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        <article-title>Skalierbare Datenqualität in anwendungsspezifischen Szenarien</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Matthias Virgin</string-name>
          <email>matthias.virgin@dzne.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Tobias Umblia</string-name>
          <email>tu@informatik.unirostock.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Andreas Heuer</string-name>
          <email>heuer@informatik.uni-</email>
          <email>heuer@informatik.unirostock.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff2">2</xref>
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          <label>0</label>
          <institution>DZNE e.V. Bonn, Standort Rostock / Greifswald</institution>
          ,
          <addr-line>Gehlsheimer Str. 20, 18147 Rostock</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff1">
          <label>1</label>
          <institution>Universität Rostock, Institut für Informatik, Lehrstuhl für Datenbank und</institution>
          ,
          <addr-line>Informationssysteme, 18051 Rostock</addr-line>
        </aff>
        <aff id="aff2">
          <label>2</label>
          <institution>Universität Rostock, Institut für Informatik, Lehrstuhl für Datenbank und</institution>
          ,
          <addr-line>Informationssysteme, 18051 Rostock</addr-line>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2010</year>
      </pub-date>
      <abstract>
        <p>Konzepte der Datenqualitat haben sich neben vielen Disziplinen auch im Umfeld der Informationstechnologie etabliert und somit einen festen Platz in Aspekten der Entwicklung neuer Informationssysteme eingenommen. Das Vorhandensein vieler unterschiedlicher objektiver und subjektiver Anforderungen an die Qualitat von Daten zwingt den Entwickler mittlerweile dazu, einen immer gro eren Teil seiner Entwicklungszeit fur die Modellierung von Konzepten zur Qualitatserfullung zu verwenden. In diesem Beitrag wird eine erste Idee vorgestellt, um diesen Aufwand fruhzeitig zu verringern. Dazu wird zunachst eine Betrachtung der sicherheitsrelevanten Qualitatsfaktoren vorgenommen. Daraufhin erfolgt eine anwendungsspezi sche Einordnung der Qualitatskriterien in Gruppen ahnlicher Charakteristika mit anschlie ender Skalierung. Somit besteht die Moglichkeit einzelne Gruppen mit besonders hohen Qualitatsbedurfnissen zu identi zieren und zu behandeln. Ressourcen konnen dadurch von Anfang an schonender und auf bestimmte Qualitatskriterien hin gezielter eingesetzt werden.</p>
      </abstract>
      <kwd-group>
        <kwd>eol&gt;Datenqualitat</kwd>
        <kwd>Qualitatsbewertung</kwd>
        <kwd>Qualitatsmodell</kwd>
      </kwd-group>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Categories and Subject Descriptors</title>
      <p>H.1.1 [Systems and Information Theory]: Value of
information</p>
      <p>
        Datenqualitat ist somit ein unverzichtbarer Begleiter
jeglicher Informationssysteme. Ursprunglich und auch heute
noch hat das Konzept der Datenqualitat in der Integration
heterogener Datenbestande einen besonders hohen
Stellenwert. Aber naturlich sind auch fur jedes andere
Softwaresystem die Techniken zur Erhohung der Datenqualitat
einsetzbar und empfehlenswert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ]. Deshalb ist schon bei der
Planung von Softwaresystemen, unabhangig vom
Anwendungsszenario, darauf zu achten, dass von vornherein ein
verstarkter Blick auf die Datenqualitat gerichtet wird.
Qualitat bedeutet eine bestimmte Eignung fur einen Zweck. Das
hei t, dass fur jeden Zweck der Qualitatsbegri bzw. dessen
Auspragung neu bestimmt werden muss [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]. Damit wird
ausgesagt, dass jedes Anwendungsszenario einen anderen
Blickwinkel auf bestimmte Qualitatsaspekte von Daten besitzt.
