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      <title-group>
        <article-title>Numerische Simulation des Blutflusses an insuffizienten Mitralklappen</article-title>
      </title-group>
      <contrib-group>
        <contrib contrib-type="author">
          <string-name>Simon J. Sonntag</string-name>
          <email>simon.sonntag@googlemail.com</email>
          <xref ref-type="aff" rid="aff0">0</xref>
        </contrib>
        <aff id="aff0">
          <label>0</label>
          <institution>Research Development, TomTec Imaging Systems Unterschleißheim</institution>
        </aff>
      </contrib-group>
      <fpage>299</fpage>
      <lpage>303</lpage>
      <abstract>
        <p>Kurzfassung. Mittels Computational Fluid Dynamics (CFD) wurden quantitative Stro¨mungssimulationen bei Mitralklappeninsuffizienzen erstellt. Die individuelle Geometrie des menschlichen valvula¨ren Apparats wurde dabei volumetrischen Bilddaten entnommen. Das resultierende dynamische 3D-Flussfeld wurde als Basis fu¨r eine nachfolgende FarbDoppler-Simulation verwendet. Dadurch la¨sst sich der Einfluss der verschiedenen Bildgebungsparameter auf die diagnostisch verfu¨gbare Darstellung von Regurgitationsjet, Vena contracta oder proximaler Konvergenzzone detailliert untersuchen. Beispielhaft wird der Einfluss der ra¨umlichen Auflo¨sung auf die Jet-Darstellung gezeigt.</p>
      </abstract>
    </article-meta>
  </front>
  <body>
    <sec id="sec-1">
      <title>Einleitung</title>
      <p>Sonntag
darin, das Ergebnis einer numerischen Stro¨mungsberechnung des
regurgitierenden Blutes als Grundlage fu¨r eine Farb-Doppler-Simulation zu nehmen und
damit die echokardiographischen Methoden zu evaluieren. Konkret heißt das, dass
zuna¨chst das Geschwindigkeits- und Druckverhalten der Flu¨ssigkeit mit Mitteln
der CFD-Simulation berechnet wird, um anschließend das ermittelte
Geschwindigkeitsfeld entsprechend einer Farb-Doppler-Echokardiographie abzutasten und
schließlich auszuwerten. Dieser Ansatz verspricht eine Vielzahl von Vorteilen
gegenu¨ber den bisherigen Methoden.
2</p>
    </sec>
    <sec id="sec-2">
      <title>Material und Methoden</title>
      <p>
        Zur Erstellung eines realistischen Modells des linken Herzens diente eine
MRTAufnahme (mehrere Lang- und Kurzachsenschnitte) eines gesunden Probanden
als Grundlage. Zwar kann an dieser Stelle eine individuelle patientenspezifische
Regurgitationso¨ffnung verwendet werden, aber fu¨r einen quantitativen Vergleich
mit in-vitro Literaturdaten [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref4">2, 4</xref>
        ] wurden hier zuna¨chst kreisrunde
Lochblenden der Durchmesser 2 mm, 4 mm und 8 mm fu¨r die drei Schweregrade der
Mitralinsuffizienz leicht (I), mittelschwer (II) und schwer (III) modelliert. Fu¨r
die unstrukturierte Vernetzung der Geometrien mit Tetraederelementen wurde
der freie Netzgenerator NETGEN verwendet. Die erzeugten Rechennetze
bestanden aus knapp 0.7 Millionen Zellen und wurden im Bereich der proximalen
Konvergenzzone und des Jets lokal verfeinert. Das Blut wurde als eine
homogene, inkompressible Newtonsche Flu¨ssigkeit modelliert. Zur Diskretisierung der
zugrundeliegenden instationa¨ren, dreidimensionalen Navier-Stokes-Gleichungen
wurde die Finite-Volumen-Methode benutzt. Die CFD-Berechnungen wurden
mit dem Open Source Programmpaket OpenFOAM durchgefu¨hrt. Dabei
erfolgte die ra¨umliche Diskretisierung mit dem Zentraldifferenzenverfahren zweiter
Ordnung. Die zeitlichen Ableitungen wurden mit der
Three-Point-BackwardMethode approximiert. Zur Druckkorrektur wurden zwei PISO-Schleifen
(Pressure Implicit with Splitting of Operators) verwendet. Die Large-Eddy-Simulation
(LES) mit dem lokal dynamischen Ein-Gleichungsmodell von [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref5">5</xref>
        ] hat sich als das
optimale Verfahren erwiesen, um den laminar-turbulenten Umschlag der
Stro¨mung korrekt vorauszusagen. Die einzelnen Prozesse zur Stro¨mungssimulation
werden in Abb. 1 aufgezeigt.
