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      <title-group>
        <article-title>Crowd sourcing/sensing für die verbesserte Messung von subjektivem Sicherheitsempfinden im ÖP(N)V</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hannes Restel</string-name>
          <email>hannes.restel@fokus.fraunhofer.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Michael Jendreck</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Frank Fuchs-Kittowski</string-name>
          <email>frank.fuchs-kittowski@htw-berlin.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ulrich Meissen</string-name>
          <email>ulrich.meissen@htw-berlin.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff1">1</xref>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Mi- chael Klafft</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff2">2</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Fraunhofer FOKUS</institution>
          ,
          <addr-line>Kaiserin-Augusta-Allee 31, 10589 Berlin</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>HTW Berlin</institution>
          ,
          <addr-line>Wilhelminenhofstr. 75a, 12459 Berlin</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
        <aff id="aff2">
          <label>2</label>
          <institution>Jade Hochschule</institution>
          ,
          <addr-line>Friedrich-Paffrath-Str. 101, 26389 Wilhelmshaven</addr-line>
          ,
          <country country="DE">Germany</country>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2017</year>
      </pub-date>
      <fpage>21</fpage>
      <lpage>37</lpage>
      <abstract>
        <p>Securing safety in private and public spaces such as for public transport involves considerable costs. However, the effectiveness and benefits for safety are often disputed. The causality between the implementation of security measures and the occurrence of security-relevant events and perceived safety is not always obvious. A major contribution to improving this situation is to develop tools for assessing public safety awareness and the impact of security measures on this perception. So far, individual parameters - such as the perception of safety - have been recorded only ex-ante and ex-post in the form of (paper-based) questionnaires and interviews. The research hypothesis of our approach is that the quality of the measurements can be significantly improved by the use of in-situ real-time queries and the inclusion of situational (especially location-dependent) factors. The presented solution combines classical electronic questionnaires with crowd sourcing/sensing approaches into a situational capture tool for subjective perception of safety. In contrast to static questionnaires, the collection of information can be dynamic, active, individual, and situational according to the location of the test person and environmental parameters. The implementation of our approach takes place in various stages of development, starting from a simple location- and time-based solution for controlling questions to the subjects to the final completion of a comprehensive situation detection. It combines a serverbased backend with the mobile detection tool: an app installed on smartphones, to which various sensors can be connected.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>MESM</kwd>
        <kwd>Crowdsourcing</kwd>
        <kwd>Crowdsensing</kwd>
        <kwd>Situative Befragung</kwd>
        <kwd>Sicherheitsempfinden</kwd>
        <kwd>ÖP(N)V</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Die Herstellung von Sicherheit im privaten und öffentlichen Raum ist mit einem
Kostenaufwand verbunden, dessen Nutzen oft umstritten ist. Die Kausalität zwischen der
Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen und dem Auftreten von
sicherheitsrelevanten Ereignissen sowie empfundener Sicherheit ist nicht immer offenkundig. Ein
wesentlicher Beitrag zur Verbesserung dieser Situation ist es, Werkzeuge und Hilfsmittel
zu entwickeln, mit denen das Sicherheitsempfinden im öffentlichen
Personennahverkehr und die Wirkung von Sicherheitsmaßnahmen auf dieses Empfinden genauer
untersucht werden kann.</p>
      <p>Ausgangspunkt des hier vorgestellten Lösungsansatzes ist es, dass
Individualparameter - wie beispielsweise das Sicherheitsempfinden - bislang nur ex-ante und ex-post
in Form von (papiergebundenen) Fragebögen und Interviews erfasst werden können.
Ein Problem hierbei ist die fehlende Unmittelbarkeit: Die Situationsbewertung erfolgt
mit zum Teil erheblichem zeitlichen Verzug. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die
Erinnerung des Probanden möglicherweise nicht mehr mit der konkreten situativen
Wahrnehmung deckt. So können Wahrnehmungen zum Beispiel im Nachhinein durch
Diskussionen in den Medien oder mit anderen Betroffenen verzerrt werden, oder aber
die Befragten erinnern sich nur noch unvollständig an Details des jeweiligen Vorgangs.
Durch die kontinuierliche kognitive Verarbeitung des Erlebten rationalisieren die
Befragten zudem das Ereignis, womit die spontane, subjektive Beschreibung der
Wahrnehmung nicht mehr möglich ist. Die Forschungshypothese unseres Lösungsansatzes
ist, dass die Qualität der Messungen entscheidend durch den Einsatz von
in-situ-Echtzeit-Abfragen und den Einbezug von situativen (insbesondere ortsabhängigen)
Faktoren verbessert werden kann.</p>
      <p>
        In dieser Arbeit wird zunächst ein allgemeiner Ansatz für eine skalierbare Plattform
für situationsbezogene „Echtzeit“-Erfassungen von Individualparametern von
Probanden vorgestellt. Im Rahmen des Forschungsprojekts WiSima (Wirtschaftlichkeit von
Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Personenverkehr [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">20</xref>
        ]) wird dieser Ansatz dann
als ein Proof-of-Concept realisiert, womit die spezifische Forschungsfrage nach dem
subjektivem Sicherheitsempfingen untersucht wird. Der Ansatz verbindet klassische
elektronische Fragebögen mit Crowdsourcing- bzw. Crowdsensing-Ansätzen zu einem
situativen Erfassungswerkzeug für subjektives Sicherheitsempfinden. Im Gegensatz zu
statischen Fragebögen kann die Erfassung von Informationen dynamisch, aktiv,
individuell und situativ nach Aufenthaltsort des Probanden und Umgebungsparametern
erfolgen. So können beispielsweise Fragen an den Probanden über Geo-Fencing aktiv
ausgelöst werden, wenn er einen Bahnhofsbereich betritt oder verlässt, die Auslösung
bzw. der Frageinhalt kann zusätzlich nach Parametern wie Uhrzeit,
Umgebungsgeräusche und Personendichte eingestellt werden. Die Realisierung dieses Ansatzes erfolgt
in verschiedenen Ausbaustufen, ausgehend von einer einfachen orts- und zeitbasierten
Lösung zur Steuerung von Fragen an die Probanden bis hin zum Endausbau einer
umfassenden situativen Erfassung, welche als eine Plattform realisiert wird. Die Plattform
verbindet ein serverbasiertes Backend mit dem mobilen Erfassungsinstrument: Einer
auf Smartphones installierten App, an welche diverse Sensoren angebunden werden
können. Die Plattform ist skalierbar, da einerseits prinzipiell beliebig viele Teilnehmer
über ihre Smartphones an den Befragungen teilnehmen können, und andererseits die
Ausarbeitung weiterer Befragungen aufwandsarm realisierbar ist.
