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        <article-title>Vier Jahre Software-Engineering- Projekte im Bachelor - ein Statusbericht</article-title>
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          <string-name>Stephan Kleuker</string-name>
          <email>s.kleuker@hs-osnabrueck.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hochschule Osnabrück Frank M. Thiesing</string-name>
          <email>f.thiesing@hs-osnabrueck.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hochschule Osnabrück</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Belbin</institution>
          ,
          <addr-line>M. (2010), Management Teams, 3. Auflage, Elsevier, Oxford</addr-line>
          ,
          <country country="UK">UK</country>
        </aff>
      </contrib-group>
      <pub-date>
        <year>2011</year>
      </pub-date>
      <fpage>1</fpage>
      <lpage>2</lpage>
      <abstract>
        <p>Software-Engineering-Projekte wurden als berufspraktische Ausbildungsinhalte als Lehrveranstaltung in viele Informatik-Bachelor-Studiengänge aufgenommen. Der Artikel fasst die Erfahrungen der Autoren bei der Organisation, der Durchführung und mit den Ergebnissen der Projekte aus den Anfangsjahren der Bachelor-Einführung an den Hochschulen RheinMain und Osnabrück zusammen. Es werden Erfolgsfaktoren und mögliche Verbesserungspotenziale herausgearbeitet.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Zusammenfassung</title>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Ausgangssituation</title>
      <p>Mit der Umstellung der Informatik-Studiengänge
auf Bachelor- und Masterabschlüsse wurden auch
die zugehörigen Studieninhalte neu strukturiert.
Generell enthalten alle
Bachelor-Informatikstudiengänge einen wesentlichen Kernanteil aus dem
Bereich Software-Engineering, beginnend mit der
Programmierausbildung, meist weitergeführt mit
objektorientierter Modellierung und Design. In
einige Studiengänge wurden neben Vorlesungen
zum Software-Engineering auch
SoftwareEngineering-Projekte mit in den Studienplan
aufgenommen. Dies war u. a. an der Hochschule
RheinMain und der Hochschule Osnabrück der
Fall, die jeweils eine Veranstaltung mit 10
Kreditpunkten (KP), aufgeteilt in eine begleitende
Vorlesung (3 KP) und ein von 6-10 Studierenden zu
bearbeitendes Projekt in ihren Lehrplänen
verankerten. Die ersten drei Veranstaltungen wurden
jeweils von den Autoren organisiert und
durchgeführt. Durch den Wechsel des ersten Autors besteht
somit die Möglichkeit, die Organisation, die Erfolge
und Verbesserungsmöglichkeiten der
Veranstaltungen aus einem inneren Blickwinkel heraus zu
vergleichen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Historie</title>
      <p>Softwarepraktika dienen in vielen
Informatikstudiengängen schon seit einiger Zeit zur Einübung
von Softwaretechniken. So liegen Erfahrungen in
der Anwendung objektorientierter Ideen in der
Grundausbildung Softwaretechnologie vor, die in
praxisnahen Projektsituationen erworben werden
(Demuth, Hußmann, Zschaler, Schmitz, 1999). Die
Bedeutung der Teamarbeit bei der Einbeziehung
von Projekten in die Ausbildung beschreiben auch
(Claus, Reissenberger, 1997). Weil die spezifischen
Techniken in der Softwaretechnik schnell veralten,
ist es wichtig, dass die Studierenden lernen, ihre
eigene Arbeitsweise immer wieder zu reflektieren
und in Praxisprojekten zu erproben (Lewerentz,
Rust, 2001). Dabei dient der
Softwareentwicklungsprozess als Lerngegenstand. Der Einsatz
neuer Medien in der Lehre ermöglicht derartige
Lehrformen, die stärker dem entdeckenden Lernen
und der Wissenskreierung verpflichtet sind als
traditionelle Lehrveranstaltungen (Kopka, Alfert,
2002).</p>
      <p>
        Hochschulabgängern von Ingenieurstudiengängen
fehlte häufig Projekterfahrung sowie Erfahrung mit
Teamarbeit. (Göhner, Bitsch, Mubarak, 2005)
beschreiben, wie Studenten in kleinen Teams im
Rahmen eines Fachpraktikums Softwaretechnik
lernen wie kleine Firmen einen Auftrag zur
Softwareentwicklung termingerecht zu bearbeiten.