      </p>
      <p>Oĝ -¾męPªŏ
įŅę¾ÿmĶ
mªmPÅ
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Abb. 1. Prozesse und verwendete Software zur Stro¨mungssimulation des Blutflusses.</p>
      <p>Zur Simulation von 2D-Farb-Doppler-Bildern aus den Ergebnissen der
numerischen Stro¨mungssimulationen wurde das berechnete dreidimensionale
Geschwindigkeitsfeld zuna¨chst in einer Ebene entsprechend einer gepulsten
Doppler-Echokardiographie abgetastet. Dazu wurden die Scanlinien radial vom
Schallkopf in unterschiedliche Richtungen ausgesendet und das Geschwindigkeitsfeld
entlang jeder Scanlinie an 450 a¨quidistant verteilten Messpunkten abgetastet
(Abb. 3a). Dabei wurden die Geschwindigkeiten der Fluidteilchen an jedem
Messpunkt aus den Werten benachbarter Zellzentren linear interpoliert. Die
Position des virtuellen Schallkopfes wurde hier apikal in einer Distanz von etwa 10
cm zur Klappeno¨ffnung gewa¨hlt. Um aus den damit erhaltenen Daten
FarbDoppler-Bilder zu erzeugen, wurde in MATLAB ein Programm implementiert.
Eine grafische Benutzeroberfla¨che ermo¨glicht die Nyquist-Grenze und die
BaseLine dynamisch zu variieren. Das Ergebnis der Farb-Doppler-Simulation zeigt
Abbildung 3b.
3</p>
    </sec>
    <sec id="sec-3">
      <title>Ergebnisse</title>
      <p>Es wurden Abtastungen mit 28 (3D-Schallkopf in einer Ebene), 60 und 120
(2DSchallkopf) Scanlinien durchgefu¨hrt (Abb. 2). Die beno¨tigten Abmessungen und
Verha¨ltnisse wurden, wie im klinischen Alltag, per Hand aus den simulierten
Farb-Doppler-Bildern ermittelt. Zum Vergleich der Ergebnisse mit den
empfohlenen funktionellen Einteilungskriterien sei auf Standardliteratur verwiesen.</p>
      <p>Es zeigt sich, dass der Jet bei einer niedrigeren ra¨umlichen Auflo¨sung nicht
nur ungenauer, sondern auch breiter dargestellt wird. So ist die Jetfla¨che bei einer
28
60
120
Strahlen</p>
      <p>1/3
Grad I 2/3</p>
      <p>3/3
Jet-Länge</p>
      <p>Jet-Fläche
prox. Jetbreite</p>
      <p>1/3
Grad II 2/3</p>
      <p>3/3
Jet-Länge</p>
      <p>Jet-Fläche
prox. Jetbreite
0.53 LA
0.17 LA
8.1 mm
0.78 LA
0.33 LA
6.4 mm
0.52 LA
0.09 LA
3.4 mm
0.78 LA
0.25 LA
4.2 mm
0.51 LA
0.07 LA
2.2 mm
0.79 LA
0.23 LA
4.0 mm
Abb. 2. Ergebnisse der echokardiographischen Messungen fu¨r verschiedene ra¨umliche
Auflo¨sungen; (LA = linkes Atrium).
Abtastung mit einem 3D-Schallkopf in Relation zur Vorhoffla¨che in beiden
Fa¨llen wesentlich gro¨ßer als mit einem 2D-Schallkopf. Bedingt durch die Geometrie
der Segel findet die maximale Kontraktion beim Modell I. Grades innerhalb des
Klappenlecks statt und sollte auch an dieser Stelle gemessen werden. Aufgrund
der mangelnden ra¨umlichen Auflo¨sung wird die Regurgitationsstro¨mung in
diesem Bereich bei 60 Scanlinien allerdings nicht richtig abgetastet (Abb. 4a). Die
Vena contracta wu¨rde im Farb-Doppler-Bild durch den Arzt distal der O¨ ffnung
(Pfeile in Abb. 4a) abgelesen werden, dort wo sich der Jet bereits ausgebreitet
hat, und so mit 3.4 mm deutlich u¨berscha¨tzt werden. Bei 120 Scanlinien wird die
Vena contracta wesentlich besser abgebildet und kann mit 2.2 mm fast korrekt
gemessen werden (Abb. 4b). Die Darstellung der Vena contracta ha¨ngt also stark
von der ra¨umlichen Auflo¨sung des Farb-Dopplers ab. Wenn die Insuffizienz
signifikant ist, Grad II, liegt ein gro¨ßerer Abtastbereich im Umfeld der Vena contracta
vor und die proximale Jetbreite kann auch mit einer niedrigeren Auflo¨sung von
60 Scanlinien relativ genau abgelesen werden. Mit einem 3D-Schallkopf ist eine
zuverla¨ssige Messung in diesem Fall jedoch auch unmo¨glich.
