<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
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    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Visualisierung von Daten aus Online-Partizipationsverfahren</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Philipp Grawe Institut für Informatik Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Universitätsstr.</institution>
          <addr-line>1 40225 Düsseldorf</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2019</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>Online-Partizipation nutzt das Internet, um Menschen uber Entscheidungen diskutieren zu lassen und ihnen die Moglichkeit der Teilhabe an Prozessen zu gewahren. In dieser Arbeit sollen verschiedene Methoden zur Visualisierung solcher Online-Partizipationsverfahren vorgestellt werden, die dabei helfen sollen Verfahren zu uberblicken und mit ihrem Ergebnis zu arbeiten. Dabei konnen sowohl extrahierte Themen als auch Metadaten visualisiert werden.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>EINLEITUNG</title>
      <p>1.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Problematiken bei Online-Partizipationsverfahren</title>
      <p>Generell ist es sinnvoll vor dem Einsatz solcher Verfahren
die Datengrundlage zu begutachten.
Online-Partizipationsverfahren konnen, wie beispielsweise die Raddialoge, sehr
zielgerichtet sein. Dies macht es notwendig zu hinterfragen,
ob die Themen in den Dokumenten gut genug trennbar sind.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>1https://www.fortschrittskolleg.de</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>2http://www.monitor-online-partizipation.de</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>3https://github.com/Liebeck/</title>
        <p>OnlineParticipationDatasets
Es ist schwierig semantische Strukturen in Dokumenten zu
nden, wenn diese wenig verschiedene semantische
Strukturen aufweisen.</p>
        <p>
          Ein weiter zu bedenkender Aspekt liegt in der Form der
Online-Partizipationsverfahren. Mitunter sind Vorschlage, und
damit die Dokumente, sehr kurz und beinhalten nur
wenige Worter. Damit diesem Dokument die richtigen Themen
zugewiesen werden konnen, muss das eingesetzte Verfahren
sehr prazise arbeiten. Das Problem Topic Modeling auf
kurzen Texten zu verwenden wird unter anderem von Jin et al.
[
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
          ] oder Yan et al. [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref26">26</xref>
          ] behandelt.
        </p>
        <p>Auf der anderen Seite stehen lange Vorschlage mit vielen
Kommentaren. Diese konnen gleich mehrere Themen
behandeln. Oder aber der Diskurs in den Kommentaren wird nur
uber einen Aspekt gefuhrt, was ebenfalls die Themen dieses
Dokuments verfalscht.</p>
        <p>Die ublichen in der Forschung eingesetzten Datensatze zum
Topic Modeling entstammen Zeitungen oder Wikipedia.
Meistens sind Dokumente aus diesen beiden Spektren nicht nur
langer, sondern viel themenbezogener als bei
Online-Partizipationsverfahren. Neben der Tatsache, dass diese
Dokumente formaler geschrieben sind, unterliegen sie in der Regel
einer Systematik der Kategorisierung. So steht schon das
Erstellen im Zusammenhang mit beispielsweise einer
Kategorie bei Wikipedia oder Rubrik einer Zeitung. Zusatzlich
unterliegen diese Texte einer strengen Qualitatskontrolle,
anders als Vorschlage oder Kommentare bei
Online-Partizipationsverfahren, die diese Kategorisierung einigerma en
sicherstellt.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>VISUALISIERUNG</title>
      <p>Daten wurden schon visualisiert, als es noch keine
Computer gab. Eine Visualisierung kann zum einen eine A~ IJbersicht
uber gro e Datenmengen scha en, zum anderen konnen
gefundene Strukturen dargestellt werden. Auch kann eine
Visualisierung Menschen ermoglichen, Strukturen oder
Besonderheiten der Daten zu erkennen. Die Arten der
Visualisierung und deren Moglichkeiten sind vielfaltig und richten
sich nach Art und Struktur der Daten, Anforderungen der
Benutzer und nicht selten A~ Dsthetik. Dabei sollte die
Verwendung durch den Menschen im Vordergrund stehen und
zu dessen Verstandnis beitragen.</p>
      <p>
        Visualisierungen konnen interdisziplinar unter
verschiedensten Aspekten betrachtet werden, wobei diese Arbeit nur
einen kleinen Ausschnitt uber die Moglichkeiten bieten kann.
