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        <journal-title>Oliver Kopp, Daniel Martin, Daniel Wutke und Frank Leymann. The Difference
Between Graph-Based and Block-Structured Business Process Modelling Languages.
Enterprise Modelling and Information Systems</journal-title>
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      <title-group>
        <article-title>Migration von EPK zu BPMN</article-title>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Gero Decker</string-name>
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          <string-name>Willi Tscheschner Signavio GmbH (gero.decker</string-name>
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          <string-name>willi.tscheschner)@signavio.com</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Jo ̈rg Puchan Hochschule Mu ̈nchen</institution>
        </aff>
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      <pub-date>
        <year>2009</year>
      </pub-date>
      <volume>4</volume>
      <issue>1</issue>
      <fpage>3</fpage>
      <lpage>13</lpage>
      <abstract>
        <p>Prozessmodelle sind wichtige Grundlagen zur effizienten und effektiven Gestaltung von Organisationen. Daru¨ber hinaus fordern zahlreiche nationale und internationale Standards und Normen die Modellierung und Dokumentation der Gescha¨ftsprozesse. Daher verfu¨gen viele Unternehmen heute u¨ber eine große Menge an ausgereiften und aufwa¨ndig erstellten Prozessmodellen. Im deutschsprachigen Raum sind ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) weit verbreitet. International wird der Standard Business Process Modeling Notation (BPMN) zunehmend eingesetzt. Die internationale Zusammenarbeit und Verflechtung der Organisationen ist ein versta¨rkender Grund dafu¨r, dass Unternehmen ihre EPKs in die BPMN-Notation u¨berfu¨hren mo¨chten. Hierzu wird in diesem Beitrag dargestellt, inwieweit dies automatisiert abgewickelt werden kann und welche Grenzen der Automatisierung gesetzt sind. Nach einem kurzen U¨berblick u¨ber die Konstrukte von erweiterten EPKs und BPMN werden sukzessive deren Transformationsmo¨glichkeiten dargestellt. Wa¨hrend bei zahlreichen Konstrukten die Transformation automatisiert erfolgen kann, ergeben sich in einigen Fa¨llen Schwierigkeiten bzw. Mehrdeutigkeiten. In diesen Fa¨llen ist i.d.R. nur ein semi-automatisches Vorgehen mo¨glich. Durch die Einhaltung geeigneter Modellierungsrichtlinien fu¨r EPKs lassen sich einige dieser Problemfa¨lle vermeiden. Eine Teilmenge der dargestellten Transformationsregeln wurde bereits in einer prototypischen Implementierung auf Grundlage des Modellierungswerkzeugs Signavio Process Editor umgesetzt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Rahmen zahlreicher Projekte weiterentwickelt und verfeinert [SJ02, IDS06]. Heute sind
EPKs bei zahlreichen Unternehmen im Einsatz. Es kann angenommen werden, dass ein
Großteil der ca. 7.500 ARIS1-Kunden der IDS Scheer AG EPKs zur Modellierung ihrer
Prozesse einsetzen. Genaue Statistiken zum Einsatz und zum Bestand von EPKs liegen den
Autoren allerdings nicht vor. Die internationale Entwicklung vor allem im
englischsprachigen Raum ist zwar erst spa¨ter in Gang gekommen, gewinnt aber durch die weltweite,
unternehmensu¨bergreifende Kooperation, Verflechtung und Standardisierung immer mehr
an Bedeutung. Die Business Process Modeling Notation (BPMN [bpm09]) wurde 2004
erstmalig von der Business Process Management Initiative (BPMI) vero¨ffentlicht. Der
Standardisierungsprozess wurde von der Object Management Group (OMG) u¨bernommen
und eine u¨berarbeitete Version wurde im Juni 2005 vero¨ffentlicht. Die aktuelle Version 1.2
steht seit Februar 2009 zur Verfu¨gung. Momentan wird BPMN 2.0 vorbereitet und eine
Vero¨ffentlichung ist im Laufe des Jahres 2010 zu erwarten.</p>
      <p>Unternehmen arbeiten heute zunehmend international zusammen. Viele Unternehmen
sind selbst internationale Konzerne. Auch internationale Standards und regulatorische
Anforderungen verlangen zunehmend standardisierte und dokumentierte Prozesse, z.B.