4</p>
    </sec>
    <sec id="sec-4">
      <title>Diskussion</title>
      <p>Da die Stro¨mungsergebnisse sowohl qualitativ als auch quantitativ exakt
ausgewertet und analysiert werden ko¨nnen, ist ein direkter Vergleich mit den
Ergebnissen der Farb-Doppler-Simulation mo¨glich. Im Gegensatz zu bisherigen
Validierungsverfahren liegen also hochgenaue und reproduzierbare Referenzdaten vor.
So kann der Einfluss verschiedener biologischer Faktoren, wie z.B. der
transmitralen Druckdifferenz, auf die Darstellung des Regurgitationsjets, der Vena
contracta und der proximalen Konvergenzzone genau untersucht werden.
Außerdem lassen sich mithilfe der Farb-Doppler-Simulation technische
Bedingungen und Gera¨teeinstellungen evaluieren. Dabei ist eine Darstellung des Jets im
a)</p>
      <p>Schallkopf
b)
70
-70
cm/s
Abb. 3. In (a) ist die Abtastung des Geschwindigkeitsfeldes des Modells II. Grades mit
60 Scanlinien zu je 450 Abtastpunkten bei einem O¨ffnungswinkel von 60◦ dargestellt.
Das Ergebnis der Farb-Doppler-Simulation ist in (b) zu sehen.
Abb. 4. Links ist die Abtastung bei
einer leichten Insuffizienz dargestellt,
wobei in (a) mit 60 Scanlinien und
in (b) mit 120 Scanlinien
abgetastet wurde. Rechts sind die
Ergebnisse der entsprechenden
Farb-DopplerSimulationen abgebildet. Die Pfeile
zeigen an, wo die Vena contracta
gemessen wird.</p>
      <p>Farb-Doppler ohne Aliasing und die Analyse fu¨r verschiedene
Winkelabweichungen mo¨glich. Beispielhaft wurde in dieser Arbeit das Verhalten fu¨r verschiedene
Schallko¨pfe mit unterschiedlichen ra¨umlichen Auflo¨sungen bei gleicher
Momentaufnahmen der Stro¨mung gezeigt (Abb. 2), was mit einer herko¨mmlichen,
experimentellen Auswertung nicht machbar ist.</p>
      <p>
        Neben einem einfachen Modell des Klappenlecks ko¨nnen auch komplexe,
patientenspezifische Geometrien mit z.B. wandadha¨renten Stro¨mungen ohne einen
invasiven Eingriff oder jegliches Risiko fu¨r den Patienten untersucht werden.
Daru¨ber hinaus lassen sich neben den echokardiographischen Methoden dieser Studie
auch andere Verfahren untersuchen, was auch bei der Entwicklung neuer
Diagnosemethoden hilfreich sein ko¨nnte. Außerdem ko¨nnen durch die dreidimensionale
Datenauswertung der Stro¨mungssimulationen neue Einblicke und Vorstellungen
u¨ber das Stro¨mungsverhalten des regurgitierenden Blutes gegeben werden. Nach
bestem Wissen des Autors ist dies dabei der erste Versuch, die Stro¨mung durch
eine insuffiziente Mitralklappe mithilfe der LES-Methode mit einem
dynamischen Modell zu simulieren. Zwar kann die Korrektheit der 3D-CFD-Simulation
mangels hinreichend genauer physikalischer Messverfahren nicht nachgewiesen
werden, allerdings entsprechen die ermittelten Werte fu¨r Durchfluss,
Geschwindigkeit und Durchmesser der Vena contracta dem Stand der Literatur [
        <xref ref-type="bibr" rid="ref2 ref4">2, 4</xref>
        ].
      </p>
    </sec>
    <sec id="sec-5">
      <title>Literaturverzeichnis</title>
    </sec>
  </body>
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