Der Hauptfokus der zu visualisierenden Daten liegt auf
Texten, aber auch statistische Daten sind verwendbar. Kuscher
und Kerren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] bieten eine interessante A~ IJbersicht uber
Techniken, die zur Visualisierung von Text verwendet
werden konnen und stellen ein Online-Tool dafur bereit4.
Die Daten die bei Online-Partizipation anfallen, sind
hauptsachlich Textbeitrage, aber etwa auch Abstimmungsdaten.
Dazu gibt es auch erhobene Zeitpunkte, etwa wann ein
Beitrag erstellt wurde. Je nachdem wie viel Einsicht in ein
System vorliegt, konnen auch Zeitpunkte von Abstimmungen
erhoben oder das Suchverhalten protokolliert werden.
Analog zu Cao und Cui. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ] konnen so folgende Ebenen der
Visualisierung bei der Online-Partizipation identi ziert
werden: Gesamtheit aller Dokumente, Dokumentebene,
Wortebene und Themenebene. Au erdem konnen zeitliche
Ver
      </p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>4http://textvis.lnu.se/</title>
        <p>laufe und Suchanfragen visualisiert werden.</p>
        <p>Im folgenden werden verschiedene Techniken vorgestellt und
diskutiert, auf welchen Ebenen diese im Bezug auf
OnlinePartizipationsverfahren verwendet werden konnen.
2.1</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Histogramme</title>
      <p>
        Histogramme bilden eine recht einfache, aber
ubersichtliche Visualisierung. Dabei werden Datenpunkte eines
kontinuierlichen Wertebereiches in Intervalle unterteilt, dessen
Wahrscheinlichkeitsverteilungen uber eine Variable
dargestellt werden Vellemann und Hoaglin [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref25">25</xref>
        ]. Diese Intervalle,
Klassen genannt, werden uber den gesamten Wertebereich
der Datenpunkte gebildet. Die Addition der Hau gkeiten
ergibt dann die Gesamtanzahl aller Datenpunkte. Dabei
konnen entweder die absoluten oder die relativen Hau gkeiten
betrachtet werden.
      </p>
      <p>Im Zusammenhang mit Online-Partizipation konnen
Histogramme eine A~ IJbersicht uber numerische Werte bieten.
Etwa Abstimmungsdaten von Vorschlagen, Anzahl an
Kommentaren der Vorschlage, Anzahl der Worter in einem
Dokument oder auch Nutzungsdaten von Benutzern, falls diese
erhoben werden. Ein Beispiel solcher Histogramme zeigt
Abbildung 1. Mit Hilfe dieser Abbildung kann beurteilt werden,
wie die Anzahlen der Zustimmungen und Kommentare bei
den einzelnen Vorschlagen verteilt ist, was Aufschluss uber
die Beteiligung gibt.
2.2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Word Clouds</title>
      <p>
        Eine relativ neue Visualisierung sind Word Clouds [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ], die
Worter in einer Art Wolke darstellen. Die Gro e der Worte
wird durch ein Gewicht bestimmt. Dies kann die Hau
gkeit eines Wortes sein. Es bietet sich etwa tf idf an, oder
tf unter Verwendung des Logarithmus, damit hau ge
Worter nicht zu stark dominieren. Au erdem konnen die Worte
auch verschiedene Farben haben, welche hauptsachlich der
einfacheren Unterscheidung dienen.
      </p>
      <p>
        Wesentlich ist die Anordnung der Worte innerhalb der
Wolke, da dies die Wahrnehmung der Wolke beein usst.
Lohmann et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ] haben verschiedene Ansatze evaluiert und
kommen zu dem Ergebnis, dass die Anordnung in einer Word
Cloud von ihrem Verwendungszweck abhangt. Soll diese
dazu dienen die Suche nach einem Wort zu vereinfachen,
empfehlen sie eine sequentielle, alphabetisch geordnete
Anordnung. Wird eine Word Cloud hingegen verwendet, um die
hau gsten Begri e zu visualisieren, sei eine zirkulare
Ausrichtung mit den hau gsten Begri en im Zentrum zu
bevorzugen. Schlie lich zeigen Lohmann et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">12</xref>
        ] auch die
Moglichkeit auf, Word Clouds nach Themen zu
strukturieren.
