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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Kontinuierliche Referenzmodellverwaltung für die Maschinensimulation</article-title>
      </title-group>
      <fpage>44</fpage>
      <lpage>64</lpage>
      <abstract>
        <p>Der Artikel stellt ein aktuelles Forschungsvorhaben vor, welches die Entwicklung einer modellbasierten Methode zur interaktiven Maschinensimulation zum Ziel hat. Es wird aufgezeigt, welche betriebswirtschaftliche Bedeutung die Erbringung dieser neuartigen Dienstleistung hat und welche Rolle die Referenzmodellierung in einem stabilen Geschäftsmodell spielt. Insbesondere die Notwendigkeit der erfahrungsbasierten Evolution des Referenzmodells sowie eine kontinuierliche und integrierte Modellverwaltung werden herausgestellt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>räumlichen Sehen, von Bewegungen und von Geräuschen erzeugt, um eine
möglichst realitätsnahe Arbeitsumgebung zu imitieren.</p>
      <p>Diese Art der Simulation ist aber sehr komplex und erfordert spezifische
Fachkenntnisse und viel Erfahrung, um in einem angemessenen ökonomischen
Rahmen qualitativ gute Modelle erstellen und die Simulationsergebnisse sinnvoll
auswerten zu können. Neben den technologischen Herausforderungen der
interaktiven Maschinensimulation stellen die hohen Investitionskosten für geeignete
Virtual-Reality-Umgebungen eine Ursache für den noch geringen praktischen Einsatz
der Maschinensimulation dar.</p>
      <p>
        Der Artikel stellt eine aktuelle Forschungsarbeit vor, deren Gegenstand die
Entwicklung von Technologien zur effizienten und effektiven Durchführung von
interaktiven Maschinensimulationen ist. Diese ermöglichen Unternehmen, die
interaktive Maschinensimulation als Dienstleistung sowohl Maschinenherstellern als
auch Komponentenzulieferern zur Unterstützung ihrer Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten anzubieten. Das Forschungsvorhaben folgt dem Ansatz der
Entwurfsforschung, welche auf die zielorientierte Konstruktion von
Entwurfsartefakten ausgerichtet ist, die bezüglich ihrer Nützlichkeit bewertet werden müssen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16 ref17">(March und Smith 1995; Peffers et al. 2008)</xref>
        . Das Vorgehen des
Forschungsvorhabens lehnt sich dabei an die von
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">Hevner et al. (2004)</xref>
        vorgeschlagenen Richtlinien
zur Bewertung wissenschaftlicher Forschungen im Bereich der
Wirtschaftsinformatik an. In einem ersten Schritt wird die Problemrelevanz aus der
Anwendungsdomäne der Maschinensimulation herausgearbeitet, um die wirtschaftliche
Bedeutung der angestrebten Methode abschätzen zu können. Anschließend wird auf
Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Informationsmodellierung eine
Methode zur modellbasierten Maschinensimulation entwickelt. Dieses
Entwurfsartefakt soll abschließend im Rahmen des Forschungsprojekts als Fallstudie
evaluiert werden, wozu aus den Erkenntnisses zur praktischen Relevanz und dem
wissenschaftlichen Beitrag der Forschung geeignete Metriken abzuleiten sind. Für die
Durchführung der Fallstudie wird eine prototypische Umsetzung in Form einer
werkzeuggestützten Implementierung der Methode erfolgen.
      </p>
      <p>
        Die ersten Ergebnisse des vorgestellten Forschungsvorhabens resultierten in
einem Architekturrahmen zur modellgestützten Simulation, der die Aufgaben und
Gegenstandsbereiche der zu verwendenden Modelle definiert
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref8 ref9">(Esswein et al.
2009a)</xref>
        , sowie in einer Analyse möglicher Konstruktionstechniken, die deren
Eignung für verschiedene Anwendungsfälle zur Ableitung von spezifischen Modellen
aus den zu verwendenden Referenzmodellen untersucht
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23 ref7 ref8 ref9">(Esswein et al. 2009b)</xref>
        . In
beiden Arbeiten werden die verschiedenartigen Modellbeziehungen und deren
Verwaltung, insbesondere die systematische Weiterentwicklung der
Referenzmodelle, nicht thematisiert. Diese sollen im Rahmen des vorliegenden Artikels näher
untersucht werden. Dazu wird die Problemrelevanz der modellbasierten
Maschinensimulation analysiert, um darauf aufbauend erste Anforderungen an die
integrierte Informationsmodellierung sowie die systematische Evolution der relevanten
Modelle abzuleiten.
      </p>
      <p>Der Artikel ist wie folgt gegliedert. In Kapitel 2 wird die Maschinensimulation
als industrielle Dienstleistung vorgestellt. Insbesondere die Analyse der
betriebswirtschaftlichen Relevanz der interaktiven Maschinensimulation und die
Hinderungsgründe für deren praktischen Einsatz sollen das Marktpotenzial der
neuartigen Dienstleistung veranschaulichen. Im anschließenden Kapitel 3 wird die
Informationsmodellierung, insbesondere die Referenzmodellierung, als
Schlüsseltechnologie zur Informationsaufbereitung und Wiederverwendung von
existierenden Simulationsmodellen und deren Teilmodelle definiert. Wie die Verbesserung
der Dienstleistungsqualität sowie die Erhöhung der Kundenbindung durch eine
kontinuierliche und integrierte Referenzmodellverwaltung erreicht werden kann,
wird im Kapitel 4 näher dargestellt. Schließlich wird im Kapitel 5 die Relevanz
der Referenzmodellierung und deren integrierten Verwaltung zusammengefasst,
um notwendige zukünftige Forschungsarbeiten im Bereich der modellbasierten
Maschinensimulation zu definieren.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Maschinensimulation als industrielle Dienstleistung</title>
      <p>
        Bei der im Folgenden dargestellten industriellen Dienstleistung handelt es sich
nicht um einen Vertreter der klassischen Wartungs- und Serviceleistungen von
Maschinenherstellern. Bereits
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">Blinn et al. (2008)</xref>
        weisen darauf hin, dass eine
ausschließliche Betrachtung von Dienstleistungen in nachgelagerten Phasen des
Produktlebenszyklus unzureichend ist und nicht den aktuellen Entwicklungen zum
Angebot von hybriden Leistungsbündeln entsprechen.
      </p>
      <p>
        In einem ersten Ansatz fällt es schwer, die interaktive Maschinensimulation als
reine Dienstleistung oder als hybrides Leistungsbündel zu definieren. Das liegt
zum einen daran, dass die Definitionen zur (industriellen) Dienstleistung in den
einzelnen Fachbereichen kontrovers diskutiert werden
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20 ref6">(Busse 2005; Seegy 2009)</xref>
        .
Zum anderen fällt es schwer, die Leistungserbringung der interaktiven
Maschinensimulation klar abzugrenzen, da sie bisher noch unzureichend in der Praxis
angewendet wird und somit ein neuartiges Produkt bzw. Geschäftsmodell darstellt. Aus
diesem Grund wird die interaktive Maschinensimulation im Folgenden aus Sicht
des Forschungsvorhabens als Dienstleistung beschrieben, um darauf aufbauend
deren betriebswirtschaftliche Relevanz sowie die Herausforderungen der
praktischen Umsetzbarkeit zu beschreiben. Aus diesen Erkenntnissen leiten sich
schließlich das Erfolgspotenzial der neuartigen Dienstleistung und das zugehörige
Geschäftsmodell ab.
