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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Delegation von Datenmanagement in Szenarien verteilter Verantwortlichkeiten</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Oldenburg</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Um Daten aus verschiedenen Datenbeständen miteinander in Verbindung bringen und daraus zusätzliche Informationen gewinnen zu können, werden diese oftmals aus verschiedenen Quellen heraus in einem gemeinsamen Datenbestand integriert. In Fällen, in denen die Personen oder Institutionen, die die Quelldaten erzeugt haben und verantworten, nicht in den Prozess der Erstellung und Nutzung integrierter Datenbestände eingebunden werden, erhalten diese erst nach Veröffentlichung des Datenbestandes Einsicht in die Daten und können somit Änderungs- und Korrekturwünsche an den Quelldaten nicht in den vorgelagerten Integrationsprozess einbringen. So resultiert aus dem Erfordernis der Durchführung von Datenänderungen aufgrund von Aktualisierungen oder Korrekturen von Informationen der Bedarf des Delegierens von DatenpflegeProzessen, welche es den Datenverantwortlichen ermöglicht, von ihnen verantwortete Daten im Zielsystem integrationsnachgelagert zu pflegen und ggf. zu aktualisieren.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>eol&gt;Delegation</kwd>
        <kwd>Datenmanagement</kwd>
        <kwd>integrationsnachgelagerte Datenänderungen</kwd>
        <kwd>Verantwortlichkeiten</kwd>
        <kwd>Schreibender Zugriff auf Data Warehouses</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Zur Lösung des Problems wird im Rahmen dieses Beitrages das
Vorgehensmodell VD2M (Vorgehensmodell zur Delegation von
Datenmanagement) vorgestellt, welches das angesprochene
Delegieren von Datenmanagement unter Berücksichtigung
verteilter Verantwortlichkeiten ermöglicht. Am Beispiel eines
Projektes aus dem Gesundheitswesen wird dargestellt, wie das
Vorgehensmodell anschließend durch den Einsatz der
prototypisch implementierten Softwarewerkzeug-Sammlung
WD2M (Werkzeuge zur Delegation von Datenmanagement)
umgesetzt und evaluiert werden kann.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>1. Einführung und Motivation</title>
      <p>Die meisten Unternehmen, Institutionen, Verbände und
andere Organisationen verfügen über eine Vielzahl an
verschiedenen Datenbeständen. Diese wachsen zum einen stetig
quantitativ bezüglich der jeweils enthaltenen Datenmengen, zum
anderen jedoch meist auch qualitativ in der Komplexität und der
Anzahl verschiedener, durch die Daten abgebildeter Entitäten und
Beziehungen.</p>
      <p>
        Da unterschiedliche Nutzerkreise oder Interessenten
aufgrund stetig wachsender Datenmengen oftmals nur Zugriff auf
Teilbereiche der umfangreichen Datenbestände benötigen,
gewinnt die Generierung verschiedener Sichten auf einzelne
Datenbereiche zunehmend an Bedeutung [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">1</xref>
        ].
      </p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Integrierte Datenbestände</title>
        <p>
          Weiter existieren Datenbestände über die Grenzen von
Unternehmen oder Institutionen hinaus, die sich über gemeinsame
Dimensionen oder Attribute miteinander verknüpfen lassen. Um
das Potential der in den verschiedenen Datenbeständen
vorliegenden Informationen nutzen zu können, werden derartige
Datenbestände oftmals aus verschiedenen Quellen unter Einsatz
von Data Warehouse-Technologien [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">2</xref>
          ] integriert und so in einem
gemeinsamen Datenbestand zusammengeführt (Datenintegration).
