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        <article-title>Evaluation des Arbeitsprozess-inte- grierten Projektstudiums</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Frank Fuchs-Kittowski</string-name>
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          <string-name>Juliane Siegeris und Jörn Freiheit</string-name>
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          <string-name>HTW Berlin</string-name>
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      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2019</year>
      </pub-date>
      <fpage>99</fpage>
      <lpage>111</lpage>
    </article-meta>
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    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>An evaluation was carried out for the working
process-integrated project study in the in-service master
programme "Professional IT-Business" of the
University of Applied Sciences Berlin (HTW Berlin). A
survey conducted amongst students aimed to
evaluate the effectiveness of the concept of work
process-integrated project study. Eight hypotheses were
set up. The review of these hypotheses should serve
to detect possible misconceptions and breaks in the
concept. 20 of the 31 students who have completed
the project study participated in the survey. The
statistical relevance is thus limited, but the descriptive
analysis of the survey results allows conclusions to
be drawn on the potential for change and
improvement of the didactic concept underlying the project
study. In addition to the description of the
methodology and the results obtained, conclusions are
drawn from the evaluation as well as prospects for
future applications of the work process-integrated
project study.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Einführung</title>
      <p>Lebenslanges Lernen ist in der heutigen Gesellschaft
unerlässlich. Damit Lernen ein Leben lang – und
damit an verschiedenen Orten und in
unterschiedlichen Institutionen - gelingen kann, ist die
Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen (Lern- und
Arbeits-) Institutionen und Orten von zentraler
Bedeutung. Doch Durchlässigkeit - insbesondere zwischen
dem beruflichen und dem hochschulischen
Bildungsbereich – wird oftmals reduziert auf die
Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen
(Freitag et al., 2011), insb. beim Übergang vom Beruf in
das Studium, d.h. vertikal (Buhr et al., 2008).</p>
      <p>Ein großes, bisher aber kaum betrachtetes
Potenzial besteht aber in der horizontalen
Durchlässigkeit, die dadurch entsteht, dass Studierende oftmals
neben- oder auch hauptberuflich arbeiten. Dabei
wenden sie in der Hochschule erlerntes Wissen und
Fähigkeiten in der Arbeit an. Aber vor allem
erwerben sie in der Arbeit auch neues Wissen und
Kompetenzen, die sie bisher noch kaum in ihr
Hochschulstudium einbringen können. Um dieses
Potenzial zu heben, erfordert es neuartiger Konzepte zur
stärkeren Verbindung unterschiedlicher Lernorte
(insb. Lernort Hochschule mit Lernort Arbeitsplatz
in Unternehmen).</p>
      <p>Um gezielt die berufliche Handlungskompetenz
von Studierenden zu fördern und dabei den Lernort
Unternehmen zu integrieren, wurde an der HTW
Berlin ein innovatives Konzept für die
Durchführung des „Projektstudiums“ im Rahmen des
berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Professional
ITBusiness“ entwickelt (Fuchs-Kittowski et al., 2017):
Die Studierenden im Projektstudium lernen dabei
im Arbeitsprozess, in realen Projekten
(Praxisprojekt) in (ihren) Unternehmen. Das Lernen in der
Arbeit gestalten die Studierenden dabei selbst, werden
aber umfassend personell und technisch unterstützt.
Ein prozess-orientiertes Curriculum, sog.
Referenzprojekt, gibt die Lernziele vor und strukturiert das
Projektstudium. Es dient der Auswahl des
Praxisprojekts, der Planung der Arbeits- und
Lernprozesse und schließlich auch dem Nachweis des
erfolgreichen Projektstudiums. Alle Prozesse des
Referenzprojekts müssen nachweislich beherrscht
werden, indem sie bewältigt und dabei reflektiert und
dokumentiert werden.</p>
      <p>In diesem Beitrag sollen die wesentlichen
Ergebnisse der Evaluation dieses Konzepts des
Arbeitsprozess-integrierten Projektstudiums dargestellt
werden. Das Hauptziel der Evaluation lag auf der
Prüfung der Annahmen bzw. Wirksamkeit des
Konzepts des Arbeitsprozess-integrierten
Projektstudiums und der Erarbeitung von
Optimierungsvorschlägen.</p>
      <p>Dieser Beitrag ist wie folgt strukturiert: Nach der
Vorstellung des Hintergrunds der Untersuchung
(Masterstudiengang, Konzept des Projektstudiums,
Evaluation) sowie der verwendeten Methodik
werden die Ergebnisse der Umfrage präsentiert und
diskutiert und mit den Ergebnissen die Gültigkeit der
acht vorgestellten Hypothesen evaluiert. Es werden
Schlussfolgerungen für die zukünftige Anwendung
des Konzeptes der Arbeitsprozess-integrierten
Projektstudien gezogen und diskutiert. Eine
Zusammenfassung und ein Ausblick schließen den Beitrag.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Hintergrund</title>
      <p>In diesem Kapitel wird der Masterstudiengang
„Professional IT-Business“ und das Konzept des
„Projektstudiums“ kurz vorgestellt sowie das
diesem Beitrag zugrundeliegende Verständnis einer
Evaluation erörtert.</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Masterstudiengang</title>
        <p>Der Masterstudiengang „Professional IT-Business“
wird berufsbegleitend durchgeführt. Die
Studierenden erwerben insgesamt 90 Leistungspunkte bei
einer Regelstudienzeit von 4 Semestern. Davon
werden allein 30 Leistungspunkte für die drei
Projektstudien vergeben, die in den ersten drei Semestern
durchgeführt werden. Neben dem Projektstudium I
(IT-Spezialist/-in) werden im ersten Semester
Module zu den Themen Cloud Computing, Data
Analytics und Requirements Engineering durchgeführt,
im zweiten Semester wird das Projektstudium II
(Data Analyst/-in) von den Veranstaltungen Mobile
Computing und Enterprise Architecture begleitet
und im dritten Semester werden neben dem
Projektstudium III (Enterprise Architecture Manager/-in)
die Veranstaltungen IT-Security und IT-Controlling
gelehrt. Im vierten Semester erstellen die
Studierenden ihre Masterarbeit. Die Durchführung der
Projektstudien sowie die Erstellung der Masterarbeit
erfolgt hauptsächlich in den Unternehmen
berufsbegleitend von Montag bis Donnerstag. Die anderen
Module finden als Präsenzveranstaltungen freitags
und samstags an der Hochschule statt. Der erste
Jahrgang in diesem Masterstudiengang wurde zum
Wintersemester 2016 immatrikuliert.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Konzept des Projektstudiums</title>