      </p>
      <p>
        Um die interaktive Maschinensimulation näher als Dienstleistung zu
charakterisieren, wird auf die terminologischen Untersuchungen von
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">Busse (2005)</xref>
        und
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">Seegy (2009)</xref>
        zurückgegriffen. Auch wenn eine scharfe Trennung zwischen
Dienst- und Sachleistungen nicht möglich ist bzw. nicht sinnvoll erscheint, so
können doch ein hoher Immaterialitätsgrad des Leistungsangebots sowie des
Leistungsergebnisses als auch die Integration eines externen Faktors in den
Leistungserstellungsprozess als Charakteristiken für Dienstleistungen definiert werden
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">(Busse 2005, S. 15)</xref>
        . Die industrielle Dienstleistung weist zudem noch einen
direkten oder indirekten Bezug zu Produkten aus dem Investitionsgüterbereich auf
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20 ref23 ref7 ref8 ref9">(Seegy 2009, S. 39)</xref>
        .
      </p>
      <p>
        Die Erbringung von hybriden Leistungsbündeln, wie bspw. bei einer
kundenindividuell geplanten und konstruierten Arbeitsmaschine, kann auch in Netzwerken
erfolgen, in denen bestimmte Dienstleistungen von externen spezialisierten
Dienstleistungsanbietern erbracht werden
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Beverungen et al. 2008)</xref>
        . Die
interaktive Maschinensimulation kann eine derartig spezifische Dienstleistung darstellen,
die für unterschiedliche Simulationsaufgaben und für unterschiedliche
Kundengruppen erbracht werden kann. Die Analyse von potenziellen
Anwendungsszenarien sowie die strukturierte Aufbereitung der erforderlichen Informationen
resultierten in einem Framework zur modellgestützten Simulation
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref8 ref9">(Esswein et al.
2009a)</xref>
        . Die darin beschriebenen Ebenen und Sichten müssen noch mit geeigneten
Modelltypen sowie Modelloperationen ausgestaltet werden. Dazu werden in
diesem Artikel erste Anforderungen an die Referenzmodelle und die Verwaltung ihrer
Modellbeziehungen erhoben.
      </p>
      <p>Eine interaktive Maschinensimulation kann nicht auf „Vorrat“ produziert
werden. Die parametrierten Simulationsmodelle sowie die Einbettung in eine
geeignete Virtual-Reality-Umgebung erfolgt stets problemorientiert und werden
entsprechend den Kundenanforderungen an die Simulation erstellt. Dies umfasst nicht nur
den Gegenstand der Simulation, also den Maschinentyp und seinen
Komponentenaufbau, sondern auch die Auswahl und Konfiguration der virtuellen Umgebung,
wie bspw. eine Desktop-, Cave-, Powerwall- oder Simulator-Anwendung. Die
Wünsche und Anforderungen des Kunden an die Aufbereitung und Durchführung
der Maschinensimulation sind somit ausschlaggebend für die Erstellung der
Simulationsmodelle sowie die Konfiguration der Virtual-Reality-Umgebung. Als
Leistungsergebnis entsteht ein Simulationsmodell, welches gespeichert und wiederholt
genutzt werden kann. Die eigentliche Dienstleistung besteht jedoch in der
Durchführung der Maschinensimulation sowie in der aufgabenspezifischen Auswertung
der Ergebnisse. Diese haben eine direkte Auswirkung auf den laufenden
Geschäftsprozess. So können sie bspw. zu Strategieentscheidungen über die
Entwicklung neuer Maschinenmodelle oder zur Analyse von Störfällen herangezogen
werden. Ein hoher Anteil an immaterieller Leistung ist der interaktiven
Maschinensimulation somit immanent.</p>
      <p>Zur Erstellung von Simulationsmodellen und der Durchführung von
Simulationen ist viel Fachwissen und Erfahrung notwendig. Die Wiederverwendung der
Modelle bzw. von Teillösungen ist daher zwar wünschenswert, wird aber derzeit
leider nicht methodisch unterstützt. Für Produktionsbetriebe im
Investitionsgüterbereich stellt daher die Entwicklung einer eigenen Kompetenz auf dem Gebiet der
Maschinensimulation eine große Herausforderung dar. Insbesondere für
Unternehmen, für deren Leistungserbringung die Maschinensimulation nur eine
außergewöhnliche Rolle spielt, würde eine Kosten-Nutzen-Bewertung negativ
ausfallen. In den folgenden Abschnitten werden allgemeine Analyseergebnisse zur
Bewertung des betriebswirtschaftlichen Potenzials und den Herausforderungen der
interaktiven Maschinensimulation näher beschrieben.</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Die betriebswirtschaftliche Relevanz der interaktiven</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Maschinensimulation</title>
        <p>Die am Forschungsprojekt partizipierenden Unternehmen, zu denen sowohl
Vertreter von Maschinenherstellern mobiler Arbeitsmaschinen als auch
Komponentenzulieferern zählen, wurden hinsichtlich ihrer Bewertung der interaktiven
Maschinensimulation für den zukünftigen Unternehmenserfolg befragt. Im Rahmen
offener Interviews mit Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung, der Konstruktion
und des Vertriebs konnten allgemeine Vorteile der interaktiven
Maschinensimulation aus Sicht des Produkts, der Kundenbeziehungen, der Prozesse und der Kosten
spezifiziert werden.</p>
        <p>Aus Produktsicht ermöglicht die interaktive Maschinensimulation die
Umsetzung kreativer Innovationsideen, ohne den Bauraum einer Maschine konstruieren
oder einen physischen Prototyp bauen zu müssen. Die Durchführung der
Maschinensimulation mit variierten Parametern und deren problemorientierte Analyse
führen aufgrund von reproduzierbaren Experimenten zu einem besseren
technischen Verständnis der zugrundeliegenden Ursache-Wirkungs-Beziehungen.</p>
        <p>Weiterhin kann die interaktive Maschinensimulation die Kundenzufriedenheit
und damit die Kundenbindung erhöhen. Kundenwünsche können in einer
Maschinensimulation besser spezifiziert werden, da der Kunde die Auswirkung
bestimmter Maschinenkonfigurationen testen kann und sie sich nicht nur vorstellen muss.
Somit wird der Kommunikationsprozess zwischen Kunde und
Maschinenhersteller deutlich verbessert. Die Einbeziehung des Kunden in den Entwicklungsprozess
erhöht zudem die Bindung des Kunden an das Unternehmen und die Akzeptanz
der späteren Maschinenlösung.</p>
        <p>Auch die Prozesse des Maschinenherstellers werden positiv beeinflusst. So
können Konstruktionsfehler in der Maschinensimulation frühzeitig aufgedeckt und
korrigiert werden. Das führt zur Vermeidung von Iterationen im
Entwicklungsund Produktionsprozess. Darüber hinaus können Simulationsergebnisse als
neutrales Element in Strategieüberlegungen über neue Produktvarianten oder
Einkaufsentscheidungen genutzt werden. Auf diesem Weg kann die Kommunikation bzw.
Abstimmung zwischen verschiedenen Abteilungen (z. B. F&amp;E und Einkauf) im
Unternehmen unterstützt und verbessert werden. Wenn eine vertrauensvolle
Kooperation mit Komponentenzulieferern aufgebaut werden kann, könnten
Simulationsmodelle für einzelne Maschinenkomponenten direkt vom
Komponentenhersteller zur Verfügung gestellt werden. Die Qualität der Simulationsmodelle im
Sinne einer realitätsnahen Abbildung des Komponentenverhaltens wäre
wahrscheinlich besser als die bisher vom Maschinenhersteller selbst formulierten
Simulationsmodelle. Die verstärkte Zusammenarbeit in der Maschinensimulation
könnte zu einer synergetischen Kooperation zwischen Zulieferer und
Maschinenhersteller im Entwicklungsprozess führen.</p>
        <p>Wenn die Technologie der interaktiven Maschinensimulation soweit ausgereift
ist, dass sie den Bau unreifer physischer Prototypen vermeiden bzw. den Bau
reifer physischer Prototypen in späte Phasen des Entwicklungsprozesses verschieben
kann, erzielt der Maschinenhersteller auch aus Kostensicht signifikante Vorteile
vom Einsatz interaktiver Maschinensimulation. Durch die Verringerung von
Iterationen im Entwicklungsprozess werden weniger Ressourcen gebunden, sowohl in
Form von entwickelnden Ingenieuren als auch in Form von Belegung der
Produktionsstrecke sowie Materialeinsatz zum Um- und Neubau von Prototypen.</p>
        <p>Den aufgezeigten Vorteilen stehen aber auch gewichtige Herausforderungen
gegenüber, die den praktischen Einsatz der interaktiven Maschinensimulation
bisher behindern.
