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      <title-group>
        <article-title>Automatische Segmentierung der Lungen ugel in CT-Daten</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Matthias Wilms</string-name>
          <email>matthias.wilms@gmail.com</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Jan Ehrhardt</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Heinz Handels</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Institut fu ̈r Medizinische Informatik, Universita ̈t zu Lu ̈beck</institution>
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      </contrib-group>
      <fpage>119</fpage>
      <lpage>123</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. In diesem Beitrag wird ein automatisches Verfahren zur Lungensegmentierung in CT-Datensa¨tzen vorgestellt. Ausgehend von einem Saatpunkt in der Luftro¨hre wird unter Verwendung von Volumenwachstumsverfahren eine Segmentierung der Lunge erzeugt. Da dieses Vorgehen zu einem Zusammenlaufen der beiden Lungenflu¨gelsegmentierungen fu¨hren kann, wird die Trennung der Lungenflu¨gel mit Hilfe des Dijkstra-Algorithmus vorgenommen. Anschließend werden die Segmentierungen durch den Einsatz morphologischer Operatoren gegla¨ttet. Eine Evaluation anhand von 100 CT-Datensa¨tzen zeigt die Genauigkeit des Verfahrens und die Robustheit gegenu¨ber verschiedener CT-Protokolle und der Parameterwahl.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>
        Operatoren vorgestellt und anhand umfangreicher Testdaten evaluiert. Im
Gegensatz zu anderen Verfahren wird die Trennung der Lungenflu¨gel mittels des
Dijkstra-Algorithmus [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ] durchgefu¨hrt. Die Evaluation erfolgt anhand von 100
CT-Datensa¨tzen, bei der auch die Robustheit der Parameter betrachtet wird.
2
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>Das hier vorgestellte Verfahren arbeitet dreistufig: In einem ersten Schritt wird
die Lunge auf der Basis von Volumenwachstumsverfahren segmentiert, wonach
in einem zweiten Schritt eine mo¨glicherweise notwendige Trennung der beiden
Lungenflu¨gel mittels des Dijkstra-Algorithmus vorgenommen wird. Durch das
abschließende morphologische Closing werden die bei der Segmentierung
entstandenen Lo¨cher geschlossen und eine Gla¨ttung des Ergebnisses erreicht.
2.1</p>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Segmentierung der Lunge</title>
        <p>
          Ausgehend von einem automatisch detektierten Saatpunkt in der Luftro¨hre,
werden mit Hilfe von Volumenwachstumsverfahren zwei Segmentierungen erzeugt.
Die erste Segmentierung erfasst anhand vorgegebener Schwellwerte (-1000 –
-400 Hounsfield Units (HU)) die Lunge inkl. Luftro¨hre und Bronchialbaum. Mit
der zweiten Segmentierung werden durch das explosionsgesteuerte
Volumenwachstumsverfahren aus [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ] hauptsa¨chlich Luftro¨hre und Bronchialbaum
segmentiert, um diese aus der ersten Segmentierung entfernen zu ko¨nnen. Hierfu¨r
wird ein vorgegebener oberer Startwertschwellwert (-900 HU) in großen Schritten
erho¨ht, bis das Volumenverha¨ltnis der Segmentierungen zweier
aufeinanderfolgender Schritte u¨ber dem gewa¨hlten Explosionsfaktor liegt. In diesem
Schwellwertintervall wird mittels bina¨rer Suche der optimale Schwellwert gesucht, der
die Grenze der Ausbreitung der Luftro¨hrensegmentierung in die Lunge markiert.
        </p>
        <p>Die resultierende Segmentierung wird auf das Vorhandensein von exakt zwei
zusammenha¨ngenden Komponenten, den beiden Lungenflu¨geln, u¨berpru¨ft. Sollte
nur ein Objekt gefunden werden, erfolgt eine Trennung der Lungenflu¨gel.
2.2</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>Trennung der Lungen ugel</title>
        <p>Ziel ist es die Verbindungslinie zwischen den beiden
Lungenflu¨gelsegmentierungen zu finden, um sie aus der Segmentierung zu entfernen. Hierbei hilft der
Umstand, dass die Werte der Pleura in den CT-Daten gro¨ßer als die des umliegenden
Lungengewebes sind, sodass sich die Verbindungslinie lokal als maximaler
Kostenpfad der negativen CT-Werte (in HU) der betreffenden Voxel darstellt.