das US-Gesetz Sarbanes-Oxley Act 2002 (SOX, aufsichtsrechtliche Anforderungen fu¨r
in den USA bo¨rsennotierte Unternehmen oder Unternehmen, deren Anteile in den USA
außerbo¨rslich gehandelt werden sowie deren Tochtergesellschaften), COBIT (Control
Objects for Information and related Technology, internationaler Wirtschaftspru¨ferstandard
[IT-05]) oder CMMI (Capability Maturity Model Integration, Best Practice-Modell des
Software Engineering Instituts der Carnegie Mellon University mit 22
Referenzprozessen/sog. “Prozesskategorien” fu¨r die Optimierung der IT-Organisation [CKS08]). Daraus
folgt, dass ein international anerkannter Standard wie BPMN zunehmend an Bedeutung
gewinnt und gewinnen wird. Auch Unternehmen des deutschsprachigen Raums werden durch
internationale Kooperationen bzw. Verflechtungen, aus Gru¨nden der leichteren Gewinnung
von qualifiziertem, international ta¨tigen Personal oder aus anderen Gru¨nden zunehmend
BPMN als Modellierungssprache einsetzen wollen. Die Autoren begleiten derzeit einige
Unternehmen, bei denen diese Entwicklung zu verzeichnen ist.</p>
      <p>Anwenderunternehmen, die also wertvolle Prozessmodelle in Form von
ereignisgesteuerten Prozessketten erstellt haben und durch externen Druck oder aus eigenem Antrieb
zur Modellierungsmethode BPMN wechseln wollen, mu¨ssen also u¨berlegen, wie sie diese
“Wertgegensta¨nde” mo¨glichst aufwandsarm u¨berfu¨hren ko¨nnen. In diesem Beitrag wird
dargestellt, nach welchen Regeln ereignisgesteuerte Prozessketten mo¨glichst
automatisierbar in BPMN-Modelle u¨berfu¨hrt werden ko¨nnen und bei welchen Modellelementen
eine automatisierte Lo¨sung nicht unmittelbar mo¨glich bzw. sicher ist, da die Semantik der
Sprachen dies nicht zula¨sst.</p>
      <p>Dieser Beitrag stellt somit eine direkte Transformation von EPK zu BPMN vor und ist wie
folgt strukturiert. Nach einer kurzen Vorstellung der verwandten Arbeiten werden eEPKs
und BPMN jeweils in einem eigenen Abschnitt vorgestellt. Die Transformation wird in
Abschnitt 5 vorgestellt. Die Ergebnisse werden anschließend diskutiert. Der Beitrag schließt
mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.</p>
      <p>1ARIS ist eine geschu¨tze Marke der IDS Scheer AG</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Verwandte Arbeiten</title>
      <p>Die Transformation von EPKs nach BPMN wird in der Literatur bisher kaum
diskutiert. Ein Beitrag von Hoyer et al. [HBS07] ist ein erster Schritt in Richtung einer
(semi)automatischen Transformation. Neben einer Abbildung der Kontrollflusskonstrukte wird
hier vor allem auf die Unterscheidung zwischen internen Aktivita¨ten und
Kommunikationsaktivita¨ten (d.h. Senden und Empfangen von Nachrichten).</p>
      <p>Grundlage fu¨r eine saubere Transformation ist eine pra¨zise Definition der Semantik der
Quell- und Zielsprache. Existierende Arbeiten zu EPK und BPMN konzentrieren sich
hierbei vor allem auf die Kontrollflusssemantik. Wa¨hrend die Semantik von XOR- und
UND-Konnektoren unstrittig ist, ist eine rege Diskussion bzgl. ODER-Konnektoren
(ORJoins) entstanden. Sowohl auf der EPK-Seite als auch auf der BPMN-Seite gibt es eine
Reihe von Arbeiten, die jeweils u¨ber Transformationen zu einem Formalismus die
Kontrollflusssemantik der einzelnen Modellierungskonstrukte abbilden [DGHW07, Men07]. Eine</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>U¨ bersicht u¨ber die Diskussion findet sich in [KMWL09].</title>
        <p>Neben der Kontrollflusssemantik wurde in der Literatur auch die
Prozessinstanziierungssemantik von EPK und BPMN beleuchtet. Dies ist besonders relevant, da sowohl EPK
als auch BPMN mehrere Eintrittspunkte in einen Prozess zulassen und die Anzahl der
Modellierungsfehler stark mit der Anzahl an Startknoten in einem Prozessmodell korreliert
[DM09].</p>
        <p>Als Alternative zu einem direkten Mapping von EPK nach BPMN kann auch ein
zweistufiges Mapping vorgenommen werden, welches zuna¨chst ein EPK-Modell in eine dritte
Sprache abbildet und dieses Zwischenergebnis wiederum nach BPMN u¨bersetzt. Ein solcher
Ansatz wird propagiert in [VZHA05] unter Verwendung einer speziellen XML-Sprache.
Zwar werden EPK und BPMN als motivierendes Beispiel in diesem Beitrag genannt, die
genauen Mappingvorschriften werden allerdings nicht na¨her erla¨utert. Besonderes Augenmerk
gebu¨hrt bei dieser Strategie der Frage, ob die dritte Sprache tatsa¨chlich eine semantische
Obermenge der Quell- oder Zielsprache bildet. Ist dies nicht der Fall, kann durch den
“Umweg” mehr Information verloren gehen als bei einer direkten Abbildung. Insofern kommt
der Einsatz von Petrinetzen oder BPEL nicht in Frage, obwohl entsprechende Mappings
von EPKs / zu BPMN existieren [SKI08, KWL09, WDGW08, SKLN09].
Gerade in Situationen, bei denen die Zielsprache eine ho¨here Ausdrucksma¨chtigkeit besitzt
als die Quellsprache, sind Spracherweiterungen / -verfeinerungen in der Quellsprache eine
ha¨ufig verwendete Strategie, um eine genauere Abbildung zu erreichen. Fu¨r EPKs existieren
Erweiterungen, die genau aus diesem Grund hinzugefu¨gt wurden, z.B. fu¨r ein Mapping in
Richtung Web-Service-Orchestrierungen [HW08].
3</p>
        <sec id="sec-2-1-1">
          <title>EPKs im U¨ berblick</title>
          <p>Im Folgenden werden die Grundelemente der ereignisgesteuerten Prozessketten (EPKs)
grob skizziert. Fu¨r Details wird auf das Methodenhandbuch ARIS [IDS06] bzw. die
zahlreich vorhandene Literatur (z.B. [Sch98] oder [Gad08]) verwiesen. Ereignisgesteuerte</p>
          <p>Prozessketten (EPKs) bzw. deren Erweiterungen sind nicht formal normiert und unterliegen
pragmatischer, kontinuierlicher Verbesserung bzw. Vera¨nderung, wie es fu¨r
Industriestandards ha¨ufig der Fall ist. Daru¨ber hinaus werden von unterschiedlichen Beratern und
Anwendern gelegentlich eigene Erweiterungen oder Erga¨nzungen entwickelt und propagiert.
Im Kern stimmen die bekannten Grundelemente der EPKs jedoch im Wesentlichen u¨berein.