Das bedeutet, dass jedes Szenario und dessen Zielsetzung
im Hinblick auf den Einsatz bestimmter Methoden und
Konzepte der Datenqualitat immer wieder neu diskutiert werden
muss. Diese Ma nahmen resultieren aus den verschiedenen
Anforderungen an die Datenqualitat, die in einem
besonderen Ma e betrachtet werden mussen. In der Literatur werden
zwar Vollstandigkeit, Fehlerfreiheit, Konsistenz und
Aktualitat als besonders wichtige Anforderungen beschrieben;
diese konnen aber in unterschiedlichen Anwendungsszenarien,
neben weiteren Anforderungen, verschieden wichtige
Stellungen einnehmen. Bei geogra schen Anwendungen ist es
z.B. die spezielle Anforderung an die Positionsgenauigkeit,
die einen sehr hohen Stellenwert besitzt, aber in kaum
einem anderen Anwendungsszenario wichtig ist [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ], oder auch
Forderungen nach referenzieller Integritat als
Qualitatsanforderung an relationale Datenbanken [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ].
ten eher applikations- oder kundenbezogene
Anspruchsniveaus (Soll-Wert) auf Anforderungen de niert werden, an
denen die Qualitat der Daten im laufenden Prozess beurteilt
werden kann [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ]. Somit kann es kein allgemeines
Qualitatsmodell fur Daten bei der Entwicklung von Softwaresystemen
geben. Deshalb stellen wir hier einen Losungsansatz vor, der
ein objektives Vorgehen de niert ohne die benotigten
dynamischen Aspekte einzelner Anwendungsszenarien zu
vernachlassigen.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2. STAND DER TECHNIK</title>
      <p>
        Eingangs wurde bereits die Moglichkeit einer Gruppierung
von Qualitatsdimensionen erwahnt. Diese Idee, als
Qualitatsmodell benannt, ist an sich nichts Neues. Um einen U
berblick uber vorhandene Modelle und deren Charakteristika zu
geben, fuhren wir anschlie end vier von ihnen an.
Mitte der 1990er Jahre wurde durch Wang und Strong eine
Befragung bei IT-Managern durchgefuhrt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ]. Diese sehr oft
zitierte Umfrage ergab als Ergebnis einen Umfang von 179
Anforderungen an die Qualitat von Daten. Von den Autoren
wurden anschlie end 15 Anforderungen ausgewahlt, die von
der Mehrzahl der Befragten genannt wurden.
      </p>
      <p>
        Ein Gro teil der heutigen Autoren geht von annahernd
diesen 15 grundlegenden, allgemeinen Anforderungen, den
sogenannten Qualitatsdimensionen, aus. Auch wenn diese in
diversen Publikationen oft syntaktisch unterschiedlich
erscheinen, ero net die Kurzerklarung meist einen
semantischen Zusammenhang. Die in Deutschland gebrauchlichen
Dimensionen1 wurden durch die Deutsche Gesellschaft fur
Informations- und Datenqualitat auf Grundlage von Robert
Wang [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] erstellt. Dabei wurden sie ins Deutsche ubersetzt
und mit festen De nitionen versehen. Ein Ziel dieser
Festlegung war, dass Dimensionen so ausgelegt werden, dass sie
zum einen uberschneidungsfrei sind und zum anderen
entweder einzeln oder in eindeutiger Kombination miteinander
verwendet werden konnen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ].
