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        <journal-title>Frankfurt, Germany, September</journal-title>
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        <article-title>HFDcert - Das HFD Community Certificate</article-title>
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          <string-name>Malte Persike</string-name>
          <email>persike@uni-</email>
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          <string-name>Antonia Dittmann</string-name>
          <email>antonia.dittmann@stifterverband.de</email>
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          <string-name>Florian Hanke</string-name>
          <email>florian.hanke@stifterverband.de</email>
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      <pub-date>
        <year>2018</year>
      </pub-date>
      <volume>10</volume>
      <issue>2018</issue>
      <abstract>
        <p>Die bestehenden Möglichkeiten der individuellen Weiterbildung im Themenfeld digitalen Lehrens und Lernens an deutschen Hochschulen zeichnen sich durch ein Höchstmaß an Heterogenität aus. Die Bandbreite reicht von institutionalisierten Weiterbildungsangeboten mit abschließender Zertifizierung bis hin zu sogenannten Nano-Degrees. Viele Hochschulen bieten eigene Weiterbildungsmöglichkeiten und Zertifizierungen an. Im Austausch mit den Mitgliedern des Netzwerks für die Hochschullehre im Hochschulforum Digitalisierung (HFD) wurde deutlich, dass viele Lehrenden weniger in formellen Schulungsgängen als vielmehr in Eigenregie Kompetenzen für Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter aufbauen. Die Aktivitäten finden oftmals als informelles Lernen statt und können selten in bestehenden Zertifizierungsangeboten abgebildet werden. Solche Aktivitäten sind besonders bedeutsam für die Entwicklung und Etablierung digitaler Lern-/Lehrmethoden an Hochschulen. Ziel des HFDcert - dem Community Certificate des Hochschulforum Digitalisierung - ist die Sichtbarmachung und Anerkennung vielfältigster Aktivitäten im Bereich des Lernens und Lehrens im digitalen Zeitalter. Speziell werden solche Aktivitäten adressiert, die nicht im Rahmen bestehender Zertifikate anerkannt werden. Das HFDcert ist nicht als konkurrente, sondern als komplementäre Zertifizierungsinstanz angelegt. Abstrtact: The existing possibilities of individual further education in the field of digital teaching and learning for teachers at German universities are characterised by a high degree of heterogeneity and decentralisation. The scale ranges from institutionalised further education programs with subsequent certification to so-called nano-degrees. In addition to private actors, some universities offer their own further education opportunities and certifications. In the exchange with members of the “Network for higher education teaching” it became clear that many teachers acquire additional knowledge through their personal commitment to apply competences in the field of learning and teaching in the digital age. A large part of these activities and the practical application of new concepts are part of informal learning processes and are often not reflected in existing certification offers. These activities are of particular importance for the further development of digital learning and teaching methods. The aim of HFDcert - a community certificate by Hochschulforum Digitalisierung (HFD) - is the visualisation and recognition of these activities. Activities that are not recognized within existing certification frameworks are addressed</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>Certificate</kwd>
        <kwd>informelles Lernen</kwd>
        <kwd>Weiterbildung</kwd>
        <kwd>digitale Bildung</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
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    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>1</p>
      <p>(Sich) fortbildende Lehrende.</p>
      <p>Die bestehenden Angebote im Bereich der hochschuldidaktischen Weiterbildung treffen
nicht immer auf die vorgesehene Zielgruppe4. Der vielerorts überschaubaren Gruppe von
Lehrenden, die formelle Schulungsangebote wahrnehmen, steht eine immense Zahl von
Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern gegenüber, die sich eigenständig neues
Wissen und Kompetenzen für digital gestützte Lehre aneignen, innovative Konzepte
erarbeiten und neue Lehrformate erproben. Zu den verbreiteten Aktivitäten gehören
neben der tatsächlichen Umgestaltung der eigenen Lehre auch eine Vielzahl
vorbereitender Maßnahmen. Beispiele sind die Lektüre hochschuldidaktisch geprägter
Fachliteratur (z.B. von Handke5 oder Kerres6), der Austausch mit Kolleginnen und
Kollegen über digitale Lehre, das Lesen und Verfassen von Blogbeiträgen, die
Reflektion bestehender Praxisbeispiele oder der Besuch von Konferenzen über gute
Hochschullehre.</p>
      <p>In dieser Weise aktive Lehrende kennen das Hochschulforum Digitalisierung und
engagieren sich zu Teilen aktiv darin, sie nutzen Ressourcen wie e-teaching.org, sie
entwickeln, erproben, evaluieren und revidieren moderne Lehrformate für die Lehre im
digitalen Zeitalter. Dieses Engagement ist jedoch im Vergleich zur Teilnahme an
bestehenden, institutionellen Weiterbildungsangeboten schwer belegbar7. Bestehende
Nachweise und Zertifikate decken diesen Bereich der informellen Weiterbildung bisher
nicht ab. Gleichwohl stehen auch Lehrende, die sich informell und weitgehend
autodidaktisch weiterbilden, zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer akademischen Laufbahn
vor der Notwendigkeit, ihre Lehrkompetenz formal nachweisen zu müssen - sei es im
Rahmen von Bewerbungen, Berufungsverfahren oder Leistungsvereinbarungen. Es
entsteht die skurrile Situation, dass Lehrende mit langjähriger Expertise und hoher
Innovationskraft ihre Kompetenzen auf dem Gebiet modernen Lehrens und Lernens
schlechter belegen können als unerfahrene Lehrende, die ein örtlich, zeitlich, und
inhaltlich eng umgrenztes, aber zertifiziertes Schulungsangebot absolviert haben.