Institutionen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen
nutzen die Möglichkeit, die auf diese Weise zusammengetragenen
Kennzahlen, Leistungsdaten und anderen Strukturinformationen
zu verschiedenen Zwecken zu nutzen. So können integrierte
Datenbestände für Analysen zum Zwecke der Unterstützung in
Management-Entscheidungen genutzt werden, oder z.B. zur
Präsentation von Produkten, Dienstleistungen und
Unternehmensstatistiken in aufbereiteter Form beispielsweise über
das World Wide Web.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Verteilte Verantwortlichkeiten</title>
        <p>Grundsätzlich können die Rollen Datenurheber und
Datenverwalter unterschieden werden. Nicht zwingend werden
beide Rollen durch ein und dieselbe Person oder Institution
wahrgenommen. Weisen verschiedene Datenquellen, die den
integrierten Datenbeständen als Basis zugrunde liegen können,
eine Urheberschaft durch verschiedene Daten verantwortliche
Personen auf, so lassen sich Szenarien verteilter
Verantwortlichkeiten beobachten.</p>
        <p>In solchen Situationen, in denen Datenurheber und
Datenverwalter verschiedene Personen oder Institutionen sind,
werden die Datenurheber, die die Quelldaten verantworten, selten
in den Prozess der Erstellung oben beschriebener Datenbestände
durch Dritte eingebunden. Sie erhalten daher erst nach
Veröffentlichung des integrierten Datenbestandes die Möglichkeit
zur Einsicht, und haben somit meist keine Möglichkeit,
Änderungs- und Korrekturwünsche an den Quelldaten in den
vorgelagerten Integrationsprozess einzubringen. Der Bedarf an
integrationsnachgelagerten Datenänderungen entsteht. Weiter ist
insbesondere zu beachten, dass die Personen, die die Daten aus
den Quellen der Integration verantworten, selten über detaillierte
Kenntnis der Struktur des zugrunde liegenden Datenmodells und
Datenbankschemas verfügen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Integrationsnachgelagerte Datenänderungen</title>
        <p>Unterliegen Datenquellen stetigen Veränderungen, so
erscheint die Durchführung der Datenänderungen in der
Datenquelle - sofern möglich - meist sinnvoller als die Korrektur
des betroffenen Datums im integrierten Datenbestand.
Manipulierte Datensätze können dann unter erneuter
Durchführung der Datenintegration in den integrierten
Datenbestand übernommen werden. Wird die Korrektur auf dem
integrierten Datenbestand ausgeführt, so würde diese bei erneuter
Integration der betroffenen Daten aus der ursprünglichen Quelle
verloren gehen. Um Korrekturen auf den Datenquellen
durchführen zu können, ist jedoch auch Kenntnis über die
Herkunft der im integrierten Datenbestand enthaltenen
Informationen erforderlich.</p>
        <p>In Fällen, in denen die Datenquellen jedoch keinen stetigen
Veränderungen unterliegen, erweist sich hingegen eine einmalige
Integrationsstrategie zur Erstellung eines integrierten
Datenbestandes meist als sinnvoll. Die Durchführung der
Integrationsprozesse ist bedingt durch die integrationsinhärenten
Schritte der Beschaffung, Bereinigung, Aufbereitung und
Vereinheitlichung der Daten zudem aufwändig gestaltet. Im
Hinblick auf solche statischen Datenquellen, erscheint daher der
herkömmliche Weg des Data Warehousing, eine Durchführung
der Korrekturen in den Quelldatenbeständen und eine
anschließende erneute, aufwändige Integration der nur
geringfügig korrigierten Quelldaten durchzuführen, meist nicht
verhältnismäßig in Bezug auf den zu investierenden Aufwand.
Vielmehr ist hier die Korrektur direkt am integrierten
Datenbestand naheliegend und sinnvoll.</p>
        <p>
          Zudem existieren integrierte Datenbestände, die Abzüge der
zugrunde liegenden Datenquellen zu bestimmten Zeitpunkten
beinhalten. Sollte ein Datenfehler nun der Integration
nachgelagert im integrierten Datenbestand identifiziert werden, so
ist nicht sichergestellt, dass die Änderung in der Datenquelle
durchführbar ist, da dort das integrierte Datum gegebenenfalls
nicht mehr vorgehalten wird [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">3</xref>
          ]. Eine Änderung im integrierten
Datenbestand ist in solchen Fällen alternativlos.
        </p>
        <p>
          Auch der Umstand, dass die integrierten Daten oftmals nicht
mit Metainformationen zur ursprünglichen Quelle annotiert sind,
erschwert eine nachträgliche Korrektur in den Quellsystemen.
