuations on an interpolated geostatistical surface, these developments can be presented impressively.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>schwankungen auf einer interpolierten geostatistischen Oberfläche darstellt, können diese
Entwicklungen eindrucksvoll präsentiert werden.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>1 Einleitung</title>
      <p>Um die historischen Schwankungen des Grundwasserstandes der Stadt Berlin
anschaulich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können, wurde eine
dynamische Webanwendung realisiert. In dieser Webanwendung wird über den Faktor
Zeit eine wichtige Funktion zur Darstellung der historischen Entwicklung hinzugefügt.
Ein Interpolationsalgorithmus sorgt für eine dynamische Berechnung von jahresweise
gemittelten Messwerten der Grundwasserstände im Berliner Zentrum und zeigt somit
erstmals - neben einer Ganglinie -auch eine animierte flächenhafte Darstellung der
Grundwasserstandsschwankungen über die Zeit. Der Beitrag skizziert zunächst die
allgemeine Grundwassersituation von Berlin (Kap. 2), woraus die Idee für diese
Webanwendung abgleitet wurde (Kap.3). In Kapitel 4 werden die Anforderungen an
eine derartige Anwendung formuliert. Das Kapitel 5 stellt die Umsetzungsschritte dar,
wie durch den Einsatz verschiedener standardisierter Webdienste [OGC Standards]
beispielsweise dem Web Mapping Service (WMS) und dem Web Feature Service
(WFS) in Kombination mit verschiedenen JavaScript Bibliotheken wie OpenLayers,
eine interaktive und animierte Darstellung der jahresweisen Schwankungen entsteht.
Das abschließende Kapitel 6 stellt die zukünftigen Weiterentwicklungen und
Verbesserungen in Aussicht.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2 Die Grundwassersituation in Berlin</title>
      <p>Das Berliner Stadtgebiet wurde morphologisch und geologisch durch die
WeichselKaltzeit geprägt (Abbildung 1).</p>
      <p>Insbesondere der Berliner Innenstadtbereich im tief gelegenen Warschau-Berliner
Urstromtal mit dem Nebental der Panke bedingt einen natürlichen Grundwasserstand
von nur wenigen Metern unter der Geländeoberfläche. Das Wissen um den aktuellen
und höchsten zu erwartenden Grundwasserstand ist daher für die Berliner
Wasserwirtschaft und ebenso für das Bauwesen seit jeher von Bedeutung. Aufgrund
dessen wurde im Jahre 1869 mit der Errichtung eines Messnetzes mit 27
Grundwassermessstellen im Zentrum Berlins begonnen.</p>
      <p>Abbildung 1: Geologische Skizze von Berlin.</p>
      <p>Dieses Messnetz wurde in den folgenden Jahrzehnten stetig über das gesamte
Berliner Stadtgebiet erweitert, sodass heute über ein operables Messnetz mit mehr als
1.000 Grundwassermessstellen verfügt werden kann. Für einen Teil dieser
Messstellen aus dem Berliner Innenstadtbereich kann dementsprechend auf eine
nahezu komplett vorliegende Zeitreihe seit dem Jahr 1870 zurückgeblickt werden. An
diesen historischen Messreihen lassen sich die verschiedenen städtebaulichen
Entwicklungen der Stadt Berlin für die letzten knapp 150 Jahre ablesen. Die Zeiten
prosperierender Wirtschaft und den damit einsetzenden größeren Bautätigkeiten
spiegeln sich in zum Teil deutlichen Grundwasserabsenkungen durch
Grundwasserhaltungsmaßnahmen wider [Limberg et al. 2010].</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>3 Konzeptionelle Idee einer Webanwendung</title>
      <p>Die Arbeitsgruppe der Landesgeologie in der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz betreut neben den Fachbereichen der Geologie und
Geothermie auch die Hydrogeologie und das Grundwassermanagement. Zu diesen
Fachthemen werden laufend diverse Daten erhoben, analysiert, verwaltet und zu
verschiedenen Fachauskünften weiterverarbeitet und veröffentlicht. Bezogen auf den
Bereich des Grundwassers sind das vor allem Kartendarstellungen, die über das
Geoportal Berlin [Geoportal Berlin] zumeist als standardkonforme Webdienste
231
bereitgestellt werden. Verschiedene Aspekte des Grundwassermanagements können
dort abgefragt werden wie z.B. die Grundwassergleichenkarte für das aktuelle Jahr,
die Grundwassertemperaturen für verschiedene Tiefen und der zu erwartende höchste
Grundwasserstand (zeHGW). Der tagesaktuelle Grundwasserstand [Tagesaktueller
Grundwasserstand, FIS Broker] inklusive der Ganglinien wird für 38 ausgewählte
Messstellen veröffentlicht (Abbildung 2).</p>
      <p>Abbildung 2: Grundwasserstandsganglinie für eine Messstelle; abgerufen im Geoportal Berlin am
15.06.2017.</p>
      <p>Die tagesaktuellen Grundwasserstände sind für ausgewählte Stationen einzeln und
nacheinander abrufbar. Nichtsdestotrotz bergen die Zeitreihen der einzelnen
Grundwassermess-stellen noch wesentlich mehr an Darstellungs- und
Auswertemöglichkeiten. Die Messreihen eignen sich in hervorragender Weise für eine
animierte Darstellung der Grundwasserstands-schwankungen über die Komponente
Zeit. Allerdings sind die Möglichkeiten der dynamischen Darstellung von Punktdaten,
welche die Grundwassermessstellen von ihrer Geometrie her sind, sehr begrenzt.
