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      <title-group>
        <article-title>Gendergerechtes Forschungsdesign für Digitale Medien</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Dorothea Erharter</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>ZIMD Zentrum für Interaktion, Medien &amp; soziale Diversität Wien</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>29</fpage>
      <lpage>36</lpage>
      <abstract>
        <p>-The use of digital media is one of the core themes of gender-relevant technological research. The development of innovative media is always research at the interface with humans. However, although the skills of the target groups may not be more different in media usage, there are often blind spots in media development, and the requirements of the target groups are not consistently well met. Based on best practice projects, the authors explain how the inclusion of gender in research design can close such gaps and make better use of potentials.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>I. EINLEITUNG</title>
      <p>
        Die Implementierung von Gender in Organisationen gilt als
Gradmesser für Innovationsfähigkeit [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ]. Vielfach ist aus
diesem Grund die Berücksichtigung von Gender in
technologischen Forschungsprojekten bereits eine Anforderung
und ein wichtiges Kriterium der Forschungsförderung,
beispielsweise in allen Basisprogrammen der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft.
      </p>
      <p>
        Als gender-relevant gilt jegliche Forschung an der
Schnittstelle zum Menschen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ]. Mediennutzung ist damit das
Kerngebiet genderrelevanter Projekte im IKT-Sektor und in
allen technologischen Bereichen. Während im
biomedizinischen Sektor die Physis des Menschen im Zentrum
steht und damit biologische Unterschiede eine wichtige Rolle
spielen können, sind diese in der Mediennutzung
vernachlässigbar. Ein auf geschlechtsspezifische Unterschiede
fokussierendes Forschungsdesign birgt daher die Gefahr in
sich, Geschlechterstereotype zu verstärken. Um das zu
vermeiden ist der Fokus auf Gender, also das soziokulturelle
Geschlecht zu legen. Mit diesem Artikel werden auf Basis des
Forschungsstands und der Erfahrungen der Autorin in
informationstechnologischen Forschungsprojekten die
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>II. THEMATISCHE EINGRENZUNG In welchen Projekten sollen Gender-Aspekte berücksichtigt werden, und was kann es dort bringen? Diese Frage ist zunächst für alle Projekte zu stellen.</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>A. Gender-Relevanz</title>
        <p>
          Der Begriff der Gender-Relevanz wurde 2006 von Bührer
&amp; Schraudner eingeführt. Als genderrelevant gelten
Forschungen und Produktentwicklungen prinzipiell an der
Schnittstelle zum Menschen, wobei hier sowohl körperliche als
auch soziokulturelle und Nutzungszusammenhänge
berücksichtigt werden sollen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
          ]. Für digitale Medien bedeutet
das, dass alle Projekte gender-relevant sind, die
Nutzungsschnittstellen haben. Nicht gender-relevant wären zum
Beispiel Untersuchungen, mit welchen Protokollen Daten
einfacher oder schneller übertragen werden können, oder
welche Materialien sich als Leitersysteme besser eignen.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>B. Innovationspotential</title>
        <p>
          Dass die Berücksichtigung von Genderaspekten ein
technologisches Innovationspotenzial mit sich bringt, ist
mittlerweile gut belegt. Gemäß Bührer und Schraudner [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
          ]
können dadurch neue Zielgruppen und
Nutzungszusammenhänge für technologische Produkte
erschlossen werden. Laut Schiebinger können Gender-Aspekte
Impulse für die Entwicklung neuer Produkte und
Dienstleistungen liefern, die den Anforderungen komplexer
NutzerInnengruppen gerecht werden und damit das
menschliche Wohlbefinden einschließlich der Gleichstellung
der Geschlechter fördern. Damit werde insgesamt die globale
Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit gefördert [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ].
        </p>
        <p>Die Berücksichtigung von Gender-Aspekten in
Forschungsprojekten bringt nach Meinung der Autorin vor
allen Dingen eines: Die Öffnung der Projekte für
unterschiedliche Sichtweisen. Denn ein gelungen angewendeter
Gender-Fokus öffnet den Blick auch für weitere
DiversityDimensionen und insgesamt für die Lebensrealitäten
unterschiedlicher Menschen, ohne dabei die Kategorie
„Gender“ aus den Augen zu verlieren oder zu verwässern.
Damit schleicht sich durch den Gender-Fokus ein sehr
menschzentrierter Ansatz in die Forschung ein, der zugleich
auch Fremd- und Selbstzuschreibungen im Blick hat, und die
Konsequenzen, die sich daraus für das alltägliche Leben
ergeben. Vom reinen Human Centered Design unterscheidet
sich dieser Ansatz dadurch, dass die sehr wirkmächtige
Kategorie „Gender“ nie aus den Augen verloren wird.</p>
        <p>Dass allein dadurch Innovationen gefördert werden, zeigen
mittlerweile zahlreiche Forschungsprojekte. Zwei Beispiele
seien hier genannt: Im Projekt Con Bioenergy wurde nach
Befragungen, Beobachtungen in Haushalten und
Fehlersimulationen erkannt, dass es häufig Frauen sind, die im
Fehlerfall an Heizthermen agieren. Es wurde ein
SupportButton an den Geräten eingeführt und Smartphones, Internet
und Tablet-PC werden seither zur Störungsbehebung
verwendet. [4]. Es muss nicht extra betont werden, dass diese
Funktionen allen NutzerInnen zu Gute kommen.</p>
        <p>
          Im Projekt FEMroute sollte ein
FußgängerNavigationssystem für Frauen geschaffen werden. Aus dem
zunächst rein geschlechtsspezifischen Ansatz wurde ein
Projekt, das das Innovationspotenzial durch Genderfokus sehr
gut verdeutlicht. Ca. 20 gut ausgewählte Testpersonen (siehe I)
wurden entlang einer Testroute bei jeder Kreuzung gefragt, wo
sie weitergehen würden und warum. Aus den vielfältigen
Antworten entwickelte das Team Kategorien für Routen.
