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        <journal-title>Frankfurt, Germany, September</journal-title>
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      <title-group>
        <article-title>Education 4.0 for Tall Thin Engineer Competencies - Blended Learning 4.0 Process with Learning Analytics Cockpit</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Monica Ciolacu</institution>
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        <year>2018</year>
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      <volume>10</volume>
      <issue>2018</issue>
      <fpage>3</fpage>
      <lpage>12</lpage>
      <abstract>
        <p>This paper presents our results from Education 4.0, didactically implemented with an efficient Blended Learning 4.0 (BL 4.0) Process. During the reflection phase of the BL 4.0 Process we build up a Learning Analytics Cockpit (LA Cockpit). Therefore the Neural Network (NN) learn from the click data and the achieved points in the control questions of the courses (the first two months) as well as the pass / fail (classification) or the achieved points (regression) in the exam. We test the learned NN during the next execution of the learning course (achieved forecast accuracy 76%-100% in the classification) and use it again during the next semester. The learning of the NN and the testing are proceeding to the LA use. LA cockpit, implemented in PHP as a plugin for the learning management system Moodle, is only used to apply the learned NN during the working phase. We have learned NN for three courses. We have been able to test the effects of using the cockpit in two simulations by carrying out the first successful applications in courses mathematics and information and knowledge management of business administration degree in WS 17/18 and SS 18. Based on these forecasts, warning e-mails were sent to students classified as at risk. This almost halved the failure rate.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>(NN) aus den Klickdaten und den erreichten Punkten in den Kontrollfragen der Kurse (der ersten
zwei Monate) sowie das Bestehen/Nichtbestehen (Klassifikation) bzw. die erreichten Punkte
(Regression) in der Klausur lernen. Dann testen wir die gelernten NN bei der nächsten
Durchführung des Kurses (erreichte Prognosegenauigkeit 76%-100% bei der Klassifikation) und
setzen sie bei der nächsten Kursdurchführung ein. Das Lernen der NN und das Testen sind dem
Cockpiteinsatz vorgelagert. Das LA Cockpit, das in PHP als Plugin zum Lernmanagementsystem
Moodle implementiert ist, dient nur in der Arbeitsphase zur Anwendung des gelernten NN. Bisher
lernten wir NN für drei Kurse und konnten in zwei Simulationen die Auswirkungen des
CockpitEinsatzes testen indem wir im Fach Mathematik und im Fach Informations- und
Wissensmanagement (IWM) des Studiengangs Betriebswirtschaftslehre im WS 17/18 bzw. SS 18
erste erfolgreiche Anwendungen durchführten. Basierend auf den Prognosen wurden
Warn-EMails an als gefährdet eingestufte Studierende verschickt. Dadurch konnten die Durchfallquote in
Mathematik und die Nichtantrittszahl in IWM nahezu halbiert werden.
1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Motivation</title>
      <p>Der Lernprozess für die Zukunft designt mit evidenzbasierten Entscheidungen auf der
Grundlage von Learning Analytics Design [If17] und Machine Learning Methoden wird
immer aktueller. Dies ist notwendig, da durch Industrie 4.0 die Anforderung nach
hochqualitativer Aus- und Weiterbildung auch in quantitativer Hinsicht entsteht. Gemäß
der Studie High Tech Führungsfähigkeiten für Europa [Ht17] ist dies unter anderem auf
die vielen Umschulungsmaßnahmen zurückzuführen. Andererseits entsteht durch die
sehr guten Erfolge der Künstlichen Intelligenz (KI) in jüngster Zeit auch ein erhöhter
Bedarf an Technologie für 4.0-Elemente in der Lehre.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Kompetenzvermittlung für „4.0“ erfordert angepasste Curricula und Didaktik</title>
      <p>Der zukünftige Ingenieur, der die Industrie-4.0-Anforderungen meistert, ist ein so
genannter „Tall Thin Engineer“ (TTE) [Ci17a] mit den Kompetenzen wie Innovation,
Künstliche Intelligenz (KI) Methoden, Kreativität, KI unterstütze Entscheidungen und
Führung. Auf der diesjährigen Hannover-Messe wurden die Ergebnisse des VDE Tec
Report 2018 vorgestellt: Unternehmen fordern eine starke Innovationsoffensive für
Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die digitale Transformation zu
meistern und im internationalen Wettbewerb auf Augenhöhe zu bleiben. Weiteren
Umfrageergebnissen zufolge fordern 73% der befragten VDE-Unternehmen und
Hochschulen, (universitäre) Ausbildungsangebote im Bereich KI an die
Notwendigkeiten anzupassen und neu zu strukturieren [VD18]. Jede Branche (Logistik,
Industrie, Dienstleistung, Verwaltung usw.) wird in den nächsten Jahren die
Herausforderung von 4.0 (Vernetzung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI))
spüren und muss mit 4.0-Konzepten reagieren, um die eigene Existenz nicht zu
gefährden. Jede Branche hat einen Bedarf nach Akademiker-4.0-(A 4.0) Kompetenzen.
