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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><p>How can students be motivated to actively engage learning contents? How can teachers and students be encouraged to discuss contents of lectures and seminars, or to exchange problems and ideas with respect to material? Audience Response Systems (ARS) enable more interactive lectures. This paper provides a brief overview and preliminary research results of Auditorium Mobile Classroom Service (AMCS), an ARS developed at TU Dresden. AMCS' functionality is based on an establish didactics concept.</p></div>
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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="1">Einleitung</head><p>Vorlesungen sind immer noch ein wichtiger Bestandteil der universitären Lehre. In ihnen wird durch eine dozierende Lehrperson Expertenwissen vermittelt. Die Studierenden sehen sich dabei hohen Anforderungen ausgesetzt: sie müssen über 90 Minuten hinweg aufmerksam sein, den vermittelten Inhalten folgen, diese analysieren, in den Kontext setzen und potentielle Ablenkungen vom Lehrgeschehen ignorieren. Das Veranstaltungsformat ist dabei in der Regel starr und lässt wenig Raum für Interaktionen zwischen Zuhörenden und Dozierenden. Dem gegenüber steht, dass Lernen, nach <ref type="bibr" target="#b6">[Se03]</ref> ein aktiver, konstruktiver und höchst individueller Prozess ist. Dies scheint insbesondere in Großveranstaltungen nur schwer möglich. Mangelnde Interaktion führt oftmals zu Monotonie. Studierende folgen einer ganzen Vorlesung nicht auf einem konstanten Aufmerksamkeitsniveau (Llyod'sche Aufmerksamkeitskurve). Stattdessen unterliegen Fokus und Niveau der Aufmerksamkeit Schwankungen, abhängig einerseits von den individuellen Erwartungen, den eigenen Zielen und der Motivation, andererseits von den Umgebungsbedingungen. Die Anwesenden schalten ab oder sind im Internet mit anderen Dingen beschäftigt. Wenn die eigene Motivation und Aufmerksamkeit nicht erfolgreich reguliert werden kann, führt dies dazu, dass Wissenslücken nicht geschlossen werden und Informationen, die für die Erreichung der eigenen Ziele notwendig wären, nicht erfolgreich verarbeitet werden. Die Studierenden schaffen es nicht, ein adäquates mentales Modell des Themas der Vorlesung aufzubauen <ref type="bibr" target="#b2">[Ka14]</ref> sie lernen nicht. Und obwohl längst klar ist, dass mit Hilfe des Internets zahlreiche zusätzliche Informationsquellen zur Verfügung stehen, die den Lernraum über den Vorlesungssaal hinweg erweitern, werden Smartphones, Notebooks und Tablets in Vorlesungen oftmals nicht gewinnbringend eingesetzt, sondern wirken eher ablenkend, da sie Möglichkeiten bieten, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Aus der Perspektive der Lehrenden stellt sich in der Vorlesung immer wieder die Herausforderung, die Lehrveranstaltung an die studentischen Bedürfnisse anzupassen. Dabei stehen sie vor allem in Großveranstaltungen vor dem Problem, ein sehr heterogenes<ref type="foot" target="#foot_2">3</ref> Publikum zu haben, welches darüber hinaus auch sehr unterschiedliche Interessen in der Veranstaltung verfolgt. Um auf die Studierenden einzugehen, benötigen sie Informationen über das Vorwissen, die Interessen, die Motivation und allgemeine Lernstrategien ihrer Studierenden. Die klassische Evaluation, welche in den meisten Lehrveranstaltungen durchgeführt wird, hat zwar das Ziel, Ansätze für die Lösung dieser Probleme zu bieten, kommt aber meist zu spät und bietet durch die subjektiven Einschätzungen der Studierenden auch nur eine Art von Daten. Auditorium Mobile Classroom Service (AMCS) ist ein an der TU Dresden entwickeltes Tool, welches Lehrende und Lernende in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Vorlesung unter Verwendung ihrer mobilen Endgeräte unterstützt, um diese Herausforderungen zu bewältigen.