Neben den üblichen Wahlmöglichkeiten „schnell“ und
„attraktiv“ konnten weitere wesentliche Routenarten
identifiziert werden: „sicher“ und „komfortabel“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">5</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>III. FORSCHUNGSSTAND</title>
      <p>Im Gegensatz zu einem solch umfassenden Zugang wird –
auch in Forschungsprojekten – häufig implizit ein engerer
Zugang gewählt, in dem die eigenen Bedürfnisse und
Anforderungen auf andere projiziert werden.</p>
      <p>
        Für diesen Sachverhalt wurde der Begriff I-Methodology
von Corinna Bath [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">6</xref>
        ] im deutschen Sprachraum eingeführt:
Technologische Entwicklungen in Europa werden von relativ
homogenen Teams aus Männern mittleren Alters dominiert,
was dazu führt, dass vor allem die Bedürfnisse und
Anforderungen dieser Gruppe berücksichtigt werden und
andere KundInnengruppen vernachlässigt werden [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">7</xref>
        ]. Dies hat
ernste Konsequenzen:
      </p>
      <p>
        „It decreases the innovative power and inventiveness
because of missing opponent, ambiguous or even conflicting
viewpoints. It increases the pitfalls of „I-methodologies“ which
means that the producers‘ assumptions become more or less
consciously the leading benchmarks for technological
developments instead of real users‘ needs and demands.“ [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">8</xref>
        ]
      </p>
      <p>Mittlerweile gibt es zahlreiche Beispiele für
Forschungsund Medienprojekte, in denen es gelungen ist, durch einen
Gender-Fokus den Blick zu erweitern und damit auch
innovativere Ergebnisse zu erzielen.</p>
      <p>
        Das Projekt Discover Gender, dessen Federführung beim
Fraunhofer Institut für Innovationsforschung lag, war der erste
Beitrag, Gender in Forschungsprojekten systematisiert
aufzubereiten. Es wurde ein Leitfaden zur Berücksichtigung
von Gender-Aspekten in Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben entwickelt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">9</xref>
        ]. Der Leitfaden wurde
anhand einer Reihe von Fallbeispielen aus sehr
unterschiedlichen technologischen Richtungen überprüft und
für NaturwissenschaftlerInnen und TechnikerInnen
verständlich dargestellt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ]. Abweichend vom aktuellen Stand
der Gender-Forschung wurde in den Beispielen des Leitfadens
das Gender-Konzept allerdings auf eine „strikt binäre Logik
verengt“ [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">6</xref>
        ]. Bei einer geringeren Überlebenschance von
Frauen im Fall eines Herzinfarkts ist diese
biologischdualistische Sichtweise sinnvoll. Es soll gemäß Leitfaden aber
auch nach unterschiedlichen Nutzungszusammenhängen von
Frauen und Männern oder deren unterschiedlichen
Anforderungen an die Gestaltung gefragt werden, ohne dabei
auf Lebensrealitäten zu fokussieren. Damit läuft der Leitfaden
      </p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Gefahr „Geschlechterstereotype zu verstärken und die Vielfalt der sozialen Welt nur ungenügend zu adressieren.“ [10]. Die</title>
        <p>Gender-Studies setzen im Gegensatz dazu eine intersektionale
Überlagerung verschiedener Faktoren voraus und fordern
beispielsweise eine Berücksichtigung der Lebensrealitäten
entlang physischer und soziokultureller
Unterscheidungsmerkmale ein.</p>
        <p>Mittlerweile ist das von Londa Schiebinger geleitete, an der
University of Stanford initiierte, internationale Projekt
Gendered Innovations ist das Leuchtturmprojekt zum Thema
Gender in Forschungsvorhaben. Mehr als 60 ExpertInnen aus
ganz Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada erarbeiteten
von 2009 bis 2012 Materialien zur Integration von
GenderAspekten in verschiedene naturwissenschaftliche und
technische Disziplinen.</p>
        <p>
          Auf der Plattform http://genderedinnovations.stanford.edu
werden die in diesem Projekt erarbeiteten Methoden und
inhaltlichen Ergebnisse präsentiert und laufend ergänzt. Sie
bauen in grundlegenden Konzepten teilweise auf den
Ergebnissen von Discover Gender auf und stehen im Web zur
freien Nutzung zur Verfügung [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ]. Inzwischen wurde fast die
gesamte Plattform von der TU Wien unter der Leitung von B.
Ratzer ins Deutsche übertragen und steht unter
www.geschlecht-und-innovation.at zur Verfügung.