2.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Hinderungsgründe für den Einsatz von interaktiver</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Maschinensimulation</title>
        <p>Die interaktive Maschinensimulation ist trotz viel versprechender Vorteile noch
kaum in der Industrie verbreitet. Ein bedeutender Hinderungsgrund liegt in der
aufwendigen und riskanten Erstellung der Simulationsmodelle. Eine genauere
Analyse der Ursachen konnte drei Problemkategorien identifizieren, die
Komplexität der Simulationsaufgabe, die Konfiguration und Steuerung der
VirtualReality-Umgebung und die unternehmensübergreifende Kooperation zwischen
Maschinenhersteller und Zulieferer.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-5">
        <title>Komplexität der Simulationsaufgabe</title>
        <p>Die Erstellung von Simulationsmodellen für Maschinenfunktionalitäten ist eine
komplexe Aufgabe, da alle relevanten Komponenten modelliert und konsistent
miteinander in Beziehung gesetzt werden müssen. Für einzelne
Komponentensysteme werden domänenspezifische Simulationen der Mechanik, Hydraulik oder
Elektrik zahlreich in der Praxis eingesetzt. Techniken zur domänenübergreifenden
Simulation sind derzeit Gegenstand der Forschung und befinden sich noch in
einem Frühstadium der Entwicklung. Eine domänenübergreifende Simulation erhöht
die Kompliziertheit der Simulationsmodelle, da mehr Modellkonzepte enthalten
sind. Neben dem Problem der domänenübergreifenden Simulation besteht das
Problem der realitätsnahen Simulation ganzer Maschinen. Eine Vielzahl von
relevanten Maschinenkomponenten und ihre Abhängigkeiten müssen in dem
Simulationsmodell berücksichtigt werden. Dies führt zur Erhöhung der
Modellkomplexität, welche die Echtzeitfähigkeit des Simulationsmodells gefährden kann. Die
Echtzeitfähigkeit ist in der interaktiven Maschinensimulation aber Voraussetzung
für einen realitätsnahen Eindruck für den menschlichen Maschinenführer.
Erschwert wird die Erstellung der Simulationsmodelle zusätzlich dadurch, dass sie
überwiegend codebasiert und sehr maschinennah erfolgt. Die codebasierte
Beschreibung der Simulationsmodelle behindert eine mögliche Wiederverwendung
der Simulationsmodelle, da sie weder eine inhaltliche noch formale Aufbereitung
der Modellkomponenten unterstützt. Die Anpassung, Pflege und
Wiederverwendung von Simulationsmodellen ist daher für den menschlichen Ingenieur sehr
schwierig und nur mit guten Informatikkenntnissen umzusetzen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-6">
        <title>Unternehmensübergreifende Kooperation</title>
        <p>Derzeitige Forschungen in den Ingenieurwissenschaften untersuchen geeignete
Instrumente zur domänenübergreifenden Beschreibung der Simulationsmodelle.
Eine geeignete und standardisierte Sprachbeschreibung würde auch dem bisher
fehlenden Austausch von Simulationsmodellen bzw. relevanten Informationen
zwischen Maschinenhersteller und Zulieferer entgegenwirken. Der mangelnde
unternehmensübergreifende Wissenstransfer ist aber nicht zuletzt auch auf das Risiko
der Weitergabe von wettbewerbskritischen Informationen zurückzuführen. Die
Folge ist, dass der Maschinenhersteller alle simulationsrelevanten
Zulieferkomponenten mit den ihm zur Verfügung stehenden Informationen nachbilden muss. Da
diese Informationen in der Regel nicht den gleichen Umfang aufweisen wie die,
die dem Komponentenhersteller zur Verfügung stehen, besteht das Risiko, dass die
Simulationsmodelle eine schlechte Qualität, im Sinne von nicht realitätsnahen
Maschinenfunktionalitäten, aufweisen. Fehlende Informationen zu
Produktkomponenten können unter Umständen auch dazu führen, dass die Simulationsmodelle
nicht in der erforderlichen Modelltiefe konstruiert werden können.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-7">
        <title>Konfiguration und Steuerung der VR-Umgebung</title>
        <p>Neben den Modellen zur Simulation der Maschinenfunktionalität erfordert eine
interaktive Maschinensimulation weitere Modelle zur Konfiguration und Steuerung
der VR-Umgebung. Diese Modelle umfassen neben 3D-Grafiken zur Darstellung
der Maschine und der Teststrecke auch Bewegungssteuerung und Soundmodelle.
Weiterhin müssen Netzwerkkommunikation und Konfiguration der
Simulationssoftware vorgenommen werden. Welche Modelle mit welchen Parametern in das
Simulationsmodell integriert werden müssen, hängt maßgeblich vom
Simulationsziel und der eingesetzten Hardware ab. Zum Einen ist diese Hardware, wie
Hexaplot, Cave oder Powerwall, sehr preisintesiv in der Anschaffung, zum Anderen
erfordert deren Konfiguration und Bedienung qualifiziertes und erfahrenes
Fachpersonal.</p>
        <p>Weiterhin existiert keine modulare Toolkette, die über standardisierte
Schnittstellen eine flexible Durchführung von Maschinensimulationen ermöglicht. Da die
Simulationsmodelle meist nicht plattformunabhängig erstellt und gepflegt werden
können, müssen in dem Workflow von der Erstellung der Simulationsmodelle bis
zur Steuerung der VR-Umgebung häufig manuelle Transformationsarbeiten
durchgeführt werden.
