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      <title-group>
        <article-title>Modellierung hybrider Wertschöpfung - Grundlagen und Fallbeispiel im Kontext technischer Kundendienstleistungen</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>die anhand eines Fall- beispiels evaluiert wird.</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <fpage>19</fpage>
      <lpage>43</lpage>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        Die vom Technischen Kundendienst (TKD) im Maschinen- und Anlagenbau
auszuführenden Instandhaltungsarbeiten sind ebenso komplex und
informationsintensiv wie die instand zu haltenden Produkte selbst
        <xref ref-type="bibr" rid="ref17 ref5">(Bolumole et al. 2006, Harris
2007)</xref>
        . Zur Gewährleistung einer korrekten, qualitativ hochwertigen und dennoch
kostengünstigen Instandhaltungsleistung ist es daher unabdingbar, einem
Servicetechniker stets relevantes Servicewissen zur Verfügung zu stellen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref42">(Thomas et al.
2007)</xref>
        . Die Arbeitsausführung im TKD ist hierbei grundsätzlich prozessorientiert
        <xref ref-type="bibr" rid="ref25">(LaLonde 1976)</xref>
        . Der Kundendiensttechniker muss aufgrund der Immobilität der
instand zu haltenden Objekte beim Kunden vor Ort „im Alleingang“ sach- und
fachgerechte Leistungen auf einem hohen technischen Niveau erbringen. Er ist
gegenüber dem Kunden verantwortlich für die korrekte Verrichtung des
Serviceprozesses. Dieser erwartet kostengünstige, qualitativ hochwertige, schnell und
korrekt ausgeführte technische Dienstleistungen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref34">(Peel 1987)</xref>
        .
      </p>
      <p>
        Servicewissen im Zusammenhang mit technischen Kundendienstleistungen
basiert auf Informationen unterschiedlicher Art, die aufzeigen, wie und in welcher
Reihenfolge die jeweiligen Arbeitsschritte auszuführen sind. Die Dokumentation
dieses Servicewissens erfolgt nach derzeitigem Stand der Technik vorwiegend
papierbasiert oder auf elektronischen Datenträgern. Dieser State-of-the-Art der
Serviceinformationsdokumentation weist zwei Schwachstellen auf:
 Die Informationen sind oftmals veraltet, da die entsprechenden
Dokumentationen nur periodisch (z. B. bei Varianteneinführung oder Versionswechsel eines
Produktes) aktualisiert werden. Zudem ist die Distribution der
Dokumentationen zu den jeweiligen Servicetechnikern nicht sichergestellt, da bspw. in
TKDOrganisationen die Zuständigkeiten nicht klar definiert sind oder
Dokumentationen bei Kundeneinsätzen verloren gehen und nicht zeitnah ersetzt werden.
 Es wird nicht das gesamte, im Kontext eines Produktes zur Verfügung stehende,
Servicewissen erfasst. Neben den Organisationseinheiten der Produkthersteller
(bspw. Entwicklung, Qualitätssicherung) ist Servicewissen auf weitere
Organisationen verteilt (bspw. unabhängige TKD-Organisation). Die Wertschöpfung
aus Kundensicht wird zwar in Form einer Wertschöpfungspartnerschaft
erbracht, jedoch findet kein nachhaltiger Informationsfluss bezüglich der
Serviceinformationen innerhalb der Partnerschaft statt. Auch fließt das verteilt
vorliegende implizite Wissen nicht oder nur unzureichend in die Dokumentation ein
        <xref ref-type="bibr" rid="ref44 ref45">(Walter et al. 2009)</xref>
        .
      </p>
      <p>
        Durch den Einsatz von Informationssystemen mit mobilen Komponenten für
den TKD wird den beschriebenen Schwachstellen begegnet
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">(Isaac und Leclercq
2006)</xref>
        . Um allerdings die Serviceinformationen in einem Informationssystem
adäquat bereitstellen zu können, ist deren systematische Modellierung erforderlich.
Da die Informationen integraler Bestandteil sowohl der Produkte selbst als auch
der damit verbundenen (Service-)Prozesse sind, werden die Serviceinformationen
im Kontext hybrider Wertschöpfung betrachtet
        <xref ref-type="bibr" rid="ref42 ref44 ref45">(Thomas et al. 2007; Walter 2009)</xref>
        .
Im Rahmen der Gestaltung hybrider Wertschöpfung werden aktuell in der
wissenschaftlichen Literatur vielfältige Methoden und Sprachen zu deren Modellierung
diskutiert. Trotz der hohen Relevanz technischer Kundendienstleistungen –
beispielsweise für den Maschinen- und Anlagenbau, die Elektro- und
Automobilindustrie – fehlt bislang jedoch eine methodische und sprachliche Unterstützung, die
den besonderen Anforderungen einer detaillierten und prozessorientierten
Modellierung technisch komplexer Problemstellungen gerecht wird. Das
Methodenspektrum der Wirtschaftsinformatik kann – in Kombination mit anderen
wissenschaftlichen Disziplinen – einen wichtigen Beitrag zu dieser Art der
Dienstleistungserbringung leisten
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">(Buhl und Weinhardt 2009)</xref>
        .
      </p>
      <p>Im vorliegenden Beitrag werden zunächst die bestehenden Methoden und
Sprachen der Dienstleistungsmodellierung als Bestandteil hybrider Wertschöpfung
identifiziert und systematisch analysiert. Anhand eines Scoringverfahrens wird
daraus die Modellierungssprache ausgewählt, welche die Modellierung
technischer Serviceinformationen im Kontext hybrider Wertschöpfung am besten
unterstützt. Anschließend wird eine Modellierungsmethode zur effizienten
Modellierung technischen Servicewissens entwickelt und an einem Praxisbeispiel evaluiert.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>State-of-the-Art der Dienstleistungsmodellierung</title>
      <p>
        Technische Kundendienstleistungen sind eine Teilmenge von Dienstleistungen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref25">(LaLonde 1976)</xref>
        und stellen somit auch eine Teilmenge hybrider Wertschöpfung
dar
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref13">(DIN 2009a)</xref>
        . Aufgrund der speziellen Charakteristika von Dienstleistungen
stehen Modellierungsansätze vor besonderen Herausforderungen. Der
nachfolgende Abschnitt gibt einen Überblick über bisherige Ergebnisse der Forschung zur
Dienstleistungsmodellierung. Ebenso wie das gesamte Gebiet der hybriden
Wertschöpfung ist die Modellierung der hybriden Dienstleistungen ein junges
Forschungsfeld. In Analogie zur allgemeinen Dienstleistungsmodellierung besteht ein
Mangel an einer ganzheitlichen Methode zur Modellierung hybrider
Dienstleistungen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref33 ref37 ref41 ref44 ref45">(O‘Sullivan 2006; Walter 2009)</xref>
        . Im Kontext hybrider Wertschöpfung
setzen sich vor allem
        <xref ref-type="bibr" rid="ref44 ref45">Walter (2009)</xref>
        ,
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">Kern et al. (2009)</xref>
        und Becker et al. (2008;
2009) mit der Frage der adäquaten Modellierung auseinander und liefern erste
konzeptionelle Ansätze. Zudem zeigt
        <xref ref-type="bibr" rid="ref44 ref45">Walter (2009)</xref>
        die Relevanz der
Modellierung als Bestandteil von hybriden Leistungsbündeln auf.
