<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
<article xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <front>
    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Situation Awareness als Zielkonstrukt für das Requirements Engineering der Operational Business Intelligence</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Technische Universität Chemnitz</string-name>
        </contrib>
      </contrib-group>
      <fpage>45</fpage>
      <lpage>53</lpage>
      <abstract>
        <p>Die komplexitätsbedingte Zunahme der Ressourcen- und Kostenintensität innovativer BI-Lösungen hat die Sicherstellung einer anforderungsoptimalen Gestaltung von BISystemen zu einer der vordringlichsten Aufgaben in BI-Projekten werden lassen. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, Anforderungen zutreffend zu erheben und zu definieren. Hier besteht gerade im Kontext der operativen BI noch erheblicher Forschungsbedarf. Der vorliegende Beitrag stellt einen Ansatz vor, im interdisziplinären Brückenschlag das Konstrukt der Situation Awareness als ein Artefakt aus den Kognitionswissenschaften für das Requirements Engineering bei der Gestaltung von entscheidungsunterstützenden Informationssystemen in operativen Handlungskontexten nutzbar zu machen. Dabei wird ein Forschungsansatz skizziert, der eine Methode zur zielorientierten Anforderungsanalyse generieren soll. Dem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass für Handelnde in dynamischen, operativen Entscheidungssituationen der Zustand ihrer Situation Awareness der erfolgsbestimmende Faktor ist.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        Das primale Maß für den Erfolg eines Softwaresystems ist der Grad zu dem es den
Zweck erfüllt, für den es gedacht ist
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14">(Nuseibeh &amp; Easterbrook 2000)</xref>
        . Diese trivial
anmutende Aussage gilt auch und gerade im Kontext der Business Intelligence (BI).
Doch die Sicherstellung eines so definierten Erfolges für BI-Systeme, die oftmals
neuen, veränderlichen und konkurrierenden fachlichen und technischen
Anforderungen seitens verschiedener Stakeholder unterworfen sind
        <xref ref-type="bibr" rid="ref19">(Totok 2006)</xref>
        , ist alles
andere als trivial. Angesichts der aktuellen Tendenz BI-Technologie in die
Bearbeitung zeit- und geschäftskritischer operativer Geschäftsprozesse zu integrieren
(Marjanovic 2007), sind daher Methoden gefragt, die Projektverantwortliche bei der
Erhebung und Definition valider, zukunftssicherer Anforderungen für die Gestaltung
operativer BI-Lösungen (OpBI) unterstützen. Gerade in dynamischen, operativen
Geschäftsprozessen, in denen von Akteuren eine Fülle von Entscheidungen mit
niedriger Latenz (schnell) in kurzer Periode (häufig) verlangt wird, hat die
zielorientierte, aufgabenadäquate Definition der Anforderungen daher besondere Relevanz.
Bisherige Forschungsansätze zum Requirements Engineering (RE) im BI-Bereich
fokussieren überwiegend die klassischen, analytisch orientierten
Managementinformationssysteme
        <xref ref-type="bibr" rid="ref14 ref3">(Böhnlein &amp; Ulbrich-vom Ende 2000)</xref>
        oder klammern
prozessbezogene Betrachtungen prinzipiell aus
        <xref ref-type="bibr" rid="ref18">(Winter &amp; Strauch 2004)</xref>
        . Der vorliegende
Beitrag hingegen stellt einen Forschungsansatz vor, dessen Ziel in der Konstruktion
einer Methode liegt, die explizit auf analytische Informationssysteme im operativen
Kontext abstellt. Mit dem Konstrukt der Situation Awareness (SA) findet ein Artefakt
aus der Kognitionswissenschaft Anwendung, das sich als Maß und Zieldimension für
die Bewertung der Effektivität von IT-Lösungen zur Entscheidungsunterstützung im
operativen Kontext bewährt hat
        <xref ref-type="bibr" rid="ref16">(Schaub 2008)</xref>
        .
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>2 Forschungsfrage, Erkenntnisziel &amp; Methodik</title>
      <p>
        Unter den intensiver werdenden Wettbewerbsbedingungen ist es heute mehr denn
je erforderlich, eine große Menge an Signalen, Sensordaten, Nachrichten und
Informationen zu erfassen, zu integrieren, zu sortieren, zu speichern und aufzubereiten.