      </p>
      <p>Die Autoren au erten sich zusatzlich zu einer
Kategorisierung der Dimensionen nach bestimmten Merkmalen. Das
Ergebnis von Wang und Strong war eine erste
Zerlegungssemantik, die die Dimensionen in 4 Kategorien nach folgendem
Muster einordnete:</p>
      <p>
        Informationszugang (Systemzugang, Zugangssicherheit)
Informationszusammenhang (Relevanz, Zusatznutzen,
Aktualitat, Vollstandigkeit, Informationsumfang)
115 Qualitatsdimensionen: Zuganglichkeit, Angemessener
Umfang, Glaubwurdigkeit, Vollstandigkeit, U
bersichtlichkeit, Einheitliche Darstellung, Bearbeitbarkeit,
Fehlerfreiheit, Eindeutige Auslegbarkeit, Objektivitat, Relevanz,
Hohes Ansehen, Aktualitat, Verstandlichkeit, Wertschopfung
80% der befragten IT-Manager durch Wang hatten ebenfalls
diese Kategoriserung gewahlt [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10 ref9">9, 10</xref>
        ]. Diese erste
Systematisierung machte es moglich Datenqualitat auf einer
strukturierten Ebene zu behandeln, zu steuern, zu messen und
im Anschlu daran auch zu bewerten. Auf Grundlage
dieses Modelles sind viele weitere Modelle entstanden, die sich
in ihrer Zerlegungssemantik unterscheiden und somit auch
Unstimmigkeiten untereinander erzeugen. Es seien an dieser
Stelle noch 3 weitere Modelle genannt, die in der Literatur
erhohtes Interesse aufweisen.
      </p>
      <p>
        Ein Modell, dass direkt von Wang abgeleitet ist, ist das von
Felix Naumann (2002). Er veranderte die Kategorien (leicht,
nach eigenen Aussagen) und die Einordnung der
Dimensionen (teilweise anders benannt) und bemerkte zudem, dass
viele Kriterien immer noch sehr subjektiv gepragt seien und
eine feste De nition deshalb auch nicht sinnvoll erscheint [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ].
      </p>
      <p>Inhaltsbezogene Kriterien (Interpretierbarkeit,
Dokumentation, ...)</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Technische K. (Verfugbarkeit, Preis, ...)</title>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Intellektuelle K. (Glaubwurdigkeit, Reputation, ...)</title>
        <p>
          Instanzbezogene K. (Datenmenge, Verstandlichkeit, ...)
Allerdings, so Naumann, ist eine solche Liste nutzlich, um
fur bestimmte Anwendungen die relevante Teilmenge aus
den Kategorien festlegen zu konnen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ]. Es wird allerdings
nicht auf die Art und Weise bzw. auf die Vorgehensgrundlage
sowie auf die weiterfuhrende Zerlegungssemantik
eingegangen.
        </p>
        <p>Um noch einmal, wie in der Motivation schon einleitend
erwahnt, zu verdeutlichen, dass bestimmte Szenarien
neben den grundsatzlich wichtigen Dimensionen, wie z.B.
Vollstandigkeit und Fehlerfreiheit, auch anwendungsspezi sche
Dimensionen nutzen, um die Relevanz anwendungsspezi
scher Gegebenheiten auszudrucken, zeigt das
Qualitatsmodell nach Hinrichs (Figure 1).</p>
        <p>
          Hier nden sich in der rechten Kategorie die Dimensionen
Schlusseleindeutigkeit und Referenzielle Integritat, die
speziell auf relationale Datenbanken ausgerichtet sind. Bei der
Verbreitung relationaler Datenbanken ware der Einsatz
dieses Modells allerdings nach [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
          ] als legitim anzusehen.
Das letzte hier genannte Qualitatsmodell stellt das
Referenzmodell im deutschsprachigen Raum dar (Figure 2). Im Jahr
2007 uberarbeite die Deutsche Gesellschaft fur
Informationsund Datenqualitat (DGIQ) die von Robert Wang
ursprunglich 15 ermittelten Qualitatsdimensionen und ubersetzte sie
t"ign, anl\acinhs eDigeeuntesrchAeuusnsdagpea)ss[8te]. dDieieD4e Kniattioegnoernieann,
(deiiendheiuergenutzt wurden, sind von der Zerlegungssemantik her dem
ljtueewnmgeusinlbietgezeornsgteUuntnztzteurzsuDucaShryusstnteeglmlsug\ne,gg\e"ninusthnaadnred"nzztwuezgcuekoaIrnbdhhnaaenltt.\gi,Ag
"lszdouar"Nsstyuestl--zung\ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
          ].