Für diese Zielgruppe ist das Community Certificate „HFDcert“ konzipiert,
herausgegeben durch das Hochschulforum Digitalisierung. Es richtet sich an Lehrende,
die moderne Lehrmethoden in ihre Lehrveranstaltungen eingeführt oder ganze
Lehrveranstaltungen z.B. auf Blended Learning Szenarien umgestellt haben. Es
ermöglicht engagierten Tagungsbesucherinnen ihre vielfältige Beschäftigung mit
Szenarien guter Lehre zu dokumentieren. Es schafft einen Legitimationsrahmen für
4 [Bm18]
5 [Hj15]
6 [Km18]
7 vgl. [Fm14]
Lehrende, die sich quer durch die Republik für innovative Lernszenarien einsetzen, ohne
selbst in gleichem Maße hochschuldidaktische Angebote wahrgenommen zu haben. Es
würdigt die eingehende, oft sogar wissenschaftliche Beschäftigung mit guter
Hochschullehre außerhalb der formellen Weiterbildungsstrukturen. HFDcert kann damit
auch eine Anreizstruktur schaffen, um jene Lehrenden zum niedrigschwelligen Aufbau
von Expertise in der Lehre zu motivieren, die sich bisher davor gescheut haben.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Funktion &amp; Ziele</title>
      <p>Die Sichtbarmachung der individuellen Aktivitäten der Lehrenden sowie die
Dokumentation neuer Kompetenzen sind primäre Ziele des HFDcert. Bestehendes
Engagement und erarbeitete Kompetenzen werden als Aktivitäten der professionellen
Weiterbildung anerkannt und zertifiziert. Das HFDcert wird so zu einer zentralen
Schaltstelle, auf der alle Bemühungen um gutes Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter
dokumentiert werden können. Damit wird die Anerkennung bestehender Kompetenzen
von Lehrenden auf dem Arbeitsmarkt erheblich erleichtert.</p>
      <p>Die Zielgruppe besteht aus allen Lehrenden deutscher Hochschulen, sowohl Novizen als
auch Personen, die in ihrer Lehre bereits digital arbeiten. Prinzipiell steht die Teilnahme
am HFDcert auch anderen Personen, bspw. Mitarbeiter(innen) in Medien- und
Didaktikzentren oder Studierenden offen. Zusätzlich zur Anerkennung als Kernfunktion
wird der wissenschaftliche Austausch zwischen den Lehrenden durch die
Peer-to-PeerStruktur des Programms verstärkt. In einer Online-Community treten alle
Teilnehmenden in direkten Austausch miteinander. Dies ermöglicht einen effizienten
Austausch neuer Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen innerhalb der Community.
Letztendlich wird eine neue Anreizstruktur für alle Hochschullehrenden etabliert, ihre
Aktivitäten und Kompetenzen zentral zu zertifizieren. Dies dient zum einen der
Sichtbarmachung von Kompetenzen und zum anderen der Aktivierung bisher passiver
Lehrender. Die Bedeutung der Online-Community für das Funktionieren der
HFDcertPlattform ist ein leitendes Charakteristikum des Vorhabens. Hier schließt das HFD an
seine Erfahrungen aus dem Aufbau des bundesweiten Netzwerks für die Hochschullehre
an. Durch die beabsichtigte Integration des bestehenden Netzwerkes in die HFDcert
Online-Plattform sollen Teile der bestehenden Struktur und der Mitglieder des
Netzwerkes in das HFDcert integriert werden, um von dort optimale Startbedingungen
für eine rasche Durchdringung zu schaffen. Die Herausforderungen, die mit dem
initialen Aufbau einer Online Community einhergehen, werden somit wesentlich
reduziert. Nichtsdestotrotz darf der Prozess der Integration und das Etablieren eines
regelmäßigen Austausches innerhalb der HFDcert Community keinesfalls unterschätzt
werden. Hierfür muss ein eigenes Konzept erarbeitet und implementiert werden, das sich
eng an bestehenden Guidelines für Aufbau und Betreuung erfolgreicher Online
Communities orientiert8.