</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2">Auditorium Mobile Classroom Service -Walk Through</head><p>AMCS wurde durch Wissenschaftler der Fachrichtung Psychologie und der Fakultät Informatik der TU Dresden entwickelt. Ähnlich wie bei modernen Audience Response Systemen (z. B. ARSnova oder SMILE, <ref type="bibr" target="#b7">[WB13]</ref>) wird dabei die Beteiligung des Auditoriums durch die eigenen mobilen Geräte (Smartphones, Tablets, Notebooks) ermöglicht. Die Innovation bei AMCS besteht darin, dass dieser einmal etablierte Kommunikationskanal zwischen Lehrperson und Studierenden genutzt wird, um die Studierenden gezielt bei der Bewältigung der Anforderungen in einer Vorlesung zu unterstützen. Die Dozierenden können über AMCS Umfragen und verschiedene Lernaufgaben in ihrer Veranstaltung durchführen. Darüber hinaus können sie einzelnen Studierenden in Abhängigkeit ihrer individuellen Ziele und ihres Vorwissens adaptive Nachrichten während der Veranstaltung auf ihre Geräte senden (automatisiert). Diese Features von AMCS erlauben es zum einen 1) Studierende technologiegestützt beim Selbstregulierten Lernen zu unterstützen, zum anderen wird dadurch 2) der Lernraum der Vorlesung bewusst erweitert. So ist es möglich, Studierenden weiterführende Links und Materialien zu senden und so die bereits permanent vorhandene Nutzung des Internets innerhalb von Präsenzveranstaltungen in Richtung themenrelevanter Materialien zu lenken. AMCS adressiert 3) ganz konkret die Umsetzung eines Learning-Analytics-Ansatzes für universitäre Vorlesungen. Mit Hilfe des Tools ist es nicht nur möglich, klassische Evaluationsfragebögen umzusetzen, sie unmittelbar auszuwerten und mit den Studierenden zu diskutieren, sondern auch die selbstberichteten Leistungszuwächse und Qualitätseinschätzungen der Studierenden Leistungsdaten aus den in der Veranstaltung verwendeten Lernaufgaben gegenüberzustellen. Im Folgenden werden die Funktionalitäten von AMCS dargestellt.</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.1">Vor Beginn einer Vorlesung</head><p>Vor  </p></div><figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_0"><head></head><label></label><figDesc>Abb. 1: PowerPoint-Plugin AMCS Lecturer (der Dozent legt auf Folie 1 der Vorlesung eine Freitext-Frage an)</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_0"><head>3 Begleitforschung und Evaluation von AMCS Im</head><label></label><figDesc>Zuge der Entwicklung von AMCS wurden sowohl zahlreiche Evaluationsuntersuchun-Iris Braun, Felix Kapp, Tenshi Hara, Tommy Kubica, Alexander Schill gen in realen Vorlesungen als auch Experimente zu den zu Grunde liegenden Mechanismen in idealisierten Laborumgebungen durchgeführt. In Anlehnung an die unterschiedlichen Wirkungsebenen von Verbesserungen im Bildungsbereich<ref type="bibr" target="#b3">[Ki79]</ref> wurde dabei als erstes auf Reaktionsebene erfasst, inwiefern die Studierenden in den unterschiedlichen Pilotvorlesungen, in denen AMCS eingesetzt wurde, das Tool und die Verwendung von AMCS einschätzen. In insgesamt sieben Lehrveranstaltungen (3x Psychologie, 2x Informatik, 1x Physik, 1x Wirtschaftswissenschaften) wurde dabei bei den Teilnehmenden erfragt, inwiefern sie die Lernaufgaben, die Umfragen, die Nachrichten und die Evaluationsmöglichkeiten als lernförderlich bzw. hilfreich einschätzen. Der Einsatz von AMCS wurde insgesamt als positiv bewertet. Die Studierenden gaben an, dass das Tool und die Umfragen die Interaktivität erhöhten. Die Lernaufgaben wurden als unterstützend wahrgenommen. Der Einsatz von Nachrichten wurden in den Veranstaltungen, in denen sie zum Einsatz kamen