2.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-8">
        <title>Erfolgspotenzial des Dienstleistungsangebots zur interaktiven Maschinensimulation</title>
        <p>Zusammenfassend sind die größten Hinderungsgründe für den Einsatz der
interaktiven Maschinensimulation die hohen Investitionskosten der
Virtual-Reality-Umgebung, die Gefahr der Weitergabe von wettbewerbskritischen Informationen an
Konkurrenten und die fehlende systematische Methode zur Erstellung, Pflege und
Wiederverwendung der Simulationsmodelle. Die beiden erst genannten Nachteile
können durch einen externen Dienstleister gelöst werden. Da das Kerngeschäft des
Dienstleisters die interaktive Maschinensimulation darstellt, ist die Auslastung der
Virtual-Reality-Umgebung dementsprechend hoch und wird sich daher schneller
amortisieren. Weiterhin kann ein externer Dienstleistung als Trustcenter fungieren
und die Vertraulichkeit der Simulationsmodelle als Teil seines
Dienstleistungsangebots garantieren. Simulierende Maschinenhersteller bzw. Zulieferer bieten
bereits ihren Kunden auftragsspezifische Simulationen als Teil ihres
Leistungsangebots an.</p>
        <p>Die Entwicklung einer systematischen Methode zur Erstellung, Pflege und
Wiederverwendung der Simulationsmodelle auf Basis der
Informationsmodellierung wird in den folgenden Kapiteln näher vorgestellt.</p>
        <p>Das Erfolgspotenzial für das beschriebene Dienstleistungsangebot wird hoch
eingeschätzt, da die Markteintrittsbarrieren relativ hoch sind. Wie bereits
dargestellt, erfordert die Erstellung von Simulationsmodellen eine hohe Fachkompetenz
und viel Simulationserfahrung. Diese zu entwickeln, ist jedoch sehr zeitintensiv
und erfordert die reale Durchführung verschiedener Projekte. Wenn somit ein
Pionier sich auf dem Markt platzieren konnte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch,
dass er erfolgreich ist, wenn er seine Kernkompetenz – die Erfahrung – schützt
und kontinuierlich weiterentwickelt. Der im Folgenden vorgestellte Ansatz soll die
systematische Integration von Projekterfahrung unterstützen und somit zur
kontinuierlichen Verbesserung der Dienstleistungsqualität sowie der Stärkung der
Wettbewerbsposition beitragen.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Referenzmodellierung als Befähiger zur</title>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Dienstleistungserbringung</title>
      <p>Die aufgezeigten Potenziale für den Einsatz von Maschinensimulation können nur
genutzt werden, wenn eine systematische Informationsverwaltung gewährleistet
werden kann, die eine methodisch gestützte Erstellung der Simulationsmodelle
sowie deren modulare Wiederverwendung ermöglicht. Dazu wird in der
angestrebten Methode auf die Informationsmodellierung zurückgegriffen. Zur
Komplexitätsreduktion und zur systematischen Wiederverwendung von
Simulationsmodellen bzw. deren flexiblen Anpassung an projektspezifische Anforderungen sollen
insbesondere die Methoden der konzeptionellen Modellierung und der
Referenzmodellierung zum Einsatz kommen.
Anwendungsfal
Beschreibung
...</p>
      <p>Anwender
...
ProduktVariante A</p>
      <p>Produkt</p>
      <p>VarBiante</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Referenz-Modell auswählen</title>
        <p>Konfigurations-Model</p>
        <p>Spezifischer
Maschinentyp
...</p>
        <p>Komponente 1 Komponente 2 ...</p>
        <p>Simulationsmodel
/ model:KolbenZylinderBeispiel/ generatedwithModimexVersion
0.4.5modelPressureSourceextends
TwoPortNoStorage; parameter ModelicaSIunitsPressurepSource=
4Oen5e;Peoqrut;atipoanramdpe=te-prSMouordceeli;ceanSdIuPnreitsssPureresSsuoruercpe0;m=o0d;eelqTuaantkioenxtepn=ds
ppepSm;qo0toa;ruetdta_inMectPidlCoo;OyndTlneainPelnipdcPok=ea;romptrS_r;omtIbourdtonp_eMdioatlesr.oStplV_d;ItodaAelelt;uiQiccamaC=lPPeSpyrFoolIoiulnrrponttd__VwietbasaRr.PlpQvaeroet;xeeertsten_QsndTPu;d;roOseerntncP_eydoaPlirIntpod_doreatera;mtrpl_;PeoBornrdo;td_epalVPS;aotlarvtbe_e;apnadrtial
Stab;partialmodelTwoPortNoStorageextends..</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>KonfigurationsModell ableiten</title>
      </sec>
      <sec id="sec-4-3">
        <title>SimulationsModell erzeugen</title>
      </sec>
      <sec id="sec-4-4">
        <title>Simulation durchführen</title>
        <p>Abb. 1. Referenzmodell-basierte Methode zur Maschinensimulation</p>
        <p>Abb. 1 stellt die Referenzmodell-basierte Methode zur Vorbereitung und
Durchführung einer interaktiven Maschinensimulation skizzenhaft dar.</p>
        <p>
          Ausgangspunkt für die Erstellung und systematische Wiederverwendung
existierender Simulationsmodelle und deren flexible Anpassung an projektspezifische
Anforderungen ist die reale Produktstruktur der betrachteten Maschine. Auf der
Fachebene (Ebene der realen Produktstruktur) soll ein Referenzmodell die
möglichen Produktvarianten verwalten und die Ableitung einer individuellen
Produktspezifikation ermöglichen. Diese Grundstruktur der Produktvariante umfasst den
hierarchischen Aufbau der Maschine aus den einzelnen Produktkomponenten. Der
Detaillierungsgrad sollte dabei so gewählt werden, dass zugelieferte
Systemkomponenten umgehend identifiziert werden können. Über dieses Modell der realen
Produktstruktur erfolgt die Integration, Steuerung und Konfiguration der einzelnen
Modelle, die für die Simulation notwendig sind. Die notwendigen Modelle bilden
dabei unterschiedliche Gegenstandsbereiche ab und befinden sich auf
unterschiedlichen Abstraktionsstufen. Zur Strukturierung dieser Abstraktionsstufen wurde das
Framework zur modelbasierten Simulation entwickelt
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref8 ref9">(Esswein et al. 2009a)</xref>
          . Die
Prozesssicht stellt dabei die Durchführung der Dienstleistung dar.
        </p>
        <p>
          Mit Hilfe der konzeptionellen Modelle sollen die Simulationsmodelle sowie
alle notwendigen Konfigurationen der Simulationsumgebung verwaltet, integriert
und wiederverwendet werden. Das entwickelte Referenzmodell dient dabei als
Ausgangsbasis zur Konfiguration der Arbeitsmaschine. Operationen auf den
abgeleiteten Modellen sowie Modelltransformationen führen weiterhin zur Erstellung
eines konsistenten Simulationsmodells. Dabei soll insbesondere auf die
generierenden und nicht generierenden Konstruktionstechniken der Referenzmodellierung
zurückgegriffen werden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref22 ref23 ref7 ref8 ref9">(Esswein 2009b; Becker et al. 2004; vom Brocke 2007)</xref>
          .
Die prototypische Implementierung und Evaluation der Referenzmodell-basierten
Methode im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojekts bietet für die
Forschung innerhalb der Wirtschaftsinformatik die Chance, diese
Konstruktionstechniken in einer realen, nicht trivialen Fallstudie zu untersuchen und zu bewerten.
Damit kann ein Beitrag zur geforderten externen Validität der
ReferenzmodellTheorien
          <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Fettke und Loos 2004)</xref>
          geleistet werden.
        </p>
        <p>Abb. 2 stellt eine beispielhafte Modelltransformation von der Fachebene in die
Simulationsebene dar. Die Fachebene fokussiert die reale Produktstruktur und
umfasst somit alle relevanten Informationen, die in herkömmlichen ERP-Systemen
hinterlegt sind, wie bspw. Lieferanten und Komponenteneigenschaften.