2.1</p>
      <p>ePoints für Aktivitäten
Die „Währung“ für den Erwerb des HFDcert sind die so genannten ePoints. Lehrende
sammeln ePoints für ihre Aktivitäten im Bereich digitaler Hochschullehre und
4qualifizieren sich über die erworbenen ePoints nach und nach für verschiedene
Zertifikatsstufen. Die Vergabe von ePoints ist streng an Zeiteinheiten gebunden, nicht an
Kompetenzen. Ein ePoint bescheinigt eine Stunde der Beschäftigung mit
Hochschullehre, ungeachtet der Frage, ob in dieser Stunde ein Konferenzbesuch, die
Umgestaltung einer Lehrveranstaltungen, das Schreiben eines Beitrags über Lehre oder
die Durchführung eines Workshops stattgefunden hat. Anerkannt wird jede Art der
Weiterbildung in der digitalen Hochschullehre, sowohl formeller als auch informeller
Art. Ob eine Leistung als ePoint angerechnet werden kann oder nicht, schätzen die
Teilnehmenden zunächst selbstständig ab. Alle Angaben, die zur Anerkennung einer
Leistung im Rahmen des Programms führen, werden von den Teilnehmenden selbst
getätigt und in Form einer Reflektion begründet. Diese Begründung wird durch die
Scientific Community in einem standardisierten Peer-to-Peer Evaluationsprozess
überprüft und daraufhin bestätigt oder abgelehnt. Diese Peer-to-Peer Evaluation der
Leistungen ist das Kernstück des Zertifizierungsprozesses. Sie geschieht selbstständig
durch die Community und ist somit bei begrenztem individuellen Ressourcenaufwand
weitgehend skalierbar. Alle Aktivitäten, für die ePoints vergeben wurden, werden
Bestandteil eines zentralen e-Portfolios der Teilnehmenden. Aus den ePoints werden
Progressionsstufen abgeleitet, die unterschiedliche Niveaus an Expertise der
Teilnehmenden erfassen. Sowohl das Portfolio der Aktivitäten, gemeinsam mit den
ePoints, als auch die daraus abgeleiteten Progressionsstufen in Form von Open Badges
sind im Sinne einer transparenten Dokumentation der individuellen Aktivitätenhistorie
öffentlich einsehbar.
2.2</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Ablauf</title>
        <p>Der technische Dreh- und Angelpunkt für das HFDcert ist eine neu entwickelte
OnlinePlattform. Über diese reichen die Teilnehmenden ihre Aktivitäten im Bereich des
digitalen Lehrens und Lernens ein und weisen diese durch Verlinkung oder den Upload
von Dokumenten nach. Der Anerkennungsprozess beruht wesentlich auf den Angaben
der Teilnehmenden und deren sorgfältiger Prüfung in einem Peer-to-Peer Reviewprozess
- unter Verzicht auf eine zentrale Kontrollinstanz. Beim HFDcert handelt es sich
demnach nicht um eine Zertifizierungsautorität im klassischen Sinne, sondern vielmehr
um eine Plattform für die Sichtbarmachung von Aktivitäten, ihrer Anerkennung durch
renommierte Autoritäten und der Vernetzung von Akteuren im Kontext digitaler
Hochschullehre.</p>
        <p>Die Einreichungen werden vollautomatisch an eine zufällig ausgewählte Gruppe von
Peer-Evaluator/innen verteilt und erscheinen in ihrer Aktivitäten-Inbox. Sobald ein/e
Peer-Evaluator/in die Überprüfung einer Aktivität in der Inbox beginnt, wird die
Aktivität aus den Inboxes der übrigen Gruppe gelöscht. Findet innerhalb einer
festgelegten Zeitspanne keine Evaluation statt, wird die Aktivität an eine neue Gruppe
von Evaluierenden verteilt. Die Prüfung einer Aktivität bezieht sich auf mehrere
Aspekte, darunter die inhaltliche Angemessenheit und die Passung der beantragten
Zeiteinheit. Entsteht Klärungsbedarf, können Evaluierende einen Request for Comment
(RFC) fordern, um die fehlenden Informationen vom Einreichenden zu erhalten. Am
Ende der Prüfung kann eine Aktivität entweder autorisiert oder abgelehnt werden. Im
Falle einer Autorisierung geht die Aktivität mit den vergebenen ePoints in das Portfolio
des Einreichenden über. Kommt es hingegen zur Ablehnung, können die Einreichenden
einmalig eine Neubegutachtung beantragen, die den beschriebenen Prozess erneut
startet. Um Voreingenommenheit bei der Zweitevaluation zu vermeiden, ist für den
Evaluierenden nicht ersichtlich, dass zuvor ein Einspruch stattgefunden hat.