      </p>
      <p>
        Im Kontext von Dienstleistungen beziehen sich Modellierungsansätze
vorwiegend auf die Dienstleistungscharakteristika Prozessdimension (zeitliche und
räumliche Aspekte von Dienstleistungen), Potenzialdimension (Leistungsfähigkeit der
Ressourcen) und Ergebnisdimension (Leistungsergebnis)
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Bullinger et al. 2003)</xref>
        .
Da diese drei Dimensionen für die konstitutiven Dienstleistungsdefinitionen als
Klassifizierungsbasis gelten
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">(Corsten und Gössinger 2007)</xref>
        , ist eine Analyse der
Modellierungsmethoden anhand dieses Schemas naheliegend. Als
Betrachtungsgegenstand werden bei bisherigen Arbeiten entweder allgemeine Dienstleistungen,
produktbegleitende (technische) Dienstleistungen oder bei jüngeren Arbeiten
hybride Wertschöpfung auf abstrakter Ebene
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Becker et al. 2009)</xref>
        fokussiert. So
beschreibt
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">Emmrich (2005)</xref>
        Modellierungsmethoden für verschiedene Phasen bei der
Entwicklung von Dienstleistungen.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref46">Winkelmann et al. (2006)</xref>
        analysieren, ob sich
die drei Dimensionen mit Hilfe von Petrinetzen darstellen lassen. O‘Sullivan
(2006) kategorisiert Eigenschaften von Services und zugehöriger Modelle, um
einen Ansatz für einen ganzheitlichen Modellierungsansatz zu konzeptionieren.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref37">Scheer et al. (2006)</xref>
        zeigen, wie sich die ARIS-Methode für die Modellierung von
Dienstleistungen eignet. Weiterhin analysiert
        <xref ref-type="bibr" rid="ref24">Klein (2007)</xref>
        verschiedene Methoden
für die Modellierung diverser Aspekte von Dienstleistungen, allerdings auf
abstraktem Niveau.
      </p>
      <p>
        Becker et al. (2008) prüfen, inwiefern sich bestehende Modellierungsansätze
für die verschiedenen Dienstleistungsdimensionen kombinieren lassen.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">Kern et al.
(2009)</xref>
        stellen jedoch fest, dass bis dato keine Modellierungsmethode existiert, die
eine ganzheitliche Modellierung von Dienstleistungen ermöglicht, und
demzufolge auch keine zur Modellierung hybrider Wertschöpfung zur Verfügung steht. Im
Folgenden werden die existierenden Modellierungsmethoden in Bezug auf die drei
zuvor genannten Dienstleistungsdimensionen dargestellt und die jeweilige
Relevanz bezüglich der Modellierung technischer Kundendienstleistungen aufgezeigt.
2.1
      </p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Modellierung der Prozessdimension</title>
        <p>
          Die prozessorientierte Dimension bildet die Übertragung der Dienstleistung auf
den Kunden – oder dessen Objekt (z. B. technisches Produkt) – als eine Abfolge
von Tätigkeiten ab und spielt eine zentrale Rolle in der Modellierung von
Dienstleistungen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref37">(Scheer et al. 2006)</xref>
          . Gerade in der speziellen Form der Modellierung
technischer Kundendienstleistungen nimmt diese Dimension eine herausragende
Rolle ein, da in ihr die Struktur der durchzuführenden Arbeitsschritte (z. B.
Reihenfolge) der jeweiligen Serviceprozesse detailliert mittels Prozessmodellen
konstruiert wird, bspw. die eines Reparaturprozesses eines komplexen technischen
Produktes.
        </p>
        <p>Die in der wissenschaftlichen Literatur aufgeführten Modellierungsmethoden
im Kontext der Prozessdimensionen sind in nachfolgender Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1. Modellierungsmethoden mit dem Fokus Prozessdimension</p>
        <sec id="sec-2-1-1">
          <title>Bezeichnung</title>
          <p>Ereignisgesteuerte
Prozesskette (EPK)
OASIS 2007</p>
          <p>Neben den in der Tabelle angeführten Methoden gibt es noch weitere Ansätze,
die der Vollständigkeit halber aufgezählt werden, im Folgenden jedoch nicht
weiBusiness Process
Modeling Notation
(BPMN)
Business Process Workflow-Sprache, insbesondere zur
OrchesExecution Language trierung von Web Services.
(BPEL)
Unified Modeling
Language (UML)
Service Blueprinting</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-2">
          <title>Beschreibung</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-1-3">
          <title>Quelle</title>
          <p>Als Methode im Zusammenhang des Konzeptes Keller et al.</p>
          <p>ARIS (Architektur integrierter Informations- 1992; Scheer
systeme) ein verbreiteter Standard im Bereich 2001
der Geschäftsprozessmodellierung.</p>
          <p>
            Standard für die graphische Notation von Ge-
            <xref ref-type="bibr" rid="ref30">OMG 2004</xref>
            schäftsprozessen.
          </p>
          <p>
            Spezifikation zur Modellierung von Software,
            <xref ref-type="bibr" rid="ref31">OMG 2005</xref>
            die verschiedene Modelle zur Verfügung stellt.
          </p>
          <p>Für Prozesse sind Aktivitätsdiagramme
geeignet.</p>
          <p>
            Methode zur Modellierung der Dienstleistungs-
            <xref ref-type="bibr" rid="ref38">Shostack 1987</xref>
            ressourcen und des Ablaufs.
ter betrachtet werden: Kommunikationsstrukturanalyse (KSA), Business Process
Specification Schema (BPSS), ServCASE
            <xref ref-type="bibr" rid="ref15">(Fähnrich und Husen 2008)</xref>
            , poDLE. In
der wissenschaftlichen Literatur werden die oben aufgezählten Ansätze mit Bezug
auf die Prozessdimension analysiert. Im Allgemeinen referenzieren die Arbeiten
hierbei auf einen generischen Kontext des Geschäftsprozessmanagement.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref9">Curtis et
al. (1992)</xref>
            klassifizieren in ihrer Arbeit Modellierungsansätze zur
Prozessdimension anhand 4 verschiedener Perspektiven. Giaglis (2002) verfährt zu einem
späteren Zeitpunkt analog.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref18">Heckmann et al. (1998)</xref>
            fokussieren auf die
Werkzeugunterstützung bei der systematischen Dienstleistungserstellung.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref39">Söderström et al.
(2002)</xref>
            definieren ein Framework zum Vergleich prozessbezogener
Modellierungsmethoden.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref26">List und Korherr (2006</xref>
            ) definieren ein Metamodell zum Vergleich
prozessbezogener Modellierungsmethoden und führen beispielhafte Vergleiche an.
            <xref ref-type="bibr" rid="ref35">Recker et al. (2009)</xref>
            vergleichen die Methoden anhand des Bunge-Wand-Weber
(BWW)-Modells. Eine konsolidierte Arbeit existiert bis dato nicht.
