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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Fallbehandlung: Ein Neuer Ansatz zur Unterstützung Prozessorientierter Informationssysteme</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hilmar Schuschel</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <abstract>
        <p>Die Unterstützung von Anwendungsprozessen durch Informationssysteme ist für Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft von großem Interesse. WorkflowManagement-Systeme haben sich dabei in vielen Anwendungsgebieten als adäquat und hilfreich erwiesen. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl von Anwendungsszenarien, die in ihren Anforderungen bezüglich der Flexibilität der Prozessausführung, der Parallelität der Verarbeitung und dem Umgang mit Daten keine ausreichende Unterstützung durch Workflow-Management-Systeme finden. In diesem Beitrag wird das neuartige Konzept der Fallbehandlung (Case Handling) anhand der Anforderungen prozessorientierter Anwendungen motiviert, und seine zentralen Aspekte werden diskutiert. Fallbehandlung stellt keine Erweiterung der Konzepte des Workflow-Managements im Hinblick auf einzelne Aspekte - etwa Flexibilität - dar, sondern unterscheidet sich von diesem in den Grundlagen der Steuerung des Prozessablaufs und des Zugriffs auf Daten. Dadurch kann für eine Vielzahl von Anwendungen ein höheres Maß an Flexibilität und Parallelität bei der Ausführung erreicht werden.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>Workflow Management Systeme (WFMS) erlauben die Modellierung und kontrollierte
Ausführung von Anwendungsprozessen und stellen heute eine wesentliche Technologie
für prozessorientierte Anwendungssysteme dar [GHS95, LR00, SGJ +96, JB96]. Während
viele Anwendungsszenarien durch diese Systeme erfolgreich unterstützt werden können,
gibt es auch eine Reihe von Defiziten, die den Einsatz von WFMS in einigen wichtigen
Bereichen aufgrund mangelnder Flexibiltät und zu starrer Prozessstrukturen nicht
geeignet erscheinen lassen. Obwohl sowohl Fallbehandlung als auch Workflow-Management
auf die Unterstützung prozessorientierter Anwendungen abzielt, gibt es doch
fundamentale Unterschiede: Während bei Workflow-Management Aktivitäten und deren
Ausführungsreihenfolge eine zentrale Position einnehmen, sind dies bei der Fallbearbeitung
Daten. Der Ablauf eines Prozesses wird nicht durch eine feste, vordefinierte Reihenfolge
von Arbeitsschritten geregelt. Stattdessen werden lediglich die Abhängigkeiten zwischen
Arbeitsschritten und den jeweils relevanten Daten beschrieben. Die Reihenfolge der
Arbeitsschritte ist bei der Fallbehandlung aus diesem Grund lediglich das Resultat dieser
Abhängigkeiten. Wie nachfolgend motiviert wird, passen die zentralen Konzepte der
Fallbehandlung sehr gut zu prozessorientierten Organisationsformen, wo es nicht um eine
Zergliederung von Arbeit, sondern um eine Integration mehrerer Arbeitsschritte auf einen
Mitarbeiter geht.</p>
      <p>Als eines der zentralen Probleme klassischer Workflow-Technologie wird von einigen
Autoren die fehlende Flexibilität dieser Systeme angemahnt und entsprechende
Erweiterungen bestehender Workflow-Technologie vorgeschlagen [Nut96, RD98, WHKS98]. Dabei
werden jeweils recht komplexe Verfahren und Korrektheitskriterien entwickelt, die
flexiblere Ausführungen erlauben. Damit sind zusätzliche Verfahren und Techniken
erforderlich, um einen – zunächst stark strukturiert beschriebenen – Prozess a posteriori flexibel zu
gestalten. Im Unterschied zu diesen Ansätzen werden die Prozessstrukturen bei der
Fallbehandlung lediglich auf der Basis von Daten und damit weniger einschränkend definiert,
so dass zur Laufzeit keine zusätzlichen, flexibilisierenden Maßnahmen notwendig sind.