Dabei gilt es die Balance zwischen Information-„Overload“ und -„Underload“
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">(Endsley 2008)</xref>
        fein auszutarieren. Ein etabliertes Konstrukt zur Abschätzung des
Informationsbedarfs unter Berücksichtigung der
Informationsverarbeitungskapazität im Kontext hochdynamischer Entscheidungssituationen wird als Situation
Awareness bezeichnet
        <xref ref-type="bibr" rid="ref21">(Wickens 2008)</xref>
        . Entsprechend lautet die dem
Forschungsansatz zugrundliegende Frage wie folgt:
      </p>
      <p>Ist das Konstrukt der Situation Awareness zur Ableitung von
Gestaltungsempfehlungen für die Konstruktion von operativen BI-Systemen
geeignet und wenn ja, welche Anforderungen an die funktionale
Konstitution dieser Systeme lassen sich aus seiner Anwendung gewinnen?
Der Versuch der Beantwortung der Forschungsfrage beinhaltet das Potenzial zum
einen Erkenntnisse für die Gestaltung von OpBI-Systemen für die Praxis zu
generieren. Zum anderen können die aus Wissenschaft und Praxis stammenden Vorschläge
für die Konzeption von OpBI-Systemen auf ihre Fähigkeit untersucht werden,
inwiefern sie die Entscheidungsunterstützung im operativen Kontext verbessern. Neben
der Konstruktion einer Methode zur zielorientierten Informationsbedarfsanalyse für
operative Entscheidungssituationen, erscheint daher der Versuch lohnenswert, das
Konstrukt der SA als Vehikel für die Untersuchung von OpBI-Konzeptionen
einzusetzen. Das Erkenntnisziel der Forschungsarbeit lautet dementsprechend:</p>
      <p>Ziel ist die Ableitung einer Methode zur Situation
Awarenessorientierten Anforderungsanalyse zur Vorbereitung der Gestaltung von
Operational Business Intelligence-Systemen, die an Anwendungsfällen
validiert und in den Prozess der systematischen Konzeption von
BILösungen integriert ist.</p>
      <p>
        Nachdem das Ziel der Arbeit in der Konstruktion einer Methode besteht, liegt es
nahe, das gestaltungswissenschaftliche Paradigma zugrunde zu legen, dessen
Einsatz hinlänglich als Design Science Ansatz bekannt und beschrieben ist.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref15">Peffers et al.
(2008)</xref>
        stellen zur Operationalisierung des Design Paradigmas einen
Forschungsprozess vor, an dem sich Arbeit orientiert.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>3 Kontext der Forschungsarbeit (Related Work)</title>
      <p>3.1</p>
      <sec id="sec-3-1">
        <title>Konzeption der Operativen BI</title>
        <p>Innovative BI-Architekturen, die Entscheidungsunterstützung im operativen
Kontext – also während der Prozessausführung – realisieren sollen, firmieren derzeit
unter Begriffen wie</p>
        <sec id="sec-3-1-1">
          <title>Real-time BI (Azvine et al. 2006),</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-2">
          <title>Process-centric BI (Bucher et al. 2009),</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-3">
          <title>Situational BI (Löser, Hueske, &amp; Markl 2009),</title>
        </sec>
        <sec id="sec-3-1-4">
          <title>Event-driven BI (Neuhaus 2009, Linden et al. 2010),</title>
          <p>
            Operational BI
            <xref ref-type="bibr" rid="ref17 ref9">(Marjanovic 2007; Gluchowski et al 2009; Schiefer &amp;
Seufert 2010)</xref>
            .
