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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="1">Einführung</head><p>Globale Marktszenarien führen dazu, dass Angebote sehr leicht vergleichbar sind. Dies trifft sowohl im Bereich der Angebote von Produktionsunternehmen wie auch von Dienstleistungsunternehmen zu. In solchen vergleichbaren Angebotssituationen ist häufig eine Preisführerschaft der Schlüssel, um Marktanteile zu gewinnen. Unternehmen, die ihre Marktanteile im Wesentlichen über eine Preisführerschaft erzielen, haben tendenziell weniger strategischen Entwicklungsspielraum. Eine strategisch bedeutsame Art, sich gegenüber dem Mitbewerber in vergleichbaren Märkten zu differenzieren, ist das Anbieten von hybriden Leistungsbündeln <ref type="bibr">(Burr 2002)</ref>. Hybride Leistungsbündel stellen dabei eine integrierte Kombination von physischen Produkten und immateriellen Dienstleistungen dar, mit dem Ziel ein spezifisches Kundenproblem zu lösen <ref type="bibr">(Hirschheim, Klein und Lyytinen 1995)</ref>.</p><p>Liefernetze bestehen aus mehreren voneinander unabhängigen Lieferanten, von denen einer dieser Lieferanten als fokal bezeichnet wird. Der fokale Lieferant ist der Lieferant, der das Angebot an den Kunden erstellt. Der fokale Lieferant organisiert alle Aspekte des hybriden Leistungsbündels im Liefernetz. Trotz der Komplexität der Organisation von Liefernetzen ist der Vorteil dieser Organisationsform auf das Angebot hybrider Leistungsbündel enorm: Das Hauptaugenmerk dieser Organisationsform liegt auf der Verbindung von Geschäftsprozessen und stellt daher eine wertvolle Methode dar, hybride Leistungsbündel zu organisieren. Betrachtet man hoch integrierte Leistungsbündel, so erfolgt das Ausliefern solcher Angebote im Rahmen eines Service Prozesses, der nahtlos in die relevanten Kundenprozesse integriert ist.</p><p>Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass das Management von hybriden Leistungsbündeln in Informationssystemen etablierte Geschäftsprozesse vor neue Herausforderungen stellt. So lassen sich hybride Leistungsbündel in Geschäftsprozessen, beispielsweise im Supply Chain Management, nur unzureichend darstellen. Die Die Zusammensetzung hybrider Leistungsbündel über deren Produktlebenszyklus hinweg ist nicht notwendigerweise konstant. Dabei kann der Produktlebenszyklus in drei Abschnitte geteilt werden: Produktherstellung, Produktnutzung und Produktnachnutzung <ref type="bibr">(Crawford et al. 2005)</ref>. Im ersten Abschnitt der Produktherstellung liegt der Fokus auf der Identifikation, Evaluation und dem Aufbau von Beziehungen zwischen relevanten Lieferanten, die für das spezifische hybride Leistungsbündel in Frage kommen. Im Abschnitt der Produktnutzung liegt der Schwerpunkt auf der Interaktion zwischen dem Kunden und den Lieferanten, auf der Erfüllung der Servicevereinbarungen und weiteren intangiblen Werten. Im Abschnitt der Nachnutzung liegt der Fokus auf der Außerbetriebnahme des hybriden Leistungsbündels in einer angemessenen Art und Weise oder dem Ersetzen des hybriden Leistungsbündels durch eine Folgelösung.</p><p>Hoch integrierte hybride Leistungsbündel mit einem signifikanten Anteil von Dienstleistungen und intangiblen Werten sind nennenswert in die Geschäftsprozesse des Kunden eingebunden (vgl. Abb. 2).