Dieser Beitrag ist wie folgt gegliedert: In Kapitel 2 werden anhand zentraler Aspekte der
Prozessorientierung Anforderungen an ein prozessunterstützendes Informationssystem
abgeleitet. Kapitel 3 gibt einen Überblick über die bestehenden Arten prozessunterstützender
Informationssysteme. In Kapitel 4 werden zwei wesentliche Konzepte der Fallbehandlung
vorgestellt. Dabei erfolgt jeweils eine Motivation vor dem Hintergrund des Business
Process Redesign und eine Abgrenzung von den entsprechenden Konzepten des
WorkflowManagement. Kapitel 5 fasst die Erkenntnisse zusammen und zeigt Grenzen und
Erweiterungsmöglichkeiten des Ansatzes auf.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Business Process Redesign</title>
      <p>Unter einem Prozess versteht man eine teilweise geordnete Menge von Arbeitsschritten,
die einen Mehrwert für ein Unternehmen schafft, etwa die Bearbeitung eines
Kreditantrages. Das Konzept der Arbeitsteilung sieht vor, dass nicht alle Arbeitsschritte eines
Prozesses von einer Person erledigt werden, sondern dass sich die Personen auf bestimmte
Arbeitsschritte spezialisieren. Es hat sich gezeigt, dass sich durch diese Spezialisierung eine
hohe Produktivitätssteigerung erreichen läßt. Ursprünglich für die industrielle
Produktion entwickelt, fand dieses Konzept immer breitere Anwendung in vielen Gebieten von
Wirtschaft und Verwaltung [HC93]. Diese Arbeitsteilung bringt allerdings auch
Nachteile mit sich. Hierzu gehören in erster Linie mangelnde Flexibilität, hohe Durchlaufzeiten
und fehlende Übersicht über den Prozessablauf. Diese Nachteile spielten lange Zeit
gegenüber dem Gewinn an Produktivität eine untergeordnete Rolle. In heutigen Märkten, in
denen das Angebot die Nachfrage übersteigt, hat sich diese Situation grundlegend
geändert. Die Kunden erwarten individuelle, flexible und zügige Lösungen für ihre Wünsche.
Bezogen sich bis dahin Optimierungsansätze in erster Linie isoliert auf die einzelnen
Arbeitsschritte, setzte sich nun die Erkenntnis durch, dass um eine wesentliche Verbesserung
der Flexibilität und Durchlaufzeit von Prozessen zu erreichen, sich die Betrachtung nicht
auf die einzelnen, funktionalen Einheiten beschränken darf, sondern auf den gesamten,
sie durchlaufenden Prozess ausgeweitet werden muss. Entsprechende Ansätze bezeichnet
man allgemein als Business Process Redesign [WWK94, Mal98].</p>
      <p>Das Ausmaß der propagierten Änderungen ist jedoch sehr unterschiedlich. Das Spektrum
reicht von evolutionären Ansätzen, die die Aufbauorganisation unverändert lassen und sich
auf die in diesem Rahmen möglichen Optimierungen beschränken, bis hin zu dem
radikalen Neudesign der kompletten Struktur einer Unternehmung, bei dem in nicht auf die
bestehende Organisationsform Rücksicht genommen wird. Bei dem evolutionären Ansatz
steht die schrittweise Optimierung des Prozessablaufs im Vordergrund. Im Rahmen der
bestehenden Aufbauorganisation wird der gesamte Prozess betrachtet und nach
Optimierungsmöglichkeiten gesucht; die Arbeitsteilung wird dabei im wesentlichen beibehalten.
Wesentliche Verbesserungen der Durchlaufzeit, der Flexibilität und der Qualität lassen
sich nur erreichen, wenn man die Organisation des Unternehmens grundlegend ändert
und die Bearbeitung eines Prozesses wieder in die Verantwortung einer Person legt. Ein
entsprechender Ansatz wurde unter der Bezeichnung Business Reengineering vorgestellt
[HC93] und diskutiert [Dav95, CJS94, JWA94]. Entgegen dem bisher vorgestellten
evolutionären Ansatz des Business Process Redesign ist das Business Reengineering eine
radikalere Variante, da es eine komplette Restrukturierung des gesamten Unternehmens
vorsieht. Zentrale Idee hierbei ist, die einzelnen Arbeitsschritte eines Prozesses wieder
zusammenzuführen und einer Person die Verantwortung für diesen Prozess zu geben. Der
Prozess durchläuft nicht mehr verschiedene Abteilungen und wird nicht von einer Person
zur nächsten weitergereicht, sondern soweit wie möglich von einer Person an einem Ort
bearbeitet. Hierzu benötigt sie als Generalist natürlich Fachwissen aus den
unterschiedlichen Bereichen, das die Voraussetzung für die Bearbeitung der Prozesse darstellt. Indem