2.2
          </p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Modellierung der Potenzialdimension</title>
        <p>In der Potenzialdimension werden interne Potenzialfaktoren identifiziert und
zusammengefasst, die zur Dienstleistungserbringung erforderlich sind und
entsprechend kombiniert werden können. Im Rahmen der Informationsunterstützung zur
Erbringung technischer Kundendienstprozesse werden diese Potenzialfaktoren
u. a. aus den – dem jeweiligen Arbeitsschritt bereitzustellenden –
Serviceinformationen (z. B. Bilddokument, detaillierte Arbeitsbeschreibung, Ersatzteilinfo)
gebildet und können bspw. in Ressourcenmodellen dargestellt werden. Tabelle 2 gibt
einen Überblick der Modellierungsmethoden zur Darstellung der
Potenzialdimension von Dienstleistungen.</p>
        <p>Tabelle 2. Modellierungsmethoden mit dem Fokus Potenzialdimension</p>
        <sec id="sec-2-2-1">
          <title>Bezeichnung</title>
          <p>ARIS (Architektur integrierter
Informationssysteme)
Service Blueprinting
Entity Relationship Model
(ERM)</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-2">
          <title>Beschreibung</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-2-3">
          <title>Quelle</title>
          <p>
            5-Sichten-Architektur (ARIS-Haus): Scheer 2001
Organisations-, Daten-, Leistungs-,
Funktions- und Steuerungssicht
Methode zur Modellierung der Dienst-
            <xref ref-type="bibr" rid="ref38">Shostack 1987</xref>
            leistungsressourcen und des Ablaufs
          </p>
          <p>Gegenstands-Beziehungs-Modell Chen 1976</p>
          <p>
            Die Methoden der Potenzialdimension werden von
            <xref ref-type="bibr" rid="ref18">Heckmann et al. (1998)</xref>
            aus
der Perspektive der Werkzeugunterstützung untersucht. Ebenso analysieren
Becker et al. (2008) die Methoden.
          </p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Modellierung der Ergebnisdimension</title>
        <p>
          In dieser Dimension wird der Zustand nach Erbringung der Dienstleistung
beschrieben. In der Literatur wird hierbei zwischen prozessualem Endergebnis, dem
Erreichen der eigentlichen Ziele und deren Wirkungen differenziert
          <xref ref-type="bibr" rid="ref37">(Scheer et al.
2006)</xref>
          . Im Kontext dieses Beitrages sind dies: a) Ergebnis der
Serviceprozessausführung (z. B. erfolgreiche Reparaturbearbeitung), b) Durchführung innerhalb
vorgegebener Zeit-, Qualitäts- und Kostenvorgaben und c) Auswirkungen auf
Produkt- und/oder Serviceprozesse (z. B. Produktverbesserung,
Serviceprozessoptimierung). Die angewandten Methoden zur Modellierung der Ergebnisdimension
sind in nachfolgender Tabelle 3 dargestellt.
        </p>
        <p>Tabelle 3. Modellierungsmethoden mit dem Fokus Ergebnisdimension</p>
        <sec id="sec-2-3-1">
          <title>Bezeichnung</title>
          <p>ARIS (Architektur integrierter
Informationssysteme)
STEP
REBECA</p>
        </sec>
        <sec id="sec-2-3-2">
          <title>Beschreibung</title>
          <p>
            5-Sichten-Architektur (ARIS-Haus):
Organisations-, Daten-, Leistungs-,
Funktions- und Steuerungssicht
Produktdaten während des gesamten
Produktlebenszyklus
Entwicklung eines Werkzeugs zur
kundenindividuellen Konfiguration
von modulartig aufgebauten
Dienstleistungen
In der Gesamtsicht zeigt sich, dass bis dato kein Konsens darüber existiert, welche
der aufgezeigten Methoden ganzheitlich für die Modellierung der drei
Dienstleistungsdimensionen geeignet ist. Unabhängig von den dargestellten Methoden
schlägt
            <xref ref-type="bibr" rid="ref14">Emmrich (2005)</xref>
            eine eigenständige Methode vor.
          </p>
          <p>Um die Auswahl einer Modellierungsmethode für hybride Dienstleistungen
systematisch durchzuführen, werden im Folgenden die Anforderungen an die
Methoden dargestellt.
3</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Anforderungen an Modellierungsmethoden zur</title>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Konstruktion technischer Serviceprozesse</title>
      <p>Von den in Abschnitt 2 dargestellten Modellierungssprachen und -methoden sind
nicht alle geeignet, um technische Serviceprozesse abzubilden. Für die
systematische Auswahl einer Modellierungsmethode zur Visualisierung dieser Art hybrider
Wertschöpfung ist eine eingehende Untersuchung von Modellierungsnotationen
anhand differenzierter Anforderungskriterien unerlässlich. Nachfolgend werden in
einem ersten Schritt zwei Hauptgruppen von Anforderungen identifiziert:
notwendige und hinreichende Anforderungen. Die einzelnen Anforderungskriterien
beschränken sich auf die Auswahl einer geeigneten Sprache zur Modellierung von
Serviceinformationen und werden diesen Gruppen zugeteilt. Einzelne
Anforderungskriterien können beiden Gruppen zugeordnet werden, es muss also nicht
zwangsläufig eine dichotome Einordnung erfolgen. Die Anforderungen sind in
Tabelle 4 subsummiert.</p>
      <p>Die Auswahl der geeigneten Modellierungssprache und des entsprechenden
Modellierungswerkzeugs erfolgt hierfür sowohl aus theoretischer als auch
praktischer Sicht. Es wurden einerseits theoretische Konstrukte auf ihre Stärken und
Schwächen untersucht. Andererseits wurden gängige und
Open-Source-Modellierungstools getestet und die Hersteller der Modellierungswerkzeuge bei Workshops
interviewt. Anhand der zuvor klassifizierten Anforderungen wurde zur Bewertung
ein entsprechender Kriterienkatalog entwickelt. Basierend auf diesem
Kriterienkatalog wurden gängige Modellierungssprachen evaluiert. Wegen der Verbreitung
und der Werkzeugunterstützung wurden Modellierungssprachen ex-ante
ausgewählt: EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette), UML (Unified Modeling
Language), Petrinetze (PN), XML (Extensible Markup Language), Adonis und BPMN
(Business Process Modeling Notation). Die Ergebnisse der Evaluation sind der
Tabelle 4 zu entnehmen.</p>
      <p>EPK</p>
      <p>UML</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>XML Adonis BPMN</title>
        <p>Tabelle 4. Evaluationsergebnisse</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>1. Notwendige Anforderungen</title>
        <p>Prozessorientierung
Explizite Zustandsdarstellung
Explizite Ereignisdarstellung
Explizite Darstellung des Zeitverlaufs
Organisationsstrukturabbildung
Graphische Notation
Anschaulichkeit
Einfachheit
Benutzbarkeit
Erlernbarkeit
Intuitivität
Kommunikationsunterstützung
Korrektheit der Abbildung
Exaktheit der Abbildung
Konsistenz der Abbildung
Vollständigkeit der Abbildung
Eindeutigkeit der Abbildung
Eindeutigkeit der Notationssymbole