      </p>
      <p>In diesem Beitrag werden die Motivation und das mögliche Einsatzgebiet des
vorgestellten Werkzeugs dargestellt. Ausgehend von existierenden Werkzeugen zur
situativen Befragung und Crowdsourcing-/-sensing-Ansätzen (Kapitel 2) wird ein
Architekturkonzept vorgestellt (Kapitel 3), das in einem ersten Proof-of-Concept (Kapitel 4) für
einen Feldtest mit Probanden im Rahmen des WiSima-Projekts (Kapitel 5) in Form
einer Smartphone-App und eines Backends realisiert wurde. In einem Ausblick werden
die künftigen Einsatzmöglichkeiten des Werkzeugs und der weitere Forschungsbedarf
skizziert (Kapitel 6).
2
2.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Stand der Technik</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Werkzeuge zur situativen Befragung</title>
        <p>
          Die Mächtigkeit und der Nutzen des situativen Erfassungswerkzeugs sind wesentlich
von der Befähigung abhängig, dass das von Probanden genutzte mobile Endgerät in der
Lage ist, den situativen Bezug des Probanden zu erkennen und ihm in-situ („an Ort und
Stelle“) einen entsprechenden – ebenfalls situationsbezogenen – Fragebogen
bereitzustellen. Die zugrundeliegende Methodik eines mobilen Erfassungswerkzeugs fußt auf
der „Mobile Experience Sampling Method“ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
          ] (MESM). Im Gegensatz zum
klassischen Experience Sampling erfolgt die Fragebogen-Erfassung nicht mehr
papiergebunden, sondern die Fragebögen und deren Auslöser werden in die Smartphones der
Studienteilnehmer integriert. Je nach Ausprägung kann dies über eine Website oder eine
eigenständige App implementiert sein.
        </p>
        <p>In der folgenden Tabelle 1 sind die Merkmale einer Auswahl existierender
MESMUmfragesysteme zusammengefasst. Die Befähigung eines Umfragesystems zum
„mobile experience sampling“ wird an dieser Stelle generisch definiert als ein System, das
in der Lage ist, dem Probanden einen elektronischen Umfragebogen auf einem mobilen
Endgerät (Smartphone) bereitstellen zu können. Die Systeme wurden entlang der
folgenden Merkmalen evaluiert:
─ Lizenz: Gibt an, ob es sich um ein kommerzielles („Closed Source“) oder frei
verfügbares Produkt („Open Source“) handelt
─ Situationserkennung: Gibt an, ob das System in der Lage ist, Situations-basiert
eine Umfrage auslösen zu können.
─ Benachrichtigungsart und Trigger: Gibt an, wie der Proband über einen neuen
Fragebogen benachrichtigt wird, und welcher Mechanismus eine neue
Benachrichtigung auslöst.
─ Medium: Gibt an, über welches Medium das System den Fragebogen bereitstellt.</p>
        <p>Dies erfolgt zumeist als App oder als mobil verfügbare Website.
─ Datenhaltung: Gibt an, wie die ausgefüllten Fragebögen gespeichert und den
Umfrageleitern zur Verfügung gestellt werden.
─ Verbreitung: Gibt den Verbreitungsgrad des Umfragesystems an.
─ Fragebogenstruktur: Gibt an, in welchen Komplexitätsgraden und mit welchen
Funktionalitäten ein Fragebogen strukturiert werden kann.</p>
        <p>Medium
iOS
iOS
Android
Android
Website
PDAs
Windows
Phone</p>
        <p>Datenhaltung</p>
        <p>Verbreitung
Lokal</p>
        <p>mittel
Lokal;
Sync
zu
Server
Lokal;
Sync
zu
Server
eher
gering
mittel
bis hoch
unbekannt</p>
        <p>Aktualität
Aktuell
(Sep. 2017)
Aktuell
(Okt. 2017)
Aktuell
(Jan. 2017)
Veraltet
(Aug. 2009)
Lokal
gering
unbekannt
nein
Website</p>
        <p>Server
aktuell</p>
        <p>Filtering
nein</p>
        <p>
          Name
PIEL Survey
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref15">15</xref>
          ]
(Closed Source,
kostenfrei)
Experience
Sampler [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ]
(Open Source)
XS
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
          ]
(kommerziell)
        </p>
        <p>
          Movisens
MyExperience
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
          ]
(Open Source)
SoSci Survey
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">19</xref>
          ]
(kommerziell,
bedingt
kostenfrei)
        </p>
        <p>
          ─
Survey JS [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref17">17</xref>
          ]
(Open Source)
Surveymonkey
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">18</xref>
          ]
(kommerziell)
Limesurvey
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11">11</xref>
          ]
(Open Source,
mit
kostenpflichtigen
Hosted Services)
        </p>
        <p>Situationserkennung
Trigger
durch
Heart
Rate
Monitor
(theoretisch)</p>
        <p>Automatisches
Push?