die Arbeit nicht mehr von Person zu Person weitergereicht wird, entfallen die hierbei
auftretenden Verluste und Wartezeiten. Die Durchlaufzeit verkürzt sich dramatisch. Da eine
Person Überblick über den gesamten Prozess hat und für ihn verantwortlich ist, kann sie
prozessübergreifende Änderungen kontrollieren, flexibel auf Ausnahmesituationen
reagieren und die voraussichtliche, restliche Bearbeitungszeit bestimmen. Dies ist in arbeitsteilig
organisierten Unternehmen nur mit großem Aufwand möglich.</p>
      <p>Ein Generalist kann natürlich nicht auf jedem Gebiet die gleichen tiefen Kenntnisse
besitzen wie ein Spezialist. Deshalb wird er bei komplizierten Fällen auf die Mithilfe eines
Spezialisten zurückgreifen müssen. Jedoch behält er immer die Verantwortung und den
Überblick über den Prozess und kann einfach strukturierte Fälle sogar völlig
selbständig bearbeiten. Bei der arbeitsteiligen Organisation geht man davon aus, dass jeder Fall
potentiell kompliziert ist. Deshalb wird jeder Arbeitsschritt von einem Spezialisten
durchgeführt, der in der Lage ist, auch den kompliziertesten Fall zu bearbeiten. In der Praxis
hat sich jedoch häufig gezeigt, dass die große Mehrzahl der Fälle eher einfach strukturiert
ist und routinemäßig von einem Generalisten bearbeitet werden kann. Neben den beiden
Möglichkeiten, dass ein Generalist alle Schritte eines Prozesses allein ausführt, bzw. dass
alle Schritte an Spezialisten delegiert werden müssen, erscheint es sinnvoll für jede
Ausführung des Prozesses individuell zu entscheiden, welche Arbeitsschritte aufgrund ihrer
Komplexität an Spezialisten delegiert werden müssen und welche von dem
verantwortlichen Generalisten selbst ausgeführt werden können.
Legende:
Anforderungsprofil
Kundendaten</p>
      <p>Stückliste</p>
      <p>Workflow-Management-Systeme setzen, um eine Unterstützung anbieten zu können, eine
Modellierung der betroffenen Prozesse voraus. Dies geschieht in einem Workflow-Schema.
Die systeminternen Abbildungen der einzelnen Ausführungen eines Workflow-Schemas
bezeichnet man als Workflow-Instanzen. Mit dem Workflow-Schema wird dem WFMS
mitgeteilt, aus welchen Schritten sich der Prozess zusammensetzt, welche Kontroll- und
Datenflussbeziehungen zwischen diesen bestehen und welche Personen (durch Rollen
beschrieben) welche Schritte ausführen können.</p>
      <p>Zur Veranschaulichung wird an dieser Stelle der Prozess der Bearbeitung einer
Angebotsanfrage dargestellt. Der entsprechende Prozess ist als Workflow-Schema W1 in
Abbildung 1 dargestellt. Das Workflow-Schema basiert auf einer graphenbasierten
WorkflowSprache, die an die in [LR00] verwendete angelehnt ist. Bei einer Angebotsanfrage
beschreibt ein Kunde eine gewünschte Leistung und bittet ein Unternehmen um ein
Angebot. Der Prozess wird durch den Eingang der Angebotsanfrage im Unternehmen initiiert.
In Aktivität A1 werden die Kundendaten aufgenommen, aus der Leistungsbeschreibung
des Kunden ein Anforderungsprofil formuliert und dem Kunden der Eingang der Anfrage
bestätigt. Ist A1 abgeschlossen, können A2 und A4 ausgeführt werden. Durch den
Kontrollfluss wird sichergestellt, dass die von A2 und A4 benötigten Daten zum Zeitpunkt
ihrer Ausführung vorhanden sind. In A2 wird eine Kundenanalyse durchgeführt, die die
Bestimmung vereinbarter Rabatte, die Prüfung der Bonität, eine Bewertung der
strategischen Bedeutung des Kunden und, falls es sich um einen ausländischen Kunden handelt,
die Bestimmung der gültigen Exportbestimmungen für das betreffende Land umfasst. Alle
diese Ergebnisse sind Bestandteil der Kundenbewertung, die das Resultat dieser Aktivität
darstellt.</p>
      <p>In A4 wird für die Anforderung des Kunden eine technische Lösung erarbeitet, wobei
hierbei zur Vereinfachung nur die Stückliste als Ergebnis der Aktivität betrachtet wird. Diese
Stückliste dient in A5 der eigenen Kalkulation. Auf deren Basis und der
Kundenbewertung wird in A3 letztlich ein Angebot erstellt. Hierzu gehört die Festlegung des Preises
und die Formulierung eines Angebotstextes. Für unser Beispiel sollen des weiteren
folgende Randbedingungen gelten: Die Ausführungsdauer des Prozesses (Durchlaufzeit) ist
eine für das Unternehmen besonders kritische Größe und soll so klein wie möglich sein.
