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      <title-group>
        <article-title>Bildregistrierung zur Verbrennungsanalyse</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Veronika Zimmer</string-name>
          <email>veronika.zimmer@mevis.fraunhofer.de</email>
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          <string-name>Nils Papenberg</string-name>
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          <string-name>Jan Modersitzki</string-name>
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          <string-name>Bernd Fischer</string-name>
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          <institution>Fraunhofer MEVIS</institution>
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      </contrib-group>
      <fpage>159</fpage>
      <lpage>163</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. In der plastischen Chirurgie ist es zur Bestimmung der Therapie notwendig, den Schweregrad einer Verbrennung genau einzuschatzen. Hierzu ist ein Verfahren entwickelt worden, das auf der Verarbeitung visueller Aufnahmen der Wunde in unterschiedlichen Farbspektren beruht. Diese mussen zur Weiterverarbeitung unbedingt deckungsgleich sein, so dass ein Registrierungsproblem gegeben ist. Zur Losung dieses Problems prasentieren wir einen parametrischen Registrierungsansatz, der auf einer speziellen Vorverarbeitung und der Modi kation eines bekannten Distanzma es beruht. Die einzelnen Schritte und Bausteine werden erlautert. Das Verfahren ist an 50 Datensatzen aus der klinischen Praxis getestet worden, wobei es sich als besonders geeignet erwiesen hat.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>Die Schwierigkeiten der Registrierung liegen zum einen in den
aufgenommenen Daten. In dieser Anwendung steht die teils stark zersto¨rte Haut im Fokus
der Untersuchung, so dass beliebige Abschnitte des Ko¨rpers dargestellt werden
(Kopf, Arme, Beine, Ru¨cken, Bauch). Die Aufnahmen werden von
Bildverarbeitungslaien (den behandelnden Chirurgen) aufgenommen und folgen daher
keinem Aufnahmestandard. Die Anwender stellen aber sehr hohe Forderungen an
die Robustheit des Verfahrens. Durch Verwendung von Blitzlichtern sind die
Bilder durch starke Reflexionen u¨berbelichtet. Ein typischer Datensatz ist in
Abbildung 1, rechts, dargestellt. Die vier Frequenzba¨nder ko¨nnen mit Rot-, Infrarot-,
Blau- und Gru¨nkanal bezeichnet werden.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>
        Das hier vorgestellte Verfahren basiert auf einer Vorverarbeitung der Daten und
einer anschließenden parametrischen Registrierung. Folgende
Vorverarbeitungsschritte werden durchgefu¨hrt, nachdem die Kana¨le in vier Einzelbilder aufgeteilt
wurden:
1. Entrauschen: Um das Kamerarauschen zu entfernen, werden die Daten
mittels kubischer Splines approximiert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2">2</xref>
        ], wobei ein Parameter die
Approximationseigenschaft steuert. Große Werte fu¨hren zu global glatten Bildern,
= 0 liefert die Interpolante der Daten. Wir wa¨hlen in dieser Arbeit = 100.
2. Maskierung: Durch die feuchte Oberfla¨che der Wunden und die Verwendung
eines Blitzlichtes entstehen gro¨ßere u¨berbelichtete Bereiche in den Bildern,
die sich aber kanalweise unterscheiden. Um deren Einfluss auf die
Registrierung zu minimieren, werden sie mittels Schwellwertverfahren maskiert.
Abb. 1. links: Darstellung von Kamera und Objektiv; rechts: Originares Bild der
Kamera mit einzelnen Rot-, Infrarot- ,Blau- und Grunkanalen.
3. Histogrammausgleich: Die einzelnen Farbkana¨le zeigen unterschiedliche
Grauwertverteilungen. Um diese anzugleichen, verwenden wir einen
Histogrammausgleich. Ergebnis ist ein in jedem Kanal gleichverteiltes Histogramm.
Hierbei ist
y(x) = ⌊ y′(x) − y′(x)min (L − 1) + 0:5⌋
      </p>
      <p>
        1 − y′(x)min
der neue Intensita¨tswert eines Pixels mit Intensita¨t x [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ]. L ist die
Gesamtanzahl an Grauwerten, y′(x) = ∑x
      </p>
      <p>i=0 p(i), y′ ∈ [0; 1] mit Intensita¨ten x; i und
p(i) Ha¨ufigkeit von i.</p>
      <p>Die Vorverarbeitungsschritte sind fu¨r einen Kanal in Abbildung 2 dargestellt.
Da bei der Aufnahme der Kana¨le keine Bewegung stattfindet, wa¨hlen wir ein
rigides Transformationsmodell y = y(w), w ∈ R3 mit affiner Nachregistrierung
(w ∈ R6). Durch die Geometrie des Objektivs werden nur geringe
Rotationsanteile erwartet. Daher wird die Rotation fu¨r rigide Transformationen im
Optimierungsalgorithmus mit einem Strafterm belegt. Es wird eine parametrische
Registrierung mit einem modifizierten NGF-Distanzmaß durchgefu¨hrt. Das
Registrierungsproblem lautet
(1)
(2)</p>
      <p>D(R; T ; w) + p(w) =! min
mit Distanzmaß D, Bilder R; T , Transformation y und Strafterm p(w).