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">(Stoyan, Glinz, 2005)</xref>
        weisen darauf hin, dass
gerade die wirksame Ausbildungsform Praktikum
eine besondere didaktische Herausforderung
darstellt. Zu den didaktischen Zielen gehören eine
hohe Motivation der Studierenden, eine wirksame
und individuelle Leistungskontrolle, Praxisbezug
sowie erfolgreicher Umgang mit unterschiedlichen
Vorkenntnissen.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Rahmenbedingungen</title>
      <p>Die Software-Engineering-Projektveranstaltung
findet an beiden Standorten jeweils nach Abschluss
der Programmierausbildung und Vorlesungen zum
Thema objektorientierte Analyse und Design im
vierten (HS RheinMain) und fünften (HS
Osnabrück) Semester statt. Innerhalb der begleitenden
Vorlesung werden ausgewählte Themen des
Software Engineering (u. a. Qualitätssicherung,
Versionsmanagement), eine Einführung in das
Projektmanagement und Grundlagen von
SoftSkills behandelt. Der Vorlesungsanteil wird
mündlich geprüft (30%), das Projekt davon getrennt
bewertet (70%).</p>
      <p>Während die Vorlesungen an beiden Hochschulen
für Lehrende gleich abgerechnet werden, können
an der HS RheinMain vier Stunden pro
Praktikumsgruppe, die typischerweise zwei
Projektgruppen umfasst, die das gleiche Thema bearbeiten, und
an der HS Osnabrück 0.25 Stunden pro
Studierenden im Projekt abgerechnet werden. An der HS
RheinMain wird die Stundenanzahl auf zwei
gesenkt.</p>
      <p>Die Findung von Projektthemen findet durch
wiederholte Aufrufe per E-Mail und persönlicher
Ansprache durch die Veranstalter der Vorlesung statt.
Während es an der HS RheinMain schwierig war,
mehrere Kollegen zu motivieren, herrscht an der
HS Osnabrück ein Überangebot, was auf der sehr
lebendigen Forschungslandschaft der Hochschule
beruht.</p>
      <p>Die Projekte selbst werden auf zwei- bis
vierseitigen Dokumenten beschrieben. Die den
Studierenden zugängliche Beschreibung wird meist durch
eine kurze Projektvorstellung innerhalb der
Vorlesung ergänzt. Danach können sich die
Studierenden ab einem bestimmten Zeitpunkt für Projekte
eintragen. Nach Abschluss der Eintragung werden
einvernehmlich für alle Beteiligten Lösungen für
Projekte gesucht, die zu wenig Teilnehmer (unter
sechs, in Ausnahmen unter vier) haben.</p>
      <p>Die eigentlichen Projekte können von beliebigen
Veranstaltern, typischerweise Hochschuldozenten,
durchgeführt werden und müssen nur als
Schwerpunkt eine Software-Entwicklungsaufgabe haben.
Das Projekt und die Vorlesung werden formal
möglichst voneinander getrennt, damit möglichst
viele Projektvorschläge eingehen, auch wenn die
Veranstalter die Vorlesung nicht kennen. Damit
zwischen den Projekten eine Vergleichbarkeit
entsteht, wurden für die Veranstalter
Rahmenbedingungen definiert, die auch für die Studierenden
einsehbar sind. Die Rahmenbedingungen (Kleuker,
Thiesing, 2010) enthalten im Wesentlichen folgende
Forderungen für den Projektveranstalter (PV):
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•</p>
      <p>Der PV muss sich seiner nicht einfach zu
verknüpfenden Rollen als Kunde, Berater,
Mediator und Bewerter im Klaren sein.</p>
      <p>Der Veranstalter muss für die Studierenden als
Ansprechpartner kurzfristig zur Verfügung
stehen.</p>
      <p>Die interne Projektorganisation soll den
Studierenden im Wesentlichen selbst überlassen
werden.</p>
      <p>Die Rahmentermine für mögliche
Zwischenabnahmen und die Endabnahme sollen
frühzeitig vereinbart werden.</p>
      <p>Die Endabnahme erfolgt mit einer
hochschulöffentlichen Präsentation, die um eine
Fragerunde und Vorführungen ergänzt werden.
Die typischen Ergebnisse eines
Entwicklungsprojekts, die Anforderungsanalyse, die
Systemspezifikation, das Programm und die
Systemtestspezifikation sollen am Ende vorliegen.
