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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><p>Kurzfassung. Automatische Systeme für minimal-invasive perkutane Nadelinsertionen erfordern die Segmentierung von Risikostrukturen zur Bestimmung eines sicheren Zugangsweges. Mangels vollautomatischer Segmentierungsverfahren für alle Strukturen im Abdominalraum macht dieser Segmentierungsschritt den größten Teil der gesamten Planungsdauer aus. Um die Planung zu beschleunigen, stellen wir ein zweistufiges Konzept für eine schnelle semiautomatische Zugangsplanung vor, bei dem (1) vollautomatisch ein Großteil der Hautoberfläche als Einstichszone ausgeschlossen wird, indem nur automatisch segmentierbare Risikostrukturen berücksichtigt werden und (2) die so erhaltene Einstichszone durch Benutzung des Prinzips der Pareto-Optimalität weiter eingeschränkt und der finale Einstichspunkt interaktiv mit einer neuen Visualisierungtechnik unter Berücksichtigung der anderen Risikostrukturen gewählt wird.</p></div>
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<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="1">Einleitung</head><p>Minimal-invasive Verfahren zur Tumorbehandlung wie z.B. Radiofrequenzablationen oder Biopsien haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Viele dieser Verfahren erfordern das Einbringen eines nadelförmigen Instruments in die Zielstruktur wie z.B. die Leber. Für eine komplikationsfreie und schnelle Durchführung der Intervention ist ein gut gewählter Zugangsweg unabdingbar. Neben zahlreichen semi-automatischen Verfahren zur Zugangsplanung wurden in den letzten Jahren Ansätze präsentiert, die eine automatische Berechnung möglicher Nadeltrajektorien zum Ziel haben <ref type="bibr" target="#b0">[1,</ref><ref type="bibr" target="#b1">2]</ref>. Grundlage dieser Verfahren ist die Beachtung bestimmter Bedingungen (sogenannter constraints), die für eine Trajektorie erfüllt sein müssen (Abb. 1). So darf der Zugangsweg beispielsweise keine kritische Struktur (z.B. die Lunge) kreuzen und nicht länger als die verwendete Nadel sein. In <ref type="bibr" target="#b2">[3]</ref>  einer neuen Visualisierungtechnik unter Berücksichtigung der restlichen Risikostrukturen der finale Einstichspunkt gewählt (Abschn. 2.2).</p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2">Material und Methoden</head></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.1">Automatische Grobplanung</head><p>Das grundlegende Prinzip der automatischen Pfadplanung, wie in <ref type="bibr" target="#b2">[3]</ref>  </p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head n="2.2">Interaktive Feinplanung</head><p>Die automatisch berechnete Grobplanung wird verfeinert, indem zunächst der Suchraum innerhalb der Einstichszone eingeschränkt wird und danach eine Visualisierungstechnik verwendet wird, um dem Arzt anhand einer " Trajektorienvorschau" das errechnete Planungsergebnis direkt am Patienten zu visualisieren.  </p></div>
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><head>Suchraumeinschränkung</head></div><figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_0"><head>Abb. 1 .</head><label>1</label><figDesc>Abb. 1. Prinzip der automatischen Pfadplanung. Ausgehend von Segmentierungen der wichtigsten Strukturen wird über die hard constraints eine mögliche Einstichszone ermittelt, welche mit Hilfe der soft constraints bewertet wird.</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="fig_1"><head>.Abb. 2 .</head><label>2</label><figDesc>Abb. 2. (a) Planungsergebnis der Grobplanung sowie aktuelle Nadelposition. (b) Feinplanung direkt am Patienten mittels Volumenvisualisierung. Die Blickrichtung der Kamera des Renderers bestimmt den gezeigten Ausschnitt.</figDesc></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_0"><head></head><label></label><figDesc>vorgestellt, ist in Abb. 1 verdeutlicht. Ausgehend von Segmentierungen der einzelnen Strukturen wird anhand der sogenannten hard constraints, wie z.B. der Nadellänge, eine Einstichszone auf der Hautoberfläche berechnet. Diese wird mittels der soft constraints bewertet und entsprechend der Gewichtung der einzelnen constraints (z.B. der Distanz zu kritischen Strukturen) farblich markiert, um dem Arzt somit eine Entscheidungshilfe für die Trajektorienauswahl zu geben. Die Farbkodierung ändert sich je nach Auswahl oder Gewichtung der soft constraint. Besonders zeitaufwändig ist die Segmentierung von Strukturen wie Leber, Herz, Magen oder Darm, da sich diese Organe nur wenig in ihren Grauwertbereichen im Bild unterscheiden. Die Rippen, die Haut, sowie die beiden Lungen lassen sich hingegen mit relativ einfachen Verfahren automatisch segmentieren. Wir verwenden daher zur Berechnung der Einstichszone nur die automatisch segmentierbaren Strukturen und berücksichtigen die anderen kritischen Strukturen im neuen, interaktiven Planungsschritt (Abschn. 2.2).</figDesc><table /></figure>
<figure xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="table" xml:id="tab_1"><head></head><label></label><figDesc>Dieser Beitrag beschreibt eine Erweiterung des in<ref type="bibr" target="#b2">[3]</ref> präsentierten Systems zur automatischen Pfadplanung und dessen Integration als Planungskomponente in ein Navigationssystem für perkutane Nadelinsertionen. Hauptaugenmerk wurde hierbei auf die Vermeidung zeitaufwändiger Segmentierungen von kritischen Strukturen gelegt. Die Lunge, als eine der komplikationsträchtigsten Strukturen bei Punktionen der Leber konnte durch ihre leichte Segmentierbarkeit berücksichtigt werden. Das entstandene System ermöglicht es dem Arzt, anhand einer innovativen Visualisierung, mögliche Zugangswege schnell auf ihre Qualität zu überprüfen. Im Vergleich zu einer manuellen Planung auf Schichtdaten, die in der Klinik in der Regel einige Minuten erfordert<ref type="bibr" target="#b5">[6]</ref> konnte hiermit eine schnelle Planungskomponente für Navigationssysteme gefunden werden, welche aufwändige Segmentierungen aller kritischen Strukturen vermeiden kann. Zukünftige Arbeiten konzentrieren sich auf (1) die Evaluation des Systems im klinischen Workflow sowie (2) die Integration eines Konzeptes zur Kompensation von Bewegungen und Deformationen.</figDesc><table><row><cell>3 Ergebnisse</cell></row><row><cell>Die beschriebene Planungsmethode wurde prototypisch als Demosystem ent-</cell></row><row><cell>wickelt und wird zur BVM 2011 präsentiert. Neben seiner Funktionalität als</cell></row><row><cell>eigenständige Anwendung kann das Planungssystem auch in den Workflow eines</cell></row><row><cell>Navigationssystems für Nadelinsertionen [5] integriert werden. Abbildung 2 zeigt</cell></row><row><cell>die Umsetzung der neuartigen Visualisierungsmethoden für die Zugangsplanung.</cell></row><row><cell>Die initiale, automatische Planung kann innerhalb von weniger als 10 Sekunden</cell></row><row><cell>durchgeführt werden. Erste Experimente zeigen, dass die Verfeinerung dieser in-</cell></row><row><cell>itialen Planung im Zeitraum von wenigen Minuten abhängig von der Lage der</cell></row><row><cell>zu punktierenden Läsion durchgeführt werden kann.</cell></row><row><cell>4 Diskussion</cell></row></table></figure>
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