Einen Gesamtüberblick der Datenlage, der dem Nutzer idealerweise neue
Zusammenhänge erschließen kann, kann so nur schwerlich gelingen. Insofern ist recht
schnell die Idee einer Interpolation der Messwerte hin zu einer flächenhaften
Visualisierung entwickelt worden.</p>
      <p>Ziel der flächenhaften Darstellung ist es, die langjährigen Messdaten in einer
dynamisch animierten Webanwendung bereitzustellen. Verbunden mit dem
weiterführenden Ziel, dadurch die Öffentlichkeit zu informieren und somit für ein
besseres Verständnis der Tätigkeiten der Arbeitsgruppe Landesgeologie zu werben.
Derartige Veröffentlichungen entsprechen der E-Government-Strategie des Landes
Berlin [BEGS 2015], welche im Jahr 2016 ebenfalls in einem E-Government-Gesetz
[Berliner E-Government Gesetz 2016] verabschiedet wurde. Weiterhin ist diese Art der
Aufbereitung der Daten auch für die eigenen Mitarbeiter der Verwaltung interessant,
die sie für weiterführende Analysen nutzen können.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>4 Anforderungen und Ausgangslage</title>
      <p>
        Basierend auf diesen Vorüberlegungen konnten zügig die elementaren Anforderungen
ermittelt werden. Es sollte eine Webanwendung entwickelt werden, die geeignet ist, in
die bestehenden Webseiten der Arbeitsgruppe Landesgeologie integriert zu werden.
Die punktuellen Messungen sollten durch eine geostatistische Oberfläche über den
Faktor Zeit animierbar sein, um so die historische Entwicklung des
Grundwasserstandes in Berlin zu veranschaulichen. Das Ganze sollte möglichst über
standardisierte Webdienste erfolgen, um den Interoperabilitätsanforderungen zu
genügen. Dafür bot sich beispielsweise der OGC konforme Web Map Service Time
(WMS-T) an, der es erlaubt, Zeitreihen zu verarbeiten [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">OGC Best Practice 2014</xref>
        ].
Weiterhin sollte nur Free and Open Source Software (FOSS) eingesetzt werden und
die grafische Nutzeroberfläche so gestaltet werden, dass verschiedene Displaygrößen
verwendet werden können [Schroeder et al. 2015].