Lokales
Push
(zeitgesteuert)</p>
        <p>Bran</p>
        <p>nein
Fragebogen
-struktur
Branching
Skip Logic
Question
Branching
Form
ching
Branching,
Skip Logic
Branching,
Skip Logic
Branching,</p>
        <p>Skip Logic
JavaScriptBibliothek</p>
        <p>Server
mittel</p>
        <p>aktuell
Website</p>
        <p>Server
hoch</p>
        <p>aktuell
Website</p>
        <p>Server
hoch
aktuell
Insgesamt bilden die evaluierten MESM-Werkzeuge einen Großteil der definierten
Anforderungen in Hinblick auf die Interaktion mit den Probanden ab. Die meisten
Werkzeuge sind aus Probandensicht gut bedienbar und verfügen über die benötigten
Fragetypen.</p>
        <p>Auch
das
geforderte</p>
        <sec id="sec-2-1-1">
          <title>Branching in</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-2">
          <title>Skip-Logic</title>
          <p>wird
unterstützt.</p>
          <p>Die evaluierten existierenden MESM-Werkzeuge teilen sich zunächst unabhängig von
ihrer Funktionalität in die beiden technischen Kategorien Website und App.
Anforderung an das zu entwickelnde Umfragesystem ist die Offline-Fähigkeit, womit die rein
Website-basierten MESM-Tools für eine mögliche technologische Basis ausscheiden.
Insgesamt erfüllen die MESM-Tools insbesondere die zentrale Forderung nach einer
individuellen Situationserfassung sowie einer darauf basierten individualisierten
Fragebogen-Zustellung nicht. Auch die Möglichkeit, lediglich eine randomisierte
Teilmenge des Gesamtfragebogens abzufragen, ist überwiegend nicht gegeben.
Es konnte keine existierende Lösung gefunden werden, welche die zentralen definierten
Kernaspekte umsetzen konnte, weshalb eine Eigenentwicklung initiiert wurde.
2.2</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Mobiles Crowdsourcing und Crowdsensing</title>
        <p>
          Crowdsourcing wird allgemein als eine innovative, interaktive Form der
Wertschöpfung verstanden, bei der eine große, unbestimmte Anzahl beliebiger Personen zur
Beteiligung an der Wertschöpfung einer Organisation aktiviert wird [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
          ]. In den letzten
Jahren hat sich eine vielfältige Crowdsourcing-Landschaft im Web herausgebildet.
Diese reicht von Online-Enzyklopädien (z.B. Wikipedia) und
Online-DatensammelPlattformen (z.B. OSM), über Crowdsourcing-Kampagnen von bekannten
Unternehmen (z.B. Tchibo, Fiat) bis hin zu Plattformen, auf denen Auftraggeber gezielt nach
den passenden Spezialisten für ihr Projekt suchen können [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Ein aktueller Trend im Crowdsourcing ist der Einsatz mobiler Endgeräte (wie
Smartphones oder Tablets). Die Kernidee bei diesem mobilen Crowdsourcing ist, dass sich
eine Menge (crowd) von normalen Bürgern mit den eigenen, handelsüblichen mobilen
Endgeräten (Smartphones, Tablets etc.) an einer Crowdsourcing-Kampagne freiwillig
beteiligt und Aufgaben ausführt, z.B. Daten über sich und die sie umgebende Umwelt
sammeln und zu teilen. Dies umfasst neben der (Echtzeit-) Aufgabenausführung auch
die Koordination einer u.U. großen Anzahl von Freiwilligen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ]. Da mobile Endgeräte
nicht nur immer leistungsfähiger werden (u.a. in Hinblick auf ihre Prozessorleistung,
Arbeitsspeicher, Bildschirm, Datenverbindung, eingebauter Sensorik etc.), sondern
inzwischen auch relativ kostengünstig, intuitiv bedienbar und dadurch massenhaft
verbreitet sind, besteht ein riesiges Potenzial für den Einsatz mobiler Anwendungen für
das Crowdsourcing [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref16">16</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Die Erfassung von Daten durch die Nutzer muss aber nicht zwangsläufig über die
manuelle Eingabe der Daten in das mobile Endgerät erfolgen, z.B. in ein Formular,
sondern ist auch automatisiert über in das Gerät bereits eingebaute Sensoren möglich.
Für die Erfassung und Erzeugung von Daten durch die Nutzer mit den in ihren eigenen
mobilen Geräten eingebauten oder verbundenen Sensoren hat sich der Begriff Mobiles
Crowdsensing etabliert [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ]. Die neue Generation mobiler Geräte verfügt bereits über
mehrere eingebaute Sensoren, z.B. Beschleunigungssensor (accelerometer), Gyroskop
(gyroscope), Lichtsensor, Kamera (Foto, Video), Mikrophon (Audio) etc. und kann
unkompliziert mit externen Sensoren über eingebaute Schnittstellen kommunizieren, wie
Bluetooth, Infrarot, WLAN/WiFi etc. Die Nutzer können dabei ihre mobilen Endgeräte
während ihrer gewöhnlichen, alltäglichen Aktivitäten nutzen, um Daten über die
Umwelt und sich selbst zu erfassen, z.B. Beobachtung der Luftqualität an vielen Orten
während eines Tages, Daten über den Straßenverkehr oder Öffentlichen Nahverkehr
sowie Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand des Nutzers. Das macht
Smartphones zu einer geeigneten Plattform für die Erfassung und Beobachtung der
Nutzer und ihrer Umwelt (inkl. des urbanen Raums und des persönlichen Zustands und
Verhaltens) in einer bisher beispiellosen raumzeitlichen Granularität [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Inzwischen existiert für das mobile Crowdsensing eine große Anzahl mobiler
Anwendungen. Diese lassen sich in Personen- und Umwelt-zentrierte Anwendungen
unterscheiden [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
          ]: Personen-zentrierte Anwendungen nutzen die integrierten oder
externen Sensoren, um Daten über den Nutzer zu sammeln und auszuwerten. Sie
unterstützen die Information über den aktuellen Gesundheitszustand des Nutzers (z.B.