Denn das steigende Bedürfnis nach Wissen und den Kompetenzen von Akademikern 4.0
in der digitalen Gesellschaft braucht „future ready curricula“ und die Anpassung von
didaktischen Methoden (Abbildung 1). In diesem Abbildungsprozess spielen
Praxisprojekte, die von der Industrie zertifiziert sind, eine wichtige Rolle [Sv18].</p>
      <p>Abb. 1: Curricula und didaktische Methoden zur Erlangung von 4.0-Kompetenzen
Ein Beispiel eines an 4.0 angepassten „future ready curricula“ ist der in Y-Modus
aufgebaute Studiengang Informatik an der TH Deggendorf (Start 2019), der in seinem
stark von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägten Ast die entsprechenden KI-Module
enthalten würde.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Definition Education 4.0 und Blended-Learning-4.0-Prozess</title>
      <p>Es bestehen mehrere Definitionen zu Education 4.0 (Lehre 4.0) an Hochschulen, wie
beispielsweise die von Scheer und Riebe (2015) und Schildhauer (2016), wobei
Personalisierung und Adaption der Lernumgebung die bestimmenden Eigenschaften
sind. Da empirische Untersuchungen einen Notenvorteil von bis zu 0,4 Graden bei
Blended Learning gegenüber der reinen virtuellen Lehre ergeben haben [PB14], sollen
die Vorlesungen bei „Education 4.0“ in Form von Blended Learning stets einen sehr
interaktiven Präsenzteil einschließen. In jüngster Zeit konnten die Forschungen zur KI
beeindruckende Entwicklungssprünge verzeichnen, sodass etliche KI-basierte Techniken
wie Maschinelles Lernen in Industrie, Wirtschaft und Privatleben einziehen konnten.</p>
      <p>Daher sollte Education 4.0 einen starken KI-Anteil enthalten. So definierten die Autoren
in [Ci17b] den Begriff „Education 4.0“ durch virtuelle Kurse mit einer interaktiven
Präsenz in Form von Blended Learning und sieben KI-gesteuerten Merkmalen als
wesentliche Herausforderungen in der Bildungstechnologie: personalisierter
Lernprozess, spielerisches Lernen mit Virtual Reality/Augmented Reality (VR/AR),
Communities of Practice, adaptive Technologien, Lernanalyse, intelligente Chatbots und
E-Assessments.</p>
      <p>Wir realisierten ein Früherkennungssystem in Blended-Learning-Kursen auf Basis des
zyklischen Modells nach Zimmerman [PT14] mit einem personalisierten Test zu
Semesterbeginn, adaptiven Kursen auf Basis von B. F. Skinner [Sk59] und N. A.