      </p>
      <p>Damit war das Thema für eine Abschlussarbeit geeignet, die Absolventen des
beruflichen Weiterbildungsanbieters GIS-Akademie angeboten wurde [GIS Akademie
2017]. Die ehemaligen Absolventen Jhosnella Sayago, Madeleine Rauh und Frank
Schönian konnten für die Entwicklung eines Prototyps der Webanwendung gewonnen
werden. Aufgrund des zeitlich streng limitierten Rahmens der Abschlussarbeit wurde
schnell deutlich, dass die Verarbeitung von annähernd eintausend Messstellen nicht
möglich sein würde. Somit wurde eine Begrenzung der Datenlage auf die historischen
Messzeitreihen aus dem Berliner Innenstadtbereich festgelegt. Hierbei handelt es sich
um einen Datensatz von 32 der ältesten Grundwassermessstellen des Berliner
Messnetzes, die bis heute nahezu ununterbrochen in Betrieb sind.</p>
      <p>Der betrachtete Messzeitraum dieser 32 Messstellen umfasst eine Spanne von 1870
bis zum Ende des Jahres 2016. Die Messwerte wurden mit den dazugehörigen
Koordinaten für die Stationen, dem Wert für die Geländeoberkante (GOK), den
Bezeichnungen der Stationen und den gemessenen Grundwasserständen aus der
zentralen Datenbank in ein Textformat exportiert. Bei der Prüfung der Zeitreihen fielen
kleinere und größere Lücken in den Messintervallen auf, an denen Messungen
historisch bedingt - ausgefallen waren. Ebenso ließen sich unterschiedliche
Messzeiten feststellen, wie auch verschiedene Intervalle der Messungen. Da schnell
klar wurde, dass stunden- oder tageweise Werte nicht adäquat über den langen
Zeitraum darstellbar sein würden, wurde aufgrund der oben genannten
Unregelmäßigkeiten beschlossen, Mittelwerte für die einzelnen Jahre der Messungen
zu bilden. Die gemittelten 170.000 Werte für 32 Stationen wurden daraufhin in eine
Tabelle zusammengefasst und in eine extra aufgesetzte Datenbank integriert
[PostgreSQL].</p>
      <p>Abbildung 3: Ansicht der Webanwendung mit Karte, Zeitschieberegler und interaktiver Ganglinie.
Auf der linken Seite der Kartenansicht kann der Nutzer zwischen zwei
Interpolationsarten wählen. Zum einen kann der Grundwasserstand in Metern über
Normalhöhennull (NHN) und zum anderen der Grundwasserflurabstand in Metern
unter der Geländeoberfläche visualisiert werden. Die Anwahl dieses Radio-Buttons
bewirkt die Ansicht einer der beiden Interpolationen und ändert den entsprechenden
Inhalt in der Legende. Wird eine Station im Kartenbild mit dem Mauszeiger direkt
angewählt, erscheint ein Popup Fenster mit einer Zusammenfassung der Werte und
gleichzeitig wird eine Diagrammsicht für diese Messstelle unterhalb des Kartenbildes
geöffnet. Diese Gangliniendarstellung enthält eine gewisse Dynamik, die sich darin
zeigt, dass beim Überfahren der Ganglinie mit dem Mauszeiger die jeweiligen exakten
Jahresmittelwerte in einem Tooltip-Fenster ausgegeben werden. Die eigentliche
Animation des Zeitverlaufes kann unterhalb des Kartenbildes durch einen Zeitstrahl
mit Start/Stopp Automatik angestoßen werden. Der Nutzer hat hier die Möglichkeiten,
schrittweise durch die einzelnen Jahre zu klicken oder eine animierte Darstellung der
Interpolationsergebnisse über den gesamten Zeitraum zu starten.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>5.1 Architektur der Anwendung</title>
        <p>Für die Entwicklung der Web-Anwendung wurde auf Free and Open Source Software
(FOSS) zurückgegriffen, die in einer klassischen Client-Server-Architektur aus drei
Schichten implementiert wurde. In Abbildung 4 sind diese drei Schichten grob in der
Schachtelstruktur der Abbildung erkennbar. Beginnend mit der Datenhaltungsschicht
(data-server tier) im unteren Bereich der Abbildung, werden die Daten in der
Logikschicht (application-server tier), bestehend aus Web- und Map-Server, zu OGC
konformen Webdiensten verarbeitet [Müller et al. 2006]. Die Webdienste werden
anschließend in der Präsentationsschicht (client tier) durch die Einbettung in das
JavaScript Framework Openlayers dem Nutzer im Webbrowser präsentiert
[OpenLayers]. Dabei werden ergänzend die Möglichkeiten der dynamischen Abfrage
und Anzeige der Daten durch spezielle JavaScript Bibliotheken genutzt.</p>