      </p>
      <p>Fur Online-Partizipationsverfahren konnen Word Clouds
die Hau gkeit von Wortern auf verschiedenen Ebenen
visualisieren. Word Clouds konnen das gesamte Verfahren oder
Beitrage, aber auch gefundene Themen darstellen. Denkbar
ist auch die Darstellung von Suchergebnissen, die aber wenig
sinnvoll erscheint da der Suchende an konkreten
Ergebnissen interessiert ist. Bei dem Einsatz von Word Clouds sollte
die Zweckma igkeit im Auge behalten werden. Abbildung 2
zeigt ein Beispiel einer Word Cloud, deren enthaltenen
Worter zufallig angeordnet sind.
2.3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Visualisierungen mittels nicht-linearer Dimensionsreduzierung</title>
      <p>Der nachste Teilbereich von Visualisierungen ist
vergleichs</p>
      <p>
        Abbildung 1: Histogramme uber die 2331 Vorschlage des Bonner Rad-Dialoges.
Abbildung 2: Word Cloud des Bonner Rad-Dialoges
mit logarithmischer Gewichtung.
weise komplex und viel beschrieben. Da Daten nur in zwei
Dimensionen verstandlich dargestellt werden konnen,
verwenden viele nicht-lineare Ansatze eine
Dimensionsreduzierung, um mehrdimensionale Daten in einem
zweidimensionalen Raum darzustellen. Dafur werden die Daten zuerst
auf zwei Dimensionen reduziert und dann mit einem
Streudiagramm dargestellt. Es gibt einige Verfahren, wie das von
Sammon [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref19">19</xref>
        ], Silva und Tenenbaum [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref22">22</xref>
        ] oder Roweis und
Saul [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref18">18</xref>
        ]. Als state of the art wird t-SNE von Maaten und
Hilton [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">14</xref>
        ] angesehen. Ein relativ neues Verfahren, UMAP
von McInnes und Healy [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">15</xref>
        ], verspricht eine bessere
Performance als t-SNE bei geringerer Laufzeit. All diese Verfahren
nehmen an, dass Datenpunkte eine Mannigfaltigkeit teilen
und verwenden mathematische Verfahren, um diese
abzuschatzen. UMAP beispielsweise verwendet die Riemannsche
Geometrie zusammen mit Fuzzy-Sets [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ].
      </p>
      <p>Fur Online-Partizipationsverfahren sind theoretisch
mehrere Moglichkeiten des Einsatzes moglich, wobei alle mit
latenten Themen innerhalb der Beitrage arbeiten. So
konnten nicht-lineare Dimensionsreduzierung verwendet werden,
um Themen zu nden (analog zum linearen Topic-Modeling)
und gegebenenfalls darzustellen. Au erdem konnten bereits
reduzierte Vektoren und somit gefundene Themen im
zweidimensionalen Raum dargestellt werden. Die zweite
Verwendung erscheint dabei deutlich sinnvoller, vor allem wegen der
hohen Laufzeit der Reduzierung. Da die zweidimensionale
Reduzierung die Dokumente als kleine Punkte visualisiert,
kann dies die intuitive Verwendung durch den Benutzer
beeintrachtigen.</p>
      <p>Dabei konnen unubersichtliche Graphen entstehen, die
wenig Erkenntnisgewinn bringen. Der Graph ist interaktiv,
sodass Daten uber jedes Dokument angezeigt werden, wenn die
Maus uber den entsprechenden Punkt bewegt wird. Jedoch
ist diese Graphik zu irritierend, um bei
Online-Partizipationsverfahren sinnvoll verwendet werden zu konnen.
2.4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Streudiagramm</title>
      <p>Neben der Darstellung von dimensionsreduzierten Daten
kann ein Streudiagramm eine Vielzahl von
zweidimensionalen Daten visualisieren. Dabei wird jedes Dokument als
Punkt in einem Graphen dargestellt. So konnen zwei
Features gegeneinander aufgetragen und so Korrelationen
erkannt werden. Abgesehen von der Position der einzelnen
Datenpunkte, konnen die Datenpunkte fur verschiedene
Eigenschaften unterschiedliche Farben erhalten.</p>
      <p>
        Neben den bereits angesprochenen Daten bspw. zur
Zustimmung, konnen damit auch zwei Textkorpora verglichen
werden, wie [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ] aufzeigt. Die entwickelte Software tragt den
Namen Scatteretext 5 Die Hauptidee ist, dass jedem Korpus
eine Achse zugewiesen wird, die die relative Hau gkeit eines
Terms beschreibt. So bestimmt sich die Position eines Terms
durch die relative Hau gkeit in beiden Korpora, wodurch
sich ebenfalls das Verhaltnis der beiden Hau gkeiten
erkennen lasst. In den beiden Ecken oben links bzw. unten rechts,
sind die Terme verzeichnet, die die Korpora vom jeweils
anderen unterscheiden. Die Farbe andert sich in Abhangigkeit
zur Distanz zu einer der Ecken. Au erdem wird an jedem
Punkt der Term notiert, was erheblich zur Verstandlichkeit
beitragt. Ein Beispiel ist in Abbildung 3 zu sehen.