Crowder [Cr60], Autotutor mit interaktivem Buch, interaktivem Video und
Lernkontrolle mit automatischer Rückmeldung zum Verstärkungslernen.</p>
      <p>Abb. 2: Die 7 Phasen des Blended-Learning-4.0-Prozesses
Der Blended Learning 4.0 Prozess besteht aus folgenden 7 Phasen (siehe Abbildung 2):
1.</p>
      <p>Orientierungsphase: Einstiegstest über die Eingangskompetenzen [PC17] und ein
Überblick über den Kursaufbau (vorausschauende Phase) [PBC18],
Aktivitätsdiagramm mit den damit erreichten Noten zur Motivation und Lernplan
(strategische Planung) [Ci17b] und Lernziele [SI18].</p>
      <p>Digitale Vorbereitungsphase: Personalisierung des Inhaltes nach zwei Lerntypen:
interaktives Buch und interaktives Video [Ci17a], Lernkontrolle und
Selbstbeobachtung mit Adaptabilität von Antworten [PBC18].</p>
      <p>Interaktive Präsenzphase: Gruppenarbeit und Fallstudien-Besprechung [PC17].
Vernetzung: „Communities of Practice“ (CoP) von Studierenden für Studierende
dokumentieren und lernen [PC17].</p>
      <p>Nachbereitung: Chatbots – “intelligente“ Teletutoren beantworten einfache Fragen
mit Fachwissen aus dem Skript. Ihre Intelligenz kommt von der Verwendung einer
Ontologie [PBC18].</p>
      <p>Reflexionsphase: Frühwarnsystem aktivieren, auf Neuronalen Netzen basiert. Das
LA Cockpit ist mit einer einfach bedienbaren Moodle-Weboberfläche gestaltet
und dient zur Selbstkontrolle und Selbstbeobachtung. Zukunftsszenario wäre, aus
dynamischen und statischen Daten von Studenten das Cockpit zu erweitern.</p>
      <p>Evaluationsphase: E-Assessments - Ein Teil der Klausuren sind automatisch
ausgewertete Kompetenztests. Wir experimentieren mit der Latenten
Semantischen Analyse (LSA) und Word2Vec in dieser Phase [PBC18].</p>
      <p>In der Nachbereitungs- und Reflexionsphase machen die Studenten zyklisch meist mit
der digitalen Vorbereitungsphase weiter.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Das Learning Analytics Cockpit</title>
      <p>Das Learning Analytics Cockpit (LA Cockpit) ist ein an der Technischen Hochschule
Deggendorf (THD) entwickeltes Plugin für die Lernplattform Moodle und stellt den
Studierenden eine Prognose des zu erwartenden Klausurerfolgs in ausgewählten Kursen
zur Verfügung. Die Universität Mannheim forscht an „LA Profile“, einer Applikation für
Lerner-zentrierte Eingabeaufforderungen [KI18]. Beim selbst-regulierten Lernprozess
von Zimmerman [Zi00] wird in der Reflexionsphase an der TU Darmstadt eine
Lerntagebuchanwendung [NR17] verwendet.</p>
      <p>Das Lernen und Testen des Neuronalen Netzes (NN) je Kurs ist nicht Teil des LA
Cockpit, das die gelernten NN nur anwendet. Zum Lernen werden zurzeit noch die
Klick-Daten und die erreichten Punkte in den Kontrollfragen händisch herausgezogen,
nach Monaten aggregiert und ggf. standardisiert. Benutzername ist mit MD5
verschlüsselt. Es folgt eine Zusammenführung dieser Daten mit dem Klausurergebnis
mit dem gleichen MD5-Schlüssel. Anschließend werden mithilfe von TensorFlow oder
R NN-Modelle gelernt bzw. getestet. Da die Berechnung der Gewichte ein Nichtlineares
Optimierungsproblem darstellt, kann man in lokalen Minima landen. TensorFlow hat
dagegen eine adaptive Lernrate eingesetzt. Beim R muss man mit unterschiedlichen
Startwerten der Gewichte das NN mehrmals anwenden und die beste Lösung (bei
Verwendung der Testdaten des nächsten Semesters) auswählen, um näher am Optimum
zu sein.</p>
      <p>Das Cockpit befindet sich noch in der Evaluation. Es erzeugt in der
MoodleNavigationsleiste einen neuen Eintrag „Learning Cockpit“. Beim erstmaligen Auswählen
eines bestimmten Kurses wird dem Studenten eine Erklärung über die erhobenen Daten
präsentiert und die Zustimmung eingeholt, dass der Student mit der Verwendung der