        <p>Das Konzept für das Projektstudium
(Fuchs-Kittowski et al., 2017) fokussiert auf die Integration von
Lernen und Arbeiten. Dabei findet das Lernen und
Arbeiten nicht in der Hochschule an einer Aufgabe
eines Unternehmens statt, sondern integriert in reale
Arbeitsprozesse in den Unternehmen.</p>
        <p>Zur Systematisierung und Unterstützung
solcher Lernprozesse am Arbeitsplatz, im
Arbeitsprozess, in realen Projekten wurden a)
prozessorientierte Curricula („Referenzprojekt“), b) eine
Vorgehensweise für das Lernen im Arbeitsprozess
(„Praxisprojekt“) sowie c) organisatorische und
technische Instrumente zur Unterstützung der im
Arbeitsprozess Lernenden entwickelt (Fuchs-Kittowski et
al., 2017):</p>
        <p>Lernprozesse werden durch
Herausforderungen (Wissenslücken) in realen Projekten
(„Praxisprojekt“) initiiert. Diese Herausforderungen
sollen durch die Studierenden weitgehend
selbstgesteuert bewältigt werden. Dabei sind bestimmte
Arbeitsprozesse zu durchlaufen. Dies sind für ein
Tätigkeitsprofil (z.B. Data Analyst/-in) typische
Tätigkeiten, die in einem profiltypischen
„Referenzprojekt“ beschrieben sind, das die curriculare
Grundlage und Struktur der Qualifizierung
(Projektstudium) bildet.</p>
        <p>Personale Unterstützung erhalten die
Studierenden für das selbst gesteuerte Lernen während der
Bearbeitung ihrer Praxisprojekte durch
verschiedene Rollen, wie Fachberater, Lernprozessbegleiter,
Vorgesetzte und Kollegen/Kommilitonen. Eine
technische bzw. mediale Unterstützung erhalten die
Studierenden in Form einer Lernplattform, die
ortsund zeitunabhängiges Lernen und Arbeiten
unterstützt sowie eine individualisierte Betreuung und
Organisation der Teilnehmer ermöglicht. Zudem
nehmen die Studierenden im Semester zuvor an
einer klassischen Lehrveranstaltung (Vorlesung mit
Übung) zum relevanten Themengebiet (z.B. Data
Analytics) teil, in denen das erforderliche
Fachwissen vermittelt wird.</p>
        <p>Die Prüfung der Studierenden erfolgt nicht, wie
an einer Hochschule traditionell üblich, durch eine
Prüfung (Klausur etc.), sondern anhand einer von
jedem Studierenden einzeln erstellten
Dokumentation über die selbständige und kompetente
Durchführung von im Referenzprojekt vorgegebenen
Arbeitsprozessen.</p>
        <p>
          Im Konzept und der Bewertung des
Projektstudiums spielt die individuelle Reflektion des
Arbeitsund Lernprozesses eine wichtige Rolle. Donald
Schön prägte den Begriff der reflective practice
(
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">Schön, 1983</xref>
          ). Er plädiert für die bewusste und
systematische Reflektion der eigenen Erfahrungen und
argumentiert, dass erst durch die Reflektion der
Handlungen - während des Prozesses und danach
ein Lernprozess ermöglicht wird. In vielen
Publikationen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5 ref8">(u.a. Upchurch &amp; Sims-Knight, 1999;
Dingsoer, 2005; Prior et al., 2014)</xref>
          wird seitdem
diskutiert, wie Reflektion in die Lehre integriert und
aktiv vermittelt werden kann. Eine
Zusammenfassung verschiedener Ansätze im Bereich
SoftwareEntwicklung bietet (Burden &amp; Steghöfer, 2019).
        </p>
        <p>Im vorgestellten Projektstudium wird
Reflektion zu verschiedenen Anlässen ermöglicht und
eingefordert. Dazu zählen regelmäßige
Reflektionsgespräche, die Zwischenpräsentation, ein
Fachgespräch am Ende des Projekts, insbesondere jedoch
die abschließende Dokumentation. Mittels Fragen
zu den durchgeführten Prozessschritten werden die
Studierenden angeleitet, in der Ich-Perspektive über
Projekterfahrungen, Entscheidungen und
aufgetretene Schlüsselsituationen zu berichten und die
eigenen Aktivitäten zum Referenzprozess in Beziehung
zu setzen. Anders als bei einem
Projekt-Ergebnisbericht soll diese Art der Dokumentation (ähnlich dem
postmortem review, vgl. Dingsoer, 2005) den
Studierenden helfen, sich ihrer Lernerträge bewusst zu
werden.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-3">
        <title>Evaluation</title>
        <p>
          Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Evaluation
des Arbeitsprozess-integrierten Projektstudiums,
das bislang vom ersten Jahrgang komplett
(Projektstudium I-III) und vom zweiten Jahrgang bis
einschließlich des Projektstudiums II absolviert wurde.
Evaluation im Sinne dieses Beitrages bedeutet: die
praxisnahe Beurteilung des Projektstudiums mit
empirischen Methoden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref9">(Wottawa &amp; Thierau, 1990)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Eine Evaluation dient der rückblickenden
Wirkungskontrolle, der vorausschauenden Steuerung
und dem Verständnis von Situationen und
Prozessen. Darauf aufbauend können untersuchte
Prozesse angepasst und optimiert werden (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">Götz, 1993</xref>
          ).
Das Hauptziel der Evaluation des Projektstudiums
lag daher auf der Prüfung der Annahmen bzw. der
Wirksamkeit des Konzepts des
Arbeitsprozess-integrierten Projektstudiums. Die zentralen
Grundannahmen dieses Konzepts sollten empirisch geprüft
werden. Die Überprüfung der theoretischen
Annahmen mit der Praxis soll insbesondere dazu dienen,
mögliche Fehlannahmen und Brüche im Konzept zu
erkennen sowie Hinweise für Änderungen oder
Erweiterungen des Konzepts zu erhalten.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Methodik</title>
      <p>Dieser Abschnitt beschreibt die Methodik der
Untersuchung zur Evaluation des Projektstudiums.</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Untersuchung</title>
        <p>Die Untersuchung sollte als schriftliche
Online-Befragung der Studierenden durchgeführt werden.</p>
        <p>
          Unter der Zielsetzung der empirischen
Überprüfung der Grundannahmen des Konzepts des
Arbeitsprozess-integrierten Projekt-Studiums wurden
zu den o.g. Teilbereichen der Konzeption (a) Rolle
der Prozessorientierten Curricula
(Referenzprojekte), b) Lernen im Arbeitsprozess (Praxisprojekte)
und c) Personale, technische und fachliche
Unterstützung des Lernens in der Arbeit) sowie zur
allgemeinen Akzeptanz des Projektstudiums
(Gesamtbewertung) Hypothesen gebildet. Zu jeder der
Hypothesen wurden entsprechende Indikatoren definiert.
Auf Basis der Indikatoren wurden dann die
Erhebungsinstrumente entwickelt, eingesetzt und
ausgewertet. Zudem flossen auch Erfahrungen aus der
Durchführung des Projektstudiums in die
Interpretation der Ergebnisse ein, vgl.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">(Brand, 2014;
Mattauch &amp; Kubath, 2005)</xref>
          .
