<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
<article xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <front>
    <journal-meta>
      <journal-title-group>
        <journal-title>Frankfurt, Germany, September</journal-title>
      </journal-title-group>
    </journal-meta>
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Erfassung und Nachweis digitaler Kompetenzen</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Michael Eichhorn</string-name>
          <email>eichhorn@sd.uni-frankfurt.de</email>
        </contrib>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Ralph Müller</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2018</year>
      </pub-date>
      <volume>10</volume>
      <issue>2018</issue>
      <abstract>
        <p>Der Beitrag stellt ein Kompetenzraster vor, mit dem sich digitale Kompetenzen auf acht Dimensionen und drei Kompetenzstufen erfassen lassen. Mit einem auf diesem Raster basierenden Fragebogen können Kompetenzzuwächse im Bereich digitaler Kompetenzen nachgewiesen werden, welche im Rahmen von eLearning-Qualifizierungsangeboten erworben wurden. The paper presents a competence framework with which digital literacies can be recorded on eight dimensions and three competence levels. A questionnaire based on this grid can be used to demonstrate and proof competence gains in the field of digital skills acquired through eLearning qualification offers. In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung stehen Hochschullehrende vor der Herausforderung, digitale Kompetenzen zu erwerben um Studierende beim Aufbau digitaler Kompetenzen unterstützen zu können [Sc12]. Dazu bieten viele Universitäten Fortbildungsangebote an, die einen Schwerpunkt auf dem Einsatz digitaler Medien in Lehr-Lernszenarien legen. Die darin erworbenen Kompetenzen sind oft schwierig nachzuweisen, da in der Regel keine verpflichtenden Tests oder Abschlussprüfungen üblich sind. Meist werden darum andere Formen des Assessements als</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>digitale Kompetenz</kwd>
        <kwd>Medienkompetenz</kwd>
        <kwd>Kompetenzmessung</kwd>
        <kwd>Kompetenzraster</kwd>
        <kwd>digital literacy</kwd>
        <kwd>media literacy</kwd>
        <kwd>competence framework</kwd>
        <kwd>competence measurement</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Entwicklung des Kompetenzrasters</title>
      <p>Unter digitaler Kompetenz wird die Gesamtheit von Wissen, Fertigkeiten und
Einstellungen verstanden, die beim Einsatz digitaler Medien benötigt werden, um
Aufgaben auszuführen, Probleme zu lösen, Informationen zu verwalten und zu
kommunizieren, Inhalte zu erstellen und gemeinsam zu nutzen sowie effektiv und effizient
Wissen aufzubauen [Fe12]. Basierend auf dieser Beschreibung wurde an der
GoetheUniversität ein Kompetenzmodell entwickelt, welches digitale Kompetenzen auf acht
Dimensionen beschreibt [EMT17]:
•
•
•
•
•
•
•
•</p>
      <p>IT-Kompetenz,
Informationskompetenz,
Kommuikation/Kollaboration,
Digitale Lehre,
Digitale Identität,
Digitale Wissenschaft,
Digital Produzieren,</p>
      <p>Analyse/Reflexion.</p>
      <p>Die Dimensionen orientieren sich an den drei Facetten akademischen Arbeitens: Lehre,
Forschung und akademische Selbstverwaltung [We08], [RHF13]. Das Modell wurde noch
um drei Kompetenzstufen ergänzt, die sich an bekannten Lernzieltaxonomien orientieren
[AKB01] und damit auch einen Kompetenzzuwachs abbildbar machen: Stufe 1 –
Überblickswissen/Grundlagen; Stufe 2 – Praktische Anwendung im universitären
Kontext; Stufe 3 – Weitergabe und Anleitung Dritter. Dem entstandenen Raster wurden
anschließend für jede Dimension Themenfelder zugeordnet, welche mit Hilfe von
KannBeschreibungen auf den einzelnen Stufen konkretisiert wurden.3 Eine grafische
Darstellung des vollständigen Kompetenzmodells stellt Abbildung 1 dar.
3 Für die Ausgestaltung der Beschreibungen wurden Auflistungen von Schlüsselverben zur
Kompetenzformulierung herangezogen, welche direkt beobachtbare Handlungen beschreiben. Das
vollständige Kompetenzraster mit allen Kann-Beschreibungen ist online verfügbar unter:
http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/65903024/Kompetenzraster_Digitale-KompetenzHochschullehrende.pdf
Abb. 1: Digitale Kompetenz von Hochschullehrenden: Schematische Darstellung des</p>
      <p>Kompetenzrasters. In: [EMT17, 214].