        </p>
        <p>Die große Qualität der beiden Projekte Gendered
Innovations und Discover Gender liegt in einer Sammlung von
Leitfragen zur Reflexion der Forschungskultur, von Standards
und Prämissen der jeweiligen Disziplin, zum Forschungsdesign
und zur sprachlichen und visuellen Repräsentation.</p>
        <p>
          Ein Vorgehensmodell, mit dem Gender- und
DiversityForschung für die Informatik nutzbar gemacht werden kann,
stellte die Hochschule Bremen mit GERD (Gender Extended
Research and Development) vor. Sie unterscheiden zwischen
Kernprozessen, die an ein Wasserfallmodell angelehnt sind,
und Reflexionsaspekten, die als Kontext in diese Kernprozesse
einfließen. Diese Reflexionsaspekte sind relativ allgemein
formuliert und erfordern nach Angaben der
ProjektmitarbeiterInnen für die Anwendung zunächst
KnowHow-Transfer [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref9">10</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>IV. ZUSCHREIBUNGEN Zuschreibungen begleiten – und erleichtern – das menschliche Leben, sie sind „normal“. Es geht also nicht</title>
      <p>
        darum, Zuschreibungen zu verhindern oder auszulöschen,
sondern darum, sie zu reflektieren und bewusst zu machen.
Denn unbewusste Zuschreibungen verstellen den Blick auf die
tatsächlichen Bedürfnisse und Anforderungen. Neben
Zuschreibungen, die auf I-Methodology [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">7</xref>
        ] beruhen, sind
Stereotypen und Vorurteile sowie Selbstzuschreibungen für
Forschungsprozesse relevant.
      </p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>A. Stereotype und Vorurteile</title>
        <p>Zuschreibungen über die Bedürfnisse und Anforderungen
anderer an Produkte entstehen zum einen auf Basis dieser
Projektionen, zum anderen durch stereotype Vorstellungen von
Gruppen, also so genannte Stereotypen undVorurteile.</p>
        <p>„Stereotypen dienen dazu, einen Gegenstand, eine Person
oder eine Gruppe zu charakterisieren. Ein Vorurteil ist ein</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Urteil, das ohne vorherige Erfahrung über etwas gefällt wurde.</title>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>Beide erfüllen für die Menschen die Funktion, Unsicherheit</title>
        <p>und Bedrohung psychisch abzuwehren. Sie dienen dazu, die</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-4">
        <title>Welt überschaubar zu machen, Komplexität zu reduzieren. Sie schaffen Sicherheit für das eigene Handeln.“ [11]</title>
        <p>Das Wort „Vorurteil“ ist üblicherweise negativ besetzt. Um
Vorurteile besprechbar zu machen, muss meist erst diese
negative Konnotation aufgelöst werden. Vorurteile haben
ursprünglich eine wichtige lebenspraktische Funktion und
funktionieren oft ohne unser aktives Zutun bzw. sind auch
kognitiv nur begrenzt zugänglich: Sie helfen, möglicherweise
gefährliche Situationen rasch einzuschätzen und
Entscheidungen zu treffen. Daher wäre es ein Defizit, wenn
jemand keine Vorurteile hätte. Allerdings: Die meisten
Situationen, in denen Menschen sich heute befinden, enthalten
keine potenzielle Gefahr, – und dann sind Vorurteile ein
Hindernis, weil sie eine differenzierte Betrachtung unmöglich
machen. Es ist also im Zuge der Entwicklung von
MedienProdukten von zentraler Bedeutung, dass das Team sich über
die eigenen Vorannahmen bewusst wird.</p>
        <p>Stereotypen sind Charaktarisierungen von Menschen
aufgrund eines Merkmals– z.B. Männer/Frauen, ältere
Menschen, Jugendliche, Arbeitende, Arbeitslose, Menschen
mit fremdem/nationalem Hintergrund, StädterInnen, Menschen
vom Land. Mit diesem Merkmal werden weitere Eigenschaften
verknüpft, die diesen Personen dann zugeschrieben, bzw. auf
die sie reduziert werden. Haben Menschen in der Realität
andere Eigenschaften als dem Stereotyp entspricht, werden
diese häufig abgewertet, beispielsweise als „unweiblich“ oder
„unmännlich“. Damit wird ein gesellschaftlicher Druck
aufgebaut, diesen Stereotypen zu entsprechen.</p>
        <p>Stereotypen und Vorurteile stimmen meistens nur sehr
bedingt. Sie schränken die Kommunikation auf das ein, was
erwartet wird, und werden damit zur selbsterfüllenden
Prophezeiung: Man nimmt nur das wahr, was man schon
gewusst hat.</p>
        <p>In der Entwicklung von digitalen Medien schränkt man
durch Stereotypen und Vorurteile häufig die Zielgruppen ein.
Jemand könnte zum Beispiel davon ausgehen, dass ältere
Menschen keine Computer nutzen und daher als Zielgruppe für
den Webshop ausgeschlossen werden können. Dann wäre es
auch nicht nötig, den Webshop so zu gestalten, dass er von
älteren Menschen verstanden und flüssig genutzt werden kann.