Daten einverstanden ist. Zudem wählt er seinen Studiengang und den Kurs, mit dem die
Analyse der Kursdaten erfolgen soll. Beim Aufrufen des Cockpits sind die Kurse, für die
eine Prognose möglich ist, besonders gekennzeichnet. Die Möglichkeit einer Prognose
hängt vom verwendeten Modell ab, in der Regel sind Prognosen nach zwei bzw. drei
Monaten möglich.</p>
      <p>Die Berechnung der Prognose hat zum Ziel, dem Studierenden eine Einschätzung seiner
Lernaktivitäten auf Basis von Erfahrungswerten früherer Kurse zu geben und langfristig
die Dropout-Quoten in den Studiengängen zu verringern (Abbildung 3). Die gezeigte</p>
      <p>Prognose soll bei den Studierenden im Rahmen der Reflexionsphase für eine Änderung
des Lernverhaltens sorgen. Die Nutzung erfolgt freiwillig und erst nach ausdrücklicher
Zustimmung des Studierenden, eine Nicht-Benutzung hat keine negativen Konsequenzen
hinsichtlich Klausurteilnahme und -Benotung.</p>
      <p>Abb. 3 Learning Analytics Cockpit
Das Ergebnis mitsamt Prognose des Klausurerfolgs wird dem Nutzer in einer Übersicht
präsentiert. Es erfolgt keine Speicherung, weder der aggregierten Logdaten noch des
prognostizierten Klausurerfolgs. Die Daten werden bei jedem Aufruf des Cockpits neu
generiert und einmalig in die Webseite, welche dem Nutzer das Ergebnis anzeigt,
eingebaut. Der Zugriff auf die Logdaten eines Nutzers durch das Cockpit sowie die
Generierung der Prognose ist nur durch den jeweiligen Nutzer selbst möglich, ein
Zugriff auf die Daten anderer Personen ist nicht möglich (auch nicht durch Dozenten).
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Implementierung</title>
      <p>Das Cockpit nutzt eine generische Plugin-Schnittstelle von Moodle (local plugins),
worüber neue Funktionalitäten ins System eingespielt werden. Die Extraktion der
Logdaten des aufrufenden Nutzers, sowie die Anzeige des Prognoseergebnisses werden
vom Plugin selbst vorgenommen, während die Berechnungen an ein lokales, auf dem
Webserver installiertes Python-Programm (im Fall von TensorFlow) bzw. an die
ShinyApp mit virtualisierter R Umgebung weitergegeben werden. Diese Programme nehmen
ggf. eine Vorbereitung der Daten vor (Standardisierung) und geben diese an das NN
weiter. Aufgrund der Werte in den Ausgabeneuronen werden dann auf das
Bestehen/Nicht-Bestehen bzw. in der Klausur erreichte Punkte geschlossen (Abb. 4).
Nach der Bestätigung des Datenschutzes werden vom Cockpit die Kurs-Logdaten des
Studenten aus der Moodle-Datenbank gelesen und nach bestimmten Zeitintervallen
aggregiert. Diese Daten werden anschließend an das Python-Programm bzw. die
ShinyApp übergeben, welche zu den übergebenen Werten eine Prognose des Klausurerfolgs
mithilfe von NN durchführen. Das Neuronale Netz (NN) berechnet das
Prognoseergebnis mithilfe von abstrakten internen Gewichten, die keinen Rückschluss
auf einzelne Personen/-gruppen zulassen.</p>
      <p>Abb. 4: Automatisierter Prozess der Prognose
Das NN in Python wurde mithilfe von TensorFlow-Frameworks von Google sowie der
High-Level-API Keras trainiert, welche einen einfacheren Zugriff auf die wichtigsten
Funktionalitäten von TensorFlow ermöglicht. Da für unterschiedliche Kurse teils
unterschiedliche Lernformen (z.B. Blended Learning vs. rein virtuell) eingesetzt werden,
wird dies während des Trainings der Netze im Vorbereitungsschritt berücksichtigt und
ein eigenes NN für jeden Kurs angelegt. Das LA Cockpit ruft für die Prognose das
jeweils passende hinterlegte Netz auf.</p>
      <p>Im Fall von R werden die aggregierten Log Daten mittels einer REST-API an die
ShinyApp übertragen, welche auf einem Container an der THD ausgeführt wird, und das
Ergebnis per http Response vom Cockpit eingelesen.