</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Abb. 2. Prozessintegration von Liefernetzen in Kundenprozesse</head><p>Betrachtet man Performance Contracting als Form der höchsten Integration, so stellt diese Leistungsform Subprozesse von betrieblichen Leistungsprozessen des Kunden dar. Setzt man eine adäquate Informationssysteminfrastruktur voraus, so werden aus Prozesssicht drei mögliche Prozessintegrationsformen zwischen den Leistungsprozessen der Anbieter und den Leistungsprozessen des Kunden unterschieden: Prozessintegration durch den fokalen Lieferanten, Prozessintegration durch eine Kombination aus dem fokalen Lieferanten und einem oder mehreren Sublieferanten oder Prozessintegration direkt durch Sublieferanten des fokalen Lieferanten.</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.2">Liefernetze</head><p>Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Angebote, die auf hybriden Leistungsbündeln basieren, zu erstellen. Diese Möglichkeiten sind dabei auf die Kernkompetenzen der anbietenden Unternehmen ausgerichtet. Mögliche Formen der Realisierung werden dabei in einer hierarchischen Form, einer Kooperationsform und einer Marktform erzielt <ref type="bibr">(Burianek et al. 2007)</ref> Im Sinne strategischer Liefernetze sind hybride Leistungsbündel solche Leistungsbündel, die aus Komponenten zusammengesetzt sind, die von mehreren unterschiedlichen Lieferanten kommen. Die Lieferanten für die unterschiedlichen Komponenten des hybriden Leistungsbündels werden als unabhängige Unternehmen betrachtet. Mit Rücksicht auf die Kundenperspektive auf ein hybrides Leistungsbündel wird ein Lieferant als fokaler Lieferant identifiziert. Dieser fokale Lieferant hat den kommerziellen Kontakt zum Kunden und ist darüber hinaus die Wurzel des Liefernetzes. Alle anderen Lieferanten (Netzwerkknoten) sind direkt oder indirekt, d. h. durch einen anderen Lieferanten, mit dem fokalen Lieferanten verbunden (Kante).</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.3">Strategische Beschaffung</head><p>Lange Zeit wurde die Beschaffung ausschließlich als innerbetriebliches Vollzugsorgan betrachtet, das produktions-und absatzpolitische Entscheidung zu erfüllen hatte (Arnold und Essig 2000; Kaufmann 2001). Heute wird jedoch die hohe strategische Bedeutung der Beschaffungsfunktion -in Wissenschaft und Praxisweitgehend anerkannt <ref type="bibr">(Holbach 2002;</ref><ref type="bibr">Kaufmann 2001;</ref><ref type="bibr">Krampf 2000)</ref>. Deutlich wird dies insbesondere bei der Betrachtung des wertmäßigen Volumens, das durch die Beschaffungsfunktion verantwortet wird und rechtfertigt deren Schlüsselrolle innerhalb eines Unternehmens. Tabelle 1 ist zu entnehmen, dass der Anteil des Beschaffungsvolumens am Bruttoproduktionswert des verarbeitenden Gewerbes im Jahr 2000 durchschnittlich 69,0 % betrug.  <ref type="bibr" target="#b6">(Weigand 1998;</ref><ref type="bibr">Kuhl 1999)</ref>. Damit führen also alle Bestrebungen sowohl zu einer Verbesserung der Wettbewerbssituation des beschaffenden (fokalen) Unternehmens auf den Absatzmärkten als auch zu einer Verbesserung für die angeschlossenen Lieferanten (Kuhl 1999).</p><p>Gleichzeitig vermehren sich aber durch diese Entwicklung und weitere bekannte äußere Einflüsse, wie bspw. die Globalisierung der Märkte, zunehmende Produktkomplexität, Verkürzung der Produktlebenszyklen, die Probleme innerhalb des ohnehin überwiegend als komplex, dynamisch und diskontinuierlich beschriebene Umfelds der Beschaffungsaufgabe (Kienzle 2000; Holbach 2002). Die strategische Beschaffung als Teil der gesamten Beschaffungsfunktion hat als Hauptaufgabe die Analyse und zielorientierte Gestaltung bzw. Beeinflussung beschaffungsrelevanter Faktoren <ref type="bibr">(Roland 1993;</ref><ref type="bibr" target="#b2">Large 2006)</ref>. Dabei sind die Faktoren den drei Aufgabenbereichen "Markt", "Lieferanten" und "Unternehmen" zuzuordnen <ref