Aus diesem Grunde wird A2 nebenläufig zu A4 und A5 durchgeführt. Während A1 und
A3 stets von einem Generalisten ausgeführt werden können, kann bei A2, A4 und A5 in
komplizierten Fällen eine Übergabe an entsprechende Spezialisten notwendig sein.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Fallbehandlung – Abgrenzung und Motivation</title>
      <p>In diesem Kapitel wird die Fallbehandlung in ihren grundlegenden Konzepten vorgestellt:
die datenbasierte Prozesssteuerung und der Zugriff auf alle fallbezogenen Informationen.
Dabei erfolgt jeweils eine Motivation vor dem Hintergrund des Business Process Redesign
und eine Abgrenzung von den entsprechenden Konzepten des Workflow-Management.
Während beim Workflow-Management der Fokus auf der Modellierung von Aktivitäten
und dem Kontrollfluss zwischen diesen Aktivitäten liegt, stehen bei der Fallbehandlung
der Fall und die damit verbundenen Daten im Vordergrund. Die daraus resultierenden
Unterschiede betrachten wir in den folgenden Abschnitten im Detail und beurteilen ihre
Eignung in Bezug auf die Unterstützung prozessorientierter Organisationsformen.
4.1</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Datenbasierte Prozessteuerung</title>
        <p>Während beim Workflow-Management die Steuerung über den Kontrollfluss erfolgt,
besitzt die Fallbehandlung eine datenbasierte Steuerung. Die Entscheidung, ob eine
Aktivität ausgeführt werden kann, wird auf Basis der vorhandenen Datenobjekte, anstatt der
ausgeführten Aktivitäten getroffen. Analog zu einem Workflow-Schema wird bei der
Fallbehandlung ein Fall-Schema (Case Schema) definiert, auf dessen Basis ein
Fallbeabei</p>
        <p>D0
Angebotsanfrage</p>
        <p>D2
Kundenbewertung</p>
        <p>D5
Stückliste
tungssystem (Case Handling System) die Ausführung von Anwendungsprozessen
begleiten kann.</p>
        <p>In Abbildung 2 ist das Beispiel der Angebotsanfrage entsprechend der Fallbehandlung in
einem Fall-Schema dargestellt. Bei der Fallbehandlung werden einzelne Arbeitsschritte
als Aktivitäten modelliert, welche als Rechtecke dargestellt werden. Ein wesentlicher
Unterschied zu dem oben beschriebenen Workflow-Schema ist das Fehlen des
Kontrollflusses. Stattdessen besitzen Aktivitäten Beziehungen zu Datenobjekten. Datenobjekte
werden dabei oval dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Aktivitäten und den
Datenobjekten sind gerichtet. Ein Pfeil von einer Aktivität zu einem Datenobjekt bedeutet, dass
dieses Datenobjekt ein Ergebnis der Aktivität ist. Ein Pfeil von einem Datenobjekt zu
einer Aktivität bedeutet, dass ein Datenobjekt zur Durchführung einer Aktivität benötigt
wird. Dadurch können Datenabhängigkeiten zwischen Aktivitäten definiert werden: Zum
Beispiel benötigt A2 das Datenobjekt D1 zur Ausführung, denn eine Kundenanalyse kann
nicht durchgeführt werden, bis die notwendigen Informationen vorliegen. Beim
WorkflowManagement werden diese Datenabhängigkeiten über Kontrollfluss implementiert. Dabei
wird sichergestellt, dass A2 erst starten kann, wenn Aktivität A1 beendet wurde.
Diese streng sequenzielle Ausführung von A1 und A2 ist aber nicht notwendig und stellt
in diesem Fall eine allzu starke Einschränkung der zulässigen Ausführungen dar: Falls die
Kundendaten bereits zu Beginn der Ausführung von A1 aufgenommen werden, könnte A2
dann bereits ausgeführt werden, während Aktivität A1 noch aktiv ist! Bei der
Implementierung einer solchen Datenabhängigkeit über den Kontrollfluss findet somit eine unnötige
Sequenzialisierung der Aktivitäten statt, welche die Menge der gültigen Ausführungen
unnötig einschränkt. Diese Einschränkung umgeht die Fallbehandlung, indem der
Sachverhalt der Datenabhängigkeit unmittelbar im Fall-Schema modelliert wird. Hiermit wird
ein potentiell höherer Grad an Parallelität erreicht. Dabei stellt der Zeitraum von dem die
Kundendaten erfasst sind bis zum Abschluss von A1 genau den zeitlichen Vorteil dar,
den man durch eine datenbasierte Steuerung gewinnen kann. Besonders groß kann dieser
Zeitraum in unserem Beispiel dann werden, wenn eine vollständige Aufstellung des
Anforderungsprofils nicht möglich ist, weil die Beschreibung des Kunden unklar formuliert
ist. Ist hier eine Rückfrage erforderlich, kann sich der Abschluss von A1 stark verzögern.