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Datenerhebung</title>
        <p>Der entstandene Fragebogen wurde Online
(SurveyMonkey) im Oktober 2018 an die Studierenden
verteilt, die das Projektstudium im Sommersemester
2018 durchgeführt hatten. Dies waren 16
Studierende aus dem aktuellen 3. Semester des
Studiengangs sowie 15 Studierende aus dem vorherigen
Jahrgang, also insgesamt 31 Studierende. Die
Fragebogenerhebungen erfolgten anonymisiert.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>Datenauswertung</title>
        <p>Insgesamt wurde der Fragebogen von 20
Studierenden ausgefüllt (Rücklaufquote: 64,5%). Die Daten
wurden mit den im Online-Befragungs-Tool
(Survey-Monkey) verfügbaren Werkzeugen
ausgewertet. Aufgrund der relativ kleinen Teilnehmerzahl
wurde auf die sonst üblichen parametrischen
Analyseverfahren verzichtet. Eine überwiegend
deskriptive Analyse der Daten, insb. die Angabe von
Absolutwerten und der prozentualen Verteilung,
erschien zweckmäßig.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-4">
        <title>Teilnehmer (Stichprobe)</title>
        <p>Von den 20 Teilnehmern haben 12 im
Sommersemester das Profil „Data-Analyst/in“ durchgeführt,
befinden sich also aktuell im 3. Semester. Die
Studierenden im vorhergehenden Jahrgang hatten im
Sommersemester 2018 die Wahl zwischen den
Profilen „Software-Developer“ (2),
„IT-Project-Coordinator“ (3) und „IT-Solution-Developer“ (3).</p>
        <p>Abb. 1: Gewähltes Referenzprojekt im SoSe2018
Die meisten Teilnehmer waren vor dem Beginn des
Master-Studiums an der HTW Berlin bereits 2-3
Jahre in der IT-Branche tätig (47,37%, n=9/19), ein
weiterer großer Teil (42,11%, n=8/19) mehr als 4
Jahre und nur ein geringer Teil nahm das Studium
nach weniger als 1 Jahr auf (10,53%, n=2/19).</p>
        <p>Abb. 2: Berufsjahre der Teilnehmer vor Studium</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-5">
        <title>Aussagekraft</title>
        <p>Einschränkend ist anzumerken, dass aufgrund der
geringen Stichprobenzahl (n = 20) die statistische
Relevanz begrenzt ist. So sind die Aussagen aufgrund
der Stichprobe nicht repräsentativ und auf ein
Projektstudium mit anderen Rahmenbedingungen
(Unternehmen, regionale Bedingungen etc.) nicht bzw.
nur bedingt übertragbar. Die erhobenen Daten
erlauben aber erste Hinweise auf eine empirische
Stabilität des Konzepts.</p>
        <p>Unter diesen Voraussetzungen erbrachte die
Evaluation die im folgenden Kapitel dargestellten
Ergebnisse.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Die Grundannahmen des Konzepts wurden in acht
Hypothesen zusammengefasst, für die jeweils
geeignete Indikatoren definiert worden waren.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Hypothese 1: Referenzprojekte sind eine gute Hilfe zur Identifizierung und Auswahl von geeigneten Praxisprojekten</title>
        <p>Als Hypothese 1 wurde angenommen, dass das
Referenzprojekt eine wesentliche Orientierungs- und
Unterstützungshilfe zur Identifikation und
Auswahl von Praxis-Projekten darstellt. Die
Studierenden wurden konkret gefragt, ob sie „anhand der im
Referenzprojekt beschriebenen Teilprozesse ein
Praxisprojekt identifizieren konnten, das sich für das
Projektstudium eignete“.</p>
        <p>Fast allen Teilnehmern ist es gelungen, ein
geeignetes Praxisprojekt zu finden. Bei 30% der
Teilnehmer geschah dies „Völlig unproblematisch“
(n=6) und bei 40% „Relativ leicht und mit geringem
Aufwand (n=8). Nur 25% der Teilnehmer hatten
„große Mühe und Aufwand (n=5) und nur einem
Teilnehmer (5%) ist es „nicht gelungen, ein
geeignetes Praxisprojekt zu finden“ (n=1). Bei Letzterem
konnte kein Projekt zum Profil „Data-Analyst/in“
gefunden werden, was in der Tat schwierig sein
kann, da sich Unternehmen bislang nicht alle mit
Data-Analytics beschäftigen.</p>
        <sec id="sec-5-1-1">
          <title>Abb. 3: Einfachheit Praxisprojekt zu finden</title>
          <p>Gründe für die aufgetretenen Schwierigkeiten sehen
die Studierenden vor allem in:
„keine Daten in ausreichender Menge/Qualität vorhanden,
Datenschutz.“
„In der Unternehmensabteilung gehört das angebotene Profil
(hier Data Analyst) nicht zum Tagesgeschäft.“
„Es war schwierig die geplante theoretische Herleitung im
Projekt der Arbeit umzusetzen, da das Vorgehen des Unternehmens
ein anderes ist.“</p>
          <p>Zusammengefasst stellten die Referenzprojekte
eine wesentliche Unterstützungshilfe zur
Identifikation von Praxisprojekten dar, wobei Probleme eher
darin bestanden, dass weder im Unternehmen
selbst, noch bei derzeitige Kunden Projekte mit dem
gesuchten Profil bearbeitet wurden. Zur weiteren
Unterstützung der Praxisprojektauswahl erscheint
es daher sinnvoll, zukünftig die Anzahl möglicher
Referenzprojekte zu erweitern und die Wahl über
alle Semester hinweg zu öffnen.</p>
          <p>Referenzprozesse inzwischen beherrschen, so dass
diese Hilfe in Zukunft nicht mehr erforderlich ist.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Hypothese 2: Referenzprojekte dienen als</title>
      </sec>
      <sec id="sec-5-3">
        <title>Strukturierungshilfe für das Lernen im Praxisprojekt</title>
        <p>Als Hypothese 2 wurde angenommen, dass das
Referenzprojekt eine wichtige Orientierungs- und
Strukturierungshilfe für das Lernen in den
Praxisprojekten darstellt. Hierzu wurde erhoben, „wie
hilfreich das Referenzprojekt bei der Durchführung
des Praxisprojekts empfunden wurde“ sowie, ob
„geplant ist, das Referenzprojekt auch in Zukunft
zur Strukturierung der Arbeit bzw. ähnlicher
Projekte einzusetzen“.</p>
        <p>Die Mehrzahl der Teilnehmer (40%, n=8) gab an,
dass das Referenzprojekt „Überwiegend hilfreich“
war, um das Praxisprojekt durchzuführen. Für 35%
war es „Etwas hilfreich“ (n=7) und für 15% sogar
„Sehr hilfreich“ (n=3). Nur 10% gaben an, dass das
Referenzprojekt „Überhaupt nicht hilfreich“ war,
um das Praxisprojekt durchzuführen (n=2). Wobei
einer der beiden Teilnehmer, die es nicht hilfreich
fanden, angab, kein geeignetes Projekt gefunden zu
haben. Der zweite Teilnehmer gab an, das Projekt
nicht als Chance wahrgenommen, sondern nur
notgedrungen gewählt zu haben - also mit der Absicht,
es mit „möglichst wenig zusätzlichem Aufwand zu
absolvieren“.</p>
        <sec id="sec-5-3-1">
          <title>Abb. 4: Referenzprojekt als Hilfe</title>
          <p>Ein relativ geringer Teil der Teilnehmer plant, das
Referenzprojekt auch in Zukunft zur Strukturierung
der Arbeit bzw. ähnlicher Projekte einzusetzen. Ein
etwas größerer Teil plant dies nicht. Aber die
Mehrheit weiß dies noch nicht. Da das Referenzprojekt
für die große Mehrheit „hilfreich“ war, ist dies
wahrscheinlich darin begründet, dass die
Studierenden zum einen bereits in festen Kontexten in den
Unternehmen arbeiten und es unsicher ist, ob die
Studierenden in Zukunft in den Themen der
Referenzprojekte arbeiten werden oder zum anderen die</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-3-2">
          <title>Abb. 5: Einsatz in Zukunft</title>
          <p>Zusammengefasst hat sich das Referenzprojekt bei
der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer als
Orientierungs- und Strukturierungshilfe zur
Durchführung der Praxisprojekte bewährt. Es wurde von
der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer als
wichtige Hilfestellung zur Durchführung des
Praxisprojekts eingeschätzt und soll zumindest von
einem Teil auch zukünftig als Strukturierungshilfe
eingesetzt werden.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-5-4">
        <title>Hypothese 3: Das Lernen und Arbeiten in</title>
      </sec>
      <sec id="sec-5-5">
        <title>Praxisprojekten führt zu einem Kompetenzerwerb bzw. -zuwachs im Bereich des Tätigkeitsprofils (Berufliche Handlungskompetenz)</title>
        <p>Als Hypothese 3 wurde angenommen, dass sich die
Studierenden durch das Lernen und Arbeiten in den
Praxis-Projekten die Kompetenzen des
Tätigkeitsprofils aneignen.</p>
        <p>Die Studierenden sollten beurteilen, „in welchen
Bereichen sie im Rahmen des Projektstudiums etwas
lernen“ konnten. Es sollten dazu jeweils der
Lernertrag in den Bereichen „fachlich“, „methodisch“,
„sozial“ und „persönlich“ bewertet werden. Die
Mehrheit der Teilnehmer (55%) gab an, im Bereich der
fachlichen Kompetenzen „viel“ (50%, n=10) oder
„sehr viel“ (5%, n=1) gelernt zu haben. Ähnlich
hierzu gab im Bereich der methodischen
Kompetenzen die Mehrheit der Teilnehmer (60%) an, „viel“
(50%, n=10) oder „sehr viel“ (10%, n=2) gelernt zu
haben. Überraschend ist, dass im Bereich der
sozialen Kompetenz kein Teilnehmer angab, „viel“ oder
„sehr viel“ gelernt zu haben, sondern alle
Teilnehmer angaben, „nichts“ (35%, n=7) oder „wenig“
(65%, n=13) gelernt zu haben. Dies lässt sich ggf.
