<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.0 20120330//EN" "JATS-archivearticle1.dtd">
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    <journal-meta />
    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Konsistente Parametrisierung von Flachen vom Geschlecht 1 zur Bildung eines statistischen Formmodells des Wirbels</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Meike Becker</string-name>
          <email>meike.becker@gris.tu-darmstadt.de</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Matthias Kirschner</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Stefan Wesarg</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Graphisch-Interaktive Systeme</institution>
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        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>74</fpage>
      <lpage>78</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Fur die Segmentierung komplexer Strukturen wie beispielsweise Wirbel werden hau g statistische Formmodelle (SFM) verwendet. Bei der Konstruktion des SFM stellt die Losung des Korrespondenzproblems eine der gro ten Herausforderungen dar. In dieser Arbeit prasentieren wir einen neuen automatischen Ansatz fur die Initiallosung des Korrespondenzproblems fur Flachen vom Geschlecht 1. Dazu schneiden wir eine Referenz ache der Trainingsmenge entlang zweier moglichst kurzer Schleifen auf und propagieren diese auf die ubrigen Flachen der Trainingsmenge. Anschlie end bilden wir jede Flache auf den Parameterraum des Rechtecks ab, wo wir die entstehende Flachenverzerrung mit einem heuristischen Ansatz verringern. Damit konnen wir SFM mit erhohter Qualitat konstruieren.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        Die exakte Segmentierung der Wirbelsaule ist fur eine Reihe von klinischen
Anwendungen wichtig. Dazu gehoren z.B. die Platzierung von Schrauben zur
Stabilisierung der Wirbelsaule, die Behandlung von Bruchen oder komplizierten
Bandscheibenvorfallen. Bei der Betrachtung abdominaler Strukturen wird die
Wirbelsaule auch als Referenzstruktur segmentiert. Bei der
Wirbelsegmentierung liegen oft unscharfe Objektgrenzen vor, ahnliche Strukturen be nden sich
in direkter Nachbarschaft und die Wirbel selbst sind komplexe Objekte [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ].
Daher integriert man hau g Vorwissen uber die Form und verwendet statistische
Formmodelle (SFM) [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ] fur die Segmentierung. Ein SFM enthalt Information
uber die Abweichungen der Form einer Flache von ihrem Mittelwert. Das
Modell wird anhand einer Menge von Trainings achen gelernt, die durch eine
feste Anzahl Punkte dargestellt werden. Des Weiteren mussen Punkte mit dem
gleichen Index miteinander korrespondieren, das hei t das gleiche anatomische
Merkmal reprasentieren. Die Losung dieses Korrespondenzproblems ist eine der
gro ten Herausforderungen bei der Konstruktion des SFM. Da einfache
Methoden wie Iterative-Closest-Point auf Grund der z. T. unterschiedlichen relativen
Lage korrespondierender Punkte zu ungenugenden Ergebnissen fuhren, wird das
Korrespondenzproblem in der Regel durch Parametrisierung gelost (z.B. Davies
et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ], Heimann et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ]). Dabei werden die Flachen auf einen einfacheren
Parameterraum abgebildet, wo die Korrespondenzen durch Optimierung einer
geeigneten Zielfunktion bestimmt werden. Diese Arbeiten beschranken sich
jedoch auf geschlossene Flachen vom Geschlecht 0, wie z.B. Leber oder Niere. Das
Geschlecht beschreibt anschaulich gesprochen die Anzahl der Locher einer
Flache. Ein vom Geschlecht unabhangiger Ansatz wurde von Lamecker et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ]
entwickelt. Sie zerteilen das Organ in einzelne Patches und parametrisieren diese
auf eine Kreisscheibe. Zur Bestimmung der Schnittlinien mussen jedoch
einige Punkte manuell vorgegeben werden und an den Schnittstellen kommt es zu
Diskontinuitaten. Klinder et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ] haben einen automatischen modellbasierten
Ansatz zur Detektion, Identi zierung und Segmentierung explizit fur Wirbel
entwickelt. Zur Bestimmung der Korrespondenzen verwenden sie den Ansatz von
Lorenz und Krahnstover [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ], die im Gegensatz zu [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] und [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ] die
Korrespondenzen mittels eines Templates bestimmen und einige Landmarken manuell setzen
mussen.