Wird der Webshop dann gestaltet, ohne ältere Menschen
einzubeziehen, wird er möglicherweise für diese Gruppe
wirklich schwerer zu verwenden sein, weil die Schrift vielleicht
zu klein ist, oder die Buttons schwer verständlich. Damit
werden ältere Menschen dann de facto als Zielgruppe
ausgeschlossen und die Zuschreibung bestätigt sich. Bedenkt
man, dass die Altersgruppe 50 Plus in Österreich 44 % der
Kaufkraft besitzt, kann man den enormen Schaden ermessen,
den solche Zuschreibungen auslösen. Und umgekehrt lässt sich
auch das Potenzial erkennen, das darin steckt, die eigenen
Stereotypen - die wie gesagt jede/r hat - zu reflektieren und
damit in der Lage zu sein, Zielgruppen adäquat anzusprechen.</p>
        <p>
          Im Projekt G-U-T haben wir Leitfragen entwickelt, anhand
derer eine produktspezifische Selbstreflexion durchgeführt
werden kann. Dabei geht es neben der Reflexion von
Stereotypen auch um die den Projekten zugrundeliegende
Zielsetzung, die Zielgruppen, deren Bedürfnisse und
Interessen, physiologische Unterschiede und
Nutzungsszenarien etc. [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11">12</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-5">
        <title>B. Selbstzuschreibungen und Technikhaltungen</title>
        <p>Es gibt aber auch Selbstzuschreibungen. Diese sind
ebenfalls durch Rollenerwartungen geprägt und beeinflussen
das Selbstbild und damit insbesondere auch die Haltungen
gegenüber Technik und digitalen Medien. Eine solche
Selbstzuschreibung könnte sein: „Das kann ich nicht, dafür bin
ich schon zu alt“ oder „Alles Technische macht bei uns der
Karli.“</p>
        <p>Selbstzuschreibungen und Technikhaltungen beeinflussen
sich gegenseitig, so dass „männlich“ konnotierte technische
Artefakte (Bohrmaschine) eher als „Technik“ eingestuft
werden als weiblich konnotierte technische Artefakte (Mixer).</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>V. GENDERGERECHTES FORSCHUNGSDESIGN</title>
      <p>Die Autorin hat in den letzten Jahren im ZIMD einige
Forschungsprojekte im Bereich digitaler Medien mit
GenderFokus im durchgeführt, die als Basis für diesen Artikel dienen.
In all diesen Projekten befindet sich gendergerechtes
Forschungsdesign immer im Spannungsfeld von
geschlechtsspezifischen Unterschieden und der Kritik daran.
Dies hat damit zu tun, dass es beim Versuch Gender zu
berücksichtigen, ja vordergründig um Unterschiede zwischen
Männern und Frauen geht. Und da Männlichkeit und
Weiblichkeit auf den ersten Blick biologisch bedingt scheinen,
wird zunächst von Forschungsteams fast immer auf biologische
Unterschiede fokussiert.</p>
      <p>
        Im Projekt G-U-T (http://g-u-t.zimd.at) haben wir durch
vergleichende Analyse überprüft, welche Gender-Aspekte und
Diversity-Dimensionen in der Praxis für das Design und
Development von Apps und Websites relevant sind, und eine
Guideline zu deren Berücksichtigung entwickelt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">13</xref>
        ]. Im
Projekt MOBISENIORA (www.mobiseniora.at) wurde die
Nutzung von Smartphones und Tablets durch Seniorinnen und
Senioren unter Berücksichtigung von Gender-Aspekten
untersucht und Leitfäden für App-Entwicklung,
Bildungsangebote sowie Verkaufsberatung und Support durch
Telekom-Anbieter entwickelt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">14</xref>
        ]. Im Projekt GEMPLAY
(www.gemplay.at) wurden gendergerechte Spielkonzepte für
Videogames zur Bewegungsförderung entwickelt.
durch biologische Unterschiede durch Doing Gender zustande
kommen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">17</xref>
        ].
      </p>
      <p>In GENSISYS (http://mc.fhstp.ac.at/projects/gensisys)
wurde ein Methodenset zur Evaluation von Gender und Diversity
Dimensionen für Ergonomie und Usability an Arbeitsplätzen
entwickelt. Im Folgenden werden die methodischen
Erkenntnisse zu gendergerechtem Forschungsdesign aus diesen
Forschungsprojekten zusammengefasst und mit Beispielen
belegt.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>A. Besonderheiten von Medien-Projekten</title>
        <p>
          Nur sehr wenige biologische Unterschiede wirken sich auf
die Nutzung digitaler Medien aus. Diese sind biologisch meist
nur mit-beeinflusst und häufig stärker durch Diversity-Faktoren
wie das Alter geprägt. Diversity-Faktoren können in
Medienprojekten eine große innovationstreibende Kraft
entwickeln [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14">15</xref>
          ].
        </p>
        <p>Im Gegensatz zu biomedizinischer Forschung spielen
biologische Unterschiede in den Medienprojekten und in den
Bereichen, in denen es um Nutzungsschnittstellen geht, fast
ausschließlich hinsichtlich Beeinträchtigungen und
Behinderungen eine Rolle, wie sie durch Accessibility
(Inclusive Design, Design for All) adressiert werden.</p>
        <p>
          Im Projekt G-U-T konnte das Team der Autorin
festestellen, dass biologische Unterschiede zwischen Frauen
und Männern für die Gestaltung von Websites und Apps keine
nennenswerte Rolle spielen. Im Projekt MOBISENIORA
wurde darüber hinaus bestätigt, dass selbst die Unterscheidung
zwischen Jung und Alt in biologischer Hinsicht auf einige
wenige mögliche Beeinträchtigungen hinausläuft, die –
zumindest in diesem Projekt – eine weitaus geringere Rolle
spielten als vom Team zuvor angenommen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">16</xref>
          ].