          </p>
          <p>Im Vordergrund dieser Arbeiten stehen dabei regelmäßig Architekturblaupausen
und Vorschläge für die technische Realisierung entsprechender Anwendungen. Zur
Gestaltung innovativer BI-Architekturen für die Unterstützung operativer
Geschäftsprozesse steht damit eine Reihe von technisch orientierten Vorschlägen auf
infrastruktureller Ebene bereit.</p>
          <p>Die vorgeschlagenen Architekturen setzen zwar unterschiedliche inhaltliche
Schwerpunkte, haben schließlich jedoch als gemeinsames Ziel, Informationen aus
äußerst heterogenen Quellen (Situational BI), unter Einhaltung möglichst geringer
Latenzzeitengrenzen (Event-driven BI, Real-time BI), prozessbezogen
(Processcentric BI) zu erschließen, zu integrieren und aufgabenadäquat bereit zu stellen.
3.2</p>
        </sec>
      </sec>
      <sec id="sec-3-2">
        <title>Situation Awareness</title>
        <p>
          Abbildung 1: Endsleys Modell zur Situation Awareness in dynamischen
Entscheidungssituationen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">(Endsley 1995)</xref>
          In vielen Forschungsarbeiten und Experimenten zu Entscheidungsprozessen in
hochkompetitiven operativen Entscheidungssituationen, hat sich SA als dominanter
Erfolgsfaktor erwiesen
          <xref ref-type="bibr" rid="ref21">(Wickens 2008)</xref>
          . Das Konstrukt der SA beschreibt den
Zustand eines Akteurs bezüglich dreier, aufeinander aufbauender Zustände
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">(Endsley
1995)</xref>
          :
seine Wahrnehmung (Perception) der Elemente seiner
Handlungsumwelt, in einem bestimmten raum-zeitlichen Umfang (Level 1 SA);
sein Verständnis (Comprehension) der Bedeutung der Elemente, ihrer
Zustände und Interdependenzen für die eigene Situation (Level 2 SA);
seine Prognose (Projection) des Zustandes der Umweltelemente in der
nahen Zukunft (Level 3 SA).
        </p>
        <p>
          Abbildung 1 stellt ein von
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">Endsley (1995)</xref>
          beschriebenes Modell zum Verständnis
des Phänomens der SA dar. Es bettet die SA eines Akteurs in den Kontext der
Auswirkungen seines Entscheidungshandelns auf den Zustand der Umwelt ein. Die
Fähigkeit eines Akteurs zu Adaption seiner SA wird nach diesem Modell durch eine
Reihe von aufgaben- bzw. systemimmanente Faktoren einerseits und intrapersonale
Faktoren andererseits determiniert, die in
          <xref ref-type="bibr" rid="ref21">Wickens (2008)</xref>
          detailliert dargestellt
sind.
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>4 Integration der beschriebenen Forschungsfelder</title>
      <p>
        Aus Sicht der Kognitionswissenschaft muss das Ziel von BI-Systemen im operativen
betrieblichen Kontext in der Beförderung von SA in Entscheidern liegen. Grundlage
hierfür ist die Wahrnehmung aller relevanten Daten und Informationen der
Systemumwelt, der Systemelemente und ihrer Beziehungen innerhalb des relevanten
soziotechnischen (Teil-)Systems. Diese gilt es zu erfassen, zu integrieren, zu
harmonisieren, zu sortieren, zu filtern und zu visualisieren (Level 1 SA). Die besondere
Herausforderung hierbei liegt in der kontinuierlich steigenden Heterogenität der
Wahrnehmungselemente
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">(Kokar et al. 2009)</xref>
        . Sie umfassen so unterschiedliche
Datenelemente wie
      </p>
      <p>
        Daten aus historischen Data Warehouse Datenbeständen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">(Gluchowski et
al. 2009)</xref>
        ,
Echtzeit-Datenströme
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">(Gawlick &amp; Mishra 2008)</xref>
        wie z.B. Sensorfeeds
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">(Cuff, Hansen, &amp; Kang 2008)</xref>
        , speziell von RFID-Scannereinheiten
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">(Baars
&amp; Sun 2009)</xref>
        sowie
Nachrichten von Web Services und unstrukturierte
Informationsfragmente von Echtzeit-Kommunikationseinrichtungen (Instant Messaging,
Twitter).