type="bibr">(Friedl 1990;</ref><ref type="bibr">Roland 1993;</ref><ref type="bibr">Ernst 1996)</ref>. Im vorliegenden Beitrag liegt der Fokus auf der Betrachtung der lieferantenbezogenen Aufgaben. Explizit auf den Aufgaben für den Aufbau und das Management einer guten und effektiven Lieferantenbasis. Diese bedingen das Vorhandensein einer Methode zur Identifikation, Selek-tion und Qualifizierung von möglichen Lieferanten. Grundlage bildet zunächst die Abbildung der Struktur der identifizierten Lieferantenbasis, über Tiers hinweg, als Liefernetz. Ausgehend von diesem Modell lassen sich kundenwunschorientiert flexible (alternative) Wertschöpfungsketten bilden, bewerten und auswählen. Die Durchführung dieser Aufgaben ist aufgrund der komplexen Liefernetzstrukturen nur unter Einsatz moderner Informations-und Kommunikationstechnik (IKT) möglich <ref type="bibr" target="#b0">(Kopanaki et al. 2000)</ref>.   </p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.4">Bestehende</head></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="3.2">Strategische Bedarfsplanung</head></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Die erste</head></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="3.3">Strategische Netzwerkmodellierung</head><p>Zur strukturierten Modellierung von strategischen Liefernetzen folgt dieser Beitrag den Vorschlägen von Albani, <ref type="bibr">Müssigmann und Zaha (2006)</ref>. Die einzelnen Funktionen der Modellierung eines möglichen Liefernetzes sind dabei in drei Unterbereiche segmentiert: Identifikation, Bewertung und Auswahl von Liefernetzen. Für die Identifikation eines möglichen Liefernetzes wird der Bedarf für ein hybrides Leistungsbündel spezifiziert und an potenzielle oder bestehende Lieferanten im Liefernetz kommuniziert. Der fokale Lieferant sendet dabei den Bedarf für das hybride Leistungsbündel an die Lieferanten in Tier-1. Diese Lieferanten überprüfen, ob sie den jeweiligen Bedarf erfüllen können oder, falls dies nicht zutrifft, senden einen Bedarf ihrerseits an ihre Sublieferanten in Tier-2. Dabei kann zum einen die Situation eintreten, dass der Lieferant in Tier-1 den gesamten Bedarf nicht erfüllen kann und diesen vollständig an seine Lieferanten in Tier-2 weiterleitet. Zum anderen kann eintreten, dass der Lieferant in Tier-1 den Bedarf nur teilweise erfüllen kann und den Teil, den er selbst nicht erfüllen kann, an seine Sublieferanten in Tier-2 weiterleitet. Dieses Verfahren setzt sich subsequent auf alle im Liefernetz vorhanden Ebenen fort. Im letzten Schritt werden die vom fokalen Lieferanten angeforderten Informationen über das Liefernetz eingesammelt, aggregiert und als Liefernetz visualisiert. In der Visualisierung stellt jeder mögliche Lieferant einen Netzwerkknoten dar.</p><p>Dieses Verfahren führt möglicherweise zu mehreren Liefernetzen, die in der Lage wären, den Bedarf des hybriden Leistungsbündels zu decken. In diesem Fall muss der fokale Lieferant entscheiden, welches dieser möglichen Liefernetze gewählt wird, um den spezifizierten Bedarf zu decken. Hierzu wird eine Bewertung der möglichen Liefernetze durchgeführt. Die Bewertung von Liefernetzen basiert auf definierten Bewertungskriterien und einer dazu korrespondierenden Bewertungsmethode. Mögliche Bewertungsmethoden sind beispielsweise ein multikriterieller, gewichteter Vektor <ref type="bibr" target="#b4">(Müssigmann 2006)</ref> </p></div><figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_0"><head></head><label></label><figDesc>Abb. 1. Zusammensetzung hybrider LeistungsbündelIntegration ist ein zentraler Bestandteil hybrider Leistungsbündel. Dabei