        </p>
        <p>
          Die Anforderungen an die Qualitat von Daten stellen eine
Grundlage fur die Messbarkeit und Bewertung der Qualitat,
also der Eignung von Daten fur einen bestimmten Zweck,
dar. Die Messung und Bewertung von Qualitat ist immer
noch sehr stark subjektiv gepragt. Das wird belegt durch
generelle Aussagen wie: "Die Qualitat von Daten ist dann gut,
wenn Sie den Anforderungen an den Gebrauch der Daten
erfullen.\ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
          ] oder: "Die Qualitat der erhobenen Daten ist
abhangig von der Qualitat der Erhebung.\ [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
          ]. Die Qualitat
der Daten wird also immer an anderen Ma staben gemessen.
Durch diese, wie schon erwahnt, meist subjektiven
Bewertungen ist es erforderlich, zumindest eine objektive
Vorgehensweise zu de nieren, die die gesetzten
Qualitatsdimensionen nutzt und diese dynamisch auf verschiedene
Anwendungsszenarien anwendet. Die hier gezeigten
Qualitatsmodelle versuchen bzw. haben die einzelnen
Qualitatsdimensionen in Kategorien zusammengefasst, um den Umgang mit
ihnen zu erleichtern. Allerdings fallen 2 Aspekte auf:
1. Spezi sche Dimensionen Die Nutzung von
anwendungsspezi schen Dimensionen passt das
Qualitatsmodell fur diese bestimmte Anwendung an, macht es aber
gegenuber etablierten Modellen nicht vergleichbar.
Erfahrungswerte von vorhergehenden Modellen konnen
so nicht ubernommen werden.
2. Statische Modelle Die hier vorgestellten Modelle sind
alle sehr statisch aufgebaut. Anwendungsspezi sche
Szenarien konnen damit nicht exibel genug beschrieben
werden.
        </p>
        <p>Unser Ziel ist die exible Gruppierung durch vorhandene
und anerkannte Qualitatsdimensionen fur
anwendungsspezische Szenarien. Und dies so, dass gesammelte
Erfahrungswerte auf spater folgende Modelle mit ubernommen werden
konnen.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3. LÖSUNGSANSATZ</title>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>3.1 Rechtliche Anforderungen als Qualitätsdimension</title>
      <p>
        Einige Autoren ([
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref10">1, 10</xref>
        ] etc.) fuhrten innerhalb ihrer
Qualitatsdimensionen auch die der Sicherheit an. Grundlegend
kann man sagen, dass die Dimension der "Sicherheit\
inhaltlich zu einem gro en Teil aus Anforderungen an den
Datenschutz bestehen und somit auch rechtliche Vorgaben
widerspiegeln. Diese rechtlichen Vorgaben mussen erfullt
werden und konnen, wie spater in diesem Beitrag zu sehen,
zunachst nicht in ihrer Wichtigkeit skaliert werden.
Deshalb gehort unserer Meinung nach der rechtliche Teil der
Dimension Sicherheit auch nicht zur Datenqualitat.
Allerdings kann die Sicherheit auf Kundenwunsch hin uber den
Anforderungen von rechtlichen Vorgaben oder
leitlinienerstellenden Einrichtungen liegen. Wir sprechen hier von
einer U bererfullung von sicherheitsrelevanten Anforderungen,
die wiederum einen qualitativen Charakter besitzen. Dieser
Mehrwert kann in Zahlen, und somit skaliert, ausgedruckt
werden und durch den erhohten Schutz der Daten auch
indirekt die Qualitat anderer Dimensionen erhohen. Insofern
werden wir in weiterer Betrachtung Aspekte der Sicherheit
unabhangig der rechtlichen Anforderungen mit betrachten.