und bewertet wurden, unterschiedlich eingeschätzt. Während einige Studierende angaben, dass diese Art von Unterstützung hilfreich sein könnte, bezweifelten andere einen Mehrwert.Um auch Aussagen auf der nächsten Ebene (Effekte auf Ebene der Lernprozesse und Verhalten in der Lehrveranstaltung) treffen zu können, wird AMCS auch experimentell unter kontrollierten Bedingungen untersucht. Dafür werden Versuchsteilnehmende gebeten, sich eine aufgezeichnete Vorlesung im Labor anzuschauen. Dabei werden sie durch die Verwendung von AMCS unterstützt oder nicht. Es wurden drei experimentelle Studien durchgeführt, welche die Effekte von Lernaufgaben, Nachrichten und der Unterstützung des Zielsetzungsprozesses zu Beginn der Veranstaltung adressierten. In Übereinstimmung mit den Ergebnissen auf der Reaktionsebene konnte dabei aufgezeigt werden, dass die Lernaufgaben in Verbindung mit Nachrichten unterstützende Wirkung entfalten können. Beim Einsatz der Nachrichten kommt es hingegen darauf an, diese adaptiv und passend zu den individuellen Lernzielen der Studierenden anzulegen. Zukünftige Untersuchungen sollen konkrete Erfolgsfaktoren für den Einsatz der einzelnen Features ermitteln und zu Grunde liegende kognitive, motivationale und metakognitive Prozesse identifizieren.</figDesc><table /></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_1"><head>4 Zusammenfassung und Ausblick Mit</head><label></label><figDesc>AMCS wird derzeit ein Tool entwickelt, welches Lehrende und Studierende vor, während und nach Lehrveranstaltung bei der Gestaltung des Lernprozesses unterstützt. Durch die Kooperation von Lernpsychologen mit Informatikern ist dabei ein konzept-und umsetzungsstarker Prototyp entstanden, welcher sowohl in der Praxis evaluiert als auch wissenschaftlich in Experimenten untersucht wird. AMCS zeichnet sich zusätzlich zu den klassischen ARS Funktionen durch Lernaufgaben, Prompts/Push-Notifications und umfangreiche Evaluationsmöglichkeiten aus. Teil der inhaltlichen Weiterentwicklung ist eine Diskussion der einzelnen Features und eine Untersuchung der Erfolgsfaktoren für den Einsatz von ARS. Das Ziel des Projektes ist es, AMCS unter einer noch zu bestimmenden Open-Source-Lizenz allgemein verfügbar zu machen. Der Funktionsumfang soll auf Module verteilt werden, welche auf einer gemeinsamen Datenbasis voneinander unabhängig</figDesc><table /></figure>
			<note xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" place="foot" n="1" xml:id="foot_0">Technische Universität Dresden, Fakultät Informatik, Professur für Rechnernetze, 01062 Dresden, {vorname}.{nachname}@tu-dresden.de</note>
			<note xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" place="foot" n="2" xml:id="foot_1">Technische Universität Dresden, Fachrichtung Psychologie, Professur für die Psychologie des Lehrens und Lernens, 01062 Dresden, felix.kapp@tu-dresden.de</note>
			<note xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" place="foot" n="3" xml:id="foot_2">Zum Beispiel die Lehrveranstaltung "Rechnernetze" an der TU Dresden: mindestens 7 Studiengänge, Zuhörer und Zuhörerinnen im Altersbereich 18 bis</note>
			<note xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" place="foot" n="45" xml:id="foot_3">, Erst-und Wiederholungshörer in Haupt-und Nebenfach.</note>
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		<title level="m">Damit soll eine funktionale Überfrachtung des Systems und damit eine Überforderung der Nutzer vermieden werden</title>
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	<note>AMCS ist erreichbar</note>
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		<title level="a" type="main">Interaktive Lernaufgaben als Erfolgsfaktor für E-Learning</title>
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