dadurch erklären, dass die Studierenden ja auch
ohne das Projektstudium aufgrund ihrer
Einbindung in ihr Unternehmen Projekte durchgeführt
und Erfahrungen im Bereich der sozialen
Kompetenzen gesammelt hätten. Ebenso gaben auch nur
30% der Teilnehmer (n=6) an, „viel“ im Bereich der
persönlichen Kompetenzen gelernt zu haben.</p>
        <sec id="sec-5-5-1">
          <title>Abb. 6: Lernprozesse in Kompetenzfeldern</title>
          <p>Die Studierenden fühlen sich nach Abschluss des
Projektstudiums gut auf eine Tätigkeit in dem
Tätigkeitsprofil (Data Analyst, IT-Project-Coordinator,
IT-Solution-Developer, Software Developer) bzw.
auf zukünftige Arbeitsaufgaben vorbereitet. Sie
wurden befragt, „inwieweit das Praxisprojekt dazu
beigetragen hat, dass die typischen Arbeitsprozesse
des Profils jetzt besser beherrscht werden als
vorher“. So gibt eine klare Mehrheit (70%) an, dass das
Praxisprojekt „sehr“ (10%, n=2) bzw.
„überwiegend“ (60%, n=12) dazu beigetragen hat, die
typischen Arbeitsprozesse des Profils (Referenzprojekt)
jetzt besser zu beherrschen als vorher. Nur eine
Minderheit von 30% (n=6) gab an, dass das Praxisprojekt
„wenig“ (20%, n=4) oder „nicht“ (10%, n=2) dazu
beigetragen hat.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-5-2">
          <title>Abb. 7: Vorbereitung auf Tätigkeit Zusammenfassend führte das Lernen in den Praxisprojekten zu einem Kompetenzerwerb der Teilnehmer im Tätigkeitsprofil des Referenzprojekts.</title>
          <p>Der Lernerfolg verteilt sich dabei jedoch nicht
gleichmäßig auf die verschiedenen
Kompetenzbereiche. Während 55% und 60% der Teilnehmer
angeben, fachlich bzw. methodisch „viel“ oder „sehr
viel“ gelernt zu haben, haben nur 30% im Bereich
der persönlichen Kompetenzen „viel“ gelernt und
niemand „viel“ oder „sehr viel“ im Bereich der
sozialen Kompetenzen. Ggf. spielt die Vorerfahrung der
Teilnehmer eine Rolle, welcher in Zukunft bei der
Arbeit der Lernprozessbegleiter eine höhere
Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-5-6">
        <title>Hypothese 4: Die Studierenden entwickeln die Fähigkeit, selbständig zu lernen</title>
        <p>Als Hypothese 4 wurde angenommen, dass die
Studierenden in der Lage waren, selbst gesteuert zu
lernen. Hierzu wurde erhoben, inwieweit die
Studierenden eigenständig nach Informations- und
Wissensquellen suchten, um ihre Wissenslücken zu
schließen, sowie inwieweit die Studierenden das
Projektstudium als Chance wahrgenommen haben,
Neues zu lernen.“</p>
        <p>Die Frage, „inwieweit das Projektstudium als
Chance gesehen und aktiv genutzt wurde, um etwas
Neues zu lernen“, hat die große Mehrheit der
Teilnehmer (70%, n=14) positiv beantwortet. 40% der
Teilnehmer (n=8) taten dies „Sehr aktiv (bewusst
anspruchsvolles und passendes Projekt gesucht)“ und
30% (n=6) „Aktiv (existierendes Projekt gestaltet)“.
Lediglich 25% (n=5) machten dies „Notgedrungen
(versucht Projekt mit möglichst geringem Aufwand
auf das Referenzprojekt abzubilden)“ oder „Gar
nicht“ (5%, n=1).</p>
        <sec id="sec-5-6-1">
          <title>Abb. 8: Projekt als Chance zum Lernen nutzen</title>
          <p>Auf die Frage, „wie oft es im Praxisprojekt vorkam,
dass selbständig nach fehlenden Informationen
gesucht bzw. selbst fehlendes Wissen angeeignet
werden musste“, gab die Mehrheit der Teilnehmer (60%,
n=12) an, dass dies „häufig“ (35%, n=7) oder „sehr
oft“ (25%, n=5) notwendig war. Dies deutet zum
einen darauf hin, dass im Praxisprojekt
herausfordernde, lernhaltige Tätigkeiten durchgeführt
werden mussten (siehe Hypothese 3), und zum anderen,
dass die Studierenden eigenständig Wissenslücken
geschlossen und damit gelernt haben. 35% der
Teilnehmer (n=7) haben immerhin „Selten“
Wissenslücken selbständig geschlossen. Nur ein Teilnehmer
gab an, dass dies „Nie“ erforderlich war (5%, n=1).</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-6-2">
          <title>Abb. 9: Wissenslücken selbständig schließen</title>
          <p>
            Die folgenden Zitate stehen beispielhaft für
einen hohen eigenständigen Lernertrag:
„...die Bereitstellung der Daten waren weitaus schwieriger und
zeitintensiver zu organisieren. Das Wissen hierzu musste ich
komplett selbst erarbeiten.“
„Das Projektstudium habe ich genutzt, um mich in das eigene
Projektumfeld vertiefend einzuarbeiten und um größtmögliche
Synergien zwischen dem "Neu-Gelernten" in den LVs und dem
"Alt-Angewandten" im Unternehmen herzustellen.“
Prinzipiell fällt es Studierenden eher schwer, ihre
Projektfortschritte und Lernerträge einzuschätzen
und zu dokumentieren, vgl.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Platt, 2014)</xref>
            . Im
Konzept und der Bewertung des Projektstudiums spielt
die Reflektion des eigenen Vorgehens und
aufgetretener Schlüsselsituationen eine maßgebliche Rolle,
bei dem Ziel einen nachhaltigen Wissenserwerb
(Lernertrag) zu ermöglichen und zu kontrollieren.
