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      <title-group>
        <article-title>Unterstützung dispositiver Prozesse durch prozessorientierte Business Intelligence</article-title>
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          <string-name>TU Chemnitz/Cenit AG</string-name>
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      <abstract>
        <p>Business Intelligence (BI) bezeichnet IT-Systeme und Prozesse zur systematischen Analyse von Unternehmen und ihres Wettbewerbsumfelds (Chamoni und Gluchowski 2004, S. 119). Dabei handelt es sich nicht um ein neues Konzept, sondern um eine Zusammenführung thematisch zusammenhängender Ansätze unter einen Begriff. BI umfasst sowohl technische Themen als auch eine Reihe von betriebswirtschaftlichen Konzepten (Humm und Wietek 2005, S. 4). Zielsetzung ist die zeitnahe und problemadäquate Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen an Entscheidungsträger (Chamoni 2003, S. 1). Nachteilig bei den bisherigen BI-Ansätzen ist die fehlende Verknüpfung von Daten und Unternehmensprozessen (Bucher und Dinter 2008, S. 167). Dabei hat die Fokussierung auf Prozesse in Wissenschaft und Praxis eine lange Tradition. Kaum ein Forschungsgebiet ist davon unberührt geblieben. In der Unternehmensführung ist die Prozessorientierung ein fundamentales Prinzip im Lean Management und im japanischen Kaizen (Bea und Göbel 2010, S. 355). Im Controlling wird die Prozesskostenrechnung als modernes Instrument des Kostenmanagements beworben (Ossadnik 2003, S. 123), und das Supply Chain Management erfordert eine übergreifende Abstimmung in der Wertschöpfungskette verbundener Unternehmen. Alle diese Ansätze betonen eine konsequente Prozessorientierung als wichtigen Beitrag für die Effektivität und Effizienz von Unternehmen. Hinderlich für eine Prozessunterstützung ist die Datenzentriertheit vieler BI-Ansätze. Bei datenzentrierten Anwendungen stehen das Sammeln, die Verarbeitung und die Weitergabe von Daten im Vordergrund. Workflows oder die Interaktion mit anderen Anwendungen werden nicht primär unterstützt. BI-Architekturen bestehen, vereinfacht ausgedrückt, aus einer integrierten Datenbasis (Data Warehouse) die von verschiedenen Anwendungen z.B. zur Planung oder Analyse genutzt wird. Die Nutzung einzelner Komponenten findet in der Regel losgelöst von den Prozessen statt. Die Ausnahme bilden spezielle Anwendungen die einen Prozess oder Teilprozess, beispielsweise den Managementzyklus der Balanced Scorecard, durchgängig unterstützen (BOC 2010, S. 3; Volitich 2008, S. 16).</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>1 Ausgangssituation</title>
      <p>
        Dieser Beitrag versucht Daten, BI-Funktionen und Prozesse in einem Ansatz zu
integrieren und diese Lücke zu schließen. Integration wird dabei als „Wiederherstellung eines
Ganzen“ (Wermke et al. 1990, S. 464) im Sinne einer durchgängigen Unterstützung bei
der Ausführung betriebswirtschaftlicher Prozesse oder Teilprozesse verstanden.
Abzugrenzen ist dieser Ansatz von Konzepten, die sich mit der Analyse, Überwachung und
Steuerung von Prozessen beschäftigen, z.B. Process Warehouse
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Becker und Chamoni
2008)</xref>
        .
