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    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Monitoring im Feld am Beispiel Gewässerinstandhaltung und Biotopkartierung</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hans-Martin Krausmann</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>ARC-GREENLAB GmbH</string-name>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>krausmann.martin@arc-greenlab.de</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2017</year>
      </pub-date>
      <fpage>120</fpage>
      <lpage>137</lpage>
      <abstract>
        <p>In this document, two different and innovative approaches are presented which support the acquisition and processing of environmental data both in field applications as well as in further processing in a central office. The developed system for biotope mapping is provided and maintained as a clientserver application. The developed system fetures a multi tier architecture with clear differentiation bewteen data persistence, business logic and the user interface. Central data storage avoids inconsistencies and redundancies in the database. By directly integrating a server-based GIS component for the visualization of the biotope objects in a map view, an overview is provided for surrounding biotopes and geospatial data. The presented monitoring solution was based on the requirement for data collection, visualization, further data processing and analysis as well as reporting of management data of water and soil associations in the area of water maintenance. In this process, data collected by a vehicle in the field is visualized in real-time. The combination of hardware - a data logger and a tablet device - and software - for mobile capture and display, as well as downstream processing and GIS analysis - can also be used to control the management of mobile objects in various operating modes.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>saubere Trennung zwischen den Schichten der Datenhaltung, der Geschäftslogik und
der Benutzerschnittstelle gelegt. Die zentrale Datenhaltung vermeidet die Entstehung
von Inkonsistenzen und Redundanzen im Datenbestand. Durch die direkte Integration
einer serverbasierten GIS-Komponente zur Visualisierung der Biotopobjekte in einer
Kartenansicht ist der Überblick auf umgebende Biotope, Geobasisdaten und
Geofachdaten gewährleistet.</p>
      <p>Ausgangssituation der vorgestellten Monitoringlösung ist die Anforderung zur
Datenerfassung, Visualisierung und einer weiteren Datenverarbeitung und -analyse
sowie die Datenausgabe von Bewirtschaftungsdaten von Wasser- und
Bodenverbänden im Bereich der Gewässerinstandhaltung. Dabei werden mobil im
Feld von einem Fahrzeug erfasste Daten in Echtzeit visualisiert. Auch das Controlling
von ortsveränderlichen Objekten in verschiedenen Betriebszuständen wird durch die
Kombination aus Hardware - einem Datenlogger und einem Tablet-Device - und
Software - für die mobile Erfassung und Darstellung sowie die nachgeordnete
Prozessierung und GIS-Analyse - ermöglicht.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>1 Ausgangssituation und Motivation</title>
      <p>In diesem Abschnitt werden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und die zu
erreichenden Ziele aus Sicht der verschiedenen Auftraggeber für das Monitoring von
Daten im Bereich der Gewässerinstandhaltung und bei der Verwaltung von
Biotopdaten beschrieben.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>1.1 Gewässerinstandhaltung mit gl-move Mobile</title>
        <p>Die Instandhaltung von Gewässern ist ohne technische Unterstützung im Feldeinsatz
nur schwer denkbar. Im Rahmen des Vortrags und dieser Zusammenfassung liegt der
Schwerpunkt allerdings nicht auf den Maschinen, die für diese Arbeiten benötigt
werden. Vielmehr wird ein softwaregestütztes Erfassungs- und Auswertungssystem
vorgestellt, mit dessen Hilfe die Prozesse sowohl im Feld als auch bei der weiteren
Datenverarbeitung aus Datenausgabe unterstützt werden.</p>
        <p>
          Abbildung 1: Schlepper zur Gewässerpflege beim Wasser- und Bodenverband Dosse Jäglitz
„Wann? – Wie weit? – Wie lange? – Wie oft? - mit gl-move werden Prozesse überall
dort transparent, wo ein Controlling des Einsatzes von ortsveränderlichen Objekten in
verschiedenen Betriebszuständen notwendig ist. Die Zustandsdokumentation erfolgt
automatisch bei der Durchführung von Arbeiten als digitaler, verorteter Datensatz.