Der PV sollte sich im engen Zeitrahmen über
den Projektstand informieren und die
Entwicklung der einzelnen Studierenden im
Projekt kritisch beobachten.</p>
      <p>Die Hochschule stellt einen Server mit
Versionsmanagement (Subversion) zur Verfügung,
die Einrichtung und Nutzung weiterer
Werkzeuge muss die Projektgruppe planen. Der PV
hat vor der Veranstaltung die
Durchführbarkeit, z. B. das Vorhandensein benötigter
funktionierender Hardware, zu gewährleisten.</p>
      <p>Persönliche Probleme sollen zunächst
projektintern gelöst werden, dann steht der PV als
Mediator und erst zuletzt als Verantwortlicher
der Lehrveranstaltung zur Verfügung
Die Studierenden haben Stundenzettel zu
führen, auf denen die Dauer und das aktuell
bearbeitete Thema erfasst werden.</p>
      <p>Bei der Notenfindung wird die individuelle
Leistung unter Berücksichtigung des
Gesamtprojektergebnisses berücksichtigt. Der
Dozierende, der die begleitende Vorlesung
veranstaltet, kann beratend bei der Notenfindung
hinzugezogen werden.</p>
      <p>Zusätzlich wird an der HS Osnabrück als
Abschluss der Veranstaltung eine Projektmesse
durchgeführt, auf der alle Projekte kurz über ihre
Arbeiten vortragen, die Ergebnisse vorführen und
auf einem Poster zusammenfassen. Diese
Veranstaltung wird auch für jüngere Semester zur
Information durchgeführt, da teilweise die Möglichkeit
von Anschlussprojekten besteht.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Durchgeführte Projekte</title>
      <p>An der HS Osnabrück wurde ein relativ breites
Spektrum von Projekten angeboten und
durchgeführt. Es reichte von klassischen
Datenverwaltungsaufgabenstellungen mit Java und Access zur</p>
      <sec id="sec-5-1">
        <title>Seite 41 von 44</title>
        <p>Verwaltung von Mathematikaufgaben in Word,
über ein Thema zur komponentenbasierten
Software-Entwicklung in .NET, das in Zusammenarbeit
mit einem Kooperationsunternehmen durchgeführt
und von einer Exkursion flankiert wurde, weiter
über das Redesign eines Unternehmensplanspiels
mit MySQL, das von einem Kollegen der
Wirtschaftsinformatik betreut wurde, bis hin zur
Entwicklung eines autonom fahrenden Fahrzeugs zur
Teilnahme am Carolo-Cup, der von der TU
Braunschweig veranstaltet wird. Letzteres Thema wurde
im darauffolgenden Semester mit einem neuen
Team fortgesetzt.</p>
        <p>Einige Themen kamen speziell aus dem Bereich der
Medieninformatik, die in Osnabrück vom größten
Teil der Studenten studiert wird. Wieder andere
Themen griffen den Bereich der
Mobilkommunikation auf, wie zum Bespiel der "Android Context
Twitter", eine Anwendung auf Smart-Phones, mit
deren Hilfe ein Nutzer digitale virtuelle Notizen
oder ein digitales Graffiti hinterlegen kann.
An der HS RheinMain wurden hauptsächlich
Projekte durchgeführt, die in Java verteilte Systeme
realisierten, da durch eine Client-Server-Aufteilung
sich bereits sinnvolle Projektstrukturen andeuten.
Neben einer Spielesammlung wurden graphische
Editoren für ER-Diagramme und
Aktivitätsdiagramme entwickelt, an denen koordiniert
gleichzeitig mehrere Personen an Diagrammen arbeiten.
Ein Editor wurde nach Projektabschluss noch
weiter gepflegt und steht im Internet (ShUND, 2008)
zur Verfügung.</p>
        <p>Im Rahmen forschungsnaher Projekte wurden u. a.
ein Liederverwaltungssystem für einen iPod
entwickelt und eine Reimplementierung einer
numerischen Bibliothek durchgeführt.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-6">
      <title>Teilnehmer</title>
      <p>Als Einleitung zu Aspekten des Umgangs der
Projektteilnehmer miteinander wurde an beiden
Hochschulen eine Persönlichkeitsanalyse angelehnt an
Meredith Belbin (Belbin, 2010) durchgeführt. Die
Studierenden werden aufgefordert zu bestimmten
Rahmenbedingungen wie „Wie verhalte ich mich
mit anderen Leuten im Projekt?“ aus acht
Reaktionen, z. B. „Ich kann andere Leute beeinflussen ohne
Druck auszuüben.“ oder „Man kann sich auf meine
originellen Ideen verlassen.“, die auszuwählen, die
auf sie selbst zutreffen. Insgesamt sind zehn Punkte
auf die jeweils acht Reaktionen zu verteilen, wobei
möglichst eine klare Schwerpunktbildung (z. B.