Bei ereignisgesteuerten Prozessketten werden die Elemente der Funktionssicht (Funktionen)
u¨ber Ereignisse verkettet. Ereignisse repra¨sentieren einen “betriebswirtschaftlich relevanten
Zustand eines Informationsobjektes, der den weiteren Ablauf des Gescha¨ftsprozesses
steuert oder beeinflusst. Ereignisse lo¨sen Funktionen aus und sind Ergebnisse von Funktionen.
Im Gegensatz zu einer Funktion, die ein zeitverbrauchendes Geschehen darstellt, ist ein
Ereignis auf einen Zeitpunkt bezogen.” (vgl. [IDS06]). Die Verkettung der Elemente erfolgt
entweder sequenziell (repra¨sentiert durch eine gerichtete Kante) oder durch einen logischen
Verknu¨pfungsoperator (UND, ODER, exklusives ODER) mit gerichteten Kanten.
Abbildung 1 zeigt die drei Hauptkategorien von EPK-Konstrukten: Funktionen, Ereignisse
und Konnektoren. Die zula¨ssigen Verknu¨pfungsregeln fu¨r Konnektoren sind in Abbildung 3
dargestellt (vgl. [IDS06], S. 110).</p>
          <p>EPKs starten und enden stets mit einem Ereignis. In der Praxis kommt es auch vor, dass
Modelle mehrere Startereignisse und mehrere Endereignisse haben.</p>
          <p>Um die Ausdrucksfa¨higkeit nicht auf die Kontrollflussspezifikation zu beschra¨nken, wurden
die EPKs erweitert. Erweiterte EPKs (eEPKs) zeigen auch beteiligte Organisationseinheiten,
Stellen oder Rollen (Organisationssicht), Ein- und Ausgabedaten (Datensicht), sowie die
verwendeten Systeme (ein spezieller Aspekt der Funktionssicht) auf. Abbildung 2 zeigt ein
eEPK-Beispiel fu¨r einen Teil des Pru¨fungsprozesses einer Hochschule.</p>
          <p>Zur Beschra¨nkung von Prozessen auf handhabbare Gro¨ßen und auf u¨berschaubare
Ausschnitte bzw. Abstraktionsebenen werden Wertscho¨pfungskettendiagramme und
Hinterlegungen verwendet. Wertscho¨pfungsketten abstrahieren EPKs und zeigen Abfolgen und
Strukturen betrieblicher Funktionen auf ho¨herer Ebene auf. Hinterlegungen sind
Verfeinerungen von Funktionen, die diese mit den Mitteln der eEPK auf na¨chster Verfeinerungsstufe
beschreiben.</p>
          <p>Fu¨r die Nennung von Nachfolgeprozessen und Vorga¨ngerprozessen in EPKs werden in
der Praxis oft Prozessschnittstellen eingesetzt, die diese Prozesse symbolisieren. In
manchen existierenden Prozessmodellen werden Prozessschnittstellen auch zur Darstellung
von Unterprozessen eingesetzt. Diese Verwendung wird allerdings nicht empfohlen, da
hierfu¨r bereits das Konstrukt der Hinterlegung existiert. Generell sind Prozessschnittstellen
Studierender</p>
          <p>Prüfungsleistung
erbringen</p>
          <p>Prüfungsaufgab</p>
          <p>en
Professor </p>
          <p>Student zur
Prüfung
zugelassen 
Prüfungsleistung</p>
          <p>erbracht
Prüfungsleistung
korrigieren,
bewerten
Prüfung korrigiert
Prüfungsergebni
sse erfassen
Anwesenheiten
überprüfen</p>
          <p>Prüfungszulassu</p>
          <p>ngen
Studentische
Abteilung</p>
          <p>Studierender fehlt
Fehlgrund prüfen
Prüfungsergebni
s bei Fehlen
ermittelt 
Prüfungsergebni
s zentral
erfassen
MS Excel
individuelle
Ergebnisliste
Browser IE/FF
Prüfungstool
bewertete
Prüfungsleistung
en</p>
          <p>Prüfungsergebnis</p>
          <p>ermittelt
Abbildung 2: EPK-Beispiel</p>
          <p>Sammlung
Prüfungsabmeld</p>
          <p>ungen
Prüfungstool
bewertete
Prüfungsleistung
en</p>
          <p>Abbildung 3: Verknu¨pfungsregeln nach [IDS06]
zuru¨ckhaltend einzusetzen, da sie Informationen redundant darstellen. Eine Definition des
Konstrukts Prozessschnittstelle findet sich im Methodenhandbuch von ARIS [IDS06] nicht.
4</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-2">
          <title>BPMN im U¨berblick</title>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Der folgende U¨ berblick u¨ber die Business Process Modeling Notation (BPMN) basiert auf</title>
        <p>der im Februar 2009 vero¨ffentlichten Version 1.2 [bpm09].</p>
        <p>Abbildung 4 zeigt die vier Hauptkategorien an BPMN-Konstrukten: Swimlanes,
verknu¨pfende Objekte, Flussobjekte und Artefakte. Swimlanes repra¨sentieren
Organisationseinheiten, Rollen oder Systeme. Eine Unterscheidung, ob es sich um eine Organisationseinheit
oder eine Rolle handelt, wird nicht unterstu¨tzt. Die ha¨ufigste Verwendung ist dabei jedoch,
dass Pools Organisationen darstellen und Lanes Organisationseinheiten darin.