Ungeachtet dessen haben die DGIQ und Autoren
aktueller Publikationen die Sicherheit aus den
Qualitatsdimensionen und deren Umfeld komplett entfernt. Wie wir aber
im Stand der Technik festgestellt haben, sind diese
Modelle recht starr und un exibel gegenuber anwendungsspezi
schen Szenarien. Deswegen sind wir der Meinung, dass man
in gewissen Szenarien die Sicherheit als zusatzliche
Dimension mitbetrachten kann. Auch wenn die DGIQ die Sicherheit
als Dimension mit der Begrundung entfernt hat, dass sie
zwar zu einer Qualitatssteigerung der restlichen
Dimensionen fuhrt, aber als erschopfend bewertet angesehen werden
sollte [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ], musste man sie immer noch nebenher zu den
bestehenden Dimensionen mit betrachten und nicht ganzlich aus
dem Blickfeld dieser entfernen. Denn auch die Umsetzung
rechtlich relevanter Sicherheitsma nahmen muss auf seine
Qualitat hin uberpruft und bewertet werden.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>3.2 Anwendungsspezifische Gruppen</title>
      <p>
        In mehreren Arbeiten, wie auch in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ], wird davon
gesprochen, dass fur jede Anwendung die Qualitat neu bewertet
werden muss. Denn jedes Unternehmen und somit auch jedes
Anwendungsszenario ist anders, so dass die Datenqualitat
nach [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ] sinnvoll umgesetzt werden muss. Allerdings bleibt
es meist bei diesen Aussagen. Ein konkreter
weiterfuhrender Vorschlag ist unseres Erachtens nicht eindeutig zu
nden. Fur unseren Ansatz gehen wir nicht von einer strikten
anwendungsunabhangigen Einordnung der Dimensionen in
Kategorien aus, wie in den Qualitatsmodellen im Stand der
Technik gezeigt. Eher schlagen wir vor, je nach
Anwendungsszenario eigene Kategorien zu erzeugen und die
Dimensionen angepasst an das Projektvorhaben einzusortieren. Die
Zerlegungssemantik ist also hier sehr exibel angesetzt. Wir
nutzen dazu nur die 15 von der DGIQ vorgeschlagenen
Dimensionen, um eine gewisse Moglichkeit fur Vergleiche
beizubehalten. Eigens de nierte Dimensionen, wie in Hinrichs
Modell [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ], wollen wir vermeiden, damit begri ich auf einer
Ebene gearbeitet werden kann. So kann man aber z.B. eine
eigene Kategorie "Referenzielle Integritat\ erzeugen, die mit
bestimmten Qualitatsdimensionen durch Nutzer oder
Entwicklerwunschen befullt wird. Bei dieser sehr exiblen
Erstellung einer eigenen Zerlegungssemantik ist naturlich eine
sehr bewusste Auswahl der Qualitatsmerkmale und dessen
Einordnung in die Kategorien zu tre en. Durchaus kann es
dabei vorkommen, dass einige Dimensionen gar nicht
betrachtet werden, da sie fur das Vorhaben nicht relevant sind
oder durch andere Dimensionen mit abgedeckt werden. Auch
ist es durchaus denkbar, eine Qualitatsdimension mehreren
Gruppen zuzuordnen, je nachdem, ob mehrere Kategorien
ahnliche Qualitatsanforderungen besitzen.
      </p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Kategorie</title>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>DQ Dimensionen</title>
        <p>A
B
C
D
E
F
G</p>
        <p>In der Tabelle 1 haben wir exemplarisch die Dimensionen
in 7 Gruppen nach einer einfachen A hnlichkeit der
Begriffe der Dimensionen erstellt. Hier sind die Kategorien noch
mit Buchstaben benannt, eine sinnvolle Namensgebung auf
Grundlage bestimmter anwendungsszenarischer
Anforderungen oder Gebiete ist naturlich moglich und erwunscht.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>3.3 Skalierung</title>
      <p>Nachdem die Dimensionen in die selbst erstellten
Kategorien eingeordnet wurden, macht es Sinn, diese nach ihrer
Wichtigkeit zu skalieren. Dazu kann man ihnen mehr oder
weniger Punkte auf einer Skala zuordnen, um damit ihre
Bedeutung in Umfang, Wichtigkeit oder praferierter
Behandlung zu kennzeichnen. Eine exemplarische Skalierung haben
wir in Abbildung 3) gegeben. Hier haben wir verschiedene
globale Anwendungsbereiche de niert, die nach der
Aufteilung aus Tabelle 1 skaliert wurden. Alle genannten
Anwendungen haben die gleiche Aufteilung der Dimensionen in die
Kategorien erhalten. Denkbar ist naturlich auch die
individuelle Gruppenbildung bei den einzelnen Anwendungen.