Die Anzahl der vergebenen ePoints orientiert sich streng am Zeitaufwand für die
eingereichte Aktivität, allerdings sind die Aktivitäten in eine Reihe verschiedener
Szenarien eingeteilt, z. B. Workshopteilnahme, Konferenzbesuch, Blogbeitrag oder
Neugestaltung einer Lehrveranstaltung.
2.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Progressionsstufen</title>
        <p>Aus den in den Szenarien vergebenen ePoints können sich dann verschiedene
Progressionsstufen ergeben. So kann zum Beispiel die erste Stufe „Instructor“ 25 ePoints
aus mindestens 5 Szenarien erfordern, die zweite Stufe „Innovator“ 50 ePoints aus
mindestens 7 Szenarien verlangen, und für die dritte Stufe „Incubator“ 75 ePoints in
mindestens 10 Szenarien notwendig machen. Um ein ausgeglichenes Verhältnis
zwischen den Aktivitäten herzustellen, soll die Anzahl von ePoints je Szenario begrenzt
sein, die für die Erreichung einer Stufe angerechnet werden können. Es wird so
ausgeschlossen, dass ein fleißiger Verfasser von Blogbeiträgen eine unverhältnismäßige
Anzahl von ePoints aus allein diesem Szenario sammelt. Gleichzeitig aber können
beliebig viele Aktivitäten in jedem Szenario über das Online-Portfolio der Lehrenden
öffentlich dokumentiert werden, auch wenn ab einer gewissen Anzahl zwar noch ePoints
vergeben werden, diese aber nicht mehr relevant für das Erreichen der nächsten
Progressionsstufe sind. Das HFDcert bündelt somit alle Aktivitäten der Teilnehmenden
im Bereich moderner Hochschullehre, dokumentiert die Anstrengungen der Lehrenden
und macht das Qualifikations- und Kompetenzprofil bei jeder und jedem einzelnen von
ihnen partizipativ feststellbar. Die Progressionsstufen werden in Form von Open Badges
verliehen, um den individuellen Kenntnisstand der Lehrenden detailliert sichtbar zu
machen.</p>
        <p>Abb. 1: Illustrationsbeispiel für ein HFDcert Kompetenzabzeichen.
2.4</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Open Badges als Anerkennungsinstrument</title>
        <p>Open Badges sind digitale Lernabzeichen oder Zertifikate. Sie bestätigen Aktivitäten im
Bereich des Lehrens und Lernens wie die Teilnahme an Weiterbildungen, das
erfolgreiche Absolvieren von Prüfungen, das Vorhandensein von Kenntnissen und
Kompetenzen oder generell die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Community. Das
System wurde maßgeblich von der Mozilla Foundation entwickelt und steht seit 2016
unter der Schirmherrschaft des IMS Global Learning Consortium (IMS Global/IMS).
wurde. Sowohl in Deutschland wie auch international werden Open Badges von einer
Vielzahl renommierter Institutionen vergeben. So vergibt die Beuth Hochschule Berlin
im Rahmen der BeuthBonus Open Badge Academy neben dem regulären
Hochschulzertifikat auch digitale Kompetenzabzeichen an die Teilnehmenden der
hauseigenen Qualifizierungsmodule. Damit sollen informelle Fähigkeiten ausgezeichnet
werden, “die ein Hochschul- oder Teilnahmezertifikat nicht abbildet, die aber für
künftige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber interessant sein könnten.” (Beuth
Hochschule Berlin). Zu den nachgewiesenen Fähigkeiten zählen Aspekte wie
Leadership, Managementfertigkeiten oder interkulturelle Kompetenzen. Die Abzeichen
unterscheiden drei Stufen von Kompetenzen, beginnend bei Grundlagen bis hin zu
Expertenkenntnissen und liefern durch ihre beliebige Kombinierbarkeit ein granulares
Bild des individuellen Weiterbildungsprozesses der Personen. Zu den internationalen
Anbietern von Open Badges zählen renommierte Organisationen wie EDUCAUSE9,
Blackboard10 oder das Center for Open Educational Resources &amp; Language Learning11.