      </p>
      <p>
        Die Dynamik operativer Entscheidungssituationen erfordert in der Regel eine
besonders zeitnahe Integration und Bereitstellung der für die Entscheidungsfindung
notwendigen Erkenntnisse
        <xref ref-type="bibr" rid="ref20">(Watson et al. 2006)</xref>
        . Von besonderer Bedeutung ist
hierbei die Tatsache, dass aktuelle Prozessablaufdaten nur im Kontext der
Prozesshistorie, also in Relation zu früheren Zustandsbeschreibungen Sinn erhalten
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">(Gluchowski et al. 2009)</xref>
        . Erst wenn diese Bedingung erfüllt ist, können Akteure die
jeweilige Situation verstehen und verfügen dann über Level 2 SA.
      </p>
      <p>In einem exemplarischen Call Center Szenario stiftet einem Disponenten die
Information, dass das Anrufvolumen (Anzahl eingehender Anrufe pro Minute) derzeit
eine gewisse Höhe relativ wenig Nutzen. Es sei denn, er hat auf Grund seiner
Erfahrung ausreichend Wissen um diese Information in den historischen und situativen
Kontext zu setzen. Weit größeren Mehrwert hat diese Information, wenn sie
eingebettet in den Tagesverlauf und im Vergleich zur Historie vergangener Tage
visualisiert wird. Damit lässt sich die Einsicht, dass momentan ein außergewöhnlich hohes
Anrufaufkommen vorliegt, im besten Fall sofort intuitiv erfassen. Entsprechend
kann der Disponent seine Mitarbeiter anhalten, die Gesprächsdauer temporär
möglichst kurz zu halten. Diese können beispielsweise die Anweisung erhalten, von
Kundenumfragen zur Servicezufriedenheit abzusehen bis das Aufkommen wieder
auf Normalmaß zurückgegangen ist.</p>
      <p>Doch auch wenn alle Bedingungen für das Verständnis der Systemumwelt erfüllt
sind, verfügt ein Akteur immer noch nicht über Level 3 SA. Hierzu sind
Möglichkeiten zur Prognose potenzieller Prozesszustände in der Zukunft erforderlich. Im
Kontext der BI stehen Werkzeuge und Techniken der statistischen Prozesskontrolle, des
Data Minings und der Simulation für diese Aufgaben zur Verfügung. Sie bieten
operativen Akteuren Unterstützung für die Analyse der Auswirkungen verschiedener
Handlungsalternativen auf ihre Systemumwelt. Die Herausforderung besteht hier
darin, dass in den hier relevanten niedrig-Latenzzeit-Szenarien, die Kompliziertheit
der Werkzeuge ein großes Hindernis für ihren effektiven Einsatz darstellt.
Entsprechend hohe Bedeutung muss bei der Gestaltung von OpBI-Lösungen der Ergonomie
der Benutzerschnittstelle beigemessen werden.</p>
      <p>Dem Disponenten im Beispiel würde es für sein Situationsverständnis erheblichen
Gewinn bringen, könnte es auf einem Display oder Dashboard Trends bezüglich der
Entwicklung des Anrufaufkommens frühzeitig antizipieren. Die benötigten
Informationen stammen in diesen Fall beispielsweise aus vordefinierten
Regressionsanalysen, die unter Einbeziehung verschiedener Umweltfaktoren (Jahres- und Tageszeit,
Berücksichtigung von Marketingaktionen) generiert und mittels Trendlinien
dargestellt werden. Weiterhin könnten auf dem Dashboard Kennzahlen als Ergebnis der
Berechnung von Optimierungsmodellen für das aktuell angemessene Verhältnis von
Anrufdauer, Anzahl aktiver Mitarbeiter und Anrufaufkommen vorgeschlagen
werden.</p>
      <p>Auf Basis vorstehender Ausführungen lässt sich OpBI funktional wie folgt
definieren: Operational Business Intelligence (OpBI) ist eine sozio-technische Funktion von
Organisationen, die der Unterstützung und Automatisierung zeitkritischer
Entscheidungen in betrieblichen Prozessen durch die zeitnahe und aufgabenorientierte
Bereitstellung situativ relevanter Erkenntnisse auf Basis der Integration interner
historischer, aktueller und prognostizierter prozessualer Ablaufdaten sowie prozessexterner
Kontextinformationen dient. OpBI unterstützt Entscheider in operativen betrieblichen
Prozessen darin, Informationen über relevante Systemelemente wahrzunehmen,
aktuelle Systemzustände zu verstehen und zukünftige zu antizipieren. Auf diese Weise
ermöglicht OpBI operativen Akteuren, proaktiv situationsadäquate Allokationen in
zeitkritischen, dynamischen Entscheidungssituationen vorzunehmen.