Fur einen ubersichtlichen Vergleich und die allgemeine
Erlauterung unserer Idee ziehen wir diese Variante zunachst
vor.</p>
      <p>Die verschiedenen "System Layouts\ resultieren aus den
verschiedenen Anforderungen in dessen Anwendungsgebiete.
Gesetzgeber und Behorden (i) legen mehr Wert auf
Vollstandigkeit, Objektivitat und erhohte Sicherheit (Gruppen E, F &amp;
G). Die strengen Anforderungen fur die Zuganglichkeit und
Aktualitat sowie die Fehlerfreiheit (Gruppen A &amp; E) im
Bereich der Forschung (ii) oder der Einsatz in der alltaglichen
(Berufs-)Praxis (iii), bei der das Wichtigste eine einfache
Zuganglichkeit, Vollstandigkeit und Objektivitat (Gruppen A,
E &amp; F) sind, konnen ebenso abgebildet werden, wie die
klare Forderungen nach einer moglichst hohen Wertschopfung
(Gruppe C) aus Sicht des Management (iv) unter
verringerter Berucksichtigung aller anderen Gruppen.</p>
      <p>Die Gro e der umschlossenen Flache, die sich durch das
Verbinden der Punkte auf den Kategorieachsen gebildet hat,
kann ein erstes Indiz fur den mutma lichen
Implementationsaufwand darstellen, den die Umsetzung des Systems
verursachen wird, um allen Anforderungen an die Datenqualitat
aus der Betrachtung gerecht zu werden. Zudem wird aus der
gra schen Betrachtung ersichtlich, auf welche Bereiche sich
der Entwickler zuerst konzentrieren sollte, da dies ja einen
erhohten Arbeitsaufwand vermuten lasst.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>3.4 Entwickler- und Nutzersichten</title>
      <p>
        Nach [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ] und [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ] ist es zur Beschreibung und Bewertung
von Informations- bzw. Datenqualitat wichtig, die
Qualitat der Daten aus der Sicht der Nutzer zu ermitteln ( t
for use Konzept). Eine weitere Quelle [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ] legt der
Qualitatsbewertung ein Qualitatsmodell zugrunde, dessen
Subjekte (Nutzer), Pradikate (Anfrageverarbeitung) und
Objekte (Datenquelle) nur ganz bestimmte Qualitatskriterien
bewerten, und zwar diejenigen, die laut Autor in der
Anwendung, Anfrageverarbeitung oder Datenquelle vorliegen.
Es wird also uberwiegend vom Nutzer ausgegangen, der die
Qualitatsanspruche an die Daten vorgibt. Allerdings musste
unseres Erachtens nach auch der Entwickler, der das System
erstellt und eventuell auch unterhalt, bei der
Qualitatsbewertung nach unserem oben beschriebenen Vorgehen ma
geblich unterstutzend mitwirken. Das wurde in der Praxis
folgenderma en aussehen. Anwender und Nutzer fuhren die
ersten zwei Schritte gemeinsam aus, dabei sollte der
Entwickler durch seine Fachkompetenz die Richtung vorgeben.
1. Kategorien bilden Fur das anwendungsspezi sche
Szenario werden Kategorien gebildet, in denen die
Qualitatskriterien spater eingeordnet werden. Diese
Kategorien konnen bestimmte Qualitatsaspekte der
Anwendung namentlich darstellen.
2. Qualitatsdimensionen einfugen Die 15 festde
nierten Dimensionen werden nach den Spezi ka der
Anwendung in die Kategorien eingeordnet.