Das ermöglicht eine zeitnahe und flexible Auswertung nach unterschiedlichen
Parametern und unterstützt so die Optimierung vom Betriebsabläufen. Das
Gesamtsystem besteht aus einem Datensammler, der GPS-Positionen gemeinsam mit
Betriebsparametern speichert und einer Software, die eine kartenbasierte Auswertung
innerhalb des geographischen Informationssystems ArcGIS ermöglicht.
gl-move integriert die von einem im Fahrzeug eingebauten Datenlogger
aufgezeichneten Informationen für eine weitere Verarbeitung in der ArcGIS®
Umgebung. Werkzeuge für die Filterung und Auswertung der Daten werden über das
GIS bereitgestellt. Der Transport der Daten in das zentrale Auswertesystem kann
sowohl manuell per Speicherkarte als auch über eine Fernübertragung, erfolgen.
gl-move unterstützt den Anwender beim Import der Daten vom Datenlogger ins GIS
mit Datenprüfungen zur Qualitätssicherung der Daten. Das Programm kann durch den
Anwender für unterschiedliche Einsatzfälle über Parameter über eine Steuerdatei
konfiguriert werden. Die erzeugten Daten können nach dem Import im GIS mit
Standardlegenden oder nach individuellen Vorgaben visualisiert werden.
Der Kernbereich von gl-move ist die Auswertung der Daten und das Reporting.
Verschiedene Filter erlauben es, Daten gezielt anzusprechen und für Auswertungen
und statistische Darstellungen vorzubereiten. So können Berichte z. B. über Zeit, Ort,
Stecken oder Betriebszustände erzeugt werden.
Auswertungsergebnisse werden über Excel- Exporte für die Weiterverarbeitung
verfügbar gemacht. Weitergehende Auswertungen mit Standardfunktionen von
ArcGIS sind jederzeit möglich.“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">gl-move: Überblicksdarstellung 2017</xref>
          ]
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>1.2 Biotopkartierung bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt</title>
        <p>
          Die DBU Naturerbe GmbH als Unternehmen innerhalb der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt hat im Spannungsfeld der Themen Umwelt- und Naturschutz und der
Erhaltung und Renaturierung vielfältige Aufgaben zu realisieren: „Die gemeinnützige
Naturerbe-Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), wird 70 großräumige
Liegenschaften – rund 69.000 Hektar in zehn Bundesländern – langfristig für den
Naturschutz sichern. Diese Naturerbeflächen, bei denen es sich überwiegend um
ehemalige Militärübungsplätze handelt, werden der DBU Naturerbe GmbH dazu in den
nächsten Jahren nach und nach übergeben. […] Die Hauptziele der DBU Naturerbe
GmbH sind die Förderung und der Erhalt des heimischen Reichtums an Tier- und
Pflanzenarten in unterschiedlichen Lebensräumen. Zudem möchte sie ein
nachhaltiges Naturbewusstsein in der Bevölkerung fördern. [DBU Naturerbe: 69.000
Hektar für den Naturschutz 2017]
Als zentrales Werkzeug zur Verwaltung der mit diesen Aufgaben
zusammenhängenden Prozessen setzt die DBU Naturerbe GmbH dabei das folgende
System ein:
„NaMIs ist das zentrale Datenmanagement- und Auskunftssystem der DBU Naturerbe
GmbH, zur Erfassung und Analyse der Ergebnisse der Biotopkartierung mit einer
prozessorientierten Plattform für das Flächenmanagement und einer
WebGISKomponente. Es dient dazu die Koordination des naturschutzfachlichen und
betrieblichen Managements auf allen DBU Naturerbeflächen zu unterstützen.“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">NaMIs:
Über NaMIs 2017</xref>
          ]
Abbildung 2: Zugang NAMIS der DBU für Mitarbeiter
        </p>
        <p>Abbildung 3: Module und Aufgaben im System NaMIs
Monitoring: Das Monitoring der verwalteten Flächen ist eine künftige Aufgabe und aktuell im
Aufbau begriffen. Da die Erfassung der relevanten Flächendaten aktuell durchgeführt wird,
kann das flächendeckende Monitoring erst als Folgeprozess dieser Erfassung eingeführt
werden.
Liegenschaftsverwaltung: In diesem Bereich werden Flurstücke und
Eigentumsinformationen verwaltet, die die von der DBU Naturerbe GmbH verwalteten Flächen
betreffen.</p>
        <p>Biotopverwaltung: Das Kernstück der im Vortrag vorgestellten Lösung stellt die
Biotopverwaltung dar. Diese besteht zum einen aus einer Oracle-basierten Datenbank, in der
flächendeckend die verwalteten Naturerbeflächen und die darauf befindlichen Biotope und
Lebensformen erfasst sind. Der andere Teil besteht aus einer integrierten GIS-Komponente,
welche die räumlichen Biotopinformationen und kartenzentrierte Funktionen bereitstellt.