5</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Zusammenfassung und Ausblick</title>
      <p>
        Der Abriss des Forschungsansatzes kann im Rahmen dieses
Research-in-ProgressBeitrags etliche Punkte nur streifen. Festzuhalten bleibt, dass für die Konzeption
und Evaluation der OpBI die Perspektive der Kognitionswissenschaft, mit dem
Konstrukt der SA, ein ergiebiges Feld für Forschungsimpulse liefert. OpBI ist dann
nützlich, wenn sie Entscheider in operativen Handlungskontexten beim Aufbau ihrer SA
unterstützt. Dazu muss sie bestimmte Funktionen mitbringen, die technisch
anforderungsoptimal umgesetzt werden müssen. Mit dem SA-Ansatz liegt ein Konzept
vor, welches das Potenzial bietet, die erforderlichen Gestaltungsrichtlinien
abzuleiten und den Erfolg des Einsatzes von BI-Initiativen in operativen Kontexten zu
messen
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">(Endsley 2008)</xref>
        . Darüber hinaus sind auch für die bisher erfolglose Suche nach
einem Erfolgsmaß für konventionelle BI-Implementierungen entscheidende Impulse
zu erwarten.
      </p>
      <p>Es deutet sich an, dass sich aus der Konzeptualisierung der OpBI als Vehikel zur
Beförderung der SA in Entscheidern, klare Forderungen bezüglich der Konstitution
und Morphologie von OpBI-Systemen gewinnen lassen. Damit erschließt sich die
Möglichkeit, eine Präzisierung und Formalisierung der BI-Forschung im Hinblick auf
die definitorische Konkretisierung ihrer Begriffswelten vorzunehmen, die bisher v.a.
aus der Praxis übernommen wurden. Die Signifikanz des Forschungsansatzes muss
nun in weiteren Schritten konkretisiert, exemplifiziert und validiert werden. Die
Basis hierfür wurde durch die Aufarbeitung des Literaturbestandes bereits gelegt.</p>
      <p>
        Der nächste Schritt besteht nun in der detaillierten Beschreibung der Methode und
ihrer anschließend Demonstration mittels einer zielorientierten,
entscheidungszentrierten Modellierung anhand beispielhafter Anwendungsfälle, etwa aus dem
Produktions-
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">(Bucher et al. 2009)</xref>
        oder Logistikumfeld
        <xref ref-type="bibr" rid="ref11">(Linden et al. 2010)</xref>
        .
Die Aussicht auf eine theoretisch fundierte und wissenschaftlich gut gesicherte
Methode zur Evaluation von OpBI-Systemen ist in jedem Fall ein für die BI-Community
erstrebenswertes und lohnendes Ziel. Ein interdisziplinärer Forschungsansatz, wie
er im vorliegenden Beitrag skizziert wurde, scheint hier fruchtbare Impulse liefern
zu können.
6
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Literatur</title>
    </sec>
  </body>
  <back>
    <ref-list>
      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Azvine</surname>
            ,
            <given-names>B.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Cui</surname>
            ,
            <given-names>Z.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Nauck</surname>
            ,
            <given-names>D.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Majeed</surname>
            ,
            <given-names>B.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2006</year>
          ).
          <article-title>Real time business intelligence for the adaptive enterprise</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the eighth IEEE International Conference on Enterprise Computing</source>
          , E-Commerce, and
          <string-name>
            <surname>E-Services</surname>
          </string-name>
          (S.
          <fpage>29</fpage>
          -
          <lpage>40</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref2">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Baars</surname>
            ,
            <given-names>H.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Sun</surname>
            ,
            <given-names>X.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2009</year>
          ).
          <article-title>Multidimensional Analysis of RFID Data in Logistics</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the 42nd HICSS (S. 1-10).</source>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref3">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Böhnlein</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Ulbrich-vom Ende</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2000</year>
          ).