Schlüsselsituationen sind solche Situationen, die
den Projektverlauf verzögern oder den Projekterfolg
verhindern, jedoch keinen inhaltlichen, sondern
einen organisatorischen Projektbezug haben, z.B.
Terminfindungsprobleme mit Entscheidern,
Sprachprobleme, mangelnde Expertise von Beteiligten. Im
Projektstudium wird Reflektion daher zu
verschiedenen Anlässen ermöglicht und eingefordert. Dazu
zählen regelmäßige Reflexionsgespräche, die
Zwischenpräsentation, ein Fachgespräch und die
Dokumentation am Ende des Projekts.
          </p>
          <p>Auf die Frage, zu welcher dieser
Reflexionsanlässe sich die Studierenden der Lernerträge des
Praxisprojekts bewusst wurden (Mehrfachnennungen),
gab knapp die Hälfte der Studierenden (52,63%,
n=10/19) an, dass sie in der Lage waren, auch ohne
die Anlässe des Projektstudiums zur Reflektion, sich
der Projektfortschritte und Lernerträge des
Projektstudiums bewusst zu machen. Die andere Hälfte
profitierte von den gebotenen Reflexionsanlässen.
Dabei fällt es den Studierenden zu Beginn des
Projekts schwerer, Projektfortschritt und Lernerträge
durch Reflexionsgespräche selbst einzuschätzen
(26,32%, n=6/19). Zentrales Instrument für die
Reflektion und die Sicherung der Lernerträge ist die
schriftliche Dokumentation (57,89%, n=11/19). Aber
auch die Reflektion im Rahmen der
Abschlussprüfung (Fachgespräch) zum Ende des Projektstudiums
ist nochmal ein wichtiger Anlass zur Reflektion
(36,84%, n=7/19).</p>
          <p>Abb. 10: Reflexionsanlässe zum Bewusstwerden
von Lernerträgen
Zusammenfassend kann die Annahme, dass die
Teilnehmer in den Praxisprojekten selbständig
lernen, prinzipiell bestätigt werden. Zu einem großen
Teil initiieren die Teilnehmer lernhaltige
Lernsituationen selbst, schließen Wissenslücken eigenständig
und sind in der Lage über Reflektion
Lernfortschritte einzuschätzen und Lernerträge zu sichern.
Andererseits hat ein nicht unerheblicher Anteil der
Teilnehmer die Chance zum Lernen nicht aktiv
genutzt, kaum die Notwendigkeit zum selbständigen
Schließen von Wissenslücken gesehen und wurden
auch die Anlässe zur Reflektion nur eingeschränkt
als notwendig erachtet. D.h. das Projektstudium
bietet die Möglichkeit zum selbständigen Lernen, stellt
dieses aber nicht notwendiger Weise sicher, was mit
den diversen Freiheitsgraden bei der Auswahl,
Durchführung und dem Abschluss des
Praxisprojekts zu tun hat. Hier spielen Aspekte der
Motivation der Studierenden eine Rolle, wie auch die
Sicherstellung lernförderlicher Rahmenbedingungen,
die die Auswahl eines geeigneten Projekts
maßgeblich beeinflussen. Diese sind bisher im Konzept des
Projektstudiums noch wenig berücksichtigt.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-5-7">
        <title>Hypothese 5: Die personalen Rollen (Fachberater, Lernprozessbegleiter etc.) sind eine wesentliche Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens der Studierenden</title>
        <p>Es wurde angenommen, dass Lernprozessbegleiter,
Fachberater, Vorgesetzte sowie Kommilitonen und
Kollegen eine wesentliche Unterstützung der selbst
gesteuerten Lernprozesse der Studierenden
darstellen. Lernprozessbegleiter sind die Dozenten und
Dozentinnen des Projektstudiums, die die
Studierenden methodisch betreuen, stets als
Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die
Projektdokumentationen bewerten und die Reflexionsgespräche mit
den Studierenden durchführen. Die Studierenden
sollten jeweils bewerten, „wie wichtig die
Unterstützung durch die Lernprozessbegleiter
(Projekt-Dozenten) in den verschiedenen Projektphasen war“.</p>
        <p>Aus den Antworten der Teilnehmer geht hervor,
dass die Unterstützung durch die
Lernprozessbegleiters wichtig ist für das „Finden eines
Praxisprojekts“ (77,77% Zustimmung, n=14/19), „Reflektieren
des Projekts (Reflexionsgespräche)“ (73,33%
Zustimmung, n= 11/19) und „Auswerten des Projekts“
(68,75% Zustimmung, n=11/19). Weniger wichtig ist
diese Hilfe für das „Planen des Praxisprojekts“
(46,67% Zustimmung, n=7/19), dem „Bearbeiten des
Projekts“ (37,5% Zustimmung, n=6/19) sowie der
„Dokumentation des Projekts“ (37,5% Zustimmung,
n=6/19).</p>
        <p>Aus den Kommentaren der Teilnehmer geht
zudem hervor, dass ein Mentor (Rolle des
Vorgesetzten) aus dem Unternehmen gewünscht wird, der die
Studierenden beim Finden eines geeigneten Projekts
unterstützt und ihnen bei der Bearbeitung den
Rücken freihält: „Es wäre sicher hilfreich, wenn von Beginn an
JEDER Student einen unternehmensinternen Mentor (z.B. der
Manager, der Kollege mit Erfahrung zum Studium, etc.) an der
Seite hat, der über die Lerninhalte des Studiums im Bilde ist und
eventuell proaktiv zur Vorbereitung (z.B. Themensuche)
beitragen und den er fragen kann.“</p>
        <p>Aus den Kommentaren der Teilnehmer wird
ebenfalls die Bedeutung der Unterstützung der
Studierenden über den Austausch der Studierenden
untereinander deutlich. Aus den Kommentaren geht
auch hervor, dass mehr Präsenz im Projektstudium
und eine Intensivierung des Austauschs unter den
Kommilitonen gewünscht wird: „Die Kommilitonen
waren sehr zurückhaltend und ich glaube, es wäre ein Mehrwert
gewesen, hätten wir gewusst, wer was bearbeitet.“ sowie „Öfter
eine Präsenzveranstaltung!“ sowie „Ich finde es auch sinnvoll,
wenn man nach Projektabschluss die Ergebnisse im eigenen
Kurs präsentieren würde. Das Interessante ist ja nicht nur die
„Abarbeitung“ der Methodik, sondern der Einblick in andere
Themen, Ansätze und Unternehmen. Dies würde auch den
Austausch im Studiengang fördern.“
Abb. 11: Unterstützung durch Lernprozessbegleiter</p>
        <p>Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass
eine Unterstützung durch einen
Lernprozessbegleiter über das ganze Projekt hinweg, also am Anfang
(Projektfindung), während des Projekts (Reflektion)
und auch am Ende des Projekts (Auswerten) wichtig
ist, um Lernerträge zu identifizieren und zu sichern.