        </p>
        <p>In den genannten Projekten hat sich gezeigt, dass mit
wenigen Ausnahmen, in denen ergonomische Aspekte eine
Rolle spielen, in der Medien-Forschung und -Entwicklung über
den Bereich der Accessibility hinausgehende biologische
Unterschiede vernachlässigt werden können. Der Umfang der
Fragestellungen in Materialien zur Berücksichtigung von
Gender- und Diversity-Aspekten, wie den unter II.C genannten,
konnte für diesen Bereich daher deutlich verringert werden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>B. Doing Gender</title>
        <p>
          In der Geschlechterforschung gibt es den Begriff des Doing
Gender [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16">17</xref>
          ]. Damit ist gemeint, dass das soziale Geschlecht im
Wesentlichen erst durch das Tun zustande kommt. Verhalte ich
mich als Frau, werde ich als Frau wahrgenommen, verhalte ich
mich als Mann, werde ich als Mann wahrgenommen. Dies
inkludiert Kleidung, Aufmachung, aber auch Körperhaltung,
sowie Handlungen, Arbeitsteilung etc. Die Lebensrealitäten der
Menschen sind mehr oder weniger stark durch Doing Gender
geprägt, also durch den Vollzug dessen, was das jeweilige
Umfeld von Männern bzw. Frauen erwartet. Die
Lebensrealitäten können sich in vielfältiger Weise
unterscheiden, hier spielen auch andere Diversity-Faktoren
eine Rolle. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass
Unterschiede zwischen Männern und Frauen viel mehr als
        </p>
        <p>
          Beispielsweise wirkt es sich massiv auf Nutzungsszenarien
aus, ob jemand Betreuungspflichten hat, da diese Personen im
Laufe eines Tages deutlich mehr Wege zurück legen, stärker
abgelenkt sind, etc. Dass sie dadurch andere Anforderungen,
zum Beispiel an Navigationssysteme, haben können, ist nicht
an das biologische Geschlecht gekoppelt, es ist eine
GenderThematik [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">18</xref>
          ]. In der Medien-Forschung ist daher nicht nur
von Männern und Frauen auszugehen, sondern von Menschen
mit vielen verschiedenen Merkmalen und in vielen
verschiedenen Nutzungskontexten, da sonst die Gefahr der
Stereotypisierung besteht. Davon profitieren auch Männer, wie
Raewyn Connell gezeigt hat, die von verschiedenen
"Männlichkeiten" spricht [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">19</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-3">
        <title>C. Berücksichtigung der Lebensrealitäten</title>
        <p>Wie gezeigt wurde, betreffen für Medienprojekte relevante
Genderaspekte vor allem die unterschiedlichen
Lebensrealitäten und Einstellungen von Männern und Frauen.
Hier sind insbesondere die folgenden Bereiche relevant:
•
•</p>
        <p>
          Raum-zeitliche Rahmenbedingungen und Wege, die
wesentlich von den Lebensumständen und eventuellen
Betreuungspflichten geprägt sind [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">18</xref>
          ];
Werthaltungen und Einstellungen gegenüber Technik,
die wesentlich durch Sozialisationsprozesse geprägt
sind [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">16</xref>
          ];
• Technikerfahrung und Technikwissen, die wesentlich
durch die berufliche Biographie geprägt sind [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">16</xref>
          ].
        </p>
        <p>Um diese Einflussgrößen strukturiert zu erfassen, muss
offen gefragt und die Nähe zu den NutzerInnen gesucht
werden. Partizipative Methoden sind dafür unerlässlich.</p>
        <p>Egal, welche Methoden aus dem vielfältigen Vokabular des
Participatory Design gewählt werden: Die Fragestellungen
sollten die oben genannten Bereiche abdecken bzw. dafür offen
gehalten und in der Auswertung auf diesbezügliche</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-4">
        <title>Unterschiede geachtet werden.</title>
        <p>Im Projekt MOBISENIORA wurden beispielsweise mittels
semistrukturierter Interviews die Technikhaltungen und das
Nutzungsverhalten von SeniorInnen und ihre Erwartungen an
Smartphones/Tablets im Kontext ihrer Sozialisationsprozesse
betrachtet. Dabei konnten sehr vielfältige Aspekte einfließen.
In der Auswertung konnten einige genderspezifische, also
durch soziokulturelle Faktoren geprägte Unterschiede sichtbar
gemacht werden. Im Projekt GENSISYS kamen die
aufschlussreichsten und spannendsten Ergebnisse durch
qualitative Methoden wie Kontextanalyse,</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-5">
        <title>Arbeitsplatzbeschreibung und Tagebuch zustande, auch wenn</title>
        <p>sich darin kaum genderspezifische Unterschiede spiegelten.
Dennoch waren diese Ergebnisse durch die Berücksichtigung
von Gender-Faktoren getriggert.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-6">
        <title>D. Geschlechtsspezifische Unterschiede</title>
        <p>Zunächst: Wir unterscheiden geschlechtsspezifische und
genderspezifische Unterschiede. Unter geschlechtsspezifisch
verstehen wir Unterschiede auf biologischer Ebene (Sex).
Unter genderspezifisch verstehen wir Unterschiede, die durch
soziokulturelle Faktoren zustande kommen.</p>
        <p>
          Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden
jahrtausendelang missbraucht um Frauen von
gesellschaftspolitischer Beteiligung und Bildung
abzuschneiden. Auch heute gibt es noch Literatur, die auf Basis
angeblicher (evolutions)biologischer Unterschiede
soziokulturelle Verhaltensweisen zu legitimieren versucht [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">20</xref>
          ].