Ohne Wissen über die Herkunft von Daten (Data Provenance [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">4</xref>
          ]),
ist es nicht möglich, die Quelle zu identifizieren und eine
Manipulation auf dem Quelldatenbestand auszuführen. In diesen
Fällen können Korrekturen oder Manipulationen ebenfalls nur am
integrierten Datenbestand vorgenommen werden.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Temporale Aspekte</title>
        <p>
          Ein weiteres Problem, welches sich im Kontext der zuvor
motivierten Integration verschiedenartiger Quelldatenbestände
häufig beobachten lässt, besteht darin, dass die resultierenden
integrierten Datenbestände oftmals als einfache relationale
Schemata (sog. Snapshot-Datenbanken [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref6">5</xref>
          ]) aufgebaut werden, die
keinerlei Voraussetzungen hinsichtlich temporaler Aspekte [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7 ref8">6,7</xref>
          ],
also der Annotation der Realdaten mit einem
Transaktionszeitbezug [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">6</xref>
          ], aufweisen. So ist es ohne die Existenz
temporaler Annotationen nicht möglich, durchgeführte
Manipulationen am Datenbestand zu einem späteren Zeitpunkt
nachvollziehen zu können, da die Daten nicht zeitbezogen
getrennt abgelegt, sondern überschrieben werden, und somit die
ursprüngliche Belegung nach Durchführung einer Manipulation
verloren geht.
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-5">
        <title>Redundante Systeme zur Wartung mehrerer Datenbestände</title>
        <p>Darüber hinaus existieren auf Seiten eines Datenintegrators
oftmals mehrere heterogene, voneinander unabhängige und
inhaltlich disjunkte Datenbestände, die für verschiedene Projekte
und Auftraggeber gepflegt und gewartet werden müssen. Die
Entwicklung maßgeschneiderter, individueller Lösungen zur
Wartung und Anpassung der verschiedenen Datenbestände birgt
den Nachteil des Bedarfs an mehreren, in weiten Teilen
redundanten Lösungen. Im Vergleich zum Einsatz einer
generischen Lösung kann dies im Hinblick auf den zu
investierenden Entwicklungsaufwand ineffizient erscheinen,
sofern durch die redundante Umsetzung identischer Aufgaben
vermeidbare Kosten entstehen.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-6">
        <title>Abgeleiteter Bedarf</title>
        <p>So resultiert aus der Anforderung der Durchführung von
Datenänderungen am integrierten Datenbestand in Szenarien
verteilter Verantwortlichkeiten der Bedarf an einem
Vorgehensmodell, welches es den Datenverantwortlichen, also
den ursprünglichen Urhebern und Verantwortungsträgern der
Daten aus den Quelldatenbeständen, ermöglicht, eine
Manipulation oder Aktualisierung der von ihnen verantworteten
Daten zu initiieren. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass
Datenverantwortliche selten über detaillierte Kenntnis der
Struktur des zugrunde liegenden Datenmodells und
Datenbankschemas des integrierten Datenbestandes verfügen, und
zudem nur in Ausnahmefällen in dessen Prozess der Erstellung
eingebunden waren.</p>
        <sec id="sec-2-6-1">
          <title>Abbildung 1: Bedarf an integrationsnachgelagertem</title>
        </sec>
        <sec id="sec-2-6-2">
          <title>Datenmanagement unter verteilten Verantwortlichkeiten</title>
          <p>Abbildung 1 zeigt ein beispielhaftes Szenario, in dem ein
Dienstleister die Inhalte dreier Datenquellen integriert und die
Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Der Urheber
der Datenquelle A identifiziert einen Datenmanipulationswunsch,
der erst integrationsnachgelagert an den Betreiber des integrierten
Datenbestandes übermittelt werden kann.</p>
        </sec>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>2. Problemstellung, Anforderungen und</title>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Lösungsansatz</title>
      <p>Motiviert aus den in Abschnitt 1 aufgezeigten Umständen lässt
sich folgende Problemstellung formulieren:</p>
      <sec id="sec-4-1">
        <title>Ist eine Delegation von Datenmanagement in Szenarien</title>
        <p>verteilter Verantwortlichkeiten unter Berücksichtigung von</p>
      </sec>
      <sec id="sec-4-2">
        <title>Nachvollziehbarkeit der Änderungen durch Einsatz eines generischen Vorgehensmodells möglich?</title>
        <p>Zur Beantwortung dieser Fragestellung besteht die
Grundidee des vorgestellten Ansatzes in der Schaffung eines
Vorgehensmodells, welches das Datenmanagement in Szenarien
verteilter Verantwortlichkeiten unter Berücksichtigung der
Historisierung der Dateninstanzen ermöglicht. Basierend auf den
in Abschnitt 1 dargestellten Beobachtungen und Umständen
werden verschiedene Anforderungen an das Vorgehensmodell
abgeleitet, die im Folgenden aufgelistet seien:
• Das Datenmanagement muss durch Datenurheber
initiierbar sein, da dieser die Datenmanagement-Bedarfe
identifiziert und deren Umsetzung fordert.