Dabei ist diese Unterstützung nicht für alle
Tätigkeitsbereiche gleichermaßen wichtig. Es gibt auch
Phasen bzw. Tätigkeiten, bei denen eine fachliche
Unterstützung hilfreich ist. Zudem ist für bestimmte
Aspekte auch die Unterstützung durch einen
Mentor (Vorgesetzter) und der Austausch unter den
Studierenden wichtig.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-8">
        <title>Hypothese 6: Unterstützung des selbstge</title>
        <p>steuerten Lernens der Studierenden durch</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-9">
        <title>IT-Unterstützung (Medien bzw. E-Learning</title>
      </sec>
      <sec id="sec-5-10">
        <title>Umgebung)</title>
        <p>Als Hypothese 6 wurde angenommen, dass die
ELearning-Umgebung (moodle) eine wichtige
Unterstützung für das Lernen der Teilnehmer darstellt.
Hierzu wurde gefragt, „ob sich die Teilnehmer mehr
Informationen oder Austausch über die
Lernplattform (moodle) gewünscht hätten“.</p>
        <sec id="sec-5-10-1">
          <title>Abb. 12: Nutzung der Lernplattform</title>
          <p>Nur ca. ein Drittel der Teilnehmer (35%, n=7) gab an,
dass sie sich mehr Informationen oder Austausch
über die Lernplattform (moodle) gewünscht hätten.
Die deutliche Mehrheit (65%, n=13) hat diesen
Wunsch nicht.</p>
          <p>Bei der Auswertung der Kommentare wird
deutlich, dass die Lernplattform kaum für den
individuellen Wissenserwerb zur fachlichen
Bewältigung des Projekts genutzt wurde (klassisches
ELearning). Vielmehr war die Plattform wichtig für a)
die Organisation der Lehrveranstaltung, b) den
Austausch mit den Dozenten und c) den Austausch mit
den anderen Studierenden. Zu a) „Frühere Abgabe des
Projektes sollte ermöglicht werden.“, „Informationen zur
geplanten Herangehensweise“, „Beispiele wären hilfreich
gewesen“, b) „Da die Dozenten versuchen, ALLE Fragen auch auf
die Moodle-Plattform (also für alle) zu bringen, ist man über die
wichtigsten Punkte meist informiert. Das sollte auch so
beibehalten werden.“ zu c) „Eventuell Vorstellung der Themen
anderer Kommilitonen, um ähnliche Problematik zu identifizieren
und Herangehensweise diskutieren zu können.“.</p>
          <p>Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass
eine E-Learning-Plattform im klassischen Sinne
nicht erforderlich ist, da die Studierenden sich das
erforderliche Wissen selbständig aus Quellen im
Unternehmen (Kollegen, Bücher etc.) oder im
WWW beschaffen. Wichtig ist aber eine
OnlinePlattform für die formale Organisation der
Lehrveranstaltung, aber vor allem für den Austausch mit
den Dozenten sowie zwischen den Studierenden
untereinander.</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-5-11">
        <title>Hypothese 7: Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens der Studis durch fachliche Fundierung</title>
        <p>Als Hypothese 7 wurde angenommen, dass die
klassische Lehrveranstaltung zum Themengebiet des
Praxisprojekts im vorherigen Semester eine wichtige
fachliche Unterstützung für das Lernen und die
Bewältigung des Praxisprojekts der Teilnehmer
darstellt. Hierzu wurde die Teilnehmer, die das Profil
„Data-Analyst/-in“ gewählt hatten, befragt,
„inwieweit die angebotene, klassische Lehrveranstaltung
(Data Analytics) bei der Bewältigung des Projekts
geholfen hat“.
Dabei gaben alle 12 Studierenden, die das Profil
„Data-Analyst/-in“ gewählt hatten (100%, n=12), an,
dass sie im Rahmen der klassischen
Lehrveranstaltung überwiegend Dinge gelernt haben, die für das
Praxisprojekt wichtig und nützlich waren. Keiner
der Teilnehmer (n=0) gab an, dass sie das
Praxisprojekt auch ohne die vorherige Lehrveranstaltung
hätten erfolgreich bewältigen können. Interessant ist,
dass 15% (n=3) der Teilnehmer aussagten, dass
aufgrund der klassischen Lehrveranstaltung das
Projektstudium zu dem Thema „Data Analytics“ nicht
mehr erforderlich ist, um Probleme in der Praxis
selbständig zu lösen. Es muss sich also um eine sehr
gute, praxisorientierte Lehrveranstaltung gehandelt
haben.</p>
        <p>Abb. 13: Fachliche Fundierung „Data Analytics“</p>
        <p>Zusammenfassend scheint die vorhergehende
klassische Lehrveranstaltung eine große Bedeutung
für den Erfolg des Praxisprojekts zu haben. Darin ist
wahrscheinlich auch die geringe Bedeutung eines
„Fachberaters“ als unterstützende personale Rolle
begründet.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-12">
        <title>Hypothese 8: Akzeptanz des Projektstudiums</title>
        <p>Als Hypothese 8 wurde angenommen, dass das
Projektstudium für die Studierenden eine attraktive
Form der Lehre darstellt (Akzeptanz-Hypothese).
Hierzu sollte jeweils bewertet werden, „inwieweit
ein persönlicher Gewinn aus dem Projektstudium
gezogen wurde“, „worin ungünstige Bedingungen
bestanden“ und „was in Zukunft verbessert werden
könnte“ sowie, ob „es leicht fiel, die Dokumentation
zu erstellen“.</p>
        <sec id="sec-5-12-1">
          <title>Abb. 14: Persönlicher Gewinn</title>
          <p>Die große Mehrheit der Teilnehmer (65%, n= 13) gab
an, dass das Projektstudium als gewinnbringend für
die persönliche und fachliche Entwicklung
empfunden wurde. 40% (n=8) gaben an, dass das
Projektstudium dazu beigetrage hat, dass die eigenen
Kompetenzen im Unternehmen sichtbar wurden. Zudem
gaben 25% (n=5) an, dass sie an Projekten beteiligt
wurden, die sie sonst nicht hätten bearbeiten
können.</p>
          <p>Als „ungünstige Bedingungen in den
Unternehmen, die die Arbeit am Praxisprojekt
beeinträchtigten“, wurden vor allem ausgewählt
(Mehrfachnennungen möglich):
•
•
•</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-12-2">
          <title>Nicht genug Zeit verfügbar (61,11%,</title>
          <p>n=11/18)
Schwer in meinem Unternehmen ein
passendes Projekt zu finden (55,56%, n=10/18)
Praxisprojekt nicht im gewohnten
Arbeitsumfeld möglich (38,89%, n=7/18)</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-12-3">
          <title>Abb. 15: Ungünstige Bedingungen</title>
          <p>Fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte (5,56%,
n=1/18) und erforderliche Geräte und Materialien
nicht verfügbar (5,56%, n=1/18) werden dabei kaum
als Problem genannt.
Aus den Kommentaren der Teilnehmer geht
zusätzlich hervor, dass es schwierig ist, Projekte zu finden,
die zeitlich genau in ein Semester passen
(Semesterrhythmus, d.h. Start-/End-Termin und Dauer).
