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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><p>Software-Engineering-Projekte wurden als berufspraktische Ausbildungsinhalte als Lehrveranstaltung in viele Informatik-Bachelor-Studiengänge aufgenommen.</p><p>Der Artikel fasst die Erfahrungen der Autoren bei der Organisation, der Durchführung und mit den Ergebnissen der Projekte aus den Anfangsjahren der Bachelor-Einführung an den Hochschulen RheinMain und Osnabrück zusammen. Es werden Erfolgsfaktoren und mögliche Verbesserungspotenziale herausgearbeitet.</p></div>
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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Ausgangssituation</head><p>Mit der Umstellung der Informatik-Studiengänge auf Bachelor-und Masterabschlüsse wurden auch die zugehörigen Studieninhalte neu strukturiert. Generell enthalten alle Bachelor-Informatikstudiengänge einen wesentlichen Kernanteil aus dem Bereich Software-Engineering, beginnend mit der Programmierausbildung, meist weitergeführt mit objektorientierter Modellierung und Design. In einige Studiengänge wurden neben Vorlesungen zum Software-Engineering auch Software-Engineering-Projekte mit in den Studienplan aufgenommen. Dies war u. a. an der Hochschule RheinMain und der Hochschule Osnabrück der Fall, die jeweils eine Veranstaltung mit 10 Kreditpunkten (KP), aufgeteilt in eine begleitende Vorlesung (3 KP) und ein von 6-10 Studierenden zu bearbeitendes Projekt in ihren Lehrplänen verankerten. Die ersten drei Veranstaltungen wurden jeweils von den Autoren organisiert und durchgeführt. Durch den Wechsel des ersten Autors besteht somit die Möglichkeit, die Organisation, die Erfolge und Verbesserungsmöglichkeiten der Veranstaltungen aus einem inneren Blickwinkel heraus zu vergleichen.</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Historie</head><p>Softwarepraktika dienen in vielen Informatikstudiengängen schon seit einiger Zeit zur Einübung von Softwaretechniken. So liegen Erfahrungen in der Anwendung objektorientierter Ideen in der Grundausbildung Softwaretechnologie vor, die in praxisnahen Projektsituationen erworben werden <ref type="bibr" target="#b2">(Demuth, Hußmann, Zschaler, Schmitz, 1999)</ref>. Die Bedeutung der Teamarbeit bei der Einbeziehung von Projekten in die Ausbildung beschreiben auch <ref type="bibr" target="#b1">(Claus, Reissenberger, 1997)</ref>. Weil die spezifischen Techniken in der Softwaretechnik schnell veralten, ist es wichtig, dass die Studierenden lernen, ihre eigene Arbeitsweise immer wieder zu reflektieren und in Praxisprojekten zu erproben <ref type="bibr">(Lewerentz, Rust, 2001)</ref>. Dabei dient der Softwareentwicklungsprozess als Lerngegenstand. Der Einsatz neuer Medien in der Lehre ermöglicht derartige Lehrformen, die stärker dem entdeckenden Lernen und der Wissenskreierung verpflichtet sind als traditionelle Lehrveranstaltungen <ref type="bibr" target="#b6">(Kopka, Alfert, 2002)</ref>.</p><p>Hochschulabgängern von Ingenieurstudiengängen fehlte häufig Projekterfahrung sowie Erfahrung mit Teamarbeit. <ref type="bibr" target="#b3">(Göhner, Bitsch, Mubarak, 2005)</ref> beschreiben, wie Studenten in kleinen Teams im Rahmen eines Fachpraktikums Softwaretechnik lernen wie kleine Firmen einen Auftrag zur Softwareentwicklung termingerecht zu bearbeiten. <ref type="bibr" target="#b8">(Stoyan, Glinz, 2005)</ref>   Die eigentlichen Projekte können von beliebigen Veranstaltern, typischerweise Hochschuldozenten, durchgeführt werden und müssen nur als Schwerpunkt eine Software-Entwicklungsaufgabe haben.</p><p>Das Projekt und die Vorlesung werden formal möglichst voneinander getrennt, damit möglichst viele Projektvorschläge eingehen, auch wenn die Veranstalter die Vorlesung nicht kennen. Damit zwischen den Projekten eine Vergleichbarkeit entsteht, wurden für die Veranstalter Rahmenbedingungen definiert, die auch für die Studierenden einsehbar sind. Die Rahmenbedingungen <ref type="bibr" target="#b5">(Kleuker, Thiesing, 2010)</ref> enthalten im Wesentlichen folgende Forderungen für den Projektveranstalter (PV):</p><p>• Der PV muss sich seiner nicht einfach zu verknüpfenden Rollen als Kunde, Berater, Mediator und Bewerter im Klaren sein.</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>• Der Veranstalter muss für die Studierenden als</head><p>Ansprechpartner kurzfristig zur Verfügung stehen.