          <article-title>Business process oriented development of data warehouse structures</article-title>
          . In Jung, R. &amp;
          <string-name>
            <surname>Winter</surname>
            ,
            <given-names>R.</given-names>
          </string-name>
          (Hrsg.),
          <source>DW 2000 (S. 3- 21).</source>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref4">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Bucher</surname>
            ,
            <given-names>T.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Gericke</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Sigg</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2009</year>
          ).
          <article-title>Process-centric business intelligence</article-title>
          .
          <source>BPM Journal</source>
          ,
          <volume>15</volume>
          (
          <issue>3</issue>
          ),
          <fpage>408</fpage>
          -
          <lpage>429</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref5">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Cuff</surname>
            ,
            <given-names>D.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Hansen</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Kang</surname>
            ,
            <given-names>J.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>Urban sensing: out of the woods</article-title>
          .
          <source>Communications of the ACM</source>
          ,
          <volume>51</volume>
          (
          <issue>3</issue>
          ),
          <fpage>24</fpage>
          -
          <lpage>33</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref6">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Endsley</surname>
            ,
            <given-names>M. A.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>Situation Awareness: A Key Cognitive Factor in Effectivess of Battle Command. In A. Kott (Hrsg.), Battle of cognition: the future information-rich warfare and the mind of the commander (S</article-title>
          .
          <fpage>95</fpage>
          -
          <lpage>119</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref7">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Endsley</surname>
            ,
            <given-names>M. R.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>1995</year>
          )
          <article-title>Toward a theory of situation awareness in dynamic systems</article-title>
          .
          <source>Human Factors</source>
          ,
          <volume>37</volume>
          (
          <issue>1</issue>
          ),
          <fpage>32</fpage>
          -
          <lpage>64</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref8">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Gawlick</surname>
            ,
            <given-names>D.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Mishra</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>CEP: Functionality, Technology and Context</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the Second DEBS.</source>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref9">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Gluchowski</surname>
            ,
            <given-names>P.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Kemper</surname>
          </string-name>
          , H.-G.,
          <string-name>
            <surname>Seufert</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2009</year>
          ).
          <article-title>Innovative Prozess-Steuerung</article-title>
          .
          <source>BI Spektrum</source>
          ,
          <volume>4</volume>
          (
          <issue>1</issue>
          ),
          <fpage>8</fpage>
          -
          <lpage>12</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref10">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Kokar</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Matheus</surname>
            ,
            <given-names>C.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Baclawski</surname>
            ,
            <given-names>K.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2009</year>
          ).
          <article-title>Ontology-based situation awareness</article-title>
          .
          <source>Information Fusion</source>
          ,
          <volume>10</volume>
          (
          <issue>1</issue>
          ),
          <fpage>83</fpage>
          -
          <lpage>98</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref11">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Linden</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Neuhaus</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Kilimann</surname>
            ,
            <given-names>D.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Bley</surname>
            ,
            <given-names>T.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Chamoni</surname>
            ,
            <given-names>P.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2010</year>
          ).
          <article-title>EventDriven Business Intelligence Architecture for Real-Time Process Execution in Supply Chains</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the 13th BIS (S. 280-290).</source>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref12">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Löser</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Hueske</surname>
            ,
            <given-names>F.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Markl</surname>
            ,
            <given-names>V.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2009</year>
          ).
          <article-title>Situational business intelligence</article-title>
          . In M. Castellanos,
          <string-name>
            <given-names>U.</given-names>
            <surname>Dayal</surname>
          </string-name>
          &amp; T.
          <string-name>
            <surname>Sellis</surname>
          </string-name>
          (Hrsg.),
          <article-title>Business Intelligence for the Real-Time EnMarjanovic</article-title>
          ,
          <string-name>
            <surname>O.</surname>
          </string-name>
          (
          <year>2007</year>
          ).
          <article-title>The Next Stage of Operational Business Intelligence - Creating New Challenges for Business Process Management</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the 40th HICSS.</source>
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref13">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Neuhaus</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>Konzeption einer Referenzarchitektur für Operational Business Intelligence auf Basis einer ereignisgesteuerten, serviceorientierten Architektur</article-title>
          .