2
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Motivation</title>
      <p>Die Vorteile einer Prozessorientierung in der Domäne Business Intelligence sollen an
einem Beispiel aus der Unternehmenspraxis (Amberg und Kaminski 2009) demonstriert
werden. Abbildung 1 beschreibt einen Teilprozess innerhalb eines Konzerncontrollings.1
Die Darstellung erfolgt dabei auf einer höheren Abstraktionsebene. Auf detaillierte
Prozessschritte wird aus Übersichtlichkeitsgründen verzichtet. Auslöser für den Prozess ist
die monatliche Bereitstellung von Finanzdaten in ein Data Warehouse (DWH). Die
dunkelgrauen Objekte bezeichnen Komponenten der BI-Architektur. Auf Grundlage eines
Standardberichts beurteilt das Controlling die wirtschaftliche Situation einzelner
Geschäftsfelder. Das Ergebnis dieser Analyse wird aufbereitet, kommentiert und per E-Mail
an weitere Prozessbeteiligte versendet. Auf Basis der Analysen und der Kommentierung
definiert das Management Maßnahmen und hinterlegt diese mit Kennzahlen. Die
Erfassung erfolgt über eine Textverarbeitung und wird zur Maßnahmenkontrolle an das
Controlling weitergeleitet. Die Maßnahmen müssen durch Kennzahlen im nächsten
Berichtszyklus dargestellt werden, was eine Anpassung des Standardberichtes durch das
Controlling erfordert.</p>
      <p>
        Der Managementprozess aus diesem Beispiel nutzt eine datenzentrierte BI-Architektur
mit einem zentralen Datenhaushalt, einer Analyse- und Reporting-Funktion. Während der
Prozessdurchführung werden weitere spezifische Funktionen benötigt, die sich erst aus
dem Anwendungskontext ergeben, in diesem Fall die Erfassung von Kommentaren und
Maßnahmen. Die Folge sind Medienbrüche, in dem ein Informationsobjekt
(Analyseergebnis) sein Medium (Analyseanwendung) wechselt um weiter verarbeitet (kommentiert)
zu werden. In Abbildung 1 entsteht dieser Bruch im Anschluss an das Ereignis „Analyse
beendet“, wenn Daten aus der Analyse-Anwendung in die Tabellenkalkulation exportiert
werden.
1 Für die Notation des Vorgangskettendiagramm (VDK) sei auf die ARIS-Standardliteratur verwiesen beispielsweise
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">Seidlmeier (2006)</xref>
        .
      </p>
      <p>Abbildung 1: Kennzahlenbasierte Steuerung
Medienbrüche können nicht nur zu Prozessineffizienzen führen, sie können auch
operationelle Risiken verursachen. Immer wenn eine Information aus einer Anwendung
extrahiert wird, um sie anzureichern oder um sie an Prozessbeteiligte weiterzuleiten, kann es
zur Beeinträchtigung der Datenqualität kommen. Datenqualitätsprobleme umfassen die
Relevanz und Korrektheit von Informationen. Schlimmstenfalls besteht die Gefahr
falscher Steuerungsimpulse durch das Management aufgrund einer gewollten oder
ungewollten Veränderung des Datenbestandes.</p>
      <p>In der Unternehmenspraxis lassen sich oftmals proprietäre Lösungen beobachten, die
diese Lücken schließen. Als Modifikation des obigen Beispiels wären Erfassungsmasken
denkbar, die sowohl Kommentare als auch Maßnahmen nach den speziellen
Anforderungen des Prozesses erfassen. Diese Anpassungen würden die BI-Architektur um
spezifische Funktionen erweitern. Genau genommen werden übergreifende BI-Funktionen
(Reporting und Analyse) mit spezifischen Prozessanforderungen zu einer Fachbereichslösung
verschmolzen. Medienbrüche können vorübergehend auf diesem Weg vermieden werden.
Nachteilig würde sich dieses Vorgehen auf die Agilität der BI-Lösungen auswirken.
BIAnwendungen unterliegen oftmals einer hohen Änderungsdynamik (Baars et al. 2010, S
1066). Proprietäre Entwicklungen hingegen haben in der Regel eine „fest verdrahtete“
Prozesslogik, die flexible Anpassungen nicht zulässt.</p>
      <p>Als weiterer Nachteil ist die fehlende Workflow-Unterstützung anzuführen. Die
Abstimmung zwischen den beteiligten Organisationseinheiten findet manuell statt. Das
Controlling informiert das Management per E-Mail über die Fertigstellung der
Analyseergebnisse. Denkbare wäre aber auch eine effizientere Abstimmung über Notification Services
oder elektronische Arbeitslisten zur Unterstützung der Abläufe. Eine automatische
Unterstützung würde in diesem Beispiel schon daran scheitern, dass keinerlei Daten über die
Prozesse (Status etc.) vorliegen, diese aber eine maßgebliche Voraussetzung wären.