Desweiteren spezifiziert sie die relevanten Schnittstellen zum Geschäftsprozess, der den
Rahmen für die Maschinensimulation bildet und auf den das
Dienstleistungsprodukt, also die Simulationsergebnisse, direkt einwirkt. Die Simulationsebene
abstrahiert dagegen von geschäftsprozess-relevanten Informationen und betrachtet
ausschließlich simulationsrelevante Informationen.</p>
        <p>Auf Basis der realen Produktstruktur wird eine Maschinenstruktur abgeleitet,
die alle für die Maschinensimulation relevanten Informationen umfasst und von
nicht benötigten Informationen abstrahiert. Eine Produktkomponente auf
Fachebene kann dabei von unterschiedlich vielen Simulationskomponenten erster
Ordnung beschrieben werden. So kann eine Produktkomponente bspw. keine
Entsprechung auf Simulationsebene haben, wenn sie für die Simulationsaufgabe nicht
relevant ist. Es ist aber auch denkbar, dass eine Produktkomponente durch mehrere
Simulationskomponenten repräsentiert wird, weil der Aufbau des
Simulationsmodells es so erfordert.</p>
        <p>Das zentrale Integrationselement für die Verwaltung und Anpassung der
Simulationsmodelle ist die Produktkomponente auf Fachebene. Diese ist entsprechend
mit den konzeptionellen Simulationskomponenten zu verknüpfen. Ziel des
Produktmodells auf Fachebene ist es, den Austausch einer spezifischen
Produktkomponente hinsichtlich der Auswirkungen auf das Simulationsmodell zu bewerten.</p>
        <p>Neuartig an diesem Vorgehen ist, dass auch für die Darstellung dieser
Simulationsmodelle auf Modellierungssprachen der konzeptionellen Modellierung
zurückgegriffen werden soll. Auf der Simulationsebene wird weiterhin eine zweistufige
Erstellung der Simulationsmodelle angestrebt. Das Simulationsmodell 1. Ordnung
repräsentiert die Struktur des spezifischen Maschinenmodells unabhängig von der
vorliegenden Simulationsaufgabe. Dabei stellen die Modellelemente Platzhalter
für Maschinenkomponenten dar, die mindestens einer Komponente auf Fachebene
zugeordnet werden kann. Die Komponente auf Simulationsebene ist somit
existenzabhängig von der Komponente auf der Fachebene, beinhaltet aber andere
Beschreibungsmerkmale, wie bspw. Vektoren und Koordinatensysteme.</p>
        <p>Aus den aufgabenneutralen Simulationsmodellen werden die
Simulationsmodelle 2. Ordnung abgeleitet. Dazu werden in Abhängigkeit der spezifischen
Anforderungen der vorliegenden Simulationsaufgabe geeignete
Berechnungsvorschriften den Maschinenkomponenten zugeordnet. Erschwerend für die
Modellverwaltung ist, dass dieser Übergang vom aufgabenneutralen zum aufgabenspezifischen
Simulationsmodell willkürlich sein kann. Komponenten können dabei
zusammengefasst, geteilt, übernommen, weggelassen oder hinzugefügt werden. Für die
Bewertung der Simulationsergebnisse und die Verbesserung der Qualität der
Simulationsmodelle ist es jedoch notwendig, dass diese Transformationsschritte
dokumentiert und nachvollziehbar sind. Weiterhin erfolgt die Parametrierung des
Modells. Dazu werden unter anderem Werte der Komponenten aus der Fachebene
übernommen, bspw. Masse und Leistung.
G
ts
e
F
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Abb. 2. Beispielhafte Modelltransformation von der Fachebene in die Simulationsebene</p>
        <p>Neben den technischen Herausforderungen der werkzeuggestützten Ableitung
von Konfigurationsmodellen aus Referenzmodellen ist bei dem beschriebenen
Vorgehen die semantische Integration der verschiedenen Modelle sicherzustellen.
Das folgende Kapitel stellt dabei die herausragende Rolle eines kontinuierlichen
und systematischen Referenzmodellmanagementsystems vor.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Kontinuierliche Modellverwaltung als Voraussetzung zur erfahrungsbasierten Modellevolution</title>
      <p>Die semantische Integration der Modelle auf unterschiedlichen
Abstraktionsebenen, aber auch die Verwaltung der Beziehung zwischen dem ursprünglichen
Referenzmodell und dessen abgeleiteten Modellen ist notwendig, um frühere
Modelllösungen zu analysieren, zu bewerten und zu vergleichen. Nur unter diesen
Voraussetzungen sind eine systematische Evolution der Referenzmodelle und die
Qualitätsverbesserung der interaktiven Maschinensimulation möglich.</p>
      <p>Der Dienstleistungsnehmer erwartet, dass er von den Erfahrungen des
Dienstleistungsanbieters profitiert. Um die Dienstleistung der interaktiven
Maschinensimulation erfolgreich anbieten zu können, sollten die Simulationserfahrungen des
Dienstleisters größer sein als die des Maschinenherstellers. Das heißt, er sollte
mehr Projekte durchgeführt und vielseitigere Probleme gelöst haben. Diese
Erfahrung sollte sich in der Fähigkeit des Dienstleisters niederschlagen,
Simulationsmodelle effektiv und effizient erstellen zu können.</p>
      <p>Auf der anderen Seite kann der Dienstleister sein Angebot dahingehend
erweitern, dass er die kundenspezifischen Modelle hinsichtlich neuer Erkenntnisse
aktualisiert.</p>
      <p>Voraussetzung, um beide Anforderungen erfüllen zu können, ist eine
systematische Erfassung der Projekterfahrungen sowie eine methodische Weiterentwicklung
des Referenzmodells. Beide Aspekte werden in den folgenden Abschnitten näher
diskutiert.
4.1</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Erfahrungsbasierte Modellverbesserung</title>
        <p>
          Eine einzelne Erfahrung stellt eine Schlussfolgerung (Erfahrungsurteil) eines
Subjekts dar, welches aufgrund der subjektiven Wahrnehmung und Interpretation der
Realwelt (Erfahrungssituation) zu dieser gekommen ist
          <xref ref-type="bibr" rid="ref13">(Hammel 1997)</xref>
          . Nimmt
das Subjekt viele Erfahrungssituationen wahr, in denen es zu ähnlichen
Erfahrungsurteilen kommt, kommt es zu einer Verallgemeinerung des Erfahrungsurteils.
Das bedeutet, dass die Erfahrung nicht mehr auf die einzelne Situation
zurückgeführt werden kann, sondern als allgemeingültig erklärt wird. In diesem
Zusammenhang wird Erfahrung oft auch im Sinne von ausgebildeten Fähigkeiten des
Subjekts verwendet
          <xref ref-type="bibr" rid="ref13">(Hammel 1997)</xref>
          .
        </p>
        <p>
          Neben menschlichen Individuen wird auch einer Organisation die Fähigkeit der
Erfahrung zugesprochen. Stellt eine Organisation das Subjekt im
Erfahrungsprozess dar, so kann von einer organisationalen Erfahrung gesprochen werden. Eine
Organisation kann dabei als ein System aufgefasst werden, welches eine
eindeutige Grenze zu seiner Umwelt aufweist und durch eine Zielausrichtung sowie eine
geregelte Arbeitsteilung geprägt ist (
          <xref ref-type="bibr" rid="ref19">Schreyögg 2008</xref>
          ). Das
Dienstleistungsunternehmen und seine Mitarbeiter, die an der Durchführung der Dienstleistung
beteiligt sind, sind in dem vorgestellten Ansatz als Organisation zu interpretieren. Die
Erfahrungen, die im Rahmen der Simulationsprojekte gemacht werden, gelten
somit als organisationale Erfahrung.
        </p>
        <p>
          Der Wert einer Erfahrung für eine Organisation wird durch ihr Potenzial bei der
zukünftigen Aufgabendurchführung und somit zur Erreichung der gesetzten Ziele
bestimmt. Die Differenzierung der Potenzialstufen von Erfahrungen erfolgt
anhand der Kriterien Neuheit, Wirkungskraft, Wahrscheinlichkeit der Wiederholung,
Kausalitätszusammenhänge und Reichweite
          <xref ref-type="bibr" rid="ref20 ref7 ref8 ref9">(Esswein und Lehrmann 2009)</xref>
          .
 Potenzialstufe 0 (wertlos)
        </p>
        <p>Die Erfahrung hat keine Auswirkung auf die organisationale Zielerreichung
oder die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens der Erfahrungssituation geht
gegen Null. Der Aufwand für die Verwaltung der Erfahrung übersteigt demnach
dem geschätzten Nutzen.