Flexibilität
Erweiterbarkeit
Anpassbarkeit
Interpretierbarkeit
Konfigurierbarkeit
Skalierbarkeit
Modularität
Feingranularität
Detailliertheit
Integration von Teilmodellen
Ausdrucksmächtigkeit
Angemessenheit
Abbildung der statischen Sachverhalte
Abbildung der dynamischen Sachverhalte</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>2. Hinreichende Anforderungen</title>
        <p>Vollständige und detaillierte Spezifikation
Eindeutige Zuordn. Sprachnotation/Symbol
Verwechslungsfreiheit der Symbole
Simulationsfähigkeit
Quellcodegenerierung
Workflow-Unterstützung
Herstellerunabhängigkeit
Textuelle Notation zur Anreicherung
(Halb)automatische Dokumentation
Wiederverwendbarkeit der (Teil)modelle
Formalisierungsgrad
Präzisierungsgrad
Gewichtete Summe
Legende: die Anforderungen werden binär mit ja = erfüllt, nein = nicht erfüllt bewertet; die
sonstigen Anforderungen werden auf einem dreistufigen Skala mit 0 = nicht erfüllt/mäßig,
1 = teilweise erfüllt/gut, 2 = vollständig erfüllt/sehr gut bewertet.</p>
        <p>Die Punktevergabe orientiert sich an folgendem Schema: Die Anforderungen,
die dichotom mit erfüllt/nicht erfüllt bewertet werden können, sind in der Tabelle
mit ja/nein gekennzeichnet und erhalten jeweils 2 Punkte bei Erfüllung und 0
Punkte bei Nicht-Erfüllung. Sonstige Anforderungen werden auf einem
dreistufigen Skala mit 0 = nicht erfüllt/mäßig, 1 = teilweise erfüllt/gut, 2 = vollständig
erfüllt/sehr gut bewertet und erhalten jeweils entsprechend viele Punkte.</p>
        <p>Die Summenberechung erfolgt gewichtet und wird durch folgende Formel
beschrieben:</p>
        <p>Summegewichtet  2   i  j, i  Anforderungnotwendig , j  Anforderunghinreichend</p>
        <p>Demnach wurden die notwendigen Anforderungen wegen ihrer Wichtigkeit
zweimal höher gewichtet als die hinreichenden Anforderungen. Der höchste
Punktestand von 147 Punkten wird gemäß der Berechnungsmethodik der EPK
zugewiesen. An zweiter Stelle kommt BPMN mit 142 Punkten. Auf dem dritten Platz
folgt die UML mit 134 Punkten. Den vierten Platz erreichen Petrinetze mit 120
Punkten. Adonis bekommt 116 Punkte und den vorletzten Platz, und an letzter
Stelle kommt XML mit 110 Punkten.</p>
        <p>Die Ergebnisse sowohl der theoretischen Evaluation als auch der Workshops,
Tagungen und Interviews lassen sich anschließend wie folgt zusammenfassen:
Wegen einer zu technischen Ausrichtung und Darstellungsweise scheiden die
Petrinetze von vorneherein aus, obwohl sie vorwiegend durch unterschiedliche
Modellierungswerkzeuge unterstützt werden. Der Hauptgrund für die Untauglichkeit
der Petrinetze ist, dass die zu modellierenden Inhalte zwischen allen
ProjektBeteiligten kommuniziert werden müssen. Die rein textbasierten
Modellierungssprachen wie XML können ebenso wenig als Projekt-Modellierungssprache
fungieren, da sie unübersichtlich und daher wenig verständlich sind. UML ist im
Gegensatz zu XML eine graphische Beschreibungssprache, wodurch sie besser lesbar
und intuitiv verständlicher ist. UML bietet aber zu viele unterschiedliche
Diagrammtypen mit jeweils voneinander abweichenden Symbolen für differente
Modellierungssachverhalte an, wodurch eine ständig wiederkehrende Einarbeitung
aller Projektbeteiligten durchzuführen wäre. UML eignet sich hervorragend für die
objektorientierte Software-Entwicklung, weist aber im Gegensatz zu EPK im
Rahmen der Prozessmodellierung zu viele Nachteile auf, als dass eine Eignung für
Serviceprozessmodellierung gewährleistet ist. Obwohl es ebenso einfache und
intuitiv verständliche Modellierungssprachen wie EPK gibt, bspw. der
ADONISStandard, werden sie wegen ihrer geringen Verbreitung und mangelnder
Werkzeugunterstützung (es gibt nur ein einziges Software-Tool, das die Notation
unterstützt) nicht ausgewählt. BPMN schneidet den Evaluationsergebnissen nach als
Zweitbeste ab. Das Fehlen von Sprachkonstrukten zur Darstellung von Zielen,
Ressourcen und org. Zuständigkeiten (sie lassen sich nur indirekt darstellen) sowie
das Konzept der „Schwimmbahnen“ wird aber vor dem Hintergrund der
Entwicklung komplexer Serviceprozesse als nicht ausreichend flexibel erachtet. BPMN
erscheint daher als ungeeignete Sprache zur Darstellung der geforderten
Sachverhalte.</p>
        <p>Die EPK hat sich seit Jahren für die Geschäftsprozessmodellierung als adäquat
erwiesen. Die erweiterte EPK besitzt alle Sprachkonstrukte, um technische
Arbeitsschritte abbilden zu können. Somit kann also EPK als Basissprache für die
Serviceprozessmodellierung empfohlen werden, da sie alle betrachteten
Anforderungen mit der höchsten Punktzahl erfüllt und um fehlende Konstrukte bzw.
Sprachelemente für die Serviceprozessmodellierung ergänzt werden kann. Um den
speziellen Anforderungen der Serviceprozessmodellierung gerecht zu werden,
sollte somit das Meta-Modell der EPK um Sprachkonstrukte mit dem Fokus auf
die Serviceprozessmodellierung erweitert werden.
4
4.1</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Serviceprozessmodellierung</title>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Systematisierung der Serviceprozesse im TKD</title>
        <p>
          Eine standardisierte Möglichkeit zur inhaltlichen Klassifikation technischer
Serviceprozesse bietet die DIN 31051. Sie unterteilt technische Serviceprozesse in
Inbetriebnahme, Instandhaltung und Entsorgung
          <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(DIN 2003)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Die während des Inbetriebnahmeprozesses durchzuführenden Arbeitsschritte
sind der Montage nachgelagert und überführen das Produkt in einen
funktionsfähigen Zustand. Zu den Instandhaltungsarbeiten werden die Prozesse
zusammengefasst, die der Überwachung, Erhaltung und Wiederherstellung der ursprünglichen
technischen Leistungsfähigkeit des Produktes dienen. Die jeweiligen Tätigkeiten
der Instandhaltung werden wiederum in die Tätigkeitsfelder (1) Wartung, (2)
Inspektion, (3) Instandsetzung und (4) Verbesserung unterteilt
          <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(DIN 2003)</xref>
          . Die
verschiedenen Serviceprozesse lassen sich nach zwei Komplexitätsdimensionen
differenzieren. Hierfür eignen sich die beiden Kriterien „Arbeitsaufwand“ und
„Lösungskomplexität“. Der Arbeitsaufwand lässt sich beispielsweise aus der Anzahl
der durchzuführenden Arbeitsschritte oder deren zeitliche Bearbeitungsdauer
identifizieren und ist entsprechend quantifizierbar. Die Lösungskomplexität impliziert
den Schwierigkeitsgrad der Serviceprozessbearbeitung. Hierbei gilt, dass mit
zunehmender Prozesskomplexität auch die Modellierungskomplexität und damit der
Modellierungsaufwand steigen.
