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    <article-meta>
      <title-group>
        <article-title>Effiziente Planung von Zugangswegen fu¨r sichere Nadelinsertionen</article-title>
      </title-group>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Alexander Seitel</string-name>
          <email>a.seitel@dkfz-heidelberg.de</email>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Kwong Yung</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Markus Engel</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Markus Fangerau</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Anja Groch</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Michael Mu¨ller</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Hans-Peter Meinzer</string-name>
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        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Lena Maier-Hein</string-name>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Abteilung Medizinische und Biologische Informatik, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>199</fpage>
      <lpage>203</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Automatische Systeme fu¨r minimal-invasive perkutane Nadelinsertionen erfordern die Segmentierung von Risikostrukturen zur Bestimmung eines sicheren Zugangsweges. Mangels vollautomatischer Segmentierungsverfahren fu¨r alle Strukturen im Abdominalraum macht dieser Segmentierungsschritt den gro¨ßten Teil der gesamten Planungsdauer aus. Um die Planung zu beschleunigen, stellen wir ein zweistufiges Konzept fu¨r eine schnelle semiautomatische Zugangsplanung vor, bei dem (1) vollautomatisch ein Großteil der Hautoberfla¨che als Einstichszone ausgeschlossen wird, indem nur automatisch segmentierbare Risikostrukturen beru¨cksichtigt werden und (2) die so erhaltene Einstichszone durch Benutzung des Prinzips der Pareto-Optimalita¨t weiter eingeschra¨nkt und der finale Einstichspunkt interaktiv mit einer neuen Visualisierungtechnik unter Beru¨cksichtigung der anderen Risikostrukturen gewa¨hlt wird.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>-</title>
      <p>
        Minimal-invasive Verfahren zur Tumorbehandlung wie z.B.
Radiofrequenzablationen oder Biopsien haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung
gewonnen. Viele dieser Verfahren erfordern das Einbringen eines nadelfo¨rmigen
Instruments in die Zielstruktur wie z.B. die Leber. Fu¨r eine komplikationsfreie
und schnelle Durchfu¨hrung der Intervention ist ein gut gewa¨hlter Zugangsweg
unabdingbar. Neben zahlreichen semi-automatischen Verfahren zur
Zugangsplanung wurden in den letzten Jahren Ansa¨tze pra¨sentiert, die eine automatische
Berechnung mo¨glicher Nadeltrajektorien zum Ziel haben [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref1 ref2">1, 2</xref>
        ]. Grundlage dieser
Verfahren ist die Beachtung bestimmter Bedingungen (sogenannter constraints),
die fu¨r eine Trajektorie erfu¨llt sein mu¨ssen (Abb. 1). So darf der Zugangsweg
beispielsweise keine kritische Struktur (z.B. die Lunge) kreuzen und nicht la¨nger als
die verwendete Nadel sein. In [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] wurde ein System vorgestellt, das auf Basis von
Segmentierungen von Haut, Zielstruktur und Risikostrukturen aus einem
dreidimensionalen Planungsdatensatz sowie unter Beru¨cksichtung gewisser
Restriktionen (sogenannter hard constraints) automatisch mo¨gliche Zugangswege
berechnet und diese anhand bestimmter Parameter (sogenannter soft constraints) wie
der Trajektorienla¨nge oder deren Distanz zu kritischen Strukturen bewertet. In
einer retrospektiven Studie konnte gezeigt werden, dass das System in der Lage
ist, Komplikationen zu vermeiden. Nichtsdestotrotz ist das Hauptproblem
dieses Ansatzes, dass eine ausreichend genaue Segmentierung aller Strukturen noch
nicht vollautomatisch erfolgen kann und somit zwar eine schnelle Pfadplanung
mo¨glich ist, diese jedoch eine relativ lange Vorbereitungszeit erfordert.
      </p>
      <p>Wir stellen deshalb in diesem Beitrag ein zweistufiges Konzept fu¨r eine
schnelle semiautomatische Zugangsplanung vor. Zuna¨chst wird vollautomatisch ein
Großteil der Hautoberfla¨che als Einstichszone ausgeschlossen indem nur
automatisch segmentierbare Risikostrukturen beru¨cksichtigt werden (Abschn. 2.1).