6-31) erfolgen soll. Jede der acht Reaktionen steht für
eine bestimmte Art von Charaktertypen, die alle
positive wie negative Eigenschaften haben, so dass
die Studierenden eine Selbsteinschätzung erhalten.</p>
      <sec id="sec-6-1">
        <title>Seite 42 von 44</title>
        <p>Verkürzt dargestellt werden folgende Typen zur
Auswertung genutzt:
CW Company Worker: diszipliniert, zuverlässig,
setzt vorgegebene Aufgaben um; neuen Ideen
gegenüber kritisch
CH Chairman: dominant, extrovertiert, will externe
Ziele erreichen, bringt Teams zum Arbeiten; eher
nicht sehr kreativ
SH Shaper: dynamisch, vorantreibend, fordernd;
ungeduldig, reizbar
PL Plant: kreativ, unorthodox, löst komplexe
Probleme; introvertiert, wenig kritikfähig
RI Resource Investigator: extrovertiert,
kommunikativ, vermittelt Kontakte; lässt Ideen schnell
fallen, benötigt Impulse von außen
ME Monitor Evaluator: strategisch, wägt alle
Optinionen ab; braucht lange für Entschlüsse,
manchmal taktlos
TB Team Builder: kooperativ, diplomatisch, kann
zuhören; entscheidet ungern
CF Completer Finisher: ehrgeizig, sucht und
erkennt schnell Fehler, sehr zuverlässig; delegiert
ungern
Durch die Punkteverteilung sehen die
Studierenden, wo der Schwerpunkt ihres Typs liegt. Die
Ergebnisse durften freiwillig für eine statistische
Auswertung abgegeben werden, wobei für jeden
Studierenden zwei oder drei maßgebliche Typen
als Schwerpunkt herausgerechnet wurden. Der
Rücklauf lag zwischen 40% und 90%. Tabelle 1
zeigt die erhaltenen Ergebnisse, im Wintersemester
(W) 2009 wurde die Veranstaltung an der
Hochschule Osnabrück (OS) getrennt für die
Studiengänge Medieninformatik und Technische
Informatik angeboten.</p>
        <p>W 10 OS 65 18</p>
        <p>In Nachbesprechungen wurde herausgearbeitet,
dass meist Projekte sehr gut funktionieren, wenn
unterschiedliche Typen zusammenkommen, die
nach persönlichen Fähigkeiten eingesetzt werden.
Weiterhin wurde erkannt, dass das
Zusammentreffen extrovertierter, dominanter Typen besonderes
Konfliktpotenzial beinhaltet. In Diskussionen
wurde die berechtigte Erwartung formuliert, dass
mit der Zeit, durch persönliche und
Projekterfahrungen, aber auch Soft-Skills-Schulungen
Veränderungen der Typen möglich sind.</p>
        <p>Die Befragungen werden jeweils am Anfang der
Projektarbeiten erstellt und geben den
Studierenden die Möglichkeit das erhaltene Ergebnis kritisch
zu evaluieren und ggfls. in ersten Runden der
Teambildung zu nutzen. Weiterhin wurden im
Rahmen der Vorlesung die Chancen für
Unternehmen diskutiert, einfacher effiziente
Projektteams zu bilden, aber auch die Gefahren, wenn
Mitarbeiter einfach in Schachteln mit festen
möglichen Karrierewegen gesteckt werden,
angesprochen.</p>
        <p>Generell zeigt die Tabelle gewisse Tendenzen auf,
die sich bei Informatikstudierenden über die
Jahrgänge wiederholen. Die Evaluation der Werte kann
weitere soziologische Untersuchungen
ermöglichen, mit denen man den typischen
Durchschnittsstudierenden charakterisieren könnte, bzw. die
zumindest zur Entwicklung neuer zu evaluierender
Thesen führen können.</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-7">
      <title>Kritische Analyse</title>
      <p>An der HS Osnabrück zeigte sich insbesondere bei
den klassischen Projektaufgaben zur Entwicklung
einer vollständigen Applikation nach dem
3Schichten-Modell die konstruktive
Zusammenarbeit von Studierenden der Technischen und der
Medien-Informatik, die ihre jeweiligen
Schwerpunkte gewinnbringend in den Rollen im Backend
bzw. Frontend einbringen konnten. Die aufgrund
der Projektgröße von ca. einem halben
Personenjahr notwendige Aufgabenteilung mit der
Zuteilung verschiedener Rollen im SWE-Prozess führte
für viele Beteiligte zu dem gewünschten Lerneffekt,
die Notwendigkeit von Softskills praktisch zu
erfahren. Kommunikation, Organisation,
Präsentation und Führung wurden eingeübt. Die positiven
Evaluationen der
Software-Engineering-ProjektVeranstaltung, wobei die Studierenden besonders
positiv bewerten hier erstmals
Software-Entwicklung "im Großen" erfahren zu haben, sowie die
Rückmeldungen der Firmen, die im anschließenden
6. Semester die Bachelorarbeitsthemen vergeben
und bereits "projekterfahrene" Praktikanten
bekommen, bestätigen die Ausrichtung der
Veranstaltung in Richtung auf handlungsorientiertes
Lernen (Gudjons, 2008), (Meyer, 1987).