6</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Da die Wirkung des Cockpits im Realbetrieb nicht mehr statistisch ausgewertet werden
kann, simulierten wir seinen Einsatz im WS 17/18 in Mathematik (Mathe.) und im SS 18
in Informations- und Wissensmanagement (IWM) derart, dass wir allen vom NN
ermittelten Gefährdeten (20 in Mathe. und 38 in IWM) eine entsprechende Warn-Email
schicken ließen. Tabelle 1 zeigt mit welchen Datensätzen wir in welchen Semestern die
neuronalen Netze trainiert (WS 15/16 Mathe, SS 16 IWM) bzw. getestet (WS 16/17
Mathe, SS 17 IWM) hatten und wie viele Studierende in der Anwendungsphase
(Simulation) (WS 17/18 Mathe, SS18 IWM) einbezogen waren. Tabelle 2 zeigt die
Prognosegenauigkeit in der Testphase.</p>
      <p>Bisher simulierten wir das Cockpit in drei Kursen: Mathematik und IWM im
Studiengang BWL und Informationsmanagement (IM) im Studiengang</p>
      <p>Wirtschaftsinformatik (WI). Zu WI haben wir noch keine empirischen Ergebnisse. Die
beteiligten Studierenden können der Tabelle 1 entnommen werden.</p>
      <p>Bei der ersten Anwendung der Simulation dieses LA Cockpit (gelerntes NN für
Klassifikation hatte Prognosegenauigkeit von 76%; siehe Tabelle 2) im WS 17/18 im
Studiengang BWL konnte die Durchfallquote in Mathematik auf 11% nahezu halbiert
werden, während sie mit der gleichen Klausur in anderen Studiengängen unverändert bei
35 % lag. Im SS 18 wurde dieses Frühwarnsystem Ende Juni im Studiengang BWL im
Fach IWM eingesetzt, denn die Prognosegenauigkeit war in diesem Fach 85%, siehe
Tabelle 2. Dadurch konnte die Zahl der Studierenden, die nicht zur Prüfung angetreten
sind, im Vergleich zu den Vorjahren halbiert werden und die Durchfallquote betrug 4 %
während sie in der Testgruppe bei 24% lag.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Phasen</title>
      <p>Lernphase
Testphase
Anwendungsphase
Gefundene Gefährdete</p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>BWL Mathe BWL IWM WI IM</title>
      <p>Neben der Klassifikation mit Bestehen/Nichtbestehen fand die Regression Einsatz, die
die erreichten Klausurpunkte lernt und prognostiziert. So haben wir Klickdaten und
Kontrollfragenpunkte zusammen mit den erreichten Klausurpunkten zur Regression
mittels NN verwendet, um die erreichten Punkte in der Prüfung zu prognostizieren. Im
Studiengang WI wurde mit den Daten vom SS 16 (60 Studenten) gelernt, und das
Modell mit den Daten aus dem SS 17 (39 zur Prüfung angetretene Studierende) getestet.
Bei den Studierenden, die zur Klausur angetreten sind, wurde eine Streuung σ=14
Punkten um den prognostizierten Wert erreicht. Beim Trainieren der BWL-Studierenden
mit den Daten vom SS 16 (110 Studierende) und dem Testen mit den Daten vom SS 17
(82 Studierende), die an der Prüfung teilgenommen haben, betrug die Streuung σ=17,5
Punkte. Die Topologie der beiden NN ist durch neun Eingabe-Neuronen
(KL.SUM.3-45, QU.PUN.3-4-5, QU.ANZ.3-4-5), vier versteckte Neuronen und ein Ausgabe-Neuron
spezifiziert.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-10">
      <title>Model</title>
      <p>BWL Math.</p>
      <p>BWL IWM</p>
      <p>ACC
Die Topologie des besten NN-Modells im Studiengang WI bei der Klassifikation sieht
wie folgt aus:
•
•
•
•</p>
      <p>Vier Eingabe-Neuronen: Summen der erreichten Quizpunkte (QU.PUN) und
Anzahl der Klicks (KL.SUM) innerhalb der ersten beiden Semestermonate
Drei versteckte Neuronen: logistische Aktivierungsfunktion
Nur ein Ausgabe-Neuron: „Sum of Squared Errors“ als Fehlerfunktion</p>
      <p>Algorithmus „rprop+“; Resiliente Backpropagation.