Waldmanagement: Ausgehend von einer durchgeführten Bestandserfassung im Rahmen
einer Forsteinrichtung werden in diesem Modul die waldbezogenen Biotopinformationen
ermittelt. Aus einer darauf fußenden Defizitanalyse werden in NaMIs gezielte Maßnahmen
abgeleitet, durch deren Durchführung die Mängel vermindert oder abgestellt werden können.
Offenland: Die Aufgaben, die mittels NaMIs in diesem Bereich durchgeführt werden,
entsprechen denen im vorhergehenden Modul.</p>
        <p>Gewässermanagement: Im Bereich des Gewässermanagements werden schwerpunktmäßig
räumliche und fachliche Informationen zu Vernässungsprojekten verarbeitet.
Besucherlenkung: In diesem Baustein des Informationssystems ist die Erfassung und Pflege
von Besucherwegen, die Verwaltung von Schilderaufstellorten und vor allem eine direkte
Einbindung externer Dienstleister (bspw. in Naturschutzstationen) nach Schulung und
Einweisung in die Systemnutzung enthalten.</p>
        <p>Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Durch einen speziellen Web-Kartenclient (FlexClient) mit
Konfiguration und Einbindung in andere Webseiten können in diesem Modul erweiterte
Flächeninformationen für eine breitere Öffentlichkeit realisiert werden. Weiterhin unterstützt
NaMIs die Erstellung von Karten für Publikationen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2 Technische Grundlagen</title>
      <p>In diesem Abschnitt werden die wesentlichen technischen Grundlagen und
Rahmenbedingungen der vorgestellten Systeme skizziert.</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>2.1 Gewässerinstandhaltung</title>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>2.1.1 Softwarekomponenten</title>
        <p>Als Software kommt im Feldeinsatz bei gl-move Mobile eine native Android-Applikation
zum Einsatz. Diese basiert auf Java und nutzt als Datenbasis für die Darstellung der
Geobasisdaten ein kachelbasiertes Format (TilePackage), die aktuellen Felddaten
werden in einer XML-Datenstruktur persistiert. Für die weitere Analyse der Geodaten
wird ArcGIS Desktop von Esri genutzt, dort werden die Daten in einer
FileGeodatabase gehalten. Die Ausgabe von Auswertungsergebnissen kann auch direkt
in eine Exceltabelle erfolgen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>2.1.2 Hardwarekomponenten</title>
        <p>Im Feldeinsatz werden die Positionsdaten von einem GPS-Logger erfasst. Die
Übertragung auf ein handelsübliches Android-Tablet erfolgt dann via Bluetooth-Modul.
Die Betriebsdaten des eingesetzten Fahrzeugs (Zündungsstatus, Hydraulikstatus,
eingesetztes Arbeitsgerät) werden im GPS-Logger über eine kabelgebundene
Schnittstelle empfangen. Auf dem Werkhof können dann die Daten aus den
Fahrzeugen über einen WLAN-Router auf einen zentralen Server gesichert werden
und stehen dann in der Geodatenbank zur Verfügung.</p>
        <p>Abbildung 4: GPS-Datenlogger und Bluetooth-Datenübertragungsmodul</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-4">
        <title>2.2 DBU Biotopkataster</title>
      </sec>
      <sec id="sec-3-5">
        <title>2.2.1 Softwarekomponenten</title>
        <p>Die gesamte Datenaufbereitung und Bereitstellung der Geodaten ist mittels ArcGIS
Desktop und ArcGIS Server von Esri realisiert. Die Bereitstellung der webbasierten
Kartenanwendung erfolgt mittels WebOffice von Synergis. Die Datenhaltung der
Biotopdaten ist in einer Oracle-DB organisiert. Die Client-Server-Anwendung ist im
Frontend auf Basis von HTML5, JavaScript und CSS unter Nutzung des Bootstrap
Frameworks entwickelt worden. Die Geschäftslogik ist im Microsoft .NET Framework
implementiert.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-6">
        <title>2.2.2 Hardwarekomponenten</title>
        <p>Die gesamte Anwendung wird über virtualisierte Server im Rechenzentrum des
Business-Cloud-Anbieters Hostway bereitgestellt. Der Anbieter ist nach ISO 27001 auf
der Basis von IT Grundschutz zertifiziert.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>3 Umsetzung in der Praxis</title>
      <p>In diesem Abschnitt werden anhand von Beispielen aus der Einsatzpraxis und
typischen Arbeitsabläufen die wesentlichen Merkmale für die Nutzer der NaMIs
Biotopkartierung und von gl-move Mobile dargestellt.</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>3.1 Praktische Unterstützung bei der Gewässerinstandhaltung</title>
        <p>Bei der Erfassung und Auswertung der Gewässerbewirtschaftungsdaten sind vor allem
die folgenden Aspekte von zentraler Bedeutung für die Anwender:
Im Auftrag des Landes zur Gewässerinstandhaltung für Gewässer ab der 2. Ordnung
ist im vorgestellten Praxisfall der Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz tätig und
nimmt dabei die folgenden Aufgaben im Außeneinsatz wahr:
• die Mahd von Gewässerrandbereichen und der Gewässersohle
• die Entschlammung der Gewässersohle
• allgemeine Entfernung von Bewuchs an Gräben und Gewässerbauwerken
• das Mulchen und das Schreddern zur Bodenpflege im Gewässerbereich
• Dabei sind die verwalteten Gewässer- und Grabennetze sehr umfangreich und
beinhalten ca. 2000 Kilometer im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In der
Vergangenheit erfolgte das Monitoring der geleisteten Arbeiten dabei durch
manuelle Buntstift-Eintragungen auf großen ausgeplotteten Übersichtskarten.