bedeutet Integration nicht nur die Bündelung von Produkten und Dienstleistungen im Sinne einer kombinierten Lösung, sondern auch die Prozessintegration auf Kunden und Lieferantenseite<ref type="bibr" target="#b0">(Janiesch et al. 2006)</ref>. Der Grad der Integration in hybriden Leistungsbündeln ist dabei variabel (Fettke und Loos 2007). Auf der einen</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_1"><head></head><label></label><figDesc>Referenzmodelle für die Beschaffung hybrider Leistungsbündel Um den derzeitigen Stand der (Referenz-)Modellierung für die strategische Beschaffung erfassen zu können, wurden bestehende (Referenz-)Modelle und deren Analysen betrachtet. Becker, Beverungen und Knackstedt (2008) konnten insgesamt 13 Referenzmodelle für den Bereich der Produktion sowie 15 Referenzmodelle für den Bereich der Dienstleistungen identifizieren. Nur drei der identifizierten Modelle beziehen sich auf Aspekte hybrider Wertbündel. Jedoch stellen sie fest, dass diese Modelle lediglich auf spezielle Teilgebiete ausgerichtet sind und damit der Erklärungsbeitrag zum Fachgebiet der hybriden Leistungsbündel bezogen auf die integrierte Sicht von Leistungsbündel und Produktlebenszyklus nur sehr begrenzt ist (Becker, Beverungen und Knackstedt 2008). Im Bereich der strategischen Beschaffung von Dienstleistungen wurden durch Thiell (2006) acht Beiträge identifiziert. Er bemängelt insgesamt die geringe Aufmerksamkeit von Forschung und Praxis, die der strategischen Dienstleistungsbeschaffung trotz festgestellter Defizite gewidmet wird. Der Schwerpunkt der Veröffentlichungen sei im Bereich der operativen Beschaffung zu finden (Thiell 2006). Die ausgewählten Publikationen befassen sich überwiegend mit konkreten Strategien, Konzepte und Problemanalysen, eine Ableitung auf hybride Leistungsbündel und deren strategischer Beschaffung ist nur stark limitiert möglich. Bei der Untersuchung von Referenzmodellen zur Modellierung von strategischen Liefernetzen ist lediglich der Ansatz von Albani, Müssigmann und Zaha (2006) des "Strategic Supply Network Planning" (SSND) nennen. Im Zentrum des Modells stehen zwei funktionale Aspekte der strategischen Beschaffung: die strategische Bedarfsplanung und die Modellierung strategischer Liefernetze. Das Modell bezieht sich aber im Kern lediglich auf handelbare Waren. Eine Anwendbarkeit auf Dienstleistungen bzw. hybride Leistungsbündel ist in der Form nicht gegeben. Allerdings könnte durch eine Erweiterung der Sichten des bestehenden Modells eine Anwendbarkeit für das Management hybrider Leistungsbündel erreicht werden. Für die Modellierung komplexer hybrider Leistungsbündel liefern Becker et al. (2009) bereits ein erstes Grundgerüst für die Datensicht, dieses gilt es gemäß den Anforderungen der strategischen Beschaffung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen bzw. zu erweitern. Abschließend lässt sich feststellen, dass bisher keine unmittelbare (Referenz-)Modellunterstützung im Bereich der strategischen Beschaffung für hybride Leistungsbündel existiert. Jedoch lassen sich bestehende (Referenz-)Modelle als Basis nutzen, um diese Lücke zu schließen.