Manuelle Abläufe können die Informationssicherheit beeinträchtigen. Werden
Prozessergebnisse, wie in diesem Beispiel, per E-Mail weitergeleitet, lassen sich nur schwer
Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen umsetzen. Gerade Finanzdienstleistungsinstitute
unterliegen strengen Regularien. Darunter fallen auch Aspekte der
Informationssicherheit, z.B. die versehentliche Weiterleitung von vertraulichen Informationen durch einen
falschen E-Mail-Empfänger.</p>
      <p>Durch einen prozessorientierten Ansatz kann der Ablauf aus Abbildung 1 durchgängig
unterstützt werden. Idealerweise würde eine Zielarchitektur die Anforderung nach einer
strikten Trennung von Funktion und Prozesslogik ebenso adressieren wie die
Bereitstellung von Daten über Workflows. Das Controlling kommentiert die Analysen direkt im
System und gibt die Ergebnisse für den nachfolgenden Teilprozess frei. Das Management
definiert Maßnahmen, Kennzahlen, Verantwortlichkeiten und hinterlegt diese mit
Terminen. Alle für den Gesamtprozess benötigten Informationsobjekte liegen in einem
standardisierten Format vor und können anwendungsübergreifend über entsprechende
Schnittstellen genutzt werden. Die Trennung von Funktion und Anwendungskontext hätte
darüber hinaus den Vorteil, dass flexibel auf Anpassungen der Prozesse reagiert werden kann.
Auch würde die Wiederverwendbarkeit von Funktionselementen in einem anderen
Kontext flexibler gestaltet werden können.</p>
      <p>Ein Teilgebiet der BI-Forschung, das die Prozessorientierung innerhalb von
BIArchitekturen propagiert, ist die prozessorientierte Business Intelligence. Unter diesem
Begriff werden alle Techniken und Verfahren zur Datenanalyse und
Informationsbereitstellung subsumiert, die Entscheidungsträger im Kontext unternehmerischer Prozesse
ohne Medienbrüche mit Informationen versorgen (Bucher und Dinter 2008, S. 170). Der
Fokus dieses Ansatzes liegt dabei auf der Prozessausführung und nicht etwa auf der
Analyse von Prozessen. Neben den bereits genannten Argumenten können noch weitere
Gründe für eine prozessorientierte BI angeführt werden:
Viele der in einem Data Warehouse vorhandenen Daten werden in Prozessen benötigt. Im
operativen Kontext gibt es zahlreiche Beispiele, in denen analytisch aufbereitete Daten in
Kundenprozessen, z.B. bei der Ermittlung von Cross-Selling-Potenzialen oder bei
Bonitätsprüfungen im Rahmen der Auftragsbearbeitung, benötigt werden. Idealerweise sollten
diese Informationen direkt in die Prozessausführung integriert werden.</p>
      <p>Darüber hinaus existieren indirekte Nutzeneffekte durch prozessorientierte BI. Eine
durchgängige Unterstützung der Arbeitsabläufe kann eine Verbesserung der
Mitarbeiterund Kundenzufriedenheit bewirken. Aufwendige Prüfroutinen und manuelle
Schnittstellen würden entfallen und die Effektivität der Prozesse steigern.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3 Problemstellung</title>
      <p>Das Tätigkeitsspektrum in Unternehmen lässt sich grob in operative und dispositive
Tätigkeiten unterteilen (Gutenberg 1983, S. 3). Die operativen Tätigkeiten umfassen alle mit
der Leistungserstellung oder mit finanziellen Aufgaben im Zusammenhang stehenden
Aktivitäten. Dispositive Tätigkeiten sind planender, steuernder und kontrollierender
Natur. Die Integration von BI und Prozessen ist in Abhängigkeit des Tätigkeitsspektrums an
unterschiedliche Voraussetzungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Workflowdaten
oder Prozesscharakteristika geknüpft. Dies soll an einem weiteren Beispiel in Abbildung
2 verdeutlicht werden.</p>
      <p>Abbildung 2: Entstehung von Daten und Informationen im DWH
Dargestellt werden ein Bestellprozess und eine Vertriebsanalyse. Die Verbindungspfeile