 Potenzialstufe 1 (niedrig)</p>
        <p>Die Erfahrung bestätigt die organisationalen Erwartungen und wurde in
ähnlicher Weise bereits in der Vergangenheit gemacht. Bestätigende Erfahrungen
führen zu einer Verbesserung der Prozesssicherheit im Unternehmen. Diese Art
der Erfahrung kann daher herangezogen werden, um die bestehende
Erfahrungsdatenbank zu pflegen. Eine bestätigende Erfahrung kann darüber hinaus
dazu führen, dass Erfahrungen, die bisher als Einzelerfahrungen verwaltet
wurden, Einfluss auf die Veränderung des Referenzmodells haben.
 Potenzialstufe 2 (mittel)</p>
        <p>Die Wirkungskraft der Erfahrung auf die Erreichung der Unternehmensziele
war mindestens spürbar. Die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung ähnlicher
Erfahrungssituationen kann jedoch schwer abgeschätzt werden, da die
Kausalitätszusammenhänge weitestgehend unbekannt sind. Der Transfer dieser
Erfahrung ist somit riskant.
 Potenzialstufe 3 (hoch)</p>
        <p>Erfahrungen dieser Potenzialstufe wurden als neu und mit mindestens spürbarer
Wirkungskraft auf die Zielerreichung bewertet. Weiterhin sind deren
Kausalitätsbeziehungen bekannt. Zu entscheiden ist, ob die Erfahrung Auswirkung auf
die Inhalte des Referenzmodells hat oder eher dazu geeignet ist, in einem
systematischen Management von Einzelfällen aufgenommen zu werden. Diese
Entscheidung ist in Abhängigkeit von der Reichweite der Erfahrung und der
Wahrscheinlichkeit der Wiederholung zu treffen.</p>
        <p>
          Werden aufgrund der gemachten Erfahrungen die Inhalte des Referenzmodells
geändert, so wird die Erfahrung aber nicht selbst gespeichert, sondern nur deren
Konsequenz. Die Erfassung des Erfahrungsinhalts kann somit in verschiedener
Weise erfolgen:
 Als Modellbestandteil: Die verwendete Modellierungsmethode stellt ein eigenes
Konzept zur Modellierung von Erfahrungsitems zur Verfügung. Das
ProblemLösungs-Paar wird in dieser Form direkt an das entsprechende Element im
Produkt- bzw. Prozessmodell gebunden. Es dokumentiert Erfahrungen, welche die
Organisation bei der Anwendung des Modells gemacht hat und für zukünftige
Anwendungen nützlich sein können. Die direkte Annotierung der Erfahrung an
die entsprechenden Modellelemente ermöglicht die leichte Identifikation von
möglichen Problemsituationen bei der Modellanwendung. Im Folgenden wird
sie auch als Kommentierung des Modells bezeichnet.
 Als Modelländerung: Erfahrungen können sich aber auch in einer
Modelländerung ausdrücken. Werden die Modellaussagen des Produkt- oder
Prozessmodells geändert, so stellt diese Änderung meist die Lösung einer zuvor
empfundenen Problemsituation dar. Auf diesem Weg wäre jedoch nur die Lösung aber
nicht das behobenen Problem, also die originäre Erfahrung, dokumentiert. Ein
geeignetes Konfigurationsmanagement muss an dieser Stelle die
Nachvollziehbarkeit dieser Änderung und insbesondere ihrer Gründe dokumentieren. Dabei
kann es sich um ein Annotation handeln, die auf unstrukturierte Dokumente,
wie bspw. natürlichsprachige Erfahrungsberichte, verweist, oder es können
eigene Teilmodelle erstellt werden, die die Nachvollziehbarkeit der
Modellkonstruktion erhöhen sollen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref18">(vgl. dazu die Methode Rationale-Ansätze nach Rossi
et al. 2004)</xref>
          .
        </p>
        <p>In Abhängigkeit der Potenzialstufe, der die gemachte Erfahrung zugeordnet
werden kann, ist die Änderung des spezifischen Modells bzw. des
Referenzmodells oder die reine Dokumentation der Erfahrung zu empfehlen. Erfahrungen mit
geringem InnovationsPotenzial (Potenzialstufe 0 bzw. 1) sind vernachlässigbar, da
der Erfassungsaufwand den erwarteten Nutzen übersteigt. Lediglich die
Dokumentation von Erfahrungen der Potenzialstufe 1, die strittige bzw. unsichere
Modellaussagen bestätigen, können als Argumente in der Modellkonstruktion
herangezogen werden und somit einen Nutzen für die Organisation stiften. Sie haben
jedoch keine Auswirkung auf die Modellaussagen, sondern werden lediglich als
„Zusatzinformationen“ an die entsprechenden Modellelemente annotiert.</p>
        <p>Erfahrungen der Potenzialstufe 2 sollten aufgrund ihrer unbekannten
Kausalitätszusammenhänge lediglich an die entsprechenden Modellelemente des
Referenzmodells annotiert werden, so dass der Modellnutzer abschätzen kann, mit
welcher Wahrscheinlichkeit die Erfahrung Auswirkung auf den vorliegenden Fall hat
und ob sie Einfluss auf die Konstruktion des spezifischen Modells haben sollte.</p>
        <p>Lediglich Erfahrungen der Potenzialstufe 3, deren Reichweite und
Wiederholungswahrscheinlichkeit so hoch ist, dass sie für den gesamten Geltungsbereich
des Referenzmodells gültig sind, sollten als Modelländerung in das
Referenzmodell eingehen. Darüber hinaus ist zu entscheiden, ob die Erfahrung, die zur
Modelländerung führte, als Entwurfsentscheidung an das entsprechende
Modellfragment annotiert werden sollte. Dieses Vorgehen würde die Nachvollziehbarkeit der
Modellkonstruktion erhöhen und dem Modellnutzer damit die Möglichkeit bieten,
die Gültigkeit der Modellaussagen für das vorliegende Modellierungsproblem
abschätzen zu können.</p>
        <p>Da potentiell in allen Prozessschritten Erfahrungen gesammelt werden können,
muss eine Erfahrungserfassung in allen bearbeiteten Aufgaben erfolgen. Eine
anschließende Bewertung muss entscheiden, welche Auswirkung die Erfahrung auf
existierende Artefakte im Unternehmen hat (bspw. das Referenzmodell) und in
welcher Weise sie gespeichert wird. Aus diesem Grund wird in den folgenden
Abschnitten die Modellierungsaufgabe bei der interaktiven Maschinensimulation
näher untersucht, um die Abhängigkeiten der betroffenen Artefakte identifizieren
und somit die Anforderung an eine kontinuierliche Referenzmodellverwaltung
ableiten zu können.
4.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Beziehungspfade zwischen Referenzmodell und abgeleiteten Modellen</title>
        <p>Die Nutzung eines Referenzmodells bei der Erstellung von Simulationsmodellen
zur interaktiven Maschinensimulation ermöglicht die systematische
Wiederverwendung von existierenden Modelllösungen. Um die Dienstleistungsqualität zu
verbessern und die Wettbewerbsposition des industriellen Dienstleisters zu
stärken, indem er kontinuierlich die Erfahrungen in der Maschinensimulation in das
Referenzmodell integriert, müssen die Transformationsschritte dokumentiert und
nachvollziehbar sein.</p>
        <p>
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref5">Braun (2007)</xref>
          hat drei typische Szenarien identifiziert, die mögliche
Beziehungen zwischen Referenzmodell und abgeleiteten Modellen charakterisieren. Diese
Szenarien werden in Abb. 3 dargestellt.