Eine kritische Auseinandersetzung damit ist daher wesentlich
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">21</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Tatsächlich sind geschlechtsspezifische Unterschiede meist
viel geringer als gemeinhin angenommen. Männer und Frauen
liegen in der Ausprägung der meisten Merkmale sehr nahe
beisammen. Die Unterschiede innerhalb eines Geschlechts sind
(beispielsweise bei der räumlichen Wahrnehmung) viel größer
als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Dennoch
wird die Verteilung der Geschlechterunterschiede häufig so
wahrgenommen, als gäbe es riesige Unterschiede zwischen den
Geschlechtern [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref21">22</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-7">
        <title>E. Quellenkritik</title>
        <p>
          Ein wichtiger Ausgangspunkt jeglicher Forschungsprojekte
ist die vorhandene Literatur. Eine Fülle von Studien scheinen
geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Frauen und
Männern zu belegen. Auf den ersten Blick erscheinen jedoch
häufig Unterschiede als biologisch, die in Wirklichkeit vor
allem auf Lernerfahrungen, also auf soziokulturellen
Unterschieden beruhen. Solche scheinbar biologischen
Unterschiede kommen häufig durch ein unsauberes
Forschungsdesign zustande, und bilden dann eher die
Zuschreibungen und Vorannahmen der Forschenden ab, als
real existierende Unterschiede [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">20</xref>
          ]. Es kann davon
ausgegangen werden, dass es sich bei den meisten
dokumentierten geschlechtsspezifischen Unterschieden vor
allem im Bereich der Evolutionsbiologie entweder um erlernte
Unterschiede handelt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass
Studien, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern
belegen, sehr viel häufiger zitiert werden, als Studien, die
belegen, dass es keine Unterschiede gibt [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref22">23</xref>
          ].
        </p>
        <p>Eine günstige Vorgangsweise um geschlechtsspezifische
Unterschiede in der Literatur einer kritischen Betrachtung zu
unterziehen, richtet sich zum einen auf die Studien selbst: Wie
wurden solche Studien gemacht? Sind sie prinzipiell in sich
sauber gemacht? Mit welcher Brille wurde das
Forschungsdesign gemacht? Welche Sprache wird verwendet?
Welche Vorannahmen spiegeln sich in den Ergebnissen? Zum
anderen in der Recherche kritischer Perzeption: Wie werden
die Quellen in der Literatur diskutiert? Was wird kritisiert und
von wem? Was wird zitiert, und von wem?</p>
        <p>
          Ein wichtiger Aspekt betrifft auch die Wiedergabe von
Forschungsergebnissen, die „Forschungs-Stille-Post“: Durch
verallgemeinernde und reduzierte Wiedergabe werden
Forschungsergebnisse verfälscht dargestellt, wie „Frauen haben
Schulterbeschwerden“ anstelle von „51 % der Frauen und 26 %
der Männer haben Schulterbeschwerden“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref23">24</xref>
          ].
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Im Projekt GENSISYS</title>
      <p>Nutzungsschnittstellen relevante
wurden</p>
      <p>Studien
zahlreiche
gesichtet,
für
die
geschlechtsspezifische Unterschiede reflektieren. Die meisten
Unterschiede waren entweder recht dünn belegt oder durch
soziokulturelle Faktoren zu erklären. Bewährt hat sich in
diesem Projekt, aus den in der Literatur gefundenen
Unterschieden Bereiche zu identifizieren, in denen es
prinzipiell größere Unterschiede geben kann, als bisher
vielleicht berücksichtigt, unabhängig davon, welche
Dimensionen (Alter, Geschlecht, Kultureller Hintergrund etc.)
zu diesen Unterschieden führen.</p>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>F. Hypothesenbildung</title>
        <p>Fokussiert das Forschungsdesign auf
geschlechtsspezifische Unterschiede, wird auf diese ein
Vergrößerungsglas gerichtet: Sie erscheinen größer als sie
tatsächlich sind. Damit reproduzieren sie Ungleichheiten, die
zusammengenommen zu gesellschaftlichen
Ungleichwertigkeiten führen können. Für Medien-Forschung
relevante Unterschiede können darüber hinaus sehr vielfältige
Ursachen haben.</p>
        <p>Für die Formulierung von Hypothesen in der
anwendungsorientierten technologischen Forschung bedeutet
das, den Fokus auf die Inhalte der festgestellten Unterschiede
zu richten und die Frage, wodurch diese Unterschiede
verursacht sind, erst in zweiter oder dritter Linie zu stellen.</p>
        <p>Im Projekt GENSISYS beispielsweise wurden
Hypothesen, die in der Einreichphase geschlechtsspezifisch
formuliert waren (A), von uns folgendermaßen zu
Forschungsfragen umformuliert (B):</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-2">
        <title>A. Räumliche Wahrnehmung: Durch größere</title>
      </sec>
      <sec id="sec-6-3">
        <title>Bildschirme kann die räumliche Wahrnehmung zugunsten der Frau im Vergleich zum Mann verbessert werden.</title>
      </sec>
      <sec id="sec-6-4">
        <title>B. Es gibt Studien, die zeigen, dass die räumliche</title>
      </sec>
      <sec id="sec-6-5">
        <title>Wahrnehmung von Frauen durch größere Bildschirme</title>
        <p>mehr verbessert werden kann als von Männern. Wie wirken
sich größere Bildschirme in der konkreten Situation aus?