Die Nachweispflicht geleisteter Tätigkeiten gegenüber dem Auftraggeber und
die Dokumentationspflicht gegenüber Anrainern (welche die
Gewässerinstandhaltung Beiträge finanzieren) bilden einen wesentlichen Teil
der Anforderungen an ein Monitoring.
• Ein weiterer praktischer Aspekt ist die Planung der Mitarbeiter (wobei vor allem
die Identifikation unbearbeiteter Flächen von Interesse ist). Auch das interne
Controlling für durchgeführte Arbeitsarten, die kumulierte Dauer von Tätigkeiten
und erfasste Fahrzeugbewegungen ist in der Praxis von hoher Wichtigkeit.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>3.1.1 Feldeinsatz und Datenfluss</title>
        <p>Im Feldeinsatz werden die Positions- und Zeitdaten sowie die Betriebszustände der
Fahrzeuge vom GPS-Logger erfasst. Via Bluetooth werden diese Daten an das
Android-Tablet übertragen. Dort werden alle einlaufenden Daten lokal gespeichert und
in der Karte dargestellt:</p>
        <p>Abbildung 5: Darstellung der aktuellen Position und Betriebszustand
Als Vorbereitung für den Außendienst werden außerdem in regelmäßigen Abständen
Geobasisdaten erzeugt und auf den Tablets gesichert. Beim Aufenthalt auf dem
Betriebshof werden die lokal erfassten Daten via WLAN auf den Server übertragen.</p>
        <p>Abbildung 6: Datenkonfiguration in der App</p>
        <p>128
Weiterhin werden die Bearbeitungsdaten aller im Einsatz befindlichen Fahrzeuge
regelmäßig aus der zentralen Geodatenbasis für die Fahrzeuge bereitgestellt und von
diesem auf dem Werkhof abgefragt.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>3.1.2 Zentrale Datenanalyse und Auswertung</title>
        <p>In der Zentrale werden dann die erfassten Daten aus den Datenloggern in einer
Importroutine eingelesen. Dabei stehen dem Fachanwender umfangreiche Funktionen
zur Konfiguration der Daten zur Verfügung. Die gesamte zentrale Datenbearbeitung
ist als Erweiterung für ArcGIS Desktop realisiert.</p>
        <p>Abbildung 7: GPS-Datenimport und Fahrzeugkonfiguration
Die Daten werden dann in einen zentralen Geodatenbestand importiert und können in
der Karte visualisiert werden:</p>
        <p>Abbildung 8: Datendarstellung in der Karte und Korrektur von Routen</p>
        <p>129
In der Erweiterung werden die erfassten Rohdaten den einzelnen Grabensegmenten
per Geoprocessing mit variablen Puffertoleranzen zugeordnet und es werden
linienförmige Geoobjekte erzeugt. Zudem können nachträglich Fehler in den Daten
korrigiert werden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-4">
        <title>3.2 Praxisbeispiel Biotopkartierung</title>
        <p>Innerhalb des Systems NaMIs bildet die Biotopkartierung einen Kernbereich, der von
verschiedenen Nutzergruppen in Anspruch genommen wird. Die Möglichkeiten der
differenzierten Rechtevergabe für verschiedene Nutzergruppen war ein wesentlicher
Anforderungsbaustein der DBU Naturerbe als Auftraggeber. Dies war eine
Voraussetzung für die einfache Einbindung Dritter, die beispielsweise im Auftrag der
DBU Naturerbe Biotopdaten erheben und pflege oder Daten zum Wegenetz auf den
Biotopflächen bereitstellen und pflegen.</p>
        <p>Ein besonderer Vorteil des verwendeten Datenmodells ist die Möglichkeit,
Auswertungen über verschiedene Bundesländer hinweg für Flora- und Fauna-Habitate
(FFH-Gebiete) und die dort anzutreffenden Lebensraumtypen (LRT) durchzuführen.