zeigen die Datenflüsse zwischen den Prozessen und den operativen und dispositiven
Datenquellen. Die Linienmuster unterscheiden zwischen der Erzeugung (gestrichelte Linie)
und der Nutzung (durchgängige Linie) der Daten. Bei einer Bestellung wird die
Kundenanfrage in Abhängigkeit des Ratings aus dem DWH bearbeitet. In einem monatlichen
Zyklus werden kundenbezogene Auftragsdaten im DWH bereitgestellt, die dann in einer
Vertriebsanalyse zu einem Kundenrating verdichtet werden. Das Ergebnis der Analyse
wird zurück in das DWH geladen und der Auftragsbearbeitung zur Verfügung gestellt.
Das Kernproblem auf dem Weg zur Umsetzung einer prozessorientierten BI-Architektur
ist die bereits erwähnte Datenzentriertheit. Daten über Prozesse liegen bisher kaum vor.
Damit stellt sich zunächst einmal die Frage, wie Daten über Workflows entweder aus
vorhandenen Systemen akquiriert oder anderweitig erzeugt werden können.
Unterscheiden lassen sich Daten über Prozesse bzw. über deren konkrete Ausprägung
(Prozessinstanzen).</p>
      <p>In Abbildung 2 wird aus beiden Prozessen ein Output erzeugt, mit dem Unterschied, dass
sich aus den Auftragsdaten Rückschlüsse auf den Bestellprozess erzielen lassen. Ein
Versand- oder Rechnungsdatum kann beispielsweise etwas über den Status eines Auftrages
aussagen. Genauer genommen beschreiben die Bewegungsdaten Prozessinstanzen, z.B.
die Bestellmenge des Auftrags 4711 vom 04.04.2009. Operative Daten hinterlassen in
gewisser Hinsicht Spuren ihrer zugehörigen Geschäftsprozesse, die dann rekonstruiert
und genutzt werden können. Eine analoge Betrachtung lässt sich bei dispositiven
Tätigkeiten kaum durchführen. Im Fall der Analyse wird als Prozessoutput ein Kundenrating
erzeugt. Diese Information lässt aber isoliert betrachtet keine Schlüsse über die
Entstehungsprozesse zu.</p>
      <p>Operative Systeme dienen in erster Linie der Abwicklung von Geschäftsprozessen.
Beispiele dafür sind Enterprise Resource Planning-Systeme (ERP). Darunter ist
Standardsoftware zu verstehen, die unternehmensweit die Abwicklung von Geschäftsprozessen
ermöglicht (Jacob 2008, S. 1 f.). Die Anwenderführung kann über ein User Interface
erfolgen, das entlang der betrieblichen Abläufe aufgebaut ist. Dispositive Systeme hingegen
übernehmen die Informationsversorgung des Managements und unterstützten dieses bei
seinen Entscheidungen (Humm und Wietek 2005, S. 1). Der Zugriff auf die
Informationen erfolgt funktionsbezogen (Planung, Reporting etc.) Für eine Prozessunterstützung
muss im Fall der Auftragsbearbeitung im Wesentlichen das Rating in die operativen
Systeme integriert werden, da der Geschäftsprozess bereits durch das ERP-System abgebildet
wird. Anders verhält es sich im Fall der dispositiven Prozesse. Während der
Vertriebsanalyse werden verschiedene Funktionen unterstützt, die für die Erstellung des Ergebnisses
benötigt werden. Der Prozess ist allerdings technisch an keiner Stelle im System
abgebildet.</p>
      <p>
        Neben den technischen Aspekten muss auch die Eignung einzelner Prozesse für eine
Systemunterstützung beantwortet werden. Ausgehend von dem Beispiel erscheint eine
erneute Unterscheidung der Prozesstypen sinnvoll. Es ist anzunehmen, dass ein Bestellprozess
immer nach dem gleichen Muster durchgeführt wird, d.h. aus den gleichen Teilprozessen
besteht. Ein Analyseprozess kann dahingehend eine gewisse Kreativität erfordern. Der
Weg zum Ergebnis könnte von Fall zu Fall variieren. Der Unterschied besteht in der
Strukturiertheit der Prozesse. Strukturiertheit ist immer dann gegeben, wenn der Weg
zum Endzustand eindeutig vorgezeichnet ist
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">(Schwickert und Fischer 1996, S. 11f.)</xref>
        .