</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_2"><head></head><label></label><figDesc>Abb. 4. Semantisches Datenmodell für hybride Leistungsbündel Mit dem Startpunkt der Spezifikation des Kundenwunsches, der eine Instanziierung eines hybriden Leistungsbündels darstellt, werden sowohl Daten von den direkten Lieferanten als auch von allen Sublieferanten gesammelt, um die strategische Netzwerkmodellierung zu unterstützen. Der spezifische Kundenwunsch besteht aus einer spezifischen Konfiguration von Modulen und Leistungen, die sich in dem Lösungsraum des hybriden Leistungsbündels befinden. Dabei entspricht der Lösungsraum allen zulässigen Konfigurationen eines hybriden Leistungsbündels und wird im Diagramm als value bundle (type) bezeichnet. Hybride Leistungsbündel sind zusammengesetzt aus Modulen und Leistungen. Module sind</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_3"><head></head><label></label><figDesc>Abb. 5. Semantisches Datenmodell für die Modellierung strategischer Liefernetze für hybride Leistungsbündel Die schattierten Objekte verbinden die unterschiedlichen semantischen Datenmodelle untereinander. Ausgehend vom Kundenwunsch, der durch eine Instanziierung eines hybriden Leistungsbündels dargestellt wird, ist es notwendig, alle Lieferanteninformationen von Tier 1 bis Tier n einzusammeln. Das Liefernetz, das vom fokalen Lieferanten ausgewählt wurde, den Kundenbedarf zu decken, ist ein Netzwerk aus Lieferanten, die Informationen an den Kunden weitergeben. Diese Informationen werden für die Entwicklung des Liefernetzes genutzt. Im Datenmodell wird das Netzwerk aus Lieferanten als komplexes Monitoring-Objekt repräsentiert, wobei jeder einzelne Lieferant als elementares Monitoring-Objekt darge-</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_0"><head>als fokaler Lieferant einnimmt. Dieser fokale Liefe- rant steht im kommerziellen Kontakt mit dem Kunden</head><label></label><figDesc>. Unternehmen, die eine Fokussierung als Hersteller oder Produzent aufweisen, können durch den Aufbau eigener Serviceorganisationen innerhalb des Unternehmens ein hybrides Leistungsangebot entwickeln. Das gleiche Szenario gilt auch für Unternehmen, die eine Fokussierung als Dienstleister aufweisen und durch den Aufbau von Produktorganisationen innerhalb des Unternehmens die Möglichkeit schaffen, ein hybrides Leistungsangebot zu erstellen. Die zweite Option zur Erbringung hybrider Leistungsangebote ist das (vgl. Abb. 3). Der fokale Lieferant organisiert alle Aspekte des hybriden Leistungsbündels im Liefernetz. Trotz der Komplexität der Organisation von Liefernetzen sind die Vorteile dieser Organisationsform für hybride Leistungsbündel enorm. Das Hauptaugenmerk bei dieser Organisationsform liegt in der Kopplung der Geschäftsprozesse der beteiligten Teilnehmer und ist daher eine wertvolle Methode, hybride Leistungsbündel zu organisieren. Werden hoch integrierte hybride Leistungsbündel betrachtet, so erfolgt die Leistungserbringung eines solchen hybriden Leistungsbündels in Form eines Serviceprozesses, der nahtlos an die jeweiligen Kundenprozesse angebunden ist.</figDesc><table><row><cell>Tier-1</cell><cell>Tier-2</cell><cell>Tier-3</cell></row><row><cell></cell><cell>Supplier</cell><cell></cell></row><row><cell></cell><cell>D</cell><cell>Supplier</cell></row><row><cell>Supplier</cell><cell></cell><cell>I</cell></row><row><cell>A</cell><cell></cell><cell></cell></row><row><cell></cell><cell>Supplier</cell><cell></cell></row><row><cell></cell><cell>E</cell><cell></cell></row><row><cell></cell><cell></cell><cell>Supplier</cell></row><row><cell cols="3">Generieren kombinierter Angebote auf dem Markt. Das anbietende Unternehmen kauft zusätzliche Services oder Produkte auf dem Markt und kombiniert diese zu einem eigenen hybriden Leistungsangebot. Die dritte Option ist der Aufbau enger Kooperationen zwischen unterschiedlichen Zulieferfirmen im Sinne eines Netz-werkverbundes (Davis und Olson 1988). Diese Möglichkeit führt zur Etablierung von Liefernetzen für hybride Leistungsbündel. Liefernetze bestehen aus mehreren unabhängigen