      </p>
      <p>In dieser Arbeit prasentieren wir einen automatischen Ansatz zur
konsistenten Losung des Korrespondenzproblems fur Flachen vom Geschlecht 1, wie z.B.
ein Torus oder ein Wirbel.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>Der in dieser Arbeit vorgestellte Algorithmus besteht aus folgenden Schritten.
Zunachst bestimmen wir auf jedem Wirbel zwei Schleifen, entlang derer wir
die Form aufschneiden. Anschlie end bilden wir sie auf den Parameterraum des
Rechtecks ab, wo wir in einem dritten Schritt die entstehende Flachenverzerrung
verringern. Damit konnen wir ein SFM mit erhohter Qualitat konstruieren.
2.1</p>
      <p>
        Bestimmung der Schnittschleifen
Bei der Bestimmung der Schnittschleifen ist es wichtig, dass wir konsistente
Schleifen nden, die auf jeder Form der Trainingsmenge ungefahr entlang
desselben Weges verlaufen. Daher wahlen wir zunachst einen Referenzwirbel vRef
aus der Trainingsmenge S = fvi : i = 1; :::; sg, s 2 N, deren Elemente durch
Dreiecksnetze dargestellt werden. Auf dem Dreiecksnetz des Referenzwirbels
bestimmen wir mit Hilfe des Algorithmus von Erickson und Whittlesey [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ] die in
Summe kurzesten zwei Referenzschleifen mit gemeinsamem Basispunkt. Aus der
Topologie ist bekannt, dass zwei Schnittschleifen notig sind, um einen Torus
oder Wirbel auf ein Rechteck abzubilden. Anschlie end propagieren wir diese
Referenzschleifen auf die ubrigen Trainingswirbel wie folgt: Beginnend am
Basispunkt wahlen wir b Stutzpunkte (b 2 N) auf jeder Referenzschleife in
Abhangigkeit von der Schleifenlange und bestimmen fur jeden Stutzpunkt mittels des
Iterative-Closest-Point-Algorithmus den nachsten Nachbarn auf jedem Wirbel
der Trainingsmenge. Die Schleife eines Wirbels wird durch Aneinanderhangen
der kurzesten Pfade zwischen den propagierten Stutzpunkten bestimmt.
      </p>
      <p>
        Schneiden wir die Form entlang der Schnittschleifen auf, so erhalten wir eine
Flache, die homoomorph zu einem Rechteck ist. Daher ist es uns moglich mit
Tuttes Graph-Einbettungs-Methode [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref8">8</xref>
        ] die Flache auf das Rechteck abzubilden.
Zur Abbildung des Randes bilden wir jede Schleife auf eine Seite des Rechtecks
ab und eine duplizierte Version auf die gegenuberliegende Seite. Die
gegenuberliegenden Seiten werden miteinander identi ziert (Abb. 1).
Bei der Abbildung auf den Parameterraum entsteht zwangslau g Verzerrung. Da
wir am Ende unsere Wirbel durch uniformes Sampling rekonstruieren wollen,
verwenden wir hier eine einfache heuristische Methode, um die Flachenverzerrung
zu verringern. Die Grundidee stammt vom Histogrammausgleich aus der
Bildverarbeitung: Wir nehmen zunachst an, dass unser Dreiecksnetz ungefahr gleich
gro e Dreiecke enthalt. Wir betrachten die Schwerpunkte (xj ; yj ), j = 1; :::; p,
der Dreiecke und sortieren sie aufsteigend nach ihrem x-Wert. Dann wenden wir
die folgende Transformation an
      </p>
      <p>Tx : f(x1; y1); :::; (xp; yp)g
! R</p>
      <p>R
(xj ; yj ) 7 !