        </p>
        <p>Die Komplexitätsbewertung der Serviceprozesse impliziert auch die
Vorgehensweise, nach der die einzelnen Arbeitsschritte abgearbeitet werden.
Grundsätzlich können sie nach einer linearen bzw. deterministischen Bearbeitungsabfolge
(mit antizipierbarem Verlauf) und einer nicht-linearen bzw. nicht deterministischen
Bearbeitungsstruktur (kaum antizipierbarer Ablauf) gegliedert werden. Die
Arbeitsschritte in den Inbetriebnahme-, Inspektions- und Wartungsprozessen folgen
im Wesentlichen einer linearen Bearbeitung. Diese werden in der Regel schon
während der Konstruktions- und Entwicklungsphase des Produktes identifiziert, in
einer sinnvollen Reihenfolge geordnet und als explizites Wissen dokumentiert.
Instandsetzungsprozesse – also Diagnose- und Reparaturprozesse – sind komplexe
Prozesse, in denen sich Arbeitsschritte zur Fehlerdiagnose mit den Arbeitsschritten
einer Reparatur abwechseln. Der Instandhaltungsprozess folgt einer nicht-linearen,
dynamischen und verzweigten Bearbeitungsstruktur. Der individuelle
Prozessverlauf ist abhängig vom Kontext der Störung und steht nicht im Vorfeld des
Serviceprozesses fest.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Methode zur Modellierung technischer Serviceprozesse</title>
        <p>
          Die detaillierte Konstruktion technischer Serviceprozesse ist sehr komplex und
daher auch interdisziplinär angelegt. Bislang existiert in der Literatur und in der
Praxis keine adäquate Beschreibung zur Lösung dieser Problemstellung. Im
Folgenden wird eine den Anforderungen zur Modellierung technischer
Serviceprozesse entsprechende 5-stufige Entwicklungsmethodik vorgestellt, die in Abb. 1
dargestellt ist. Entsprechend der DIN PAS 1090 sind Serviceinformationen
produktspezifische Informationen, die je nach Anforderung in unterschiedlicher Granularität
in Serviceinformationsmodellen, Serviceprozessartefakten und
Serviceprozessmodellen abgebildet werden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12 ref13">(DIN 2009b)</xref>
          .
        </p>
        <p>Produkthierarchie
entwickeln</p>
        <p>Produkt-/BauteilInformations</p>
        <p>Modell
entwickeln</p>
        <p>Funktions-/
TätigkeitsInformations</p>
        <p>modell
entwickeln</p>
        <p>Serviceprozessartefakt
entwickeln</p>
        <p>Serviceprozessmodell
entwickeln
Abb. 1. Entwicklungsmethodik zur Modellierung von Serviceinformationen</p>
        <p>Ausgangspunkt der Modellierung ist in der ersten Stufe die Entwicklung einer
geeigneten Produkthierarchie. Sie orientiert sich am jeweiligen Produktsortiment
des Herstellers und hat zwei Abbildungsaufgaben. Zum Einen werden die zu
modellierenden Produkte in eine Baumstruktur eingeordnet, zum Anderen bildet sie
einen Ordnungsrahmen zur Einordnung der modellierten
Serviceinformationsmodelle und erleichtert so deren Wiederverwendung. In der zweiten und dritten Stufe
werden die Serviceinformationsmodelle erstellt. Serviceinformationsmodelle
stellen eine Anordnung verknüpfter Informationsobjekte, beispielsweise detaillierte
Beschreibungen, Bilder oder Ersatzteilinformationen (z. B. Darstellung von Art
und Verfügbarkeit des Ersatzteils) zur Beschreibung von Arbeitsschritten dar. Zur
eindeutigen Abgrenzung wurden im Rahmen dieser Entwicklungsmethodik die
beiden Modelltypen: a) Produkt- bzw. Bauteilinformationsmodell und b)
Funktions- oder Tätigkeitsinformationsmodell eingeführt. Die vierte Stufe dient der
Modellierung der Serviceprozessartefakte. Auch dieser Modellbegriff wird neu
eingeführt und bildet die Ergebnisse der auszuführenden Servicetätigkeiten ab. Diese
Modellart wird daher der Ergebnisdimension zugeordnet. Die aus den
Einzeltätigkeiten gebildeten Serviceprozessartefakte können selbst wiederum zu größeren
Artefakten kombiniert werden. In Stufe fünf wird aus den Serviceprozessartefakten
das eigentliche Serviceprozessmodell entwickelt. Dieses komplexe Modell
beinhaltet oder referenziert alle zuvor beschriebenen Modelltypen. Da dieses Modell
den Serviceprozess strukturiert abbildet, wird es der Prozessdimension
zugeordnet.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-3">
        <title>Vorgehensmodell</title>
        <p>Zur Modellierung der Serviceinformationen folgen wir dem
konstruktionsorientierten Modellbegriff und betrachten ein Modell als eine durch einen
Konstruktionsprozess gestaltete zweckrelevante Repräsentation eines Objekts, das in einem
Konstruktionsprozess von einem Modellierer konstruiert wird (Thomas 2005).</p>
        <p>
          In Anlehnung an die Konstruktionslehre des Maschinenbaus, die als Strategie
zur Entwicklung technischer Problemlösungen verstanden wird, verwenden wir
zur Entwicklung der Produkthierarchie die systemtechnische Betrachtung
technischer Gebilde
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Hubka und Eder 1988)</xref>
          . Der Aufbau orientiert sich an den Kriterien
zur Gestaltung von Stücklisten (Pahl 2007) und wird in Form eines
Produktbaumes modelliert.
        </p>
        <p>Produktbaum mit</p>
        <p>Produktsparten
Produktgruppen</p>
        <p>Produktreihen
einzelne Produkte</p>
        <p>Aufbau der
einzelnen
Produkte aus
Baugruppen
und Bauteilen
Abb. 2. Zweigeteilte Produkthierarchie</p>
        <p>Hierfür wird zunächst die Produkthierarchie in zwei Modellierungsebenen
aufgespannt (vgl. Abb. 2). In der oberen Ebene werden die abstrakten Objekte der
technischen Gebilde platziert. Abstrakte Objekte sind in diesem Kontext abstrakte
Produktgruppen, -sparten oder -reihen. Die real existierenden Objekte,
beispielsweise Baugruppen und Bauteile, werden in der unteren Ebene eingeordnet.