• Potentielle Datenmanipulationen müssen auch von
„NichtIT-Experten“ und insbesondere ohne Detailkenntnis der
Strukturen des zugrunde liegenden Datenbankschemas
möglich sein, da die Urheber der Datenquelle in der Regel
nicht über derartige Detailkenntnisse verfügen.
• Alle Datenmanipulationen, die durchgeführt werden,
müssen umfassend dokumentiert werden und zu späteren
Zeitpunkten nachvollziehbar sein, um ggf. auch
zurückgenommen werden zu können (Reversibilität).
• Das Vorgehensmodell soll weitestgehend generisch auf
beliebige, unterschiedliche relationale Datenbestände
anwendbar sein, um individuelle Entwicklungen für
verschiedene Datenbestände und damit verbundene
Redundanzen in der Umsetzung der Lösungen zu
vermeiden.
• Die Phasen des Vorgehensmodells sollen durch eine
Sammlung von Softwarewerkzeugen unterstützt umgesetzt
werden, um im Kontext eines realen Projektes im
Praxisbetrieb unter realistischen Bedingungen evaluiert
werden zu können.
• Aspekte struktureller Veränderungen der zugrunde
liegenden Datenbankschemata sollen bei Entwurf und
Umsetzung von Vorgehensmodell und unterstützender
Werkzeugsammlung berücksichtigt werden; damit die
jeweilige Umsetzung des Ansatzes hinsichtlich potentieller
Änderungen oder Erweiterungen des Datenschemas ohne
hohen Aufwand angepasst werden kann.
• Das Datenmanagement (insbesondere das Auffinden der
modellierenden Struktur sowie die Spezifikation der zu
manipulierenden Dateninstanz) muss auf Grundlage von
natürlichsprachlichen Beschreibungen der modellierten
Realwelt-Entitäten ermöglicht werden, da dem Urheber der
Daten in Szenarien verteilter Verantwortlichkeiten nur
diese, und nicht die Modellstruktur eines integrierten
Datenbestandes bekannt ist.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>3. Vorgehensmodell VD2M</title>
      <p>Zur Lösung der in Abschnitt 2 beschriebenen
Problemstellung wird das Vorgehensmodell VD2M
vorgeschlagen, welches die Delegation von
DatenmanagementAnforderungen in Szenarien verteilter Verantwortlichkeiten
ermöglicht, und dabei die in Abschnitt 2 formulierten
Anforderungen (z.B. die Gewährleistung von Nachvollziehbarkeit
und Reversibilität der Datenmanipulationen oder die
Anpassbarkeit an verschiedene Datenbestände oder an strukturelle
Änderungen des integrierten Datenbestandes unter Investition
möglichst geringer Aufwände) erfüllt.</p>
      <p>VD2M besteht aus zwei Gruppen von Phasen: initiale
Phasen und Phasen des Regelbetriebs. Die initialen Phasen
resultieren aus der Anforderung der einfachen Anpassbarkeit an
verschiedene Einsatzszenarien und sind einmalig für jeden
integrierten Datenbestand auszuführen, auf dem später
Datenmanagement-Schritte durchgeführt werden sollen (folgend
auch als „Anwendungsdatenbestand“ bezeichnet). Sie umfassen
alle Aktivitäten und Aufgaben, die zur einmaligen, initialen
Konfiguration der Werkzeuge anfallen. Als Ergebnis entsteht nach
Ausführung der initialen Phasen ein konfiguriertes System, auf
Basis dessen in den wiederkehrenden Phasen dann die
Datenmanagement-Aktivitäten auf dem Anwendungsdatenbestand
ausgeführt werden können.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>3.1 Initiale Phasen</title>
      <p>Im Rahmen der initialen Phasen bedarf es zunächst der
Erhebung einiger Metainformationen über den zu verwaltenden
Anwendungsdatenbestand, um:
• eine Historisierungsinfrastruktur zur automatisierten
Historisierung der zu manipulierenden Daten zum Zwecke
der Schaffung von Nachvollziehbarkeit und Reversibilität
sowie
• einen Suchindex zum Auffinden von Relationen und
Attributen im Datenmodell anhand von
natürlichsprachlicher Beschreibungen von
RealweltEntitäten
für einen spezifischen Anwendungsdatenbestand erzeugen zu
können. Folgende initiale Phasen 1-3 lassen sich identifizieren:
1.