Lieferanten, von denen einer focal supplier J Supplier B Supplier F Supplier G Supplier H eine ausgezeichnete Position Customer Supplier Supplier C K</cell></row></table><note>Abb. 3. Liefernetz für hybride Leistungsbündel</note></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_1"><head></head><label></label><figDesc>Tabelle 1. Anteil des Beschaffungsvolumens am Bruttoproduktionswert des verarbeitenden Gewerbes in Prozent im Jahr 2000 (Statistisches Bundesamt 2002) Der hohe Anteil der Beschaffungsaufgabe an den Gesamtkosten beinhaltet gleichzeitig auch grundsätzliches Potenzial zur Kostensenkung und Leistungsverbesserung. Damit hat die Beschaffungsfunktion unmittelbaren und mittelbaren Ergebniseinfluss und ist als solches als eine wichtige und permanent auszuübende Kernfunktion zu interpretieren (Carr und Pearson 1999; Kienzle 2000). Durch die Erschließung der genannten Potenziale kann die Beschaffung der Realisierung von Wettbewerbsvorteilen dienen (Carr und Smeltzer 1997; Arnold und Essig 2000; Mol 2003). Dabei sind Wettbewerbsvorteile keineswegs nur auf den Absatzmärkten zu erkennen. Durch die bedingte zunehmende Konzentration auf Kernkompetenzen und einer damit einhergehenden Spezialisierung von Lieferanten, ist eine Entwicklung von Käufer-in Richtung Verkäufermärkte zu beobachten</figDesc><table><row><cell>Branche</cell><cell>Beschaffungsvolumen in % des Bruttoproduktionswertes</cell></row><row><cell>Chemische Industrie</cell><cell>71,0</cell></row><row><cell>Kraftwagen und Kraftwagenteile</cell><cell>79,9</cell></row><row><cell>Maschinenbau</cell><cell>62,8</cell></row><row><cell>Rundfunk-, Fernseh-und Nachrichtentechnik</cell><cell>76,4</cell></row><row><cell>Verarbeitendes Gewerbe insgesamt</cell><cell>69,0</cell></row></table></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_2"><head>3 Modellierung eines strategischen Liefernetzes für hybride Leistungsbündel 3.1 Konstruktionsmethode Wie</head><label></label><figDesc>in Abschnitt 2.4 dargestellt weisen in der aktuellen Literatur dokumentierte (Referenz-)Modelle zur Entwicklung strategischer Liefernetze im Hinblick auf hybride Leistungsbündel Defizite auf. Daher werden im vorliegenden Beitrag bestehende Modelle um die spezifischen Anforderungen im Management hybrider Leistungsbündel angepasst und erweitert. Der zentrale Aspekt strategischer Liefernetze -die Etablierung und das Management von langfristigen Beziehungen unter unterschiedlichen Lieferanten verändert sich durch die Betrachtung hybrider Leistungsbündel nicht. Die Organisationsform ist ein Wertschöpfungsnetz. Daher wird an dieser Stelle auf eine Betrachtung der Organisationssicht verzichtet. Wesentlichen Anpassungsbedarf gibt es aber in den Funktionen Bedarfsplanung und Netzwerkmodellierung. Diese Funktionen werden daher in diesem Beitrag näher beleuchtet und durch Anpassungen und Erweiterungen in der Datensicht, in der Funktionssicht und der Steuerungssicht beschrieben. Zur Beschreibung der Erweiterungen des Referenzmodells strategischer Liefernetze für hybride Leistungsbündel werden zunächst semantische Datenmodelle konstuiert (vgl. Abb. 4, 5 und 7).</figDesc><table /><note>Ergänzend wird der Geschäftsprozess der Identifikation strategischer Liefernetze dargestellt (vgl. Abb. 6). Grundlage der Darstellungen sind hierbei das Referenzmodell zur Entwicklung strategischer Liefernetze (Albani, Müssigmann und Zaha 2006) sowie des Modellierungsansatzes für hybride Leistungsbündel (Becker et al. 2009). Als Darstellungsmethode wird ARIS (Scheer 1999) verwendet.</note></figure>
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