        </p>
        <p>Grundsätzlich kann neben dem Referenzmodell zwischen zwei disjunkten
Mengen von aufgabenspezifischen Modellen unterschieden werden. Dabei wird
zwischen Modellen unterschieden, die unabhängig von dem betrachteten
Referenzmodell erstellt wurden, und Modellen, bei deren Erstellung auf das
Referenzmodell zurückgegriffen wurde.</p>
        <p>
          In Szenario I werden ein Referenzmodell aus existierenden Modelllösungen
abgeleitet und projektspezifische Lösungen zu Wiederverwendungszwecken
aufbereitet. Szenario II stellt dagegen die Ableitung von aufgabenspezifischen
Modellen aus dem Referenzmodell dar. Diese beiden Szenarien werden in der
herkömmlichen Literatur zur Referenzmodellierung als Design for Reuse und Design with
Reuse bezeichnet
          <xref ref-type="bibr" rid="ref22">(vom Brocke 2007)</xref>
          . Bei der aufgabenspezifischen Ableitung der
Modelle sollte bspw. auf ähnliche, bereits existierende Modelllösungen
zurückgegriffen werden. Dieses Prinzip sollte jedoch auf für spezifische Teilprobleme
gelten, die unter Umständen unabhängig von der übergeordneten Simulationsaufgabe
sind.
        </p>
        <p>
          Eine herausfordernde Problemstellung für dieses Szenario ist die Integration
der Fachebene und der Simulationsebene. Die Zuordnung von Modellelementen
auf Fachebene zu Modellelementen auf Simulationsebene kann nicht auf
Sprachebene erfolgen, sondern muss im Modell definiert werden. Es ist zu klären, ob ein
eigenes Teilmodell zur Beschreibung der Ebenenbeziehungen sinnvoll einsetzbar
ist. Dazu müssten entsprechende Konzepte, wie bspw. geeignete Beziehungstypen,
in die Definition der Modellierungssprache aufgenommen werden. Insbesondere
der Aufwand zur Erstellung und Pflege dieser Beziehungsmodelle sollte sorgfältig
kalkuliert und bewertet werden. Ein weiterer denkbarer Ansatz wäre die
semantische Verlinkung der beiden Modellebenen bspw. mit Hilfe von
Modell-TaggingVerfahren
          <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Fengel et al. 2008)</xref>
          oder semantischen Modellierungstechniken. Soll
eine Produktkomponente ausgetauscht werden, so können aufgrund der
ebenenübergreifenden Zuordnung der jeweiligen Modellelemente die vom Austausch
betroffenen Teilmodelle bzw. Modellelemente identifiziert werden.
        </p>
        <p>Initiale
Konstruktion</p>
        <p>Szenario III
Zur Weiterentwicklung des
Referenzmodells werden
Modelländerungen in den
abgeleiteten Modellen
analysiert.</p>
        <p>Szenario I
Zur Erstellung bzw.
Weiterentwicklung eines
Referenzmodells werden existierende</p>
        <p>…
Modelllösungen verwendet.</p>
        <p>Spezifisches
Modell A
Initiale
Konstruktion</p>
        <p>Spezifisches</p>
        <p>Modell i
Initiale
Konstruktion</p>
        <p>Szenario II
Ein spezifisches Modell wird
methodengestützt aus einem
Referenzmodell erstellt bzw.
weiterentwickelt.</p>
        <p>Spezifisches</p>
        <p>Modell j
Initiale
Konstruktion
Vom Referenzmodell unabhängige Modelle
Vom Referenzmodell abgeleitete Modelle
Abb. 3. Beziehungs-Szenarien zwischen Referenzmodell und projektspezifischen Modellen
(Braun 2007)</p>
        <p>Ein bisher weitgehend unberücksichtigtes Szenario stellt Szenario III dar.
Dieses beschreibt die Weiterentwicklung des Referenzmodells, die aufgrund der
Modelländerungen in den abgeleiteten Modellen oder durch Analyse von
unabhängigen Modellen erfolgt. Unter dem Aspekt der erfahrungsbasierten Evolution des
Referenzmodells erhält Szenario III eine besondere Bedeutung für die
modellbasierte Maschinensimulation.</p>
        <p>
          Wie bereits erwähnt, können in allen Prozessschritten Erfahrungen gesammelt
werden. Abb. 4 charakterisiert sechs Erfahrungssituationen, die bei der
Durchführung der vorgestellten Methode zur interaktiven Maschinensimulation bezüglich
der verwendeten Modellartefakte gemacht werden können. Diese Erfahrungen
können in Abhängigkeit von deren Potenzialbewertung zur Evolution des
Referenzmodells beitragen. Die Versionsbeziehungen im Sinne einer Historie
(Vorgänger-Nachfolgebeziehung) sind als Intra-Ebenen-Beziehungen zwischen Modellen
gleichen Typs dargestellt. Modellvarianten, im Sinne aus dem Referenzmodell
abgeleitete spezifische Modelle
          <xref ref-type="bibr" rid="ref21 ref3">(Thomas 2008)</xref>
          werden dagegen auf
unterschiedlichen Modellebenen dargestellt. Zusätzlich wurde der Aspekt der
Modellierungssprache berücksichtigt und die Besonderheit von
ReferenzmodellierungsKonzepten betont.
        </p>
        <p>Modellversionen (evolutionärer Beziehungspfad)</p>
        <p>Referenzmodellierungs-Sprache´
Modellierungs</p>
        <p>Grammatik</p>
        <p>RMKonzepte</p>
        <p>Modellierungs</p>
        <p>Grammatik´</p>
        <p>RM</p>
        <p>Konzepte´
1
Spezifisches Modell
2
3</p>
        <p>Referenzmodell´
Spezifisches Modell´
6
5
4</p>
        <p>Reale Simulationsaufgabe
Abb. 4. Erfahrungsbasierte Modellevolution</p>
        <p>
          Die erste Situation kennzeichnet die Konstruktion eines Referenzmodells unter
Verwendung einer Modellierungsgrammatik. Zur Erstellung eines
Referenzmodells wird dazu auf Modellierungskonstrukte zurückgegriffen, die zur
Formulierung der Modellaussagen über den betrachteten Gegenstand notwendig sind.
Darüber hinaus sind Konstrukte notwendig, welche die Anwendung des
Referenzmodells zur Konstruktionsunterstützung spezifischer Modelle ermöglicht
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref5">(Braun
2007, S. 74)</xref>
          . Während der Konstruktion des Referenzmodells kann es zu
Erfahrungen kommen, welche die Änderung oder die Kommentierung der
Referenzmodellierungssprache erfordern.
        </p>
        <p>Beim regelbasierten Ableiten von spezifischen Modellen aus Referenzmodellen
kann die Anforderung nach Änderungen der im Referenzmodell verwendeten
Sprachkonzepte auftreten, wenn die verwendeten Konzepte die Ableitung nicht
zufrieden stellend unterstützen (Situation 2). Die Erfahrung wird somit bei der
Ableitung des spezifischen Modells aus dem verwendeten Referenzmodell gemacht.