2.</p>
      <p>Quellenanalyse: Erhebung von Metainformationen
aus Struktur und Inhalt des integrierten
Datenbestandes zur Vorbereitung der Generierung
von Suchindex und Historisierungs-Infrastruktur.</p>
      <p>Infrastruktur-Generierung: Automatisierte
Erzeugung der Infrastruktur zur Historisierung der
zu manipulierenden Daten auf Basis der in der
vorigen Phase generierten Informationen.</p>
      <p>Suchindex-Generierung: Semantische Indexierung
des integrierten Datenbestandes durch
teilautomatisiertes Vorgehen: automatisierte Analyse
der Struktur unter Extraktion der enthaltenen
Informationen (Attribut- und Relationennamen,
Kommentartexte, sonstige Informationen) und
Erzeugung eines Suchindexes auf Basis der
extrahierten Strukturinformationen, und manuelle
Anreicherung des Suchindexes durch Fachexperten
um Verschlagwortungen der im integrierten
Datenbestand abgebildeten Domäne, um eine
Stichwortsuche unter Nutzung von beschreibenden
Stichworten einer Realwelt-Entität zum Auffinden
des Speicherortes im Datenmodell zu ermöglichen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>3.2 Phasen des Regelbetriebs</title>
      <p>Neben den drei initialen Phasen, die nur einmalig zur
Anpassung an einen Anwendungsdatenbestand ausgeführt werden
müssen, sind wiederkehrende Phasen zu identifizieren. Sie
umfassen die zum eigentlichen Datenmanagement erforderlichen
Aktivitäten und Aufgaben und sollen den Prozess des
Datenmanagements umsetzen und dokumentieren. Zudem sind im
Falle von Änderungen am Anwendungsdatenbestand
Reorganisationsschritte erforderlich, um die Anpassungen, die am
Anwendungsdatenbestand durchgeführt wurden, auch zugrunde
liegende System zu propagieren. Folgende wiederkehrende
Phasen 4-6 können im Regelbetrieb identifiziert werden:</p>
      <p>Assistiertes Datenmanagement: Durchführung von
assistiertem Datenmanagement mitsamt
Historisierung von ursprünglichen Belegungen im
Anwendungsdatenbestand.</p>
      <p>Dokumentation: Dokumentation der durchgeführten
Schritte zum Datenmanagement
(Datenmanipulationen und Datenpflege) im
Anwendungsdatenbestand.</p>
      <p>Reorganisation: Erweiterung/Anpassung des
bestehenden Suchindexes an strukturelle
Änderungen im Anwendungsdatenbestand analog zu
den initialen Phasen, jedoch unter Erhalt manuell
hinzugefügter Informationen.</p>
      <p>Abbildung 2 zeigt zusammengefasst eine grafische
Darstellung der initialen und wiederkehrenden Phasen des
Vorgehensmodells in UML-Notation.</p>
      <sec id="sec-7-1">
        <title>Abbildung 2: Das Vorgehensmodell VD2M</title>
        <p>Durch das Durchlaufen der initialen Phasen erfolgt eine
Anpassung des zur Umsetzung des Vorgehensmodells
implementierten Systems an den integrierten Datenbestand. Die
Infrastruktur zur automatisierten Historisierung sowie der
Suchindex zur Abbildung der Realwelt-Entitäten auf die
modellierten Strukturen des integrierten Datenbestandes werden
im Rahmen der initialen Phasen auf Basis der individuellen
Eigenschaften des integrierten Datenbestandes erzeugt.</p>