physische Anstrengung), die Dokumentation von Aktivitäten (z.B. Sporterfahrungen) und
das Verständnis des Verhaltens (z.B. Essstörungen) von Individuen. Bei
umweltzentrierten Anwendungen erfassen die eingebauten oder angeschlossenen Sensoren
der mobilen Geräte der Nutzer Informationen über die Umgebung des Nutzers, z.B. um
die Entwicklung von Umweltparametern zu überwachen (wie Luftqualität, Luftdruck,
Thermik, Lärm), Infrastrukturen zu überwachen bzw. Mängel oder Schäden an
Infrastrukturen zu melden (z.B. Straßen- und Verkehrszustand in Städten) oder
gesellschaftlich interessante Begebenheiten zu entdecken und zu bewerten (wie Unfälle,
Katastrophen) [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Die Erfassung (Sensing) der Daten kann automatisch, manuell oder kontextbezogen
erfolgen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ]: Im manuellen Fall ist der Freiwillige persönlich beteiligt und löst die
Datenerfassung selbständig aus (z.B. Ein- und Ausschalten der Sensoren), wenn relevante
Ereignisse erkannt werden (z.B. eine gefährliche Wettersituation). Bei einer
automatischen Erfassung ist der freiwillige Teilnehmer nicht direkt beteiligt und muss nach der
Einwilligung zur Beteiligung nicht weiter aktiv werden, da die Anwendung im
Hintergrund läuft und Daten automatisch über die eingebauten Sensoren erfasst (z.B. Lärm
und Routen). Im Kontext-bezogenen Modus überwachen die eingebauten Sensoren die
Umgebung und aktivieren die Erfassungsfunktion, wenn zuvor gesetzte Schwellwerte
überschritten werden.
        </p>
        <p>Das in diesem Beitrag vorgestellte Konzept verwendet Kontext-bezogenes mobiles
Sensing zur situativen Befragung. Dabei werden über das Sensing sowohl Daten über
die Umwelt als auch über die Person selbst erfasst und verwendet. Der
Anwendungsbereich von Mobile Sensing für situative Befragungen ist bisher nicht bekannt.
Zudem kann das Konzept als hybride Sensing-Anwendung verstanden werden, da sie
Komponenten sowohl des Personen-bezogenen als auch des Umwelt-bezogenen
Sensing aufweist. Auch die Kombination von Umwelt-zentriertem und
Personen-zentriertem Sensing ist kaum bekannt. Insofern ist der in diesem Beitrag vorgestellte Ansatz
einzigartig und stellt eine Neuheit dar.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Konzeption</title>
      <p>
        Das hier vorgestellte Erfassungswerkzeug für die in-situ Befragungen orientiert sich an
der Mobile Experience Sampling Method (MESM) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ]. Das Prinzip der MESM,
Umfragen direkt bei den Probanden möglichst in Echtzeit (bzw. zeitnah) und am Ort des
Geschehens durch ein mobiles Endgerät zu befragen, wird umfangreich erweitert. Der
Proband muss nicht selbst aktiv werden, sondern wird zum Ausfüllen des Fragebogens
genau dann aufgefordert, wenn das Erfassungswerkzeug anhand umweltbezogener
Parameter eine für das Umfrageziel relevante Situation erkennt („in-situ“). Dies reduziert
zum einen Wahrscheinlichkeit und Anzahl unnötig ausgefüllter Fragebögen („false
positives“), welche sich über den Umfragezeitraum hinweg negativ auf die Einstellung
des Probanden den Fragebogen auszufüllen auswirken könnten. Durch diese präzisen
Aufforderungen wird das wissenschaftliche Umfragesystem nicht so sehr verfälscht, da
es sich wenig invasiv auf den Alltag des Probanden auswirkt. Ziel ist es, dass das
Ausfüllen eines Fragebogens nur wenige Minuten (ca. 2-5 Minuten) in Anspruch nimmt.
      </p>
      <p>Weiterhin wird ein ausgefüllter Fragebogen automatisch um die vom
Erfassungswerkzeug erfassten situativen Parameter (Zeit, Ort, Umgebungsparameter wie
Geräuschkulisse, Verkehrsmittel, ...) angereichert. Diese müssen also nicht vom
Probanden zeitaufwändig/repetitiv angegeben werden.</p>
      <p>Folgende Kernanforderungen an das Erfassungswerkzeug wurden definiert:
─ Langer dynamischer Umfragezeitraum: Umfragezeiträume sind hoch dynamisch
und können sich ohne umfassenden Betreuungsaufwand auch über einen langen
Umfragezeitraum erstrecken.
─ Minimal-invasiv: Auch bei langer Laufzeit wenig invasiv, da nur in speziell
selektierten Situationen ein Fragebogen ausgelöst wird.
─ Selektiv: Fragebogen wird nur dann ausgelöst, wenn es die Situation bzgl. des
Umfrageziels erfordert.
─ Automatische Anreicherung: um die identifizierten situativen Parameter (Zeit,</p>
      <p>Ort, Umgebungsparameter wie Geräuschkulisse, Verkehrsmittel, ...)
─ Offline-Nutzbarkeit: Die Ergebnisse sind durch automatisierte Übermittlung an
Server zeitnah verfügbar, sobald das mobile Endgerät des Probanden wieder
Internetzugang herstellen kann.
─ Hochgradig skalierbar: Ohne Mehraufwand kann auch eine hohe Anzahl an
Probanden an den Umfragen teilnehmen, die darüber hinaus beliebig auf die
Umfrageorte/-Fläche verteilt werden können. Neue Umfrageorte können beliebig dynamisch
hinzugefügt werden, da viele Lokalisierungsmechanismen weltweit funktionieren.
─ Dezentralität/Autonomie: Nach Erstkonfiguration arbeiten die mobilen Endgeräte
des Erfassungswerkzeugs vollständig unabhängig von der Server-Infrastruktur.
Daten werden synchronisiert, sobald das mobile Endgerät wieder eine Verbindung zum
Server herstellen kann. Bei Bedarf können ad-hoc-Umfragen an die mobilen
Endgeräte geschickt werden, sofern diese erreichbar sind („break-the-glass“-Policy).
─ Standards-basiert (HTTP/S, JSON, SSL) mit verschlüsselter Kommunikation
─ Convenience: Durch eine ansprechende User Experience/User Design sind
Probanden eher gewillt, das Werkzeug regelmäßig und über einen längeren Zeitraum
hinweg zu verwenden. Durch selektives Auslösen von Fragebögen wird der Aufwand
für Probanden geringgehalten, was die Qualität der ausgefüllten Fragebögen steigert.