Scattertext macht vor allem Sinn, wenn zwei
Online-Partizipationsverfahren , etwa aus verschiedenen Jahren oder
Stadten, verglichen werden sollen. So kann beurteilt werden
durch welche Begri e sich Verfahren unterscheiden, was
wiederum eine Aussagekraft uber das Verfahren selbst liefert,
da die Hau gkeit der Worter in den Kontext eines
ande
      </p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>5https://github.com/JasonKessler/scattertext</title>
        <p>ren Verfahrens gesetzt werden. Denkbar ist auch, dass zwei
Korpora vergleichen werden die jeweils mehrere
Online-Partizipationsverfahren zusammenfassen.</p>
        <p>Neben der Visualisierung von nicht-linearer
Dimensionsreduktion, werden Streudiagramme eingesetzt, um
Korrelationen zwischen zwei numerischen Features zu visualisieren.
2.5</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Netzdiagramm</title>
      <p>
        Netzdiagramme stellen die Auspragungen verschiedener
Dimensionen in einer runden Form da. Dabei wird jede
Dimension auf einer eigenen Achse um den Mittelpunkt eines
Kreises herum aufgetragen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref24">24</xref>
        ]. Zwar werden die Punkte auf
den einzelnen Achsen verbunden, jedoch stehen die
benachbarten Achsen nicht beabsichtigt nebeneinander. Sollen in
einem Diagramm mehrere Objekte dargestellt werden,
sollten diese visuell unterscheidbar sein, etwa durch
verschiedene Farben [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref13">13</xref>
        ]. Allerdings sollten damit nicht zu viele
Objekte vergleichen werden, weshalb hau g auch Diagramme fur
verschiedene Objekte nebeneinander gezeigt werden, wobei
die Position der Achsen in jedem Diagramm gleich sein
sollte.
      </p>
      <p>Daten von Online-Partizipationensverfahren konnen damit
in vielfaltiger Hinsicht verglichen werden. So konnen
Netzdiagramme dazu genutzt werden einzelne Aspekte des
Verfahrens zu visualisieren, beispielsweise die Verteilung von
Vorschlagen oder Kommentaren auf die einzelnen
Wochentage (siehe Abbildungen 4). Die Information wann sich
beteiligt wird, kann etwa fur sozialwissenschaftliche
Auswertungen interessant sein.</p>
      <p>
        Diese zu vergleichenden Aspekte, also Dimensionen, werden
anders als bei Histogrammen jedoch vorher ausgewahlt.
Verwendet werden Netzdiagramme auch, um die
Themenverteilung eines Dokuments oder einer Suchanfrage zu
visualisieren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">20</xref>
        ]. Dabei wird an jede Achse ein fur das Thema
aussagekraftiger Begri vermerkt. Diese aussagekraftigen Begri e
konnen auch mit Topic Labeling [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">16</xref>
        ] gefunden werden.
Schlie lich konnen mit Netzdiagrammen auch
verschiedene Dokumente, Dokumentenmengen oder gesamte
OnlinePartizipationen visuell vergleichen werden.
2.6
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>Visualisierung von extrahierten Themen</title>
      <p>
        Extrahierte Themen zu visualisieren hat vor dem
Hintergrund dieser Arbeit einen besonderen Stellenwert. Es gibt
auch Arbeiten, die sich hauptsachlich damit beschaftigen
Themen in unterschiedlicher Weise visualisieren,
visualisierend vergleichen oder damit Interaktion visualisierend zu
Unterstutzen. Davon werden hier einige vorgestellt.