Dies liegt daran, dass alle Daten, die spezifisch für einzelne Bundesländer erfasst
werden über Referenztabellen angepasst sind und die grundsätzliche
Datenbankstruktur für alle Bundesländer identisch gehalten ist. Im folgenden werden
beispielhaft typische Arbeitsabläufe bei der Biotopkartierung und deren Abbildung in
der Softwarelösung gezeigt.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-5">
        <title>3.2.1 Selektion von Biotopen</title>
        <p>Die Filterung von Biotopen ist in der Anwendung über eine komfortabel und dynamisch
anpassbare Selektion realisiert. Dabei kann der Anwender alle vorhandenen Attribute
für die Filterung auswählen und nach Auswahl eines Filterkriteriums aus den im
Datenbestand tatsächlich vorhandenen Werten eine weitere Auswahl treffen:</p>
        <p>Abbildung 9: Attributfilterung in der Biotopkartierung
Diese Filterung bildet den Einstieg in die Fachdatenbank für die gezielte weitere
Auswertung der Biotopdaten. Die so erstellten Filterparameter können auch
nutzerspezifisch gespeichert werden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-6">
        <title>3.2.2 Erfassung und Bearbeitung von Biotopen</title>
        <p>Für die Erfassung und Bearbeitung von Biotopdatensätzen steht eine dynamisch
angepasste Oberfläche zur Verfügung. Dabei werden alle Daten, die spezifisch für
einzelne Bundesländer angepasst sind, in der Oberfläche nach Bedarf zur Verfügung
gestellt. Dies erfolgt intern über die Auswertung von Referenztabellen, in denen die
Spezifika definiert sind.</p>
        <p>Abbildung 10: Beispiel für Biotop-Sachdatenmaske
Besonders deutlich werden die Vorteile des Systems bei der Erfassung von Daten zu
FFH-LRTs: Die Benutzerschnittstelle basiert an dieser Stelle vollständig dynamisch
auf den Daten, die zum ausgewählten Lebensraumtypen gehören:</p>
        <p>Abbildung 11: Dynamischer Erfassungsmaske für FFH-Lebensraumtypen
Der Hauptvorteil besteht an dieser Stelle darin, dass der Erfasser nur die Daten zur
Bearbeitung angeboten bekommt, die an dieser Stelle relevant sind. Mögliche
Fehleingaben werden somit vermieden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-7">
        <title>3.2.3 GIS-Integration</title>
        <p>Die Einbindung der Biotopkartierung und der zugehörigen Geodaten ist innerhalb der
Anwendung über eine Schnittstelle zu ArcGIS Server und der serverbasierten
Webkartenumgebung WebOffice realisiert:</p>
        <p>Abbildung 12: Geodatenintegration in der Biotopkartierung
Ein direkter Selektionsaustausch ist über eine entsprechende Funktion „Datenauswahl
an die Karte senden“ implementiert:</p>
        <p>Abbildung 13: Selektionsübernahme in der Kartendarstellung
In der Webkarte kann der Nutzer den vollen Funktionsumfang der
Standardsoftwarekomponenten nutzen. So stehen unter anderem umfangreiche
Druckausgaben, Geoprocessing und Konstruktionswerkzeuge für die
Datenbearbeitung wie auch die Nutzerverwaltung für den Zugriff auf die Daten zur
Verfügung. Die Karte kann bei Bedarf in einem eigenen Fenster geöffnet werden, was
vor allem bei Arbeitsplätzen mit mehreren Bildschirmen sinnvoll sein kann.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-8">
        <title>3.2.4 Datenmigration</title>
        <p>Die Migration der Daten erfolgte für die verschiedenen im System integrierten
Bundesländer (Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen,
SachsenAnhalt) nach unterschiedlichen Verfahren. Je nach Ausgangslage existierten analoge
oder digitale Ausgangsdaten, für die eine Übernahme erforderlich und gewünscht
waren. Die Migration erfolgte nach Bedarf scriptbasiert oder durch Erstellung eines
kompletten Migrationsmodells wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dort sollen im
weiteren Verlauf die Biotopdaten auch in einem wiederkehrenden Prozess periodisch
aktualisiert werden bzw. aus einem weiterhin bestehenden Biotopprogramm
übernommen werden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-9">
        <title>3.2.5 Auswertungen zu Biotopen</title>
        <p>Zu den im System vorhandenen Biotopen ist eine Vielzahl an vordefinierten Berichten