In einem zweiten Schritt wird die so erhaltene Einstichszone durch Benutzung
des Prinzips der Pareto Optimalita¨t weiter eingeschra¨nkt und interaktiv mit</p>
      <p>Segmentierungen
Haut
Distanz zu kritischen</p>
      <p>Strukturen</p>
      <p>Soft Constraints</p>
      <p>Einstichswinkel</p>
      <p>Pfadlänge
Abb. 1. Prinzip der automatischen Pfadplanung. Ausgehend von Segmentierungen der
wichtigsten Strukturen wird u¨ber die hard constraints eine mo¨gliche Einstichszone
ermittelt, welche mit Hilfe der soft constraints bewertet wird.
einer neuen Visualisierungtechnik unter Beru¨cksichtigung der restlichen
Risikostrukturen der finale Einstichspunkt gewa¨hlt (Abschn. 2.2).
2
2.1</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <sec id="sec-2-1">
        <title>Automatische Grobplanung</title>
        <p>
          Das grundlegende Prinzip der automatischen Pfadplanung, wie in [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
          ] vorgestellt,
ist in Abb. 1 verdeutlicht. Ausgehend von Segmentierungen der einzelnen
Strukturen wird anhand der sogenannten hard constraints, wie z.B. der Nadella¨nge,
eine Einstichszone auf der Hautoberfla¨che berechnet. Diese wird mittels der soft
constraints bewertet und entsprechend der Gewichtung der einzelnen constraints
(z.B. der Distanz zu kritischen Strukturen) farblich markiert, um dem Arzt somit
eine Entscheidungshilfe fu¨r die Trajektorienauswahl zu geben. Die Farbkodierung
¨andert sich je nach Auswahl oder Gewichtung der soft constraint. Besonders
zeitaufwa¨ndig ist die Segmentierung von Strukturen wie Leber, Herz, Magen oder
Darm, da sich diese Organe nur wenig in ihren Grauwertbereichen im Bild
unterscheiden. Die Rippen, die Haut, sowie die beiden Lungen lassen sich hingegen mit
relativ einfachen Verfahren automatisch segmentieren. Wir verwenden daher zur
Berechnung der Einstichszone nur die automatisch segmentierbaren Strukturen
und beru¨cksichtigen die anderen kritischen Strukturen im neuen, interaktiven
Planungsschritt (Abschn. 2.2).
        </p>
      </sec>
      <sec id="sec-2-2">
        <title>2.2 Interaktive Feinplanung</title>
        <p>
          Die automatisch berechnete Grobplanung wird verfeinert, indem zuna¨chst der
Suchraum innerhalb der Einstichszone eingeschra¨nkt wird und danach eine
Visualisierungstechnik verwendet wird, um dem Arzt anhand einer
”Trajektorienvorschau“ das errechnete Planungsergebnis direkt am Patienten zu visualisieren.
Suchraumeinschrankung. Da im Vergleich zum Planungssystem, in dem die
Risikostrukturen vollsta¨ndig segmentiert wurden, bei diesem Ansatz mit nur
wenigen segmentierten Strukturen eine deutlich gro¨ßere Einstichszone errechnet
wird, bedarf es einer Einschra¨nkung dieses relativ großen Suchraums. Um
diejenigen Punkte der Einstichszone zu ermitteln, die fu¨r die aktuelle Kombination
von constraints am besten fu¨r das Einfu¨hren des Instrumentes geeignet sind,
verwenden wir das Prinzip der Pareto-Optimalita¨t. Es ist damit mo¨glich, die
pareto-optimalen Punkte eines Parameterraums (in unserem Fall aufgespannt
von den soft constraints) zu bestimmen. Ein Punkt in diesem Raum ist genau
dann pareto-optimal, wenn es keinen anderen Punkt gibt, der bezu¨glich eines
Parameters besser bewertet wird, ohne dass dadurch die Bewertung durch einen
anderen Parameter verschlechtert wird. Das ermo¨glicht es, dem Arzt einen
Vorschlag zu geeigneten Einstichspunkten zu pra¨sentieren (Abb. 2a, Pareto-Front)
bzw. sein Augenmerk auf die potentiell interessanten Bereiche der Einstichszone
zu lenken. Der errechnete Vorschlag kann nun als Ausgangspunkt fu¨r die
Verfeinerung der Zugangsplanung verwendet werden, dient dabei jedoch lediglich als
Entscheidungshilfe; der Einstichspunkt wird frei vom Arzt gewa¨hlt.
