<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Automatische Initialisierung von Formmodellen mittels modellbasierter Registrierung</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Matthias Kirschner</string-name>
          <email>matthias.kirschner@gris.tu-darmstadt.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Stefan Wesarg</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Graphisch-Interaktive Systeme</institution>
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      </contrib-group>
      <fpage>69</fpage>
      <lpage>73</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Das Active Shape Model (ASM) ist ein Segmentierungsverfahren, das statistische Formmodelle (SFM) verwendet, um Organe in Bilddaten trotz geringen Kontrastes zu benachbarten Strukturen robust und effizient zu segmentieren. Da das ASM ein lokales Suchverfahren ist, muss vor der Segmentierung zuna¨chst das gesuchte Organ im Bild detektiert werden, um dann das SFM initial mo¨glichst genau zu platzieren. In dieser Arbeit stellen wir ein neues Verfahren zur Modellinitialisierung vor. Unser Hauptbeitrag ist eine neue Variante des Iterative Closest Point Algorithmus (ICP), die es erlaubt, ein komplettes SFM mit einer Punktmenge effizient zu registrieren. Das Verfahren wird zur Detektion der Leber mit anschließender SFM Initialisierung in 14 kontrastversta¨rkten CT-Aufnahmen eingesetzt und quantitativ evaluiert.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>In dieser Arbeit stellen wir eine neue Methode zur Initialisierung von
Formmodellen vor. Der Hauptbeitrag unserer Arbeit ist eine neue Variante des
ICPAlgorithmus, welche ein komplettes SFM mit einer Menge von zuvor
gefundenen Bildmerkmalen effizient registriert. Zudem stellen wir eine neue, auf
Histogrammvergleichen basierende Methode zur Positionsbestimmung der Leber
vor. Unsere Methode wird auf 14 kontrastversta¨rkten CT-Aufnahmen der Leber
quantitativ evaluiert.
2
2.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Statistische Formmodelle</title>
        <p>Ein statistisches Formmodell wird aus einer Menge {x1; : : : ; xS } ∈ R3N von S
Trainingsformen gelernt, die als Vektoren korrespondierender Landmarken
vorliegen. Mit Hilfe der Hauptachsentransformation werden die durchschnittliche
Form x = S1 ∑iS=1 xi, die t gro¨ßten Eigenwerte 1 &gt; : : : &gt; t der
Kovarianzmatrix der Trainingsformen sowie die zugeho¨rigen Eigenvektoren in Form einer
Matrix P = (p1| : : : |pt) berechnet. Der Wert t wird so gewa¨hlt, dass ∑t
i=1 t
mindestens 98% der Gesamtvarianz der Trainingsdaten entspricht. Das Formmodell
beschreibt die Menge von Formen {x ∈ R3N | b ∈ Rt; bi ∈ [−3√ i; 3√ i] und x =
x + Pb}.
2.2</p>
        <p>U berblick
Ziel unseres Verfahrens ist das Scha¨tzen von initialen Positions- und
Formparametern zur Platzierung des Modells auf die gesuchte Struktur im Bild, damit
diese im Anschluss durch das ASM segmentiert werden kann. Formal suchen wir
die Transformation I(s; R; t; b) = sR(x + Pb) + t, wobei R eine
Rotationsmatrix, t ein Translationsvektor, s ein Skalierungsfaktor und b die Formparameter