        <p>Abbildung 4: Geschachtelte Darstellung der Architektur der Webanwendung angelehnt an
Client</p>
        <p>Server-Architektur.</p>
        <p>Die JavaScript Bibliothek jQuery ermöglicht die Einbettung des Zeitschiebereglers
unterhalb des Kartenbildes, mit welchem der Nutzer jahresweise die Interpolationen
anzeigen kann [jQuery]. Die Bibliotheken d3 und c3 wurden für die dynamische
Anzeige der Abfrageergebnisse im Browser eingesetzt [D3; C3]. Alle Bibliotheken
236
zusammen dienen der Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit derartiger
Webanwendungen. Zu guter Letzt wurden die Client-seitigen Komponenten durch die
Nutzung der JavaScript Bibliothek Bootstrap ins Responsive Webdesign (RWD)
überführt [Bootstrap]. Die Anwendung des Responsive Designs stellt sicher, dass eine
optimale Anzeige der Inhalte bei unterschiedlichen Displaygrößen gewährleistet ist.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>5.2 Die Barnes Surface Interpolation</title>
        <p>Um die punktuellen Messungen der Grundwasserstände ansprechend über die Zeit
animieren zu können, wurde entschieden, die Messwerte jahresweise zu
geostatistischen Oberflächen zu interpolieren. Der in der Mapserver-Software
Geoserver implementierte Algorithmus nach Barnes [Boundless Suite] erschien
passend und konnte für die Interpolation genutzt werden. Über die Geoserver Funktion
Rendering Transformation [Geoserver] werden die in Geoserver geladenen Punkte
geostatistisch zu einer Oberfläche (Surface) interpoliert. Hierzu muss die
WPSErweiterung im Geoserver installiert sein, da diese Erweiterung die nötigen
Geoprozessierungsroutinen mitbringt. Der Web Processing Service (WPS) muss
jedoch nicht zwangsweise für die Verwendung der Barnes Surface Interpolation
aktiviert sein. Die Prozessierung der Daten selbst wird durch eine
Styled-LayerDescriptor Datei (SLD) gesteuert, wobei im ersten Teil der Datei die Parameter für die
Interpolation übergeben werden und im zweiten Teil die Rastersymbolizer zur
klassifizierten Darstellung des Ergebnisses festgelegt werden.</p>
        <p>Programmatisch wird bei der Interpolation zunächst ein reguläres Gitter von Zellen
erzeugt, welche die interpolierten Werte der nächstgelegenen Punkte enthalten.
Mathematisch werden dabei Gausssche exponentiell abfallende Funktionen für jeden
Beobachtungspunkt verwendet. Über die SLD-Datei können Wiederholungen der
Routine definiert werden, die auf Basis des ersten erzeugten Gitters das
Interpolationsergebnis verfeinern. Es werden für die Webanwendung zwei
Interpolationen aus den Daten errechnet. Die erste zeigt den Grundwasserstand in
Metern über Normalhöhennull (NHN). Diese Angabe ist besonders wichtig für
Bautätigkeiten und wird daher oft von Ingenieurbüros verwendet. Die zweite
Interpolation stellt den Grundwasserflurabstand in Metern unter der
Geländeoberfläche dar und gibt somit an, in welcher Tiefe das Grundwasser unter der
Oberfläche anzutreffen ist. Diese Angabe ist kognitiv einfacher zu erfassen und
entspricht dem Verständnis der interessierten Öffentlichkeit. Daher wird diese
Interpoaltion in einer farblich abgegrenzten Klassifizierung für die Tiefe dargestellt, die
es dem Nutzer intuitiv erlaubt die Werte abzulesen. Für den Grundwasserstand über
Normalhöhennull wurde ein übergangsloser Farbverlauf gewählt, da sich bei einer
animierten Darstellung die Tiefenänderungen hier effektvoller zeigen und es bei diesen
Werten nicht auf die Kenntnis der genauen Werte ankommt. Zwischen beiden
Interpolationsergebnissen kann über den Radio Button auf der linken Seite der
Kartenansicht gewechselt werden. Mit jedem Aufruf der jahresweisen Interpolation
wird die Berechnung von neuem durchgeführt. Dieser Umstand macht es leicht, Daten
später zu ergänzen, zu ändern oder um neue Jahreswerte zu erweitern. Damit die
Performance bei den einzelnen On-Demand Berechnungen stabil bleibt, wurden einige
Maßnahmen getroffen wie beispielsweise der Zugriff auf ein Materialized View der
verwendeten Datenbank. Weiterhin wurden die Interpolationsergebnisse mit den
Stationen aus Punktlayern überlagert. Dazu wurde ein WMS eingerichtet, der die