Beispielsweise sind Managementprozesse tendenziell unstrukturierter als operative Prozesse,
welches die Möglichkeiten einer Automatisierung einschränkt (Bucher und Dinter 2008,
S. 170).
      </p>
      <p>Diese erste Betrachtung lässt vermuten, dass Daten, die durch operative Prozesse erzeugt
wurden, tendenziell mehr Informationen über ihre Instanzen preisgeben als dispositive
und die Systemumgebung, in der die Prozesse ausgeführt werden, unterschiedlichen
Gestaltungsprinzipen folgt. ERP Systeme sind prozessorientiert aufgebaut, klassische
BISysteme funktionsorientiert. Des Weiteren scheint der Unterstützungsgrad von den
Prozesscharakteristika abzuhängen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>4 Forschungsdesign</title>
      <p>Die Idee nach mehr Prozessunterstützung in der Domäne Business Intelligence wird
bereits seit einigen Jahren in Wissenschaft und Praxis diskutiert. Neben dem bereits
vorgestellten Ansatz zur prozessorientierten BI gibt es noch weitere Forschungsbemühungen,
die die Unterstützung von Prozessen thematisieren. Exemplarisch seien die Bereiche
„Operational Business Intelligence“ (Gluchowski et al. 2009, S. 9) und
„Prozessorientierte Informationslogistik“ (Bucher 2008, S. 108) genannt. Wenn auch mit abweichender
Definition, so ist das gemeinsame Ziel dieser Ansätze die zeitnahe Verknüpfung
analytischer Informationen und operativer Prozesse. Forschungsbemühungen zur Unterstützung
dispositiver Prozesse finden sich bisher kaum.</p>
      <p>
        Vor dem Hintergrund dieser Forschungslücke, dem beschriebenen Nutzen der
Prozessorientierung sowie den speziellen Merkmalen der Prozesstypen lassen sich die Ziele der
vorliegenden Arbeit in ein Erkenntnis- und ein Gestaltungsziel unterteilen. Ersteres
beschreibt den Wunsch nach dem Verständnis gegebener Sachverhalte
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref3">(Becker et al. 2003,
S. 11)</xref>
        und lässt sich im Kontext der Arbeit wie folgt formulieren:
      </p>
      <p>Es soll Verständnis darüber erlangt werden, welche dispositiven Prozesse bzw.
Teilprozesse sich für eine technische Unterstützung durch Business Intelligence
eignen und in welchem Maße heutige Bedarfe abgedeckt sind.</p>
      <p>Methodisch soll diese Erkenntnis durch Fallstudien aus der Unternehmenspraxis und
Experteninterviews erlangt werden.