Zudem kann es gerade bei großen Unternehmen mit
länger laufenden Projekten schwierig sein, jedes
Semester ein geeignetes Projekt zu finden, wenn diese
Projekte keine Tätigkeiten für die unterschiedlichen
Rollen des Projektstudiums beinhalten.
Andererseits gab es aber bereits Beispiele, in denen die
Studierenden im gleichen Unternehmensprojekt im
ersten Semester in der Rolle des IT Solution Developers
und im zweiten Semester in der Rolle des Data
Analysten agierten.</p>
        </sec>
        <sec id="sec-5-12-4">
          <title>Abb. 16: Aufwand für Dokumentation</title>
          <p>Zum Thema Dokumentation der Teilprozesse
gab nur eine knappe Mehrheit von 52% (n=10/19) an,
dass die Teilprozesse leicht zu dokumentieren seien
(Mittelwert: 2,37). Dagegen gab eine deutliche
Mehrheit an (84%, n=16/19) an, dass für die
Dokumentation mancher Teilprozesse ich im Nachhinein
Aufwand betrieben werden musste (Mittelwert: 1,89).
Bezüglich der Dokumentation der
Schlüsselsituationen gaben nur 26% (n=5/19) an, dass sie sich die
Schlüsselsituationen mühsam ausdenken mussten
(Mittelwert: 2,89), und 68% (n=13/19) gaben an, dass
alle Schlüsselsituationen leicht zu dokumentieren
waren (Mittelwert: 2,26).</p>
          <p>Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass für
über die Hälfte der Studierenden das Lernen unter
erschwerten Bedingungen stattfand, weil die Arbeit
im Praxisprojekt unter ungünstigen
Lern-Bedingungen im Unternehmen stattfand. Insbesondere
Zeitmangel und hoher Projektdruck waren hierfür die
Ursache. Die größte organisatorische
Herausforderung besteht im Finden eines geeigneten
Praxisprojekts im Unternehmen, das sowohl zum
Referenzprojekt (Profil) als auch zum Zeitplan des Semesters
passt. Zudem wurde die Aufgabe des
Dokumentierens der Teilprozesse von der Mehrzahl der
Studierenden als schwierig und aufwendig empfunden.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Schlussfolgerungen</title>
      <p>Aus den Ergebnissen der Evaluation sind folgende
Schlüsse zu ziehen:</p>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>Schlussfolgerungen für das Konzept des</title>
      </sec>
      <sec id="sec-6-2">
        <title>Projektstudiums</title>
        <p>Das Konzept des Arbeitsprozess-integrierten
Projektstudiums hat sich prinzipiell bewährt:</p>
        <p>Die Referenzprojekte stellen für die Mehrheit
der Teilnehmer eine Orientierungshilfe zur
Projektfindung (Hypothese 1) und eine
Strukturierungshilfe für das Lernen (Hypothese 2) dar. Das
Projektstudium führt zu einem Kompetenzerwerb im
Bereich des Tätigkeitsprofils (Hypothese 3) und die
Studierenden entwickeln die Fähigkeit zum
selbständigen Lernen (Hypothese 4). Die Unterstützung
des selbständigen Lernens durch personale Rollen,
insbesondere einen Lernprozessbegleiter, ist sehr
wichtig (Hypothese 5). Die Unterstützung des
Lernens durch eine IT-Umgebung (E-Learning) ist
dabei weniger für die Vermittlung von Fachinhalten,
aber für die formale Organisation und den
Austausch zwischen den Beteiligten wichtig (Hypothese
6). Zudem ist die vorbereitende klassische
Lehrveranstaltung von großer Bedeutung für den Erfolg
(Hypothese 7).</p>
        <p>Alle Studierenden haben das Projektstudium
erfolgreich bewältigt. Für sie war das Projektstudium
durchgängig ein Erfolg. Die Mehrheit der
Teilnehmer sieht es als Chance, Neues zu erlernen und nutzt
es dafür aktiv. Darüber hinaus wird es von einer
Mehrheit als gewinnbringend für die persönliche
und fachliche Entwicklung empfunden wurde. Das
Projektstudium hat sogar dabei geholfen, dass die
eigenen Kompetenzen im Unternehmen sichtbar
wurden und dass Studierende an Projekten beteiligt
wurden, die sie sonst nicht hätten bearbeiten können
(Hypothese 8).</p>
        <p>Die Evaluation legt nahe, dass das Konzept des
Arbeitsprozess-integrierten Projektstudiums
durchführbar ist, für die Studierenden einen Erfolg
darstellt und den gewünschten Kompetenzerwerb
ermöglicht.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-3">
        <title>Optimierungspotenzial für das Projektstudium</title>
        <p>
          Ohne die obige Einschätzung relativieren zu wollen,
zeigen die Ergebnisse Möglichkeiten der
Verbesserung sowohl des Konzepts als auch der praktischen
Umsetzung des Projektstudiums auf:
• Die größte Herausforderung für die
Studierenden besteht darin, ein zum Referenzprojekt und
Semesterzeitplan passendes Praxisprojekt in
ihrem jeweiligen Unternehmen zu finden. Hierzu
wurde bereits das Projektstudium zeitlich von
der begleitenden bzw. vorbereitenden
klassischen Lehrveranstaltung entzerrt (siehe unten).
Es ist aber eine weitergehende Unterstützung
erforderlich. Bspw. könnte das Spektrum
möglicher Referenzprojekte erweitert werden (z.B.
Requirements Engineer/-in), passende Projekte in
anderen Unternehmen bereitgestellt werden
oder die Durchführung über verschiedene
Semester ermöglicht werden.
• Ein Lernerfolg konnte zwar – insbesondere im
Bereich der fachlichen und methodischen
Kompetenzen – nachgewiesen werden, aber dieser
verteilt sich nicht gleichmäßig auf die
verschiedenen Kompetenzbereiche. Insbesondere die
Stärkung der sozialen und personalen
Kompetenzen wird nicht erkannt oder findet im
Rahmen des Projektstudiums zu wenig statt. Daraus
ergeben sich zwei Schlussfolgerungen:
• Erstens muss die bewusste Reflektion über
personale und soziale Kompetenzen
verbessert und gefördert werden. Dies erfolgt
derzeit implizit über die Dokumentation von 10
Schlüsselsituationen (Problem, Lösung,
Lernertrag). Dies könnte durch die Pflicht
zur Dokumentation von Lernerträgen
explizit zu den verschiedenen
Kompetenzbereichen erreicht werden.
• Zweitens muss das Lernen im Bereich der
sozialen und personalen Kompetenzen
explizit gefördert und gefordert werden. Dazu
bieten sich insbesondere die Förderung des
Lernens in den Bereichen der
Kommunikation, des Verhandelns und des Führens an,
um den Studienzielen des
Masterstudiengangs „Professional IT-Business“ zu
entsprechen. Hierzu bedarf es einer
Erweiterung des Konzeptes der
Arbeitsprozess-integrierten Projektstudium mit Fokus auf die
Aneignung und Stärkung sozialer
Kompetenzen.
