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        <article-title>Die laparoskopisch-navigierte Resektion und Ablation von Lebermetastasen</article-title>
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          <string-name>David Ellebrecht</string-name>
          <email>david.ellebrecht@uk-sh.de</email>
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          <string-name>Markus Kleemann</string-name>
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          <string-name>A. Besirevic</string-name>
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          <string-name>Philipp Hildebrand</string-name>
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          <string-name>Uwe Roblick</string-name>
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          <string-name>Conny Bu¨rk</string-name>
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          <string-name>Hans-Peter Bruch</string-name>
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          <label>0</label>
          <institution>Klinik fur Chirurgie, UK-SH</institution>
          ,
          <addr-line>Campus Lubeck</addr-line>
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      <fpage>174</fpage>
      <lpage>178</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Bis dato ist die Technik der laparoskopischen Leberchirurgie lediglich in einzelnen Zentren bei einem hochselektierten Patientenkreis etabliert. Um die begrenzte Taktilitat durch verbesserte Visualisierung zu kompensieren, erfolgte die Entwicklung eines laparoskopischen Navigationssystems (LapAssistent). Dies ermoglicht intraoperative Darstellung praoperativer 3D-Bilddaten der Leber einschlie lich intrahepatischer Gefa verlaufe und der Tumorlage. Praoperativ wurden 3D-Rekonstruktionen basierend auf CT oder MRT Daten der Leber angefertigt. Nach Kalibrierung der Kamera und der laparoskopischen Instrumente sowie der Ober achenregistrierung wurde das Ultraschall B-Bild in die praoperative Planung wahrend der Operation ubertragen. Bei allen Patienten lie sich technisch das System unter sterilen Bedingungen anwenden. Alle Bilddaten konnten intraoperativ ubertragen und visualisiert werden. Die Operationszeit verlangerte sich durchschnittlich um 21 Minuten. In der nachfolgenden ProNaviC I Studie wird die laparaskopischnavigierte Leberresektion an einem gro eren Patientenkollektiv getestet.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
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  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        Minimalinvasive Eingriffe stellen heute einen Standard in der operativen
Versorgung dar. Trotz der hervorragenden Erfahrungen in der minimal-invasiven
Resektionschirurgie konnten diese Erfolge bis jetzt aber nur sehr begrenzt auf
die Leber u¨bertragen werden [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ]. Ursa¨chlich hierfu¨r sind die notwendige
anatomiegerechte Resektion und die fehlende Taktilita¨t wa¨hrend der Laparoskopie.
Hierbei stellt die funktionell-anatomische Gliederung der Leber nach Couinaud
(Abb. 1) entsprechend dem intrahepatischen Gefa¨ßverlauf der vaskula¨ren
Strukturen die Basis jeder modernen Leberchirurgie dar. In der Leberchirurgie werden
heute trotz der zunehmender Erfahrung mit minimal-invasiven Techniken in der
Viszeralchirugie laparoskopische Leberoperationen nur an Zentren einem
hochselektionierten Patientengut angewendet. Eigene Umfrageergebnisse ergaben im
Jahre 2008 insgesamt 551 laparoskopische Leberresektionen in Deutschland [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1">1</xref>
        ].
Die Internationale Konsensuskonferenz in Louisville, Kentucky, USA im Jahr
2008 definierte Nomenklatur, Indikation und Technik der laparoskopischen
Leberchirurgie.
      </p>
      <p>Laparoskopisch-navigierte Leberresektion
Abb. 1. Lebersegmenteinteilung nach
Couinaud. Die grau unterlegten
Segmente sind laparoskopisch zuganglich.</p>
      <p>
        Ein Hauptproblem bei der Durchfu¨hrung von laparoskopischen
Leberresektionen liegt in der korrekten Bestimmung der Tumorlage anhand des
laparoskopischen Ultraschallbildes in Relation zu den geplanten Resektionsgrenzen. Gerade
beim laparoskopischen Ultraschall kann der Operateur entweder das
Ultraschallbild oder das laparoskopischen Bild betrachten. Aber er ist letzendlich gezwungen
beide Lageinformationen in Gedanken zu fusionieren um eine dreidimensionale
Vorstellung der Anatomie zu erlangen [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref3 ref4">2, 3, 4</xref>
        ]. Taktile Zusatzinformationen
fehlen in der Laparoskopie hier fast vollsta¨ndig.
      </p>
      <p>Um die begrenzte Taktilita¨t durch verbesserte Visualisierung zu
kompensieren, erfolgte die Entwicklung eines laparoskopischen Navigationssystems
(LapAssistent), das die intraoperative Darstellung pra¨operativer 3D-Bilddaten der
Leber einschließlich intrahepatischer Gefa¨ßverla¨ufe und Tumorlage ermo¨glicht.