BPMN unterscheidet Sequenzfluss und Nachrichtenfluss. Sequenzfluss stellt die
Verhaltensabha¨ngigkeiten innerhalb eines Pools dar, wa¨hrend Nachrichtenfluss die
Kommunikation verschiedener Pools miteinander repra¨sentiert. Nachrichtenfluss innerhalb des gleichen
Pools ist nicht erlaubt.</p>
        <p>Es gibt drei Arten von Flussobjekten in BPMN: Aktivita¨ten repra¨sentieren die
Arbeitsschritte innerhalb eines Prozesses. Diese sind entweder atomar (Tasks) oder ko¨nnen in
Unterschritte (Unterprozesse) weiter unterteilt werden.</p>
        <p>Ereignisse gibt es in den Auspra¨gungen “auslo¨send” und “eintretend”. Bei auslo¨senden
ErSwimlanes</p>
        <p>Verknüpfende Objekte</p>
        <p>Flussobjekte
e
n
a
lo L
o
P e
n
a
L
Pool</p>
        <p>Sequenzfluss
Nachrichtenfluss
Assoziation</p>
        <p>Aktivität
eignissen handelt es sich um spezielle Aktionen, z.B. werden Nachrichten an einen anderen
Pool verschickt. Bei eintretenden Ereignissen wird der Prozessfluss solange blockiert, bis
das entsprechende Ereignis eingetreten ist, z.B. bis eine Nachricht eingetroffen ist oder bis
eine Zeitbedingung erreicht wurde.</p>
        <p>Gateways werden fu¨r die Spezifikation von Kontrollflusslogik verwendet. Hier gibt es
die fu¨nf Typen daten-basiert exklusiv, ereignis-basiert exklusiv, parallel, inklusiv und
komplex. Auf ein ereignis-basiertes Gateway folgt immer eine Reihe von eintretenden
Ereignissen. Wird das Gateway erreicht, blockiert der Prozessfluss und es wird auf die
Ereignisse gewartet. Sobald ein Ereignis eingetreten ist, wird nicht weiter auf die anderen
Ereignisse gewartet und der Prozessfluss setzt sich an der Verzweigung fort entsprechend
dem eingetretenen Ereignis. Dieses Verhalten wird im Workflow-Patterns-Katalog als
“Deferred Choice” bezeichnet [AtHKB03].</p>
        <p>BPMN bietet einige besondere Kontrollflusskonstrukte, wovon wir zwei ausgewa¨hlte kurz
erwa¨hnen. (1) Es ko¨nnen “Multiple Instanzen” spezifiziert werden, bei denen eine Menge
von Instanzen von der gleichen Aktivita¨t parallel ausgefu¨hrt werden ko¨nnen. Beispielsweise
kann so spezifiziert werden, dass fu¨r jeden Bestellposten innerhalb einer Bestellung eine
bestimmte Aktion no¨tig ist. (2) Weiterhin ko¨nnen mittels angehefteter Zwischen-Ereignisse
Abbruchkriterien fu¨r Aktivita¨ten spezifiziert werden. Zum Beispiel ko¨nnen
Eskalationsmaßnahmen definiert werden fu¨r den Fall, dass eine Aktivita¨t nicht innerhalb einer bestimmten
Zeit abgeschlossen wird.</p>
        <p>Bei BPMN ist es mo¨glich, mehrere Ende-Ereignisse zu verwenden. Abgesehen vom
speziellen Terminierungs-Ende-Ereignis, bei dem die laufende Prozessinstanz als Ganzes
abgebrochen wird, la¨uft eine Prozessinstanz solange weiter, bis keine Aktion mehr mo¨glich
ist. Dies wird auch “Implicit Termination” genannt [AtHKB03].</p>
        <p>Abbildung 5 zeigt das Beispiel aus dem vorigen Abschnitt in BPMN-Darstellung.
5</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Transformation von EPK zu BPMN</title>
      <p>Dieser Abschnitt untersucht die Transformation von EPK zu BPMN. Dabei sind fu¨r jedes
Konstrukt jeweils zwei Aspekte zu pru¨fen.
Abbildung 5: BPMN-Beispiel</p>
      <p>98
1. Existiert ein BPMN-Konstrukt (oder eine Kombination von BPMN-Konstrukten), das
die Semantik des EPK-Konstruktes abdeckt? Falls nicht, welche Konstrukte kommen
der Semantik mo¨glichst nahe?
2. Ist die Abbildung injektiv, d.h. werden keine zwei EPK-Konstrukte auf das gleiche
BPMN-Konstrukt abgebildet? Falls eine nicht-injektive Abbildung vorliegt, handelt
es sich um einen echten Informationsverlust?
Beide Fragen bescha¨ftigen sich damit, ob der Informationsgehalt aus der EPK vollsta¨ndig
erhalten werden kann. Dies ist wichtig, da Modelle vor allem zur Beantwortung von Fragen
dienen. Gehen Informationen verloren, kann dies zur Folge haben, dass bestimmte Fragen
im Zielmodell nicht im gleichen Maße beantwortet werden ko¨nnen, wie dies im Quellmodell
der Fall war.</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Abbildung 6 zeigt eine tabellarische U¨ bersicht u¨ber alle betrachteten EPK-Konstrukte und</title>
        <p>deren Entsprechungen in BPMN.
5.1</p>
        <p>Funktionen
Funktionen repra¨sentieren einen Arbeitsschritt innerhalb des Prozesses und finden somit in
BPMN-Tasks ihre Entsprechung. Ein Sonderfall ergibt sich im Falle von Hinterlegungen.
Ist der Funktion ein Prozessmodell hinterlegt, so entspricht dies einem zugeklappten
Subprozess in BPMN, der auf ein weiteres Diagramm zeigt.</p>
        <p>Aktionen werden in BPMN nicht ausschließlich u¨ber Tasks und Subprozesse abgebildet.
Auslo¨sende Ereignisse repra¨sentieren kurzlebige Aktionen innerhalb eines Prozesses. Somit
erlaubt BPMN eine weiterfu¨hrende Typisierung von Aktionen. In ausgewa¨hlten Fa¨llen
ko¨nnen daher Funktionen mit auslo¨senden Zwischen- und Ende-Ereignissen u¨bersetzt
werden. Beispielsweise kann eine Funktion “Bescheid verschicken” als Zwischen- oder
Ende-Nachrichten-Sende-Ereignis dargestellt werden. Eine detaillierte Diskussion zu dieser
Unterscheidung ist in [HBS07] zu finden.