2.5</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Auswahl der Peer-Evaluatorinnen und -Evaluatoren</title>
        <p>Das HFDcert fußt auf der Anerkennung von Aktivitäten durch höchst reputierte und
glaubwürdige Akteure, um ein möglichst hohes Maß an Glaubwürdigkeit auf dem
Arbeitsmarkt zu garantieren. Zunächst startet das HFDcert deshalb mit einer streng
selegierten Gruppe an nationalen Experten/innen für den Bereich der Hochschullehre.
Die “Initial Experts” übernehmen die Prüfung der ersten Einreichungen im oben
beschriebenen Prozess der randomisierten Zuteilung und Bewertung. Sobald neue
Mitglieder die Stufe “Incubator” innerhalb des HFDcerts erreicht haben und weitere an
ePoints gebundene Kriterien auszeichnen, können sie selbst zu Peer-Evaluierenden
werden. Um den Status eines Peer-Evaluierenden zu erreichen und zu halten, muss
quartalsweise eine Mindestanzahl der zugewiesenen Aktivitäten geprüft worden sein.
Der Status eines Peer-Evaluierenden wird über ein entsprechendes Kompetenzabzeichen
sichtbar gemacht, das als Ausweis der individuellen Expertise arbeitsmarktwirksam
eingesetzt werden kann.
2.6</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-5">
        <title>Kein Curriculum?</title>
        <p>Das Fehlen eines vorgegebenen Curriculums für das HFDcert ist
Alleinstellungsmerkmal und Herausforderung zugleich. Einerseits rückt es von der
Zielsetzung ab, dass Lehrkompetenz, wie sie im Rahmen von
Weiterbildungsmaßnahmen erworben werden kann, durch ein Zertifikat valide und
zuverlässig erfasst werden soll. Formelle Weiterbildungsangebote, die den
Kompetenzaufbau bei Lehrenden gemäß eines vordefinierten Kompetenzmodells für
Lehren und Lernen begleiten, fördern und durch geeignete Prüfinstrumente attestieren,
zählen zum Kerngeschäft der Serviceeinrichtungen an Hochschulen und in den
Länderinitiativen. Das HFDcert versteht sich als komplementäres Angebot zu diesen
etablierten und gut funktionierenden Strukturen. Statt eines feststehenden Curriculums
sind die zertifikatsrelevanten Aktivitäten im HFDcert auf dem Gebiet des Lehrens und
Lernens in Szenarien organisiert, um der Vielfalt von sowohl formellen als auch
informellen Aktivitäten gerecht zu werden. Über die frei gestaltbare Zusammensetzung
von Aktivitäten können Lehrende individuelle Profile der Lehrkompetenz aufbauen und
schärfen. Der diverse Mix aus Aktivitäten in mehreren Szenarien führt also nicht nur zur
Erreichung von verschiedenen Progressionsstufen im HFDcert, sondern erlaubt
9 Weitere Informationen unter (letzter Aufruf am 30.0718):
https://library.educause.edu/topics/teaching-andlearning/badges-and-credentialing
10 Weitere Informationen unter (letzter Aufruf am 30.0718):
https://help.blackboard.com/dede/Learn/Instructor/Performance/Achievements
11 Weitere Informationen unter (letzter Aufruf am 30.0718): https://openbadges.coerll.utexas.edu
gleichzeitig Profilbildungen mit sehr individuellen Schwerpunktsetzungen. Um die
Verwertbarkeit des Zertifikats auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen, setzt das HFDcert
auf die Anerkennung von Aktivitäten durch glaubwürdige Akteure. Dies geschieht über
die Prüfung der eingereichten Aktivitäten durch eine interdisziplinäre und
multiprofessionelle Community von Hochschulangehörigen, aus der heraus die
Anerkennung und Bewertung von Leistungen weitgehend selbstständig organisiert
werden. Dafür ist ein hinreichendes Maß an Engagement innerhalb der Community
nötig, ermöglicht durch eine maßgeschneiderte Online-Plattform für die Verwaltung und
Dokumentation der Evaluationsprozesse. Getragen von der hohen akademischen
Reputation der Community-Mitglieder entsteht ein Vertrauensnetzwerk, welches das
HDFcert zu einem belastbaren Anrechnungsinstrument macht. Im Ergebnis gibt das
HFDcert eine möglichst einfache, niedrigschwellige Möglichkeit für alle Aktiven – und
auch die derzeit noch Passiven – ihre vielfältigen Anstrengungen um gute
Hochschullehre authentifizieren, verifizieren und sichtbar machen zu lassen.