Im Kontext des WiSima-Projekts wurde eine spezielle Ausprägung des
Erfassungswerkzeugs - als ein Proof-of-Concept - realisiert, welche orts- und zeitbezogen
individuelle Umfragen an die Probanden auslöst.</p>
      <p>Während eines Umfragezeitraums von mehreren Wochen werden den vorab
ausgewählten Probanden je nach Nutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs (ÖPV) bis
zu vier Umfragen täglich zugestellt, welche diese möglichst zeitnah nach Erhalt
ausfüllen sollen. Der Zeitaufwand zum Ausfüllen einer Umfrage wird auf ca. 1-2 Minuten
pro Umfrage beschränkt. Bedingt durch die hohe Frequenz an ausgelösten
FragebogenEreignissen pro Proband ist das WiSima-Projekt in der Lage, im Gegensatz zu
EinmalFragebögen, umfassende Erkenntnisse über jeden Probanden zu gewinnen.</p>
      <p>Fragebogen-Ereignisse sind individualisiert: Jeder an einen Probanden zugestellte
Fragebogen enthält eine zufällig angeordnete Teilmenge an Fragen aus dem
GesamtFragenkatalog. Abhängig vom Aufenthaltsort des Probanden zum Zeitpunkt der
Zustellung des Fragebogens (an der Haltestelle, im Fahrzeug, auf dem Weg vom/zur
Haltestelle) werden unterschiedliche, randomisierte Fragen gestellt. Hat der Proband
mittlerweile den ursprünglichen Ort verlassen, so werden die Fragen in der
Vergangenheitsform gestellt, ansonsten in der Gegenwartsform.</p>
      <p>Zusätzlich zu diesem Orts- und Zeitbezug enthält der Fragebogen die Konzepte von
Skip Logic und Branch Logic: Die Folgefragen richten sich nach der Ausprägung der
Beantwortung einer oder mehrerer vorhergehender Fragen. Jeder ausgefüllte
Fragebogen kann automatisch um die vom Ereignissystem identifizierten Umgebungsparameter
ergänzt werden (Zeit, Ort).
3.1</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Situation Awareness-Parameter</title>
        <p>
          Zur korrekten Bewertung der Situation des Betroffenen sind die zu erhebenden
Parameter entscheidend. Das hierzu verwendete Situationsmodell [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14">14</xref>
          ] basiert auf einem
Ansatz, der Kontextparameter innerhalb von Zeitintervallen betrachtet und dazu auch
eine entsprechende Verarbeitungslogik (Situationsalgebra) anbietet.
Dementsprechende spielt der Parameter Zeit in unserer Betrachtung eine zentrale Rolle. Über diesen
Parameter sollen Befragungen nur zu definierten Zeiten und in definierten
Zeitintervallen sowie Totzeiten ausgelöst werden. Beispielsweise wird eine neue Umfrage erst
ausgelöst, wenn seit Ausfüllen des vorangehenden Fragebogens mindestens zwei Stunden
vergangen sind. Zusätzlich lassen sich – mit entsprechendem Metawissen,
beispielsweise aus Statistiken – aus dem Parameter weitere Situationsparameter wie
Lichtverhältnisse ableiten.
        </p>
        <p>Neben der Zeit ist der Parameter Ort in mehreren Hinsichten von Bedeutung. Neben
der ortsgebundenen Auslösung von Befragungen kann der Parameter zusätzlich genutzt
werden, um weitere Umgebungsparameter wie auf dem Bahnsteig oder auf der Zufahrt
zum Bahnhof abgeleitet werden. In Kombination mit der Nutzung des Parameters Zeit
lassen sich auch weitere Parameter wie geschätzte Personendichte ableiten. Die
Methodik zur Erfassung des Ortparameters kann klassisch über
GPS/Funkzellen/WLANOrtung des Endgeräts erfolgen. Durch Nutzung erweiterter Location-based Services
des Betriebssystems können auch Wahrscheinlichkeiten für Trajektorien (z.B.
regelmäßiger Weg zur Arbeit) adressiert werden. Für eine genauere Ortung innerhalb von
Gebäuden oder im Untergrund sind die Nutzung von Beacons an den Bahnhöfen, entweder
direkt bereitgestellt vom ÖPNV-Anbieter oder von Smart-Panels der Werbetreibenden
oder die Nutzung von RFID-Säulen bei Bezahlung des Tickets via Smartphone
denkbar. In der Konzeption der Plattform ist aus Gründen des Datenschutzes und der
Reduzierung der Datenmengen der Einsatz von Geo Fencing vorgesehen. Das heißt, dass
eine Ortung bzw. Ortsänderungen nur in bestimmten – für die Anwendung relevanten
– Bereichen aktiviert bzw. in ihrer Genauigkeit erhöht wird.</p>
        <p>
          Zur weiteren Situationsparametererfassung kann zusätzliche Sensorik des
verwendeten Endgeräts eingesetzt werden. So gibt es Ansätze, bestimmte Situationskontexte
über das Mikrofon des Endgeräts zu bestimmen (z.B. Erkennung von
U-Bahn-Geräuschen innerhalb und außerhalb des Wagons [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
          ]). Ähnlich kann ein Gyro-Sensor genutzt
werden, um signifikante Erschütterungsmuster von Bahn, U-Bahn, Bus, Tram zu
erkennen. Durch Anbindung von Wearables können weitere relevante Parameter, wie
beispielsweise das Umgebungslicht, durch den Helligkeitssensor einer Smartwatch
erkannt werden.
        </p>
        <p>Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft durch erweiterte Sensorik und
Kontextinformationen, noch viele weitere Situationsparameter erfasst und genutzt werden
können. Der Forschungsschwerpunkt des vorgestellten Ansatzes liegt nicht in der
Entwicklung dieser Verfahren. Vielmehr soll die Lösung für bestehende und künftige Quellen
von Situationsparametern eine geeignete Schnittstelle bereitstellen und intern eine
weitreichende und effiziente Verarbeitungsmöglichkeit bieten, über die Situationen aus
verschiedenen Eingangsparametern abgeleitet werden können.