5.2</p>
        <p>Ereignisse
Ereignisse in EPKs repra¨sentieren zumeist Zusta¨nde. So ist es ein typisches Beispiel, dass
die Funktion “Pru¨fungsleistung erbringen” von einem Ereignis “Pru¨fungsleistung erbracht”
gefolgt wird. In diesem Fall tra¨gt das Ereignis keine nennenswerte Mehrinformation und
scheint nur ein syntaktisches Fu¨llelement zu sein. In BPMN ist eine explizite Darstellung
von Prozesszusta¨nden im Regelfall nicht vorgesehen. Der Fokus liegt vielmehr auf den
Aktivita¨ten. Daher werden die meisten EPK-Ereignisse in einem Mapping auf BPMN
ignoriert.</p>
        <p>Soll ein Prozesszustand zwingend dargestellt werden, so stehen in BPMN Datenobjekte mit
Zustandsattributen zur Verfu¨gung. Ein Datenobjekt “Akte” ko¨nnte sich dabei im Zustand
Funktion
Ereignis</p>
        <p>V
Prozessschnittstelle</p>
        <p>Rolle
l
o
o
P
e
n
a
L
e
n
a
L</p>
        <p>Pool
Datenobjekt</p>
        <p>Abbildung 6: Transformation von EPK nach BPMN – U¨ bersicht
Akte
anlegen</p>
        <p>Klausur
einsammeln</p>
        <p>Akte
angelegt
“angelegt” befinden. Als Alternative fu¨r die Darstellung von Prozesszusta¨nden bieten sich
weiterhin Blanko-Zwischenereignisse an. Diese Verwendung ist in der Praxis jedoch selten
anzutreffen. Ein guter Hinweis darauf, dass Prozesszusta¨nde tatsa¨chlich eine wichtige
Information im Modell darstellen, besteht in folgendem Fall: Eine Funktion wird gefolgt
von einem XOR- oder UND-Konnektor, dieser von einer Reihe von Ereignissen und
diese wiederum von einem weiteren XOR- oder UND-Konnektor, der den Prozessfluss
wieder zusammenfu¨hrt. Hier haben die Konnektoren keinerlei Einfluss auf den Prozessfluss.
Vielmehr findet hier eine explizite Aufza¨hlung von mo¨glichen Prozesszusta¨nden statt. Zu
diskutieren wa¨re hier allerdings, ob es sich hier um guten Modellierungsstil handelt, da
die Aufspaltung im Kontrollfluss zu keinem Unterschied bzgl. Der Funktionsausfu¨hrungen
fu¨hrt.</p>
        <p>Spannend wird es bei Startereignissen. Hier repra¨sentieren EPK-Ereignisse entweder
Trigger oder Zusta¨nde [DM09]. Bei “Pru¨fungstermin eingetreten” handelt es sich um einen
Trigger. In dem Moment, wo der Termin eintritt, wird der Prozess ausgelo¨st. In BPMN
werden mehrere Typen von Triggern unterschieden. Der Typ kann lediglich durch die
Beschriftung des Ereignisses oder durch den Prozesskontext ermittelt werden. Beispielsweise
wu¨rde “Jeden Montagmorgen” auf ein zeitliches Ereignis hindeuten, “Zahlung ist
eingegangen” auf eine eingehende Nachricht oder “Wasserstand hat kritisches Level erreicht”
auf eine Business-Regel. Ist ein Ereignis-Typ nicht eindeutig auszumachen, so kann auch
einfach ein untypisiertes Start-Ereignis (Blanko-Ereignis) verwendet werden.
“Kunde ist vollja¨hrig” ist ein Beispiel fu¨r eine Zustandsbeschreibung. Hier wird der Prozess
nicht in dem Moment ausgelo¨st, wo der Kunde das 18. Lebensjahr vollendet. Eher ist diese
Zustandsbeschreibung als Vorbedingung fu¨r die Prozessinstanziierung zu verstehen.
Sofern eine EPK nur u¨ber ein einziges Startereignis verfu¨gt, ist eine Transformation
offensichtlich: Im BPMN-Modell wird ein Startereignis erzeugt. Die einzige Frage ist, ob eine
weitere Typisierung des Triggers sinnvoll ist.</p>
        <p>Verfu¨gt eine EPK u¨ber mehrere Startereignisse, so ist eine gu¨ltige Transformation nur in
bestimmten Fa¨llen mo¨glich. Idealerweise handelt es sich um alternative Startereignisse,
d.h. es erfolgt spa¨ter eine Zusammenfu¨hrung mittels XOR-Konnektoren. In diesem Fall
Prüfungstermin
eingetreten
Kunde ist
volljährig
Kunde ruft</p>
        <p>an
Messekontakt</p>
        <p>wurde
protokolliert</p>
        <p>Trigger 1
Trigger 2
kann jedes EPK-Startereignis auf ein BPMN-Startereignis abgebildet werden. Ein
Beispiel fu¨r alternative Eintrittspunkte in einen Vertriebsprozess wa¨ren “Kunde ruft an” vs.
“Messekontakt wurde protokolliert”.</p>
        <p>Abbildung 9: Abbildung von verknu¨pften Startereignissen
Sofern es sich nicht um alternative EPK-Startereignisse handelt, so ist anhand der
Beschriftungen zu pru¨fen, ob es unter den Startereignissen mehr als einen Trigger gibt. Ist dies nicht
der Fall, so wird das triggernde EPK-Startereignis wiederum mit einem BPMN-Startereignis
u¨bersetzt. Gibt es mehrere Trigger, die spa¨ter u¨ber UND- oder ODER-Konnektoren
zusammen gefu¨hrt werden, ist eine korrekte Transformation in ein BPMN-Modell unter
Beibehaltung einer vergleichbaren syntaktischen Struktur nicht mo¨glich. Die parallele
Struktur muss entsprechend sequentialisiert werden, was eine Duplizierung von Ereignissen
im Diagramm zur Folge hat (siehe Abbildung 9) und das Diagramm schwer lesbar macht.