Dieser Pfad wird mit Hilfe des Dijkstra-Algorithmus auf allen axialen Schichten, auf
denen die Lungenflu¨gel zusammenha¨ngen, ermittelt. Der Dijkstra-Algorithmus
bietet im Vergleich zu Algorithmen mit linearer Zeitkomplexita¨t den Vorteil,
dass er keine topologische Sortierung des Graphen beno¨tigt. Um den
Algorithmus nutzen zu ko¨nnen, muss das duale Problem des minimalen Kostenpfades mit
inversen (und positiven) Kantengewichten betrachtet werden. Hierzu werden die
Voxel als Knoten in einem nicht gerichteten Graphen eingesetzt. Als jeweiliges
Kantengewicht wird der invertierte Mittelwert der beiden beteiligten Voxel
gewa¨hlt. Um positive Gewichte zu gewa¨hrleisten, werden negative Kantengewichte
durch den Wert einer positiven Konstante ersetzt. Die Suchregion wird durch
ein minimal umgebendes Rechteck der Segmentierung automatisch bestimmt.
Start- und Endpunkt des Pfades werden dabei mittig am hinteren und
vorderen Teil der Lunge außerhalb des Rechtecks festgelegt, um vordere und hintere
Verbindungen der Lungenflu¨gel extrahieren zu ko¨nnen.
2.3</p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-3">
        <title>Evaluation</title>
        <p>Die Evaluation des Verfahrens erfolgt anhand von 100 anonymisierten
CT-Datensa¨tzen, fu¨r die eine manuelle Lungensegmentierung zur Verfu¨gung steht, welche
von einem medizinischen Experten erstellt wurde. 94 dieser Datensa¨tze
entstammen Low-Dose-4D-CT-Aufnahmen von insgesamt 12 Patienten, aufgenommen
bei freier Atmung, wohingegen es sich bei den restlichen Daten um 6
Ultra-LowDose-CT-Datensa¨tze von 6 Patienten bei angehaltener Atmung handelt. In den
Datensa¨tzen sind sowohl gesunde als auch mit Tumoren und Emphysemen
behaftete Lungen enthalten. Die Datensa¨tze haben eine Gro¨ße von 512 512
270467 Voxel, bei einer Voxelgro¨ße von 0.68 0.68 0.7 mm bis 0.97 0.97 1.5
mm. Die Werte der Parameter sind fu¨r alle Datensa¨tze einheitlich und
experimentell festgelegt worden.</p>
        <p>Die manuellen Segmentierungen dienen in der Evaluation als Goldstandard,
mit dem die durch das vorgestellte Verfahren automatisch generierten Ergebnisse
verglichen werden. Als Maße werden hierfu¨r der Jaccard-Koeffizient, die
mittlere Distanz zwischen den segmentierten Lungenoberfla¨chen und die
HausdorffDistanz herangezogen. Da es in der Mediastinalregion, bedingt durch die Gefa¨ße,
verschiedene Mo¨glichkeiten zur Segmentierung gibt, wird die Auswertung jeweils
mit und ohne Mediastinalregion angegeben.
3</p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Tabelle 1 stellt die Ergebnisse der Evaluation dar. Bei 8 Low-Dose-Datensa¨tzen
ist die Segmentierung mit den einheitlichen Parametern nicht oder nur teilweise
gelungen, weil entweder die Luftro¨hre nicht gefunden wurde oder der
Explosionsfaktor des explosionsgesteuerten Volumenwachstumsalgorithmus falsch gewa¨hlt
war. Eine Segmentierung dieser Datensa¨tze ist aber durch die individuelle Wahl
des Explosionsfaktors und der zula¨ssigen numerischen Exzentrizita¨t fu¨r den
Luftro¨hrenquerschnitt mo¨glich. Die aus diesen Ergebnissen folgende Robustheit der
Parameter, wird fu¨r den, neben dem Explosionsfaktor entscheidenden, oberen
Lungenschwellwert in Abb. 1 (a) exemplarisch dargestellt.</p>
      <p>Die Betrachtung der mittleren Hausdorff-Distanz zeigt, dass sich in der
Mediastinalregion im Mittel die gro¨ßten Unterschiede zwischen Segmentierung und
Goldstandard ergeben (Abb. 1 (b)). Bei den Mittelwerten des
Jaccard-Koeffizienten und der mittleren Oberfla¨chendistanz liefern beide Versuchsanordnungen</p>
      <p>Tabelle 1. Vergleich der automatisch generierten Segmentierungen S mit dem
Goldstandard G, jeweils mit und ohne Mediastinalregion. Vergleichsmaße:
JaccardKoeffizient J(S; G); mittlere Oberfla¨chendistanz d(S; G); Hausdorff-Distanz H(S; G).