</p><p>• Die interne Projektorganisation soll den Studierenden im Wesentlichen selbst überlassen werden.</p><p>• Die Rahmentermine für mögliche Zwischenabnahmen und die Endabnahme sollen frühzeitig vereinbart werden.</p><p>• Die Endabnahme erfolgt mit einer hochschulöffentlichen Präsentation, die um eine Fragerunde und Vorführungen ergänzt werden.</p><p>• Die typischen Ergebnisse eines Entwicklungsprojekts, die Anforderungsanalyse, die Systemspezifikation, das Programm und die Systemtestspezifikation sollen am Ende vorliegen.</p><p>• Der PV sollte sich im engen Zeitrahmen über den Projektstand informieren und die Entwicklung der einzelnen Studierenden im Projekt kritisch beobachten. </p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Teilnehmer</head><p>Als Einleitung zu Aspekten des Umgangs der Projektteilnehmer miteinander wurde an beiden Hochschulen eine Persönlichkeitsanalyse angelehnt an Meredith Belbin <ref type="bibr" target="#b0">(Belbin, 2010)</ref>  Veranstaltung, wobei die Studierenden besonders positiv bewerten hier erstmals Software-Entwicklung "im Großen" erfahren zu haben, sowie die Rückmeldungen der Firmen, die im anschließenden 6. Semester die Bachelorarbeitsthemen vergeben und bereits "projekterfahrene" Praktikanten bekommen, bestätigen die Ausrichtung der Veranstaltung in Richtung auf handlungsorientiertes Lernen <ref type="bibr" target="#b4">(Gudjons, 2008)</ref>, <ref type="bibr" target="#b7">(Meyer, 1987)</ref>.</p><p>Ähnliche </p></div><figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_0"><head>•</head><label></label><figDesc>Die Hochschule stellt einen Server mit Versionsmanagement (Subversion) zur Verfügung, die Einrichtung und Nutzung weiterer Werkzeuge muss die Projektgruppe planen. Der PV hat vor der Veranstaltung die Durchführbarkeit, z. B. das Vorhandensein benötigter funktionierender Hardware, zu gewährleisten. • Persönliche Probleme sollen zunächst projektintern gelöst werden, dann steht der PV als Mediator und erst zuletzt als Verantwortlicher der Lehrveranstaltung zur Verfügung • Die Studierenden haben Stundenzettel zu führen, auf denen die Dauer und das aktuell bearbeitete Thema erfasst werden.• Bei der Notenfindung wird die individuelle Leistung unter Berücksichtigung des Gesamtprojektergebnisses berücksichtigt. Der Dozierende, der die begleitende Vorlesung veranstaltet, kann beratend bei der Notenfindung hinzugezogen werden.Zusätzlich wird an der HS Osnabrück als Abschluss der Veranstaltung eine Projektmesse durchgeführt, auf der alle Projekte kurz über ihre Arbeiten vortragen, die Ergebnisse vorführen und auf einem Poster zusammenfassen. Diese Veranstaltung wird auch für jüngere Semester zur Information durchgeführt, da teilweise die Möglichkeit von Anschlussprojekten besteht.Durchgeführte ProjekteAn der HS Osnabrück wurde ein relativ breites Spektrum von Projekten angeboten und durchgeführt. Es reichte von klassischen Datenverwaltungsaufgabenstellungen mit Java und Access zur Verwaltung von Mathematikaufgaben in Word, über ein Thema zur komponentenbasierten Software-Entwicklung in .NET, das in Zusammenarbeit mit einem Kooperationsunternehmen durchgeführt und von einer Exkursion flankiert wurde, weiter über das Redesign eines Unternehmensplanspiels mit MySQL, das von einem Kollegen der Wirtschaftsinformatik betreut wurde, bis hin zur Entwicklung eines autonom fahrenden Fahrzeugs zur Teilnahme am Carolo-Cup, der von der TU Braunschweig veranstaltet wird. Letzteres Thema wurde im darauffolgenden Semester mit einem neuen Team fortgesetzt.Einige Themen kamen speziell aus dem Bereich der Medieninformatik, die in Osnabrück vom größten Teil der Studenten studiert wird. Wieder andere Themen griffen den Bereich der Mobilkommunikation auf, wie zum Bespiel der "Android Context Twitter", eine Anwendung auf Smart-Phones, mit deren Hilfe ein Nutzer digitale virtuelle Notizen oder ein digitales Graffiti hinterlegen kann.An der HS RheinMain wurden hauptsächlich Projekte durchgeführt, die in Java verteilte Systeme realisierten, da durch eine Client-Server-Aufteilung sich bereits sinnvolle Projektstrukturen andeuten. Neben einer Spielesammlung wurden graphische Editoren für ER-Diagramme und Aktivitätsdiagramme entwickelt, an denen koordiniert gleichzeitig mehrere Personen an Diagrammen arbeiten. Ein Editor wurde nach Projektabschluss noch weiter gepflegt und steht im Internet(ShUND, 2008)   zur Verfügung.Im Rahmen forschungsnaher Projekte wurden u. a. ein Liederverwaltungssystem für einen iPod entwickelt und eine Reimplementierung einer numerischen Bibliothek durchgeführt.