        <p>In der Phase des assistierten Datenmanagements erfolgt
anschließend im Rahmen des Regelbetriebs eine automatisierte
Historisierung von Original-Belegungen der Daten. Zudem bietet
die Phase Unterstützung bei der Lokalisierung der modellierten
Strukturen im Anwendungsdatenbestand unter Nutzung des für
den Anwendungsdatenbestand spezifisch und individuell
erzeugten Suchindexes. Unter Nutzung von Historisierung der
Manipulationen und Dokumentation der durchgeführten Schritte
sind Nachvollziehbarkeit und Reversibilität der durchgeführten
Datenmanipulationsschritte gewährleistet.</p>
        <p>Für den Fall einer strukturellen Veränderung des integrierten
Datenbestandes bietet die Phase der Reorganisation die
Möglichkeit, unter Erhalt der bestehenden Informationen aus
Historisierungsinfrastruktur und Suchindex die Generierung eines
an die Strukturveränderungen angepassten Suchindexes und einer
angepassten Historisierungsinfrastruktur umzusetzen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>3.3 Evaluation</title>
      <p>Um die Eignung des vorgeschlagenen Vorgehensmodells
VD2M zu evaluieren, werden die Phasen des Vorgehensmodells
VD2M durch eine prototypisch implementierte
Werkzeugsammlung WD2M (Werkzeuge zur Delegation von
Datenmanagement) umgesetzt.</p>
      <p>Aufgaben, die von WD2M zu unterstützen sind, bestehen
zunächst in der Umsetzung der initialen Phasen zur Anpassung
des Systems, deren Kern in der strukturellen Analyse des zu
verwaltenden integrierten Datenbestandes besteht. Die dabei
akquirierten Informationen dienen zum einen dem Aufbau des
Suchindexes, in dem die Strukturen des Datenmodells um
semantische Realwelt-Information annotiert werden, damit der Ort
der Speicherung der gesuchten Information im Datenmodell (also
der modellierenden Relation sowie deren Attributen) anhand von
natürlichsprachlicher Stichwortsuche identifiziert werden kann.
Zum anderen dienen die Ergebnisse der strukturellen Analyse dem
Aufbau einer Historisierungsinfrastruktur, die die zeitbehaftete
Speicherung der zu manipulierenden Datentupel ermöglicht, um
Nahvollziehbarkeit und Reversibilität der Datenänderungen zu
gewährleisten.</p>
      <p>Auch die Schritte der wiederkehrenden Phasen von VD2M
sind durch WD2M zu unterstützen und umzusetzen. Die primäre
Aufgabe besteht in der Umsetzung des assistierten
Datenmanagements, welches mehrere Aufgaben umfasst:
• Identifikation des Ortes der Speicherung der zu
manipulierenden Information unter Nutzung des
Suchindexes (also das Auffinden der zu referenzierenden
Relation bzw. des darin enthaltenen Attributs, welches die
zu manipulierende Information modelliert).
• Spezifikation der zu manipulierenden Dateninstanz (also
des zu ändernden Tupels) anhand von
instanzbeschreibenden Informationen.
• Editierbare Anzeige der aktuellen Tupelbelegung für zuvor
spezifizierte Relation und Dateninstanz.
• Automatisierte Historisierung der ursprünglichen
Tupelbelegung und Annotation eines Zeitstempels zur
Schaffung von Nachvollziehbarkeit und Reversibilität der
Datenmanipulation.