          <source>In FKBI 2009, GI Fachgruppe 5.8. CEUR Workshop Proceedings</source>
          , Vol.
          <volume>542</volume>
          (
          <issue>S</issue>
          .
          <fpage>1</fpage>
          -
          <lpage>13</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref14">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Nuseibeh</surname>
            ,
            <given-names>B.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Easterbrook</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2000</year>
          ).
          <article-title>Requirements engineering</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the ICSE '00 (S</source>
          .
          <fpage>35</fpage>
          -
          <lpage>46</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref15">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Peffers</surname>
            ,
            <given-names>K.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Tuunanen</surname>
            ,
            <given-names>T.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Rothenberger</surname>
          </string-name>
          , M. und
          <string-name>
            <surname>Chatterjee</surname>
            ,
            <given-names>S.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          )
          <article-title>A Design Science Research Methodology for Information Systems Research</article-title>
          .
          <source>Journal of Management Information Systems</source>
          ,
          <volume>24</volume>
          (
          <issue>3</issue>
          ),
          <fpage>45</fpage>
          -
          <lpage>77</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref16">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Schaub</surname>
            ,
            <given-names>H.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und „Situation Awareness“</article-title>
          . In P. Badke-Schaub,
          <string-name>
            <given-names>G.</given-names>
            <surname>Hofinger</surname>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>K.</surname>
          </string-name>
          <article-title>Lauche (Hrsg.) Human Factors: Psychologie sicheren Handelns in Risikobranchen (S</article-title>
          .
          <fpage>59</fpage>
          -
          <lpage>76</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref17">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Schiefer</surname>
            ,
            <given-names>J.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Seufert</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2010</year>
          ).
          <article-title>Towards a Service-Oriented Architecture for Operational BI - A Framework for Rule-Model Composition</article-title>
          .
          <source>In Tagungsband MKWI</source>
          <year>2010</year>
          (S.
          <fpage>1137</fpage>
          -
          <lpage>1149</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref18">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Winter</surname>
            ,
            <given-names>R.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Strauch</surname>
            ,
            <given-names>B.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2004</year>
          ).
          <article-title>Information requirements engineering for data warehouse systems</article-title>
          .
          <source>In Proceedings of the 2004 ACM symposium on Applied computing</source>
          (p.
          <fpage>1359</fpage>
          -
          <lpage>1365</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref19">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Totok</surname>
            ,
            <given-names>A.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2006</year>
          ).
          <article-title>Entwicklung einer Business-Intelligence-Strategie</article-title>
          . In P. Chamoni &amp; P. Gluchowski,
          <article-title>Analytische Informationssysteme (3</article-title>
          .
          <string-name>
            <surname>Aufl</surname>
          </string-name>
          ., S.
          <fpage>51</fpage>
          -
          <lpage>70</lpage>
          ).
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref20">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Watson</surname>
            ,
            <given-names>H.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Wixom</surname>
            ,
            <given-names>B.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Hoffer</surname>
            ,
            <given-names>J.</given-names>
          </string-name>
          ,
          <string-name>
            <surname>Anderson-Lehman</surname>
            ,
            <given-names>R.</given-names>
          </string-name>
          , &amp;
          <string-name>
            <surname>Reynolds</surname>
            ,
            <given-names>A. M.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2006</year>
          ).
          <article-title>Real-Time Business Intelligence: Best Practices at Continental Airlines</article-title>
          .
          <source>Information Systems Management</source>
          ,
          <volume>23</volume>
          (
          <issue>1</issue>
          ),
          <fpage>7</fpage>
          -
          <lpage>18</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
      <ref id="ref21">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Wickens</surname>
            ,
            <given-names>C.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2008</year>
          ).
          <article-title>Situation Awareness: Review of Mica Endsley's 1995 Articles on Situation Awareness Theory and Measurement</article-title>
          .
          <source>Human factors</source>
          ,
          <volume>50</volume>
          (
          <issue>3</issue>
          ),
          <fpage>397</fpage>
          -
          <lpage>403</lpage>
          .
        </mixed-citation>
      </ref>
    </ref-list>
  </back>
</article>