Diese Erfahrungssituation ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der
Methodenkonstruktion zur Referenzmodellierung und der Anwendung des
Referenzmodells eine räumliche und zeitliche Trennung vorliegt. Die Rückmeldung vom
Modellanwender zum Methodenkonstrukteur muss daher systematisch unterstützt
werden, um eine sinnvolle Evolution des Referenzmodellierungssprache zu
ermöglichen.</p>
        <p>Weiterhin können beim Ableiten des spezifischen Modells aus dem
Referenzmodell vom Fachexperten Unzulänglichkeiten in den Modellaussagen entdeckt
werden (Situation 3). Sind diese für den gesamten Aussagenraum des
Referenzmodells gültig, können sie eine Änderung des Referenzmodells erfordern.</p>
        <p>Die Anwendung des spezifischen Modells zur interaktiven
Maschinensimulation stellt dessen Evaluation dar (Situation 4). Werden dabei Unzulänglichkeiten im
Modell entdeckt, kann es zu dessen Änderung kommen. Wenn diese Änderung
allgemeiner Art ist, also den Adressatenkreis des Referenzmodells betrifft, kann es
zu einer Änderung des Referenzmodells führen (Situation 5). Die Integration
neuer Modellinhalte in das Referenzmodell kann ihrerseits eine Änderung der
Referenzmodellierungssprache bedingen, indem bspw. optionale Varianten deklariert
oder neue Ableitungsregeln definiert werden müssen.</p>
        <p>
          Um die Auswirkungen von Änderungen überhaupt bewerten zu können, ist ein
geeignetes Konfigurationsmanagement für Referenzmodelle notwendig.
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref5">Braun
(2007)</xref>
          weist in seiner Arbeit darauf hin, dass nur funktionale Beziehungspfade
systematisch verwaltet werden können und setzt somit eine strikte Referenzierung
für ein automatisiertes Referenzmodellmanagementsystem voraus. Ziel
zukünftiger Forschungen ist es jedoch, Technologien zu entwickeln, die auch lose
Referenzierungsbeziehungen verwaltbar machen. Darunter werden Modellableitungen
verstanden, die auf nicht generierende Konstruktionstechniken zurückzuführen
sind.
        </p>
        <p>
          Das Ziel, die Kundenbindung zu stärken, indem existierende spezifische
Maschinenmodelle gepflegt und um neue, relevante Modelllösungen verbessert
werden, kann nur mit Unterstützung eines geeigneten
Konfigurationsmanagementsystems erreicht werden
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref5">(Braun et al. 2007)</xref>
          . Dieses ist notwendig, um
problemspezifisch und gezielt auf alle relevanten Modelle zugreifen zu können. Die
erfahrungsbasierten Aktualisierungs- bzw. Verbesserungsaktivitäten werden somit in
zwei Richtungen ausgeführt. Neuerungen im spezifischen Modell müssen im
Referenzmodell erfasst werden. Neuerungen im Referenzmodell müssen in die
abgeleiteten Modelle transportiert werden. Dazu müssen jedoch die Anforderungen der
Simulationsaufgabe und die Entwurfsentscheidungen, die zur
Modelltransformationen geführt haben, nachvollziehbar dokumentiert werden.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Durchführung von interaktiven
Maschinensimulationen ein hohes Potenzial als industrielle Dienstleistung
aufweist. Die Methoden der Informationsmodellierung, insbesondere der
Referenzmodellierung, können hier als Schlüsseltechnologie fungieren, um eine effiziente
und effektive Dienstleistungserbringung zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu
erreichen, muss jedoch ein initiales Referenzmodell erstellt und geeignete
Konstruktionstechniken für die Ableitung der aufgabenspezifischen Modelle entwickelt
werden.</p>
      <p>
        Die Wirtschaftsinformatik bietet dazu ein umfassendes Methodenwissen im
Bereich der Informationsmodellierung und im Besonderen der
Referenzmodellierung. Der Schwerpunkt dieser Forschungen liegt jedoch auf der Ableitung
spezifischer Modelle aus bestehenden Referenzmodellen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref12">(Fettke und Loos 2004)</xref>
        . Die
Untersuchung von Modellbeziehungen während des gesamten Lebenszyklus der
Modelle und deren gegenseitige Beeinflussung in der Evolution, wird dagegen nur
unzureichend betrachtet. So wird zwar die Bedeutung der Dokumentation und
Verwaltung der semantischen Beziehungen zwischen den Modellen für die
Analyse von Abhängigkeiten und die Weiterentwicklung der Modelle erkannt
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10 ref20 ref21 ref3">(Thomas
2008; Fellmann und Thomas 2009)</xref>
        , jedoch werden die
Rückkopplungsbeziehungen zwischen Modellen aufgrund von Erfahrungen bei der Modellanwendung nur
unzureichend in den bisher definierten Modellbeziehungen berücksichtigt.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4 ref5">Braun
(2007)</xref>
        definiert zwar die möglichen Beziehungen zwischen Referenzmodell und
spezifischen Modellen, charakterisiert sie aber nicht näher, so dass kaum
Anforderungen an eine systematische Evolution und deren Werkzeugunterstützung
abgeleitet werden können.
      </p>
      <p>Der vorliegende Beitrag hat erste Anforderungen an die Referenzmodellierung
und ein adäquates Referenzmodellmanagementsystem definiert. Die in Kapitel 3
beschriebene Methode muss demzufolge um die Pflege und Weiterentwicklung
der Referenzmodell-Basis erweitert werden. Entsprechend der gemachten
Erfahrungen und ihrer Bewertung müssen Modellanpassungen oder Anmerkungen zu
Teilmodellen vorgenommen werden. Erfahrungen, die zur Änderungen des
Referenzmodells bzw. der abgeleiteten Modelle führen, können in jedem Prozessschritt
bei der Durchführung der Dienstleistung gemacht werden. Die methodische
Weiterentwicklung der Modelle unterstützt eine kontinuierliche Verbesserung der
Dienstleistungsqualität, indem es systematisch Projekterfahrungen in das
Referenzmodell integriert. Darüber hinaus wird durch die konsequente Anwendung der
Methode systematisch Fachkompetenz in der Simulation von Maschinen
aufgebaut und gepflegt. Diese Kernkompetenz ermöglicht eine effiziente Erbringung
der Dienstleistung und sichert damit die Wettbewerbssituation auf den neuen, sich
aber schnell entwickelnden Markt.</p>
      <p>
        Die Analyse der verschiedenen Erfahrungssituationen in Kapitel 4 ermöglicht
die Identifizierung der verschiedenartigen Modellbeziehungen, die in einem
Referenzmodell-Konfigurationsmanagementsystem verwaltet werden müssen. In
nachfolgenden Forschungen können bspw. die Integrationsarchetypen nach
        <xref ref-type="bibr" rid="ref23">Winter et
al. (2009)</xref>
        herangezogen werden, um notwendige Modelloperationen zu
definieren, die jeweils von einem Modellverwaltungssystem unterstützt werden müssen.
Es werden somit zukünftig verstärkt Forschungen hinsichtlich der Entwicklung
und Evaluation von Methodenfragmenten zur Referenzmodellierung angestrebt,
die auch späte Phasen des Lebenszyklus der betroffenen Modelle, wie bspw. deren
Evolution, abdecken. Insbesondere die prototypische Implementierung der
Methoden in eine geeignete Werkzeugumgebung stellt eine Herausforderung dar.
Weiterhin kann die vorliegende Fallstudie aufgrund ihrer Komplexität und
Kompliziertheit einen wichtigen Beitrag zur externen Validität der bisher vorwiegend
theoretisch diskutierten Ansätze zur Referenzmodellierung leisten.
6
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Danksagung</title>
      <p>Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Integrative Produktentwicklung mit
virtuellen Prototypen (INPROVY)“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Rahmenkonzepts „Forschung für
die Produktion von morgen“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA)
betreut. Weitere Informationen unter www.inprovy.de.
7</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
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            <surname>Becker</surname>
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          ,
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            <given-names>P</given-names>
          </string-name>
          ,
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            <surname>Knackstedt</surname>
            <given-names>R</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2004</year>
          )
          <article-title>Adaption fachkonzeptueller Referenzprozessmodelle</article-title>
          .
          <source>Industrie Management</source>
          <volume>20</volume>
          (
          <issue>1</issue>
          ):
          <fpage>19</fpage>
          -
          <lpage>22</lpage>
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