• Validierung</p>
      <p>Datentupels.</p>
      <p>und</p>
      <p>Speicherung
des
manipulierten</p>
      <p>Weiter muss WD2M die Dokumentation aller benannten
Schritte, aller getätigten Eingaben sowie der Manipulationen des
Datenbestandes gewährleisten, um den eingangs benannten
Anforderungen nachkommen zu können. Schließlich muss die
Funktionalität zur Reorganisation von Suchindex und
Historisierungsinfrastruktur umgesetzt werden, damit auf
strukturelle Änderungen des zugrunde liegenden integrierten
Datenbestands reagiert werden kann, die im Laufe der Zeit vor
dem Hintergrund von Schemaevolution und Schemaversionierung
auftreten können.</p>
      <p>Die Evaluation der Werkzeuge wird im Kontext eines
Projektes im Umfeld des Gesundheitswesens erfolgen. Das
Projekt betreut einen integrierten Datenbestand, auf dem ein
WebPortal aufbaut, welches die Inhalte den Benutzern strukturiert
aufbereitet zur Einsicht zur Verfügung stellt. Die Quellen, aus
denen sich der integrierte Datenbestand speist, umfassen sowohl
strukturierte Informationen im XML-Format als auch Daten, die
per Web-Formular direkt über das angebundene Portal erhoben
werden. Im Projekt liegen dahingehend verteilte
Verantwortlichkeiten vor, als dass unterschiedliche Rollen,
Urheberschaften und Interessen in den Bereichen Quelleninhalte,
Betrieb des integrierten Datenbestandes sowie Darstellung der
Daten im Web-Portal identifiziert werden können.</p>
      <p>Der Einsatz von WD2M im Kontext des Projektes soll es
dem Betreiber des integrierten Datenbestandes ermöglichen,
integrationsnachgelagerte Datenmanagement-Anfragen auf Basis
natürlichsprachlicher Beschreibung der modellierten
RealweltEntitäten durchführen zu können. Durch die Vorgabe einer Menge
exemplarischer, unterschiedlicher Manipulationsanfragen kann im
Rahmen einer Studie erhoben werden, inwieweit die
vorgeschlagenen Konzepte des Vorgehensmodells und deren
Umsetzungen in Form der Werkzeuge WD2M zur Lösung der
Problemstellung beitragen, d.h. ganz konkret, welche Quote von
Anfragen unter Nutzung von VD2M/WD2M erfolgreich
bearbeitet werden kann.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>4. Zusammenfassung und Fazit</title>
      <p>In diesem Beitrag wurde ein Lösungsansatz für die Frage
vorgestellt, wie eine Delegation von Datenmanagement in
Szenarien verteilter Verantwortlichkeiten erfolgen kann. Zunächst
wurde der Bedarf an integrationsnachgelagerten
Datenmanagement-Schritten in Szenarien verteilter
Verantwortlichkeiten motiviert. Anschließend erfolgte die
Präzisierung der Problemstellung. Als Lösungsansatz wurde das
Vorgehensmodell VD2M vorgeschlagen, dessen Phasen und
Schritte vorgestellt wurden. Abschließend erfolgte die
Beschreibung eines Evaluationsszenarios, welches unter Einsatz
der prototypisch implementierten Werkzeugsammlung WD2M
quantitative und qualitative Aussagen über die Eignung des
Ansatzes ermöglicht.</p>
      <p>Durch den Einsatz des Vorgehensmodells VD2M ist die
Delegation von Datenmanagement in Szenarien verteilter
Verantwortlichkeiten unter Berücksichtigung der formulierten
Anforderungen, dass das Datenmanagement durch den
Datenurheber initiierbar ist und von Nicht-IT-Experten auf Basis
von natürlichsprachlicher Beschreibung von Realwelt-Entitäten
durchgeführt werden kann, möglich. Die durch VD2M/WD2M
durchgeführten Datenmanagement-Aktivitäten sind aufgrund der
automatisierten Historisierung der Originalbelegungen und der
Dokumentation des Gesamtprozesses vollständig nachvollziehbar
und reversibel. Weiter sieht das Vorgehensmodell strukturelle
Entwicklungen in Datenbeständen vor und kann entsprechend
angepasst werden. VD2M kann durch Umsetzung der initialen
Phasen weitestgehend generisch auf beliebige Datenbestände
angewandt werden.</p>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>5. Literatur</mixed-citation>
      </ref>
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            <surname>Bauer</surname>
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            <surname>Günzel</surname>
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          <article-title>Data Warehouse Systeme</article-title>
          . Architektur, Entwicklung, Anwendung.
          <source>Dpunkt Verlag. ISBN 3932588762.</source>
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