Wie diese Beispiele zeigen, ermöglicht die direkte Modellierung der Datenabhängigkeiten
einen höheren Grad an Parallelität der Prozesse. Die damit einhergehende Verkürzung der
Durchlaufzeiten ist für viele Geschäftsprozesse von großer Bedeutung und ein zentrales
Ziel des Business Process Redesign [HC93].</p>
        <p>Es stellt sich nun die Frage, ob die Ablauflogik, wie sie hier als Fall-Behandlung dargestellt
wurde, nicht auch als Workflow modelliert werden kann. Beim Workflow-Management
erfolgt die Steuerung des Ablaufs über den Kontrollfluss. Dies bedeutet, dass die
Vorbedingung für den Start einer Nachfolgeaktivität immer die Beendigung einer
Vorgängeraktivität ist. Das entscheidende Kriterium ist also immer die Beendigung einer Aktivität
und nicht wie bei der Fallbehandlung die Existenz eines Datenobjekts. Ein Ansatz, die
Ablauflogik der Fallbehandlung in einem Workflow nachzustellen, ist somit die Eingabe
jedes steuernden Datenobjekts als Aktivität abzubilden. In Abbildung 3 ist das
WorkflowSchema W2 dargestellt, in dem A1 in mehrere Aktivitäten aufgespalten wurde. Es
existieren jetzt gesonderte Aktivitäten A6 und A7, die jeweils nur die Eingabe der Datenobjekte
D1 (Kundendaten) bzw. D3 (Anforderungsprofil) zum Gegenstand haben. Das
WorkflowSchema W2 entspricht dem Fall-Schema insofern, als dass A2 starten kann, sobald die
Kundendaten eingegeben wurden und A4 starten kann, sobald das Anforderungsprofil
eingegeben wurde. Bei dieser Modellierung besteht allerdings die Problematik, dass nicht
mehr sichergestellt ist, dass die Aktivitäten A6, A7 und A8 einer Instanz von der gleichen
Person ausgeführt werden, wie es entsprechend dem ursprünglichen Schema festgelegt
war. Soll dieser Zusammenhang bestehen bleiben, ist für das Workflow-Schema ein
neues Modellierungskonstrukt notwendig, das es erlaubt festzulegen, dass eine Menge von
Aktivitäten einer bestimmten Workflow-Instanz jeweils nur von einer Person durchgeführt
werden darf, so dass für diese Aktivitäten jeweils nur eine Rollenauflösung stattfindet. Mit
einem solchen Modellierungskonstrukt und der Modellierung jeder Eingabe eines
steuernden Datenobjekts als einzelne Aktivität ließe sich die Ablauflogik der Fallbehandlung in
diesem Beispiel nachbilden.</p>
        <p>Eine solche Modellierung erscheint jedoch im Vergleich zu der Modellierung in der
Fallbehandlung als recht umständlich. In der Fallbehandlung wird eine Datenabhängigkeit
zwischen zwei Aktivitäten direkt über Beziehungen zu dem betroffenen Datenobjekt zum
Ausdruck gebracht. Beim Workflow-Management hingegen wird die Konsistenz der
Ausführung bei Datenabhängigkeiten zwar über den Kontrollfluss sichergestellt, aber aus dem
Workflow-Schema ist nicht mehr direkt ersichtlich, welche Datenabhängigkeit der Grund
für diesen Kontrollfluss ist. Wie in dem Beispiel gezeigt wurde, kann es des weiteren durch</p>
        <p>A6
Kundendaten
erfassen</p>
        <p>A7
Anforderungen
erfassen</p>
        <p>A8
Anfrage
bestätigen</p>
        <p>Stückliste
die indirekte Modellierung der Datenabhängigkeiten über den Kontrollfluss dazu kommen,
dass ein Prozess in unnötiger Weise sequenzialisiert wird. Dieses kann ggf. zu größeren
Durchlaufzeiten des gesamten Prozesses führen.