enthalten, die standardmäßig ausgegeben werden müssen. Diese können in
verschiedenen Formaten (Word, Excel, PDF) ausgegeben werden.</p>
        <p>Abbildung 14: Überblick zu verfügbaren Berichten
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Berichte dynamisch zu erstellen. Dabei kann der
Benutzer aus allen in der Datenbank vorhandenen Attributen die für einen spezifischen
Bericht relevanten Daten auswählen:</p>
        <p>Abbildung 15: Nutzerspezifischer Bericht mit ausgewählten Attributen</p>
        <p>135
Nach Auswahl von definierten Datentyen und Attributgruppen können die so
definierten nutzerspezifischen Berichte auch gespeichert und anderen Anwendern zur
Verfügung gestellt werden.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>4 Fazit und Ausblick</title>
      <p>
        In beiden vorgestellten Anwendungen konnten praxiserprobte Lösungen für die
Anforderungen der verschiedenen Auftraggeber entwickelt werden. Das
Anforderungsmanagement spielte eine wesentliche Rolle für die korrekte und
möglichst vollständige Erfassung aller expliziten und impliziten Erwartungen an die
abzubildenden Aufgabenstellungen. „Deficient requirements are the single biggest
cause of software project failure.[…] In other words, getting requirements right might
be the single most important and difficult part of a software project. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">HOFMANN,
LEHNER (2001</xref>
        ), S. 58]
Durch die Nutzung handelsüblicher Hardware für die Darstellung des aktuellen
Fahrzeugstatus konnten im Fall des Fahrzeugflottenmonitorings die Kosten deutlich
gesenkt werden. Die Verwendung eines XML-basierten lokalen Datenhaltungsformats
für die aktuellen Fahrzeugdaten sorgt dafür, dass die App ohne weitere Lizenzkosten
der Esri-Basissoftware zur Verfügung gestellt werden kann.
      </p>
      <p>Kernfaktoren für den Erfolg des Biotopkatasters waren zum einen die enge Intergation
der serverbasierten GIS-Kartenanwendung, zum anderen die umfangreichen
dynamischen Anpassungsmöglichkeiten an bundeslandspezifische Anforderungen
und nutzerspezifische Datensichten bei Selektion, Bearbeitung und Auswertung der
verwalteten Biotopdaten.</p>
      <p>Künftig werden für das Fahrzeugflottenmonitoring die Verwendung neuer
vektorbasierter Datenformate für die Geobasiadatennutzung und die Anpassung an
geänderte Hardwareanforderungen im Fokus der Weiterentwicklung stehen.
Im Rahmen der Biotopkartierung werden durch ARC-GREENLAB aktuell die
Apassungen an weitere Bundesländer implementiert und das Monitoring der aktuell
erfassten Biotopdaten wird um Datenmanagementprozesse für die laufende
Verwaltung erweitert werden.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Hofmann</surname>
          </string-name>
          , Hubert F.;
          <string-name>
            <surname>Lehner</surname>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Franz</surname>
          </string-name>
          (
          <year>2001</year>
          ).
          <article-title>Requirements Engineering as a Success Factor in Software Projects</article-title>
          .
          <source>In: IEEE SOFTWARE July/August 2001</source>
        </mixed-citation>
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          <source>DBU Naturerbe: 69.000 Hektar für den (aufgerufen am 12.05</source>
          .
          <year>2017</year>
          )
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          <string-name>
            <surname>NaMIs: Über</surname>
            <given-names>NaMIs</given-names>
          </string-name>
          <year>2017</year>
          . http://namis.dbu.de/#
          <source>(aufgerufen am 12.05</source>
          .
          <year>2017</year>
          )
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      </ref>
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          <source>gl-move: Überblicksdarstellung. (abgerufen am 12.05</source>
          .
          <year>2017</year>
          )
        </mixed-citation>
      </ref>
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