3. Skalierung der Kategorien Nutzer und Anwender
bewerten die Wichtigkeit der Kategorien nach ihrem
personlichen Verstandnis und ihrer Au assung
gegenuber der Wichtigkeit und Praferenz der Dimensionen
in den Kategorien.
4.
nPernobnluenmgeeigdeenneitnianzdieerregnehBaelitdeen"Swyesrtdeemn.LGayrooutes\Dkiof-nferenzen zwischen Nutzer- und Entwicklerbewertung
einzelner Kategorien identi zieren nochmalige Klarung
zum Bedarf und Einsatz bestimmter Konzepte zur
Qualitatsbehandlung der Daten.
      </p>
      <p>Durch ein derartiges Vorgehen kann bei der Planung bzw.
Anforderungsanalyse einer Anwendung in Hinblick auf den
Einsatz des Qualitatsmanagements mit seinen
Qualitatsdimensionen von vornherein eine anwendungsspezi sche
Abstimmung zwischen Nutzer und Entwickler erfolgen. Allen
Beteiligten kann dabei ein aussagekraftes Qualitatskonzept
in die Hand gegeben werden.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>4. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSS</title>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>FOLGERUNG</title>
      <p>
        In diesem Beitrag haben wir das Feld der Datenqualitat
aufgegri en und ein erstes theoretisches Konzept fur den
Umgang mit Qualitatsdimensionen vorgestellt. Das
generelle Ziel war es, Voraussetzungen fur eine hohe
Datenqualitat zu scha en, die fur ein anwendungsspezi sches
Szenario geeignet ist. Denn erst wenn die Funktionalitaten eines
Softwaresystems eine, vom Nutzer und Entwickler durch
Dimensionen spezi zierte, ausreichende Qualitat besitzen, ist
die Funktionsfahigkeit eines IT-Systems gewahrleistet [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ].
Hauptverursacher unzureichender Datenqualitat ist und bleibt
der Mensch. Deshalb war es wichtig, die von uns aus
ersichtlichen Unzulanglichkeiten anderer Qualitatsmodelle
aufzugreifen und sie zu behandeln. Dazu haben wir die
Dimension der Sicherheit als Konzept einer U bererfullung von
Sicherheitsbedurfnissen uber den rechtlichen Vorgaben hinaus
in unsere Betrachtungen mit einbezogen. Die Einordnung
von 15 fest de nierten Dimensionen in selbst erstellte
Kategorien, aus einem bestimmten Anwendungsszenario
heraus, erlaubt eine Wichtung dieser durch den Nutzer und
den Entwickler, um auf ein gemeinsames Qualitatslevel zu
gelangen. Damit konnen Methoden und Werkzeuge in der
Anforderungsanalyse bestimmt werden, die die Umsetzung
der ermittelten Qualitaten gewahrleisten konnen. Fur einen
spateren Soll-Ist-Vergleich konnen die Wichtungen ebenfalls
als Bewertungsgrundlage herangezogen werden.
      </p>
      <p>Die nachsten Schritte fur die Weiterentwicklung dieser Idee
sind zunachst z.B. die U berprufung, ob eine
Mehrfacheinordnung von Qualitatsdimensionen in spezielle Kategorien
sinnvoll ist. Auch fur die Benennung der Kategorien nach
den in jedem Anwendungsszenario unterschiedlichen
Anforderungen musste der Einsatz bestimmter Reglements
uberpruft werden. Um einfache anwendungsspezi sche
Kategorien zu nutzen, kann der Einsatz von globalen "System
Layouts\ (Szenario-Mustern) Abhilfe scha en. Auch fur die
Bewertung der Qualitat im Nachhinein, also im laufenden
Prozess, muss es sich zeigen ob der hier vorgestellte Ansatz dafur
ausreichend Informationen bietet. Und zum Schluss steht ein
genereller praktischer Einsatz noch aus.</p>
    </sec>
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