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Das eLearning-Zertifikat der Goethe-Universität</title>
      <p>Das eLearning-Zertifikat ist ein hochschuldidaktisches Fortbildungsangebot im
BlendedLearning-Format, welches eine umfassende Befähigung zur Konzeption eigener
ELearning- und Blended-Learning-Szenarien vermittelt. Das Zertifikat hat einen Umfang
von mindestens 120 AE.4 Zum Erwerb des Zertifikats müssen insgesamt neun Module
absolviert werden.5 Jedes Modul besteht aus einem 1- bis 2-tägigen Präsenzworkshop mit
einer vorbereitenden und/oder nachgelagerten Online-Phase von ca. zwei Wochen. Die
Teilnehmenden erwerben in den Modulen verschiedene digitale Kompetenzen, wobei ein
Schwerpunkt auf den Kompetenzdimensionen Digitale Lehre, und Digital produzieren
liegt. Als Kompetenznachweis erarbeiten die Teilnehmenden ein Konzept für ein
ELearning-Szenario sowie ein Medienprodukt (Video, Screencast, WBT etc.). Begleitend
erstellen sie ein E-Portfolio, in welchem sie nach dem Reflektionsmodell von Hilzensauer
[Hi10] ihren Lernprozess während des Besuchs der Grundlagenmodule auf den drei
Ebenen „Lerngegenstand“, „Lernhandlung“ und „Lernvermögen“ dokumentieren und
reflektieren. Um den Kompetenzzuwachs der Teilnehmenden erfassen zu können, kommt
seit dem WiSe 2017/18 ein auf Basis des Kompetenzrasters entwickelter Fragebogen zur
4 AE = hochschuldidaktische Arbeitseinheit; 1 AE = 45 min.
5 Eine ausführliche Beschreibung der Inhalte des E-Learning-Zertifikats sowie aller Workshop-Module ist
online verfügbar unter: http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/58534340/Workshops
Selbsteinschätzung zum Einsatz 6. Der Fragebogen umfasst insgesamt 100 neu entwickelte
Items wobei jede Dimension mit mindestens 7 Items beschrieben wird. Leitend bei der
Formulierung der Fragen waren Porsts 10 Gebote der Itemformulierung [Po00] sowie die
Richtlinien zur Itemformulierung von Bühner [Bü11]. Die Selbsteinschätzungen werden
über eine 6er-Skala vorgenommen (1=stimme überhaupt nicht zu; 6=stimme voll und ganz
zu). Damit soll zum einen den Probanden eine möglichst feine Abstufung ermöglicht
werden, zum anderen wird durch die gerade Anzahl an Skalenpunkten verhindert, dass die
mittlere Option als „Fluchtkategorie“ genutzt wird, etwa bei Entscheidungsunwilligkeit
oder Meinungslosigkeit. Das Fragebogeninstrument wurde im Rahmen eines Pretests
hinsichtlich der Validität und Reliabilität untersucht [ET18]. In einer zweistufigen
Befragung unmittelbar vor Beginn und nach Abschluss der Qualifikationsreihe schätzen
die Teilnehmenden ihre Kompetenzen ein. Aus der Differenz lässt sich der
Kompetenzzuwachs im Rahmen der Reihe ermitteln. In einem ersten Durchlauf mit 7
Teilnehmenden konnte ein Kompetenzzuwachs auf allen acht Dimensionen festgestellt
werden (Abbildung 2).</p>
      <p>Abb. 2: Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzen der Teilnehmenden an der
eLearning</p>
      <p>Qualifikationsreihe im Wintersemester 2017/18 (N=7).
6 Aus Platzgründen wird hier auf die Darstellung des kompletten Fragebogens verzichtet. Der Fragebogen ist
online verfügbar unter:
http://www.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/71349033/Fragebogen_Items_DigitaleKompetenz.pdf
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Ausblick</title>
      <p>Der Fragebogen soll künftig auch als individuelles Diagnoseinstrument eingesetzt werden.
Lehrende erhalten damit eine Übersicht ihres persönlichen Kompetenzstandes, als
Grundlage einer medien- bzw. hochschuldidaktischen Beratung. Dazu wird derzeit im
Rahmen einer Masterarbeit ein browserbasiertes Tool entwickelt, welches nach dem
Ausfüllen des Fragebogens eine sofortige Ergebnisvisualisierung ermöglicht. Weiterhin
untersucht die Arbeit verschiedene Visualisierungsansätze hinsichtlich ihrer
Benutzerfreundlichkeit mit Hilfe eines Usability Tests mit mehreren Probanden.