Eine detaillierte Diskussion zu diesem Fall findet sich bei Decker und Mendling [DM09].
BPMN-Prozessmodelle schließen mit Ende-Ereignissen ab. Im ha¨ufigsten Fall wird ein
Blanko-Ende-Ereignis verwendet, welches optional mit einer kurzen Zustandsbeschreibung
versehen ist, z.B. “Vertrag ist abgeschlossen”. Daher ko¨nnen EPK-Endereignisse einfach in
BPMN-Ende-Ereignisse u¨bersetzt werden.</p>
        <p>An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Zwischen- und Endereignisse auch in
bestimmten Fa¨llen auf Nachrichten-Empfangs-Ereignisse abgebildet werden ko¨nnen [KWL09].</p>
        <p>Student zur
Prüfung
zugelassen
Studierender
fehlt</p>
        <p>Student zur Prüfung
zugelassen
Studierender</p>
        <p>fehlt</p>
        <p>
          Abbildung 10: Abbildung von Ereignissen (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref6">4</xref>
          )
Bei denjenigen EPK-Ereignissen, die weder Start- noch Endereignisse sind, d.h. eingehende
oder ausgehende Kontrollflusskanten besitzen, gibt es einen speziellen Fall, in dem das
Ereignis auf jeden Fall in der Transformation beachtet werden muss: Entscheidungen werden
in EPK u¨ber XOR- und ODER-Konnektoren mit mehreren ausgehenden Kanten modelliert.
In diesem Fall geben die nachfolgenden Ereignisse die Verzweigungsbedingungen an,
z.B. “Student zur Pru¨fung zugelassen”. Verzweigungsbedingungen werden in BPMN u¨ber
Kantenbeschriftungen realisiert.
5.3
        </p>
        <p>Konnektoren
Konnektoren realisieren Kontrollflussbeziehungen in EPKs. XOR-Konnektoren finden in
daten-basierten exklusiven Gateways ihre Entsprechung, UND-Konnektoren in parallelen
Gateways und ODER-Konnektoren in inklusiven Gateways. Wa¨hrend bei der
semantischen Entsprechung im Falle von XOR- und UND-Konnektoren mit den entsprechenden
BPMN-Konstrukten keine Zweifel bestehen, so ist der ODER-Konnektor insofern
problematisch, da sowohl auf EPK- als auch auf BPMN-Seite Unsicherheit bzgl. der Semantik
besteht (siehe Abschnitt 2). Praktische Relevanz haben die verschiedenen Nuancen in der
Ausfu¨hrungssemantik von ODER-Konnektoren / inklusiven Gateways aber wahrscheinlich
nicht: Es besteht die Vermutung, dass fu¨r die allermeisten Prozessmodelle diese Nuancen
keinen Unterschied in der Semantik bedeuten. Ein entsprechender empirischer Nachweis
fehlt in der Literatur allerdings noch.</p>
        <p>Zu beachten bei einem Mapping von Konnektoren ist lediglich, dass die
Verzweigungsbedingungen in EPKs in Form von Ereignissen gegeben sind, wa¨hrend BPMN hierfu¨r
Kantenbeschriftungen vorsieht. Daru¨ber hinaus sieht BPMN alternative Darstellungen von
XOR-Joins, AND-Splits und OR-Splits vor: Hier werden mehrere Sequenzflusskanten mit
Flussobjekten verbunden. Beispielsweise haben mehrere eingehende Kanten in einen Task
XOR-Semantik. Eine Abbildung auf BPMN-Gateways, wie oben beschrieben, kann jedoch
als u¨blicher Weg verwendet werden.
5.4</p>
        <p>Prozessschnittstellen
Prozessschnittstellen bieten die Mo¨glichkeit, ein EPK-Modell mit anderen Modellen in
Beziehung zu setzen. Hier gibt es jedoch zwei semantische Auspra¨gungen, die jeweils
unterschiedlich in BPMN abgebildet werden mu¨ssen. Zum einen werden Prozessschnittstellen
verwendet, um Prozesshierarchien darzustellen. Hierbei verweist eine Prozessschnittstelle
auf ein Modell als Ganzes oder auf ein Startereignis in einem anderen Modell. Die Semantik
hierbei ist, dass der zweite Prozess beendet sein muss, bevor die auf die Prozessschnittstelle
folgenden Funktionen angestoßen werden. Die Entsprechung auf BPMN-Seite wa¨re damit
ein Unterprozess.</p>
        <p>Alternativ realisieren Prozessschnittstellen zuweilen jedoch auch einfache Zerschneidungen
von Prozessmodellen. Hierbei wird auf eine Prozessschnittstelle in einem anderen Modell
verwiesen. Semantisch ist ein Pa¨rchen von Link-Ereignissen also einer Kontrollflusskante,
sofern die beiden Modelle in einem großen Modell zusammengefu¨hrt werden. BPMN sieht
Link-Ereignisse zur Darstellung solcher Modell-Zerschneidungen vor.</p>
        <p>Prüfung
vorbereiten</p>
        <p>Prüfung
durchführen</p>
        <p>Prüfung
nachbereiten</p>
        <p>Prüfung
vorbereiten</p>
        <p>Prüfung
durchführen</p>
        <p>Prüfung
nachbereiten
Leistung
bewerten
Bei der Wahl, ob nun ein Unterprozess oder ein Link-Ereignis die passende Entsprechung
ist, helfen eine Reihe von Indizien. Besitzt eine Prozessschnittstelle Vorga¨nger- und
Nachfolgerelemente, so handelt es sich um einen Unterprozess. Wird eine Prozessschnittstelle
jedoch als Eintrittspunkt in einen Prozess oder als Austrittspunkt verwendet, so sind
wahrscheinlich Link-Ereignisse die passende Entsprechung. Informationen daru¨ber, was von der
Schnittstelle verlinkt wird (ganzes Modell vs. Prozessschnittstellen) gibt einen zusa¨tzlichen
Hinweis.</p>
        <p>Organisationseinheiten / Rollen
Organisationseinheiten und Rollen werden in BPMN durch Pools und Lanes dargestellt.