Bindeglied zwischen beiden Modellierungsebenen sind die Bezeichnungen der realen
Produkte. Die Zweiteilung der Produkthierarchie trägt der unterschiedlichen Art
der Wiederverwendung der Serviceinformationsmodelle in beiden Bereichen
Rechnung. In der Ebene der abstrakten Objekte werden die modellierten
Informationsobjekte durch Vererbung wiederverwendet: wird eine Information für eine
ganze Produktreihe erstellt und entsprechend eingeordnet, so erbt jedes zu dieser
Reihe gehörende Objekt die modellierte Information, ohne dass sie dem Gerät
separat zugeordnet werden muss. Der Wiederverwendungsmodus von
Informationsmodellen im unteren Teil der Produkthierarchie ist ein anderer:
Serviceinformationen hängen hier an Bauteilen und Baugruppen und werden durch
wiederholte Verwendung einer Komponente geteilt.</p>
        <p>
          Das Produkt-/Bauteilinformationsmodell wird in den jeweiligen Objekten der
Produkthierarchie hinterlegt und damit kategorisiert. In diesem Modell werden die
allgemeingültigen Informationsobjekte und die am Objekt zu verrichtenden
Tätigkeiten bzw. Funktionen eingeordnet. Die Funktionen werden
verrichtungsorientiert zusammengefasst, jedoch nicht hierarchisch angeordnet, sondern nur auf der
Ebene der Elementarfunktionen beschrieben
          <xref ref-type="bibr" rid="ref27 ref32">(Olle et al. 1988; Martin 1990;
Nüttgens 1995)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Die Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodelle werden in den Funktionen der
Produkt-/Bauteilinformationsmodelle hinterlegt. Zu jeder Funktion werden die
Serviceinformationen in die Informationsobjekte (Kurzbeschreibung bzw.
detaillierte Beschreibung des durchzuführenden Arbeitsschrittes, Bilddokumente)
eingegeben und mit der Funktion verknüpft. Die Gesamtlösung sieht vor, dass die
jeweiligen Informationsobjekte in unterschiedlichen Abteilungen und von
unterschiedlichen Mitarbeitern konstruiert werden. Durch diese „verteilte“
Modellkonstruktion wird es möglich, unterschiedliches Fach- und Erfahrungswissen der
Modellierer einzubinden, beispielsweise dadurch, dass die Abteilungen eine
Arbeitstätigkeit gemeinsam detailliert
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">beschreiben (Böhle 1989</xref>
          ).
        </p>
        <p>Die Ergebnisse einer Tätigkeit werden im Serviceprozessartefakt (SPA)
abgebildet. Ein SPA ist mit dem Produkt-/Bauteilinformationsmodell und dem
Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodell verknüpft und besteht aus einer Tätigkeit mit
mindestens einem Ergebnis. Die aus den Einzeltätigkeiten gebildeten
Serviceprozessartefakte können entsprechend der Definition in Abb. 3 selbst wiederum zu
größeren Artefakten kombiniert werden. Sie werden so zu Teilprozessen. Diese
modularen Artefakte zeichnen sich durch ihre hohe Wiederverwendbarkeit in
verschiedenen Serviceprozessmodellen aus. SPA bilden den Baukasten, aus dem sich
der Modellierer seine Serviceprozessmodelle zusammenstellen kann.</p>
        <p>SPA  Tätigkeit   Ergebnis
Abb. 3. Definition Serviceprozessartefakt</p>
        <p>Die Serviceprozessmodelle entstehen in der fünften Stufe des
Vorgehensmodells. Sie werden aus den zuvor modellierten Serviceprozessartefakten gebildet.</p>
        <p>SP  Startereignis  SPAVorb.  SPAHauptt.  SPAAbschl.   Ende
Abb. 4. Definition Serviceprozessmodell</p>
        <p>Jedes Serviceprozessmodell, unabhängig davon ob es sich um einen
Wartungsoder Diagnose- und Reparaturprozess handelt, lässt sich nach der in Abb. 4
dargestellten Definition systematisieren. Wie jeder Geschäftsprozess wird auch der
Serviceprozess (SP) mit einem den Prozess definierenden Startereignis konstruiert.
Dies kann beispielsweise die mittels einer Diagnosesoftware identifizierte
Fehlermeldung eines technischen Produktes sein. Die Arbeitsschritte im SP lassen sich
zusammenfassen und modellieren nach: (1) vorbereitende Tätigkeiten (SPAVorb.),
(2) Haupttätigkeiten (SPAHauptt.) und (3) Abschlusstätigkeiten (SPAAbschl.). Ein
definiertes Endereignis markiert das Ende des Serviceprozesses. Ein
Serviceprozessmodell wird mittels der SPA zu linearen und nicht-linearen Bearbeitungsstrukturen
oder einer Kombination aus beiden zusammengesetzt und entsprechend
sequenziell oder dynamisch bearbeitet. Die Klassifizierung des Serviceprozesses nach
den drei beschriebenen Tätigkeitsarten vereinfacht die Modellierung
unterschiedlicher Serviceprozesse, da sich dadurch die jeweiligen Teilprozesse entsprechend
kategorisieren lassen und in unterschiedlichen Serviceprozessmodellen verwendet
werden können.</p>
        <p>Die Verknüpfung von bereits relevanten SPA zur dynamischen
Bearbeitungsstruktur von Haupttätigkeiten eines Diagnose- und Reparaturprozesses ist
beispielhaft in Abb. 5 skizziert, zunächst ohne die Notation einer Modellierungssprache zu
verwenden. Dieser Modellausschnitt knüpft an der „Prozessschnittstelle
Haupttätigkeit“ an das Teilmodell der vorbereitenden Tätigkeiten an und wird an der
„Prozessschnittstelle Abschluss“ mit den Abschlusstätigkeiten des Serviceprozesses
zusammengeführt und verdeutlicht die hohe Komplexität der Konstruktion dieses
Prozessteiles, bedingt durch die unterschiedlichen Wirkungsbeziehungen zwischen
den einzelnen Informationsobjekten.</p>
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        <p>E E
schen den einzelnen Serviceprozessartefakten – dargestellt anhand der Pfeillinien
– sorgt für die mitunter hohe Komplexität während der Konstruktion der
Serviceprozesse. Die SPA in Abb. 5 beschreiben unterschiedliche Tätigkeiten und deren
Ergebnisse an verschiedenen Objekten. Die abgebildeten Objekte stehen
beispielhaft für unterschiedliche abstrakte bzw. konkrete Objekte, entsprechend der oben
beschriebenen Klassifizierung und deren Einordnung in der Produkthierarchie. Im
Beispiel führt Ergebnis 1-XII.3 der Tätigkeit XII.3 am Objekt XII zu Tätigkeit
IV.3 am Objekt IV. Tritt allerdings Ergebnis 2-XII.3 ein, ist Tätigkeit II.4 am
Objekt II durchzuführen. Das Ergebnis des zuletzt durchgeführten Arbeitsschrittes
bestimmt den nächsten Arbeitsschritt und verdeutlicht damit, dass der individuelle
Prozessverlauf von Diagnose- und Reparaturprozessen abhängig vom Kontext der
Störung ist und im Rahmen der Bearbeitung nicht im Vorfeld feststehen kann. Je
nach Serviceprozess und Detaillierungsgrad ist die Anzahl hierbei verwendeter
SPA erheblich hoch.</p>
        <p>Da die Betrachtungsgegenstände im TKD technisch unterschiedlich komplexe
Produkte darstellen, werden die Ergebnisse aus den durchzuführenden
Arbeitstätigkeiten auch ganz unterschiedlich herbeigeführt. So ist das einfache
Protokollieren einer durchgeführten Sichtprüfung eines bestimmten Maschinenteils ebenso
möglich wie die differenzierte Interpretation des Messergebnisses der
Abgasanalyse eines komplexen thermodynamischen Prozesses.</p>
        <p>Serviceprozesse im TKD enden im Idealfall damit, dass das jeweilige Ziel der
Servicearbeit erreicht wird. Im Abschlussteil des Serviceprozessmodells sollen
zum einen die Tätigkeiten abbildet werden, die das Erreichen des definierten Ziels
überprüfbar machen (z. B. erfolgreiche Inbetriebnahme, erfolgreich durchgeführte
Reparatur) und zum anderen den Serviceprozess in eventuell erforderliche weitere
Maßnahmen überführen (z. B. Anruf bei Hersteller, Bearbeitung einer neuen
Störung). Der modellierte Serviceprozess gilt dann als abgeschlossen, wenn er über
eine dieser Maßnahmen beendet wird.