• In diesem Zusammenhang sehen wir weiteres
Optimierungspotential in der Verbesserung des
Reflexionsprozesses. Insbesondere bei der
Dokumentation fällt auf, dass die Studierenden
oftmals trotz der gezielten Fragen eher über das
Projekt berichten, anstatt zu getroffenen
Entscheidungen oder Schlüsselsituationen
tatsächlich reflektieren (Lernertrag). Es scheint, als
würden die Studierenden nur zu den
geforderten zwei Zeitpunkten, nämlich zur
Zwischenpräsentation und zur Erstellung der
Dokumentation für die Endpräsentation über ihre
Schlüsselsituationen reflektieren. Dieser zeitliche
Abstand zum Erlebten führt jedoch dazu, dass die
Studierenden eher künstliche, nur scheinbar die
Form wahrende Reflektionen formulieren. Um
näher am Prozess und den erlebten Situationen
zu sein, müssten die Studierenden tatsächlich,
wie eigentlich auch gefordert, ihre
Dokumentation über die gesamte Projektzeit schreiben und
pflegen. Dies wäre ganz im Sinne eines reflective
journals vgl.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">(Prior, 2016)</xref>
          , als welches die
Dokumentation gedacht ist. Eventuell müssen dazu
weitere Prüfpunkte vereinbart werden, um die
Kontinuität der Reflektionen zu verbessern.
Bei den Studierenden zeigten sich
unterschiedliche Grade an Selbststeuerung. Zwar haben die
Studierenden aufgrund der vorbereitenden
klassischen Lehrveranstaltung eine bestimmte
fachliche Vorerfahrung, doch diese kann
dennoch aufgrund des beruflichen Einsatzgebietes
immer noch recht unterschiedlich sein. So
benötigen einige Studierenden eher Unterstützung
bei der Bewältigung herausfordernder
Aufgaben, während andere Studierende (mit
umfassender Vorerfahrung) eher Hilfe beim Finden
oder Initiieren lernhaltiger Situationen bzw. gar
Projekte benötigen. Die fachliche Vorerfahrung
der Studierenden sowie die diversen
Freiheitsgrade bei der Auswahl und Durchführung des
Praxisprojekts müssen im Konzept und bei der
Arbeit der Lernprozessbegleiter in Zukunft
stärker berücksichtigt werden. Dies betrifft
insbesondere die Schaffung lernförderlicher
Rahmenbedingung als auch die Motivation der
Studierenden, die wesentlich die Auswahl von
Projekten beeinflussen.
        </p>
        <p>Ein wesentliches Optimierungspotenzial besteht
darin, jedem Studierenden einen „Mentor“ aus
dem Unternehmen explizit zuzuweisen, der
sowohl fachlich als auch organisatorisch
unterstützt. Zwar gibt es einen „Fachberater“ in der
Hochschule und die Rolle des „Vorgesetzten“
im Unternehmen sowie auch Kollegen, die
fachlich und organisatorisch unterstützen sollen.
Allerdings ist diese Unterstützung bisher implizit,
d.h. nicht formal festgelegt.</p>
        <p>Wie die Analyse der IT-Unterstützung gezeigt
hat, sehen die Studierenden einen großen Bedarf
in der Unterstützung des Austauschs
untereinander. Daher sollte auch der Austausch unter
den Studierenden gefördert werden, um als
„Learning Community“ einen gegenseitigen
Mehrwert zu schaffen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>Die Ergebnisse der Umfrage legt nahe, dass sich das
Konzept und die praktische Umsetzung des
Arbeitsprozess-integrierten Lernens im Projektstudium
prinzipiell bewährt hat. Das
Arbeitsprozess-integrierte Projektstudium ist praxisorientiert, da reale
Projekte in Unternehmen durchgeführt werden. Es
ist prozessorientiert, da das Lernen in und entlang
von Arbeitsprozessen erfolgt. Es ist
erfahrungsgeleitet, denn die Projektarbeit selbst ist Lern- und
Reflektionsgegenstand. Aufgrund der häufigen
Reflektion in Zwischen- und End-Präsentation sowie der
Dokumentation ist das Projektstudium reflektiert
und es ist Lerner-orientiert, da die Inhalte und die
Arbeitsabläufe aufgrund des individuellen
Projektes individualisiert sind. Der gesamte Lern- und
Arbeitsprozess läuft selbstorganisiert mit
Unterstützung von Fachberatern und Lernprozessbegleitern
ab.</p>
      <p>Die hier berichtete Umfrage belegt, dass die
Referenzprojekte eine gute Orientierungshilfe zur
Projektfindung und eine gute Strukturierungshilfe für
das Lernen darstellen. Die Mehrzahl der
Studierenden bezeichnet das Projektstudium als persönlichen
Gewinn. Zudem wird mehrheitlich angegeben, dass
die für die jeweiligen Rollen typischen
Arbeitsprozesse nach Absolvieren des Projektstudiums besser
beherrscht werden. Die Mehrheit hat das
Projektstudium als Chance gesehen und auch aktiv genutzt,
um Neues zu erlernen.</p>
      <p>Wesentliche Erkenntnisse hat die Umfrage über
die Reflektion zur Kompetenzgewinnung offenbart.
Während noch eine Mehrzahl einen methodischen
und/oder fachlichen Kompetenzgewinn angibt,
reflektieren die Teilnehmer kaum persönlichen und
gar keinen sozialen Kompetenzgewinn. Hierzu
muss eine Anpassung des Konzeptes dahingehend
erfolgen, dass die Studierenden soziale Kompetenz
bewusst erlernen und darüber reflektieren. Bereits
in den kommenden Durchgängen des
Projektstudiums sollen die sozialen Kompetenzen besonders in
den Bereichen der Kommunikation, des
Verhandelns und des Führens gestärkt werden.
Entsprechende Erweiterungen und Optimierungen des
Konzeptes sind gegenwärtig in Arbeit und werden
in einem zukünftigen Beitrag Berichtsgegenstand.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Literatur</title>
      <p>Brand, T. (2014): Evaluation einer
arbeitsprozessorientierten IT-Weiterbildung: „IT-Spezialisten“.</p>
      <p>Dissertation, Erfurt, Universität Erfurt.</p>
      <p>Buhr, R.; Freitag, W.; Hartmann, E.A.; Loroff, C.;
Minks, K.H.; Mucke, K.; Stamm-Riemer, I. (2008)
(Hrsg.): Durchlässigkeit gestalten! Wege
zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung.</p>
      <p>Münster, Waxmann.</p>
      <p>Dingsoer, T. (2005): Postmortem reviews: purpose
and approaches in software engineering.
Information a. Software Technology, 47 (5), 293-303.
Freitag, W.; Hartmann, E.A.; Loroff, C.;
Stamm-Riemer, I.; Völk, D.; Buhr, R. (2011) (Hrsg.):
Gestaltungsfeld Anrechnung - Hochschulische und
berufliche Bildung im Wandel. Münster,
Waxmann.</p>
      <p>Fuchs-Kittowski, F.; Freiheit, J.; Siegeris, J. (2017):
Arbeitsprozess-integriertes Projekt-Studium in
Unternehmen. In: Tagungsband des 15.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <source>Workshops "Software Engineering im Unterricht der Hochschulen"</source>
          <year>2017</year>
          ,
          <fpage>41</fpage>
          -
          <lpage>50</lpage>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref2">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Götz</surname>
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            <given-names>K.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>1993</year>
          )
          <article-title>: Zur Evaluierung beruflicher Weiterbildung</article-title>
          . Deutscher Studienverlag, Weinheim.
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref3">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Mattauch</surname>
            ,
            <given-names>W.</given-names>
          </string-name>
          ; Kubath,
          <string-name>
            <surname>S.</surname>
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