4.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Zugriff auf alle fallbezogenen Informationen</title>
        <p>Bei dem Übergang von arbeitsteiligen zu prozessorientierten Organisationsformen ergibt
sich ein neues Berufsbild eines Mitarbeiters. An die Stelle des Spezialisten für ein
bestimmtes, klar abgegrenztes Aufgabengebiet tritt der Generalist. Er hat ein weitaus
breiteres Betätigungsfeld, das sich nicht mehr klar von dem der Spezialisten abgrenzen lässt.
Die Grenzen der Zuständigkeit können sich verwischen [HC93].</p>
        <p>Das Konzept eines Generalisten kann nur erfolgreich sein, wenn die entsprechenden
Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hierzu gehört insbesondere, dass ein Generalist
Zugriffsrechte auf alle Informationen besitzt, die er zur Bearbeitung eines Prozesses
potentiell benötigt. Während der Zugriff eines Spezialisten auf die für seine Tätigkeit
benötigten Informationen eingeschränkt werden kann, ist für einen Generalisten der Zugriff
auf alle, den Prozess betreffenden Informationen Voraussetzung für eine effektive
Arbeit. Workflow-Management-Systeme bieten zur Ausführung einer Aktivität immer nur
die zum Zeitpunkt der Modellierung als relevant erachteten Dokumente zur Bearbeitung
oder Einsichtnahme an. Diese Festlegung des Datenflusses ist Bestandteil des
WorkflowSchemas. Es ist zwar unter Umständen möglich, das System zu umgehen und auf anderen
Wegen an die gewünschten Informationen zu gelangen, jedoch ist dies nicht vorgesehen
und wird nicht unterstützt. Insofern spiegelt Workflow-Management im Umgang mit
Informationen die traditionelle Sicht der arbeitsteiligen Organisationsform wieder, in denen
der Mitarbeiter nur mit den für seine Aufgabe vorhersehbar notwendigen Informationen
versorgt wird. Dieses Vorgehen wird auch als Information Tunneling bezeichnet [AW01].
In dieser Denkweise hat der Arbeiter als Spezialist weder die Kompetenz noch den
Überblick, um weitere Informationen sinnvoll zu verwerten. Demgegenüber ist der freie
Zugriff auf alle Informationen, die mit der Bearbeitung eines Prozesses in Zusammenhang
stehen, charakteristisch für die Fallbehandlung. Bei der Fallbehandlung können
Datenobjekte auch vor und nach der Ausführung der im Fall-Schema dafür vorgesehenen Aktivität
eingegeben, modifiziert und gelesen werden. Beispielsweise ist im Fall-Schema das
Datenobjekt D5 als Ergebnis der Aktivität A4 dargestellt. Dies bedeutet, dass A4 erst beendet
werden darf, wenn D5 erzeugt wurde. Damit soll sichergestellt werden, dass alle für den
Prozessfortlauf notwendigen Daten erzeugt werden. Auf der anderen Seite bedeutet dies
nicht, dass auf D5 nur von A4 aus zugegriffen werden darf. Vielmehr kann auf D5
grundsätzlich von jeder Aktivität aus zugegriffen werden.</p>
        <p>Betrachten wir einen lesenden Zugriff. Die Existenz von D1 ist im Fall-Schema als
Voraussetzung für die Ausführung von A2 modelliert. Dies bedeutet, dass eine Kundenanalyse
ohne diese Information nicht durchgeführt werden kann. Es kann jedoch durchaus sinnvoll
sein, weitere Informationen bei der Analyse zu berücksichtigen. Handelt es sich zum
Beispiel um einen Kunden im Ausland, so werden bei der Kundenanalyse (A2) auch die für
ihn gültigen Exportbeschränkungen bestimmt. Existiert zu diesem Zeitpunkt die
Stückliste (D5) bereits, kann die Prüfung der Exportbeschränkungen auf die relevanten Positionen
beschränkt werden. Ist die Stückliste noch nicht verfügbar, müssen bei der
Kundenanalyse die vollständigen Exportbeschränkungen bestimmt werden und ein Abgleich mit der
Stückliste kann erst in A3 erfolgen. Wie dieses Beispiel zeigt, ermöglicht der freie Zugriff
auf alle den Fall betreffenden Informationen eine flexiblere und effektivere Arbeit.