3.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Kontinuierliche situative Parametererkennung</title>
        <p>Das Konzept der kontinuierlichen und situativen Parametererkennung sieht die
Bündelung mehrerer Sensoren, die Filterung sowie das Matching derer Daten vor. Ziel dieser
Verarbeitungskette ist es, das Erfassungswerkzeug zu befähigen, auf Grundlage eines
bestehenden Regelwerkes, den Probanden in Abhängigkeit zu dessen Situation
zielgerichtet im Sinne der Mobile Experience Sampling Method zu aktivieren, um an einer
Befragung teilzunehmen.</p>
        <p>Den Ausgangspunkt bilden die unterschiedlichen Sensoren, auf die das Smartphone
Zugriff haben kann. Das können cloudbasierte Sensoren sein, die bspw. Auskunft über
das aktuelle Wetter geben, aber auch Sensoren, die direkt im Smartphone
(Ortungssensor, Mikrofon etc.) verbaut sind. Eine dritte Gruppe der Sensoren stellen die
sogenannten Wearables dar, die u.a. den Puls oder den Hautleitwert messen können (siehe
Abbildung 1).</p>
        <p>Im ersten Schritt sieht dieses Konzept vor, dass die erhobenen Sensordaten selbst,
gemäß dem Regelwerk, gefiltert werden. So werden bspw. nur Daten, die sich in einem
definierten Wertebereich befinden oder eine definierte Qualität vorweisen, der
Verarbeitungskette zugeführt. Im nächsten Schritt werden die gefilterten Sensordaten auf
mögliche Matches zueinander, die wiederum im Regelwerk definiert sind, geprüft. Als
möglicher Match könnte bspw. die Kombination aus Hautleitwert, Puls und Position
hinterlegt werden. Konkret könnte mit diesem Match jeder Proband, der sich auf einem
Berliner Bahnhof befindet (Position) und eine gewisse Nervosität aufweist (Puls und
Hautleitwert) für eine Befragung aktiviert werden. Im letzten Filterschritt können
sensorunabhängige Kausalitäten entsprechend der hinterlegten Regeln überprüft werden.
Hier können u.a. systeminterne Zustände berücksichtigt werden.</p>
        <p>Abbildung 1. Regelwerk-basierte Verarbeitung der Eingangsparameter
4</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Proof-of-Concept</title>
      <p>Im Rahmen des Forschungsprojektes WiSima wird die zuvor vorgestellte Konzeption
des Erfassungswerkzeuges in einem Proof-of-Concept (PoC) realisiert, um so
spezifische Forschungsfragen nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden im öffentlichen
Personenverkehr zu untersuchen.
4.1</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Anwendungsfälle</title>
        <p>Die Realisierung dieser speziellen Umsetzungsvariante ist gleichbedeutend mit der
ersten Ausbaustufe des Gesamtkonzeptes, in der zur Erfassung lediglich die aktuelle
Position bzw. die erkannte Positionsveränderung, unter Berücksichtigung zeitlicher
Restriktionen, genutzt wird. Im Zuge der Projektarbeiten wurden folgende App-seitige
Anwendungsfälle entwickelt, die als Grundlage zur Entwicklung des PoCs dienen.</p>
        <p>(Erst-)Start der App: Der Erststart bzw. der Start der App (ohne Aufforderung, an
einer Befragung teilzunehmen) stellen Anwendungsfälle dar, die für die eigentliche
Kernfunktionalität (Erfassung des subjektiven Sicherheitsempfindens) als
Voraussetzung sowie als Ergänzung dienen. Bei Erststart der App ist es zwingend notwendig,
dass nutzerseitig eine Zustimmung der Datenschutzerklärung sowie die
Teilnahmebestätigung erfolgt, um die Funktionalitäten der App überhaupt nutzen zu können. Bei
einem weiteren Start der App können dann News sowie Statistiken zu bereits
durchgeführten Befragungen eingesehen werden (siehe Abbildung 2).</p>
        <sec id="sec-4-1-1">
          <title>Abbildung 2. Funktionalitäten nach Start der WiSima-App</title>
          <p>Befragung durch die App: In der nachstehenden Abbildung ist die Kernfunktionalität
der WiSima-App dargestellt. Ziel dieses Anwendungsfalls ist es, den App-Nutzer
während der Nutzung des ÖPVs (in situ) zum subjektiven Sicherheitsempfinden zu
befragen. Dabei wird der Zeitpunkt der Befragung von der App selbst getriggert und nicht
vom Nutzer bestimmt werden.</p>
          <p>Die Realisierung dieses Anwendungsfalls erfolgt auf Basis der Positionsverfolgung
des mobilen Endgeräts. Sobald eine signifikante Positionsänderung des Smartphones
von der App selbst erkannt wird, erfolgt eine In-App-Benachrichtigung mit der
Aufforderung an einer nun zugänglichen Befragung teilzunehmen. Aufgrund der
in-situ-Charakteristik steht der Fragebogen nur in einem festzulegenden Zeitfenster zur Verfügung.