Anders als in BPMN, wo durch Enthaltenseinsbeziehungen von Pools, Lanes und Sub-Lanes
eine hierarchische Beziehung ausgedru¨ckt werden kann, werden Organisationseinheiten
und Rollen in EPKs nicht weiter in Beziehung gesetzt. Dies geschieht zumeist außerhalb
des Modells in separaten Organigrammen. Da weiterhin keine Unterscheidung zwischen
Sequenz- und Nachrichtenfluss in EPKs zu finden ist, ko¨nnen die Organisationseinheiten
und Rollen am besten als nebeneinander angeordnete Lanes des gleichen Pools abgebildet
werden. Ein Bezeichner fu¨r diesen Pool steht nicht zur Verfu¨gung. Als Behelfslo¨sung
ko¨nnen generische Namen wie “Hauptpool” oder “Organisation” gewa¨hlt werden.</p>
        <p>Ziele
definieren</p>
        <p>Arbeit
durchführen</p>
        <p>Manager
Mitarbeiter
Mitarbeiter
r
e
g
a
n
a
M
+ re
looP ragena iittrbae defZinieieleren</p>
        <p>M M
itr
e
e
b
itr
a
M
r
e
g
a
n
a
lo M
oP tr
e
i
e
b
itr
a
M
r
e
g
a
n
a
lo M
oP tr
e
i
e
b
itr
a
M
r
e
g
a
n
a
lo M
oP tr
e
i
e
b
itr
a
M</p>
        <p>Ziele
definieren</p>
        <p>Ziele
definieren</p>
        <p>Ziele
definieren</p>
        <p>Ziele
definieren</p>
        <p>Arbeit
durchführen</p>
        <p>Arbeit
durchführen</p>
        <p>Arbeit
durchführen
Gemeinsam mit
dem Mitarbeiter</p>
        <p>Arbeit
durchführen</p>
        <p>
          Abbildung 12: Abbildung von Rollen (und Organisationseinheiten)
Problematisch wird es, sobald mehrere Organisationseinheiten und/oder Rollen mit einer
Funktion verknu¨pft sind. Dieser Sachverhalt kann in BPMN nicht sauber abgebildet werden.
In BPMN-Diagramme sieht man des o¨fteren, dass eine Aktivita¨t mehrere Lanes abdeckt.
Dies ist von BPMN syntaktisch allerdings nicht vorgesehen. Verschiedene Workarounds
sind hier in BPMN denkbar. (1) Zum einen ko¨nnen separate Lanes geschaffen werden, die
explizit die Zusammenarbeit mehrerer Organisationseinheiten oder Rollen modellieren,
z.B. “Team”. (2) Zum anderen ist es mo¨glich, Unterprozesse zuna¨chst einer bestimmten
Lane zuzuordnen und bei einer Verfeinerung in einem separaten Diagramm die Aufgaben
entsprechend den verschiedenen Lanes zuzuordnen. (3) Manchmal sieht man, dass eine
gemeinschaftliche Aktivita¨t dupliziert wird und mit gleicher Bezeichnung in
verschiedenen Lanes erzeugt wird. (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref6">4</xref>
          ) Die Aktivita¨t wird nur einer Lane zugeordnet, und zwar
der verantwortlichen oder fu¨hrenden Organisationseinheit/Rolle, und u¨ber entsprechende
Textannotationen (Kommentare) wird die Beteiligung der anderen erwa¨hnt. Abbildung 12
illustriert diese vier Strategien.
5.6
        </p>
        <p>
          Systeme
Systeme werden typischerweise auf eine von vier Arten abgebildet. (1) Sofern das
Modell eine reine Systemsicht liefert, d.h. Organisationseinheiten und Rollen kommen im
Modell nicht vor, so ko¨nnen Systeme als Pools und Lanes dargestellt werden. Hier stellt
sich wiederum die gleiche Frage wie bei Organisationseinheiten und Rollen: Wie kann
dargestellt werden, dass mehrere Systeme einer Funktion zugeordnet sind. Schwieriger
wird es außerdem, falls sowohl Systeme als auch Organisationseinheiten / Rollen in einem
Modell definiert sind. (2) Alternativ ko¨nnen Systeme als zugeklappte Pools dargestellt
werden, mit denen der Prozess Nachrichten austauscht. Von der Intuition her wu¨rde so z.B.
repra¨sentiert, dass ein Mensch im Laufe einer Aktivita¨t mit dem System u¨ber
Eingabemasken und entsprechende Bildschirmanzeigen interagiert. (3) Als dritte Option kann ein
Modellierer auch auf die Darstellung von Systemen in einem Modell verzichten. Mit Hilfe
weiterer Modelle, die sich dann speziell mit einer Systemzuordnung bescha¨ftigen, kann die
Systemsicht wiederum abgedeckt werden. Es entstehen somit mehrere Perspektiven auf den
gleichen Prozess (organisatorische Sicht vs. IT-Sicht). (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref6">4</xref>
          ) Abschließend, und
wahrscheinlich am ha¨ufigsten verwendet, ko¨nnen auch Textannotationen verwendet werden, um die
Systemzuordnung widerzuspiegeln. Diese vier Optionen sind in Abbildung 13 illustriert.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Fu¨r Datenobjekte gibt es eine offensichtliche Abbildung von EPKs auf BPMN: U¨ber</title>
        <p>BPMN-Datenobjekte und entsprechend gerichtete Assoziationen kann die EPK-Semantik
direkt abgebildet werden.