(</p>
      <p>xp
p
1</p>
      <p>j
∑(k</p>
      <p>)
1); yj</p>
      <p>fur j = 1; :::; p
k=1
wobei p die Anzahl der Samplepunkte bezeichnet. Fur die y-Werte gehen wir
analog vor.</p>
      <p>Abschlie end rekonstruieren wir die Wirbel. Dazu legen wir ein regelma iges
Dreiecksgitter auf den Parameterraum und bestimmen die Werte auf der
3DFlache durch Interpolation. Mit diesen rekonstruierten Wirbeln konnen wir nun
ein SFM konstruieren.
(1)
(2)
Abb. 1. Abbildung der Schleifen auf den Parameterraum.</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>
        Als Trainingsmengen haben wir zwei manuell segmentierte CT-Datensatze (9
Thoraxwirbel bzw. 14 Lendenwirbel) verwendet. Der Remeshing-Algorithmus
von Fuhrmann et al. [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref9">9</xref>
        ] stellt sicher, dass die Annahme ungefahr gleich gro er
Dreiecke erfullt ist. Wir haben jeden Wirbel der jeweiligen Trainingsmenge als
Referenzwirbel getestet und das zugehorige statistische Formmodell konstruiert,
welches unabhangig von der Wahl des Referenzwirbels plausible Formvariationen
enthalt. Dabei haben wir einmal die Flachen nur mit Tuttes
Graph-EinbettungsMethode parametrisiert und einmal zusatzlich die in Kapitel 2 erlauterte
Verringerung der Flachenverzerrung verwendet. Wie in Abb. 2 zu erkennen, wird
der Wirbel im zweiten Fall besser rekonstruiert vor allem in Bereichen hoher
Krummung. Bei den Modellen lasst sich beobachten, dass mit Verringerung der
Verzerrung das Modell plausiblere Formen enthalt. Ein statistisches
Formmodell des Lendenwirbels mit Verringerung der Flachenverzerrung ist in Abb. 3
dargestellt.
4
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>
        In dieser Arbeit haben wir einen automatischen Ansatz zur konsistenten
Losung des Korrespondenzproblems fur Flachen vom Geschlecht 1 prasentiert. Der
wesentliche Fortschritt hierbei ist, dass wir Flachen vom Geschlecht 1
behandeln und dabei im Gegensatz zu [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] zum einen die Diskontinuitaten bei der
Bestimmung der Schnittschleifen gering halten und zum anderen automatisiert
vorgehen. Ferner haben wir eine Heuristik prasentiert, welche die
Flachenverzerrung auf dem Parameterraum erfolgreich verringert. Die Experimente zeigen,
Abb. 2. Vergleich zweier Rekonstruktionen des Lendenwirbels aus Abb. 1. Links ist
das Ergebnis mit Tuttes Graph-Einbettungsmethode zu sehen und rechts mit
Verringerung der Flachenverzerrung. Man erkennt, dass der rechte Wirbel vor allem in
Bereichen hoher Krummung die ursprungliche Form besser reprasentiert.
      </p>
      <p>Becker et al.</p>
      <p>
        Abb. 3. Modell des Lendenwirbels mit Verbesserung der Flachenverzerrung. In der
Mitte be ndet sich das Durchschnittsmodell. Links ist jeweils die Form fur den
Formparameter 2p i und rechts fur den Formparameter 2p i fur die zwei gro ten
Eigenwerte i, i = 1; 2, abgebildet.
dass dadurch die Qualitat des resultierenden SFM erhoht wird. Eine quantitative
Evaluation steht noch aus. In Zukunft wollen wir die Verbesserung des Modells
weiter untersuchen und prufen, ob z.B. durch Optimierung der Minimum
Description Length [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] die Qualitat des Modells noch erhoht werden kann.
Literaturverzeichnis
      </p>
    </sec>
  </body>
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