Wird die Befragung korrekt durchgeführt, kann die App durch den Nutzer geschlossen
werden. Der Prozess der Positionsverfolgung startet automatisch, jedoch zeitlich
versetzt.</p>
          <p>Abbildung 3. Vorgehen der App zum Auslösen einer Befragung
4.2</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Endliche Zustandsmaschine</title>
        <p>Das Verhalten des WiSima-Erfassungswerkzeuges in Abhängigkeit von den jeweiligen
Einflussfaktoren wird mit Hilfe der nachstehenden endlichen Zustandsmaschine
abstrahiert (siehe Abbildung 4).</p>
        <p>Abbildung 4. Endlicher Zustandsautomat für internen Zustand der WiSima-App
Grundsätzlich befindet sich die App stets in einem wohldefinierten Zustand,
unabhängig davon, ob diese aktuell im Vorder- oder Hintergrund läuft:</p>
        <p>Der „Init“-Zustand stellt den Startpunkt des endlichen Automaten dar. In diesem
Zustand wird u.a. die Referenzposition in Bezug auf die Positionsverfolgung ermittelt.</p>
        <p>Im „Tracking“-Modus detektiert die App signifikante Änderungen der Position (in
Relation zur Referenzposition) des mobilen Endgerätes. Sobald eine signifikante
Änderung (Entfernung, die als signifikant zu betrachten ist, kann konfiguriert werden)
eintritt, etwa weil der Nutzer seine Wohnung verlassen hat und sich bewegt hat, oder weil
die App erstmalig in diesem Zustand ein WLAN-Signal einer U-Bahn-Station
empfangen hat, wechselt sie in den „Notification“-Modus.</p>
        <p>In diesem Zustand fordert die App den Probanden mittels einer
Push-Benachrichtigung auf, einen nun zur Verfügung gestellten Fragenbogen auszufüllen. Dabei handelt
es sich um eine In-App-Benachrichtigung, die zufällig in einem definierten Zeitfenster
auf dem Endgerät ausgelöst wird. Sobald der Proband benachrichtigt wurde, wechselt
die App in den „Feedback“-Modus.</p>
        <p>Der Nutzer kann dann innerhalb einer gewissen Frist (z.B. 30 min) auf die
PushBenachrichtigung reagieren und die App öffnen („Questionnaire“-Modus).</p>
        <p>In diesem beantworten die Probanden die eigentliche Umfrage. Nach erfolgreicher
Beantwortung verfällt die App für eine fest definierte Zeitdauer von z.B. 2 Stunden in
den „Schlummer“-Modus („Snooze“-Modus), um die Quantität der Umfragen pro Tag
auf ein für den Probanden sinnhaftes Maß zu halten.</p>
        <p>Eine Umfrage kann auch unterbrochen und später an derselben Stelle
wiederaufgenommen werden, z.B. weil das Telefon gesperrt wird oder ein Anruf getätigt wird.</p>
        <p>Als eine weitere mögliche Antwort auf die Push-Benachrichtigung kann der Proband
auch angeben, für einen gewissen Zeitraum nicht mehr über neue Fragebögen
benachrichtigt zu werden, also faktisch das Erfassungssystem in den Schlummermodus zu
versetzen. Innerhalb des Schlummermodus erfasst die App keinerlei Informationen mehr,
wodurch die Privatsphäre des Probanden sichergestellt ist.</p>
        <p>Da die sensiblen Zustandsübergänge zeitlich gesteuert sind, werden dem Nutzer vor
Ablauf der Beantwortungsfrist Erinnerungen per In-App-Benachrichtigung gesendet.
4.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>Architektur</title>
        <p>Die in Abbildung 5 dargestellte Grobarchitektur (Komponentensicht) gibt eine
ganzheitliche Übersicht über die realisierte Implementierung des Erfassungswerkzeugs.
Insbesondere die Kommunikation zwischen dem mobilen Endgerät der Probanden und der
Server-/Backend-Infrastruktur wird hervorgehoben.</p>
        <p>Für die Umsetzung der Server-/Backend-Infrastruktur wird eine
Mirco-Service-Architektur verwendet. Dadurch wird die komplexe Funktionalität der Gesamtanwendung
in kleine unabhängige Prozesse unterteilt. Für die Architektur des
WiSima-Erfassungswerkzeuges bedeutet das, dass die Kommunikation zwischen der WiSima-App und
dem Backend auf mehrere Endpoints verteilt wird, die jeweils einen funktional
gebündelten Teil der Gesamtfunktionalität übernehmen. Neben den Vorteilen im
Entwicklungsprozess waren es vor allem Aspekte, wie die Möglichkeit einzelne Services
unabhängig voneinander zu skalieren, die Erhöhung der Robustheit durch die
Unabhängigkeit und die relative Einfachheit der einzelnen Services sowie die Flexibilität in Bezug
auf die Weiterentwicklung des Gesamtsystems, die zur Auswahl dieses
Architekturmusters führten.</p>
        <p>Die in Abbildung 5 genannten Komponenten werden bezüglich ihrer Funktion
nachfolgend kurz beschrieben:
─ Der mobile Client ist das Kernstück des Erfassungswerkzeuges und dient der
Befragung der App-Nutzer. Die situative Ortung erfolgt vollständig durch die App auf
dem mobilen Endgerät.
─ Die serverseitigen Endpoints sind für die Entgegennahme und Verarbeitung der
vom mobilen Client erhobenen Daten (insbesondere die beantworteten Fragebögen)
verantwortlich. Auch die Auslieferung von Daten (u.a. Konfigurationsparametern)
wird durch die Endpoints realisiert.
─ Die Datenhaltung übernimmt die Persistierung der durch die Endpoints
vorverarbeiteten Daten. Der Abruf der Rohdaten zur weitergehenden Analyse/Verarbeitung
erfolgt über diese Instanz.
─ Das Logging- und Monitoring-System dient der Visualisierung der
Client-Serverkommunikation und der Einsichtnahme in das aktuelle Verhalten des
Gesamtsystems.
─ Der Web-Browser stellt eine grafische Schnittstelle für die Übungsleiter auf das
Logging- und Monitoring-System bereit. Somit dient es der Prävisualisierung der
eingegangenen Rohdaten.</p>
        <p>Abbildung 5. Grobarchitektur der MESM-Umfrageplattform des PoC
5</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Evaluationsmethodik</title>
      <p>
        Das Erfassungswerkzeug wurde speziell für die Methode des Mobile Experience
Sampling (MESM) entwickelt. Diese Methode stellt eine Anpassung der ursprünglichen
Experience Sampling Method an die aktuell zur Verfügung stehenden technischen
Möglichkeiten dar. Kernidee ist die in-situ-Erfassung der zu erhebenden Daten – also
möglichst zeitnah und am Ort des Geschehens sowie ohne auf Rekonstruktionen oder
Erinnerungsleistungen der Befragten angewiesen zu sein [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ].