sind. Unser Algorithmus besteht aus folgenden Schritten
1. Ermittlung der Region of Interest (ROI), die die gesuchte Struktur entha¨lt.
2. Ermittlung einer Punktmenge an der Objektgrenze der gesuchten Struktur.
3. Registrierung des Modells mit den detektierten Punkten.
2.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Ermitteln der ROI</title>
        <p>
          Sowohl die Trainingsdaten in der Trainingsphase als auch spa¨ter das zu
segmentierende Volumen werden zuna¨chst gegla¨ttet und mittels eines
Schwellwertverfahrens in bina¨re Volumina umgewandelt. Dabei werden alle Voxel innerhalb
eines Hounsfield-Einheiten(HE)-Intervalls, in dem sich auch das Lebergewebe
befindet, auf 1 gesetzt, alle anderen auf 0. Das HE-Interval wird fu¨r jedes Volumen
mit Hilfe des in [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
          ] beschriebenen Verfahrens individuell gescha¨tzt. Um kleine
Strukturen im Bina¨rbild zu entfernen, wird ein Opening durchgefu¨hrt. Fu¨r jedes
bina¨re Volumen werden separat fu¨r x, y und z-Achse sogenannte
Achsenhistogramme (AH) erstellt. Die Anzahl der Beha¨lter eines AHs ist durch die Auflo¨sung
des Volumens in die jeweilige Koordinatenachse definiert. Die Beha¨ltergro¨ße ist
die Anzahl der auf 1 gesetzten Voxel, deren Index auf der gegebenen Achse dem
Beha¨lterindex entspricht. Alle AHs werden normiert, und in den Trainings-AHs
werden zusa¨tzlich die bekannten Intervalle eingetragen, in denen sich die Leber
befindet.
        </p>
        <p>Es bezeichne Ha das AH des zu segmentierenden Volumens V fu¨r die
Koordinatenachse a ∈ {x; y; z}. Zur Ermittlung der Grenzen der ROI in Achse a wird
Ha mit den entsprechenden Trainings-AHs {Tia} verglichen. Die
Leberintervalle der fu¨nf zu Ha a¨hnlichsten Trainings-AHs bestimmen die Grenzen der ROI
fu¨r Achse a, indem sie in das Koordinatensystem von V umgerechnet und dann
gemittelt werden. Beim Histogrammvergleich wird Ha u¨ber Tia schrittweise
verschoben, so dass Ha mindestens das markierte Leberintervall in Tai u¨berdeckt.
Fu¨r jede Translation wird eine Distanz zwischen Ha und Tai ermittelt, indem
die Summe der absoluten Differenzen der sich u¨berlappenden Beha¨lter berechnet
wird. Die Translation, die diese Distanz minimiert, entspricht der Gesamtdistanz
zwischen Ha und Tai.
2.4</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Detektion von Punkten an der Objektgrenze</title>
        <p>Innerhalb der ROI bestimmen wir u¨ber eine Bildverarbeitungs-Pipeline Punkte,
die einen hohen Gradienten und die gescha¨tzte Leberintensita¨t haben.
Morphologische Filter werden eingesetzt, um mo¨glichst viele Punkte auszuschließen, die zu
anderen Strukturen geho¨ren. Die resultierende Punktmenge wird durch Ziehen
von Stichproben auf 8000 Punkte verkleinert.
2.5</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-4">
        <title>Modell-Punktmengen Registrierung</title>
        <p>
          Wir verwenden eine neue Variante des ICP-Algorithmus [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
          ] zur Registrierung
des Modells mit der ermittelten Punktmenge. Der klassische ICP registriert
eine Punktmenge V = {v1; : : : ; vM } mit einer zweiten, fixen Punktmenge M =
{m1; : : : ; mK }. In jeder Iteration i wird dazu zuna¨chst eine
Punktkorrespondenz Ci : V → M zwischen Punkten aus V und M u¨ber die Beziehung Ci(v) =
argminm2M∥(Riv + ti) − m∥ hergestellt, wobei Ri und ti die Scha¨tzer fu¨r
Rotation und Translation in Iteration i sind. Auf Basis dieser Korrespondenz werden
Ri+1 und ti+1 ermittelt. In unserer Erweiterung wird V in Iteration i durch
einen Vektor xi ∈ R3N beschrieben, das heißt es ist vj = (xi;3j; xi;3j+1; xi;3j+2)
fu¨r alle j ∈ {1; : : : ; M }. x0 wird mit der durchschnittlichen Form x initialisiert.
        </p>
        <p>
          In jeder Iteration i wird nach Scha¨tzung der Positionsparameter xi
entsprechend Ci verformt. Mit Hilfe des Formmodells wird es dann u¨ber die Formel
xi+1 = x + P(PT (xi − x)) auf eine plausible Form zuru¨ckgefu¨hrt. Im Gegensatz
zum klassischen ICP-Algorithmus scha¨tzen wir außerdem den Skalierungsfaktor
unter Verwendung von Horns Methode [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
          ]. Der resultierende Algorithmus ist
somit eine Kombination des ICP- und des ASM-Algorithmus. Aufgrund einer
k-d-Baum basierten Ermittlung von Ci ist das vorgeschlagene Verfahren sehr
schnell. Wir starten die Registrierung mehrmals mit fu¨nf verschiedenen initialen
Tabelle 1. Segmentierungsergebnisse: Pro Metrik sind das durchschnittliche Ergebnis
mit Standardabweichung, sowie das beste und schlechteste Ergebnis angegeben.