Messstationen in der Karte anzeigt und zusätzlich wurde darüberhinaus noch ein WFS
implementiert, der die WMS Daten transparent überlagert. Letzeres ist eine
Maßnahme, um mit einem Mausklick Informationen zu den Messstationen abrufen zu
können. Technisch handelt es sich dabei einfach um eine GetFeatureInfo Prozedur.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>6 Ausblick</title>
      <p>Die beschriebene Webanwendung stellt eine sehr anschauliche Darstellung der
Entwicklung der historischen Berliner Grundwasserstände bereit. Erstmalig kann
mittels einer geostatistischen Oberfläche in Verbindung mit interaktiven Ganglinien,
ein Gesamtbild der Grundwasserstände Berlins über einen langen Zeitraum vorgestellt
werden. Die Webanwendung ist daher im besonderen Maße für eine Veröffentlichung
auf den Webseiten der Arbeitsgruppe Landesgeologie der Berliner Senatsverwaltung
für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz geeignet. Eine zügige Integration in das
Webangebot des Berliner Senats steigert das Informationsangebot für die
Öffentlichkeit um eine wirkungsvolle Komponente.</p>
      <p>Diese prototypische Webanwendung bietet mit den langen Zeitreihen einen
einzigartigen Blick in die Historie der Berliner Grundwasserstände. Vorstellbar ist aber
auch, den weit größeren Datenbestand von nahezu 1.000 betriebenen
Grundwassermessstellen in die Interpolation miteinzubeziehen. Eine derartige Lösung
238
würde nicht den historischen Rückblick erlauben, wie es derzeit der Fall ist. Jedoch
ließe sich damit die jüngere Vergangenheit der Grundwasserstandschwankungen
genauer untersuchen und möglicherweise könnten Grundwasserstände für Gebiete
ohne Messstellen vorhergesagt bzw. mit bestehenden Modellen verglichen werden.
Einige explizit technische Anpassungen sind ebenfalls denkbar. Beispielsweise wäre
es sinnvoll die redundante Datenhaltung, wie es derzeit mit der Auslagerung der Daten
in eine PostgreSQL/Postgis Lösung realisiert wurde, zu vermeiden. Weiterhin wäre
eine andere Art der Darstellung des Interpolationsergebnisses z.B. als Shaded Relief
vorstellbar, oder die Schaffung einer Download-Möglichkeit der Datensätze für
einzelne Messstellen.
7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Literatur</title>
      <p>Geoportal Berlin, FIS</p>
      <p>31.05.2017).</p>
      <p>GIS Akademie, Hamburg:</p>
      <p>(aufgerufen am 31.05.2017).</p>
      <p>Berliner E-Government-Strategie (BEGS, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Version 3.4
vom 25. August 2015):
https://www.berlin.de/sen/inneres/moderne-verwaltung/egovernment/strategie/begs-272282.php , (aufgerufen am 31.05.2017).</p>
      <p>Bootstrap JavaScript Bibliothek: http://getbootstrap.com/, (aufgerufen am 31.05.2017).
Boundless Suite 4.10: http://suite.opengeo.org/docs/latest/cartography/rt/barnes.html,
(aufgerufen am 31.05.2017).</p>
      <p>Broker: http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp, (aufgerufen am
http://www.gis-akademie.de/ &amp;
http://www.gis-trainer.de/ ,
Geoserver (Open Source Geospatial Foundation):
http://docs.geoserver.org/stable/en/user/styling/sld/extensions/rendering-transform.html,
(aufgerufen am 31.05.2017).</p>
      <p>Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin 72. Jahrgang, Nr. 14, 9. Juni 2016, 282, Berliner
EGovernment-Gesetz., 30. Mai 2016:
http://gesetze.berlin.de/jportal/?quelle=jlink&amp;query=EGovG+BE&amp;psml=bsbeprod.psml&amp;ma
x=true, (aufgerufen am 31.05.2017).</p>
      <p>Limberg A., Hörmann, U. &amp; Verleger, H. (2010): Modellentwicklung zur Berechnung des
höchsten Grundwasserstandes im Land Berlin, Brandenburgische Geowissenschaftliche
Beiträge 17, 1/2, S. 23-37.</p>
      <p>Müller M., Vorogushyn S., Maier P., Thieken A. H., Petrow T., Kron A., Büchele B., Wächter J.
(2006): CEDIM Risk Explorer - a map server solution in the project Risk Map Germany;
Natural Hazards and Earth System Sciences (NHESS), Special Issue 6 “Methods for risk
assessment and mapping in Germany”, 711-720.</p>
    </sec>
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