5
5.1</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Anwendungsfall</title>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>Szenario</title>
        <p>
          Ein idealtypischer Vertreter des Maschinen-und Anlagenbaus ist der Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnikbereich (SHK), in dem neben den Herstellern der
Sachgüter vor allem ca. 50.000 kleine und mittelständische SHK-Betriebe produktnahe
Dienstleistungen, vor allem TKD erbringen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Howell et al. 2005)</xref>
          . Aus Sicht des
Endkunden liegt ein hybrides Produkt vor, da neben dem materiellen Anteil
(technische Endgeräte) auch stets Dienstleistungen zur Installation, Wartung und
Reparatur zu erbringen sind
          <xref ref-type="bibr" rid="ref41 ref42">(Thomas et al. 2006; Thomas et al. 2007)</xref>
          . Aus Sicht der
SHK-Hersteller (vorwiegend Hersteller von Sachleistungen) ist der europäische
Markt derzeit stark umkämpft. Durch die enorme Produktvielfalt und -komplexität
ist dabei langfristig abzusehen, dass derjenige Wettbewerber Marktanteile
gewinnen wird, der entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Hersteller über die
SHK-Betriebe bis zum Endkunden optimierte Abläufe gewährleisten kann. Dies
wird durch die Unterstützung des TKD mit Informationssystemen angestrebt.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref41 ref42 ref44 ref44 ref45 ref45">(Thomas et al. 2006; Thomas et al. 2007; Walter et al. 2009; Walter 2009)</xref>
          . Um
eine aktuelle Informationsversorgung zu gestalten schlagen Thomas et al. (2006;
2007) eine Informationssystemarchitektur vor (vgl. Abb. 6), innerhalb der die
effiziente Modellierung der technischen Serviceprozesse eine zentrale Rolle spielt.
Denn zum einen dienen die entwickelten Modelle der strukturellen und
inhaltlichen Dokumentation des Servicewissens, zum anderen steuern sie die Ausführung
des Serviceprozesses selbst und die Darstellung der Serviceinformationen in
entsprechenden Informationssystemen, bspw. auf mobilen Endgeräten beim
Kundendiensttechniker.
        </p>
        <p>Abb. 6. IT-Architektur zur Unterstützung des Informationsaustauschs in der
Wertschöpfungspartnerschaft (Walter et al. 2009)</p>
        <p>In der Gesamtlösung werden die Serviceinformationen beim Hersteller des
technischen Produktes entwickelt und in dessen Portalserver abgespeichert. Der
Kundendiensttechniker stellt über den globalen Portalserver eine
Informationsanfrage. Die modellierten Serviceinformationen werden auf das mobile Endgerät des
Technikers übermittelt, in einer eigens dafür entwickelten Anwendung interpretiert
und zur Nutzung im mobilen Endgerät bereitgestellt. Der Prozessverlauf und die
Ergebnisse der einzelnen Arbeitsschritte werden automatisch dokumentiert. Nach
Erbringung der Kundendienstleistung werden die Prozessdaten an den Portalserver
des Herstellers zurückgemeldet und entsprechend ausgewertet. Die im
Praxisbetrieb gewonnenen Informationen können auf diese Weise z. B. zur
Produktentwicklung und Serviceprozessoptimierung verwertet werden. Im Kontext des
Anwendungsszenarios wird die in Abschnitt 4 vorgeschlagene
Modellierungsmethode angewandt und somit evaluiert.
5.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-6-2">
        <title>Modellierungsbeispiel Fehlerbild F.0</title>
        <p>Betrachtungsgegenstand für das Modellierungsbeispiel ist ein modernes
Brennwert-Heizungsgerät. Es handelt sich hierbei um ein Produkt, in welchem
komplexe thermodynamische, hydraulische und elektronische Prozesse miteinander
kombiniert werden, um Heizwärme mit dem fossilen Energieträger Gas effizient und
umweltverträglich zu erzeugen und bereit zu stellen. Das Anwendungsbeispiel
verdeutlicht beispielhaft am Fehler F.0 die Umsetzung der Modellierungsmethodik
anhand der entwickelten Modelle und mithilfe der identifizierten
Modellierungssprache. Die Gerätestörung F.0 wird von der Elektronik durch Auswertung
verschiedener Parameter im Display des Brennwertgerätes angezeigt und deutet auf
einen Fehler im Umfeld des Vorlauftemperaturfühlers hin.</p>
        <p>
          Zur Konstruktion der zuvor beschriebenen Modelle wird das
ARIS-Rahmenkonzept verwendet
          <xref ref-type="bibr" rid="ref36">(Scheer 2001)</xref>
          . Im ersten Schritt werden zunächst die im
Brennwertgerät enthaltenen Baugruppen und Bauteile identifiziert, systematisch
zusammengefasst und als einzelne Objekte an entsprechender Stelle in die
Produkthierarchie eingeordnet. Zur Gestaltung der Produkthierarchie wird der
Modelltyp „Produktbaum“ verwendet. Ausgehend von den einzelnen Objekten der
Produkthierarchie wird im nächsten Schritt das Produkt- und
Bauteilinformationsmodell hinterlegt (vgl. Abb. 7). Verwendet wird hierfür der Modelltyp
„Produktzuordnungsdiagramm“. Am Beispiel des Objekts „NTC-Fühler Vorlauf“ ist
dargestellt, dass die am Objekt auszuführenden Tätigkeiten als Funktionen an das
Objekt modelliert werden. Jede Funktion steht für eine abgrenzbare Tätigkeit am
Objekt. Die Anzahl der Tätigkeiten ist nicht fest vorgegeben und entwickelt sich
im Laufe der Modellierungstätigkeit. Zu jeder am Objekt konstruierten Tätigkeiten
werden ein Funktions- bzw. Tätigkeitsinformationsmodell und ein
Serviceprozessartefakt hinterlegt. Da die Tätigkeiten so definiert werden sollen, dass sie
eindeutig gegeneinander abgegrenzt werden können, wird auch zu jeder Tätigkeit jeweils
nur ein Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodell und ein Serviceprozessartefakt
erstellt. Anschließend wird das Funktions- bzw. Tätigkeitsinformationsmodell im
Modelltyp „Industrial Process“ entwickelt.