„Gestaltungsziele betreffen die Gestaltung bzw. die Veränderung bestehender und damit
habens auf die Ergebnisse der erkenntniszielgeleiteten Forschung zurückgegriffen wird.</p>
      <p>Das Gestaltungsziel ist die durchgängige Unterstützung bei der
Prozessausführung dispositiver Prozesse bzw. Teilprozesse durch eine prozessorientierte
Business Intelligence.</p>
      <p>
        Die Grundposition, die dieser Arbeit zugrunde liegt, ist das
konstruktionswissenschaftliche Paradigma und zielt auf die Entwicklung und Evaluation von Artefakten in Form von
Konstrukten, Methoden, Modellen und Instanzen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">(Wilde und Hess 2007, S. 281; March
und Smith 1995, S. 256–258)</xref>
        . Ein Referenzmodell für eine prozessorientierte BI zur
Unterstützung dispositiver Prozesse soll innerhalb dieser Arbeit erreicht werden. Die
Evaluation des Gestaltungsziels soll durch eine prototypische Anwendung in der Praxis
sichergestellt werden. Ein Überblick über das Forschungsdesign liefert Abbildung 3 (in
Anlehnung an Riege und Bucher 2009, S. 75).
      </p>
      <p>Abbildung 3: Forschungsdesign</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>5 Literatur</title>
      <p>Amberg C, Kaminski M (2009) In Prozessen denken. BI-Spektrum 4(5):27-29.</p>
      <p>Baars H, Müller-Arnold T, Kemper H (2010) Ansätze für eine differenzierte Business
Intelligence Governance. Eine Konzeptentwicklung auf Basis einer Exploration. In:
Schumann M, Kolbe LM, Breitner MH, Frerichs A (Hrsg.) Tagungsband zur
Multikonferenz Wirtschaftsinformatik 2010, Göttingen.</p>
      <p>Bucher T (2008) Interaktionseffekte zwischen prozessorientierter Organisation und
Informationslogistik. In: Töpfer J (Hrsg.) Active Enterprise Intelligence.
Unternehmensweite Informationslogistik als Basis einer wertorientierten Unternehmenssteuerung.
Springer, Berlin.</p>
      <p>Bucher T, Dinter B (2008) Anwendungsfälle der Nutzung analytischer Informationen
im operativen Kontext. In: Bichler M, Hess T, Krcmar H, Lechner U, Matthes F, Picot A,
Speitkamp B, Wolf P (Hrsg.) Tagungsband zur Multikonferenz Wirtschaftsinformatik
2008. Gito, Berlin.</p>
      <p>Chamoni P (2003) Analytische Informationssysteme für das Controlling. Stand und
Entwicklungsperspektiven. In: Hess T (Hrsg.) Anwendungssysteme im Controlling.
Gabler, Wiesbaden.</p>
      <p>Chamoni P, Gluchowski P (2004) Integrationstrends bei
Business-IntelligenceSystemen. Empirische Untersuchung auf Basis des Business Intelligence Maturity Model.
Wirtschaftinformatik 46(2):119–128.</p>
      <p>Gluchowski P, Kemper H, Seufert A (2009) Innovative Prozess-Steuerung. Was ist
neu an Operational BI? BI-Spektrum 4(1):8–11.</p>
      <p>Gutenberg E (1983) Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Band 1: Die
Produktion. Springer, Berlin.</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Humm B, Wietek F (2005) Architektur von Data</title>
        <p>Intelligence Systemen. Informatik Spektrum 23(Feb.):3–14.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-2">
        <title>Warehouses und Business</title>
        <p>Jacob O (2008) ERP Value. Signifikante Vorteile mit ERP-Systemen. Springer,
Berlin.</p>
        <p>March ST, Smith GF (1995) Design and natural science research on information
technology. Decision Support Systems 15(4):251–266.</p>
      </sec>
      <sec id="sec-5-3">
        <title>Ossadnik W (2003) Controlling. Oldenbourg, München.</title>
        <p>Riege C, Bucher T (2009) Systematisierung von Evaluationsmethoden in der
gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatik. In: Becker J, Krcmar H, Niehaves B (Hrsg.)
Wissenschaftstheorie und gestaltungsorientierte Wirtschaftsinformatik. Physica-Verlag,
Heidelberg.</p>
      </sec>
    </sec>
  </body>
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