Größere Bildschirme können für verschiedene Personen
Vor- und/oder Nachteile haben, aufgrund verschiedener
Faktoren, von denen einer das Geschlecht sein kann. Wichtig
ist, die Inhalte vom biologischen Geschlecht zu lösen. Die
Fragestellung wird dadurch auch offener für weitere Faktoren.
Eine entsprechende Hypothese könnte also sein:</p>
        <p>Durch größere Bildschirme kann die räumliche
Wahrnehmung bei verschiedenen Gruppen (Geschlecht,
Alter, kulturelles Umfeld, …) verbessert werden.</p>
        <p>In der Auswertung kann dann innerhalb der Personen mit
besserer, gleicher und ev. schlechterer räumlicher
Wahrnehmung bei größeren Bildschirmen wieder die
Kategorie Geschlecht betrachtet werden, wie auch die anderen
Kategorien, die betrachtet wurden. Siehe dazu auch H.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-6">
        <title>G. Formulierung qualitativer Fragestellungen</title>
        <p>An diesem Beispiel zeichnet sich darüber hinaus ein
weiteres Merkmal gendergerechter Forschung ab: die
Formulierung qualitativer Fragestellungen. Mit quantitativen
Fragestellungen kann überwiegend auf vordefinierte
Kategorien und Merkmale eingegangen werden, die per se
dazu angetan sind, Vorannahmen zu bestätigen. Qualitative
Fragestellungen sind zwar aufwändiger auszuwerten, aber
ergebnisoffener und daher prinzipiell besser geeignet für
gendergerechtes Forschungsdesign.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-7">
        <title>H. Gendergerecht Clustern</title>
        <p>Ein wesentliches Merkmal quantitativer Studien sind
Cluster, die gebildet werden, um Aussagen über bestimmte
Gruppen zu treffen. Angesichts der Gefahr der Verstärkung
von Stereotypen empfiehlt es sich, nicht entlang vorgegebener
Merkmale wie Geschlecht, Alter etc. zu clustern, sondern
ergebnisoffen entlang von Faktoren, die sich aus der Studie
selbst ergeben. Damit kann die Fortschreibung stereotyper
Zuschreibungen vermieden werden.</p>
        <p>
          Innerhalb dieser Cluster soll dann die
Geschlechterverteilung betrachtet werden. Dies ist zentral, da
ohne diesen Schritt die Kategorie „Gender“ aus dem Blick
geraten würde. Vorhandene Ungleichheiten würden dadurch
unsichtbar gemacht. Wolffram &amp; Winker haben beispielsweise
in einer Studie über technische StudienanfängerInnen zunächst
nach Technikhaltungen geclustert (z.B. „einseitig
technikzentrierte Haltung“, „distanzierte Technik- und
Computerhaltung“), und erst danach die
Geschlechterverteilungen innerhalb der fünf Gruppen
betrachtet. Mit einer solchen Vorgangsweise fällt es viel
leichter, der Falle vorschneller Zuschreibungen zu entgehen
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref24">25</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Ist dies nicht möglich, und müssen Cluster auf Basis vorher
festgelegter Merkmale gebildet werden, so empfiehlt es sich
Merkmale zu wählen, die weniger durch Stereotypen geprägt
sind. Die inneren Persönlichkeitsmerkmale: Geschlecht, Alter,
soziale Herkunft, Ethnie, geistige/körperliche
Fähigkeiten/Einschränkungen, sexuelle Orientierung [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref25">26</xref>
          ] und
zusätzlich auch Religion/Weltanschauung sind häufiger mit
Vorannahmen verknüpft und damit sind stereotype
Zuschreibungen (die es immer gibt) schwerer erkennbar.
        </p>
        <p>Im Projekt GEMPLAY wurde beispielsweise nach
„Spielertypen“ geclustert, innerhalb derer dann die
Geschlechter- und Altersverteilung betrachtet wurde.</p>
        <p>Eine gute Möglichkeit besteht darin, bereits in das Design
einer quantitativen Befragung mögliche Auswirkungen von
Lebensrealitäten einfließen zu lassen. So wurde im Projekt
GEMPLAY beispielsweise nach Zeitverwendung und
Freizeitverhalten gefragt. Dies kann allerdings qualitative
Befragungen nicht ersetzen.</p>
        <p>I.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-8">
        <title>Partizipative Methoden und Auswahl von Testpersonen</title>
        <p>Wie dargestellt, sind partizipative Methoden, die
NutzerInnen in den Forschungs- und Designprozess
einbeziehen, für gendergerechte Forschung unerlässlich.</p>
        <p>Zentral ist hier die Auswahl der Testpersonen. Mindestens
ebenso wichtig wie eine ausgewogene Zusammensetzung nach
biologischem Geschlecht ist die Berücksichtigung der drei
oben genannten Merkmale raumzeitliche Rahmenbedingungen,
Technikhaltungen sowie Technikaffinität und –erfahrung als</p>
        <p>Auswahlkriterien für Testpersonen bzw. als
Auswertungskriterien (z. B. viel/mittel/wenig
Technikerfahrung). Darüber hinaus kommt hier ebenfalls die
Diversity zum Zug. Es empfiehlt sich die (insbesondere
inneren) Persönlichkeitsmerkmale (vgl. IV.H) auf Relevanz für
das Projekt hin zu betrachten.</p>
        <p>Im Projekt MOBISENIORA wurden die Testpersonen z. B.