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz als Grundlage individueller
Kompetenznachweise. Hierbei ist zum einen ein Nachweis des Kompetenzzuwachses im
Rahmen einer Fortbildung denkbar. Dieser könnte durch einen Vergleich der Vor- und
Nachbefragung ermittelt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre der Einsatz als Nachweis
des verbesserten Kompetenzstandes nach dem Erwerb des eLearning-Zertifikats. Neben
dem Einsatz des Fragebogens zur Selbsteinschätzung könnte hier auch ein auf dem
Kompetenzraster basierender Test zum Einsatz kommen. Die Items des aktuellen
Fragebogens könnten dann als Grundlage für Test-Items dienen. In diesen würden dann
Situationen beschrieben, in denen man eine oder mehrere vorgegebene
Entscheidungsoptionen auswählen muss.</p>
      <p>Der Workshopbeitrag stellt die Entwicklung des Kompetenzrasters vor und gibt einen
Ausblick auf die künftigen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der
eLearningQualifikationsreihe.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
      <p>[AKB01]
[Bü11]
[EMT17]
[ET18]</p>
      <p>Anderson, L. W.; Krathwohl, D. R.; Bloom, B. S.: A Taxonomy for
Learning, Teaching, and Assessing. A Revision of Bloom’s Taxonomy of
Educational Objectives. Longman Publishing Group, London, 2001.
Bühner, M.: Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion. Pearson
Studium, München u.a., 2011.</p>
      <p>Eichhorn, M.; Müller, R.; Tillmann, A.: Entwicklung eines
Kompetenzrasters zur Erfassung der "Digitalen Kompetenz" von
Hochschullehrenden. In (Igel, C. Hrsg.): Bildungsräume. Proceedings der
25. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft 5. bis 8.
September 2017 in Chemnitz. Waxmann, Münster, New York, 2017; S.
209–219.</p>
      <p>Eichhorn, M.; Tillmann, A.: Digitale Kompetenzen von
Hochschullehrenden messen. Validierungsstudie eines Kompetenzrasters.
Erscheint in:. In (Krömker, D.; Schröder, U. Hrsg.): DeLFI 2018 - Die 16.</p>
      <p>E-Learning Fachtagung Informatik, Bonn, 2018.
[Fe12]
[Hi10]
[Po00]
[RHF13]
[Sc12]
[We08]
[ET18]</p>
      <p>Ferrari, A.: Digital Competence in Practice: An Analysis of Frameworks ,
Sevilla, 2012.</p>
      <p>Hilzensauer, W.: Theoretische Zugänge und Methoden zur Reflexion des
Lernens. Ein Diskussionsbeitrag. Bildungsforschung, Bd. 2 (2008):
Reflexives Lernen. In Bildungsforschung, 2010, 5; S. 1–18.</p>
      <p>Porst, R.: Question Wording - zur Formulierung von Fragebogen-Fragen,
Mannheim, 2000.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Reinmann</surname>
            ,
            <given-names>G.</given-names>
          </string-name>
          ; Hartung,
          <string-name>
            <given-names>S.</given-names>
            ;
            <surname>Florian</surname>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>A.</surname>
          </string-name>
          :
          <article-title>Akademische Medienkompetenz im Schnittfeld von Lehren, Lernen, Forschen und Verwalten</article-title>
          . http://gabireinmann.de/wpcontent/uploads/2013/07/AkademischeMedienkompetenz_Reinmann_Hart ung_Florian.pdf,
          <volume>13</volume>
          .
          <fpage>10</fpage>
          .
          <year>2016</year>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref2">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Schiefner-Rohs</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          :
          <string-name>
            <surname>Kritische</surname>
          </string-name>
          Informations- und
          <string-name>
            <surname>Medienkompetenz</surname>
          </string-name>
          .
          <article-title>Theoretisch-konzeptionelle Herleitung und empirische Betrachtungen am Beispiel der Lehrerausbildung</article-title>
          . Waxmann, Münster u.a.,
          <year>2012</year>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref3">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Wedekind</surname>
            ,
            <given-names>J.</given-names>
          </string-name>
          :
          <article-title>Medienkompetenz für (Hochschul-</article-title>
          )
          <string-name>
            <surname>Lehrende</surname>
          </string-name>
          . In zeitschrift für e-learning,
          <year>2008</year>
          , 3; S.
          <fpage>24</fpage>
          -
          <lpage>37</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref4">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Eichhorn</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Tillmann</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          :
          <article-title>Digitale Kompetenzen von Hochschullehrenden messen</article-title>
          .
          <source>Validierungsstudie eines Kompetenzrasters. Erscheint in: Proceedings der 16. E-Learning-Fachtagung Informatik, Lecture Notes in Informatics (LNI)</source>
          ,
          <source>Gesellschaft für Informatik</source>
          , Bonn,
          <year>2018</year>
        </mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
  </back>
</article>