Charakteristisches Merkmal des HFDcert ist der Fokus auf einer möglichst
weitgehenden Qualitätssicherung des Verifikationsprozesses. In einem quality-by-design
Ansatz wird geregelt, von wie vielen Personen eine Aktivität überprüft werden muss,
wie mit stark abweichenden Ergebnissen der Aktivitätenprüfung umgegangen wird,
welche Prozess-Schritte bei Nicht-Anerkennung einer Aktivität durchlaufen werden und
wie viele ePoints pro Aktivität bzw. Zeiteinheit vergeben werden.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ausblick</title>
      <p>Derzeit wird eine Online-Plattform entwickelt, die zunächst in einer Testphase für bis zu
1000 Beta-Nutzer(innen) freigeschaltet werden soll. Die Vorstellung der Beta-Instanz ist
für die Themenwoche des Hochschulforums Digitalisierung vom 21.-28. September
2018 geplant. Bis Jahresende 2018 sollen dann Nutzungsdaten sowie Feedback der
BetaNutzer(innen) gesammelt und in einer Zwischenevaluation kondensiert werden, um im
Sinne einer agilen Entwicklung die Weiterentwicklung der Plattform mit den
erforderlichen konzeptionellen und technischen Anpassungen zu gewährleisten. Im
ersten Quartal 2019 ist dann der offizielle Launch des HFDcert für alle interessierten
Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer Deutschlands geplant. Spätestens ab diesem
Zeitpunkt ist die Expertencommunity deutscher Hochschullehrerinnen und
Hochschullehrer gefragt, das HFDcert zu einem Erfolgsmodell bei der Anerkennung
ihrer Bemühungen um moderne, qualitativ hochklassige Hochschullehre zu machen. In
diesem Zusammenhang stellt sich eine Reihe an konzeptionellen Fragen, die im Laufe
der Beta Testphase beantwortet werden müssen. Hierzu gehört unter anderem der
Entwurf und die Implementierung einer Strategie für die Integration des bestehenden
Netzwerkes in die neue online Plattform des HFDcerts, sowie Fragen der technischen
Machbarkeit. Die beschriebene zentrale Rolle des Peer-to-Peer Review Prozesses
verlangt ebenfalls nach einer kontinuierlichen Evaluierung und ggf. Veränderung der
technischen Abbildung. Die Weiterentwicklung der Progressionsstufen hin zu einem
umfassenden Kompetenzmodell sowie die Möglichkeit durch eine anonymisierte
Analyse der nachgewiesenen Aktivitäten und deren Zuordnung im Rahmen eines
Kompetenzmodells, würde, in einem späteren Schritt, die Möglichkeit eröffnen, gezielte
Weiterbildungsbedarfe zu identifizieren.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
      <p>[Bm18]
[Fm14]
[Hj15]
[Km18]
[KR12]</p>
      <p>Beuße, M. (2018). Zur Erklärung der Teilnahme an hochschuldidaktischer
Weiterbildung: Eine empirische Überprüfung der Determinanten der
Weiterbildungsabsicht von Hochschullehrenden basierend auf der Theorie
des geplanten Verhaltens. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft.
https://doi.org/10.1007/s11618-018-0823-1
Fischer, M., et. al. (2014). Informelles Lernen und dessen Anerkennung aus
der Lernendenperspektive – Ergebnisse eines Projekts zur Anerkennung
informell erworbener Kompetenzen in Baden - Württemberg. Online unter:
http://www.bwpat.de/ausgabe26/fischer_etal_bwpat26.pdf
Handke, J. (2015). Handbuch Hochschullehre digital: Leitfaden für eine
moderne und mediengerechte Lehre. Marburg: Tectum Verlag.
Kerres, M. (2018). Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung digitaler
Lernangebote (5. Auflage). Berlin Boston: De Gruyter Oldenbourg.
Kraut, R. E., &amp; Resnick, P. (2012). Building successful online communities:
Evidence-based social design. MIT Press.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list />
  </back>
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