Murdock und Allen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref17">17</xref>
        ] stellen eine Visualisierung von A~
Dhnlichkeitssuchen unter Verwendung eines Topic Models vor.
Dies ermoglicht dem Benutzer ahnliche Dokumente zu
einem von ihm ausgewahlten zu nden. Visualisiert werden
die ahnlichsten Dokumente mit einem nach A~ Dhnlichkeit
sortierten Balkendiagramm. Der Charakter dieser
Visualisierung ist mehr von unterstutzender Natur und eher fur
Korpora geeignet, wo Dokumente leicht anhand ihres Titels
identi ziert werden konnen. Somit erscheint eine
Verwendung der Visualisierung sinnvoll, die dem Benutzer ahnliche
Dokumente zu dem aktuell betrachtetem aufzeigt und
dabei gefundene Themen mit darstellt. Denkbar ist auch die
A~ Dhnlichkeit einer Anfrage zu Dokumenten in dieser Weise
zu visualisieren.
      </p>
      <p>
        LDAvis, welches von Sievert und Shirley [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">21</xref>
        ] entwickelt
wurde, kombiniert im wesentlichen zwei Darstellungformen.
Eine davon ist, die Themen anhand ihrer A~ Dhnlichkeit im
zweidimensionalen Raum darzustellen. Dazu wird eine
Distanzmatrix der Dokumente mit einem
dimensionsreduzierenden Verfahren, z.B. PCA, auf zwei Dimensionen
reduziert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ]. Dargestellt wird jedes Thema in diesen zwei
Dimensionen als Kreis, dessen Flache sich nach dem Ein uss des
Themas auf den Korpus bezieht. Kreise konnen sich
uberlappen und auch komplett in anderen Kreisen liegen, wobei
kein Zusammenhang zwischen Ein uss des Themas und der
Lage erkennbar ist. Themen konnen so andere uberlagern,
auch wenn sie sich wenig ahneln, nur falls eines einen gro en
Ein uss hat. Dieses A~ IJberlagern kann Hierarchie
vortauschen, die so nicht aus der Berechnung abgeleitet werden
kann. Grundsatzlich ist LDAvis auch fur
Online-Partizipationsverfahren geeignet, jedoch sollte die Art der Verwendung
auch unerfahrene Benutzer nicht uberfordern. In Abbildung
5 ist ein Beispiel von LDAvis zu sehen.
      </p>
      <p>Die Autoren schlagen ebenfalls Clustering innerhalb dieses
zweidimensionalen Raums vor.</p>
      <p>
        Die andere Darstellungsform zeigt ein Balkendiagramm der
Top-Words eines ausgewahlten Themas an. Jedes Wort hat
zwei Balken, einen der den Anteil am Thema und einen der
die Hau gkeit im Korpus wiedergibt. Bewegt man die Maus
uber einen Begri , wird im Graph der Ein uss auf die
Themen durch Veranderung der Flache der Kreise angezeigt.
Ein Verfahren Begri e innerhalb eines Themas zu
visualisieren, haben Smith et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">23</xref>
        ] vorgestellt. Dazu werden
kraftebasierte Zeichenverfahren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] unter Einbeziehung von
statistischen Daten und Daten der Themen verwendet. Jedes
Thema wird als eigener Graph dargestellt, wo eine
ausgewahlte Anzahl von Begri en die Knoten darstellen. Kanten
verbinden zwei Knoten nur, wenn der Kookorenzwert der
dazugehorigen Begri e hoch genug ist, sie also hau g
genug zusammen auftreten. Zusatzlich beschreibt die Flache
der Knoten den Zugehorigkeitswert eines Begri s zu einem
Thema. Die Graphen der Themen werden dann nach
Kovarianz zwischen den Themen angeordnet.
      </p>
      <p>Diese Art der Visualisierung ist nur begrenzt sinnvoll, da sie
schon bei einer begrenzten Anzahl an Themen und
kraftebasierten Graphen mit vielen Kanten unubersichtlich werden
konnen.
2.7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-10">
      <title>Simple Formen der Visualisierung</title>
      <p>Sinnvoll sein kann der Einsatz von simplen Formen der
Visualisierung. Diese sind nicht selten intuitiver oder
werden auch ohne viel Vorwissen verstanden.</p>
      <p>Balkendiagramme sind nicht die schlichteste
Visualisierungsform, jedoch lassen sie sich analog zu Netzdiagrammen
verwenden, so dass sich ahnliche A~ IJberlegungen ergeben.