Basis Low-Dose-CT: 94 Datensa¨tze; Ultra-Low-Dose-CT: 6 Datensa¨tze.
mit
ohne</p>
      <p>Maß
J(S; G)
d(S; G) [mm]
H(S; G) [mm]
J(S; G)
d(S; G) [mm]
H(S; G) [mm]
sehr a¨hnliche Werte. Die Trennung der Lungenflu¨gel konnte bei allen
Datensa¨tzen erfolgreich vorgenommen werden (Abb. 2). Die durchschnittliche Rechenzeit
fu¨r Datensa¨tze mit notwendiger Lungenflu¨geltrennung betra¨gt ca. 10 min,
gemessen auf einem Intel Xeon W3520 Rechner mit 2.67GHz und 24GB RAM.
Die Trennung der Lungenflu¨gel beno¨tigt hierbei durchschnittlich 50 % der
Rechenzeit, wobei die Anwendung des Dijkstra-Algorithmus ca. 0.5 s pro Schicht
in Anspruch nimmt. Datensa¨tze ohne notwendige Lungenflu¨geltrennung ko¨nnen
in durchschnittlich ca. 5 min segmentiert werden.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>
        In diesem Beitrag wurde ein dreistufiges automatisches Verfahren zur
Lungenflu¨gelsegmentierung in CT-Datensa¨tzen vorgestellt und umfangreich evaluiert.
Die Evaluation zeigt die Robustheit des Verfahrens gegenu¨ber verschiedenen
Abb. 1. Ausgewa¨hlte Ergebnisse. Links: Beispiel zum Einfluss des oberen
Lungenschwellwerts auf das Segmentierungsergebnis anhand eines Testdatensatzes.
Markierung: Evaluationsschwellwert 400 HU. Rechts: Oberfla¨chenmodell eines automatisch
segmentierten Lungenflu¨gels. Die Fa¨rbung entspricht der Oberfla¨chendistanz d(S; G).
Abb. 2. Beispiel zur Trennung der Lungenflu¨gel. (a): Axiale Schicht eines
CTDatensatzes inkl. einer markierten Beispielregion. (b): Zusammenha¨ngende
Ausgangssegmentierung der Beispielregion (ohne Closing). (c): Anwendung des
DijkstraAlgorithmus auf die Beispielregion. (d): Ergebnissegmentierung der Beispielregion (mit
Closing).
Eingabedaten (mehrere Patienten; Low-Dose u. Ultra-Low-Dose) und der
Parameterwahl. Von den 100 Testdatensa¨tzen konnten lediglich 8 nicht mit den
einheitlich gewa¨hlten Parametern segmentiert werden. Die ermittelten
Mittelwerte fu¨r den Jaccard-Koeffizienten und die mittlere Oberfla¨chendistanz zeigen
die hohe U¨ bereinstimmung mit den als Goldstandard genutzten manuellen
Segmentierungen. Die Mittelwerte fu¨r den Jaccard-Koeffizienten und die
HausdorffDistanz (mit Mediastinalregion) stimmen weitestgehend mit den Ergebnissen
aus [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ] u¨berein, wohingegen die Werte fu¨r die mittlere Oberfla¨chendistanz etwas
niedriger als die dortigen Vergleichswerte sind und auch unter den dort
publizierten Interobserver-Variabilita¨ten liegen. Die Nutzung der manuellen
Segmentierungen ergibt allerdings Probleme, die bei der Interpretation der Ergebnisse
beachtet werden mu¨ssen: Teilweise gibt es mehrere Mo¨glichkeiten zur
Segmentierung (z.B. Mediastinalregion) und fu¨r die hier genutzten manuellen
Segmentierungen liegen keine durch einen zweiten Experten erstellten Vergleichsdaten
vor.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
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