Abb. 2. Vorverarbeitungsschritte am Beispiel eines Blau-Kanals; oben links:
Eingangsbild; oben rechts: Entrauschen; unten links: Maskierung; unten rechts:
Histogrammausgleich.</p>
      <p>
        Idee des NGF-Distanzmaßes [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
        ] ist, dass es minimal wird, wenn Kanten in
Template- und Referenzbild in gleicher Richtung verlaufen. Dieses Maß wird
so modifiziert, dass der Helligkeitswechsel beru¨cksichtigt, die Sprungho¨he aber
ignoriert wird:
      </p>
      <p>
        DNGFm(T; R; y) =
∫
Ω
1 −
( ⟨∇T (y(x)); ∇R(x)⟩ )
||∇T (y(x))|| ||∇R(x)||
dx:
(3)
Dies modelliert die Eigenschaft, Kanten von hell nach dunkel auf eben solche
Kanten zu registrieren, ohne dabei die absoluten Grauwerte zu beru¨cksichtigen.
Eben solche Gebiete treten in den Verbrennungsdaten typischerweise auf. Zur
Interpolation verwenden wir kubische Splines. Zur Lo¨sung des
Minimierungsproblems wa¨hlen wir einen Discretize-Optimize-Ansatz [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] mit
Gauß-NewtonVerfahren [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] und Multilevelansatz.
3
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Die Registrierung ist an insgesamt 50 Datensa¨tzen getestet worden, die von der
Delphi Optics GmbH bereitgestellt wurden. Die Datensa¨tze zeigen
Verbrennungen in unterschiedlicher Schwere an verschiedenen Bereichen des menschlichen
Ko¨rpers. Fu¨r jeden Datensatz sind drei Registrierungen mit dem Gru¨n-Kanal
als Referenz durchgefu¨hrt worden. Bewertet wurde die Registrierung anhand
Abb. 3. Oben links: U berlagerung der Kanale vor der Registrierung; oben rechts und
unten: Ergebnisse der Registrierung an drei Beispielen.
des Farbbilds, welches durch die U¨ berlagerung des Rot-, Gru¨n- und Blau-Kanals
entsteht. In Abbildung 3 sind die Ergebnisse dreier Datensa¨tze dargestellt: oben
links das Farbbild des ersten Datensatzes vor der Registrierung, oben rechts nach
der Registrierung, sowie unten die Ergebnisse der Registrierung von zwei anderen
Datensa¨tzen. Eine deutliche Verbesserung ist visuell zu erkennen. Der Wert des
Zielfunktionals hat sich im Vergleich zum Eingangsdatensatz beim Rot-Kanal
im Mittel auf 86,80 % verringert, beim Infrarot-Kanal auf 88,89 % und beim
Blau-Kanal auf 76,93 %.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Wir haben ein neues Registrierungsproblem aus der plastischen Chirurgie
vorgestellt und einen ersten Lo¨sungsansatz pra¨sentiert. Dieses Verfahren ist an einer
großen Zahl klinischer Daten getestet worden. Die Ergebnisse wurden visuell
inspiziert und fu¨r geeignet empfunden. Das Verfahren erfu¨llt zusa¨tzlich auch die
oben beschriebenen Robustheitsanforderungen, so dass es in der klinischen
Praxis eingesetzt werden kann.</p>
      <p>Durch die Maskierung ko¨nnen die u¨berbelichteten Bildbereiche sinnvoll
ausgeblendet werden. Obwohl die Modifikation die Freiheiten des NGF-Maßes
einschra¨nkt, modelliert es so die auftretenden Daten geeigneter und schafft somit
einen Beitrag zur Robustheit des Verfahrens.</p>
      <p>
        Zur Weiterentwicklung planen wir das Einbringen der Kamerageometrie in
das Verfahren. Dabei soll ein perspektivisches Transformationsmodell [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref7">7</xref>
        ] anstelle
des rigiden eingesetzt werden, das die Aufnahmeverzerrungen physikalisch
modeliert. Auch soll die relative Lage der Farbkanalbilder zueinander ausgenutzt
werden. So kann aus der Registrierung von Rot- auf Gru¨n- und von Blau- auf
Gru¨nkanal auf eine gute initiale Registrierung fu¨r Infrarot- auf Gru¨nkanal
geschlosssen werden.
      </p>
      <p>Zur Verbesserung der Verla¨sslichkeit planen wir ein Maß, das die Gu¨te der
Registrierung misst, so dass fehlschlagende Registrierungen erkannt und
Aufnahmen wiederholt werden ko¨nnen.</p>
      <p>Literaturverzeichnis</p>
    </sec>
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