Wir berichten u¨ber die ersten klinischen Anwendungen der intraoperativen
U¨bertragung von Planungsdaten fu¨r die laparoskopische Resektion und Ablation von
Lebermetastasen.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>Von Januar bis August 2010 erfolgte die navigationsunterstu¨tzte Operation bei
drei Patienten. Pra¨perativ wurden 3D-Rekonstruktionen basierend auf CT oder
MRT Daten der Leber angefertigt (Fraunhofer MeVis, Bremen). Das
Navigationssystem LapAssistent wurde auf der rechten Patientenseite positioniert
(YLagerung) (Abb. 2).</p>
      <p>Die intraoperative Bildgebung besteht zum einen aus dem laparoskopischen
Kamerabild und zum anderen aus dem laparoskopischen intraoperativem
Ultraschall. In der Laparoskopie wird dabei eine Spezialsonde verwendet, deren Spitze
in allen vier Raumrichtungen beweglich ist. Durch Registrierung der aktuellen
intraoperativen Situation mit den pra¨operativen Daten werden dem Operateur
sowohl im Kamerabild als auch im Ultraschallbild die an die aktuelle Lage und
Form der Leber angepassten pra¨operativen Daten pra¨sentiert. Außerdem wird
die relative Lage der u¨brigen Instrumente zum Ultraschallkopf und zueinander
visualisiert.</p>
      <p>Abb. 2. Gerateanordnung im OP. Der LapAssistent wird gegenuber vom Operateur
auf der linken Patientenseite positioniert.</p>
      <p>Nach Kalibrierung der Kamera und der laparoskopischen Instrumente
(Ultraschall und Dissektor bzw. RFA-Nadel) erfolgte sowohl die
Oberfla¨chenregistrierung der Leber, als auch die des Tumors und relevanter Gefa¨ße (intrahep.
V. Cava mit Abgang MHV, PV). Das Ultraschall B-Bild wurde anschließend in
die pra¨operative Planung u¨bertragen (Abb. 3).</p>
      <p>Bei einer Patientin erfolgte die laparoskopische Resektion wegen eines großen,
symptomatischen Leberadenoms, bei einer Patientin die Ablation einer
singula¨ren Metastase eines Mammakarzinoms, sowie bei einem weiteren Patienten eine
zweifache atypische Resektion im rechten Leberlappen.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Bei allen drei Patienten ließ sich technisch das System unter sterilen Bedingungen
anwenden. Die Operationen verliefen in komplikationsloser Allgemeinana¨sthesie.
Alle Bilddaten konnten intraoperativ u¨bertragen und visualisiert werden. Die
Genauigkeit der intraoperativen Kalibrierung lag bei &lt; 1 mm, die Genauigkeit der
Planungsu¨bertragung liegt bei diesen wenigen Fa¨llen unter 10 mm.
Vera¨nderungen der Lagerung aus der Normalposition in z.B. Fußtieflage und Linksseitenlage
fu¨hren jedoch zu Verlagerung der Leber mit Vergro¨ßerung der Ungenauigkeit. Ein
wesentlicher Einfluss der Beatmung konnte nicht erfasst werden. Insbesondere
bei der laparoskopischen RFA ist durch die Zielfu¨hrung der Ablationsnadel eine
genaue Bestimmung der kutanen Einstichstelle mo¨glich. Bei allen Patienten
erfolgte postoperativ eine Kontroll-MRT zur Dokumentation des Resektions-
bzwAblationserfolges. Zum jetzigen Zeitpunkt verla¨ngert die intraoperative
Navigationsunterstu¨tzung durchschnittlich den Eingriff um 21 Minuten.</p>
      <p>Laparoskopisch-navigierte Leberresektion</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Unsere ersten klinischen Anwendungen zeigen die sichere Anwendung eines
laparoskopischen Navigationssystems zur intraoperativen Planungsu¨bertragung in
der laparoskopischen Leberchirurgie. Die minimal verla¨ngerten Operationszeiten
sind am ehesten auf die Lernkurve bezu¨glich des Einsatzes der Navigation
zuru¨ckzufu¨hren. Diese Zeiten ko¨nnten durch die zuku¨nftige, ha¨ufigere Anwendung
gesenkt werden. Inwieweit diese ersten Erfahrungen auch bei gro¨ßeren
PatientenAbb. 3. Ober achenregistrierung. Die Leber wird intraoperativ mit der
Ultraschallsonde abgefahren und die praoperativ gewonnenen 3D-Rekonstruktionen mit der
Operationssituation uberlagert.</p>
      <p>Ellebrecht et al.
kollektiven Bestand haben wird, muss in Zukunft die multizentrische Pilotstudie
ProNaviC I zeigen.</p>
      <p>Danksagung. Die prospektive multizentrische Pilotstudie zur per-ioperativen
Evaluierung von chirurgischen Navigationsassistenzsystemen bei Lebertumoren
(ProNaviC I); Registrierungsnummer DRKS00000171; wird vom BMBF
gefo¨rdert.</p>
      <p>Literaturverzeichnis</p>
    </sec>
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