      </p>
      <p>Aus technischer Sicht werden sämtliche Aspekte der ausgewählten Methode durch
das entwickelte Erfassungswerkzeug übernommen und unterstützt. So müssen die
Probanden keine weiteren Geräte oder Utensilien (bspw. einen Pager oder einen
Papierfragebogen) mit sich führen, denn sowohl die Aufforderung der Probanden zur Teilnahme
an einer Befragung als auch die Befragung selbst werden durch die App gesteuert bzw.
sind Bestandteil der App. Ein weiterer wichtiger methodischer Aspekt der die
„in-situ“Charakteristik des Erfassungswerkzeuges fördert, ist die automatische Kontrolle des
Zeitfensters, in der die Befragung nach Eingang der Aufforderung beendet werden
muss. Weiterhin stellt die sensorbasierte (Ortung) Auslösung einer Befragung sowie
die lokale aber auch serverseitige Speicherung der Umfrageergebnisse weitere Vorteile
dieser speziellen Umsetzung der MESM per Smartphone-App dar. Auch wurden bei
der Konzeption und Entwicklung die zur Verfügung stehenden technischen
Möglichkeiten berücksichtigt, um die Befragung möglichst komfortabel zu gestalten. So können
längere Texteingaben per Spracheingabe getätigt werden. Dagegen wurde auf die
Aufzeichnung von Videos und Fotos aufgrund fehlender Einsatzfelder im Rahmen des
WiSima-Projektes verzichtet.</p>
      <p>Neben diesen eher technisch geprägten Aspekten bietet der Fragebogen selbst
wichtige Eigenschaften, die die ausgewählte Methodik unterstützen. Grundsätzlich ist der
Fragebogen als ein Graph realisiert. Jede Frage stellt in diesem Graphen einen
Knotenpunkt dar. Die Beantwortung eines Fragebogens ist gleichbedeutend mit einem Pfad in
diesem Graphen, der stets nur eine Teilmenge aller Knoten (Fragen) beinhaltet.</p>
      <p>Da die Aufforderung zur Beantwortung eines Fragenbogens den Probanden in einer
zufälligen Situation (u.a. Ort oder soziales Umfeld) bei der Nutzung des ÖPVs erreicht,
sofern sich der Nutzer per ÖPV fortbewegt, wurden bei der Konzeption Mechanismen
entworfen, die den Inhalt und Aufbau des Fragenbogens durch die Wahl eines
entsprechenden Pfades situativ anpassen. Somit ist jeder gestellte Fragebogen, in Abhängigkeit
vom situativen Kontext des Nutzers, individualisiert. Diese Individualisierung umfasst
bspw. in einfachster Form die Formulierung einzelner Fragen in Abhängigkeit der
Nutzungsphase (u.a.: auf dem Weg zur Haltestelle, im Verkehrsmittel, am Zielort) des
Probanden im ÖPV. Weitere Aspekte der Individualisierung sind die auf
Wahrscheinlichkeit basierte Randomisierung von Fragen bzw. Frageblöcken sowie die Verwendung
einer im Fragenbogen hinterlegten Skip-Logik, die anhand getätigter Antworten
nachfolgende Fragen oder ganze Frageblöcke nicht berücksichtigt.</p>
      <p>Neben der situativen Individualisierung des Fragenbogens unterstützen diese
Mechanismen auch die mögliche Vielfalt der Ausprägungen der Befragung und schaffen
somit über einen längeren Befragungszeitraum eine gewisse Abwechslung für den
Probanden.
6</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>In dieser Arbeit wurde ein Ansatz für eine skalierbare Plattform für situationsbezogene
„Echtzeit“-Erfassungen von Individualparametern von Probanden vorgestellt, der im
Kontext einer Erfassung des subjektiven Sicherheitsempfindens im ÖPV realisiert
wurde. Der Ansatz verbindet klassische elektronische Fragebögen mit Crowd
sourcing/sensing-Ansätzen zu einem situativen Erfassungswerkzeug. Im Gegensatz zu
statischen Fragebögen kann die Erfassung von Informationen dynamisch, aktiv,
individuell und situativ nach Aufenthaltsort des Probanden und Umgebungsparametern erfolgen
Die entwickelte Plattform ist skalierbar, da einerseits prinzipiell beliebig viele
Teilnehmer über ihre Smartphones an den Befragungen teilnehmen können, und andererseits
die Ausarbeitung weiterer Befragungen aufwandsarm realisierbar ist.</p>
      <p>Damit ergibt sich über den vorgestellten Nutzungskontext hinaus noch ein viel
breiteres Einsatzspektrum des Systems. Grundsätzlich kann der Ansatz für alle
Umfrageund Erhebungsziele in Betracht gezogen werden, in denen die ortsbasierte Situation der
Teilnehmer von entscheidender Bedeutung für die Befragung ist. Neben einem – wie
hier vorgestellten – Einsatz in einem Feldtest mit Probanden kann das System auch
dauerhaft beispielsweise als Erweiterungsmodul einer ÖP(N)V-App zur Messung von
Sicherheits-, Zufriedenheits- und Bedarfsparametern der Kunden eingesetzt werden, da
Befragungsrhythmus und -umfang so eingestellt werden können, dass sie in der
jeweiligen Situation möglichst kaum als disruptiv und zeitintensiv empfunden werden.
Derartige breite Nutzungskontexte werden auch dadurch unterstützt, da das System auch
für hohe Teilnehmerzahlen, welche auf eine große Fläche verteilt sind, außerordentlich
gut skaliert.</p>
      <p>Grundsätzlich müssen in den anstehenden Feldtests neben der technischen Eignung
des Systems auch interdisziplinäre Forschungsfragen wie die Akzeptanz und die
Verbesserung der Ergebnisgüte durch die situativen Befragungen tiefer untersucht werden.
Weitere offene Forschungsfragen verbleiben vor allem im Bereich der möglichst
offenen Anbindung und Verarbeitung von Situationsparametern aus verschiedenen Quellen
wie Wearables, Hotspots (Beacons/WLANs) und weiterer Sensorik der Endgeräte (z.B.
Licht-, Geräusch- oder Erschütterungserkennung).</p>
      <p>Literatur</p>
    </sec>
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