entlang einer Matrix ausgewählt, in der neben Geschlecht auch
Alter, Region und Nutzungserfahrung berücksichtigt war. Im
begleitenden Fragebogen zu den Usability-Tests wurden die
Testpersonen dann nach der wöchentlichen Gerätenutzung in
Stunden gefragt. In der Auswertung wurde der Median der
jeweiligen Gerätenutzung gebildet und daraus dann die
Gruppen gebildet (viel/wenig/keine Gerätenutzung), für die
nach Korrelationen zu anderen Ergebnissen gesucht wurde.</p>
        <p>
          Personas werden in der Softwareentwicklung genutzt, um
ein user-oriented Design zu gewährleisten. Sie sollen den
EntwicklerInnen helfen, ihr Produkt durch „die Maske der
UserInnen“ zu sehen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref26">27</xref>
          ]. Aus gendersensibler Sicht ist dieser
„Perspektivenwechsel“ besonders wichtig, da die meisten
Teams in der Softwareentwicklung hauptsächlich aus Männern
mittleren Alters bestehen. Es besteht die Gefahr, dass z.B. die
weiblichen und älteren UserInnen nicht beachtet werden [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref27">28</xref>
          ].
        </p>
        <p>Personas wären deshalb theoretisch sehr gut geeignet, um
ein gender- und diversitysensibles Design zu gewährleisten, da
sich die EntwicklerInnen dadurch in die UserInnen
hineinversetzen können. Das Problem dabei ist, dass Personas
immer eine gewisse Vereinfachung beinhalten müssen und
deshalb auch zu Stereotypisierung neigen. Die große
Herausforderung ist deshalb, die nötige Vereinfachung der
Komplexität und die Beschreibung der individuellen
Diversitätsfaktoren im richtigen Maß gegeneinander
abzuwägen [29/30].</p>
        <p>Personas stellen Entwicklungsteams also vor eine
schwierige Aufgabe: Zum einen sollen sie typische
NutzerInnen abbilden, müssen also „geclustert“ sein und bei
den einzelnen Merkmalen mittlere Werte darstellen. Zum
anderen widerspricht eine Clusterung der Zielgruppen ganz
prinzipiell der Forderung nach einer Berücksichtigung der
Interessen und Lebensrealitäten der einzelnen Zielpersonen, da
dabei immer Details verloren gehen müssen. Sie sollen also
typisch sein, aber trotzdem nicht stereotyp.</p>
        <p>Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von
Personas ist damit die oben beschriebene Selbstreflexion der
eigenen Zuschreibungen und stereotyper Vorstellungen über
Personengruppen. Auch Personas sollen die Lebensrealitäten
der Zielpersonen möglichst realistisch darstellen. Eine weitere
sinnvolle Vorgangsweise besteht darin, die Clusterungen nicht
entlang vorher festgelegter Merkmale vorzunehmen, sondern
anhand von Merkmalen, die sich aus der User Reseach
ergeben, in der Weise wie oben am Beispiel der Studie von
Wolffram beschrieben.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>VI. FAZIT</title>
      <p>Die Vorschläge der AutorInnen für ein gendergerechtes
Forschungsdesign im für digitale Medien betreffen
unterschiedliche Aspekte der quantitativen und qualitativen
Forschung:
• die qualitative Formulierung von Forschungsfragen und
Hypothesen in einer offenen, nicht
geschlechtsspezifischen Weise;
• die Blickrichtung auf raum-zeitliche
Rahmenbedingungen und Lebensrealitäten (z.B.
Betreuungspflichten); auf Selbstzuschreibungen, und
Technikhaltungen;
• die kritische Quellenbetrachtung, insbesondere von
geschlechtsspezifischen Ergebnissen außerhalb von
biologischer Forschung;
• eine genaue Sprache bei der Wiedergabe
geschlechtsspezifischer Forschungsergebnisse;
• für quantitative Studien eine stereotypenresistente</p>
      <p>Vorgehensweise zu Clusterung und Auswertung;
• für qualitative Studien die Ausschöpfung des Potenzials
partizipativer Forschungs- und Designmethoden;
• eine diversitätsbewusste Auswahl von Testpersonen;
• das explizite Beschreiben von nicht-vorhandenen</p>
      <p>Unterschieden, wenn keine gefunden wurden.</p>
      <p>Wichtig ist, diese Vorschläge zu gendergerechtem
Forschungsdesign in Medien-Projekten nicht als
Einzelmaßnahmen, sondern als Paket zu betrachten und
anzuwenden. Natürlich kann schon die Anwendung einer
einzelnen Maßnahme wichtig und sinnvoll sein, doch erst im
Paket können die Vorschläge ihre volle Innovationskraft
entfalten.
[4]
http://www.aeenow.at/cms/index.php?id=8&amp;L=1&amp;tx_ttnews[pointer]=15&amp;tx_ttnews[p
S]=1474236999&amp;tx_ttnews[tt_news]=116&amp;tx_ttnews[backPid]=7&amp;cHa
sh=077feda4d8, zuletzt abgerufen am 28.10.2017
in Forschung
Technik</p>
      <p>Zuletzt</p>
      <p>und
4/2007.
abgerufen</p>
    </sec>
  </body>
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