Verfeinerung der Planung. Zur Planung des finalen Einstichspunktes wird
eine Visualisierung bereitgestellt, die es ermo¨glicht, unter Beru¨cksichtigung
sa¨mtlicher Risikostrukturen sowie des groben Planungsergebnisses eine geeignete
Trajektorie zu ermitteln. Hierfu¨r wird eine U¨bersicht des berechneten
Planungsergebnisses visualisiert (Abb. 2a). Zudem wird in Echtzeit eine
Volumenvisualisierung berechnet, mit der sa¨mtliche Risikostrukturen im Bezug zum
aktuellen Einstichspunkt dargestellt werden ko¨nnen (Abb. 2b). Hierfu¨r wird mittels
Shading-Techniken, a¨hnlich der Ghost View in [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref4">4</xref>
          ], anhand der Kameraposition
und deren Blickrichtung eine Art vergro¨ßertes Einstichsloch aus der
Hautoberfla¨che ausgeschnitten, was den Blick entlang des so gewa¨hlten Pfades freigibt und
somit eine visuelle Beurteilung der Trajektorie ermo¨glicht. Es kann so schnell
festgestellt werden, ob die aktuell geplante Trajektorie durch eine vorher nicht
beru¨cksichtigte Struktur (z.B. das Herz) verla¨uft. Fu¨r den Einsatz dieser Form
der Visualisierung sind zwei Mo¨glichkeiten vorhanden: Offline Visualisierung: Die
Feinplanung erfolgt ausschließlich am Planungssystem. Lediglich die Bilddaten
des Patienten sind erforderlich. Der aktuell vom Arzt gewa¨hlte Einstichspunkt
definiert die Blickrichtung der Kamera entlang der Trajektorie, sowie die
Kameraposition auf der Verla¨ngerung des Pfades außerhalb des Ko¨rpers. Alternativ
kann der Arzt durch manuelles Interagieren mit der virtuellen Planungsszene die
Kameraposition und somit den resultierenden Einstichspunkt wa¨hlen. Online
Visualisierung: Die finale Planung erfolgt am Patienten, wobei die Kameraposition
u¨ber ein getracktes Instrument berechnet wird. Der Einstichspunkt kann somit
direkt mit dem Instrument definiert werden.
        </p>
        <p>Instrument</p>
        <p>Einstichszone</p>
        <p>Hautoberfläche</p>
        <p>Volumenvisualisierung</p>
        <p>
          Läsion
Pareto-Front
Abb. 2. (a) Planungsergebnis der Grobplanung sowie aktuelle Nadelposition. (b)
Feinplanung direkt am Patienten mittels Volumenvisualisierung. Die Blickrichtung der
Kamera des Renderers bestimmt den gezeigten Ausschnitt.
Die beschriebene Planungsmethode wurde prototypisch als Demosystem
entwickelt und wird zur BVM 2011 pra¨sentiert. Neben seiner Funktionalita¨t als
eigensta¨ndige Anwendung kann das Planungssystem auch in den Workflow eines
Navigationssystems fu¨r Nadelinsertionen [
          <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
          ] integriert werden. Abbildung 2 zeigt
die Umsetzung der neuartigen Visualisierungsmethoden fu¨r die Zugangsplanung.
Die initiale, automatische Planung kann innerhalb von weniger als 10 Sekunden
durchgefu¨hrt werden. Erste Experimente zeigen, dass die Verfeinerung dieser
initialen Planung im Zeitraum von wenigen Minuten abha¨ngig von der Lage der
zu punktierenden La¨sion durchgefu¨hrt werden kann.
4
        </p>
      </sec>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Diskussion</title>
      <p>
        Dieser Beitrag beschreibt eine Erweiterung des in [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref3">3</xref>
        ] pra¨sentierten Systems zur
automatischen Pfadplanung und dessen Integration als Planungskomponente in
ein Navigationssystem fu¨r perkutane Nadelinsertionen. Hauptaugenmerk
wurde hierbei auf die Vermeidung zeitaufwa¨ndiger Segmentierungen von kritischen
Strukturen gelegt. Die Lunge, als eine der komplikationstra¨chtigsten Strukturen
bei Punktionen der Leber konnte durch ihre leichte Segmentierbarkeit
beru¨cksichtigt werden. Das entstandene System ermo¨glicht es dem Arzt, anhand einer
innovativen Visualisierung, mo¨gliche Zugangswege schnell auf ihre Qualita¨t zu
u¨berpru¨fen. Im Vergleich zu einer manuellen Planung auf Schichtdaten, die in
der Klinik in der Regel einige Minuten erfordert [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref6">6</xref>
        ] konnte hiermit eine schnelle
Planungskomponente fu¨r Navigationssysteme gefunden werden, welche
aufwa¨ndige Segmentierungen aller kritischen Strukturen vermeiden kann. Zuku¨nftige
Arbeiten konzentrieren sich auf (1) die Evaluation des Systems im klinischen
Workflow sowie (2) die Integration eines Konzeptes zur Kompensation von
Bewegungen und Deformationen.
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
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