</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_3"><head></head><label></label><figDesc>Projekte können aber als optionale Form in Wahlpflichtveranstaltungen durchgeführt werden. Dass in der begleitenden Lehrveranstaltung Inhalte wie Projektplanung vermittelt werden, die eigentlich zum Start des Projekts zum Einsatz kommen, wurde zwar kontrovers diskutiert, aber als kleines Problem gesehen. Ansätze, das Projekt über zwei Semester zu verteilen und im ersten Semester die Vorlesung und nur eine Analysephase zu machen, so dass im zweiten Semester die Umsetzung, ggfls. sogar in anderen Teams erfolgen kann, wurden verworfen.ZusammenfassungDie Aufnahme von Software-Engineering-Projekten in Lehrpläne von Bachelor-Informatik-Studiengängen ist und bleibt ein wichtiger Beitrag das "reale Leben zu simulieren" und Studierende Erfahrungen in der Teamarbeit sammeln zu lassen.Um möglichst viele Dozenten zur Veranstaltung von Projekten zu bewegen, ist ein großer Freiheitsgrad notwendig, der durch elementare Rahmenbedingungen eingegrenzt werden muss.Projekte geben Studierenden auch die Möglichkeit mit aktuellen Forschungsthemen in Kontakt zu kommen und bereiten so das Abschluss-Semester mit der Bachelorarbeit vor. Eine weitere Projektorientierung der Studiengänge in folgenden Reakkreditierungen könnte die Qualität der Studiengänge weiter erhöhen.</figDesc><table><row><cell>positive Erfahrungen wurden an der HS</cell></row><row><cell>RheinMain gemacht, als Besonderheit wurden ei-</cell></row><row><cell>nige Projekte doppelt durchgeführt, was den Vor-</cell></row><row><cell>teil der Vergleichbarkeit bringt. Neben dem meist</cell></row><row><cell>positiven Effekt, den eine nicht triviale von Studie-</cell></row><row><cell>renden umgesetzte Software typischerweise hat,</cell></row><row><cell>kann man so auch Umsetzungsvarianten oder die</cell></row><row><cell>Auswahl optionaler Features kritischer beurteilen.</cell></row><row><cell>Da Projekte aber auch den ersten Kontakt von Stu-</cell></row><row><cell>dierenden mit aktiven Forschungsarbeiten bringen</cell></row><row><cell>können und Präsentationen ähnlicher Arbeiten</cell></row><row><cell>Langeweile erzeugen, ist eine Projektvielfalt zu</cell></row><row><cell>bevorzugen.</cell></row><row><cell>Kritisch wurde von Studierenden und Lehrenden</cell></row><row><cell>angemerkt, dass die eigentliche Zeit zur Umset-</cell></row><row><cell>zung der Projekte relativ knapp ist. Oftmals wur-</cell></row><row><cell>den größere Anteile der vorlesungsfreien Zeit für</cell></row><row><cell>Projektaufgaben benötigt. Dies kann gerade am</cell></row><row><cell>Ende des Wintersemesters Probleme machen, wenn</cell></row><row><cell>das Sommersemester sich ohne Pause anschließt.</cell></row><row><cell>Die Veranstaltung macht damit deutlich, dass die</cell></row><row><cell>Frage nach dem realen Arbeitsaufwand hinter ei-</cell></row><row><cell>nem KP weiter kritisch diskutiert werden muss.</cell></row><row><cell>Im Rahmen der Reakkreditierungen wurden an</cell></row><row><cell>beiden Hochschulen die Projektveranstaltungen in</cell></row><row><cell>identischer Form übernommen. Ein konsequenterer</cell></row><row><cell>Schritt zu weiteren größeren Projekten im Studium</cell></row><row><cell>zu anderen Themenschwerpunkten in Richtung</cell></row><row><cell>Projektstudium (Kjaerulff, 2009) wurde nicht ge-</cell></row><row><cell>macht/gewagt,</cell></row></table></figure>
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		<title level="m">Management Teams</title>
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		<title level="s">Handbuch Hochschullehre</title>
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		<title level="a" type="main">Erfahrungen mit einem frameworkbasierten Softwarepraktikum</title>
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		<title level="m" type="main">Softwaretechnik live -im Praktikum zur Projekterfahrung, 9</title>
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