Skalierungsfaktoren, und wa¨hlen das Ergebnis, was die Punktmenge am
genauesten beschreibt.
Zur Evaluation wenden wir das oben beschriebene Verfahren auf 14
kontrastversta¨rkte CT-Aufnahmen der Leber an. Die Volumen haben eine
Schichtauflo¨sung von 0:65mm2 bis 0:76mm2 und ein Schichtdicke von 5mm. Unser aus
2562 Punkten bestehendes SFM wurde aus 33 Trainingsdaten gelernt, die mit
den 14 Testdaten disjunkt sind. Die Ergebnisse der Modellinitialisierung (ohne
anschließende Segmentierung mit ASM) vergleichen wir mit manuell erstellten
Referenzsegmentierungen unter Verwendung der Standardmaße symmetrischer
Oberfla¨chenabstand (SOA), Root Mean Square Abstand (RMS) und
Hausdorffabstand (HD).
3
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Der durchschnittliche Oberfla¨chenabstand der Initialisierung zur
Referenzsegmentierung betra¨gt 4.5 mm (Tab. 1). Bei den Einzelergebnissen der 14
Datensa¨tze sind zwei Ausreißer zu beobachten (SOA &gt; 9 mm). Bei diesen Datensa¨tzen
fa¨llt auf, das die Gro¨ße der ROI unterscha¨tzt wurde (Abb. 1, rechts). Unsere
Modellinitialisierung beansprucht zwischen zehn Sekunden und knapp einer halben
Minute. Hierbei erfordert die hinsichtlich der Berechnungszeit nicht optimierte
Bildverarbeitungspipeline im ersten Schritt den Großteil der Zeit, wa¨hrend die
Registrierung des SFM etwa zwei Sekunden beno¨tigt.</p>
      <p>
        Abb. 1. Qualitative Ergebnisse
auf zwei Datensa¨tzen. Gezeigt
sind jeweils die gescha¨tzte ROI
(gru¨n) und das initialisierte
Modell (rot). Links: Das
Formmodell liegt fast vollsta¨ndig u¨ber
der Leber. Rechts: Rauschen
und große Tumore fu¨hren zu
einer Unterscha¨tzung der ROI.
In dieser Arbeit haben wir ein neues Verfahren zur Modellinitialisierung
vorgestellt und am Beispiel der Leberdetektion evaluiert. Unser Verfahren liefert auf
den Testdaten insgesamt gute Registrierungsergebnisse. Die beobachteten
Ausreißer sind durch suboptimale Scha¨tzung der ROI zu erkla¨ren. Ursache hierfu¨r
sind unserer Ansicht nach große Tumore in den Lebern der betroffenen
Datensa¨tze. Der Hauptbeitrag unserer Arbeit ist eine neue ICP-Variante zur
Registrierung von Formmodellen mit Punktmengen. A¨hnliche Registrierungsverfahren
werden auch im Zusammenhang modellbasierter Oberfla¨chenextrapolation
verwendet [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10 ref9">9, 10</xref>
        ]. In diesen Verfahren wird die Durchschnittsform manuell [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ] oder
mit Hilfe des ICP mit der Punktmenge vorregistriert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref10">10</xref>
        ], um das Modell im
Anschluss mittels eines numerischen Optimierungsverfahren anzupassen. Unsere
Integration des Formmodells in den ICP-Algorithmus erlaubt jedoch eine
deutlich schnellere Registrierung. Wir sind u¨berzeugt, dass unsere ICP-Variante auch
im Bereich der Oberfla¨chenextrapolation eingesetzt werden kann. Eine
Evaluierung davon steht jedoch noch aus. Unser Ziel fu¨r zuku¨nftige Arbeit ist es, eine
robuste ROI-Scha¨tzung auch bei stark pathologischen Datensa¨tzen zu erreichen.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
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