7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-11">
      <title>Fazit und Ausblick</title>
      <p>Dieser Artikel demonstriert Schritte zur Erzeugung von 4.0-Kompetenzen und legt den
Fokus im Blended-Learning-Prozess auf die Reflexionsphase. In der Simulation des LA
Cockpits wurden bereits erste Ergebnisse des Einsatzes von NN zur Prognose erzielt, die
aufzeigen, dass es besonders effizient wirkt. Dieses Frühwarnsystem motiviert durch
Noten- und Klausurpunkteprognosen, womit die Durchfallquote verringert wird. Es wird
eine tiefere Analyse angestrebt, die die veränderten Interaktionen mit dem Lernmaterial
identifizieren soll. Das LA Cockpit, integriert in den Blended-Learning-4.0-Prozess, hilft
den Studierenden, ihren selbstregulierten digitalen Lernprozess zu individualisieren und
sich durch Notenprognosen zu motivieren, sowie ihre Fehlerquote zu reduzieren. Eine
weitere Entwicklung wäre der Smart Monitor mit Biofeedback für sensorbasiertes
Lernen, wie im LISA Projekt, um mehr über den emotionalen und kognitiven Zustand
eines Lernenden zu erfahren [Yu17].</p>
    </sec>
    <sec id="sec-12">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
      <p>[Ci17a]
[Ci17b]
[Cr60]
[Ht17]</p>
      <p>Ciolacu, M.; Svasta, P.; Berg W.; Popp, H.: Education 4.0 for Tall Thin Engineer in
Data Driven Society. In: Proc. 23nd International Symposium SIITME, IEEE,
Constanta, Romania, S. 432-437, 2017.</p>
      <p>Ciolacu, M.; Tehrani, A. F.; Beer R.; Popp, H.: Education 4.0 – Fostering Student
Performance with Machine Learning Methods. In: Proc. 23nd International
Symposium SIITME, IEEE, Constanta, Romania, S. 225-226, 2017.</p>
      <p>Crowder N. A.: Automatic Tutoring by Intrinsic Programming, In: A. R. Glaser,
Teaching Machines and Programmed Learning: a source book, Washington, D.C.:
National Education Association, S. 286–298, 1960.</p>
      <p>High Tech and Leadership skills for Europe.
http://eskillsscale.eu/fileadmin/eskills_scale/all_final_deliverables/scale_conference_report_final.p
df, Stand: 21.06.2018.
[If18]
[KI18]
[NR17]
[PB14]
[PBC18]
[PC17]
[Po18]
[PT14]
[Sk59]
[SI18]
[Sv18]
[VD18]
[Yu17]
[Zi00]</p>
      <p>Ifenthaler, D.: Learning Analytics Design. In: The Sciences of Learning and
Instructional Design: Constructive Articulation between Communities. 2018.
Klasen, D.; Ifenthaler D.: Prompting in Pseudonymised Learning Analytics –
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Requirements. In Proc. of 10th Int. Conf. on Computer Supported Education
(CSEDU2018), S. 383-389, 2018.</p>
      <p>Neitzel S.; Rensing C.: Automatische Sammlung von Aktivitäten Lernender in offener
Lernumgebungen und deren Nutzung in einer Lerntagebuchanwendung. In (C. Igel et
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Lecture Notes in Informatic (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2017.
Popp, H.; Beer, R.: Evaluation virtueller Mathematik-Kurse Lernszenarien vergleich
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    </sec>
  </body>
  <back>
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