Betrachten wir nun schreibende Zugriffe. Bei der Angebotsanfrage darf A1 erst beendet
werden, wenn D1 und D3 erzeugt wurden. Dies wird im Fall-Schema durch die Pfeile
von A1 zu D1 und D3 dargestellt. Optional können in A1 jedoch auch schon weitere
Datenobjekte angelegt werden. Existiert beispielsweise eine Datenbank schon bearbeiteter
Anforderungsprofile mit entsprechenden technischen Lösungen und gelingt es bereits bei
der Ausführung der Aktivität A1 ein zur aktuellen Anfrage äquivalentes
Anforderungsprofil zu finden, so kann direkt das Datenobjekt D5 (die Stückliste) erzeugt werden. Hierdurch
wird implizit auch A4 ausgeführt, und A5 steht zur Bearbeitung an. Es ist in dieser Instanz
somit keine Rollenauflösung für die A4 nötig – ein Weiterreichen von Arbeit wird
vermieden. Dies ist ein elementarer Gedanke des Business Reengineering. Ein Generalist, der
A1 ausführt, ist bei einfachen Fällen – dank seiner breiten Fachkenntnisse – in der Lage,
Arbeitsschritte zu übernehmen, die normalerweise von Spezialisten ausgeführt werden.
Im Extremfall kann dies bedeuten, dass der gesamte Prozess der Bearbeitung einer
Angebotsanfrage von einer Person durchgeführt wird. Die Fallbehandlung unterstützt dabei
in idealer Weise alle Fälle von Ausführungen, bei denen die Aktivitäten A2, A3 und A4
von Spezialisten ausgeführt werden müssen bis zu sehr einfach strukturierten Fällen die
ein Generalist allein bearbeiten kann.</p>
        <p>Die Fallbehandlung bietet auf Basis der Modellierung von Aktivitäten und der Zuordnung
von Rollen Unterstützung bei der Übergabe von Arbeit an Spezialisten über die
dynamische Rollenauflösung. Im Fall-Schema wird sichergestellt, dass beim Start dieser
Aktivitäten die notwendigen Daten vorhanden sind. Da Datenobjekte jedoch schon erzeugt werden</p>
        <p>Kundendaten, Selbstkosten</p>
        <p>Stückliste
können, bevor dies nach dem Fall-Schema zwingend notwendig ist, bleibt die Übergabe
der Arbeit optional. Diese Flexibilität der Ausführung besitzt das Workflow-Schema W1
nicht. Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob sich die Ausführung des Prozesses durch
eine Modifikation des Workflow-Schemas W1 in einer entsprechenden Weise
flexibilisieren läßt. In dem Beispiel soll nach Beendigung von Aktivität A1 je nachdem, ob das
Datenobjekt D5 existiert oder nicht, als nächstes die Aktivität A5 oder A4 ausgeführt werden.
Das bedeutet, es wird an dieser Stelle ein alternativer Kontrollfluss A1!A5 und der dem
Datenobjekt D5 entsprechende Datenfluss benötigt. Zu dem alternativen Kontrollfluss wird
eine Bedingung formuliert, die in Abhängigkeit davon, ob die Stückliste in Aktivität A1
eingegeben wurde, die passende Alternative bestimmt. Bei der Ausführung der
WorkflowInstanz wird diese Bedingung dann nach Beendigung von Aktivität A1 ausgewertet und
entsprechend dem Ergebnis Aktivität A4 oder A5 zur Ausführung freigegeben.