Anders als Histogramme, visualisieren Balkendiagramme feste
Variablen, dessen Auspragungen dargestellt werden. Auch
mussen Balkendiagramme nicht die Hau gkeit darstellen.
Wie bereits erortert, konnen Balkendiagramme auch
horizontal angewendet werden und die Balken aus mehreren
Segmenten bestehen.</p>
      <p>Eine viel verwendete und leicht zugangliche Methode
extrahierte Themen zu visualisieren, sind die jeweiligen
TopWorter als Liste darzustellen, absteigend nach Zugehorigkeit
zum Thema. Solche Wortlisten mussen nicht weiter erklart
werden.
2.8</p>
    </sec>
    <sec id="sec-11">
      <title>Schlussfolgerung</title>
      <p>Betrachtet man die vorhandenen Methoden zur
VisualiAbbildung 3: Screenshot von Scattertext : Vergleich der Online-Partizipationsverfahren
Bonn und Koln-Ehrenfeld.
der Raddialoge in
Abbildung 4: Relative Hau gkeiten der Vorschlage und Kommentare des Raddialog Bonn und des Bonner
Burgerhaushalt 2011 an den Wochentagen.</p>
      <p>Abbildung 5: Screenshot einer 2D-Darstellung des
Modells von extrahierten Themen
sierung fallt ins Auge, dass vor allem Metadaten visualisiert
werden konnen. Numerische Daten wie Abstimmungszahlen,
Anzahl an Kommentaren oder zeitliche Daten konnen mit
gangigen Methoden visualisiert werden. Dazu gehoren
Graphen, Diagramme und Histogramme.</p>
      <p>Texte zu visualisieren ist dagegen eine Herausforderung.
Einerseits konnen simple Wortlisten oder Wortwolken
verwendet werden, andererseits konnen Methoden angewendet
werden, um extrahierte Themen zu visualisieren. Diese
Visualisierungen sind oft komplex oder bieten wenig Vorteile
gegenuber einer textbasierten Darstellung.</p>
      <p>Schlie lich kann eine gute Visualisierung auch bedeuten,
Suchergebnisse oder Beitrage verstandlich und ubersichtlich
darzustellen.
3.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-12">
      <title>FAZIT UND AUSBLICK</title>
      <p>
        Online-Partizipationsverfahren maschinell zu analysieren,
kann Teilnehmenden und Betreuenden einen Einblick in und
eine A~ IJbersicht uber das Verfahren geben. Beides kann
helfen Verfahren so zu gestalten, dass sich mehr Menschen
beteiligen und diese Beitilgung besser ausgewertet wird. Eine
zentraler Wunsch bei Online-Partizipation ist, die
Akzeptanz von Entscheidungen bei den Betro enen zu steigern.
Zur Themenextraktion bieten sich neben der state-of-the-art
Methode LDA ebenfalls NMF und LSI an. Diese
extrahieren Themen werden mit einer sortierten Menge von Wortern
assoziiert. Damit kann eine A~ IJbersicht uber die Beitrage
gegeben werden. Die Ergebnisse, also gefundenen Themen
sind jedoch stark subjektiv [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ]. Da Wortlisten extrahierter
Themen nicht alle Aspekte eines
Online-Partizipationsverfahrens abdecken konnen, wurden Visualisierungen
vorgestellt. Neben Darstellungen fur Metadaten, gibt es auch
Visualisierungen fur extrahierte Themen oder Modelle. Diese
sind leider oft kompliziert oder zeigen selten neue Aspekte
auf. Weiterhin ist die Beurteilung einer Visualisierung stark
subjektiv. Visualisierungen sollten intuitiv, informativ und
leicht zuganglich sein.
      </p>
      <p>In Zukunft bietet sich weitere Forschung an, um
extrahierte Themen intuitiv und interaktiv darzustellen. Au erdem
konnen diese Visualisierungen in Studien evaluiert werden,
um die Verstandlichkeit zu beurteilen.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          [1]
          <string-name>
            <given-names>N.</given-names>
            <surname>Cao</surname>
          </string-name>
          and
          <string-name>
            <given-names>W.</given-names>
            <surname>Cui</surname>
          </string-name>
          .
          <article-title>Introduction to text visualization</article-title>
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