Funktions-Tätigkeitsinformationsmodell (Industrial Process)
Produkt- Bauteilinformationsmodell - Ausschnitt
(Produktzuordnungsdiagramm)
        </p>
        <p>NTC-Fühler Vorlauf
Allgemeine Info
NTC-Fühler</p>
        <p>PDF-Dokument
"NTC-Werte"
Serviceprozessartefakt
(EPK)</p>
        <p>NTC-Fühler
Vorlauf mit Kabel
Widerst. messen</p>
        <p>NTC-Fühler am</p>
        <p>Vorlauf
Widerstand
messen
NTC-Fühler
Vorlauf mit Kabel
Widerst. messen</p>
        <p>NTC-Fühler
Vorlauf tauschen</p>
        <p>Kabelbaum
(Gerät) - NTC
ti h üf</p>
        <p>NTCWiderstandswer
t korrekt</p>
        <p>NTCWiderstandswer
t nicht korrekt
Abb. 7. Modelltypen zur Konstruktion komplexer Serviceinformationen</p>
        <p>Die modellierten Informationsobjekte (z. B. „detaillierte Beschreibung“,
„wichtige Info SHK“ oder „Bilddokument Widerstand im Stecker messen“) stellen die
Ressourcen zur korrekten Dienstleistungserbringung dar und werden anhand
ausgewählter Sprachkonstrukte an die Tätigkeit konstruiert, die hier in einer Funktion
abgebildet wird. In ihnen werden die zur späteren Bearbeitung erforderlichen
Serviceinformationen hinterlegt. Die Auswahl der jeweiligen Sprachkonstrukte und
deren Zuordnung zu den entsprechenden Informationsobjekten wird zu Beginn
festgelegt und deren einheitliche Verwendung im gesamten Konstruktionsprozess
beibehalten. Die zu erwartenden Ergebnisse der Arbeitsausführung werden im SPA
im Modelltyp „EPK“ modelliert. Die Ergebnisse werden als Ereignis über den
XOR-Konnektor (Verwendung nur bei mehr als einem Ergebnis) und
entsprechenden Kanten mit der Funktion aus dem
Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodell verbunden. Da innerhalb des Lebenszyklus eines SPA weitere Ergebnisse
zu einer bereits konstruierten Tätigkeit entwickelt werden können, ist deren
Anzahl variabel. Im SPA sind zur Tätigkeit „NTC-Fühler Vorlauf mit Kabel
Widerstand messen“ zwei Ergebnisse modelliert: (1) NTC-Widerstandswert korrekt und
(2) NTC-Widerstandswert nicht korrekt. Durch die Trennung von
Informationsobjekten und Ergebnissen im Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodell bzw. im SPA
wird die Konstruktion der Serviceprozessmodelle erleichtert, da der Modellierer
später diese Modelle nur anhand der Anordnung und Verknüpfung entsprechender
SPA erstellt.</p>
        <p>Abb. 8 zeigt ausschnittsweise die Anordnung relevanter SPA zur Konstruktion
der Haupttätigkeiten zur Diagnose und Reparatur des Fehles F.0. Diese beginnen
mit der Tätigkeit „Kabelbaum (Gerät) – NTC optisch prüfen“. Zum Zeitpunkt der
Modellierung waren hierzu fünf mögliche Ergebnisse bekannt, die in den
Ereignissen: (1) Kabelbaum (Gerät) sichtbar defekt, (2) Kabelbaum und NTC sichtbar
defekt, (3) Kabelanschluss am NTC defekt, (4) Stecker am NTC war abgezogen
und (5) Kabelbaum kann nicht geprüft werden hinterlegt sind.
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Abb. 8. Haupttätigkeiten im Fehlerbild F.0 (Ausschnitt)
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        <p>Jedes einzelne Ereignis führt zu einer nachfolgenden Funktion. Ergebnis 5 führt
dabei sofort in den Abschlussteil zur Tätigkeit „über weitere Vorgehensweise
entscheiden“. Der Teilprozess der Abschlusstätigkeiten wird analog konstruiert.
Zentrales SPA bildet hierbei die Funktionsprüfung. Bei erfolgreicher Funktionsprüfung
endet der Serviceprozess. Löst die Funktionsprüfung einen weiteren Fehler aus,
wird das Serviceprozessmodell mit einer entsprechenden Prozessschnittstelle
beendet. Das mögliche Scheitern der Fehlerbehebung wird in diesem
Modellausschnitt mittels der schon erwähnten Tätigkeit „über weitere Vorgehensweise
entscheiden“ abgebildet. Im Modell wird für einen solchen Fall vorgesehen, dass: (1)
der Werkskundendienst beauftragt werden soll, (2) der Serviceprozess
abgebrochen werden soll, (3) mit einem selbst gewählten Arbeitsschritt weiter gearbeitet
wird, (4) die Profi-Hotline des Herstellers angerufen werden kann oder die
Funktionsprüfung wiederholt wird.
6</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>Der vorliegende Beitrag untersuchte bestehende Sprachen der
Dienstleistungsmodellierung systematisch auf ihre Eignung zur Modellierung von technischen
Serviceprozessen. Anschließend wurde eine Methode zur Modellierung vorgeschlagen,
die anhand eines Fallbeispiels evaluiert wurde. Dieser Beitrag zeigt somit, wie die
Entwicklung von Serviceprozessmodellen – als Grundlage der
Informationsversorgung im TKD – nach der hier detailliert vorgestellten Entwicklungsmethodik
effizient durchgeführt werden kann. Es zeigt sich aber auch, dass durch die Arbeit
in verschiedenen Modellen unter Verwendung vielfältiger Sprachkonstrukte die
Gestaltung der Serviceprozessmodelle mit den darin enthaltenen
Serviceinformationen ein sehr komplexes Unterfangen ist. Zur Komplexitätsreduktion wurde
daher ein IT-basiertes Modellierungswerkzeug prototypisch entwickelt, welches die
speziellen Sprachkonstrukte zur Verfügung stellt und die Eingabe der
Serviceinformationen innerhalb einer Modellierungsoberfläche ermöglicht. Die
entwickelten Serviceinformationen werden damit automatisch in das
Produkt-/Bauteilinformationsmodell, das Funktions-/Tätigkeitsinformationsmodell und in das SPA
überführt. Die Evaluation des Modellierungswerkzeugs wird derzeit im Feldtest
umgesetzt.
7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
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