Um generell die Ablauflogik der Fallbehandlung in Bezug auf die variable Eingabe von
Datenobjekten nachzubilden, müssen derartige alternative Kontrollflüsse für alle
Möglichkeiten der Ausführung gebildet werden. Dies entspricht der transitiven Hülle der
Kontrollfluss-Beziehungen. Neben dem oben beschriebenen zusätzlichen Kontrollfluss A1!A5
gehören hierzu A4!A3 und A1!A3. Zu jedem alternativen Kontrollfluss gehört eine
Bedingung, die dann zur Laufzeit die Existenz des entsprechenden Datenobjekts prüft
und die passende nachfolgende Aktivität bestimmt. In Abbildung 4 ist das entsprechende
Workflow-Schema W3 dargestellt, in dem alle alternativen Kontrollflüsse und die
zugehörigen Datenflüsse abgebildet sind. Jedoch entspricht auch ein solches Workflow-Schema
noch nicht der Ausführungslogik des Fall-Schemas. Der frühste Zeitpunkt, an dem A5
entsprechend W3 gestartet werden kann, ist nach Beendigung von A1. In dem Fall-Schema
kann A5 gestartet werden, sobald die Stückliste (D5) eingegeben wurde. Hier sind wir
wieder bei den Überlegungen des vorhergehenden Kapitels. Es gilt nun die Konzepte zur
Nachbildung des Fall-Schemas als Workflow-Schema aus diesem und dem
vorhergehenden Kapitel zu verbinden. Ein Ansatz ist, W2 so zu erweitern, dass A1 aus W1 nicht nur in
drei Aktivitäten aufgeteilt wird, sondern in so viele, dass nicht nur die Eingabe von D1 und
D3 als eigenständige Aktivitäten abgebildet sind, sondern auch die Eingaben aller anderen
Datenobjekte. Diese Aktivitäten wären dann die Ausgangspunkte für die oben genannten
zusätzlichen, alternativen Kontrollflüsse. Bei dieser Art der Modellierung ergibt sich
jedoch das Problem, dass die Eingabe der Stückliste bei der Erfassung der Anfrage nicht
mehr optional ist.</p>
        <p>Zusammenfassend kann man sagen, das eine dem Fall-Schema entsprechende
Modellierung als Workflow-Schema in Ansätzen möglich ist, aber schnell hoch komplex und
unübersichtlich wird. Auf der anderen Seite ist für die Fallbehandlung mit ihrer
datenbasierten Prozesssteuerung eine unmittelbare und einfache Modellierung im Fall-Schema
kennzeichnend. Die datenbasierte Prozesssteuerung bietet zusammen mit der Möglichkeit
des Zugriffs auf alle fallbezogenen Informationen dazu ein hohe Flexibilität der
Ausführung und erfüllt damit insbesondere die Anforderungen eines prozessorientierten
Unternehmens.
5</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Zusammenfassung und Diskussion</title>
      <p>Fallbehandlung ermöglicht durch eine unmittelbare Modellierung von
Datenabhängigkeiten eine im Vergleich zu einem entsprechenden Workflow höhere Parallelität der
Prozessausführung. Zusammen mit dem freien Zugriff auf alle fallbezogenen Daten wird
des weiteren eine Flexibilisierung der Ausführung erreicht. Fallbehandlung ist besonders
zum Einsatz in prozessorientiert organisierten Unternehmen geeignet, in denen
wesentliche Teile der Prozessbearbeitung von Generalisten übernommen werden und Spezialisten
nur in Ausnahmesituationen zum Einsatz kommen. Demgegenüber entspricht
WorkflowManagement von der Konzeption eher dem evolutionären Ansatz des Business Process
Redesign, bei dem die strikte Arbeitsteilung beibehalten wird und in diesem Rahmen
Probleme wie etwa Weiterleitung von Arbeit und fehlende Übersicht angegangen werden.
Der freie Zugriff auf alle fallbezogenen Daten erfordert vor dem Hintergrund einer
potentiell parallelen Bearbeitung durch mehrere Personen Transaktionskonzepte, die dabei
die Datenkonsistenz sicherstellen. Hierbei ist eine genaue Abwägung zwischen der
Flexibilität der Prozessausführung und einer eventuell notwendigen Einschränkung der
ACIDEigenschaften von großer Bedeutung. Der grundsätzlich freie Zugriff auf Daten, den die
Fallbehandlung bietet, sollte über ein Rechtemanagement kontrollierbar sein. Beim
Workflow-Management werden Zugriffsrechte indirekt dadurch kontrolliert, dass nur über
bestimmte Aktivitäten auf Daten zugegriffen werden kann. Ein Bearbeiter muss das Recht
besitzen, die Aktivität auszuführen, um auf die entsprechenden Daten zugreifen zu
können. Die Verwaltung der Zugriffsrechte von Personen auf Daten findet also indirekt über
die Aktivitäten statt. Bei der Fallbehandlung kann bei der Bearbeitung einer Aktivität
prinzipiell auf alle Datenobjekte des Falls zugegriffen werden. Daher ist hier ein
Rechtemanagement notwendig, das direkt auf der Beziehung zwischen Bearbeiter und Datenobjekt
basiert.
[AW01]
[CJS94]
[Dav95]
[GHS95]
[HC93]
[JB96]
[JWA94]
[LR00]
[Mal98]
[Nut96]
[RD98]
[RK01]
[SGJ+96]</p>
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  </body>
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      <ref id="ref1">
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          <string-name>
            <given-names>Kai</given-names>
            <surname>Riemer</surname>
          </string-name>
          and
          <string-name>
            <given-names>Stefan</given-names>
            <surname>Klein</surname>
          </string-name>
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