6</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Im vorigen Abschnitt wurden alternative Optionen vorgestellt, wie die verschiedenen
EPKKonstrukte abgebildet werden ko¨nnen. Die Wahl einer geeigneten Option kann bei einer
Migration einer gro¨ßeren Anzahl von Modellen oft ein einziges Mal fu¨r alle Modelle
entschieden werden. Dies ist vor allem bei der Abbildung von mehreren Rollen /
Organisationseinheiten oder bei der Abbildung von Systemen der Fall. Auch ko¨nnte z.B. entschieden
werden, dass Ereignisse wenn immer mo¨glich in einer Abbildung ignoriert werden.
Auch kann bei einer Abbildung behilflich sein, wenn die EPKs definierten
Modellierungsrichtlinien folgen. Dies kann z.B. kla¨ren, wie Prozessschnittstellen bei einer Abbildung zu
behandeln sind.
Aufgabe</p>
      <p>System 1
System 1
Aufgabe
Aufgabe
Aufgabe</p>
      <p>Verwendet</p>
      <p>System 1</p>
      <p>Abbildung 13: Abbildung von Systemen
In der ARIS-Methode sind EPKs nur eine von zahlreichen Diagrammtypen. Weitere ha¨ufig
verwendete Diagrammtypen sind z.B. Wertscho¨pfungsketten und Organigramme.
Organigramme ko¨nnen in BPMN nicht dargestellt werden. Zwar bietet BPMN die Mo¨glichkeit,
Hierarchien an Lanes zu definieren. Dies deckt jedoch nicht die Ausdrucksma¨chtigkeit von
Organigrammen ab. Wertscho¨pfungskettendiagramme, in denen Prozesse landkartenartig
aufgeza¨hlt werden, ko¨nnen in BPMN insofern abgebildet werden, als dass eine Menge von
Subprozessen nebeneinander im Diagramm platziert werden.</p>
      <p>Dieser Beitrag bescha¨ftigt sich lediglich mit dem unidirektionalen Mapping von EPK
nach BPMN. Es wird keine Antwort darauf gegeben, wie ein BPMN-Diagramm in eine
EPK u¨berfu¨hrt werden kann. Ein Round-Tripping, bei dem das Modell in der Zielsprache
editiert wird und wieder zuru¨ck in die Quellsprache u¨berfu¨hrt wird, bleibt somit erst recht
undiskutiert.</p>
      <p>Auch beantwortet dieser Artikel nicht die Frage “Wann setze ich welche Sprache ein?”, bzw.
die Frage nach Vor- und Nachteilen der beiden Sprachen in den unterschiedlichen Phasen
des Entwurfs prozessorientierter Informationssysteme. Diese Fragen werden zu Beginn
von BPM-Initiativen ha¨ufig gestellt. Dieser Beitrag hilft bei dieser Diskussion insofern, als
dass er einen ersten Anhaltspunkt dafu¨r bietet, wie im Falle der Entscheidung, zuna¨chst mit
EPKs zu arbeiten und spa¨ter auf BPMN umzusteigen, hinterher eine Migration der Modelle
aussehen kann.</p>
      <p>Dieser Beitrag hat sich auf BPMN in der Version 1.2 konzentriert. Im Laufe des Jahres 2010
kann mit der Vero¨ffentlichung der neuen Version 2.0 gerechnet werden. Die allermeisten
Konvertierungsregeln bleiben davon unberu¨hrt. Lediglich bei der Darstellung von Systemen
erleichtert BPMN 2.0 eine Abbildung. Durch “Data Stores” sowie u¨ber selbst definierbare
Artefakte ko¨nnen Systeme damit abgebildet werden.
7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>Dieser Beitrag hat gezeigt, dass weite Teile der EPKs automatisch bzw. semi-automatisch in
bedeutungsgleiche BPMN-Modelle u¨berfu¨hrt werden ko¨nnen. Eine vorherige sachkundige
Qualita¨tssicherung der EPKs sowie geeignete Modellierungskonventionen, die wiederum
automatisch (z.B. mit sog. Reports) u¨berpru¨ft werden ko¨nnen, erho¨hen zusa¨tzlich das
Einsatzpotenzial der automatischen Umstellung. Durch dieses Vorgehen ko¨nnen die in
EPKs geta¨tigten Investitionen gesichert werden, wenn das Anwenderunternehmen von
EPKs auf BPMN wechseln mo¨chte oder muss.</p>
      <p>Eine Organisation sollte jedoch pru¨fen, ob nicht auch eine erneute BPMN-Modellierung,
gepaart mit einer Anpassung und Aktualisierung der Modelle eine valide Alternative bildet.
Dies hat gleichzeitig den Effekt, dass die Verwendung der BPMN eingeu¨bt werden kann.
Eine Teilmenge der vorgestellten Konvertierungsregeln wurde im Rahmen der
SignavioOryx Academic Initiative2 als automatische Transformation realisiert. Dabei wird
jede Funktion als Task, jedes Startereignis als Blanko-Start-Ereignis und jedes
Endereignis als Blanko-Ende-Ereignisse umgesetzt. Zwischenereignisse werden igoniert – außer
im Falle von Verzweigungsbedingungen. Prozessschnittstellen werden bislang nicht
unterstu¨tzt und bei Rollen/Organisationseinheiten wird pro Funktion einfach nur eine
Rolle/Organisationseinheit ausgewa¨hlt (und die anderen werden ignoriert). Als na¨chster Schritt
wird eine semi-automatische bzw. durch Konventionen konfigurierbare Transformation
realisiert, um den Entscheidungspunkten gerecht zu werden, die in diesem Beitrag beschrieben
wurden.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Literatur</title>
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