Ähnliche positive Erfahrungen wurden an der HS
RheinMain gemacht, als Besonderheit wurden
einige Projekte doppelt durchgeführt, was den
Vorteil der Vergleichbarkeit bringt. Neben dem meist
positiven Effekt, den eine nicht triviale von
Studierenden umgesetzte Software typischerweise hat,
kann man so auch Umsetzungsvarianten oder die
Auswahl optionaler Features kritischer beurteilen.
Da Projekte aber auch den ersten Kontakt von
Studierenden mit aktiven Forschungsarbeiten bringen
können und Präsentationen ähnlicher Arbeiten
Langeweile erzeugen, ist eine Projektvielfalt zu
bevorzugen.</p>
      <p>Kritisch wurde von Studierenden und Lehrenden
angemerkt, dass die eigentliche Zeit zur
Umsetzung der Projekte relativ knapp ist. Oftmals
wurden größere Anteile der vorlesungsfreien Zeit für
Projektaufgaben benötigt. Dies kann gerade am
Ende des Wintersemesters Probleme machen, wenn
das Sommersemester sich ohne Pause anschließt.
Die Veranstaltung macht damit deutlich, dass die
Frage nach dem realen Arbeitsaufwand hinter
einem KP weiter kritisch diskutiert werden muss.
Im Rahmen der Reakkreditierungen wurden an
beiden Hochschulen die Projektveranstaltungen in
identischer Form übernommen. Ein konsequenterer
Schritt zu weiteren größeren Projekten im Studium
zu anderen Themenschwerpunkten in Richtung
Projektstudium (Kjaerulff, 2009) wurde nicht
gemacht/gewagt, Projekte können aber als optionale
Form in Wahlpflichtveranstaltungen durchgeführt
werden. Dass in der begleitenden
Lehrveranstaltung Inhalte wie Projektplanung vermittelt werden,
die eigentlich zum Start des Projekts zum Einsatz
kommen, wurde zwar kontrovers diskutiert, aber
als kleines Problem gesehen. Ansätze, das Projekt
über zwei Semester zu verteilen und im ersten
Semester die Vorlesung und nur eine Analysephase
zu machen, so dass im zweiten Semester die
Umsetzung, ggfls. sogar in anderen Teams erfolgen
kann, wurden verworfen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-8">
      <title>Zusammenfassung</title>
      <p>Die Aufnahme von Software-Engineering-Projekten
in Lehrpläne von
Bachelor-Informatik-Studiengängen ist und bleibt ein wichtiger Beitrag das „reale
Leben zu simulieren“ und Studierende
Erfahrungen in der Teamarbeit sammeln zu lassen.
Um möglichst viele Dozenten zur Veranstaltung
von Projekten zu bewegen, ist ein großer
Freiheitsgrad notwendig, der durch elementare
Rahmenbedingungen eingegrenzt werden muss.</p>
      <p>Projekte geben Studierenden auch die Möglichkeit
mit aktuellen Forschungsthemen in Kontakt zu
kommen und bereiten so das Abschluss-Semester
mit der Bachelorarbeit vor. Eine weitere
Projektorientierung der Studiengänge in folgenden
Reakkreditierungen könnte die Qualität der Studiengänge
weiter erhöhen.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-9">
      <title>Literatur</title>
    </sec>
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      <ref id="ref1">
        <mixed-citation>
          <string-name>
            <surname>Stoyan</surname>
            ,
            <given-names>R.</given-names>
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          ,
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            <surname>Glinz</surname>
            ,
            <given-names>M.</given-names>
          </string-name>
          (
          <year>2005</year>
          ).
          <article-title>Methoden und Techniken zum Erreichen didaktischer Ziele in Software-Engineering-Praktika</article-title>
          . In: K.
          <string-name>
            <surname>-P. Löhr</surname>
            ,
            <given-names>H.</given-names>
          </string-name>
          <article-title>Lichter (Hrsg.): Software Engineering im Unterricht der Hochschulen</article-title>
          , SEUH-9
          <year>2005</year>
          . Heidelberg, dpunkt-Verlag.
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